TV-Tipp für den 15. April: Das Netz

April 15, 2009

Kabel 1, 20.15

Das Netz (USA 1995, R.: Irwin Winkler)

Drehbuch: John Brancato, Michael Ferris

Was geschieht, wenn ein Drehbuch von Brancato/Ferris nicht in die Hände eines visuellen Könners wie David Fincher, sondern eines guten Produzenten (Rocky, Wie ein wilder Stier, GoodFellas) und bestenfalls okayen Regisseurs wie Irwin Winkler gerät, kann, nachdem wir gestern “The Game” gesehen haben, heute bei “Das Netz” studiert werden.

Wieder geht es um eine Person, deren Leben von einer anonymen Macht ausgelöscht wird. Hier ist es Sandra Bullock als Computerfreak, die ihre Kontakte zur normalen Welt seit Jahren ausschließlich per PC erledigt (Das müssen wir einfach so glauben. Auch dass sie am Traumstrand nicht die Männer, sondern den Laptop-Bildschirm studiert.). Nachdem sie ein geheimes Programm entdeckt, wird ihre elektronische Identität gelöscht, sie wird von Unbekannten gejagt und eine fremde Frau behauptet, sie zu sein. Bullock nimmt den Kampf um ihr Leben und ihre persönlichen Daten auf.

Doch im Gegensatz zu „The Game“ (lassen wir mal die visuelle Komponente beiseite) versucht „Das Netz“ todernst vor den Gefahren des Datenmissbrauchs zu warnen und bedient sich ziemlich vorhersehbar den gängigen Thrillerkonventionen.

„If the computers say you don’t exist, how can you prove that you do? This paranoid fantasy is so resonant that it makes „The Net“ an enjoyably creepy thriller, even though Irwin Winkler belongs to the nothing-is-too-obvious school of directing.” (Caryn James, New York Times, 28. Juli 1995)

Mit Sandra Bullock, Jeremy Northam, Dennis Miller, Diane Baker

Hinweise

Wikipedia über “Das Netz”


TV-Tipp für den 14. April: The Game

April 14, 2009

BR, 21.45

The Game – Das Geschenk seines Lebens (USA 1997, R.: David Fincher)

Drehbuch: John Brancato, Michael Ferris

Conrad schenkt seinem stinkreichen, einsamen Arschloch-Bruder Nicholas Van Orton einen Gutschein für ein Spiel, das sein Leben interessanter gestalten soll. Nachdem Nicholas das Rollenspiel beginnt, beginnt er die Kontrolle über sein Leben zu verlieren.

Düsterer Thriller (jedenfalls bis zum Beginn des dritten Aktes), der Fincher zwischen „Se7en“ und „Fight Club“ in Topform zeigt. Zuletzt drehte er das epische, bieder-nette Ausstattungs-Biopic „Der seltsame Fall des Benjamin Button“.

„Das Ganze ist ein intellektuelles Spiel mit Genre-Elementen und den Erwartungen eines an unzähligen Filmminuten geschulten Publikums. (…) Die Besonderheit an The Game ist nun, dass Fincher gerade darauf zielt, seinen Film als Spielmaterial kenntlich zu machen; methodisch tut er dies mit Sigmund Freud als Aushilfsregisseur, stilistisch mit den Mitteln des Verfolgungswahns.“ (Michael Kohler in Frank Schnelle, Hrsg.: David Fincher)

Mit Michael Douglas, Sean Penn, Deborah Kara Unger, James Rebhorn, Peter Donat, Carroll Baker, Armin Mueller-Stahl, Jack Kehoe (sein bislang letzter Auftritt, als Lieutenant Sullivan), Spike Jonze (kleine Nebenrolle), Michael Massee (dito kleine Nebenrolle)

Wiederholung: SWR: Mittwoch, 22. April, 23.00 Uhr

Hinweise

Senses of Cinema über David Fincher

Drehbuch „The Game“ von John Brancato und Michael Ferris (19. Oktober 1995)

Drehbuch „The Game“ von John Brancato und Michael Ferris, überarbeitet von Larry Gross und Andrew Kevin Walker (8. Februar 1996 -Shooting Script)

Bonushinweis

Am Mittwoch, den 15. April, zeigt Kabel 1 um 20.15 Uhr den netten Paranoia-Thriller „Das Netz“ (USA 1995, R.: Irwin Winkler, mit Sandra Bullock), für den ebenfalls Brancato/Ferris das Drehbuch schrieben.


Neue TV-Krimi-Buch-Tipps online

April 11, 2009

Bevor Alfred die Ostereier versteckt, hat er die wie immer wunderschön gelayouteten TV-Krimi-Buch-Tipps für die Ostertage und die Tage danach online gestellt. Hier gibt’s den kurzen Überblick:

Nach dem Ostereiersuchen kann der Wolf in drei TV-Premieren bei der Suche nach der Wahrheit beobachtet werden. Und Wilsberg muss mal wieder in quasi eigener Sache ermitteln. Persönlich geht’s weiter in Alfred Hitchcocks Frederick-Knott-Verfilmung „Bei Anruf Mord“ und Bruce Willis rundet mit den ersten drei „Stirb langsam“-Filmen das Osterprogramm ab.
Außerdem sehenswert sind Ulu Grosbards John-Gregory-Dunne-Verfilmung „Fesseln der Macht“, William Friedkins Gerald-Petievich-Verfilmung „Leben und Sterben in L. A.“, Claude Millers Marc-Behm-Verfilmung „Das Auge“, Raoul-Walshs A.-I.-Bezzerides-Verfilmung „Nachts unterwegs“ (mit Humphrey Bogart), Anthony Minghellas Patricia-Highsmith-Verfilmung „Der talentierte Mr. Ripley“, und zum Vergleich Roger Spottiswoodes Patricia-Highsmith-Verfilmung „Mr. Ripley oder die Kunst des Tötens“ (nach einem Drehbuch von Donald Westlake), Carol Reeds Graham-Greene-Verfilmung „Der dritte Mann“, Clint Eastwoods Dennis-Lehane-Verfilmung „Mystic River“, Larry Clarks selten gezeigte Eddie-Little-Verfilmung „Ein neuer Tag im Paradies“ und der zweite Süden-Film „Kommissar Süden und der Luftgitarrist“ dürfte auch okay sein.


Neu im Kino: Bedingungslos

April 11, 2009

Bedingungslos (Kærlighed på film, DK 2007)

Regie: Ole Bornedal

Drehbuch: Ole Bornedal

In Dänemark war Bornedals Film der erfolgreichste dänische Film des Jahres 2007. Bei uns startet der neue Film des „Nachtwache“-Regisseurs in so wenigen Kinos, dass er höchstens ein Insiderhit werden kann. Die Story (ein Mann hat genug von seinem bürgerlichen Leben, gibt sich als jemand anderes aus und stolpert in Teufels Küche) ist natürlich gut abgehangener Noir. Die zahlreichen Noir-Referenzen erfreuen die Filmfans. Die normalen Kinogänger können sich dagegen einfach an einem „düsteren Thriller, der ziemlich gute Laune macht“ (Birgit Roschy, epd-film 4/2009) erfreuen.

mit Anders W. Berthelsen, Rebecka Hemse, Nikolaj Lie Kaas

Hinweise

Dänische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Bedingungslos“


TV-Tipps für die Ostertage

April 10, 2009

Freitag, 10. April

ARD, 21.45

Der Wolf: Dein bis in den Tod (Dänemark/Schweden/Deutschland 2008, R.: Erik Richter Strand)

Drehbuch: Kjersti Rasmussen

LV: Gunnar Staalesen: Din, til døden, 1979 (Dein bis in den Tod)

Varg Veum soll ein gestohlenes Auto wiederbeschaffen. Als er beginnt Fragen zu stellen, wird’s gefährlich.

Anscheinend ziemlich aktualisierte und storytechnisch veränderte Verfilmung des zweiten Varg-Veum-Romans.

Das ist der erste von vier neuen Varg-Veum-Filmen, die über die Ostertage gezeigt werden und alle mit den Romanvorlagen anscheinend sehr wenig zu tun haben.

Mit Trond Espen Seim, Bjørn Floberg, Kathrine Fagerland

Hinweise

Homepage von Gunnar Staalesen

Die weiteren Ermittlungen von Varg Veum

Der Wolf: Gefallene Engel: Samstag, 11. April, 22.55 Uhr

Der Wolf: Auf eigene Faust: Sonntag, 12. April, 22.45 Uhr

Der Wolf: Tote Hunde beißen nicht: Montag, 13. April, 22.45 Uhr

Samstag, 11. April

Tele 5, 20.15

Bei Anruf Mord (USA 1954, R.: Alfred Hitchcock)

Drehbuch: Frederick Knott

LV: Frederick Knott: Dial M for Murder, 1952 (Theaterstück)

Der ehemalige Tennisprofi Tony Wendice plant den perfekten Mord an seiner untreuen Ehefrau Margot. Als sie den Killer umbringt, wird es Zeit für Plan B.

Für Hitchcock war die Verfilmung des Broadway-Stückes eine Verlegenheitsarbeit, bei dem er damals modische 3-D-Effekte einbauen musste. Er tat dies nur in einer Szene: als Margot den Killer mit einer Schere ersticht. Der Rest ist gut abgefilmtes Theater.

Mit Grace Kelly, Ray Milland, Robert Cummings, John Williams, Anthony Dawson

Wiederholung: Samstag, 12. April, 09.35 Uhr

Sonntag, 12. April

Pro 7, 22.50

Stirb langsam (USA 1988, R.: John Mc Tiernan)

Drehbuch: Jeb Stuart, Steven E. de Souza

LV: Roderick Thorp: Nothing lasts forever, 1979 (Stirb langsam)

Bahnbrechendes Action-Kino, das Bruce Willis zum Star machte – im Buch besucht der Held seine Tochter, im Film besucht der Held seine Frau, der Rest (Terroristen besetzten ein Hochhaus, unser Held kämpft gegen sie) ist bekannt. EPD Film meinte „ein durch und durch regressiver Film, der einer infantilen Lust an der Zerstörung Nahrung verschafft.“

Und das, mal wieder, zu Ostern.

Mit Bruce Willis, Alan Rickman

Hinweis

John McClanes nächste Feiertage

Stirb langsam 2: Montag, 13. April, 22.40 Uhr

Stirb langsam – Jetzt erst recht: Sonntag, 19. April, 22.15 Uhr

Montag, 13. April

Kabel 1, 04.10

Leben und Sterben in L. A. (USA 1985, R.: William Friedkin)

Drehbuch: William Friedkin, Gerald Petievich

LV: Gerald Petievich: To live and die in L. A., 1984 (Leben und Sterben in L. A.)

Zwei Polizisten jagen einen Geldfälscher. Dabei sind sie in der Wahl ihrer Mittel nicht gerade zimperlich.

Nihilistischer Polizei- und Gangster-Thriller mit rasanten Action-Szenen.

Mit William L. Petersen, Willem Dafoe, John Pankow, John Turturro, Dean Stockwell, Gerald Petievich (in einer Minirolle als „Special Agent“)

Hinweis

Homepage von Gerald Petievich


TV-Tipp für den 9. April: Tatort: Dschungelbrüder

April 9, 2009

RBB, 22.05

TATORT: Dschungelbrüder (D 2003, R.: Lars Becker)

Drehbuch: Lars Becker

Die Kommissare Till Ritter und Felix Stark müssen den Mord an einem illegal eingereisten Nigerianer aufklären.

Lars Becker befindet sich auch in Berlin auf vertrautem Terrain: das Leben von Ausländern und Flüchtlingen in deutschen Großstädten. Den beiden Berliner Kommissaren konnte nach ihrem grottenschlechten letzten Fall „Rosenholz“ nichts Besseres passieren.

Auch später wurde es für das Team Ritter/Stark, wie um 20.15 Uhr die Wiederholung des Tatortes „Kunstfehler“ von 2005 zeigt, nicht unbedingt besser.

Der Anlass für dieses Double-Feature ist natürlich nicht Einfallslosigkeit in der RBB-Programmredaktion, sondern die Ausstrahlung des zwanzigsten Einsatzes der Herren Ritter und Stark „Oben und unten“ am Sonntag, den 19. April, in der ARD.

Mit Dominic Raacke, Boris Alijonic, Armin Rohde

Hinweise

RBB über ihre (unsere?) Kommissare

Tatort-Fundus über das Team Ritter/Stark


TV-Tipp für den 8. April: Snatch – Schweine und Diamanten

April 8, 2009

Kabel 1, 22.15

Snatch – Schweine und Diamanten (GB/USA 2000, R.: Guy Ritchie)

Drehbuch: Guy Ritchie

Franky Four Fingers klaut in Antwerpen einen wertvollen Diamanten. Zurück in London kriegt er Ärger mit einem Russengangster, alle wollen den Stein haben, Gangster werden verletzt und sterben, die Gypsies spielen mit und dann gibt es noch einen Boxkampf, bei dem jeder jeden betrügt.

Wie schon in seinem Debüt „Bube, Dame, König, GrAs“ und seinem neuesten Werk „RocknRolla“ ist die Handlung ein einziges Chaos aus größeren und kleineren Katastrophen, die meisten Gangster sind geistig eher minderbemittelt und latschen, zu unserem Vergnügen, von einem Missgeschick in das nächste, meist ebenso blutige, Missgeschick.

Mit Benicio Del Toro, Denis Farina, Vinnie Jones, Brad Pitt, Rade Sherbedzija, Jason Statham, Alan Ford, Goldie

Wiederholung: Samstag, 11. April, 00.15 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Wikipedia über „Snatch – Schweine und Diamanten“

IGN: Interview mit Guy Ritchie und Vinnie Jones zu „Snatch“


TV-Tipp für den 7. April: Index – Die schwarze Liste des Vatikan (Teil 1)

April 7, 2009

ZDF, 22.45

Index – Die schwarze Liste des Vatikan – Teil 1 (D 2009)

Journalist Wolf von Lojewski und Historiker Hubert Wolf stellen einige Autoren und Bücher aus der 1998 veröffentlichten schwarzen Liste der katholischen Kirche vor. Denn der Papst wusste schon immer, was seine Schäfchen nicht lesen sollten. Zum Beispiel Kant, Darwin, Locke, Voltaire, Bentham, Mill, Marx, Swift, Hugo, Sartre und Martin Luther; – also alles Autoren, die aufgeklärt Geister gerne lesen.

Teil 2 gibt’s am Mittwoch um 22.15 Uhr

Wiederholung

Teil 1: Donnerstag, 9. April, 01.50 Uhr (Taggenau!)

Teil 2: Donnerstag, 9. April, 02.40 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

ZDF über die Doku

DFG-Forschungsprojekt „Römischen Inquisition und Indexkongregation in der Neuzeit“ (Leitung: Hubert Wolf)

Wikipedia über das Index Librorum Prohibitorum


TV-Tipp für den 6. April: Kein Mord bleibt ungesühnt

April 6, 2009

ZDF, 22.15

Kein Mord bleibt ungesühnt (F 2006, R.: Franck Mancuso)

Drehbuch: Franck Mancuso

LV: Lawrence Block: Like a bone in the throat (Kurzgeschichte, abgedruckt in “Enough Rope”)

Ein Sexualstraftäter ermordet die neunjährige Tochter des Polizisten Malinowski. Der kurz darauf als Täter verurteilte Eckman beteuert in Briefen gegenüber Malinowski seine Unschuld. Als Malinowski auf eigene Faust mit Ermittlungen beginnt, beginnt er immer mehr an Eckmans Unschuld zu glauben.

Regiedebütant Mancuso schrieb vorher unter anderem das Drehbuch für den Noir-Polizeithriller „36 – Tödliche Rivalen“. „Kein Mord bleibt ungesühnt“ erhielt ebenfalls gute Kritiken und (erlebte) ebenfalls seine Deutschlandpremiere auf DVD. Das scheint inzwischen bei französischen Kriminalfilmen so üblich zu sein.

Mit Jean Dujardin, Laurent Lucas, Agnès Blanchot, Jean-Pierre Cassel

Auch bekannt als „Counter Investigation – Kein Mord bleibt ungesühnt“

Wiederholung: Mittwoch, 8. April, 01.10 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Homepage von Lawrence Block

Meine Besprechung von Lawrence Blocks “Telling Lies for Fun and Profit – A Manual for Fiction Writers” (1994)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks “Spider, spin me a web – A Handbook for Fiction Writers” (1995)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks “All the flowers are dying” (2005)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks “Lucky at Cards” (2007)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks „Abzocker“ (Grifter’s Game, 2004):

Meine Besprechung von Lawrence Blocks “Verluste” (Everybody dies, 1998):

Meine Besprechung von Lawrence Blocks “Killing Castro” (2009)

Mein Buch über Lawrence Block


TV-Tipp für den 5. April: Hostage – Entführt

April 5, 2009

Pro 7, 22.40

Hostage – Entführt (USA 2005, R.: Florent Emilio Siri)

Drehbuch: Doug Richardson

LV: Robert Crais: Hostage, 2001 (Hostage – Entführt)

LAPD-Verhandlungsexperte Jeff Talley schiebt in einer Kleinstadt eine ruhige Kugel. Da nehmen drei Jugendliche einen Mafia-Buchhalter und dessen Kinder als Geisel. Talley muss, nachdem die Mafia seine Frau und Tochter entführt, wieder verhandeln.

Sehr okayer, unterschätzter Geiselnahmethriller mit einem irgendwo zwischen Italo-Western und Horrorfilm oszillierendem Look und einigen hübschen Twists, wie der doppelten Geiselnahme und den sich verändernden Loyalitäten. Allerdings ist das Buch gerade bei dem Mafia-Plot glaubwürdiger. Und wer wissen will, wie die Polizei verhandelt, sollte auch zu dem grandiosen Buch greifen.

Der Film ist nur die bleihaltige Action-Variante davon.

Mit Bruce Willis, Kevin Pollak, Jimmy Bennett, Michelle Horn, Ben Foster, Jonathan Tucker, Marshall Allman, Serena Scott Thomas, Rumer Willis (Tochter von Bruce Willis), Kim Coates, Robert Knepper

Wiederholung: Montag, 6. April, 02.25 Uhr (Taggenau!)

Hinweis

Homepage von Robert Crais


TV-Tipp für den 4. April: Kommissar Süden und das Geheimnis der Königin

April 3, 2009

ZDF, 20.15

Kommissar Süden und das Geheimnis der Königin (D 2009, R.: Martin Enlen)

Drehbuch: Claus Cornelius Fischer

LV: Friedrich Ani: Süden und das Geheimnis der Königin, 2002

Vor zehn Jahren verschwand Soraya. Jetzt wird bei einem verhungerten Mann ein Foto der vermissten Frau gefunden. Kommissar Tabor Süden von der Vermisstenstelle der Kripo beginnt wieder nach Soraya zu suchen.

Erste Süden-Verfilmung. Friedrich Ani hatte mit der Serie um Tabor Süden seinen Durchbruch als Krimiautor.

Am Montag, den 20. April, läuft der zweite und wie es heißt bessere Süden-Film „Kommissar Süden und der Luftgitarrist“ (Regie: Dominik Graf). Aber auch „Kommissar Süden und das Geheimnis der Königin“ erhält gute Vorabkritiken.

Mit Ulrich Noethen, Martin Feifel, Jeannette Hain, Johanna Bantzer, Jürgen Tonkel, Iris Berben

Hinweise

ZDF über „Kommissar Süden“ (dort auch als Livestream)

Homepage von Friedrich Ani

Meine Besprechung von Friedrich Anis „Wer lebt, stirbt“ (2007)

Meine Besprechung von Friedrich Anis „Der verschwundene Gast“ (2008)


TV-Tipp für den 3. April: Adolf-Grimme-Preis 2009

April 3, 2009

3sat, 22.25

Adolf-Grimme-Preis 2009

Heute werden zum 45. Mal die Grimme-Preise für besonders gutes Fernsehen verliehen. Die Nominierungsliste ist gewohnt reichhaltig und vereint locker Qualität mit Trash. Die Gewinner sind auch schon bekannt. Moderiert wird die Veranstaltung von der blonden Allzweckwaffe Barbara Schöneberger.

Die Zusammenfassung gibt es im ZDF um 00.25 Uhr (VPS 00.15) in einem 15-minütigen „aspekte extra“.


TV-Tipp für den 2. April: …und Scotland Yard schweigt

April 2, 2009

HR, 00.05

…und Scotland Yard schweigt (GB 1967, R.: Samuel Gallu)

Drehbuch: Julian Bond, Samuel Gallu, Roger Marshall

LV: Gene Stackleborg: Double Agent

Ein Ex-CIA-Agent will beweisen, dass sein Freund kein Verräter ist.

Seltsamer deutscher Titel für einen vergessenen Agententhriller, der aber anscheinend ganz gut ist: „Niveauvoller Agentenfilm, der dank unaufdringlicher Regie und guter Schauspieler spannende Unterhaltung bietet.“ (Lexikon des internationalen Films)

Mit Van Heflin, Heidelinde Weis, Peter Vaughan, Charles Gray, Pinkas Braun


TV-tipp für den 1. April: Das bin ich wirklich: böse, besoffen, aber gescheit

April 1, 2009

3sat, 21.00

Das bin ich wirklich: böse, besoffen, aber gescheit (Aus 2008, R.: Karl Pridun)

Drehbuch: Karl Pridun

Einstündiges Porträt zum 70. Todestag von Joseph Roth.

Wiederholung

Donnerstag, 2. April, 04.35 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

3sat über Joseph Roth

Wikipedia über Joseph Roth


TV-Tipp für den 31. März: Rififi

März 30, 2009

ARD, 00.35

Rififi (F 1954, R.: Jules Dassin)

Drehbuch: René Wheeler, Jules Dassin, Auguste le Breton

LV: Auguste le Breton: Du rififi chez les hommes, 1953

Kaum draußen aus dem Gefängnis plant Toni zusammen mit seinen Freunden Jo und Mario den Einbruch in ein Juweliergeschäft. Der Einbruch gelingt. Dann kommt ihnen eine rivalisierende Bande auf die Spur.

Mit „Rififi“ begründete Dassin das Caper-Movie: ein Film, bei dem die Planung und Durchführung eines Einbruches mit Mittelpunkt steht. „Dassins Film wirkt ein wenig wie die Synthese aus seinen eigenen realistischen Kriminalfilmen aus Hollywood, das er der antikommunistischten Hexenjagden McCarthys wegen hatte verlassen müssen, und den französischen Filmen aus der Tradition des Poetischen Realismus. Dabei potenziert sich der Pessimismus so sehr wie die Stilisierung: In einer halbstündigen Sequenz, in der der technische Vorgang des Einbruchs gezeigt wird, gibt es weder Dialoge noch Musikuntermalung. Die technische Präzision, die fast ein wenig feierlich zelebriert wird und in der die Männer ganz offensichtlich ihre persönliche Erfüllung finden, mehr als in der Freude über die Beute, steht dabei im Gegensatz zu ihrem fast ein wenig melancholischen Wesen.“ (Georg Seeßlen)

Mit Jean Servais, Carl Möhner, Robert Manuel, Robert Hossein, Perlo Vita (Pseudonym von Dassin)

Hinweise

Filmforum über „Rififi“

Noir of the Week über „Rififi“

Criterion Confessions (James S. Rich) über Jules Dassin und „Rififi“

Kriminalakte: R. i. P. Jules Dassin


TV-Tipp für den 30. März: Departed – Unter Feinden

März 30, 2009

ZDF, 22.15

Departed – Unter Feinden (USA 2006, R.: Martin Scorsese)

Drehbuch: William Monahan

Cop Billy Costigan ist Undercover-Agent in der Organisation des Mafiapaten Frank Costello. Gangster Colin Sullivan ist bei der Polizei der Top-Maulwurf für Costello. Beide steigen in den feindlichen Organisationen stetig auf. Da erhalten Costigan und Sullivan von ihrem Boss den Auftrag, den Verräter in den eigenen Reihen zu finden.

„Departed – Unter Feinden“ ist, wie Genre-Junkies wissen, das grandiose US-Remake des ebenso grandiosen Hongkong-Thrillers „Infernal Affairs“ (von Andrew Lau und Alan Mak). Monahan verlegte die Geschichte nach Boston, orientierte sich bei dem Mafiapaten an dem legendären Whitey Bulger und zeichnete ein Porträt der amerikanischen Gesellschaft. Die schwächsten Szenen des Remakes sind die weinigen, direkten Übernahmen von Szenen aus dem Original.

Beide Filme sind stilistisch überzeugende Werke über Freundschaft, Loyalität und Verrat.

Monahans Drehbuch erhielt einen Edgar, einen Oscar, den Preis der Writers Guild of America und war für den Golden Globe nominiert (um nur einige zu nennen). Der Film wurde für zahlreiche Preise nominiert und erhielt auch den Oscar für den besten Film des Jahres

Die nächste Zusammenarbeit von Martin Scorsese und Leonardo DiCaprio, die Dennis-Lehane-Verfilmung „Shutter Island“, startet weltweit Anfang Oktober.

Mit Leonardo DiCaprio, Matt Damon, Jack Nicholson, Mark Wahlberg, Martin Sheen, Ray Winstone, Vera Farmiga, Alex Baldwin

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Departed – Unter Feinden“

Drehbuch „The Departed“ von William Monahan

Collider: Interview mit William Monahan (Februar 2007)

Bonushinweis

Das ZDF zeigt morgen Abend um 00.20 Uhr das Original „Infernal Affairs – Die achte Hölle“ (HK 2002)


TV-Tipp für den 29. März: Monsterland

März 29, 2009

Arte, 22.25

Monsterland (D 2008, R.: Jörg Buttgereit)

Drehbuch: Jörg Buttgereit

Nach dem verzichtbaren „King Kong“-Film von 1976 zeigt Arte zum Abschluss des Themenabends „Monster“ eine spielfilmlange Doku von unserem Jörg, der die Idole seiner Jugend, Kollegen und Fans von Monsterfilmen besucht.

Mit Rick Baker, Joe Coleman Gregory Nicotero, Kenpachiro Satsuma, Teruyoshi Nakano, Shinya Tsukamoto, Paul Gavins

Wiederholungen

Samstag, 4. April, 00.55 Uhr (Taggenau!)

Freitag, 10. April, 00.35 Uhr (Taggenau!)

Hinweis

Arte zur Doku (und über den Themenabend)


TV-Krimi-Buch-Tipps online

März 28, 2009

Seht euch diese Bilder an. Unter anderem zu diesen Filmen in meinen aktuellen TV-Krimi-Buch-Tipps bei den Alligatorpapieren:

Die kommenden beiden TV-Wochen beginnen mit einer James-Bond-Nacht. Spannend geht’s weiter mit einer neuen Folge von LyndaLa Plantes „Der Preis des Verbrechens“, Jules Dassins Auguste-le-Breton-Verfilmung „Rififi“, Martin Enlens Friedrich-Ani-Verfilmung „Kommissar Süden und das Geheimnis der Königin“, Alfred Hitchcocks selten gezeigter W.-Somerset-Maugham-Verfilmung „Geheimagent“, Florent Emilio Siris knalliger Robert-Crais-Verfilmung „Hostage“ und Frank Mancusos Lawrence-Block-Verfilmung „Kein Mord bleibt ungesühnt“.
Trash-Fans können Jerry Cotton genießen.
Cineasten dürfen sich auf „Citizen Kane“ und „Taxi Driver“ freuen.


TV-Tipp für den 28. März: Coma

März 28, 2009

ARD, 22.10

Coma (USA 1978, R.: Michael Crichton)

Drehbuch: Michael Crichton

LV: Robin Cook: Coma, 1977 (Koma)

Die Ärztin Susan Wheeler hat einen schrecklichen Verdacht: ihre Vorgesetzten versetzten Patienten ins Koma und betreiben mit ihren Innereien einen schwunghaften, illegalen Organhandel. Ein Geschäft, das sie sich von Susan Wheeler nicht vermiesen lassen wollen.

„Ungemein spannender, perfekt inszenierter und geschnittener Thriller“ meint der Filmdienst, im Einklang mit anderen Kritiken, über den okayen Thriller aus der bösen Welt der Mediziner, mit einem großartigen Richard Widmark, einem herrlich hilflosen Tom Selleck und die beiden Hauptdarsteller sind auch nicht zu verachten. Der medizinische Hintergrund, immerhin schrieb ein Arzt den Roman und ein anderer inszenierte den Film, ist dagegen nicht so wichtig.

Mit Geneviève Bujold, Michael Douglas, Elizabeth Ashley, Rip Torn, Richard Widmark, Lois Chiles, Tom Selleck

Hinweise

Kriminalakte: Nachruf auf Michael Crichton

Homepage von Michael Crichton

Krimi-Couch über Robin Cook


TV-Tipp für den 27. März: State and Main

März 27, 2009

Kabel 1, 02.45

State and Main (USA 2000, R.: David Mamet)

Drehbuch: David Mamet

David Mamets Abrechnung mit Hollywood: eine Filmcrew dreht in der Provinz einen Film.

Die Besetzung ist, wie immer bei Mamet, hochkarätig. Trotzdem erlebte der Film bei uns seine Premiere auf DVD und die TV-Premiere ist jetzt, höflich gesagt, sehr versteckt mitten in der Nacht. Dabei hätte man mit Sarah Jessica Parker oder Julia Stiles (die Jungs dürften es hier nicht so bringen) doch sicher eine frühere Sendezeit rechtfertigen Können.

„Kein Meisterwerk, aber doch eine zuweilen köstliche Komödie.“ (Lothar R. Just: Filmjahrbuch 2003)

Hollywood corrupts absolutely, and Mamet turns the toxic process into the year’s best and smartest comedy. (Rolling Stone)

In order to see one of 2000’s real treasures, most of you are going to have to wait until January of 2001, when the masterful State and Main comes to a theater near you. (Filmcritic)

Mit Alec Baldwin, Charles Durning, Philip Seymour Hoffman, William H. Macy, Sarah Jessica Parker, David Paymer, Rebecca Pidgeon, Ricky Jay, Julia Stiles,

Hinweise

State and Main: Shooting Script von David Mamet

Rotten Tomatoes über „State and Main“ (87 % Frische!)

Meine Besprechung von David Mamets „Bambi vs. Godzilla – Über Wesen, Zweck und Praxis des Filmbusiness” (Bambi vs. Godzilla – On the Nature, Purpose, and Practice of the Movie Business, 2007)