Die Sprache von Al Qaida (Can/D 2008, R.: Asiem El Difraoui)
Drehbuch: Asiem El Difraoui
Knapp einstündige Doku über die Videobotschaften von Al Qaida und wie Aktivisten so neue Kämpfer rekrutieren.
„Filmemacher Asiem El Difraoui beschäftigt sich seit langem intensiv mit den vielfältigen Videobotschaften von Al Qaida. Er entschlüsselt typische Inhalte und Symbole dieser Kommunikation und erläutert die Entstehung der Dschihad-Medienstrategie am Krieg gegen die Sowjets in Afghanistan, am Krieg in Bosnien und an den Anschlägen vom 11. September 2001. Er sucht in verschiedenen Ländern Menschen auf, die an der Herstellung und Verbreitung der Videos beteiligt sind, und ebenso Menschen, die von diesen Aufrufen beeinflusst worden sind. Außerdem zeigt der Dokumentarfilm, welche Anteile der Videobotschaften besonders starke Wirkung auf junge Araber haben, und er dokumentiert, welche Anstrengungen Militärs, Sicherheitsdienste und zivile Forschungsinstitute weltweit unternehmen, um der Macht dieser Bilder und Botschaften entgegenzuwirken.“ (Arte)
LV: Daniel Woodrell: Woe to live on, 1987 (Zum Leben verdammt)
USA, 1860: Jake Roedel und Jack Bull ziehen auf Seiten der Südstaaten in den Krieg. In einer Guerillagruppe beteiligen sie sich an einem zunehmend sinnlosen Vernichtungsfeldzug bei dem keine Gefangenen gemacht werden.
Wie so oft: aus einem hochgelobten Buch wurde ein – nun – mittelmäßiger Film.
Martin Compart halt Woodrells zweiten Roman “Woe to live on” für einen der besten Bürgerkriegs-Romane: “Mit jedem zündenden Satz verbrennt Woodrell die Hollywoodklischees über den Sezessionskrieg. Der Roman folgt dem jungen Ich-Erzähler auf seiner blutigen Spur an der Seite der Freischärler unter dem berüchtigten Quantrill. In den West Plains tobte ein brutaler Partisanenkrieg, der noch Jahre nach dem Ende des Bürgerkrieges Opfer forderte…Die Sprache des Romans ist filmisch und hypnotisch.“
Woodrell zu seinem Buch: „Die Amerikaner haben sich über das Buch zu Tode erschreckt, weil es vom Standpunkt der Südstaaten geschrieben ist. Ich bekam keine Rezension nördlich der Dixon-Linie. Keiner wollte wissen, was hier wirklich los war. Es war wie in Bosnien.“ Die Erstausgabe war ein Flop – und ist heute ziemlich teuer.
Woodrell zur Verfilmung: „I was merely the writer of the novel. That is, the one who created the story, characters, dialogue and structure from scratch. Once the movie started I was more or less blotted from the scene. I did enjoy watching actors mouth my words and so on, and did learn plenty from that experience. As to the process of making the film, all I can say is, if it happens again, I won’t make nice so much. I deferred to their arguments (I had no power to do anything) since I thought maybe they know more about narrative for film than I-and they don’t. Everything is clouded by,“If we show this scene in a truthful manner we think twelve people will walk out in Encino, so we will substitute a phony as shit scene we got from a can of old movies we found sitting open back in the vault.“ And so on.“
Der Film war kein Kassenerfolg; was hier allerdings – im Gegensatz zum Buch –an der Qualität des Werkes liegt: „Eine Enttäuschung“ (Zitty), „Der Film wirkt mitunter so langatmig, als würde man den Bürgerkrieg in Echtzeit miterleben.“ (Berliner Zeitung). Und, was sicher auch zu seiner Unbeliebtheit beigetragen hat: „Ride with the Devil“ ist ein Film „über Männer, die für die falsche Sache auf der falschen Seite in einem schrecklichen Krieg kämpfen…Man könnte auch behaupten, dass dieser Film eine Feldstudie über galoppierende Dummheit ist.“ (Berliner Zeitung)
Eine der wenigen positiven Stimmen: “Ang Lee’s film, Ride with the Devil, is the best western since Clint Eastwood’s Unforgiven (1992)… Ride with the Devil displays a care and intelligence increasingly rare in mainstream American cinema. While there are suitably memorable images of violence there is also a lot of memorable talk. Wonderful cinematography from Frederick Elmes, excellent performances from its (then mostly) young, up-and-coming cast of actors, and the acting debut of pop star Jewel should have brought new, younger viewers to this old genre. The film deserved a better commercial fate because it is as “stone brilliant” as the writing from which it is derived, and making such a fine film also “required some genius”.” (Noel King, Senses of Cinema – eine sehr informative Web-Seite)
Die meisten Bücher von Woodrell erschienen im Rowohlt Verlag und sind inzwischen nur noch auf den Wühltischen und Antiquariaten ihres Vertrauens zu finden. Die Originale sind fast alle bei No Exit Press und Pocket Books erhältlich.
Mit Skeet Ulrich, Tobey Maguire, Jewel Kilcher, Jonathan Rhys, James Caviezel
LV: Hubert Monteilhet: Le Retour des Cendres, 1961 (Der Asche entstiegen)
Als eine KZ-Überlebende heimkehrt, erwischt sie ihren Mann zusammen mit ihrer Stieftochter. Das Liebespaar will sie umbringen.
Vergessener Schocker. „Auf peinliche Weise dient das Schicksal jüdischer Verfolgter dem reißerischen Film als pures Unterhaltungsmaterial. Dass der Film an manchen Stellen unter die Haut geht, verdankt er vor allem der hervorragenden Hauptdarstellerin.“ (Lexikon des internationalen Films; – das dürfte die zeitgenössische Bewertung sein)
Mit Maximilian Schell, Ingrid Thulin, Samantha Eggar, Herbert Lom
Isolation und Sinnesentzug – Sechs Versuchspersonen im Bunker (GB 2007, R.: Charles Colville)
Drehbuch: Charles Colville
Psychologe Ian Robbins sperrte für die Forschung sechs Freiwillige für 48 Stunden in winzige, schalldichte Zellen. Er wollte wissen, wie normale Menschen auf den Entzug all ihrer Sinne reagieren. Den Anlass für das Experiment gab seine Behandlung von Guantánamo-Häftlingen.
Die zwölf Geschworenen (USA 1997, R.: William Friedkin)
Drehbuch: Reginald Rose
LV: Reginald Rose (Story, Theaterstück)
Zwölf Geschworene beraten, ob sie einen jungen Latino schuldig sprechen sollen.
TV-Remake des gleichnamigen Lumet-Films, wieder mit exzellenten Schauspielern: Jack Lemmon, George C. Scott, Armin Mueller-Stahl, Edward James Olmos, William Peterson, James Gandolfini, Dorian Harewood, Courtney B. Vance, Ossie Davis
Dreimal spielte Sidney Poitier den sympathischen Detective Virgil Tibbs. Heute zeigt das Erste alle Tibbs-Spielfilme
ARD, 22.10
In der Hitze der Nacht (USA 1967, R.: Norman Jewison)
Drehbuch: Sterling Siliphant
LV: John Ball: In the heat of the night, 1965 (In der Hitze der Nacht)
In einem Südstaatenkaff müssen ein weißer, reaktionärer Sheriff und ein afroamerikanischer Kollege einen Mord aufklären.
John Balls hochgelobter, erfolgreicher Roman war der erste Auftritt eines afroamerikanischen Polizisten als Sympathieträger. Ball wollte damit zur Verständigung zwischen den Rassen beitragen. Außerdem reflektierte er in seinem Krimi die damaligen politischen Kämpfe des Civil Rights Movements in den Südstaaten.
Die enorm erfolgreiche Verfilmung erhielt fünf Oscars, unter anderem als bester Film des Jahres. Aus heutiger Sicht ist „In der Hitze der Nacht“ ein extrem naives und einseitiges Bekenntnis zur Rassenversöhnung (etwas guter Wille und schon geht´s) und ein technisch gut gemachter Whodunit.
Poitier drehte noch zwei schwächere Fortsetzungen, die anschließend gezeigt werden. Letztendlich wurde es ein normaler, bestenfalls durchschnittlicher Polizeikrimi.
Mit Sidney Poitier, Rod Steiger, Warren Oates, Lee Grant
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ARD, 00.05
Zehn Stunden Zeit für Virgil Tibbs (USA 1970, R.: Gordon Douglas)
Drehbuch: Alan R. Trustman, James R. Webb
LV: Charakter von John Ball
Virgil Tibbs untersucht den Mord an einer Prostituierten. In Verdacht gerät ein Bekannter von Tibbs: ein Reverend.
Ziemlich lahme Fortsetzung von „In der Hitze der Nacht“.
Mit Sidney Poitier, Martin Landau
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ARD, 01.55
Die Organisation (USA 1971, R.: Don Medford)
Drehbuch: James R. Webb
LV: Charakter von John Ball
Idealistische Drogengegner plündern ein Heroindepot der Mafia und Detective Virgil Tibbs steht plötzlich zwischen allen Fronten. Denn er will den ziemlich doofen, jugendlichen Idealisten gegen die Verbrecher helfen.
Auch der dritte Spielfilm mit Virgil Tibbs ist nur ein durchschnittlicher Polizeikrimi.
Es war das letzte Drehbuch von James R. Webb, der unter anderem auch „Ein Köder für die Bestie“, „Vera Cruz“ und „Massai – der große Apache“ schrieb.
Drehbuch: Elan Mastai, Michael Roesch, Peter Scheerer
Nachdem Uwe Boll bei der diesjährigen Razzie-Verleihung der große Gewinner war und sogar in jungen Jahren bereits die Ehrung für sein Lebenswerk erhalten hat, bietet Tele 5 die Gelegenheit ganz objektiv zu überprüfen, ob Uwe Boll den Preis zurecht erhielt.
Die Videospiel-Verfilmung „Alone in the Dark“ wurde ebenfalls für zwei Razzies nominiert. Einmal Uwe Boll, einmal Tara Reid. Bei den Stinkers räumte das Werk dann ordentlich ab. Bei dem Preisregen dürfte es keine Zweifel mehr über die Qualitäten des Werkes geben. Letzte Zweifel beseitigt die Rotten-Tomatoes-Bewertung von 1 % Frische.
Die Story: Edward Carnby und seine Ex jagen Monster und einen verrückten Wissenschaftler, der Monster mit Menschen kreuzen will.
P. S.: Mehr gibt’s im Moment nicht, weil ich am Nachmittag Charlie Huston zu einem Interview (ein sehr angenehmer Gesprächspartner) traf und am Abend auf der Lesung war. Bernd Begemann übernahm die deutschen Teile und führte souverän durch den sehr, sehr unterhaltsamen Abend. Ich sage nur John Denver. Heute Abend sind die beiden ab 21.00 Uhr in Hamburg im Golden Pudel Club.
Nachdem Alfred wieder eine Tastatur in den Händen halten kann, gibt es auch die schön bunten TV-Krimi-Buch-Tipps bei den Alligatorpapieren. Hier die ersten Zeilen:
Wenn Bond die Sache mit dem goldenen Colt geklärt hat, müssen Nesser-Fans sich mit einer Extraportion Kaffee versorgen (oder den Rekorder programmieren). Denn die TV-Premiere der fast dreistündigen Van-Veeteren-Verfilmung „Die Frau mit dem Muttermal“ startet nach Mitternacht.
Zu den sehenswerten, selten gezeigten Krimiverfilmungen der kommenden Tage gehören Erik van Looys Jef-Geeraerts-Verfilmung „Mörder ohne Erinnerung“, Alvin Rakoffs James-Hadley-Chase-Verfilmung „An einem Freitag um halb zwölf“, David Mackenzies Peter-Jinks-Verfilmung „Hallam Foe – Aus dem Leben eines Außenseiters“ (die TV-Premiere gibt’s natürlich nach Mitternacht), Gabriele Salvatores‘ Edgar-nominierte Niccolò-Ammaniti-Verfilmung „Ich habe keine Angst“, William Friedkins Reginald-Rose-Verfilmung „Die zwölf Geschworenen“, J. Lee Thompsons selten gezeigte Hubert-Monteilhet-Verfilmung „Die Tür fällt zu“, Martin Scorseses Herbert-Asbury-Verfilmung „Gangs of New York“, Ang Lees Daniel-Woodrell-Verfilmung „Wer mit dem Teufel reitet“ (und sich ganz schnell die Vorlage besorgt) und im Ersten laufen die drei Virgil-Tibbs-Filme. Nur der erste, „In der Hitze der Nacht“, ist dabei wirklich sehenswert.
Nachdem sein letzter Film „Snatch“, der bei uns einen Kinostart hatte und ansehbar war (hm, auch das dürften einige bestreiten), bereits einige Jahre zurückliegt, tobt sich der Ex-Gatte von Madonna wieder einmal so richtig so aus. In seiner neuen schwarzhumorigen Action-Krimikomödie für Jungs geht’s um Londoner Gangster und Immobiliendeals. Denn mit Gebäuden lässt sich mehr Geld als mit Drogen verdienen; – wenn man den Deal überlebt.
„Guy Ritchie ist wieder ganz bei sich.“ (Dietmar Kanthak in epd Film 3/2009)
Mit Gerad Butler, Tom Wilkinson, Thandie Newton, Mark Strong, Idris Elba, Thomas Hardy, Jeremy Piven, Ludacris (als Chris Bridges)
James Ellroy und Bruce Wagner (einige Romane, Regie und die Drehbücher zu „A Nightmare on Elm Street 3“ und „Wild Palms“) zeigen sich gegenseitig ihre Stadt Los Angeles.
Über James Ellroy muss hier ja nichts gesagt werden. Außer, dass – endlich! – für den 22. September sein neuer Roman „Blood’s a Rover“ angekündigt ist.
Wiederholungen
Sonntag, 29. März, 05.00 Uhr (Taggenau!
Samstag, 4. April, 05.00 Uhr (Taggenau!)
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Arte, 00.50 (VPS 01.00)
James Ellroy: „American Dog” (F 2005, R.: Clara Kuperberg, Robert Kuperberg)
Drehbuch: Clara Kuperberg, Robert Kuperberg
Okaye Doku über den Thrillerautor. Im Mittelpunkt stehen seine Nachforschungen zum Mord an seiner Mutter, die er später auch in dem Roman „Die Rothaarige“ (1997) verarbeitete, und dem Mord an der „Schwarzen Dahlie“ Betty Short. Das aktuelle Schaffen von Ellroy und sein Werk neben diesen beiden Büchern werden in der Doku sträflich ignoriert.
Hallam Foe – Aus dem Leben eines Außenseiters (GB 2007, R.: David Mackenzie)
Drehbuch: David Mackenzie, Ed Whitmore
LV: Peter Jinks: Hallam Foe, 2001 (Über roten Dächern)
Der 17-jährige Außenseiter Hallam Foe glaubt, dass seine Stiefmutter seine Mutter ermordet hat. Da trifft er die Hotelpersonalchefin Kate. Sie ist das Ebenbild seiner Mutter.
„Einfach mitreisend ist dieser Abenteuertrip eines jungen Ausreißers, faszinierend mühelos changiert das freche Szenario zwischen Murder Mystery mit Gothic Touch und moderner Lovestory. Ein Film, der ganz tief im Zuschauer seinen Widerhall findet.“ (Programm Fantasy Filmfest 2007)
„A viewing delight.“ (Variety)
TV-Premiere eines vielfach nominierten und ausgezeichneten Kritikerlieblings, der in den Arthouse-Kinos auch gut lief, zu einer unverschämten Zeit. Die Zeiten, zu denen man sich eine solide cineastische Bildung im TV ohne Rekorder zu normalen Uhrzeiten aneignen konnte, sind wohl endgültig vorbei.
Mit Jamie Bell, Sophia Myles, Ciarán Hinds, Claire Forlani
TATORT: Bienzle und der Champion (D 1998, R.: Dieter Schlotterbeck)
Drehbuch: Felix Huby
LV: Felix Huby: Bienzle und der Champion, 1999
Hat der Boxer Piet Mangold den Wirt Jaco Riewers umgebracht? Eine harte Nuss für Bienzle, denn Piet kann sich an nichts erinnern.
Ein guter Bienzle im Boxmilieu.
„Ich glaube, hier ist ein guter Plot stimmig erzählt, wie in anderen Fällen auch. Herausragend wird der Film wirklich durch die Darsteller und die Regie von Dieter Schlotterbeck.“ (Felix Huby in „Felix Huby: Fast wie von selbst“)
Mit Dietz Werner Steck, Rüdiger Wandel, Ben Becker, Claude-Oliver Rudolph, Martin Semmelrogge, Dariusz ‚Tiger’ Michalczewski
Mörder ohne Erinnerung (NL/B 2003, R.: Erik van Looy)
Drehbuch: Carl Joos, Erik van Looy
LV: Jef Geeraerts: De zaak Alzheimer, 1985
Ein Auftragsmörder wendet sich gegen seine Auftraggeber, einen Pädo-Ring, und bringt sie um. Zunehmend gehemmt ist er dabei von seinem fortschreitenden Alzheimer.
In Deutschland erlebte der spannende Thriller seine Premiere auf dem Fantasy-Filmfest und wurde anschließend nur als DVD veröffentlicht.
„Geheimtipp“ (Fantasy Filmfest)
„Düsterer, realistisch anmutender Soziokrimi von überraschender Qualität.“ (Just: Film-Jahrbuch 2005)
Jef Geeraerts schrieb seinen Roman lange vor dem Belgien und Europa erschütternden Fall Dutroux.
Mit Jan Decleir, Koen de Bouw, Wernder de Smedt, Jo de Meyere
Auch bekannt als „Totgemacht – The Alzheimer Case“
JAMES BOND: Der Mann mit dem goldenen Colt (GB 1974, R.: Guy Hamilton)
Drehbuch: Richard Maibaum, Tom Mankiewicz
LV: Ian Fleming: The man with the golden gun, 1965 (007 James Bond und der Mann mit dem goldenen Colt, 007 James Bond und der goldene Colt)
Zweiter Einsatz von Roger Moore als Geheimagent ihrer Majestät. Sein Gegner ist Christopher Lee, der ein Profi-Killer (ungefähr das einzige aus dem letzten Bond-Buch übernommene Detail) spielt, der die Weltherrschaft will.
Das ist der Bond mit dem Auto-Spiralsprung. Oh, und Lees Auto verwandelt sich in ein Flugzeug.
Einer der unbestrittenen Tiefpunkte der Bond-Serie.
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Das Vierte, 18.25
Der Hund von Baskerville (GB 1959, R.: Terence Fisher)
Drehbuch: Peter Bryan
LV: Arthur Conan Doyle: The hound of the Baskervilles, 1902 (Der Hund von Baskerville)
1889, Baskerville Hall: Sir Henry fürchtet um sein Leben und bittet Sherlock Holmes um Hilfe.
Die „Hammer“-Studios nehmen sich Sherlock Holmes vor.
Während Alligator-Alfred gegen die tödlichen Killerviren aus der dritten Dimension kämpft (Gute Besserung!), gibt es hier die Verfilmungen von Kriminalromanen:
RBB, 14.30
Sittenpolizei (USA 1953, R.: Arnold Laven)
Drehbuch: Lawrence Roman
LV: Leslie T. White: Harness Bull, 1937
Polizist Barnaby jagt zwei Polizistenmörder.
Polizeikrimi, der sich um eine realistische Schilderung des Polizeialltags bemüht.
Leslie T. White war Ermittler für das Los Angeles County District Attorney’s Office. Er schrieb das autobiographische „Me, Detective“ (1936), „Homicide“ und Geschichten für Pulp-Magazine.
Mit Edward G. Robinson, Paulette Goddard, Lee Van Cleef
Auch bekannt unter dem Titel “Polizeichef B”
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Kabel 1, 20.15
JAMES BOND: Der Mann mit dem goldenen Colt (GB 1974, R.: Guy Hamilton)
Drehbuch: Richard Maibaum, Tom Mankiewicz
LV: Ian Fleming: The man with the golden gun, 1965 (007 James Bond und der Mann mit dem goldenen Colt, 007 James Bond und der goldene Colt)
Zweiter Einsatz von Roger Moore als Geheimagent ihrer Majestät. Sein Gegner ist Christopher Lee, der ein Profi-Killer (ungefähr das einzige aus dem letzten Bond-Buch übernommene Detail) spielt, der die Weltherrschaft will.
Das ist der Bond mit dem Auto-Spiralsprung. Oh, und Lees Auto verwandelt sich in ein Flugzeug.
Einer der unbestrittenen Tiefpunkte der Bond-Serie.
Im Anschluss: Die Akte 007 – Wer war James Bond wirklich? (Doku über Ian Fleming)
Wiederholung: Sonntag, 15. März, 17.50 Uhr
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ARD, 00.20 (Teil 1)
ARD, 01.55 (Teil 2)
Håkan Nesser: Die Frau mit dem Muttermal (S 2001, R.: Martin Asphaug)
Drehbuch: Ulf Ryberg
LV: Håkan Nesser: Kvinna med födelsemärke, 1996 (Die Frau mit dem Muttermal)
Eine Frau bringt Männer um. Kommissar Van Veeterens Ermittlungen führen zu einer Liste mit dreißig weiteren potenziellen Opfern.
TV-Premiere einer zweiteiligen Nesser-Verfilmung zu nächtlicher Stunde.
Nach „Tannöd“ dürfte der bayerische Einödhöf Hinterkaifeck und der dort 1922 stattgefundene sechsfache Mord deutschlandweit bekannt sein. Aber „Hinter Kaifeck“ basiert nicht auf Schenkels Roman. Die Verfilmung kommt erste gegen Jahresende ins Kino. Der jetzt gestartete Film basiert – irgendwie – auf den Recherchen von Peter Leuschner und seinen Büchern dazu.
Fotograf Marc soll Aufnahmen für einen Bildband machen. In einem Gasthof wird er von Visionen von dem Mord geplagt. Er will herausfinden, ob er gaga wird oder seine Beziehung zu dem damaligen Mord aufklären kann.
Mystery-Thriller by the numbers mit einem abschreckendem Trailer. „Die Elemente, die den schwarzen Reiz des ungeklärten Massakers auf dem Einödhof ausmachen – sie sind alle da, doch sie fügen sich nicht zur bayerischen Familientragödie, sondern nur zu deren überregional bereinigter Kolportage-Version.“ (Alexandra Seitz, tip 6/2009)
Mit Benno Fürmann, Alexandra Maria Lara, Henry Stange, Michael Gwisdek
Die drei Tage des Condor (USA 1975, R.: Sydney Pollack)
Drehbuch: Lorenz Semple jr., David Rayfield
LV: James Grady: Six days of the Condor, 1974 (Die sechs Tage des Condor)
Joe Turner ist ein Büromensch und Angestellter der CIA. Als er nach einem Einkauf in das Büro zurückkommt sind seine Kollegen tot und er wird gejagt. Von den eigenen Leuten, wie Turner schnell herausfindet. Turner kämpft um sein Leben.
Der spannende (und schon lange nicht mehr gezeigte) Thriller entstand unmittelbar nach der Watergate-Affäre und fing – wie einige andere fast zeitgleich entstandene Filme – die damalige Atmosphäre von Misstrauen und Paranoia gut ein.
Mit Robert Redford, Faye Dunaway, Cliff Robertson, Max von Sydow
Gert Scobel stürzt sich ins Messegewühl und berichtet fast live und direkt, zwischen johlenden Kindern und schweigenden Leseratten, von Deutschlands schönster Buchmesse. Bei ihm sind Gesine Schwan und Hubert Winkels.
Harlem Action – Eine scharze Komödie (USA 1991, R.: Bill Duke)
Drehbuch: John Toles-Bey, Bobby Crawford
LV: Chester Himes: A rage in Harlem, 1957 (auch bekannt als „For Love of Imabelle“, „The Five-Cornered Square“, in Deutschland „Die Geldmacher von Harlem“)
Musik: Elmer Bernstein
Harlem, 50er Jahre: Alle suchen, meist mit drastischen Methoden, einen Koffer Gold und der fromme, naive Leichenbestatter verknallt sich in die Gangsterbraut Imabelle.
„A rage in Harlem“ war das erste Abenteuer des Polizisten Grave Digger und Coffin Ed – hier noch als Nebenfiguren.
Die Verfilmung ist unterhaltsam als vulgäre Crime-Sex-Mixtur, die sich selbst nicht besonders ernst nimmt.
Mit Forest Whitaker, Gregory Hines, Robin Givens, Danny Glover
Ein junger Polizist wird als Undercover-Agent gegen Drogenhändler eingesetzt. Als er sieht, wie Kollegen eine junge Frau laufen lassen, beginnt er sie zu verfolgen. Er ahnt nicht, dass sie ebenfalls eine Undercover-Agentin ist.
Der Polizeithriller bewegt sich gelungen in den damals üblichen Genreregeln: auch heute noch rasante Action-Szenen, viele dokumentarische Aufnahmen und eine vehemente Anklage gegen die Korruption innerhalb der Polizei und deren fragwürdigen Methoden der Kriminalitätsbekämpfung. „Der einsame Job“ ist kein Klassiker, aber einen Blick wert.
Mit Michael Moriarty, Susan Blakely, Yaphet Kotto, Hector Elizondo, Dana Elcar, Bob Balaban (als Robert Balaban), William Devane, Stephen Elliott, Richard Gere (erster Kinoauftritt)