TV-Tipp für den 3. Oktober: Es geschah am hellichten Tag

Oktober 3, 2009

Zum Todestag von Heinz Rühmann (3. Oktober 1994)


ZDF, 15.25

Es geschah am hellichten Tag (D 1958, R.: Ladislao Vajda)

Drehbuch: Friedrich Dürrenmatt, Hans Jacoby, Ladislao Vajda

LV: Friedrich Dürrenmatt: Das Versprechen – Requiem auf den Kriminalroman, 1957

Kommissar Matthäi sucht den Mörder eines neunjährigen Mädchens.

Allseits bekannter Krimiklassiker mit Heinz Rühmann, Gert Fröbe und Siegfried Lowitz. Auch das Ausland war von dem Film begeistert: „Unter der hervorragenden Regie von Ladislao Vajda wird die Handlung pausenlos in einem unbarmherzigen und beklemmenden Tempo gesteigert und ist getragen von einem Dialog, der vor Gescheitheit blitzt und nur gelegentlich durch die, dem Dichter eigene, Melancholie gebremst wird.“ (Aufbau, New York, 1960)

Dürrenmatt war mit dem Ende des Filmes unzufrieden. Sein „Buch zum Film“ hat daher ein pessimistisches Ende

Hinweise

Wikipedia über „Es geschah am hellichten Tag“ und Heinz Rühmann


TV-Tipp für den 2. Oktober: Krieg der Sterne

Oktober 2, 2009

Pro7, 20.15

Krieg der Sterne – Special Edition (USA 1977/1997, R.: George Lucas)

Drehbuch: George Lucas

Darth Vader entführt Prinzessin Leia. Der Jüngling Luke Skywalker macht sich auf den Weg, sie aus den Fängen des Bösewichts zu retten.

Heute wird die vor über zehn Jahren von George Lucas himself digital aufgepeppte Version seines Klassikers gezeigt. Naja, immerhin besser als nichts.

Die zeitgenössische Kritik war nicht amüsiert („Ramschladen“ [Der Spiegel], „ein Verbrechen“ [Film und Fernsehen], „Star Wars offenbart sich als ein Film, der den Zuschauer in seinen Ängsten gefangenhalten will, um ihm eine affirmative Haltung zur Macht zu erleichtern.“ [SF-Baustelle], „Star Wars gehört zu jenen zahllosen Filmen, die das Publikum unmündig halten wollen.“ [Science Fiction Times]).

Variety meinte: „An der Kinokasse dürfte der Film, der potentiell alle Altersgruppen anspricht, zauberhafte Ergebnisse erzielen.“

Das Werk wurde ein Blockbuster.

„Im nachhinein ist es einfach, die Schwachstellen in Krieg der Sterne zu finden: Er ist mehr naiv als unschuldig erzählt; er arbeitet nicht mit Andeutungen, sondern mit geklauten Ideen. (…) Kurz gesagt, ist Krieg der Sterne eine durchdacht hergestellte Märchengeschichte, die sorgfältig aus Stücken seiner Hauptinspiration Rocket Ship (Flash Gordon, 1936) und zahlreichen anderen Filmen und Serien zusammengefügt ist, die trotz ihrer herrlichen Verrücktheiten mit einigen Ausnahmen (für die Flash Gordon das beste Beispiel ist) ihre bizarren Plots in eine Moral packten, die weitaus enger gefasst war als die in alten Märchengeschichten. (…) Krieg der Sterne ist ein erheiternder Film.“ (Phil Hardy, Hrsg.: Die Science Fiction Filmenzyklopädie)

Nicht erstaunlich ist, dass „Krieg der Sterne“ 1978 einen Hugo gewann. Erstaunlich ist aber die Drehbuchnominierung der Writers Guild of America. Nicht, dass das Buch nominiert wurde, sondern dass es in der Kategorie „Best Comedy Written Directly for the Screen“ nominiert wurde.

Obwohl – witzig ist der „Krieg der Sterne“ schon. Irgendwie.

Anschließend läuft „Star Wars – Ein Blick in die Zukunft“ (USA 2005)

Mit Mark Hamill, Harrison Ford, Carrie Fisher, Peter Cushing, Alec Guiness, Anthony Daniels, Kenny Baker, David Prowse, Peter Mayhew, Phil Brown

Hinweise

Homepage zu „Star Wars“ (Lucasfilm)

Wikipedia über „Krieg der Sterne“ (deutsch, englisch)

Deutsche „Krieg der Sterne“-Fanseite

Simply Scripts: Drehbuch „Star Wars“ von George Lucas (Links zu den verschiedenen Versionen. Die ersten Fassungen unterscheiden sich sehr von dem verfilmten Drehbuch.)


Neu im Kino/Filmkritik: Verblendung

Oktober 1, 2009

Seit gut vier Jahrzehnten erhält Henrik Vanger jedes Jahr zu seinem Geburtstag in einem austauschbaren, billigen Bilderahmen eine gepresste Blume. Das Geschenk erinnert ihn immer wieder an seine Lieblingsnichte Harriet Vanger. Sie verschwand am 22. September 1966 spurlos von der Insel, auf der das Anwesen der Vanger-Familie ist. Der inzwischen 82-jährige Firmenmogul Henrik Vanger glaubt, dass Harriet von einem Familienmitglied ermordet wurde.

Jetzt beauftragt er den Enthüllungsjournalisten Mikael Blomkvist mit Recherchen in diesem Fall. Blomkvist, der gerade wegen schlampiger Recherchen zu einer Haftstrafe verurteilt wurde, nimmt den Auftrag an. Aber seine Recherchen machen erst richtige Fortschritte, als er beginnt mit der Hackerin Lisbeth Salander zusammen zu arbeiten. Über eine in Harriet Vangers Tagebuch enthaltene verschlüsselte Liste kommen sie auf die Spur eines Serienkillers, der seit 1949 Frauen bestialisch ermordet und ein Mitglied der Familie Vanger ist.

Der Roman

Seit vier Jahren verkauft sich der gut siebenhundertseitige Roman von Stieg Larsson, zuerst in seiner Heimat, dann in Europa und inzwischen auch in den USA, wie geschnitten Brot und Kritiker feiern „Verblendung“ und die beiden Folgeromane „Verdammnis“ und „Vergebung“ ab. Larsson selbst hatte allerdings nichts von diesem Erfolg, weil er bereits vor der Publikation von „Verblendung“ überraschend starb und so aus der von ihm auf zehn Romane angelegten „Millennium“-Serie (so heißt die Zeitung für die Blomkvist arbeitet) mit dem Journalisten Mikael Blomkvist und seiner deutliche jüngeren Gehilfin Lisbeth Salander zur „Millennium“-Trilogie schrumpfte.

Dabei ist der Erfolg von „Verblendung“ rätselhaft. Der Roman liefert reichlich Anlass für Kritik. Larsson ist nämlich ein unglaublich weitschweifiger Erzähler, der anscheinend seine gesamten Notizen und Hintergrundgeschichten zu den Charakteren in den Roman einfügen musste.

So dauert es hundert Seiten, bis sich Henrik Vanger und Mikael Blomkvist zum ersten Mal begegnen und Vanger sein Anliegen vorbringt. Zur Tarnung soll Blomkvist die Geschichte der Familie Vanger aufschreiben. Das ermöglicht Larsson, ausführlich in vergangenen Jahrhunderten und vor allem den Verstrickungen der Vangers mit den Nazis herumzuwühlen. Für die Frage, wer Harriet Vanger ermordet hat, bringt das nichts. Auch bis Blomkvist und Salander sich zum ersten Mal begegnen, vergeht viel Lesezeit. Bis dahin haben wir so ungefähr alles über sie erfahren: wie sie ihren jetzigen Job bekommen hat, was ihr Chef von ihr hält, wie ihr Verhältnis zu ihrer Mutter ist, wie sie lebt, wie sie von der einen Pflegefamilie zur nächsten geschickt wurde, wie sie mit ihrem ersten richtigen Vormund zurecht kam und wie sie sich mit ihrem neuen Vormund (einem sexistischen Schwein) arrangiert. Das alles ist reines Hintergrundmaterial, das die Handlung nicht voranbringt, in der Häufung fast nichts über den Charakter Salander verrät und auch die spätere Handlung nicht beeinflusst. Andere Charaktere, wie der über viele Seiten eingeführte Chef von Salander und ihr neuer Vormund verschwinden irgendwann einfach aus der Geschichte.

Nachdem die Mordermittlungen ungefähr in der Buchmitte endlich an Dynamik gewinnen, sind sie schnell abgeschlossen. Auf Seite 511 ist der Mörder enttarnt und auf Seite 541 tot.

Die restlichen 150 Seiten füllt Larsson vor allem mit dem Kampf von Blomkvist gegen den Industriellen Hans-Erik Wennerström um seine Rehabilitierung. Das ist aber eine vollkommen andere Geschichte, die vor allem nach der Enttarnung eines Serienkillers, nur mäßig interessant ist.

Wenn „Verblendung“ kein Roman, sondern eine TV-Serie wie „Lost“, „Prison Break“ (vor allem in der ersten Staffel) oder „24“ wäre, würde ich sagen, dass die Autoren im Lauf der Staffel bemerkten, dass einige Charaktere die Geschichte doch nicht voranbringen und deshalb fallengelassen wurden und sie am Ende bemerkten, dass sie für die restlichen Folgen, weil sie in ihrer Dusseligkeit den Bösewicht umgebracht hatten, noch schnell eine neue Geschichte erfinden mussten.

Der Film

Für die Verfilmung machten die Drehbuchautoren Nikolaj Arcel und Rasmus Heisterberg dann die Arbeit, die Stieg Larsson hätte tun müssen. Sie entfernten etliche überflüssige Subplots (wie die Erstellung der Vanger-Familienchronik, den Kampf um das Überleben der Zeitschrift „Millennium“ und die Suche nach dem Maulwurf in der Redaktion), im Nichts endende Expositionen (wie die seitenlange Einführung von Salanders Chef, Salanders Biographie und wie ein alter Freund Blomkvist die ersten Informationen über Wennerströms krumme Geschäfte gibt) und einige unwichtige Charaktere.

Sie konzentrierten sich auf die Suche nach Harriet Vangers Mörder. Sie verdichteten. Sie dramatisierten. Zum Beispiel ist die erste Kontaktaufnahme von Blomkvist und Salander im Film anders als im Buch. Im Buch empfiehlt der Anwalt der Familie Vanger Blomkvist Lisbeth Salander als Rechercheurin. Im Film nimmt sie per E-Mail Kontakt zu Blomkvist auf und sagt ihm, was die kryptischen Buchstaben und Zahlen in Harriet Vangers Tagebuch bedeuten. So ist Salander im Film von Anfang an stärker als im Roman an einem erfolgreichen Abschluss der Recherche interessiert. Auch die Recherchen von Blomkvist verlaufen im Film etwas anders und glaubwürdiger als im Buch.

Arcel und Heisterberg erzählen konzentriert eine Geschichte, mit einigen Abschweifungen. Niels Arden Oplev inszenierte sie fast schon schmucklos-spartanisch. Denn es gibt keine kostspieligen Szenen. Er verzichtete auf modische Spielereien, wie die derzeit angesagte Wackelkamera und Sekundenschnitte. Er lässt sich Zeit, beobachtet seine, bei uns bis auf Peter Haber (Kommissar Beck), unbekannten Schauspieler und löst Szenen meisten klassisch in Schuss/Gegenschuss auf. Nur die an aktuelle US-Krimiserien erinnernden Montagen, bei den Recherchen von Blomkvist/Salander erinnern an aktuelle Trends.

„Verblendung“ ist ein guter Krimi, der trotz seiner Länge von 150 Minuten kurzweilig unterhält. Im Kino wirkt er allerdings auch immer wie ein TV-Zweiteiler, der irrtümlich im Kino gezeigt wird. Denn der auch im Film ausführlich geschilderte Subplot von Lisbeth Salanders Kampf gegen ihren neuen Betreuer und der sehr lange Epilog gehorchen den Gesetzen eines TV-Zweiteilers. Im ersten Teil werden die beiden gleichberechtigten Protagonisten Blomkvist und Salander vorgestellt. Am Ende des ersten Teils begegnen sie sich erstmals (also nach ungefähr 75 Filmminuten) und im zweiten Teil jagen sie gemeinsam den Serienmörder.

Obwohl ich sonst nie Punkte vergebe, würde ich „Verblendung“ ohne zu zögern als Kinofilm 8/10 und als TV-Zweiteiler 10/10 Punkten geben. Dem Roman…deutlich weniger.

Die zweite Larsson-Verfilmung „Verdammnis“ ist für Februar 2010 angekündigt und „Vergebung“ ist für Sommer 2010 geplant. Michael Nyqvist und Noomi Rapace haben wieder die Hauptrolle. Aber die Drehbuchautoren und der Regisseur wechselten.

Verblendung (Män som hatar kvinnor, Schweden/Deutschland/Dänemark 2009)

Regie: Niels Arden Oplev

Drehbuch: Nikolaj Arcel, Rasmus Heisterberg

LV: Stieg Larsson: Män son hatar kvinnor, 2005 (Verblendung)

mit Michael Nyqvist (Mikael Blomkvist), Noomi Rapace (Lisbeth Salander), Lena Endre (Erika Berger), Peter Haber (Martin Vanger), Sven-Bertil Taube (Henrik Vanger), Peter Andersson (Nils Bjurman), Ingvar Hirdwall (Dirch Frode), Marika Lagercrantz (Cecilia Vanger), Björn Granath (Gustav Morell)

–

Larsson - Verblendung Movie-Tie-In

Stieg Larsson: Verblendung

(übersetzt von Wibke Kuhn)

Heyne, 2009 (Movie-Tie-In)

704 Seiten

9,95 Euro

–

Originalausgabe

Män son hatar kvinnor

Norsteds Förlag, Stockholm 2005

–

Deutsche Erstausgabe

Heyne, 2006

–

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Facebook-Seite zum Film

YouTube-Seite zum Film

Film-Zeit über „Verblendung“

Homepage von Stieg Larsson

Heyne über Stieg Larsson

Krimi-Couch über Stieg Larsson

Wikiepedia über Stieg Larsson (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 1. Oktober: Harald Schmidt

Oktober 1, 2009

ARD, 22.45

Harald Schmidt

Was wird er in seiner ersten Sendung nach der Wahl zum Wahlergebnis sagen?

Und wer die Sendung verpasst, kann sie sich hier ansehen.


TV-Tipp für den 30. September: Der Tod kennt keine Wiederkehr

September 30, 2009

Das Vierte, 22.00

Der Tod kennt keine Wiederkehr (USA 1973, R.: Robert Altman)

Drehbuch: Leigh Brackett

LV: Raymond Chandler: The long goodbye, 1953 (Der lange Abschied)

Philip Marlowe hilft seinen Freund Terry Lennox aus der Klemme. Er soll seine Frau umgebracht haben.

Bitterböse Abrechnung mit dem amerikanischen Traum und einem Marlowe (Elliot Gould), der als Relikt durch die Story gestossen wird. – Eine der besten Chandler-Verfilmungen!

Leigh Brackett (1915 – 1978, Schriftstellerin, außerdem schrieb sie die Drehbücher zu „Tote schlafen fest“, „Rio Bravo“, „El Dorado“, „Krieg der Sterne: Das Imperium schlägt zurück“) sagte zu ihrer und Altmans Vorstellung von der Figur Marlowe: „Ich sehe Marlowe so, wie Chandler ihn sah, als Verlierer. Aber ein wirklicher Verlierer, nicht der falsche Gewinner, den Chandler aus ihm machte. Ein Verlierer auf der ganzen Linie….Goulds Marlowe ist ein Mann von simpler Redlichkeit, Ehrlichkeit, Vertrauen und vollständiger Integrität. Alles, was wir machten, war, ihn von den Attributen eines falschen Helden zu befreien. Chandler Marlowe wusste immer mehr als die Polizei. Er konnte zu Brei geschlagen werden, aber er kam immer irgendwie ungeschoren davon. Nur aufgrund bloßer Kraft der Persönlichkeit, professioneller Sachkenntnis und Frechheit war er im Vorteil. Wir meinten ´Solch ein Mann besitzt keinen Vorteil. Er wird rumgestoßen. Die Leute nehmen ihn nicht ernst. Sie wissen nicht, was mit ihm los ist, und es kümmert sie auch nicht´. Also wurde aus dem harten Typ Marlowe ein Gefoppter.“ (Take One)

Pflaum dazu: „Altmann hat Marlowe so gründlich demystifiziert, dass dem Zuschauer in jedem Moment bewußt ist: dieser Mann übernimmt sich, und es ist allein eine Frage der Zeit, bis sich das rächt. Der Held Raymond Chandlers ist nie gefährdeter, nie sterblicher gewesen als in The long goodbye; Altman hat dem Roman auf seine Weise die realistische Dimension zurückgegeben, die er, unter anderen Vorzeichen, einmal hatte“ (Hans Günther Pflaum in Robert Altmann, Hanser Reihe Film 25)

Mit Elliott Gould, Nina van Pallandt, Sterling Hayden, Mark Rydell, Henry Gibson, David Carradine (Cameo), Arnold Schwarzenegger (eigentlich auch ein Cameo-Auftritt)

Hinweise

Thrilling Detective über Raymond Chandler und Philip Marlowe

Wikipedia über Raymond Chandler (deutsch, englisch)


Neue TV-Krimi-Buch-Tipps online

September 29, 2009

Alligator-Alfred (frisch erholt, gebräunt und wohlernährt von seinem Urlaub) hat sich die neuen TV-Krimi-Buch-Tipps geschnappt, gnadenlos aufgebretzelt und online gestellt. Ich bin sprachlos und liefere hier nur die ersten Zeilen:

Die filmischen Höhepunkte der kommenden Tage sind Billy Wilders „Das Privatleben des Sherlock Holmes“, Joseph Sargents John-Godey-Verfilmung „Stoppt die Todesfahrt der U-Bahn 123“ (pünktlich zum Kinostart läuft mal wieder das Original), Shane Blacks Brett-Halliday-Verfilmung „Kiss Kiss Bang Bang“, Robert Altmans Raymond-Chandler-Verfilmung „Der Tod kennt keine Wiederkehr“, Ladislao Vajdas Friedrich-Dürrenmatt-Verfilmung „Es geschah am hellichten Tag“, Jules Dassins Eric-Ambler-Verfilmung „Topkapi“ und Martyn Friends fast unbekannte Jim-Lusby-Verfilmung „Die Spur des Verräters“.
Außerdem läuft die schon lange nicht mehr gezeigte, auf einem wahren Fall basierende Politsatire „Der Fall Lucona“.


TV-Tipp des Tages: Kiss Kiss Bang Bang

September 29, 2009

Tele 5, 22.30

Kiss Kiss Bang Bang (USA 2005, R.: Shane Black)

Drehbuch: Shane Black

LV: Brett Halliday: Bodies are where you find them, 1941

Zuerst stolpert Einbrecher Harry Lockhart auf seiner Flucht vor der Polizei in einen Vorsprechtermin und erhält prompt eine Filmrolle. Als er über eine Hollywood-Party stolpert, trifft er seine Jugendliebe Harmony Faith Lane und, als er zwecks Rollenstudium, mit einem knallharten PI Gay Perry (schwul) durch die Straßen Hollywoods schlendert, stolpern sie alle in einen undurchsichtigen Komplott, der direkt aus einem Film der Schwarzen Serie stammen könnte.

Köstliche Liebeserklärung an die Pulps, der natürlich nur lose auf dem Mike-Shayne-Roman basiert, aber dafür ausführlich Chandler zitiert (Zwischentitel, Voice-Over,…).

“first significant neo-noir of the twenty-first century” (Alexander Ballinger/Danny Graydon: The Rough Guide to Film Noir, 2007)

mit Robert Downey Jr., Val Kilmer, Michelle Monaghan, Corbin Bernsen, Rockmond Dunbar

Wiederholung: Mittwoch, 30. September, 02.10 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Kiss Kiss Bang Bang“

Spike: Interview mit Shane Black (17. Oktober 2005)

Drehbuch „Kiss, Kiss, Bang, Bang“ von Shane Black (Fassung vom 21. November 2003)


TV-Tipp für den 28. September: Burn Notice

September 28, 2009

Vox, 22.05

Burn Notice: Kaltgestellt (USA 2007, R.: Jace Alexander)

Drehbuch/Erfinder: Matt Nix

„Covert intelligence involves a lot of waiting around. Know what it’s like being a spy? Like sitting in your dentist’s reception area twenty-four hours a day. You read magazines, sip coffee, and every so often, someone tries to kill you.“ (die ersten Worte von Michael Westen in „Kaltgestellt“)

Nachdem in den letzten Jahren das Krimifernsehen fast nur aus „CSI“- und „Law & Order“-Klonen bestand, ist die ironische PI/Agentenserie „Burn Notice“ eine höchst willkommene Abwechslung. Denn in ihr werden keine Morde aufgeklärt.

US-Geheimagent Westen muss, nachdem er verbrannt ist, in Miami bleiben. Wenn er die Stadt verlässt, wird er von seinen früheren Bossen umgebracht. Weil sie auch seine Bankkonten gesperrt haben, muss er sich mit verschiedenen Jobs, die seinen Fähigkeiten entsprechen, über Wasser halten. Seine einzigen Freunde sind seine Ex-Freundin und IRA-Terroristin Fiona („A spy is just a criminal with a government paycheck.“), der Ex-Agent und Schürzenjäger Sam („You know spies. Bunch of bitchy little girls.“) und seine kettenrauchende Mutter, die ihrem Sohn einige sehr schlecht bezahlte Aufträge verschafft und auch sonst gerne seine Hilfe in Anspruch nimmt.

„Michael Westen is Jim Rockford and MacGyver filtered through Carl Hiaasen.“ (LA Weekly)

Matt Nix erhielt für diese Folge den Edgar.

Mit Jeffrey Donovan (Michael Westen), Gabrielle Anwar (Fiona Glenanne), Bruce Campbell (Sam Axe), Sharon Gless (Madeline Westen)

Hinweise

USA Network über „Burn Notice“

Vox über „Burn Notice“

Wikipedia über „Burn Notice“ (deutsch, englisch)

Thrilling Detective über Michael Westen

Kriminalakte über „Burn Notice“

Bonus


TV-Tipp für den 27. September: Die verfilmten Kriminalromane

September 26, 2009

ZDF, 22.15

Fred Vargas: Es geht noch ein Zug von der Gare du Nord (F/D 2009, R.: Josée Dayan)

Drehbuch: Emmanuel Carrère

LV: Fred Vargas: L’homme aux cercles bleus, 1991 (Es geht noch ein Zug von der Gare du Nord)

In Paris hinterlässt ein Unbekannter Kreidekreise mit bedrohlichen Botschaften an einen Victor. Kommissar Adamsberg ahnt schlimmes.

mit Jean-Hugues Anglade, Jacques Spiesser, Charlotte Rampling, Jean-Pierre Léaud

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Tele 5, 22.15

Stoppt die Todesfahrt der U-Bahn 123 (USA 1974, R.: Joseph Sargent)

Drehbuch: Peter Stone

LV: John Godey: The taking of Pelham One Two Three, 1973 (Abfahrt Pelhalm 1 Uhr 23)

Spannender Thriller über die Entführung einer New Yorker U-Bahn.

Mit Walter Matthau, Robert Shaw, Martin Balsam, Hector Elizondo, Earl Hindman, James Broderick, Dick O’Neill, Lee Wallace

Hinweise

Kriminalakte über das Remake

Meine Besprechung von John Godeys “Abfahrt Pelham 1 Uhr 23” (The taking of Pelham One Two Three, 1973)


TV-Tipp für den 26. September: Die verfilmten Kriminalromane

September 26, 2009

BR, 20.15

Erntedank. Ein Allgäukrimi (D 2009, R.: Rainer Kaufmann)

Drehbuch:

LV: Volker Klüpfel/Michael Kobr: Erntedank, 2004

Kommissar Kluftinger sucht einen Mörder, der sich bei seinen Taten anscheinend von Sagen inspirieren lässt.

Nun haben auch die Allgäuer ihren Regiokrimi im TV. Die Kluftinger-Bücher von Klüpfel/Kobr sind ja schon erfolgreich.

Im Anschluss läuft um 21.50 Uhr das halbstündige “Making of ‚Erntedank’”.

mit Herbert Knaup, Michaela Aspar, August Zirner, Eva Blum

Hinweise

Die Seite von Kommissar Kluftinger

Spiegel Online: Interview mit Volker Klüpfel und Michael Kobr über ihre Romane und die Verfilmung (22. September 2009)

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WDR, 20.15

Donna Leon: Venezianisches Finale (D 2003, R.: Sigi Rothemund)

Drehbuch: Kathrin Richter, Ralf Hertwig

LV: Donna Leon: Death at La Fenice, 1992 (Venezianisches Finale)

Wer hat Dirigent Wellauer umgebracht? Commissario Brunetti ermittelt.

Bei dem ersten Auftritt von Uwe Kockisch und Julia Jäger soll sich die Spannung in Grenzen halten.

Eine vernichtende Rezension des Buches von Ekkehard Knörer gibt es auf der crime-corner-Seite.

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ARD, 23.15

Mankells Wallander: Tödliche Fracht (S/D 2005, R.: Anders Engström)

Drehbuch: Cilla Börjlind, Rolf Börjlind

LV: Henning Mankell (Treatment)

Kommissar Wallander und seine Tochter Linda suchen die Mörder von neun, in einem LKW-Container gefundenen, toten Flüchtlingen aus dem Mittleren Osten. Die erste Spur führt zu einem Kloster.

Neunter Fall der auf dreizehn Folgen angelegten Serie mit dem neuen Wallander.

Mit Krister Henriksson, Johanna Sällström
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RBB, 23.35

Coma (USA 1978, R.: Michael Crichton)

Drehbuch: Michael Crichton

LV: Robin Cook: Coma, 1977 (Koma)

Die Ärztin Susan Wheeler hat einen schrecklichen Verdacht: ihre Vorgesetzten versetzen Patienten ins Koma und betreiben mit ihren Innereien einen schwunghaften, illegalen Organhandel. Ein Geschäft, das sie sich von Susan Wheeler nicht vermiesen lassen wollen.

„Ungemein spannender, perfekt inszenierter und geschnittener Thriller“ meint der Filmdienst, im Einklang mit anderen Kritiken, über den okayen Thriller aus der bösen Welt der Mediziner, mit einem großartigen Richard Widmark, einem herrlich hilflosen Tom Selleck und die beiden Hauptdarsteller sind auch nicht zu verachten. Der medizinische Hintergrund, immerhin schrieb ein Arzt den Roman und ein anderer inszenierte den Film, ist dagegen nicht so wichtig.

Mit Geneviève Bujold, Michael Douglas, Elizabeth Ashley, Rip Torn, Richard Widmark, Lois Chiles, Tom Selleck

Hinweise

Kriminalakte: Nachruf auf Michael Crichton

Homepage von Michael Crichton

Krimi-Couch über Robin Cook

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ZDF, 01.45

Der Todesrächer von Soho (D/E 1972, R.: Jess Frank, eigentlich Jesus Franco)

Drehbuch: Art Bernd, Jess Frank

LV: Bryan Edgar Wallace: Death Packs a Suitcase, 1961 (Der Tod packt seinen Koffer; andere Quellen nennen „The Corpse Packs His Bags“, aber über dieses Werk sind keine weiteren Angaben auffindbar; einige nennen eine ungenannte Kurzgeschichte von Bryan Edgar Wallace als Vorlage, aber in Wirklichkeit wurde wahrscheinlich nur der Name Wallace für die Werbung benutzt)

Ein Polizist und ein Krimiautor ermitteln gemeinsam in einer Mordserie. Die Spur führt ins Rauschgiftmilieu.

Nun, Herr Franco liefert die vertraute Qualität – und Arthur Brauner (der als Art Bernd auch am Drehbuch mitschrieb) schloß als Produzent das Kapitel „Wallace“ ab.

Die Musik schrieb Rolf Kühn.

Mit Fred Williams, Horst Tappert, Barbara Rütting, Wolfgang Kieling, Rainer Basedow, Elisa Montes, Siegfried Schürenberg

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ZDF, 03.00

Die Hölle am Ende der Welt (F/I 1971, R.: Jean Herman)

Drehbuch: Jean Herman, Henri Charriére

Marco, zwei Komplizen und Stripperin Popsy Pop wollen in Venezuela Diamanten klauen. Allerdings hat Popsy Pop eigene Pläne.

Drehbuchautor und Hauptdarsteller Henri Charriére ist vor allem für seine erfolgreich verfilmte Biographie „Papillon“ bekannt. Dies ist sein einziger Auftritt als Schauspieler.

Langweiliger Abenteurfilm mit Henri Charriére, Claudia Cardinale, Stanley Baker

auch „Popsy Pop“


TV-Tipp für den 25. September: Die verfilmten Kriminalromane

September 25, 2009

ZDF Theaterkanal, 19.40

Anwalt Abel: In tödlicher Gefahr (D 1999, R.: Olaf Kreinsen)

Drehbuch: Fred Breinersdorfer

Fanny soll ihren Mann umgebracht haben. Aber Anwalt Abel glaubt an ihre Unschuld.

Mit Günther Maria Halmer, Peter Sattmann, Nina Hoger

Hinweise

Homepage von Fred Breinersdorfer

Meine Besprechung von Fred und Léonie Breinersdorfers „Das Hurenspiel – Ein Fall für Abel“ (2006)

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Eins Festival, 21.40

Back Fire – Eine Mutter sieht rot (F 1984, R.: Alain Bonnot)

Drehbuch: André G. Brunelin, Marie-Thérèse Cuny, Alain Bonnot

LV: Gérald Moreau: Nathalie ou la Punition, 1979

Annie Girardot sieht rot – und die Polizei sieht schweigend zu.

Schnörkelloser französischer Selbstjustiz-Thriller.

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MDR, 00.02

Coma (USA 1978, R.: Michael Crichton)

Drehbuch: Michael Crichton

LV: Robin Cook: Coma, 1977 (Koma)

Die Ärztin Susan Wheeler hat einen schrecklichen Verdacht: ihre Vorgesetzten versetzen Patienten ins Koma und betreiben mit ihren Innereien einen schwunghaften, illegalen Organhandel. Ein Geschäft, das sie sich von Susan Wheeler nicht vermiesen lassen wollen.

„Ungemein spannender, perfekt inszenierter und geschnittener Thriller“ meint der Filmdienst, im Einklang mit anderen Kritiken, über den okayen Thriller aus der bösen Welt der Mediziner, mit einem großartigen Richard Widmark, einem herrlich hilflosen Tom Selleck und die beiden Hauptdarsteller sind auch nicht zu verachten. Der medizinische Hintergrund, immerhin schrieb ein Arzt den Roman und ein anderer inszenierte den Film, ist dagegen nicht so wichtig.

Mit Geneviève Bujold, Michael Douglas, Elizabeth Ashley, Rip Torn, Richard Widmark, Lois Chiles, Tom Selleck

Hinweise

Kriminalakte: Nachruf auf Michael Crichton

Homepage von Michael Crichton

Krimi-Couch über Robin Cook

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ZDF, 00.15 (Teil 1)

ZDF, 01.45 (Teil 2)

Frederick Forsyth: Das schwarze Manifest (USA 2005, R.: Charles Martin Smith)

Drehbuch: Adam Armus, Nora Kay Foster

LV: Frederick Forsyth: Icon, 1996 (Das schwarze Manifest)

Moskau in den Neunzigern: Im Auftrag des britischen Botschaftrs soll Ex-CIA-Agent Jason Monk dem rechtsradikalen Populisten Igor Komarov das Handwerk legen.

Freie Verfilmung des gleichnamigen Buches von Frederick Forsyth. Gut besetzt, vor Ort gedreht und vom ZDF sicher nicht grundlos immer im Nachtprogramm versteckt.

Mit Patrick Swayze, Patrick Bergin, Michael York, Annika Peterson, Ben Cross, Jeff Fahey, Joss Ackland

Auch bekannt als “Icon – Das schwarze Manifest”

Hinweis

Fanseite über Frederick Forsyth

Kriminalakte: Nachruf auf Patrick Swayze


Neu im Kino: Die Entführung der U-Bahn Pelham 123

September 23, 2009

Die Entführung der U-Bahn Pelham 123 (The Taking of Pelham 123, USA 2009)

Regie: Tony Scott

Drehbuch: Brian Helgeland

LV: John Godey: The Taking of Pelham One Two Three, 1973 (Abfahrt Pelham 1 Uhr 23)

In New York nehmen Gangster die Passagiere einer U-Bahn als Geisel. Sie fordern binnen einer Stunde 10 Millionen Dollar Lösegeld. Ein Fahrdienstleiter beginnt mit den Verhandlungen.

Jetzt – immerhin sollte der Thriller ursprünglich Ende Juli starten – ist das nur wenig upgedatete Remake des 1973er-Thrillers endlich auch bei uns zu sehen. Denn Autor John Godey hat sich eine ebenso einfach, wie spektakuläre Story ausgedacht. Da musste Brian Helgeland nur der Story folgen und aus den vielen im Buch auftretenden Charakteren (die so auch ein Bild der US-amerikanischen Gesellschaft in den frühen Siebzigern entstehen lassen) die für einen Film wichtigen auswählen.

mit Denzel Washington, John Travolta, Luis Guzmán, John Turturro, James Gandolfini

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Die Entführung der U-Bahn Pelham 123“

Meine Besprechung von John Godeys „Abfahrt Pelham 1 Uhr 23“ (The Taking of Pelham One Two Three, 1973)

„The Taking of Pelham 123“ in der Kriminalakte

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Bonushinweis

„Stoppt die Todesfahrt der U-Bahn 123“ (USA 1973) läuft im TV:

Tele 5, Sonntag, 27. September, 22.15 Uhr

Tele 5, Dienstag, 29. September, 01.50 Uhr (Taggenau!)


TV-Tipp für den 24. September: Die verfilmten Kriminalromane

September 23, 2009

Arte, 14.45

16 Uhr 50 ab Paddington (GB 1961, R.: George Pollock)

Drehbuch: David Pursall, Jack Seddon

LV: Agatha Christie: 4.50 from Paddington, 1957 (16 Uhr 50 ab Paddington)

Miss Marple beobachtet in einem vorüberfahrenden Zug einen Mord. Die Polizei glaubt der schrulligen alten Frau nicht. Deshalb klärt sie den Fall alleine auf.

Erster Miss Marple-Film, der den Plot mit reichlich britischem Humor würzte.

Mit Margaret Rutherford, Arthur Kennedy, Stringer Davis

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ARD, 00.50

Killer – Tagebuch eines Serienmörders (USA 1996, R.: Tim Metcalfe)

Drehbuch: Tim Metcalfe

LV: Thomas E. Gaddis/James D. Long: Killer: A Journal of Murder, 1970

Produktion: Oliver Stone

Widmung: „For Sam Peckinpah“

Auf Tatsachen beruhender Spielfilm über Carl Panzram (bravourös gespielt von James Woods), dem ersten bekannten Massenmörder der USA. Er wurde 1929 wegen Mordes an 21 Menschen hingerichtet.

Differenziertes Drama, das allerdings immer auf dem Niveau eines gehobenen Fernsehspiels bleibt.

Hinweis

Mark Gado auf der Crimelibrary über Carl Panzram


TV-Tipp für den 23. September: Die verfilmten Kriminalromane

September 23, 2009

3sat, 11.30

Polt muss weinen (A/D 2001, R.: Julian Roman Pölsler)

Drehbuch: Susanne Freund, Julian Roman Pölsler

LV: Alfred Komarek: Polt muss weinen, 1998

Wer ermordete den allseits unbeliebten Weinbauern? Landgendarm Polt ermittelt.

Komareks erster Polt-Krimi erhielt 1999 den Glauser. Sein neuer Polt-Krimi „Polt.“ erschien vor wenigen Tagen im Haymon Verlag.

Mit Erwin Steinhauer, Hans Clarin

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Arte, 14.45

Rendezvous mit einer Leiche (USA 1988, R.: Michael Winner)

Drehbuch: Anthony Shaffer, Peer Buckman, Michael Winner

LV: Agatha Christie: Appointment with death, 1938 (Der Tod wartet)

Hercule Poirot klärt während einer Urlaubsreise in Israel den Mord an einer reichen Amerikanerin auf.

Trotz der guten Besetzung ein Langweiler.

Mit Peter Ustinov, Lauren Bacall, John Gielguld, Carrie Fisher, Piper Laurie, David Soul, Nicholas Guest

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MDR, 22.05

TATORT: Money! Money! (D 1998, R.: Peter Ristau)

Drehbuch: Fred Breinersdorfer

Dorsey organisert ein Kettenspiel. Als seine Partnerin Angie umgebracht wird, ermitteln Erhlicher und Kain im Milieu krimineller Geschäftemacher.

Im Vergleich zu den Post-2000-Ehrlicher-Filmen wird dieser schwache Ehrlicher immer besser. Denn er hat eine sauber entwickelte Handlung und weist ohne einen allzu erhobenen Zeigefinder auf kriminelle Abzocker hin.

Mit Peter Sodann, Bernd Michael Lade, Ulrich Noethen, Julia Jäger

Hinweise

Homepage von Fred Breinersdorfer

Meine Besprechung von Fred und Léonie Breinersdorfers „Das Hurenspiel – Ein Fall für Abel“ (2006)

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SWR, 23.00

Coma (USA 1978, R.: Michael Crichton)

Drehbuch: Michael Crichton

LV: Robin Cook: Coma, 1977 (Koma)

Die Ärztin Susan Wheeler hat einen schrecklichen Verdacht: ihre Vorgesetzten versetzen Patienten ins Koma und betreiben mit ihren Innereien einen schwunghaften, illegalen Organhandel. Ein Geschäft, das sie sich von Susan Wheeler nicht vermiesen lassen wollen.

„Ungemein spannender, perfekt inszenierter und geschnittener Thriller“ meint der Filmdienst, im Einklang mit anderen Kritiken, über den okayen Thriller aus der bösen Welt der Mediziner, mit einem großartigen Richard Widmark, einem herrlich hilflosen Tom Selleck und die beiden Hauptdarsteller sind auch nicht zu verachten. Der medizinische Hintergrund, immerhin schrieb ein Arzt den Roman und ein anderer inszenierte den Film, ist dagegen nicht so wichtig.

Mit Geneviève Bujold, Michael Douglas, Elizabeth Ashley, Rip Torn, Richard Widmark, Lois Chiles, Tom Selleck

Hinweise

Kriminalakte: Nachruf auf Michael Crichton

Homepage von Michael Crichton

Krimi-Couch über Robin Cook


TV-Tipp für den 22. September: Die verfilmten Kriminalromane

September 22, 2009

Arte, 14.45

Ein Herr ohne Kleingeld (F/I 1959, R.: Jean Delannoy)

Drehbuch: Michel Audiard, Jean Delannoy, Maurice Druon

LV: Georges Simenon: Le baron de l’écluse ou la crosière du ‚Potam’, 1940 (Der Baron an der Schleuse oder Die Kreuzfahrt der ‚Potam’ in „Emil und sein Schiff“, Erzählung)

Baron Jérome Napoléon Antoine ist bettelarm. Aber er führt trotzdem ein luxuriöses Leben. Als er eine Luxusyacht gewinnt scheint sich sein Schicksal zu wenden.

Amüsant-ironische Komödie mit einem grandios aufspielenden Jean Gabin.

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3sat, 20.15

Polt muss weinen (A/D 2001, R.: Julian Roman Pölsler)

Drehbuch: Susanne Freund, Julian Roman Pölsler

LV: Alfred Komarek: Polt muss weinen, 1998

Wer ermordete den allseits unbeliebten Weinbauern? Landgendarm Polt ermittelt.

Komareks erster Polt-Krimi erhielt 1999 den Glauser. Sein neuer Polt-Krimi „Polt.“ erschien vor wenigen Tagen im Haymon Verlag.

Mit Erwin Steinhauer, Hans Clarin

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BR, 00.15

Der Wolf: Dein bis in den Tod (Dänemark/Schweden/Deutschland 2008, R.: Erik Richter Strand)

Drehbuch: Kjersti Rasmussen

LV: Gunnar Staalesen: Din, til døden, 1979 (Dein bis in den Tod)

Varg Veum soll ein gestohlenes Auto wiederbeschaffen. Als er beginnt Fragen zu stellen, wird’s gefährlich.

Anscheinend ziemlich aktualisierte und storytechnisch veränderte Verfilmung des zweiten Varg-Veum-Romans.

Mit Trond Espen Seim, Bjørn Floberg, Kathrine Fagerland

Hinweis

Homepage von Gunnar Staalesen


TV-Tipp für den 21. September: Die verfilmten Kriminalromane

September 21, 2009

Arte, 14.45

Kommissar Maigret stellt eine Falle (Fr/I 1957, R.: Jean Delannoy)

Drehbuch: Rodolphe-Marie Arlaud, Michel Audiard, Jean Delannoy

LV: Georges Simenon: Maigret tend un piège, 1955 (Maigret stellt eine Falle)

Maigret sucht einen fünffachen Frauenmörder.

Erster von drei Maigret-Filmen, in denen Jean Gabin den Kommissar spielte. Netter psychologischer Rätselkrimi, der auch eine gelungene kleine Sozialstudie ist.

“Delannoy inszenierte diese klassische Kriminalkonstruktion sehr spannend und mit viel Einfühlungsgabe für atmosphärische Details, filmisch beinahe ebenso sorgfältig wie Maigret bei der Arbeit.” (Wolfgang Schweiger: Der Polizeifilm)

“Intelligenter, gut gespielter, atmosphärisch dichter Kriminalfilm.” (Katholischer Film-Dienst)

Der Film gewann den Edgar-Allan-Poe-Preis in der Kategorie “bester ausländischer Film”.

mit Jean Gabin, Annie Girardot, Jean Desailly, Lino Ventura

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Kabel 1, 20.15

Die Stunde der Patrioten (USA 1992, R.: Philip Noyce)

Drehbuch: W. Peter Illiff, Donald Stewart

LV: Tom Clancy: Patriot games, 1987 (Die Stunde der Patrioten)

In London vereitelt Jack Ryan einen Anschlag einer IRA-Splittergruppe. Einer der Attentäter schwört blutige Rache an Ryan und dessen Familie.

Erster Auftritt von Harrison Ford als Jack Ryan – im Vergleich zum Buch entschärft, aber immer noch militaristischer Murks (beispielsweise als wir per PC-Bildschirm verfolgen können, wie die US-Army ein Ausbildungslager in der nordafrikanischen Wüste zerstört).

Clancys zweites Buch „Die Stunde der Patrioten“ spielt zeitlich vor seinem Debüt „Jagd auf Roter Oktober“.

Mit Harrison Ford, Anne Archer, Patrick Bergin, Sean Bean, James Fox, Samuel L. Jacksonn, James Earl Jones, Richard Harris

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Das Vierte, 20.15

Die Apothekerin (D 1997, R.: Reiner Kaufmann)

Drehbuch: Ralf Hertwig, Kathrin Richter

LV: Ingrid Noll: Die Apothekerin, 1994

Die spröde Apothekerin Helle Moormann hat es faustdick hinter den Ohren und kennt sich – berufsbedingt – mit Giften aus.

Schwarze Komödie mit viel Leerlauf.

Mit Katja Riemann, Jürgen Vogel, Richy Müller, August Zirner, Andrea Sawatzki

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Arte, 21.00

Tote schlafen fest (USA 1946, R.: Howard Hawks)

Drehbuch: William Faulkner, Leigh Brackett, Jules Furthman

LV: Raymond Chandler: The big sleep, 1939 (Der große Schlaf)

Unbestritten – neben „Der Malteser Falke“ – der Klassiker unter den Privatdetektiv-Krimis und eines der Meisterwerke des Film Noir.

Mit Humphrey Bogart, Lauren Bacall, Elisha Cook Jr.

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NDR, 21.00

TATORT: Rache-Engel (D 2005, R.: Robert Sigl)

Drehbuch: Andreas Föhr, Thomas Letocha, Jochen Senf

Eine Stiftungsvorsitzende wird ermordet. Kommissar Palu und sein Team suchen unter fünf Verdächtigen den Täter.

Grauenhafte Abschiedsvorstellung des SR-Kommissars Max Palu. In seinen jungen Jahren war er ein erfrischend anderer Kommissar. In den letzten Jahren schlug er sich nur noch lustlos durch zunehmend schlechte Filme. Verantwortlich dafür war unter anderem auch Hauptdarsteller Jochen Senf, der einige der Drehbücher schrieb. Auch „Rache-Engel“ stammt aus der Feder des gelegentlichen Krimi-Autors.

Die Erstausstrahlung war von einem gewaltigen Kulissendonner begleitet: Zuerst war Jochen Senf lautstark in der Presse beleidigt, dass er nicht mehr Palu spielen durfte. Dann hielt er das vorliegende Drehbuch für indiskutabel und schrieb in zwei Wochen (Hey, Paul Schrader schrieb „Taxi Driver“ in fünf Tagen.) ein neues Drehbuch. Vor der Ausstrahlung regte sich „Bild“, natürlich penibelst bebildert, über eine kurze Sexszene auf. Der Sender veränderte sie vor der Ausstrahlung. Der Regisseur schrie entsetzt, man habe die gesamte Aussage seines Filmes entstellt (Hm, in welchen Spielfilmen hängt alles von einer knappen Minute in der Mitte des Films ab?).

Und das Publikum durfte einen der schlechtesten Tatorte seit langem sehen: idiotische Dialoge, absurde Szenen, sinnlose Kameraarbeit, indiskutable Schauspielerleistungen. Der „Tatort“ in heftiger Konkurrenz zu C- und D-Filmen (bei denen immerhin der Anteil von Sex und Gewalt in Ordnung ist). Leichter fiel kein Abschied.

Mit Jochen Senf, Gregor Weber, Annett Rennenberg, Alexander Held, Nikolai Kinski, René Soutendijk, Sylvester Groth

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HR, 23.30

Hallam Foe – Aus dem Leben eines Außenseiters (GB 2007, R.: David Mackenzie)

Drehbuch: David Mackenzie, Ed Whitmore

LV: Peter Jinks: Hallam Foe, 2001 (Über roten Dächern)

Der 17-jährige Außenseiter Hallam Foe glaubt, dass seine Stiefmutter seine Mutter ermordet hat. Da trifft er die Hotelpersonalchefin Kate. Sie ist das Ebenbild seiner Mutter.

„Einfach mitreisend ist dieser Abenteuertrip eines jungen Ausreißers, faszinierend mühelos changiert das freche Szenario zwischen Murder Mystery mit Gothic Touch und moderner Lovestory. Ein Film, der ganz tief im Zuschauer seinen Widerhall findet.“ (Programm Fantasy Filmfest 2007)

„A viewing delight.“ (Variety)

Die TV-Premiere eines vielfach nominierten und ausgezeichneten Kritikerlieblings, der in den Arthouse-Kinos auch gut lief, war zu einer unverschämten Zeit (Mittwochnacht, offizieller Beginn um 00.50 Uhr).

Mit Jamie Bell, Sophia Myles, Ciarán Hinds, Claire Forlani

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Eins Festival, 03.10

Back Fire – Eine Mutter sieht rot (F 1984, R.: Alain Bonnot)

Drehbuch: André G. Brunelin, Marie-Thérèse Cuny, Alain Bonnot

LV: Gérald Moreau: Nathalie ou la Punition, 1979

Annie Girardot sieht rot – und die Polizei sieht schweigend zu.

Schnörkelloser französischer Selbstjustiz-Thriller.


TV-Tipp für den 20. September: Die verfilmten Kriminalromane

September 19, 2009

Kabel 1, 16.45

Die diebische Elster (USA 1987, R.: Hugh Wilson)

Drehbuch: Jeph Loeb, Matthew Weisman, Hugh Wilson

LV: Lawrence Block: The burglar in the closet, 1978 (Frisch geklaut ist halb gemordet, Der Dieb im Schrank)

Buchhändler und Einbrecher Bernice Rhodenbarr stolpert bei einem Einbruch über eine Leiche. Um nicht selbst ins Gefängnis zu wandern, muss sie (Yep, Bernie ist eine Frau.) den Mörder fangen.

Ehe ich jetzt länger aushole, nur soviel: Muss echt nicht sein. Dieser lärmige 80-er-Jahre-Schrott hat wirklich nichts (bis auf einige Wendungen in der Story) mit Lawrence Blocks witzigen Burglar-Romanen zu tun.

Mit Whoopi Goldberg, Bob Goldthwait, G.W. Bailey, Lesley Ann Warren, James Handy, John Goodman

Hinweise

Homepage von Lawrence Block

Unbedingt kaufen müssen Sie das von mir herausgegebene Buch „Lawrence Block – Werkschau eines New Yorker Autors“ (KrimiKritik 5, Nordpark-Verlag)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks “Telling Lies for Fun and Profit – A Manual for Fiction Writers” (1994)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks “Spider, spin me a web – A Handbook for Fiction Writers” (1995)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks: “All the flowers are dying” (2005)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks “Lucky at Cards” (2007)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks „Abzocker“ (Grifter’s Game, 2004; frühere Ausgaben: Mona, 1961; Sweet slow death, 1986)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks “Verluste” (Everybody dies, 1998)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks „Killing Castro“ (Originalausgabe unter dem Pseudonym Duncan Lee als „Fidel Castro Assassinated“, 1961)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks „Falsches Herz“ (The Girl with the long green Heart, 1965)

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ZDF Theaterkanal, 19.40

Anwalt Abel: In tödlicher Gefahr (D 1999, R.: Olaf Kreinsen)

Drehbuch: Fred Breinersdorfer

Fanny soll ihren Mann umgebracht haben. Aber Anwalt Abel glaubt an ihre Unschuld.

Mit Günther Maria Halmer, Peter Sattmann, Nina Hoger

Hinweise

Homepage von Fred Breinersdorfer

Meine Besprechung von Fred und Léonie Breinersdorfers „Das Hurenspiel – Ein Fall für Abel“ (2006)

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Eins Festival, 20.15

Back Fire – Eine Mutter sieht rot (F 1984, R.: Alain Bonnot)

Drehbuch: André G. Brunelin, Marie-Thérèse Cuny, Alain Bonnot

LV: Gérald Moreau: Nathalie ou la Punition, 1979

Annie Girardot sieht rot – und die Polizei sieht schweigend zu.

Schnörkelloser französischer Selbstjustiz-Thriller.

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ZDF, 22.00

Fred Vargas: Bei Einbruch der Nacht (F 2009, R.: Josée Dayan)

Drehbuch: Emmanuel Carrère

LV: Fred Vargas: L’homme à l’envers, 1999 (Bei Einbruch der Nacht)

In den Bergen zerfleischt eine Bestie Schafe und zuletzt auch eine Bäuerin. Eine Komponinistin, ein Waisenkind, ein greiser Schäfer, ein Grizzly-Forscher und Kommissar Adamsberg jagen das Tier.

Erste von vier Vargas-Abenden, die das ZDF sonntags zeigt (unter anderem ein Zweiteiler). Warum das ZDF mit dem zweiten Auftritt von Jean-Hugues Anglade als Kommissar Adamsberg beginnt, wissen nur die Lerchenberg-Fernsehgötter. Aber wenn es keine filmübergreifenden Plots gibt, ist es ja auch egal.

Mit Jean-Hugues Anglade, Hélène Fillières, Alain Fromager, Maurice Garrel, Corinne Masiero, Tobias Moretti

Hinweise

Facebook-Seite von Fred Vargas

Krimi-Couch über Fred Vargas

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ARD, 00.05

Arabeske (USA 1966, R.: Stanley Donen)

Drehbuch: Julian Mitchell, Stanley Price, Pierre Marton (Pseudonym von Peter Stone)

LV: Alex Gordon (auch Gordon Cotler): The Cipher, 1961

Oxford-Professor Pollock soll eine hethitische Inschrift entziffern. Er weiß nicht, dass er danach umgebracht werden soll.

Schwungvolle Agenten-Komödie in einem verschwenderischen Dekor, z. B. trägt Sophia Loren nur Kleider von Dior. Ist einer der besten nicht von Hitchcock inszenierten Hitchcock-Filme – und eine prall gefüllte Wundertüte an Intrigen und Gegenintrigen.

Gordons Buch war 1962 als bestes Debüt für den Edgar nominiert.

Mit Gregory Peck, Sophia Loren

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BR, 00.15

Das Haus der Lady Alquist (USA 1944, R.: George Cukor)

Drehbuch: John Van Druten, Walter Reisch, John L. Balderston

LV: Patrick Hamilton: Gaslight, 1938 (Theaterstück)

Nach dem Umzug leidet Paula Alquist an Wahnvorstellungen. Oder will sie jemand in den Wahnsinn treiben?

Über den bekannt-beliebten Romantikthriller schreibt das Lexikon des internationalen Films zutreffend: „Ein ungebrochen spannender Psychokrimi, angesiedelt im viktorianischen Zeitalter, hervorragend inszeniert und gespielt. Reizvoll vor allem durch die außergewöhnliche Kameraführung.“

Ingrid Bergman erhielt für ihre Leistung den Oscar und den Golden Globe. Für die Ausstattung gab es einen weiteren Oscar. Außerdem war „Das Haus der Lady Alquist“ in allen wichtigen Oscar-Kategorien nominiert: Bester Film, Drehbuch, Kamera, Haupt- und Nebenrolle. Der große Abräumer war in diesem Jahr aber das Musical „Going my way“ (Der Weg zum Glück, R.: Leo McCarey). Erinnert sich noch jemand an diesen Film?

Hamilton schrieb auch die Vorlage zum Hitchcock-Film “Rope – Cocktail für eine Leiche”.

Mit Charles Boyer, Ingrid Bergman, Joseph Cotton, Angela Lansbury (Debüt), Barbara Everest

Hinweis

Kirjasto über Patrick Hamilton


TV-Tipp für den 19. September: Die verfilmten Kriminalromane

September 19, 2009

ZDF, 20.15

Einsatz in Hamburg: Tödliches Vertrauen (D 2009, R.: Buddy Giovinazzo)

Drehbuch: Stefan Cantz, Jan Hinter

Ein neuer Fall für Kommissarin Jenny Berlin: sie soll herausfinden, wer die alleinerziehende Mutter eines achtjährigen, schweigsamen Schlüsselkindes erstach.

Zwölfter Einsatz der Kommissarin und weil Cantz, Hinter und Giovinazzo normalerweise überzeugende Arbeiten abliefern, dürfte dieser “Einsatz in Hamburg” für einen spannenden Abend sorgen.

Mit Aglaia Szyszkowitz, Rainer Strecker, Hannes Hellmann, Victoria Trauttmansdorff, Bruno Schubert, Florian Lukas, Anja Kling, Oliver Stokowski

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Pro 7, 22.20

Kill Bobby Z – Ein Deal um Leben und Tod (USA 2007, R.: John Herzfeld)

Drehbuch: Bob Krakower, Allen Lawrence

LV: Don Winslow: The Death and Life of Bobby Z, 1997 (Die Wiederauferstehung des Bobby Z)

Knacki Tim Kearney ist ein echter Pechvogel. Aber da erhält er von dem Drogenpolizisen Tad Gruzsa ein Angebot, das er nicht ablehnen kann: er soll freikommen, wenn er bei einem Gefangenenaustausch den legendären Drogendealer Bobby Z. spielt. Natürlich geht der Austausch schief und Kearney hat jetzt wirkliche Probleme.

Unterhaltsame, weitgehend unterschätzter Actionthriller, der sich an das Buch hält.

Mit Paul Walker, Laurence Fishburne, Olivia Wilde, Jason Flemyng, Keith Carradine, Joaquim de Almeida, J.R. Villarreal, Jason Lewis, Jacob Vargas, Michael Bowen

Wiederholung: Sonntag, 20. September, 02.30 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Homepage von Don Winslow

Meine Besprechung von “Pacific Private” (The Dawn Patrol, 2008)

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Kabel 1, 00.05

Wehrlos – Die Tochter des Generals (USA 1999, R.: Simon West)

Drehbuch: Christopher Bertolini, William Goldman, Scott Rosenberg (ungenannt)

LV: Nelson De Mille: The General´s Daughter, 1992 (Wehrlos – Die Tochter des Generals)

Auf dem Militärstützpunkt Fort MacCallum wird eine nackte Frauenleiche gefunden. Sie ist eine junge Offizierin und die Tochter des Basiskommandanten Campbell. Den Militärermittlern Brenner und Sunhill bleiben nur 36 Stunden, bis das FBI den Fall übernimmt.

Die deutsche Kritik war von diesem optisch überzeugendem 08/15-Whodunit nicht begeistert: „Politisch korrekter Schund über die Not der Frau in der Männerdomäne Armee, effekthascherisch inszeniert und von John Travolta und James Woods (zu) gut gespielt.“ (Film 11/99) oder „Einer jener Filme, die Unbehagen hinterlassen: ehrlich in Handwerk und Gesinnung, indifferent für den Zuschauer.“ (AZ, 18. 11. 1999)

Auf der Haben-Seite sind neben der Optik die Schauspieler, die teilweise wirklich gute Szenen haben. Aber die Story erreicht kaum das Niveau einer „Criminal Intent“-Folge.

Der deutsche Titel „Wehrlos“ ist, im Gegensatz zum Originaltitel, mal wieder vollkommener Quatsch. Denn „Wehrlos“ ist in „The General’s Daughter“ niemand.

Der Film ist FSK-16 und für die 20.15-Uhr-Ausstrahlung wird normalerweise auf eine sinnentstellend beschnittene Version (im Wesentlichen wurde das Motiv herausgeschnitten) zurückgegriffen. Die heutige Nachtwiederholung dürfte dagegen ungekürzt sein.

Und was sagt der Autor zur Verfilmung? „In the case of The General’s Daughter, the final drafts stayed true and close to the substance and intent of my novel. (…) What I can say is that the essence of my novel was captured and conveyed on the screen through excellent acting, sharp and funny dialoge, and through the use of visual settings that even the best novelist can’t convey on paper.”

Mit John Travolta, Madeleine Stowe, Timothy Hutton, James Woods, James Cromwell, Clarence Williams III

Hinweise

Homepage von Nelson De Mille

Schnittberichte über die Kürzungen


TV-Tipp für den 18. September: Die verfilmten Kriminalromane

September 18, 2009

Arte, 14.45

Ein Herr ohne Kleingeld (F/I 1959, R.: Jean Delannoy)

Drehbuch: Michel Audiard, Jean Delannoy, Maurice Druon

LV: Georges Simenon: Le baron de l’écluse ou la crosière du ‚Potam’, 1940 (Der Baron an der Schleuse oder Die Kreuzfahrt der ‚Potam’ in „Emil und sein Schiff“, Erzählung)

Baron Jérome Napoléon Antoine ist bettelarm. Aber er führt trotzdem ein luxuriöses Leben. Als er eine Luxusyacht gewinnt scheint sich sein Schicksal zu wenden.

Amüsant-ironische Komödie mit einem grandios aufspielenden Jean Gabin.

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ARD, 01.20

Der Tod im roten Jaguar (D/I 1968, R.: Harald Reinl)

Drehbuch: Alex Berg (Pseudonym von Herbert Reinecker)

LV: Heftserie aus dem Bastei Lübbe Verlag

Jerry Cottons siebter Einsatz: Jerry gibt bei einem Mördersyndikat seine Ermordung in Auftrag. Findet er die Hintermänner, bevor er umgebracht wird?

Der Titel ist etwas irreführend. Es gibt zwar Tote und einen roten Jaguar. Aber keinen Tod im roten Jaguar. Oder soll Jerry der Tod sein? – Die Musik von Peter Thomas ist das beste an diesem Werk.

Mit George Nader, Heinz Weiss, Grit Böttcher, Herbert Stass

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RTL II, 02.30

Never Die Alone (USA 2004, R.: Ernest R. Dickerson)

Drehbuch: James Gibson

LV: Donald Goines: Never die alone, 1974

Vor seinem Tod gibt der schwarze Ex-Dealer King David einem Journalisten seinen Nachlass. Der Journalist sichtet ihn – mit uns als Beobachter.

„Einer der intelligentesten Genrefilme seit langem…Arthouse-Kino im Genregewand“ (Kai Mihm, epd-Film 9/2004)

Der Afroamerikaner Goines verdiente sein Geld, bevor er Romane schrieb, als Zuhälter, Dieb und Fabrikarbeiter. Er verbrachte viele Jahre im Gefängnis und wurde 1974 erschossen. Er schrieb hier und in seinen anderen Romanen ungeschönte, oft auf eigenen Erfahrungen basierende Reportagen aus der Wirklichkeit der Ghettos. Auf Deutsch erschienen vor Jahren „Bestie Heroin“ (Dopefiend, 1971) und seine Kenyatta-Krimis. In den USA ist er als Ghettopoet immer noch geachtet.

Mit DMX, David Arquette, Michael Ealey

Hinweise

Einige Infos über Donald Goines

Weitergehende Infos über Donald Goines

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ARD, 02.50

Schüsse aus dem Geigenkasten (D 1965, R.: Fritz Umgelter)

Drehbuch: Georg Hurdalek

LV: Jerry-Cotton-Heftserie

Der erste Fall von Jerry Cotton: er jagt, zusammen mit seinem Freund Phil Decker, eine Raubmörderbande.

Aus heutiger Sicht hat Peter Schröders Besprechung in der Filmkritik etwas: „George Nader…gibt einen tölpelhaften Jerry Cotton ab, der den bereits durch das grandiose Buch Georg Hurdaleks totalimbezilen Handlungsablauf noch dusseliger gestaltet, als es die Gauner müssen…Die Kamera hat ein Blinder vor nutzlos strapazierten stock-shots dirigiert, das Drehbuch ein sprachlich zurückgebliebener, tolldreister Mensch gefertigt, und die Regie schließlich hat Fritz Umgelter, der Wenn-die-Connie-mit-dem-Peter-Regisseur, mit der ihm eigenen Dreistigkeit an sich gerissen.“ Stimmt alles, aber was würde Schröder zu den heutigen TV-Krimis sagen? Was würde er von der heutigen Kameraführung halten?

Mit George Nader, Heinz Weiss, Sylvia Pascal, Helga Schlack, Helmut Förnbacher (inzwischen als Regisseur bekannter), Franz Rudnick, Richard Münch

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Eins Festival, 03.05

Am Rande der Nacht (F 1983, R.: Claude Berri)

Drehbuch: Claude Berry, Alain Page

LV: Alain Page: Tchao Pantin, 1983

Ex-Polizist Lambert verdient seine normalerweise flüssigen Brötchen als Tankwart. Als sein Freund, ein arabischer Kleindealer, umgebracht wird, beginnt Lambert einen Rachefeldzug.

Äußerst gelungener Film noir – gemacht von zwei Männern, die damals für leichte Unterhaltung und Komödien bekannt waren. Der in Frankreich sehr populäre Komiker Coluche brachte sich damals als Präsidentschaftskandidat ins Gespräch. Er starb überraschend 1986 mit 41 Jahren.

Mit Coluche, Richard Anconina, Agnès Soral, Philippe Léotard


TV-Tipp für den 17. September: LeseHorizonte: Québec

September 17, 2009

Arte, 22.35

LeseHorizonte: Québec (F 2009, R.: Anne Dörr)

Drehbuch: Anne Dörr

Heute besucht Patrick Poivre d’Arvor die größte kanadische Provinz und trifft die der dort lebenden Schriftsteller Neil Bissoondath, Dany Laferrière, Jacques Godbout, Nelly Arcan, Marie-Sissi Labrèche, Catherine Mavrikakis, Nicolas Dickner, Jean-François Beauchemin und Daniel Lavoie.

Wiederholung: Freitag, 25. September, 05.00 Uhr (Taggenau!)

Hinweis

Arte über die Doku