TV-Tipp für den 28. Februar

Februar 28, 2008

Arte, 22.45

Die Wohlgesinnten – Auf den Spuren einer literarischen Sensation (D 2008, R.: Hilka Sinning, Edda Baumann-von Broen)

Drehbuch: Hilka Sinning, Edda Baumann-von Broen

Alle reden von Jonathan Littells 1400-seitigen Debütroman „“Die Wohlgesinnten“. In ihm erzählt er die fiktiven Lebenserinnerungen eines SS-Obersturmführers und seiner grausamen Taten während dem Dritten Reich. In Frankreich wurde der Roman von der Kritik abgefeiert und über 800.000-mal verkauft. Auch die deutsche Erstauflage ist mit 120.000 Exemplaren großzügig bemessen. Das Echo der deutschen Kritiker ist allerdings – sehr höflich formuliert – nicht so euphorisch.  

Da lese ich lieber alle Werke von Jonathan Littells Vater, einem gewissen Robert Littell.

Wiederholungen

Sonntag, 9. März, 03.50 Uhr (Taggenau!)

Mittwoch, 19. März, 01.50 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Arte zur Doku und zum Roman

Perlentaucher über Jonathan Littells „Die Wohlgesinnten“


TV-Tipp für den 27. Februar

Februar 27, 2008

3sat, 22.25

Kottan ermittelt: Der Geburtstag (A 1977, R.: Peter Patzak)

Drehbuch: Helmut Zenker

Ende Januar zeigte 3sat den ersten Kottan-Film. Jetzt den Zweiten mit dem zweiten und letzten Auftritt von Peter Vogel als Major Adolf Kottan. Ob Ende März der dritte Kottan-Film, der auch der erste mit Franz Buchrieser ist, läuft, weiß ich noch nicht. Aber schön wäre es schon, wenn 3sat wieder einmal die witzigen „Kottan ermittelt“-Krimis zeigen würde.

Bis dahin können wir mit Kottan Geburtstag feiern. Denn anstatt sein Wochenendhaus auf den Kopf zu stellen, muss er im Wald einen mehrfachen Frauenmörder suchen.

Mit Peter Vogel, Walter Davy, Curt A. Tichy, Bibiane Zeller, Birgit Machalissa  

Weitere Infos zu Kottan gibt es hier.

     


TV-Tipp für den 26. Februar

Februar 26, 2008

3sat, 22.25

Die heitere Apokalypse: Der Filmemacher Roy Andersson (D 2008, R.: Sven von Reden)

Drehbuch: Sven von Reden

In der Reihe „Kinomagazin“ wird der schwedische Regisseur Roy Andersson vorgestellt. In den sechziger und siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts gehörte er zu den Rebellen, die das Kino revolutionierten. Nach einem Flop zog er sich zurück, produzierte und drehte erfolgreich Werbefilme und feierte vor acht Jahren mit „Songs from the Second Floor“ eine furiose Rückkehr. Von Reden traf sich mit Andersson anlässlich seines neuesten Films. Die skurrile Komödie „Das jüngste Gewitter“ startet in Deutschland am 6. März und der Trailer sieht verdammt vielversprechend aus.

Hinweise

3sat zur Doku

Informative Homepage zu „Das jüngste Gewitter“

Intro: Interview mit Roy Andersson


TV-Tipp für den 25. Februar

Februar 25, 2008

SWR, 22.30

betrifft: Heilbronner Polizistenmord – Die Jagd nach einem Phantom (D 2007, R.: Stefan Maier, Stefan Rocker)

Drehbuch: Stefan Maier, Stefan Rocker

Doku über den Mord an einer Polizistin in Heilbronn im April 2007. Die einzige Spur der Polizei führt zu einer Frau, die seit Jahrzehnten in mehreren EU-Staaten Verbrechen begeht und von der die Polizei nur die DNS hat.

Wiederholung

Mittwoch, 27. Februar, 13.45 Uhr

Hinweis

SWR zur Doku


TV-Tipp für den 24. Februar

Februar 24, 2008

BR, 23.45

Mythos Hollywood (D 1999, R.: Eckhart Schmidt)

Drehbuch: Eckhart Schmidt

In seiner spielfilmlangen Doku wirft Schmidt einen Blick hinter die Kulissen der Traumfabrik und zeigt, dass sie zu Recht als Fabrik bezeichnet wird.

Nach dem tristen Blick hinter die Kulissen geht’s dann zu Pro 7 (Hm, vielleicht besser zu einem amerikanischen oder britischen Sender. Denn dort fehlt die deutsche Moderation.) und zur glamourösen Oscar-Verleihung.

Hinweise

BR zur Doku

Offizielle Oscar-Seite


TV-Tipp für den 23. Februar

Februar 23, 2008

Britischer Humor oder Ein Abend mit Alfred Hitchcock:

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ARD, 22.55

Frenzy (GB 1972, R.: Alfred Hitchcock)

Drehbuch: Anthony Shaffer

LV: Arthur La Bern: Goodbye Piccadilly, Farewell Leicester Square, 1966 (Frenzy)

Ein Frauenmörder versetzt ganz London in Panik. Die Polizei tappt im Dunkeln. Und ein Unschuldiger kennt den richtigen Täter: seinen besten Freund.

Oder in Hitchcocks Worten: „Frenzy ist die Geschichte eines Mannes, der impotent ist und sich deshalb durch Mord ausdrückt.“

Hitchcocks vorletzter Film, seine Rückkehr nach London und seine Rückkehr in die Kritikerherzen, nachdem er seit „Die Vögel“ (1963) nichts wirklich weltbewegendes präsentierte. Zum Beispiel: „wunderbar komisches Drehbuch“ (New York Times), „Der strahlende Beweis, dass jeder, der einen spannenden Film macht, immer noch ein Lehrling dieses Meisters ist“ (Time Magazine), „Frenzy ist das reine Hitchcock-Festival“ (Harris/Lasky) – Ich konnte diese Euphorie nie teilen. Denn alle Beziehungen sind steril oder enden mit Mord. „Frenzy ist bis zum letzten Bild eine hermetische und kalt negative Vision des menschlichen Daseins.“ (Donald Spoto)

Mit Jon Finch, Barry Foster, Barbara Leigh-Hunt

 

ARD, 00.55

Immer Ärger mit Harry (USA 1955, R.: Alfred Hitchcock)

Drehbuch: John Michael Hayes

LV: John Trevor Story: The trouble with Harry, 1949

Einige anständige Menschen im beschaulichen, herbstlichen Vermont fühlen sich für Harrys Tod verantwortlich und wollen seine Leiche verschwinden lassen. Aber Harry taucht immer wieder auf, – besonders in den unpassendsten Momenten.

Hitchcocks Lieblingsfilm hält sich eng an das Buch; eine brillante satirische Untersuchung menschlichen Verhaltens. Entsprechend schwarz ist der Humor. Das Understatement des Films wird auch durch Bernard Herrmans Musik (seine erste Zusammenarbeit mit Hitchcock) unterstützt.

Mit Shirley MacLaine, John Forsythe, Edmund Gwenn, Mildred Natwick, Jerry Nathers


Der Langweiler „Fleisch“

Februar 21, 2008

Fleisch (Südafrika 2007, R.: Oliver Schmitz)

Drehbuch: Thomas Gaschler

LV: Rainer Erler: Fleisch, 1980

Mit Theresa Scholze, Sebastian Ströbel, Tony Kgoroge, Susan Danford     

 

Es gibt gute Remakes. Wirklich. Aber „Fleisch“ reiht sich brav in der Schlange ‚Man muss das Original nicht kennen, um zu wissen, dass das ein schlechter Film ist’ ein. Die Story dürfte bekannt sein: ein junges Paar verbringt in Südafrika seinen Urlaub. Bereits am ersten Urlaubstag wird er von Organhändlern entführt. Sie will ihn befreien.

In den Händen von Pro 7 wird daraus ein schlechtes B-Picture mit all den Dingen, die zu schlechten Filmen gehören. Schnell werden nur noch die Minuspunkte gezählt. Dazu gehören:

          Die Freundin kann, ohne zu Schwitzen, stundenlang durch die sengend heiße Wüste laufen.

          Sie verhält sich immer wieder höchst dämlich. Aber vielleicht müssen rehäugige Blondinen so sein.

          Die Bösen verhalten sich auch nicht vernünftiger.

          Die Township-Bewohner sprechen alle akzentfreies Deutsch.

          Die plakativen Dialoge sind erbärmlich schlecht.

          Die Story hat mehr Löcher als ein Schweizer Käse.

          Die Actionszenen sind lachhaft.

          Die Sets sehen immer aus wie Sets.

          Grobe Anschlussfehler halten mit Fragen ‚Wo ist die Akte jetzt hin?’ wach.

          Die Schauspieler bewerben sich alle für den Preis ‚Schlechtester Schauspieler des Jahres’.


TV-Tipp für den 22. Februar

Februar 21, 2008

Das Vierte, 22.30

Die gefürchteten Vier (USA 1966, R.: Richard Brooks)

Drehbuch: Richard Brooks

LV: Frank O’Rourke: A mule for the Marquesa, 1964 (später “The Professionals”)

Mexiko 1917: ein texanische Öl- und Viehmillionär engagiert vier Söldner seine von einem mexikanischen Revolutionär und Banditenführer entführte Frau zu befreien. Die vier Profis machen sich auf den Weg.

Viel zu selten gezeigter Western-Klassiker. Richard Brooks Film „The Professionals“ ist gleichzeitig eine Heroisierung und zynische Demontage des professionellen Kriegshandwerks. Einer von Brooks besten, vielleicht sogar sein bester, Film.

Mit Burt Lancaster, Lee Marvin, Robert Ryan, Woody Strode, Claudia Cardinale, Jack Palance, Ralph Bellamy


Neu im Kino: Helden der Nacht

Februar 21, 2008

Helden der Nacht (USA 2007, R.: James Gray)

Drehbuch: James Gray

Stilsicherer, an das Kino der Siebziger erinnernder, 1988 in New York spielender Polizeithriller über zwei Brüder: der eine folgt der Familientradition und wird Polizist; der andere Discobesitzer und Verbrecher. Jetzt steht der Discobesitzer vor der Frage, ob er vollständig mit seiner Familie brechen soll.

„Helden der Nacht hat alle Ingredienzien eines Genrethrillers. Mehr noch, Gray scheint einigen dieser Klassiker seine Reverenz erweisen wollen. In seinen besten Momenten ruft Helden der Nacht Erinnerungen an die Korruptionsthriller Sidney Lumets oder die dreckigen kleinen Nachtfilme Scorseses wach.“ (epd Film 2/2008)

Mit Joaquin Phoenix, Mark Wahlberg, Eva Mendes, Robert Duvall, Tony Musante

Hinweise:

Amerikanische Homepage zum Film

Film-Zeit über „Helden der Nacht“

Film & Video: Interview mit James Gray über Stuntmen und digitale Bildbearbeitung

Salon Conversations: Podcast mit James Gray 

Dark Horizons: Interview mit James Gray 


TV-Tipp für den 21. Februar

Februar 21, 2008

Pro 7, 20.45

Fast Track – No Limits (D 2007, R.: Axel Sand)

Drehbuch: Lee Goldberg

Ein Cop und ein Ex-Fluchtwagenfahrer treffen sich in Berlin bei illegalen Autorennen. Gemeinsam balzen sie um die Organisatorin herum und kloppen sich mit einem Russen-Mafiosi.

Die Story ist natürlich eine schamlose „The Fast and the Furios“-Kopie. Die Action-Szenen, produziert wurde der Film von der „Alarm für Cobra 11“-Firma, sind natürlich gelungen.

Die Monk-Bücher von Lee Goldberg haben mir sehr gut gefallen. Seinen Blog besuche ich regelmäßig. Goldberg schrieb dort viel über die gute Zusammenarbeit und dass „Fast Track – No Limits“ bei der richtigen Quote in Serie gehen soll. Das Making-of, das schon länger auf You Tube zu sehen ist, ist ein typisches Making-of, das sich vor allem auf die Action-Szenen konzentriert und diese mit den üblichen Blurbs anreichert. Und der Trailer verspricht was Trailer versprechen.

Jedenfalls bin ich auf diese Action-Concept-Produktion gespannt. Auch wenn „Quotenmeter“ verdächtig begeistert; „TV Spielfilm“ und „tip“, erwartungsgemäß, absolut nicht begeistert sind.

Mit Erin Cahill, Andrew Walker, Alexia Barlier, Joseph Beattie, Ill-Young Kim

Hinweise:

Homepage von Lee Goldberg (mit  weiteren Infos zu „Fast Track – No Limits“)

Meine Besprechung von „Mr. Monk und die Montagsgrippe“ (Mr. Monk and the Blue Flu, 2007) von Lee Goldberg

Meine Besprechung von “Mr. Monk besucht Hawaii“ (Mr. Monk goes to Hawaii, 2006) von Lee Goldberg

Meine Besprechung von „Mr. Monk und die Feuerwehr“ (Mr. Monk goes to the Firehouse, 2006) von Lee Goldberg


TV-Tipp für den 20. Februar

Februar 20, 2008

ARD, 20.15

Sophie Scholl – Die letzten Tage (D 2005, R.: Marc Rothemund)

Drehbuch: Fred Breinersdorfer

Das sei Schulfernsehen, sagte Breinersdorfer, als Rothemund ihm vorschlug die letzten Tage der Geschwister Scholl zu verfilmen. Dann vertiefte er sich in die Protokolle der Verhöre und schrieb das Drehbuch zu einem von Kritikern, Kollegen und Publikum hochgelobten Film. Über eine Million sahen „Sophie Scholl – Die letzten Tage“ in den deutschen Kinos.

Mit Julia Jentsch, Alexander Held, Fabian Hinrichs, Jörg Hube

Wiederholung

Donnerstag, 21. Februar, 10.03 Uhr

Hinweise

Homepage von Fred Breinersdorfer

Das Parlament: Interview mit Fred Breinersdorfer zu „Sophie Scholl – Die letzten Tage“

Meine Besprechung von „Das Hurenspiel – Ein Fall für Abel“ von Fred & Léonie-Claire Breinersdorfer


TV-Tipp für den 19. Februar

Februar 19, 2008

SWR, 00.00

Der Obrist und die Tänzerin (USA/E 2002, R.: John Malkovich)

Drehbuch: Nicholas Shakespeare

LV: Nicholas Shakespeare: The Dancer upstairs, 1995 (Der Obrist und die Tänzerin)

Irgendwo in den Anden: Polizist Augustin soll eine Gruppe von Terroristen bekämpfen und gerät zwischen die Fronten.

Malkovichs Regiedebüt ist ein, trotz gewisser Schwächen, beeindruckender Politthriller.

„Die Verfilmung von Nicholas Shakespeares gleichnamigem Roman ist eine politisch und psychologisch spannende Auseinandersetzung mit Gewalt und Gegengewalt, Terror und Gegenterror. In jedem Moment spürt man die Spirale der Hoffnungslosigkeit, auch die Ursachen des Übels werden nicht verschwiegen. Javier Bardem brilliert als zwischen Staatsloyalität und Liebe zerrissener Mann.“ (Margret Köhler, Film-Jahrbuch 2004)

Mit Javier Bardem, Laura Morante


TV-Tipp für den 18. Februar

Februar 18, 2008

Ist „Fleisch“ ein weiteres Remake, das die Welt nicht braucht? Nach 115 Minuten (mit Werbung) wissen wir es:

Pro 7, 20.15

Fleisch (Südafrika 2007, R.: Oliver Schmitz)

Drehbuch: Thomas Gaschler

LV: Rainer Erler: Fleisch, 1980

Der billige Südafrika-Urlaub von Frank und Marisa wird, nachdem Frank von Organhändlern entführt wird, zum Horrortrip.

Braucht wirklich jemand dieses Remake von Rainer Erlers immer noch spannendem Thriller? Nach den Vorberichten: Nein. Nein. Und nochmals Nein.

Mit Theresa Scholze, Sebastian Ströbel, Tony Kgoroge, Susan Danford     

Wiederholung:

Samstag, 23. Februar, 02.20 Uhr (Taggenau!)

Hinweise:

Homepage von Rainer Erler

Lexikon der Deutschen Krimiautoren über Rainer Erler

Pro 7 zum Film (nicht sonderlich informativ, aber immerhin einige, eher abschreckende, Bilder aus dem Fernsehfilm)


TV-Tipp für den 17. Februar

Februar 17, 2008

SRTL, 22.15

Columbo: Blumen des Bösen (USA 1972, R.: Boris Sagal)

Drehbuch: Jonathan Latimer

Onkel Jarvis, Orchideenzüchter und Verwalter des Familienvermögens, schlägt dem in finanziellen Nöten steckenden Playboy Goodland eine fingierte Entführung vor. Aber Goodland bleibt für immer verschwunden. Oder wird Columbo ihn finden?

Diese natürlich äußerst gelungene Columbo-Folge (Plot gut, Dialoge gut, Schauspieler dito) ist das letzte Drehbuch des Pulp-Autors. Joseph Latimer schrieb auch Drehbücher für die langlebige Perry Mason-Serie mit Raymond Burr.

Mit Peter Falk, Ray Milland

Hinweise:

Krimi-Couch über Jonathan Latimer

Mystery File (John Fraser sehr ausführlich) über John Latimer

Kirjasto über Jonathan Latimer

Thrilling Detective über Jonathan Latimer


TV-Tipp für den 16. Februar

Februar 16, 2008

Auf der Berlinale erhält Francesco Rosi den Goldenen Ehrenbär und die Hommage ist ihm gewidmet. Das hat sicher beim BR zu diesem Abend geführt:

BR, 20.15/01.30 (VPS 01.29)

Die Macht und ihr Preis (I/F 1976, R.: Francesco Rosi)

Drehbuch: Francesco Rosi, Tonino Guerra, Lino Jannuzi

LV: Leonardo Sciascia: Il contesto – Una parodia, 1971 (Tote Richter reden nicht, Die Macht und ihr Preis, Der Zusammenhang – Eine Parodie)

Inspektor Rogas stößt bei der Suche nach dem Mörder zweier Richter und eines Staatsanwaltes auf ein die höchsten Kreise betreffendes Komplott.

Ein starbesetzter Klassiker unter den Polit-Thrillern der Siebziger.

Mit Lino Ventura, Alain Cuny, Charles Vanel, Max von Sydow, Fernando Rey

 

BR, 22.15

Lucky Luciano (I/F 1973, R.: Francesco Rosi)

Drehbuch: Francesco Rosi, Lino Jannuzi, Tonino Guerra

Material/Buch zum Film: Lino Jannuzzi, Francesco Rosi: Lucky Luciano, 1973

Überzeugendes Biopic über den Mafiosi Salvatore “Lucky” Luciano.

Mit Gian Maria Volonté, Rod Steiger, Charles Siragusa, Edmond O’Brien

Wiederholung:

3sat, Montag, 18. Februar, 00.45 Uhr (Taggenau!)

 

BR, 00.00

Francesco Rosi – Momente der Wahrheit (D 2002, R.: Eckhart Schmidt)

Drehbuch: Eckhart Schmidt

Spielfilmlange Doku über Francesco Rosi

Mit Francesco Rosi, Rod Steiger, Lino Ventura


TV-Tipp für den 15. Februar

Februar 15, 2008

RTL II, 22.25

Training Day (USA 2001, R.: Antoine Fuqua)

Drehbuch: David Ayer

Düsterer Cop-Krimi über Gangkriminalität und ihre Bekämpfung in Los Angeles: Alonzo Harris zeigt Jake Hoyt am ersten Arbeitstag wie die Arbeit eines Undercover-Cop gegen Drogen- und Gangkriminalität abläuft. Dummerweise ist Harris selbst ein Gangster mit Dienstmarke, der nach dem Motto „Nur wenn du selbst wie ein Wolf bist, kannst du einen Wolf fangen“ arbeitet.

„Ein rasant und konsequent inszenierter Film voll Gewalt und Brutalität. Konsumierbar einerseits als zynisches Actionspektakel, das bloß altbekannte Genretypen weiterentwickelt, aber auch verstehbar als Spiegelung und Reflexion aktueller Debatten über Polizeimethoden, moralische Dilemmata und die Durchsetzbarkeit demokratischer Spielregeln gegenüber Clannormen, die sich freilich potenziellen Missverständnissen aussetzt.“ (Multimedia, 13. Dezember 2001)

Denzel Washington erhielt für seine Rolle als Cop Harris den Oscar für die beste Hauptrolle und einige weitere Preise. David Ayer schrieb danach den ähnlich gelagerten Cop-Thriller „Dark Blue“.

Die in „Training Day“ und „Dark Blue“ angesprochenen Themen werden in der grandiosen Cop-Serie „The Shield“ noch konsequenter und pessimistischer durchbuchstabiert.

Mit Denzel Washington, Ethan Hawke, Scott Glenn, Cliff Curtis, Dr. Dre, Snoop Dogg, Tom Berenger, Eva Mendes, Macy Gray

Wiederholung:

Sonntag, 17. Februar, 00.00 Uhr (Taggenau!)

Hinweise:

Offizielle Seite zu „Training Day“

David Ayer: Training Day (Drehbuchfassung vom 18. August 1999)

David Ayer: Training Day (Drehbuchfassung vom April 2001)

IGN: Zehn Fragen an David Ayer

ScreenwritersUtopia: Kurzbio David Ayer (2003)


Neu im Kino: John Rambo

Februar 14, 2008

John Rambo (USA 2007, R.: Sylvester Stallone)

Drehbuch: Sylvester Stallone, Art Monterastelli

LV: Charakter von David Morrell

Nach der kommerziell erfolgreichen Rückkehr von „Rocky“ schickt Sylvester Stallone seinen zweiten an der Kinokasse erfolgreichen Charakter, den Vietnamveteran John Rambo, in sein neuestes Abenteuer. Dieses Mal befreit er im burmesischen Dschungel christliche Missionare aus den Händen von Söldnern.

Der neunzigminütige Metzelfilm (Rambo tötet 108 Gegner; insgesamt gibt es 236 Tote und damit den höchsten Bodycount in einem Rambo-Film) erhielt erst nachdem der Warner-Verleih etwas über eine Minute aus dem Film herausschnitt die „Keine Jugend“-Freigabe. In Österreich läuft er ungekürzt im Kino.

Insgesamt scheint „John Rambo“ gekonnt an das Action-Kino der Achtziger anzuknüpfen: brutal, hirnlos, psychologiefrei, ironiefrei und mit handgemachter Action.

Rambo-Erfinder David Morrell war jedenfalls positiv überrascht vom vierten Rambo-Film:

It’s spot-on in terms of how I imagined the character: angry, burned-out, and filled with self-disgust because he hates what he is and yet knows it’s the only thing he does well. (…) It’s not a 4-star movie — the villains are too superficial. But this is a solid three stars.  (…)

I was surprised to discover that Stallone, who directed, gives me an additional credit. The contractual one is a single card „created by“ credit before the names of the screenwriters. But then, at the end, after the final surprising, poetic, redeeming sequence, another credit says „From the novel First Blood by David Morrell.“ That’s not the way Hollywood usually treats a novelist.

To say again, the violence is a solid R, but the intent in terms of the character is serious. I was blown away.

Mit Sylvester Stallone, Julie Benz, Matthew Marsden

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Amerikanische Homepage zum Film

Film-Zeit über „John Rambo“

Meine Besprechung von David Morrells „Creepers“


TV-Tipp für den 14. Februar

Februar 14, 2008

HR, 23.55 (VPS 23.10)

Die Rechnung ging nicht auf (USA 1956, R.: Stanley Kubrick)

Drehbuch: Jim Thompson, Stanley Kubrick

LV: Lionel White: Clean Break, 1955 (später „The killing“, deutsch “Der Millionencoup“)

Ex-Sträfling Johnny Clay will mit einigen Amateuren die Wettgelder während eines Pferderennens klauen. Der minutiös geplante Coup läuft nach Plan ab. Dann geht alles schief.

Grandioses, düsteres Caper-Movie und der endgültige Durchbruch für Kubrick. Im Gegensatz zu anderen Caper-Movies wird die Handlung im Buch und im Film nicht chronologisch, sondern mit zahlreichen Vor- und Rücksprüngen erzählt. Und der Überfall wird, zusammengehalten von einer atemberaubenden Montage, aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Mit seinen Diskontinuitäten und Dekonstruktionen ist „Die Rechnung ging nicht auf“ ein Vorläufer des postmodernen Kinos.

Einer von Kubricks Schülern ist Quentin Tarantino, der diesen Film in „Reservoir Dogs“ ausführlich würdigte. Im Drehbuch ist sogar eine – im Film nicht gezeigte – Widmung an Lionel White enthalten.

Mit Sterling Hayden, Coleen Gray, Vince Edward, Jay C. Flippen, Elisha Cook jr.

Hinweise:

Mordlust über Lionel White

Noir of the Week über „The Killing“ (mit Filmausschnitten) 

Turner Classic Movies über “The Killing”


TV-Tipp für den 13. Februar

Februar 13, 2008

Das Vierte, 20.15

Der Andeson-Clan (USA 1970, R.: Sidney Lumet)

Drehbuch: Frank Pierson

LV: Lawrence Sanders: The Anderson Tapes, 1970 (Die Anderson-Bänder)

Einbruchspezialist Duke Anderson, gerade frisch aus dem Knast entlassen, plant seinen letzten, großen Coup. Aber er und seine Kumpels werden pausenlos überwacht.

In seinem auf Tatsachen beruhenden Kassenknüller zeichnet Lumet ein düsteres Bild einer totalen Überwachung der Gesellschaft. Weil die verschiedenen staatlichen Stellen, die das Gebäude überwachen, keinen Kontakt zueinander haben und jeweils eigene Interessen verfolgen, können sie mit den belauschten Gesprächen nichts anfangen.

Der Roman von Lawrence Sanders erhielt den Edgar für das beste Debüt.

Mit Sean Connery, Dyan Cannon, Martin Balsam, Ralph Meeker, Christopher Walken, Val Avery

Hinweise:

Thrilling Detective über Lawrence Sanders 

Nachruf in der New York Times 


TV-Tipp für den 12. Februar

Februar 12, 2008

BR, 23.25

Die Kinder sind tot (D 2003, R.: Aelrun Goette)

Drehbuch: Aelrun Goette

Eindrückliche Doku über die 23-jährige Daniela Jesse, die im Sommer 1999 ihre beiden Söhne in einem Plattenbau in Frankfurt/Oder verdursten lässt. Aelrun Goette rekonstruiert die Tat und wie es dazu kommen konnte.

„Was ich erlebt habe, war eine Art Zustand des Wegschauens und dann diese unglaubliche Banalität; weil der gerade nicht dort war und der mit dem gerade sauer war und Kinder ja immer Radau machen undsoweiter…Es gab eine Summe von Elementen, die dann dazu geführt haben, dass sich niemand um die Kinder gekümmert hat. Was überhaupt nichts Dämonisches, sondern eben etwas unglaublich Banales hat. Das hat mich erschreckt.“ (Aelrun Goette in 3sat Kulturtzeit)

Wiederholung:

WDR, Donnerstag, 21. Februar, 23.15 Uhr

Hinweis:

3sat über die Doku