Das selbstverständlich kostenlose Symposium in der Deutschen Kinemathek (S/U-Bahnhof Potsdamer Platz, Berlin) untersucht die Geschichte des deutschen Thrillers und setzt sich mit aktuellen Entwicklungen und Tendenzen in Film und Fernsehen auseinander.
Das umfangreiche Programm erfreut das Herz des Genrejunkies:
Donnerstag, 7. Oktober 2010
18.30 Uhr
Einführungsvortrag Von der Lust zum Genre
Hans-Christoph Blumenberg, Regisseur und Drehbuchautor
Filmvorführung AM TAG ALS DER REGEN KAM (BRD 1959, Regie: Gerd Oswald)
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Freitag, 8. Oktober 2010
10.00 Uhr
Geschichte des Genres – Das Konzept „Genre“
Malte Hagener, Institut für Medienwissenschaft, Philipps-Universität Marburg
Genreformen und Genrewandel im deutschen Film
Michael Wedel, Studiengang Medienwissenschaft, HFF „Konrad Wolf“ Potsdam
Moderation: Britta Hartmann
12.00 Uhr
Einflüsse und Inspirationen – Genres mischen
Jan Distelmeyer, Studiengang Europäische Medienwissenschaft (Fachhochschule und
Universität Potsdam), Fachhochschule Potsdam
Genre und Autorenfilm
Stefan Pethke, Kunst der Vermittlung, Entuziazm e.V.
Moderation: Michael Wedel
15.00 Uhr
Elemente des Genres – Positionen der Beobachtung. Zu Figurenkonstellationen bei Thomas Arslan, Benjamin Heisenberg und Christian Petzold
Bert Rebhandl, Filmkritiker
„Berlin ist das Paradies“: Inszenierung der Stadt in Dominik Grafs IM ANGESICHT DES VERBRECHENS und Thomas Arslans IM SCHATTEN
Britta Hartmann, Institut für Sprach-, Medien- und Musikwissenschaft, Universität Bonn
Moderation: Jan Distelmeyer
17.00 Uhr
Aktuelles Kino in Deutschland
Thomas Arslan, Regisseur und Drehbuchautor,
im Gespräch mit Claudia Lenssen, Filmkritikerin
18.00 Uhr
Filmvorführung IM SCHATTEN (D 2010, Regie: Thomas Arslan)
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Samstag, 9. Oktober 2010
10.00 Uhr
Neue Formen des Seriellen im Fernsehen – „No one wins. One side just loses more slowly“: Das (Erzähl-) Prinzip Hoffnungslosigkeit in der Polizeiserie THE WIRE
Kathi Gormász, Institut für zeitbasierte Medien, Universität der Künste Berlin
KDD-KRIMINALDAUERDIENST – Das Brüchige im Krimigenre
Kathrin Rothemund, Institut für Angewandte Medienforschung, Leuphana Universität
Hattendorf (Redaktionsleiter, SWR-Tatorte), Andreas Kilb, Barbara Schweizerhof
(Filmkritikerin)
Gesprächsleitung: Hans Helmut Prinzler (Akademie der Künste)
15.00 Uhr
Filmvorführung IM ANGESICHT DES VERBRECHENS, Teil 1-5 (D 2008-2010, Regie: Dominik Graf, 245 Minuten; – also Sitzfleisch benötigt)
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Sonntag, 10. Oktober 2010
Kino Arsenal, Filmhaus, 2. UG
10.30 Uhr
Filmvorführung IM ANGESICHT DES VERBRECHENS, Teil 6-10 (D 2008-2010, Regie: Dominik Graf, 245 Minuten; – frühes Aufstehen, viel Kaffee und bei Sonnenuntergang mit glasigem Blick das Kino verlassen und gleich in das nächste Kino taumeln)
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Anmeldung bis zum 4. Oktober bei Susanne Ruppelt, T.+49 (30) 300 903-12, sruppelt@deutsche-kinemathek.de
Mit „Attica“ beenden Ken Bruen und Jason Starr furios die Trilogie über die beiden Genies Max Fisher und Angela Petrakos. In „Flop“ versuchte er seine Frau ermorden zu lassen, um mit seiner großbusigen Sekretärin abzuhauen. Der Plan ging schief und in „Crack“ versuchten Max und Angela allein über die Runden zu kommen. Auch in „Attica“ gehen sie die meiste Zeit getrennte Wege. Denn Max Fisher sitzt in Attica und arbeitet sich, gut präpariert mit einigen Knastfilmen und Büchern, in der Knasthierarchie nach oben. Das gelingt ihm mit seinem angeborenen Talent, jede Situation konsequent falsch einzuschätzen und sich selbst, als Nabel der Welt, konsequent zu überschätzen. Seine ehemalige Sekretärin Angela Petrakos steckt dagegen in einer ausgewachsenen Midlife-Crisis (so nach der Art: „Ich bin dreißig, habe große Titten und mein Leben versaut.“) und gerät in Griechenland in eine wirklich üble Mordgeschichte, die sie über den Umweg griechischer Knast zurück in die USA verschlägt. Denn Max soll ihr helfen. Dass er im Knast sitzt, weiß sie allerdings nicht..
„Attica“ ist die konsequente, schwarzhumorig-durchgeknallte Fortsetzung von „Flop“ und „Crack“. Wieder garnieren Ken Bruen und Jason Starr die Story mit vielen Zitaten und Anspielungen, bevorzugt natürlich auf Noirs, Krimis und Kollegen. Das macht Spaß und bringt einen höchst kurzweilig durch einen verregneten Nachmittag. Bei all dem Wahnsinn und Chaos, das die beiden Herren anrichten, ist zu hoffen, dass sie sich bald für ein weiteres Gemeinschaftswerk zusammensetzen.
Bis dahin kann man, wenn man auf schwarzhumorige Noirs steht, mit Ken Bruens grandioser Jack-Taylor-Reihe trösten.
Denn Jason Starr hat sich in seinen Solowerken inzwischen vom Noir verabschiedet. Seine letzten Bücher haben über fünfhundert Seiten und sind deutlich mainstreamiger. „Panik“ hat über 560 Seiten und im Mittelpunkt steht keine gescheiterte Existenz, sondern der geachtete, glücklich verheiratete, knapp fünfzigjährige Psychologe und Vater Adam Bloom. Eines Abends dringen zwei Einbrecher in sein gut gesichertes Vorstadthaus ein. Er erschießt in Panik den einen. Der andere kann flüchten und er will sich an Adam Bloom rächen. Er macht sich an Blooms 22-jährige Tochter Marissa heran.
Schon in seinem vorherigen Roman „Stalking“ setzte Jason Starr weniger auf hohes Erzähltempo und überraschende Plotwendungen, als auf die genaue psychologische Zeichnung seiner Charaktere. In „Panik“ experimentiert er zunehmend mit wechselnden Perspektiven, die er nicht parallel, sondern hintereinander abarbeitet. So wird der Einbruch und das anschließende Verhör zuerst aus der Sicht des Vaters erzählt. Anschließend springt Starr zurück und erzählt diese Ereignisse aus der Sicht der Tochter.
Nachtrag (16. September): Da sind mir doch tatsächlich einige Termine durch die Lappen gegangen (Tja, der Horizont eines echten Berliners endet an der Mauer, äh, an der Staadtgrenze):
Eigentlich wollte ich einen langen, schönen Text über Don Winslow und seine erste (?) Lesetour in Deutschland schreiben, aber mangelhafte Planung (Aufschieberitis) und wichtige Dinge (Solitär. Solitär. Und, öh, Solitär.) haben das verhindert.
Daher gibt’s jetzt nur die harten Fakten, leicht aufgehübscht:
Don Winslow, der sich in den vergangenen Jahren zum Chronisten der kalifornischen Surferszene, entwickelte,stellt in den kommenden Tagen in Deutschland sein bereits 2005 erschienenes Opus Magnum (Fremdwort für „verdammt dickes Buch“) „Tage der Toten“ (erscheint demnächst) und sein fast neuestes Buch „Pacific Paradise“ vor. In den USA ist nämlich vor wenigen Tagen sein wirklich neuester Roman „Savages“ erschienen.
In „Pacific Paradise“ soll der bereits aus „Pacific Private“ bekannte Surfer und Teilzeit-Privatdetektiv Boone Daniels für die Verteidigung das Geständnis von Corey Blasingame überprüfen. Blasingame ist angeklagt die Surferlegende Kelly Kuhio umgebracht zu haben. Selbstverständlich sind seine Surferkumpels, die Dawn Patrol, von diesem Auftrag nicht begeistert. Besonders nachdem Boone Daniels nicht mehr hundertprozentig von der Blasingames Schuld überzeugt ist, wollen sie nichts mehr mit ihm zu tun haben.
Zur gleichen Zeit beauftragt ihn der vermögende Dan Nichols, ein Mitglied der Gentlemen’s Hour (aka die alten Surfer, die die meiste Zeit am Strand herumhängen), seine Frau zu überwachen. Er glaubt, dass sie ihn betrügt. Sie tut’s und kurz darauf wird ihr Liebhaber ermordet.
„Pacific Paradise“ bewegt sich in den vertrauten Bahnen des Privatdetektiv-Krimis. Denn dass Boone Daniels sich bei seinen Ermittlungen gewaltig in die Scheiße hineinreitet, dürfte niemand überraschen. Ebensowenig, dass seine Auftraggeber ihn für ihre Zwecke benutzen wollen, dass San Diego korrupt ist und dass die Utopie vom sauberen Surferleben brüchig ist.
Don Winslow erzählt „Pacific Paradise“ in seinem wunderschön entspannten Tonfall, der aus der bekannten, kleinen Geschichte ein kurzweiliges Vergnügen macht. .
Mit „Tage der Toten“ beendete Don Winslow 2005 seine sechsjährige Veröffentlichtlichungspause. Das siebenhundertseitige engbedruckte, für den Macavity-Preis nominierte Werk ist, ein vor dem Hintergrund der Iran-Contra-Affäre spielender Krimi über den Drogenhandel in Kalifornien und Mexiko. US-Drogenfahnder Art Keller will mit allen Mitteln die mexikanische Drogenmafia zur Strecke bringen.
James Ellroy meint zu dem Roman: „’The Power of the Dog‘ is the first great dope novel since ‚Dog Soldiers‘ thirty years ago. It’s frightening and sad, with a superbly sustained intensity. It’s a beautiful compressed vision of hell, with all its attendant moral madness.“
Und welcher Sterbliche würde schon James Ellroy widersprechen?
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Don Winslow: Pacific Paradise
(übersetzt von Conny Lösch)
Suhrkamp, 2010
400 Seiten
9,95 Euro
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Originaltitel
The Gentlemen’s Hour
William Heinemann, 2009
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Don Winslow: Tage der Toten
(übersetzt von Chris Hirte)
Suhrkamp, 2010
704 Seiten
14,95 Euro (erscheint am 20. September 2010)
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Originaltitel
The Power of the Dog
Alfred A. Knopf, 2005
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Don Winslow auf der Suhrkamp-Welle
Pacific Private, 2009 (The Dawn Patrol, 2008)
Frankie Machine, 2009 (The Winter of Frankie Machine, 2006)
Pacific Paradise, 2010 (The Gentlemen’s Hour, 2009)
Tage der Toten (The Power of the Dog, 2005 – erscheint offiziell am 20. September 2010)
Don Winslow und die „Tage der Toten“ in Deutschland
Es ist schon einige Tage her, aber aus reiner Chronistenpflicht und weil die jährlich auf der WorldCon von den amerikanischen Science-Fiction-Fans vergebenen Hugos einer der renommiertesten SF-Preise sind und weil „Die Stadt & Die Stadt“ auch ein Krimi ist (behaupte ich mal nach der intensiven Lektüre des Klappentextes), liefere ich hier vollständige Liste:
Best Novel
The City & The City (Die Stadt & Die Stadt, Bastei Lübbe), von China Miéville (Del Rey; Macmillan UK)
The Windup Girl, von Paolo Bacigalupi (Night Shade)
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Best Novella
Palimpsest, von Charles Stross (Wireless; Ace, Orbit)
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Best Novelette
The Island, von Peter Watts (The New Space Opera 2; Eos)
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Best Short Story
Bridesicle, von Will McIntosh (Asimov’s 1/09)
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Best Related Book
This is Me, Jack Vance! (Or, More Properly, This is “I”), vonJack Vance (Subterranean)
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Best Graphic Story
Girl Genius, Volume 9: Agatha Heterodyne and the Heirs of the Storm, von Kaja und Phil Foglio und Cheyenne Wright (Airship Entertainment)
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Best Dramatic Presentation, Long Form
Moon, Drehbuch: Nathan Parker (nach einer Geschichte von Duncan Jones); Regie: Duncan Jones (Liberty Films)
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Best Dramatic Presentation, Short Form
Doctor Who: “The Waters of Mars”, Drehbuch: Russell T Davies und Phil Ford; Regie: Graeme Harper (BBC Wales)
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Best Editor Long Form
Patrick Nielsen Hayden
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Best Editor Short Form
Ellen Datlow
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Best Professional Artist
Shaun Tan
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Best Semiprozine
Clarkesworld, herausgegeben von Neil Clarke, Sean Wallace und Cheryl Morgan
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Best Fan Writer
Frederik Pohl
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Best Fanzine
StarShipSofa, herausgegeben von Tony C. Smith
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Best Fan Artist
Brad W. Foster
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John W. Campbell Award for Best New Writer (presented by Dell Magazines)
Ein Film aus der auf dem Symposium „Verbotene Filme“ gezeigten Mashup-Rolle:
Herbert Reinecker gab später, als „Todesboten“ im TV ausgestrahlt werden sollte, sein Einverständnis für diese Bearbeitung der von ihm erfundenen TV-Serie.
Ich bin noch erschöpft vom Symposium „Verbotene Filme“ (dazu später mehr). Deshalb gibt es ohne große Worte den Hinweis auf meine bei den Alligatorpapieren erschienenen TV-Krimi-Buch-Tipps (Der Dank für die Bilder geht an den gierigen Alligator Alfred):
In den kommenden beiden Wochen gibt es auch einige lange nicht mehr gezeigte, sehenswerte Morde. Das Einschalten des Fernsehers (oder Programmieren des Rekorders) lohnt sich bei Lars Beckers „Tatort: Dschungelbrüder“, Michael Crichtons Robin-Cook-Verfilmung „Coma“ (Gute Besserung, Michael Douglas.), Claude Pinoteaus Francis-Ryck-Verfilmung „Ich – Die Nummer eins“, Constantin Costa-Gavras Donald-E.-Westlake-Verfilmung „Die Axt“, Jean-Pierre Melvilles Pierre-Lesou-Verfilmung „Der Teufel mit der weißen Weste“, Jean-Luc Godards Dolores-Hitchens-Verfilmung „Die Außenseiterbande“, Claude Sautets Claude-Néron-Verfilmung „Das Mädchen und der Kommissar“ (Uff, das war’s mit den Franzosen.), Fernando Meirelles‘ erstaunlich lange nicht mehr gezeigte John-le-Carré-Verfilmung „Der ewige Gärtner“, Robert Harmons Robert-B.-Parker-Verfilmung „Jesse Stone – Eiskalt“, David Cronenbergs John-Wagner/Vince-Locke-Verfilmung „A History of Violence“, Martin Enlens Friedrich-Ani-Verfilmung „Tatort: A gmahde Wiesn“, Robert Aldrichs Mickey-Spillane-Verfilmung „Rattennest“, Stuart Rosenbergs Donn-Pearce-Verfilmung „Der Unbeugsame“, Dominik Grafs Uwe-Erichsen-Verfilmung „Die Katze“, Matthew Vaughns J.-J.-Connolly-Verfilmung „Layer Cake“, Michael Ciminos Robert-Daley-Verfilmung „Im Jahr des Drachen“ und Alfred Hitchcocks Robert-Bloch-Verfilmung „Psycho“.
Unglaublich, aber wahr: Tenorsaxophonist Sonny Rollins wird Achtzig. Seit über sechzig Jahren ist er aktiv und während er früher älter wirkte, als er war, wirkt er seit Jahren jünger als er ist.
mit »TCM« trifft das Verbot ein Werk, dessen Horror-Ästhetik im Vergleich zu heutigen Standards relativ harmlos ist. Zwar gibt es durchaus unappetitliche Momente, doch entbehrt der Anblick von in der Pfanne brutzelnden (Menschenfleisch-)Würstchen auch nicht eines gewissen (sehr schwarzen) Humors. Die unfreiwillige Komik des Films ist ebenfalls genre-inhärent. Jedenfalls fängt »The Texas Chainsaw Massacre« sehr anschaulich den »Peace und Love«-Geist seiner jungen 70er-Jahre-Protagonisten ein und prangert unter anderem Unsitten wie Massentierhaltung an. Zudem geschehen die brutalsten Handlungen außerhalb des Kamerablickfelds. Filme, die heute ungesühnt auf Fantasy-Festivals gezeigt werden, sind oft um ein vielfaches drastischer.
Dadurch, dass das Verbot von The Texas Chainsaw Massacre so lange zurückliegt, wird die Crux solcher Verbote besonders deutlich. Alte Fragen werden neu formuliert: Was ist überhaupt ein gefährlicher Film, und wer ist Fachmann genug, das einzuschätzen? Gibt es wirklich einen Zusammenhang zwischen den Szenen im Film (…) und realer Gewalt? Die Geschichte des Verbots des Kettensägenmassakers in Deutschland zeigt, wie sehr Einschätzungen Kinder ihrer Zeit und dem jeweiligen Betrachter geschuldet sind. Und sie zeigt, wie absurd solche Verbote sein können.
Ich gestehe, ich habe noch nie einen Katzenkrimi gelesen.
Ich gestehe, meine Lektüreerfahrung von Tierkrimis geht gegen Null.
Ich gestehe, dass dieser Trend bislang von mir ignoriert wurde.
Aber ich will mich bessern.
Ehrlich. Als erstes Zeichen tätiger Reue veröffentliche ich hier und jetzt alle Informationen zum Deutschen Katzen-Krimi-Preis:
Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels Landesverband Berlin-Brandenburg ruft zum Wettbewerb um den 1. Deutschen Katzen-Krimi-Preis auf. Bis zum 15. September 2010 können Vorschläge für den besten deutschsprachigen Katzen-Krimi eingereicht werden. Eine unabhängige Jury wird am 25. November 2010 im Rahmen der Berliner Katzen-Krimi-Nacht1. Deutschen Katzen-Krimi-Preis im Berliner »Theater im Palais am Festungsgraben« vergeben. erstmalig den
»Die Berliner Katzen-Krimi-Nacht und der Deutsche Katzen-Krimi-Preis tragen der ständig gewachsenen Popularität des Katzenkrimis Rechnung und wollen herausragende Katzenkrimis aus der Feder deutschsprachiger Autorinnen und Autoren in den Vordergrund stellen«, teilt Verbandsgeschäftsführer Detlef Bluhm mit. »Entstanden ist die Idee dazu übrigens in einem Facebook-Dialog zwischen der Autorin und Übersetzerin Silvija Hinzmann und Kater Paul, einer singulären Erscheinung auf Facebook, die bei vielen Katzen- und Facebook-Freunden bereits Kultstatus genießt.«
Vorschläge für den besten deutschsprachigen Katzen-Krimi können auf Facebook in der Gruppe »Katzenkrimi« auf Kater Pauls Account, per Post (Börsenverein des Deutschen Buchhandels, Lützowstraße 33, 10785 Berlin) oder per Mail (1KaterPaul1@googlemail.com) eingereicht werden. Für den Preis können alle Katzen-Kriminalromane und -erzählungen deutschsprachiger Autorinnen und Autoren nominiert werden, die von 2008 bis zum 31. August 2010 gedruckt oder als E-Book erschienen sind. Die Vorschläge werden am 16. September auf Kater Pauls Blog (www.katerpaul.wordpress.com) veröffentlicht. Dort entsteht bis zum 3. Oktober durch Stimmabgabe des Publikums die fünf Titel umfassende Shortlist, die am 4. Oktober, dem Eröffnungstag der Frankfurter Buchmesse, veröffentlicht wird. Zur Jury, die aus der Shortlist die Preisträgerin oder den Preisträger ermittelt,zählen Detlef Bluhm, Christiane Gass, Elisabeth Herrmann und ein prominentes Überraschungsmitglied, das ebenfalls zur Frankfurter Buchmesse bekannt gegeben wird. Der Deutsche Katzen-Krimi-Preis ist nicht dotiert. Die Berliner Katzen-Krimi-Nacht und der Deutsche Katzen-Krimi-Preis werden finanziell unterstützt von den Katzenartikelherstellern Gimborn und Royal Canin sowie dem Verlag Page & Turner.
Die Berliner Katzen-Krimi-Nacht findet im Rahmen der Veranstaltungsreihe STADT LAND BUCH statt. Vom 21. bis zum 28. November 2010 lädt der Börsenverein des Deutschen Buchhandels Landesverband Berlin-Brandenburg unter der Beteiligung von Buchhandlungen, Verlagen und Bibliotheken aus Berlin und Brandenburg zu einem umfangreichen Programm mit Veranstaltungen rund um das Buch ein.
STADT LAND BUCH wird finanziell unterstützt von der Berliner Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Frauen und der Europäischen Union. Hauptsponsor der Veranstaltungsreihe ist der Aufbau Verlag.
„The Texas Chainsaw Massacre“ ist ein Low-Budget-Horror aus den Siebzigern, der den Machern den Weg nach Hollywood ebnen sollte. Da bot sich ein Genrefilm, bevorzugt Horror oder Krimi, an, weil sie billig zu drehen sind und es immer ein Publikum für sie gibt. Dass er dann so erfolgreich wurde, überraschte alle Beteiligten. Dass er Eingang in die Popkultur finden würde, dass es ein ausgewachsenes Fantum geben würde und dass er stilbildend für viele weitere Horrorfilme werden würde, hätten die Macher sich in ihren kühnsten Träumen nicht vorgestellt.
Auch nicht, dass „The Texas Chainsaw Massacre“, im Gegensatz zu anderen Horrorfilm-Blockbustern, wie „Der Exorzist“ und „Das Omen“, die damals ebenfalls für Kontroversen sorgten, auch über 35 Jahre nach der Premiere nichts von seiner schockierenden Wirkung verloren hat.
Denn, wie George A. Romero in dem ebenfalls systemkritischen „Die Nacht der lebenden Toten“, inszenierte Tobe Hooper einen Alptraum, in den die jungen Protagonisten hineingeworfen werden und aus dem es kein Entkommen gibt. Sie sind plötzlich fremden Mächten ausgeliefert, die nicht mit ihnen reden wollen, sondern mit nackter Brutalität agieren. Damals war das auch ein sehr deutlicher Kommentar zum Vietnamkrieg, Watergate und dem brutalen Agieren des Staates gegen die Hippie-Bewegung und deren friedliche Antikriegsproteste.
In Tobe Hoopers „The Texas Chainsaw Massacre“ fahren fünf Jugendlichen, zwei Pärchen und der im Rollstuhl sitzenden Franklin, nach Texas um das Grab des Großvaters zu besuchen. Sie nehmen einen verrückten Anhalter mit, fahren an einem Schlachthof vorbei (was Franklin die Gelegenheit gibt, zu erzählen wie früher und heute Rinder getötet werden) und verirren sich in der texanischen Einöde. Sie erkunden ein leerstehendes Haus und entdecken ein weiteres Haus, in dem der geistig zurückgebliebene „Leatherface“ und seine Familie leben. Sie sind Kannibalen und das Haus ist ein bizarrer Schlachthof. „Leatherface“, der von dem plötzlichen Auftauchen der vielen Besucher überfordert ist, behandelt sie wie Schlachtvieh. Denn Tiere töten kann er. Am liebsten tötet er seine Opfer mit einem gezielten Hammerschlag auf den Kopf, aber auch die titelgebende Kettensäge erweist ihm gute Dienste. Pam hängt er an einem Fleischerhaken auf.
Der Höhepunkt des Schreckens ist für Sally, die einzige Überlebende der fünf Freunde, ein Abendessen mit der Kannibalenfamilie.
Diese Geschichte folgt den heute sehr ausgetretenen und oft auf Schocks reduzierten Pfaden der Urbanoia-Geschichten, in denen nette, harmlose, weiße Anfang Zwanzigjährige bei einem Ausflug ins platte Land auf eine Sippe degenerierter, gewaltlüsterner Hinterwäldler stoßen. Außerdem ließen die Drehbuchautor Kim Henkel und Tobe Hooper sich etwas von dem wahren Serienmörder Ed Gein inspirieren, der in den Fünfzigern in Wisconsin lebte. Aber im Gegensatz zu neueren Filmen, in denen die Leinwand in Blut getaucht wird und man alles sehen kann, werden in „The Texas Chainsaw Massacre“ die Morde nur angedeutet. So geschieht Leatherfaces erster Mord fast nebenbei, indem er Kirk mit einem gezielten Schlag auf den Kopf wie ein Tier tötet. Auch die anderen Morde spielen sich vor allem im Kopf des Zuschauers ab – und sind so viel wirkungsvoller.
Dafür nimmt Hooper sich viel Zeit, eine beängstigende Atmosphäre zu schaffen. Das beginnt schon in den ersten Minuten mit der Einleitung, in der betont wird, dass es sich um ein wahres Ereignis handelt (was natürlich Quatsch ist, denn die Ereignisse in dem Film finden nach dem Ende der Dreharbeiten statt) und den folgenden Schnappschüssen von teilweise mumifizierten und verwesten Menschenteilen, den Bildern von den beiden verwesten Leichen, die auf einem texanischen Friedhof in der Gluthitze zur Schau gestellt wurden, und den Sonneneruption. Ein Radiosprecher berichtet von unerklärlichen Gewalttaten. Die unüblichen Aufnahmewinkel, meistens aus der Untersicht, und die minimalistische Musik, die eher eine experimentelle Klangcollage ist, verstärken die bedrohliche Atmosphäre.
Es ist klar, dass im Staate Texas etwas nicht stimmt.
Der verrückte Anhalter, der sich in die Hand schneidet, und eine zurückgebliebene Putzkraft an einer Tankstelle, die kein Benzin mehr hat, verstärken dieses Gefühl einer diffusen Bedrohung, das erst im Haus der Familie greifbar wird. Da lebt „Leatherface“, der immer mit einer Ledermaske herumläuft und nur unartikulierte Töne ausstößt. Die Möbel sind aus Knochen gefertigt, auf dem Boden liegen Hühnerfedern und Knochen, an den Fenstern und den Decken baumeln Mobiles aus Knochen und ein Huhn ist in einen viel zu kleinem Vogelkäfig eingesperrt.
Und bis dahin haben wir den Rest der Familie und Großvater noch nicht kennen gelernt.
Aus dem kurzen Ausflug an einem sonnigen Sommertag wird ein von Tobe Hooper beeindruckend konsequent inszenierter Alptraum, aus dem es für die Jugendlichen kein entkommen gibt.
Und weil Hooper nicht die Schocks, sondern Suspense, gepaart mit einer ordentlichen Portion Paranoia, ins Zentrum stellte, ist „The Texas Chainsaw Massacre“ ein auch heute noch zutiefst beunruhigender Film, der einerseits als Fabel auf die damalige Zeit, aber auch sehr einfach auf die Gegenwart bezogen werden kann.
Außerdem, das wird heute, nach dem Genuss der abertausend Epigonen gern vergessen, begründete „The Texas Chainsaw Massacre“ ein Subgenre.
„The Texas Chainsaw Massacre“ als Lehrstunde des deutschen Rechts
Fast überall hatte „The Texas Chainsaw Massacre“ Probleme mit der Zensur. Teilweise war er sogar verboten. Aber in den vergangenen Jahren erfuhr Hoopers Film fast überall eine Neubewertung und Erwachsene, oft auch Jugendliche, dürfen sich den Horrorfilm-Klassiker ansehen.
In Deutschland hatte der Film wegen dem Titel und der Handlung bereits vor der Kinoauswertung 1978 einige Probleme mit der Freiwilligen Selbstkontrolle (FSK). Am 25. August 1978 startete „Blutgericht in Texas“, erleichtert um einige Handlungsszenen, in den deutschen Kinos und war auch hier ein Hit.
In den Achtzigern eroberten Videorekorder die heimischen Wohnzimmer und zu den beliebtesten Filmen gehörten Myriaden billiger Sex-, Gewalt- und Horrorfilme. Gleichzeitig gab es zum Schutz der gefährdeten Jugendlichen eine Welle von Beschlagnahmungen und Indizierungen. Genrefans erinnern sich vor allem an den seit 1983 mehrfach beschlagnahmten „Tanz der Teufel“ (von „Spider-Man“-Regisseur Sam Raimi) oder an Lucio Fulcis „Ein Zombie hing am Glockenseil“ (allein der Titel versetzte die Sittenwächter in höchste Erregung).
Auch „The Texas Chainsaw Massacre“ wurde damals zuerst indiziert (also: nur noch unter der Ladentheke erhältlich) und dann verboten (also: gar nicht mehr erhältlich). Der Beschlagnahmebeschluss vom 23. Dezember 1985 vom Münchner Landgericht 1 wegen Gewaltverherrlichung ist wegen seiner Argumentation („keine Kunst“) und Beobachtungsgabe (es wird der Film beschrieben, der sich im Kopf des Zuschauers abspielt, aber nicht die zu sehenden Bilder) legendär:
„Der Film ‚Ketten-Sägen-Massaker‘ ist sicher kein Werk der Kunst, so dass bereits aus diesem Grunde auf die Bedeutung des Kunstvorbehalts des Art. 5 Abs. 3 GG nicht eingegangen zu werden braucht. Nach alledem stellt der Film weder eine Berichterstattung über Vorgänge des Zeitgeschehens oder der Geschichte dar (§ 131 Abs. 2 StGB) noch zielt er auf das kritische Bewusstsein des Betrachters ab. Er liefert auch keinen Denkanstoß hinsichtlich der Problematik der Ursachen von grausamer Gewalt, sondern er versteht sich als Horrorfilm, der von brutalen und geschmacklosen Szenenfolgen lebt.“
Seitdem gab es den Film in Deutschland nicht mehr. Jedenfalls nicht mehr ungekürzt. Einige Bootlegs (die dann auch verboten wurden) und eine höchstens für Sammler von Absurditäten interessante Ab-16-Version, in der wirklich jede bekannte Szene aus dem Film gekürzt wurde, gab es zu kaufen.
Weil der Film inzwischen allgemein als Horrofilmklassiker und auch als Filmklassiker anerkannt ist und ein runder Geburtstag eine gute Gelegenheit ist, eine umfassende Geburtstagsedition auf den Markt zu werfen, erwarb Turbine Medien 2008 die Heimvideorechte. Sie ließen einige Gutachten erstellen, die dem Film die strafrechtliche Unbedenklichkeit bescheinigten und als sie der Bundesprüfstelle den Film zeigten, wurde ihr Anliegen wohlwollend aufgenommen. Turbine Medien befürchtete sogar eine Freigabe ab 16 Jahren.
Aber dann sagte ihnen der Vorsitzende der Bundesprüfstelle, dass sie den Film nicht prüfen könnten, weil er verboten sei. Eine Neuprüfung und damit eine mögliche Listenstreichung sei nur möglich, wenn eine Gesetzesänderung stattfände, eine nachfolgende rechtskräftige Gerichtsentscheidung die strafrechtliche Relevanz verneine, die Auslegung des Straftatbestandes sich zwischenzeitlich durch bundesgerichtliche oder obergerichtliche Rechtssprechung ändere oder die ursprüngliche gerichtliche Entscheidung aufgehoben werde.
In der Kurzfassung heißt das: Wenn in Deutschland ein Kunstwerk einmal verboten ist, ist es für immer verboten.
Denn es wird sich nur selten ein Filmanbieter finden, der ein teures Gerichtsverfahren mit einem sehr ungewissen Ausgang riskiert. Wobei es natürlich zuerst einen Staatsanwalt geben muss, der ein entsprechendes Verfahren initiiert.
Auch Turbine Medien vertreibt die „The Texas Chainsaw Massacre“-Geburtstags-Edition derzeit nur in Österreich. In Deutschland versuchen Turbine Medien und ihre Anwälte immer noch eine Freigabe des Films zu erreichen, damit wenigstens Erwachsene den Film in Deutschland kaufen dürfen. Denn derzeit ist „The Texas Chainsaw Massacre“ zu gefährlich für Erwachsene.
„The Texas Chainsaw Massacre“ – die „35th Anniversary Edition“
Die von Turbine Medien erstellte Geburtstagsedition ist das Rundum-glücklich-Paket für den Fan. Es gibt den Film, digital remastered, mit einer vollständigen deutschen Synchronisation und der alten deutschen Synchronisation, auf Blu-Ray und DVD. Das Bild ist atemberaubend gut. Die beiden Audiokommentare sind informativ, aber wer vorher die Dokumentationen auf der Bonus-DVD gesehen hat, erfährt wenig neues.
Auf der dritten DVD gibt es gut drei Stunden sehr informatives Bonusmaterial. Besonders die siebzigminütige Dokumentation „The Shocking Truth“ ist sehr gelungen. Die ebenfalls siebzigminütige Doku „Flesh Wounds“ wirkt dagegen etwas wie eine Zusammenstellung von aus „The Shocking Truth“ geschnittenen Szenen. Denn in „Flesh Wounds“ kommen, neben einigen am Film „The Texas Chainsaw Massacre“ beteiligte Personen, mehrere Fans und Organisatoren von Horrorfilm-Veranstaltungen zu Wort. In dem achtminütigem „Das TCM-Haus“ führt „Leatherface“ Gunnar Hansen (dessen Darstellung von Leatherface gar nicht genug gelobt werden kann) durch das Haus, in dem sie 1973 den Film drehten und das heute ein Familienrestaurant ist.
Weil in dem gesamten Bonusmaterial durchgängig die Fan-Perspektive eingenommen wird, wären für eine zweite Auflage ein dritter Audiokommentar von einem Filmwissenschaftler und eine Dokumentation über die Zensurgeschichte von „The Texas Chainsaw Massacre“ (besonders natürlich der deutschen Zensurgeschichte) wünschenswert.
Bis dahin ist die „35th Anniversary Edition“ von Turbine Medien die definitive Veröffentlichung des Films.
The Texas Chainsaw Massacre (The Texas Chainsaw Massacre, USA 1974)
Regie: Tobe Hooper
Drehbuch: Kim Henkel, Tobe Hooper
mit Marilyn Burns, Allen Danziger, Paul A. Partain, William Vail, Teri Mcminn, Edwin Neal, Jim Siedow, Gunnar Hansen
auch bekannt als „Blutgericht in Texas“
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DVD/Blu-Ray
35th Anniversary Edition (Film auf Blu Ray und DVD, Bonusmaterial auf Extra-DVD, digitally remastered, mit durchgängig deutscher Synchronisation)
Turbine Medien
Bild: 1080p24 Full HD (1,78:1) (Blu-Ray), 16:9 anamorph (1,78:1) (DVD)
Ton: Englisch (Dolby Digital 5.1, Surround, 2.0 Stereo), Deutsch (Dolby Digital 5.1 Surrond, 2.0 Mono)
Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte, Deutsch, Englisch
Bonusmaterial (circa 160 Minuten): Multi-Angle Introtext in Englisch und Deutsch, Audiokommentar mit Regisseur Tobe Hooper, Kameramann Daniel Pearl, und Gunnar Hansen (Leatherface), Audiokommentar mit den Darstellern Marilyn Burns, Paul A. Partain, Allen Danzinger und Art Director Robert A. Burns, „The Shocking Truth“ (Dokumentation), „Flesh Wounds“ (Dokumentation), „Off the Hook“ (Dokumentation), Eine Führung durch das TCM-Haus mit Gunnar Hansen, Entfernte Szenen, Outtakes, Bloopers, Kino-Trailer (USA, D), US-TV- und Radio-Spots, „The Shocking Truth“-Outtakes
Länge: 84 Minuten
FSK: – (in Deutschland verboten, Verkauf in Österreich legal)
Am Samstag, den 4. September 2010, präsentieren das Filmkunst 66, die Humanistische Union, One World Berlin/realeyz.tv und Turbine Medien um 22.30 Uhr im Berliner Kino Filmkunst 66 Tobe Hoopers Debütfilm „The Texas Chainsaw Massacre“ nach vielen Jahren wieder auf der großen Leinwand.
Nach der Filmvorführung diskutieren wir mit
Dr. Stefan Höltgen (Medienwissenschaftler, F.LM – Texte zum Film)
und
René Bahns (wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Juristischen Fakultät der Humboldt-Universität, Promotion zum Thema „Indizierung von Filmen“)
über die filmhistorische und gesellschaftliche Bedeutung von „The Texas Chainsaw Massacre“ und die bundesdeutsche Verbotspolitik bei Kunstwerken.
Am 7. Oktober startet John Hillcoats tolle Cormac-McCarthy-Verfilmung „The Road“ (Die Straße, Rowohlt) endlich auch in Deutschland. Joe Penhall schrieb das Drehbuch, die Musik ist von Nick Cave und Warren Ellis und Viggo Mortensen, Kodi Smit-McPhee, Charlize Theron, Robert Duvall, Guy Pearce und Molly Parker spielen mit. Trotz der Besetzung ist „The Road“ im wesentlichen ein Zwei-Personen-Stück.
Zum Filmstart gibt es meine Jubelrezension (Yep: Film gesehen, begeistert). Bis dahin gibt es den Trailer:
Aus zuverlässiger Quelle habe ich erfahren, dass die Veranstalter des zweitägigen Symposiums „Verbotene Filme“ noch einige Anmeldungen annehmen. Wer also immer noch überlegt, ob er die „Verbotenen Filme“ (mit einer sinnlichen Einführung am Vorabend der Tagung in Kino Arsenal) in der Deutschen Kinemathek (Potsdamer Platz) besuchen soll, wird durch einen Blick auf das Programm sicher überzeugt:
Filmvorführung, kuratiert von Ilja Braun und Valie Djordjevic, iRights.info
ab 21.00 Uhr
Filmkunst trifft Netzkunst
Abendveranstaltung mit Mashups und Remixes und der Podiumsdiskussion
Ein anfälliges System? – Rechtsdurchsetzung im Internet und ihre Folgen
mit Dr. Matthias Leonardy, Geschäftsführer der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberechtsverletzungen (GVU) und Mario Sixtus, Journalist und „Elektrischer Reporter“
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Freitag, 10. September
Block 2: Filme, die nicht gemacht werden
10.00 Uhr
Die Schere im Kopf
Prof. Dr. Peter Raue | Rechtsanwalt, Raue LLP
10.20 Uhr
Untold Stories
Michael C. Donaldson | Attorney and author, Donaldson & Callif Law Firm, Los Angeles
Block 3: Filme, die es gar nicht geben dürfte
11.30 Uhr
Neue Wege, neue Filme – das Internet als Verbreitungsmedium von rechtlich problematischen Bewegtbildern
Dr. Till Kreutzer | Rechtsanwalt & Autor, iRights.info
13.30 Uhr
Das Internet als Kunstmaschine: Bedingt eine neue Technik eine neue Ästhetik?
Podiumsdiskussion mit
Susanne Gerber | Künstlerin
Kathrin Becker | Kuratorin und Leiterin des Video-Forums des Neuen Berliner Kunstvereins
Stefan Eckel | reproducts.de, Medienarchäologe und Videokünstler
Moderation: Valie Djordjevic | iRights.info
15.00 Uhr
Arts and politics: How political is the remix and mash-up culture?
Panel discussion with
Johan Söderberg | Editor, director and audiovisual designer
Elisa Kreisinger | Video remix artist and pop culture pirate
Peter Conheim (Negativland) | Collage and appropriation artist
Moderation: Ilja Braun | Filmwissenschaftler und Publizist
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Uff, ein volles Programm.
Und das ganze kostet 00,00 Euro.
Mehr Infos gibt es bei iRights und bei der Deutschen Kinemathek (symposium-recht@deutsche-kinemathek.de) kann man sich anmelden. Aber nicht mehr lange.
Tja, sechs Neueinsteiger (drei davon hab ich letzten Monat schon angekündigt). Davon sind fünf auf meinem Zu-Lesen-Stapel; der Parker von Richard Stark steht im Original schon lange im Regal.
Aber zuerst wird die die Vorlage für die am 7. Oktober startende, tolle Cormac-McCarthy-Verfilmung „The Road“ gelesen.
Draußen sind leider Pete Dexter, D.B. Blettenberg und Don Winslow, der am 14. September in Berlin ist.
Bei Mulholland Books (einem Imprint von Little, Brown and Company, das ab 2011 Krimis veröffentlicht) gibt es bereits jetzt viel zu lesen. Zum Beispiel:
Und The Rap Sheet sieht sich in San Francisco (als Vorbereitung für die Bouchercon, aber auch einfach so als Empfehlungen für einige spannende Stunden) um:
Auf der Suche nach einem möglichst eindringlichen Beispiel berichtet der ZDF-Mann, dass gerade erst der O-Ton von Josef Ackermann aus der ZDF-Mediathek geflogen sei, in dem der Deutsche Bank-Chef im Mai bei Maybrit Illner daran gezweifelt habe, ob Griechenland jemals seine Schulden zurückzahlen könne. Nach drei Monaten ist für Videos der Kategorie Gesprächssendung das Ende gekommen. (…)
Fragt man sich durch die Anstalten, welche Inhalte aufgrund des „Verweildauerkonzeptes“ entfernt wurden, wird man geradezu unter Zahlen begraben: Der BR meldet 69 Prozent des Gesamtinhaltes, darunter überwiegende Teile der Bildungsangebote, Dokumentationen und Reportagen. Der HR gibt eine Löschquote von 58 Prozent für hr-online.de an, bei boerse.ARD.de seien es 72 Prozent gewesen. Beim RBB heißt es, allein im Angebot des Portals kulturradio.de gingen 80 Prozent der Rezensionen von Filmen, Büchern und CDs offline, die älter als zwölf Monate seien. Der SR listet auf: Unter sr-online.de seien in der Rubrik Kultur nur noch sieben Prozent der Inhalte verfügbar.
Jetzt können die Zeitungs- und Zeitschriftenverlage ja so richtig loslegen.
In den USA startet am 31. Oktober bei AMC die sechsteilige Verfilmung von Robert Kirkmans „The Walking Dead“. Der erste AMC-Trailer sieht verdammt vielversprechend aus:
Auf der Comic Con gab es auch ein Panel zu der Serie:
Wann und wo die Serie im deutschen Fernsehen läuft ist unklar.
Shawn Ryan (The Shield, The Unit, Lie to me [ab der zweiten Staffel]) hat eine neuen Serie am Start: „Terriers“, eine Comedy mit Donal Logue als Ex-Polizist, der sich jetzt als Privatdetektiv durchschlägt. Die Serie startet am 8. September auf FX und ich hoffe (auch wenn der Trailer mich etwas unbegeistert zurücklässt), dass die Serie erfolgreich ist und auch im deutschen Fernsehen gezeigt wird. Denn ich warte schon seit einer gefühlten Ewigkeit auf eine neue PI-Serie.
Wenn mir bitte jemand diese Entscheidungen erklären könnte…
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Da sind wir gleich bei unserem nächsten Thema: Verbotene Filme, einer Tagung der Deutschen Kinemathek und von iRights am Donnerstag, den 9. und Freitag, den 10. September in Berlin.
Das Programm liest sich vielversprechend.
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Noch nicht verboten sind die Filme des diesjährigen Fantasy Filmfest, das ab heute in Berlin und danach in einigen weiteren Städten läuft. Neben viel Mittelaltergekröse, Schwertkämpfen, Gekreische und Blutfontänen gibt es einige Filme für den geneigten Krimifan:
Kaboom (der neue Film von Gregg Araki)
22 Bullets (Schauspieler und Regisseur Richard Berry verfilmte mit Jean Reno einen Thriller von Franz-Olivier Giesbert)
The Chameleon (ein neuer Krimi von Jean-Paul Salomé [Female Agents, Arsène Lupin])
The Experiment (die US-Version von Oliver Hirschbiegels Kinohit „Das Experiment“, inszeniert von „Prison Break“-Erfinder Paul Scheuring, mit Adrien Brody und Forest Whitaker)
Harry Brown (die britische Antwort auf „Gran Torino“, mit Michael Caine in der Hauptrolle)
The Killer inside Me (Michael Winterbottoms umstrittene Jim-Thompson-Verfilmung mit Casey Affleck als Sheriff Lou Ford; bei den Noir-Fans kommt der Film allerdings ziemlich gut an)
Little Big Soldier (Jackie Chan in einer Antikriegssatire)
Love Crime (ein neuer Film von „Wahl der Waffen“-Regisseur Alain Corneau, mit Kristin Scott Thomas und Lidivine Sagnier)
Outrage (ein neuer Yakuza-Film von Takeshi Kitano)
Rapt (französischer Kidnapping-Thriller; läuft nicht in allen Städten)
Reykjavik Whale Watching Massacre (Der Titel klingt nach „The Texas Chainsaw Massacre“ und Gunnar Hansen ist auch dabei)
Sphinx (das Programmheft spricht von einem klassischen französischem Polizeifilm)
Tony (britischer Debütfilm über einen Serienkiller, der Daily Mirror schreibt „a masterclass in psychological horror)
Einige Filme wird es in Deutschland danach nie wieder auf der großen Leinwand und in dieser Form zu sehen geben.