Kurz gemeldet

Oktober 10, 2009

BSC unterhält sich mit James Sallis.

Im NoirZine redet Tony Black mit Nick Stone.

Bei Crime Always Pay beantwortet Stuart Neville einige Fragen.

Ebenfalls bei Declan Burke entdeckt:

Ken Bruen hat für seinen Jack-Taylor-Roman „Priest“ den Grand Prix de Litterature Policiere 2009 gewonnen.

Burke bespricht den neuen Roman „The Complaints“ von Ian Rankin:

While the story itself has plenty of twists and turns and features the kind of detailed, unflattering depiction of Edinburgh that Rankin’s fans have come to expect, there is a growing sense of ennui, even as the story’s gathering momentum provides a page-turning quality.
Moreover, the plot hinges on a gamble taken by Fox and Breck’s foes, a gamble that is predicated on a rudimentary psychological evaluation. For a writer of Rankin’s quality, this is a ruse akin to deploying a deus ex machina and it lacks the power to bring the various strands together with his customary cohesion.
By the end the abiding feeling is one of disappointment that Rankin, with his reputation and (presumably) fortune already secure, wasn’t prepared to take more chances in terms of style, subject matter or narrative.
That The Complaints delivers what Rankin’s legions of fans have come to expect is undeniable, but it’s also true that those fans are entitled to expect more from one of crime writing’s standard bearers.

Dennis Lehane schreibt über die Harry-Bosch-Romane von Michael Connelly.

Chuck Palahniuk gibt 13 Schreibtipps:

Number Three: Before you sit down to write a scene, mull it over in your mind and know the purpose of that scene. What earlier set-ups will this scene pay off? What will it set up for later scenes? How will this scene further your plot? As you work, drive, exercise, hold only this question in your mind. Take a few notes as you have ideas. And only when you’ve decided on the bones of the scene – then, sit and write it. Don’t go to that boring, dusty computer without something in mind. And don’t make your reader slog through a scene in which little or nothing happens.

Number Four: Surprise yourself. If you can bring the story – or let it bring you – to a place that amazes you, then you can surprise your reader. The moment you can see any well-planned surprise, chances are, so will your sophisticated reader.

Number Five: When you get stuck, go back and read your earlier scenes, looking for dropped characters or details that you can resurrect as „buried guns.“ At the end of writing Fight Club, I had no idea what to do with the office building. But re-reading the first scene, I found the throw-away comment about mixing nitro with paraffin and how it was an iffy method for making plastic explosives. That silly aside (… paraffin has never worked for me…) made the perfect „buried gun“ to resurrect at the end and save my storytelling ass.

Number Six: Use writing as your excuse to throw a party each week…

Ähem, ich bin dann mal weg.

Aber einen Hinweis habe ich noch:

Im Rheinischen Merkur schreibt Tilmann P. Gangloff über den Fall Doris Heinze:


Der kriminelle Buchherbst – Teil 9: Random Murders, Part Three

Oktober 9, 2009

Heyne Taschenbuch

November

David Benioff: 25 Stunden (die Vorlage für den gleichnamigen Spike-Lee-Film mit Edward Norton)

C. J. Box: Todeszone (Wildhüter Joe Pickett soll im Yellowstone Park das perfekte Verbrechen aufklären.)

Meg Gardiner: Gefürchtet (ein Unbekannter hat die Identität von Evan Delaney gestohlen)

Susanne Graf: Der Bildermacher (Künstler Broski wird ermordet und die Kommissare Carmen Henning und Albert Schneider haben ihren ersten gemeinsamen Fall.)

Jan Guillou: Der Kreuzritter – Rückkehr (ist ein historischer Roman)

Kim Harrison: Blutnacht (Vampirjägerin Rachel Morgan schlägt wieder zu.)

Mary & Caroll Higgins Clark: Der Weihnachtsdieb (ein, ähem, Weihnachtskrimi)

Charlie Huston: Das Clean Team (der neue Roman des Schöpfers von Hank Thompson und Joe Pitt – und vielleicht auch der Beginn einer neuen Serie)

John Niven: Coma (der Autor von „Kill your Friends“ schlägt wieder bei Heyne Hardcore zu)

Anne Perry: Der Weihnachtsfluch (ihr neuer Weihnachtskrimi)

Dezember

Caleb Carr: Das Blut der Schande (Taschenbuch-Ausgabe seines Sherlock-Holmes-Krimis)

Claude Cueni: Gehet hin und tötet (Taschenbuch-Ausgabe)

William Gibson: Die Neuromancer-Trilogie (Wer’s noch nicht hat oder an gute Freunde verliehen hat.)

Tracy Gilpin: Schatten der Lüge (Privatdetektivin Dunai Marks ermittelt wieder in Kaptstadt. Dieses Mal soll sie zwei verschwundene Kinder finden.)

John Grisham: Berufung (Taschenbuch-Ausgabe)

Michael Katz Krefeld: Die Anatomie des Todes (ist noch ein Krimi aus Norwegen)

Jack Ketchum: Wahnsinn (Liddy hat einen gewalttätigen Sadisten geheiratet. Irgendwann beginnt sie sich zu wehren.)

Manfred H. Krämer: Der Kardinal von Auerbach (Taschenbuch-Ausgabe des zweiten Bergstraßen-Krimis)

Robert Ludlum/Philip Shelby: Der Cassandra-Plan (erster Thriller der Covert-One-Serie)

Jennifer Rardin: Ein Quantum Blut (heißt der dritte Auftritt von CIA-Agentin Jaz Parks. Ist wohl irgendwie „James Bond meets Dracula“)

Victoria Schlederer: Des Teufels Maskerade (Das Bureau für Okkulte Angelegenheiten ermittelt 1909 in Prag)

Christian Schoenborn: Operation Ismael (Islamistische Terroristen toben sich in Deutschland aus. Gut, dass Antiterror-Experte Deek Miller sie jagt. – Die Verfilmung heißt wohl „Gott will es“)

Charles Todd: Kalt wie Stein (Francesca Hatton will wissen, ob ihr Großvater ein Mörder war.)

Jan Costin Wagner (Hrsg.): 13 Morde hat das Jahr (Kurzkrimis von Robert Hültner, Karr & Wehner, Udo Wachtveitl, Robert Brack, dem Herausgeber und anderen)

Januar

Max Bronski: Sister Sox (Taschenbuch-Ausgabe eines Kommissar-Gossec-Krimis)

Mary Higgins Clark: Warte, bis du schläfst (Taschenbuch-Ausgabe)

Richard Laymon: Der Ripper (Laymons Roman über Jack the Ripper)

Nicholas Lessing: Und stehe auf von den Toten (Rom 1701: Ein Mädchen verschwindet. „Wunderdektiv“ Prospero sucht sie.)

James Mollison: Escobar – Der Drogenbaron (Heyne Hardcore, Sachbuch über Pablo Escobar mit über 350 bislang unveröffentlichten Fotos)

Marion Pauw: Blutige Asche (in Amsterdam: Ist Ray ein Mörder? Seine Anwältin glaubt das nicht.)

George D. Shuman: Blinde Angst (Sherry Moore kämpft gegen eine international operierende Menschenhändlerbande.)

Scott Sigler: Virulent (Zweiter Roman des Autors von „Infiziert“.)

Alexandra von Grote: Der letzte Walzer in Paris (Ein Fall für Kommisar LaBréa)

Februar

Massimo Carlotto: Die dunkle Unermesslichkeit des Todes (Taschenbuch-Ausgabe)

Alan Guthrie: Post Mortem (Taschenbuch-Ausgabe – Cover sieht verdammt gut aus.)

Robert Harris: Ghost (ist die Vorlage für den neuen Roman-Polanski-Film mit Pierce Brosnan und Ewan McGregor)

Henrike Heiland: Von wegen Traummann (Nö, kein Krimi, sondern ein humorvoller Roman über den Kampf der Geschlechter)

Matt Hilton: Der Knochensammler (ist ein grausamer Serienmörder. Joe Hunter jagt ihn.)

Simon Kernick: Todesangst (Du wachst in einem Alptraum auf…)

Jonathan Maberry: Patient Null („Die Nacht der lebenden Toten meets Michael Crichton“ verspricht der Verlag. Klingt gut.)

Alexander McCall Smith: Schottische Katzen kennen den Weg (Taschenbuch-Ausgabe eines Miss-Isabel-Krimis)

James McGee: Das Höllenschiff (Historischer Kriminalroman: London, während der napoleonischen Kriege: Sonderermittler Hawkwood jagt eine Verbrecherbande.)

Sergeij Minajew: Seelenkalt (Porträt eines moskauer Topmanagers, der mit Clubbing, Drogen, Alkohol und Sex der Sinnlosigkeit seines Lebens entkommen möchte.)

John Scalzi: Agent der Sterne (Science Fiction und Satire, denn der titelgebende Agent ist ein Hollywood-Agent und er soll den Menschen hässliche Aliens als künftige Mitwohner schmackhaft machen.)

Georg Schramm: Lassen Sie es mich so sagen… (Dombrowski deutet die Zeichen der Zeit, Taschenbuch-Ausgabe)

März

Colin Forbes: Todeskette (Taschenbuch-Ausgabe eines Thrillers mit Spezialagent Tweed)

John Leake: Der Mann aus dem Fegefeuer – Das Doppelleben des Serienkillers Jack Unterweger (Taschenbuch-Ausgabe)

Michael Morley: Viper (Taschenbuch-Ausgabe)

Kathy Reichs: Der Tod kommt wie gerufen (Taschenbuch-Ausgabe)

James Sallis: Deine Augen hat der Tod (Taschenbuch-Ausgabe)

Kevin Wignall: Die letzte Wahrheit (nominiert für den Edgar und Barry)

April

Scott Bakker: Neuropath (Medizinthriller)

Vince Flynn: Der Gegenschlag (Agent Mitch Rapp jagt wieder einmal Terroristen.)

Richard Laymon: Der Pfahl (ein Horrorautor entdeckt eine mumifizierte Leiche mit einem Holzpfahl im Herzen. Er beginnt herumzuexperiementieren.)

Duane Louis: Schnelle Beute (Swierzynskis Roman war für den Gumshoe Award nominiert)

Jeff Povey: Der Club der Serienkiller (ist natürlich eine schwarze Komödie für nette Menschen, die gerade auf Dexter-Entzug sind.)

Jon Ronson: Durch die Wand (Taschenbuch-Ausgabe einer satirischen Abrechnung mit geheimen US-Militärexperimenten.)

Detlef Tiegel: Achtung Abzocke! (Wie Callcenter mit unseren Daten Millionen verdienen – Bericht eines Insiders)

Hinweis

Der kriminelle Buchherbst – Teil 1: Ein Halleluja für Hollywood (Alexander Verlag, Belleville, Bertz + Fischer, Henschel)

Der kriminelle Buchherbst – Teil 2: Zurück in die Provinz (Emons, Gmeiner)

Der kriminelle Buchherbst – Teil 3: Regionale Küche, teils mit ausländischem Einschlag (Edition Nautilus, Grafit, Pendragon)

Der kriminelle Buchherbst – Teil 4: Gemischte Küche, hauptsächlich aus fremden Gefilden (Edition Phantasia, Liebeskind, Rotbuch, Tropen, Unionsverlag)

Der kriminelle Buchherbst – Teil 5: Nochmal gemischte Küche (Fischer Verlag)

Der kriminelle Buchherbst – Teil 6: Hauptsächlich regional, aber mit südamerikanischem Einschlag (Edition Köln, Matthes & Seitz, Verbrecher Verlag)

Der kriminelle Buchherbst – Teil 7: Random Murders, Part One (Blanvalet)

Der kriminelle Buchherbst – Teil 8: Random Murders, Part Two (Goldmann Taschenbuch)


Happy Birthday, Sigourney Weaver!

Oktober 8, 2009

Die New Yorkerin feiert ihren 60. Geburtstag.


Hammett-Preis 2009 verliehen

Oktober 5, 2009

Am Sonntagabend hat die North American Branch der International Association of Crime Writers den diesjährigen Hammett-Prize für den besten 2008 erschienenen Kriminalroman (genauer „literary excellence in the field of crime-writing„) an

George Pelecanos: The Turnaround

verliehen.

Nominiert waren

Leading Lady, von Heywood Gould

The Finder, von Colin Harrison

City of the Sun, von David Levien

South by South Bronx, von Abraham Rodriguez

(via The Rap Sheet)


Handys im Film

Oktober 5, 2009

Das ist die eine Version eines modernen Problems:

Das ist die andere Version eines modernen Problems:

Und wenn man endlich eine Verbindung hat:

Deshalb:


Kleinkram

Oktober 2, 2009

Schnittberichte vergleicht die Kinoversion von „The Big Sleep“ (yep, die Raymond-Chandler-Verfilmung „Tote schlafen fest“ mit Humphrey Bogart und Lauren Bacall) mit einer früheren Version. Filmhistorisch sehr interessant.

Die Nordsee-Zeitung hat sich mit den Drehbuchautoren Benedikt Röskau und Syliva Leuker unterhalten. Der aktuelle Anlass waren ihre Filme „Faktor 8“ und „Über den Tod hinaus“. Aber es wird auch über andere Dinge gesprochen.

Röskau: Authentizität ist uns enorm wichtig. Das erwarten die Leute in erzählerischen Medien. Selbst ein Film wie „Wickie und die starken Männer“ muss eine gewisse Authentizität haben. Man sieht dann eben nicht den Wikinger, sondern den eigenen Chef in diesem oder jenem grobschlächtigen Kerl. Bei „Faktor 8“ war mir zum Beispiel wichtig, dass nicht amerikanisiert wurde und das Geschehen in einem Airbus spielt. Man spürt einfach, dass das ein deutsches Flugzeug ist.

Der Independent hat mit Philip Kerr über seine derzeitige Lektüre, sein Schreibzimmer und Vorbilder gesprochen.

Financial Times mit Ian Banks (der sich bei uns als SF- und Thriller-Autor nie so richig durchsetzen konnte.). Unter anderem über sein Tagespensum:

In theory, yes; I start at 9am and finish at 5pm, five days a week, for two or three winter months. In practice, a lot gets done between 4am and 8am. Then I go back to bed.

Bei Random House erzählt James Ellroy einiges über sein neues Buch „Blood’s a rover“:

Truth be told, it’s markedly less complex than The Cold Six Thousand and slightly more complex than American Tabloid. The historical period–1968-1972–is less iconic than the periods covered in the first two books; thus, I had greater latitude to fictionalize. Again, this is a novel of outward revolution and revolution of the soul. There is greater dialectic in this novel than in my previous twelve novels combined. How did I keep the storyline straight? I wrote a 397-page outline, that laid out the action, down to the most minute detail. Meticulousness, diligence, profoundly rigorous work habits all contributed to the greatness of this novel.

Die Oktober-Ausgabe von The Big Thrill (dem Magazin der International Thriller Writers) ist online. Es gibt unter anderem Porträts und Interviews mit Cindy Gerard, Mark Nykanen, Alex Kava, Dave Zeltserman, Tom Piccirilli, Jason Pinter, John Lutz (Yeah, er schreibt immer noch.),  und Jeffery Deaver.

Via Krimileser Bernd (der die Bücher auch alle gelesen hat) gibt es die Nominierungen für den diesjährigen Hammett-Preis:

– Leading Lady von Heywood Gould

– The Finder von Colin Harrison

– City of the Sun von David Levien

– The Turnaround von George Pelecanos

– South by South Bronx von Abraham Rodriguez

Verliehen wird der Preis am Wochenende von der International Association of Crime Writers/North American Branch.

Comics am Bildschirm lesen ist zwar blöd, aber bei Tim Hamiltons Adaption von Ray Bradburys Klassiker „Fahrenheit 451“ machen wir eine Ausnahme: Teil 1, Teil 2 – und den dritten Teil gibt es am Dienstag bei Tor (die den Oktober zum Steampunk-Month erklärt haben).

Wegen der Vollständigkeit: Leonardo DiCaprio spielt vielleicht Travis McGee.


Deutscher Fernsehpreis 2009 verliehen

September 27, 2009

Jetzt isser verliehen. Die Nominierungsliste war ja nicht so toll, aber immerhin:

– „Mogadischu“ ist bester Film

– „Der Lehrer“ ist beste Serie (hm, acht halbstündige Episode, die vor der Ausstrahlung zwei Jahre im Archiv lagerten; aber bei der Konkurrenz war es für die Jury wohl die Wahl des kleinsten Übels. Ich sage nur „Lasko“.)

– Josef Hader ist bester Schauspieler

– Senta Berger ist beste Schauspielerin

– ZDF-Wahlforum ist die beste Informationssendung/Moderation (Hab nur einige Minuten von dem Dreistünder gesehen und war nicht begeistert. Soll die Diskussionsrunde mit von der Leyen, Gabriel, Niebel, Özdemir, Pau und Söder wirklich das Beste gewesen sein, was die Sender zur Bundestagswahl auf die Beine stellen konnten? Ich hoffe nicht.)

Alle Preisträger hier.


KrimiWelt-Bestenliste Oktober 2009

September 26, 2009

Die Bestenliste der KrimiWelt-Jury für den Oktober sieht so aus:

1 (5) Wolf Haas: Der Brenner und der liebe Gott

2 (1) James Sallis: Dunkle Schuld

3 (8) Tana French: Totengleich

4 (7) Warren Ellis: Gott schütze Amerika

5 (7) Friedrich Ani: Totsein verjährt nicht

6 (-) Ulrich Ritzel: Beifang

7 (-) David Peace: Tokio im Jahr Null

8 (3) Reggie Nadelson: Kalter Verrat

9 (2) Richard Stark: Das Geld war schmutzig

10 (9) Andrew Brown: Schlaf ein, mein Kind

In ( ) ist die Platzierung des Vormonats.

Nach den großen Veränderungen der Vormonate gibt es dieses Mal nur zwei (wenig überraschende) Neueinsteiger und fast nur alte Bekannte. Sallis, Ani, Ritzel, Peace, Nadelson, Stark sind regelmäßig auf der Liste. French auch, aber „Totengleich“ ist erst ihr zweiter Roman. Nur Ellis (ein Mann aus der Comic-Szene) und Brown sind für passionierte Kriminalromanleser neue Namen.

Haas ist zwar für Krimifans ein alter Bekannter, aber weil er in den vergangenen Jahren keine Brenner-Romane schrieb, war er noch nicht auf der KrimiWelt-Bestenliste vertreten.

Und Ken Bruen ist wieder draußen.

Hm, wenn er draußen bleibt, beweisen die deutschen Kritiker immerhin ihre Eigenständigkeit gegenüber England und Amerika.


Shortlist für CWA Ellis Peters Historical Award 2008/2009

September 26, 2009

Die CWA hat die Shortlist für den diesjährigen Ellis Peters Historical Award verkündet:

– Rennie Airth: The Dead of Winter (Macmillan)

– Philip Kerr: If the Dead Rise Not (Quercus)

– Shona MacLean: The Redemption of Alexander Seaton (Quercus)

– Mark Mills: The Intelligence Officer (HarperCollins)

– Andrew Williams: The Interrogator (John Murray)

– Laura Wilson: An Empty Death (Orion Publishing Group)

Am 29. Oktober wird in London der Gewinner bekannt gegeben.


Einige Berichte aus der Welt des Verbrechens

September 26, 2009

Vor einigen Jahren druckten Tageszeitungen auch die Links zu den ihn ihren Meldungen zitierten Berichten ab. Heute geschieht das nur noch manchmal und SpiegelOnline verzichtet meistens darauf.

Deshalb gibt’s jetzt einige Links zu sicher lesenswerten (ich kam noch nicht dazu), brandneuen Berichten aus der Welt der Politik, Wirtschaft und Wirtschaftskriminalität.

Beginnen wir mit der aktuellen Studie von PWC zur Wirtschaftskriminalität:

Betrug, Spionage, Korruption und andere Straftaten haben in den vergangenen zwei Jahren über 60 Prozent der deutschen Großunternehmen getroffen. Gleichzeitig sind die direkten finanziellen Schäden durch Wirtschaftskriminalität drastisch gestiegen. Im Durchschnitt verursachte jedes aufgedeckte Delikt einen Schaden von knapp 4,3 Millionen Euro, während der Vergleichswert im Zeitraum von 2005 bis 2007 bei knapp 1,6 Millionen Euro lag, wie aus der Studie „Wirtschaftskriminalität 2009 – Zur Sicherheitslage in deutschen Großunternehmen“ der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) und der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg hervor geht. Die zusätzlichen Aufwendungen für das Schadensmanagement, beispielsweise Anwaltskosten, lagen von 2007 bis 2009 unverändert bei rund 830.000 Euro je Delikt.

„Die direkten Kriminalitätskosten sind aber oft nur die Spitze des Eisbergs. Vor allem bei Korruption, Datendiebstahl oder auch Preisabsprachen wiegt der Schaden für den Ruf des betroffenen Unternehmens mittlerweile schwerer als der messbare finanzielle Verlust“, betont Steffen Salvenmoser, ehemaliger Staatsanwalt und Partner bei PwC.

Weitere Infos und die Studie (kann kostenlos bestellt werden; pdf derzeit nicht vorhanden).

Transparency International hat ihren „Global Corruption Report 2009“ vorgestellt:

Schwerpunktthema des Berichts ist in diesem Jahr die Privatwirtschaft. Dem Bericht zufolge führt das enorme Ausmaß globaler Korruption – Bestechung, Preiskartelle und unzulässige Einflussnahme auf die Politik – zu immensen Kosten und verhindert eine nachhaltige Entwicklung. Der Bericht zeigt, wie korrupte Praktiken den fairen Wettbewerb unterminieren, wirtschaftliches Wachstum hemmen und letztlich die Existenz der Unternehmen gefährden. Korruption führt zudem zu sinkender Arbeitsmoral sowie zu Vertrauensverlust bei Kunden und Geschäftspartnern. Gleichzeitig steigen die Risiken, erwischt zu werden; so müssen Unternehmen wegen korrupter Praktiken allein in den letzten zwei Jahren Milliarden an Bußgeldern zahlen. (…)

Größtes Defizit ist in Deutschland die fehlende Ratifizierung der UN-Konvention gegen Korruption. Hier hat die  große Koalition in der vergangenen Legislaturperiode versagt. Deutschland wird deshalb im November bei der dritten Vertragsstaatenkonferenz in Doha bei den Verhandlungen über weltweite Überwachungsmechanismen nicht gleichberechtigt teilnehmen können. Dies schadet der deutschen Wirtschaft, die ein hohes Interesse an international einheitlicher Korruptions­bekämpfung hat. Weitere regulative Defizite in Deutschland sind das Fehlen eines Korruptions­registers, das Fehlen eines umfassenden Hinweisgeberschutzes und das Fehlen von Transparenz­anforderungen bei der freihändigen und beschränkten Vergabe.

Hier geht’s zum Bericht.

Oh, und hier zu den Wahlprüfsteinen von TI zur Bundestagswahl.

International geht’s weiter mit Statewatch. Ben Hayes hat die Studie „NeoConOpticon – The EU Security-Industrial Complex“ geschrieben:

Despite the often benign intent behind collaborative European ‘research’ into integrated land, air, maritime, space and cyber-surveillance systems, the EU’s security and R&D policy is coalescing around a high-tech blueprint for a new kind of security. It envisages a future world of red zones and green zones; external borders controlled by military force and internally by a sprawling network of physical and virtual security checkpoints; public spaces, micro-states and ‘mega events’ policed by high-tech surveillance systems and rapid reaction forces; ‘peacekeeping’ and ‘crisis management’ missions that make no operational distinction between the suburbs of Basra or the Banlieue; and the increasing integration of defence and national security functions at home and abroad.

It is not just a case of “sleepwalking into” or “waking up to” a “surveillance society”, as the UK’s Information Commissioner famously warned, it feels more like turning a blind eye to the start of a new kind of arms race, one in which all the weapons are pointing inwards. Welcome to the NeoConOpticon.

Hier geht’s zur Pressemitteilung und Telepolis hat mit Ben Hayes über seine Studie gesprochen:

Die EU hat bereits eine Reihe von überwachungsfreundlichen Gesetzen eingeführt, mehr sogar als die USA. Diese Maßnahmen beinhalten die verpflichtende Überwachung von Telekommunikation; die Einführung von Fingerabdrücken in EU-Reisepässen, Visa und Aufenthaltserlaubnissen sowie die Einführung biometrischer Identifikationssysteme; Auswertung und Austausch von Flugdaten; Überwachung finanzieller Transaktionen. Im Rahmen des europäischen Sicherheitsforschungsprogramms hat die EU Aufträge für Forschung und Entwicklung erteilt, (…) Dieses gesamte Programm dient in Wirklichkeit dazu, Europas Polizeibehörden, Sicherheitsdienste, Grenztruppen, Agenturen zum Krisenmanagement und paramilitärische Einheiten mit den neuesten Überwachungstechniken auszurüsten.



Kleinkram: Witeout, Zensursula, MyPDFScripts

September 22, 2009

„Whiteout“ – nach dem Kinostart. Die Kritiker sind nicht begeistert.

Drehbuchautor William Martell auch nicht. Er erklärt warum der Film nicht funktioniert und wie er hätte funktionieren können. Eine sehr amüsante, sehr lehrreiche und sehr lange Lektüre:

From the trailer, it looks like THE THING meets MY BLOODY VALENTINE, but the bad reviews made it sound like neither. They made it sound like a mystery… and I really love mystery films. (…)

Um, where were the clues? Where was the mystery? Because there were no real clues and no real suspects, I knew who the bad guys were about 5 minutes in because they were the only characters to choose from. You will know who the killer is and who the mastermind is right away – there are practically big arrows hanging over them that say “Guilty”. That makes the mystery part completely pointless… we figured out, so why can’t Kate? Is she stupid? Oh, and what’s the point of sitting through the rest of the film and all of those endless flashbacks of her traumatic backstory? (…)

One of the things I often do in my mystery scripts is come up with dialogue that has a double meaning, so that the audience thinks the character is talking about something story/plot related, but they are actually talking about their motivations for the crime. The audience doesn’t notice until the second time the see the movie.

CulturePopMike Russell hat sich mit dem „Whiteout“-Zeichner Steve Lieber unterhalten. Hier geht’s zum Comic-Strip, hier zum Interview.

Eine Fleißarbeit von Daniel Schultz: „Zensursula – eine Rückschau“ (pdf) und einige Erklärungen dazu.

„Go into the Movies“ Scott Myers hat sich mit den Machern von MyPDFScripts unterhalten.

Aktuell gibt es dort zum Beispiel das Drehbuch „The Informant!“ von Scott Z. Burns (auch bekannt als „der neue Film von Steven Soderbergh mit Matt Damon in der Hauptrolle“; deutscher Kinostart ist am 5. November)



Hörenswert

September 19, 2009

Im SWR2-Forum gibt es ein hörenswertes Gespräch zwischen

Carl Bergengruen (Fernsehspiel-Chef des SWR Baden-Baden)

Fred Breinersdorfer (Drehbuchautor und Anwalt, Berlin) und

Hans Leyendecker (Süddeutsche Zeitung)

über den Fall Heinze und die ÖR-Fernsehlandschaft. Hübsch, wie Bergengruen eine heile Welt zeichnet, während Breinersdorfer und Leyendecker die Fahne des kritischen Journalismus hochhalten und sehr plastisch ein mafiös-korruptes System charakterisieren.


RetteDeineFreiheit

September 17, 2009

Lobenswerte Initiative, guter Kurzfilm, informative Seite von Alexander Lehmann:


Der kriminelle Buchherbst – Teil 8: Random Murders, Part Two

September 16, 2009

Goldmann

Oktober

Tom Bale: Amok (Debüt: In Sussex bringt sich ein Mann nach einem Amoklauf um. Eine Zeugin glaubt, einen zweiten Mann gesehen zu haben. Gemeinsam mit einem Journalisten sucht sie ihn.)

November

Truman Capote: Kaltblütig (Taschenbuch-Ausgabe der neuen „Kein & Aber“-Übersetzung)

Gianrico Carofiglio: Das Gesetz der Ehre (Taschenbuch-Ausgabe)

Patricia Cornwell: Totenbuch (Taschenbuch-Ausgabe eines Kay-Scarpetta-Krimis)

Deborah Crombie: Von fremder Hand/Der Rache kaltes Schwert (zwei Fälle für Superintendent Duncan Kincaid und Sergeant Gemma James)

Ruth Downie: Tod einer Sklavin (Medicus Russo ermittelt im Römische Reich; „SPQR meets CSI“ meint der Verlag)

Misha Glenny: McMafia – Die grenzenlose Welt des organisierten Verbrechens (Taschenbuch-Ausgabe des Sachbuchs aus dem Spiegel-Verlag)

Andrew Pyper: Die Stunde des Sandmanns (Journalist Patrick Rush sucht einen Serienkiller, der sich „Sandmann“ nennt. Einen ersten Hinweis auf seine Identität erhält er von einer Frau aus seinem Schreibkurs.)

Martin Cruz Smith: Stalins Geist (Taschenbuch-Ausgabe des sechsten Auftritts von Arkadi Renko)

Kim Wozencraft: Gehetzt (Zwei unschuldig im Knast sitzende Frauen flüchten aus dem Knast und die Verfolgungsjagd beginnt.)

Dezember

Stuart Archer Cohen: Der siebzehnte Engel (Taschenbuch-Ausgabe)

Janet Evanovich: Kalt erwischt (Taschenbuch-Ausgabe eines Stephanie-Plum-Krimis)

Nicci French: Bis zum bitteren Ende (Taschenbuch-Ausgabe)

Elizabeth George: Am Ende war die Tat (Taschenbuch-Ausgabe)

Caroline Graham: Ein böses Ende/Blutige Anfänger (Inspector Barnaby ermittelt)

John Twelve Hawks: Dark River – Das Duell der Traveler (Taschenbuch-Ausgabe des zweiten Traveler-Bandes)

Franco Limardi: Die dunkle Spur des Todes (Ein Ex-Soldat will bei einem Raubüberfall das große Geld machen. Aber der schöne Plan löst sich – siehe Titel – schnell in Luft auf. – Klingt nach einer Noir-Story für mich.)

Maria Masella: Wer sich ein Bildnis macht (In Genua sucht Commissario Mariani einen Serienmörder. Dabei scheint es eine Verbindung zu seiner Frau zu geben.)

Rainer Würth: Krötenwanderung (Kommissar Kolb sucht den Mörder des Leiters des Bauamtes.)

Januar

Brett Battles: Todesjagd (zweiter Auftritt des Cleaners Jonathan Quinn)

Sharon Bolton: Todesopfer (Taschenbuch-Ausgabe)

Colin Cotterill: Dr. Siri und seine Toten (Taschenbuch-Ausgabe)

Robert Ellis: Leichengift (Detective Lena Gamble soll den Mörder einer jungen, nicht identifizierten weiblichen Leiche finden. Die Medien verfolgen ihre Ermittlungen akribisch.)

Jonathan Kellerman: Jamey – Das Kind, das zuviel wusste/Exit (zwei Fälle für Alex Delaware)

Ian Rankin: Der Tod ist erst der Anfang (22 noch nicht übersetzte Kurzkrimis von Ian Rankin, acht mit Rebus)

John Sandford: Mordlust (Taschenbuch-Ausgabe)

Andreas Ulrich: Das Engelsgesicht (anscheinend eine Neuausgabe zum Kinostart der Verfilmung)

Lisa Unger: Der Fluch der Wahrheit (Taschenbuch-Ausgabe)

Februar

Jefferson Bass: Todesstarre (Ein Forensik-Thriller: Wer hat einen Physiker, der die Atombombe mitentwickelte, radioaktiv vergiftet? Bill Brockton ermittelt.)

Caroline Graham: Treu bis in den Tod/Ein sicheres Versteck (Inspector Barnaby fängt die bösen Buben)

Rainer Gross: Grafeneck (Neuausgabe eines beim Pendragon-Verlag erschienenen und mit dem Glauser ausgezeichneten Debüts)

James Patterson: Höllentrip (Catherine will während eines Segeltörns die gestörte Beziehung zu ihren drei Kindern wieder kitten. Als sie nach einem Unfall auf einer einsamen Insel stranden, müssen sie um ihr überleben kämpfen. Denn irgendjemand will, dass sie die Insel nicht wieder verlassen.)

Linus Reichlin: Die Sehnsucht der Atome (Taschenbuch-Ausgabe, Deutscher Krimi Preis 2009)

Tom Rob Smith: Kind 44 (Taschenbuch-Ausgabe des vielfach nominierten und ausgezeichneten Debüts.)

Andreas Winkelmann: Hänschen klein (heißt es nach „Tief im Wald und unter der Erde“. Eine Mutter will sich den Traum einer Familie erfüllen. Dummerweise ist der von ihr erwählte Anwalt Schneider von ihrem Anliegen überhaupt nicht begeistert.)

März

Harlan Coben: Keine zweite Chance/Kein böser Traum (zweimal Spannung von einem Meister)

Deborah Crombie: Alles wird gut (der zweite Fall von Superintendent Duncan Kincaid und Inspector Gemma James in aufwändiger Neuausstattung)

Thea Dorn: Mädchenmörder (Taschenbuch-Ausgabe)

Birgit Lautenbach/Johann Ebend: Engelstrompeten (der dritte Hiddensee-Krimi für die Inselpolizisten Kästner und Pieplow. Dieses Mal suchen sie den Mörder der alten Wanda.)

Chuck Palahniuk: Fratze (Deutsche Erstausgabe des Frühwerks von „Fight Club“-Palahniuk)

Ian Rankin: Ein Rest von Schuld (Taschenbuch-Ausgabe eines Rebus-Krimis)

Sarah Rayne: Todeskammer (Psychothriller: Georgina Grey wühlt in der Familiengeschichte herum. Gute sechshundert Seiten.)

Dan Waddell: Das Erbe des Blutes (Bei ihren aktuellen Mordermittlungen führt die Spur DCI Foster und Jenkins zurück in die Vergangenheit. Denn die Lösung hängt irgendwie mit dem Kensington Killer und seinen 1879 verübten Taten zusammen.)

April

Stefan Aust: Der Baader-Meinhof-Komplex (Taschenbuch-Ausgabe der aktualisierten Ausgabe)

Rennie Airth: Orte der Finsternis (Surrey, Sommer 1932: ein Ex-Scotland-Yard-Inspector sucht den Mörder eines Mädchens. Er glaubt an einen Serienmörder.)

Maxime Chattam: Die Gaia-Hypothese (Thriller über geheimnisvolle Experimente auf abgelegenen Inseln, Laboren in den Pyrenäen und Serienkillern. Naja, Chattam hat 500 Seiten, um das alles miteinander zu verknüpfen.)

J. F. Englert: Kaltschnäuzig – Ein Fall für den Schnüffler (Wuff!)

Joy Fielding: Die Katze (Taschenbuch-Ausgabe)

Nicola Förg: Kuhhandel („Taschenbuch“-Ausgabe eines Emons-Krimis)

Jonathan Kellerman: Knochensplitter (ein Alex-Delaware-Krimi)

Michael Koglin: Bluttaufe (Thriller über einen Serienmörder, der in Norddeutschland Ted Bundy nachahmt.)

Peter Temple: Shooting Star (Taschenbuch-Ausgabe)

Hinweis

Der kriminelle Buchherbst – Teil 1: Ein Halleluja für Hollywood (Alexander Verlag, Belleville, Bertz + Fischer, Henschel)

Der kriminelle Buchherbst – Teil 2: Zurück in die Provinz (Emons, Gmeiner)

Der kriminelle Buchherbst – Teil 3: Regionale Küche, teils mit ausländischem Einschlag (Edition Nautilus, Grafit, Pendragon)

Der kriminelle Buchherbst – Teil 4: Gemischte Küche, hauptsächlich aus fremden Gefilden (Edition Phantasia, Liebeskind, Rotbuch, Tropen, Unionsverlag)

Der kriminelle Buchherbst – Teil 5: Nochmal gemischte Küche (Fischer Verlag)

Der kriminelle Buchherbst – Teil 6: Hauptsächlich regional, aber mit südamerikanischem Einschlag (Edition Köln, Matthes & Seitz, Verbrecher Verlag)

Der kriminelle Buchherbst – Teil 7: Random Murders, Part One (Blanvalet)


Kurz gemeldet: Dan Brown, Bruen/Coleman, Heavy Metal Pulp

September 16, 2009

Der neue Dan Brown „The Lost Symbol“ ist draußen. Oline Cogdill schreibt über Dan Brown, seine vorherigen Bestseller, die Verfilmungen und den bereits jetzt erreichten Bestsellerstatus von „The Lost Symbol“.

Sarah Weinman schreibt ebenfalls über das Buch.

Die deutsche Übersetzung erscheint am 14. Oktober bei Bastei-Lübbe.

Ken Bruen und Reed Farrel Coleman haben die Filmrechte ihres gemeinsamen Krimis „Tower“ nach Hollywood verkauft. Mal abwarten, wie’s weitergeht.

(via BSC) Tor macht jetzt auch „Heavy Metal Pulp“.

Der erste Band der neuen Reihe, „Pleasure Model“ von Christopher Rowley, erscheint erst im Februar 2010, aber der Trailer dafür sieht ziemlich geil aus:


Gedankensplitter und Fundstücke

September 14, 2009

Im TV-Programm entdeckt:

Montag, 21. September, ZDF, 20.15 Uhr

Mein Mann, seine Geliebte und ich (D 2009)

Story: Nach 25 glücklichen Ehejahren entdeckt Rike, dass ihr Mann sie betrügt. Sie stellt ihren Mann nicht zur Rede, sondern sie will die Nebenbuhlerin kennenlernen – und findet sie ganz sympathisch.

Mittwoch, 23. September, ARD, 20.15 Uhr

Die Freundin der Tochter (D 2009)

Story: Nach einer langjährigen glücklichen Ehe entdeckt Hannah, dass ihr Mann sie betrügt. Sie stellt ihren Mann nicht zur Rede, sondern sie nähert sich unter falschem Namen der Freundin ihres Mannes (einer Studienfreundin ihrer Tochter) – und findet sie ganz sympathisch.

Mein erster Verdacht war, dass Doris Heinze ( Ja, genau die Doris) nicht nur für „Die Freundin der Tochter“, sondern auch für „Mein Mann, seine Geliebte und ich“ das Drehbuch schrieb.

Aber das ist von Laila Stieler, die auch für „Die Polizistin“, „Willenbrock“ und „Wolke 9“ (alles Andreas-Dresen-Filme) die Bücher schrieb.

Also scheint die Story, die ich vor allem in „Die Freundin der Tochter“ für ziemlich gekünstelt halte (ohne den Film gesehen zu haben), irgendwie in der Luft zu liegen.

Oder gab’s vor einiger Zeit einen Hollywood-Film mit dieser Story?

Die Demo „Freiheit statt Angst“ war erfolgreich; dieser Polizeieinsatz nicht:

(und hier würde ich gerne auf das You-Tube-Video verlinken, aber inzwischen muss man sich meistens anmelden. Deshalb einmal zum „SpiegelOnline“-Artikel und zur rbb-Reportage)

Die Berliner Polizei erklärt das Gesehene in einer Pressemitteilung so:

Trotz wiederholter Aufforderungen, den Ort zu verlassen, störte insbesondere ein 37-Jähriger weiter. Die Beamten erteilten ihm schließlich einen Platzverweis. Nachdem auch dieser wiederholt ausgesprochen worden war und der Mann keine Anstalten machte, dem nachzukommen, nahmen ihn die Polizisten fest. Hierbei griff ein Unbekannter in das Geschehen ein und versuchte, den Festgenommenen zu befreien, was die Beamten mittels einfacher körperlicher Gewalt verhinderten. Der Unbekannte entfernte sich anschließend vom Tatort. Der 37-Jährige erlitt bei seiner Festnahme Verletzungen im Gesicht und kam zur Behandlung in ein Krankenhaus.

Die Vorgehensweise der an der Festnahme beteiligten Beamten einer Einsatzhundertschaft, die auch in einer im Internet verbreiteten Videosequenz erkennbar ist, hat die Polizei veranlasst, ein Strafverfahren wegen Körperverletzung im Amt einzuleiten. Das Ermittlungsverfahren wird durch das zuständige Fachdezernat beim Landeskriminalamt mit Vorrang geführt.

Äh? Sehen wir die gleichen Bilder? Ein wiederholter Platzverweis wird ausgesprochen? Der Mann im blauen T-Shirt macht keine Anstalten sich zu entfernen?

Im Titel-Magazin gibt es ein lesenswertes Interview mit Filip Kolek vom Comicverlag „Cross Cult“ (u. a. „Sin City“, „M“, „Sleeper““, „Whiteout“ und „Star Treck“).

Ebenfalls im Verhörzimmer sind:

John Banville (aka Benjamin Black)

Brent Ghelfi (Volk’s Game, Volk’s Shadow – sind beide auf Deutsch bei Heyne Hardcore erschienen)

Steven M. Thomas (noch nichts übersetzt, aber er wird ziemlich abgefeiert und er beschreibt seinen neuen Roman „Criminal Paradise“ als „Ross MacDonald meets John MacDonald with some Elmore Leonard thrown in“ und das klingt verdammt interessant.)

Val MacDermid

Und nun die obligatorischen Bruen-News: in der Verfilmung seines Krimis „Blitz“ spielt er eine  kleine Rolle als Priester. Bei Crimespree Cinema gibt es ein Bild von Bruen in Priesterkluft mit Hauptdarsteller Jason Statham und Regisseur Elliott Lester.


Kleinkram: My PDF Scripts, „Whiteout“, Hans-Christian Schmid, Walter Hill, James Patterson

September 12, 2009

Mit „My PDF Scripts“ gibt es eine neue Seite mit vielen, vielen Drehbüchern und zusätzlichen Informationen.

Erster Eindruck: Sehr gut!

„Whiteout“ ist in den USA angelaufen; keine Ahnung, wann der Film in Deutschland anläuft. Denn die Kritiken sind verheerend. Bei Metacritic 33/100. Bei Rotten Tomatoes 6/100.

Bei „Comics worth reading“/“DVDs worth watching“ gibt es ein kurzes Interview mit Steve Lieber, dem Zeichner von „Whiteout“:

Since I haven’t seen a final cut, that’s hard to say definitively, but I adore the look of the movie. The environments that Graham “Grace” Walker created are incredible. His envisioning of Amundsen-Scott South Pole station and the Russian base have to be seen to be believed. And what I’ve seen of the relationship between Carrie and the Doc has been perfect. Everything about them I tried to draw in the graphic novel was up there on the screen.

Bei Collider gibt es Videointerviews mit den „Whiteout“-Schauspielern Kate Beckinsale, Alex O’Loughlin und Gabriel Macht.

Und hier gibt’s auch einige Worte von „Whiteout“-Autor Greg Rucka zum Film (nach dem Auftritt von Kate Beckinsale auf dem roten Premierenteppich):

Like I said, they made a movie out of something I wrote. How can I not be?

Dort gibt’s noch weitere Roter-Teppich-Gespräche mit weiteren am Film Beteiligten.

Bei „Galore“ gibt es ein Interview mit Hans-Christian Schmid über seinen neuen Film „Sturm“.

„Hollywood Interview“ redet mit Walter Hill:

Somebody once asked me why I never did horror films, just action, and what was the difference? I said horror movies terrorize women, and action movies terrorize guys. For some reason, several people found that definition objectionable. (chuckling) I thought it was brutally accurate… I didn’t answer that too well, did I?

James Patterson wird bis 2012 siebzehn (!)  neue Bücher veröffentlichen.


Neu im Kino: Sturm

September 10, 2009

Sturm (Storm, D/Dk/Nl 2009)

Regie: Hans-Christian Schmid

Drehbuch: Bernd Lange, Hans-Christian Schmid

Den Haag, Internationaler Gerichtshof: Als die Anklage gegen einen serbischen Kriegsverbrecher auf der Kippe steht, beginnt Anklägerin Hannah Maynard eigenmächtig in Bosnien-Herzegowina und Berlin nach Zeugen zu suchen.

Hochgelobter Politthriller und Gerichtsdrama, der den Pessimus der 70er-Jahre-Politthriller zeitgemäß erneuert (und den Berlin-Bonus hat).

Hans-Christian Schmid ist ein radikal humanitärer Regisseur. Dass es ihm um Zwänge und Erfahrungen geht, hat er schon mit Filmen wie ‚Requiem‘ und ‚Lichter‘ kundgetan. ‚Storm‘ ist nun ein Film, der ein wenig zu viel will. Aber in welcher Hinsicht er zu viel will – das spricht schon wieder für ihn.“ (Anke Westphal, Berliner Zeitung, 9. Februar 2009)

mit Kerry Fox, Anamaria Marinca, Stephen Dillane, Rolf Lassgård

Hinweise

Homepage zum Film

Film-Zeit über „Sturm“


Veranstaltungshinweis für Kurzentschlossene

September 9, 2009

Gute Veranstaltung (jaja, hab’s irgendwie mitorganisiert und daher stehe ich in der Begeisterungspflicht. Aber der Film ist wirklich gut und die Diskussion; – naja, da liegt’s an euch. Außerdem ist die Sache gut mit der U-Bahn erreichbar. Denn die S-Bahn hat Probleme mit ihren Schrauben.):

„Jung, weiblich, türkisch, chancenlos – Kann das Gleichbehandlungsgesetz helfen?“, Blockaden, Chancen, Perspektiven

Film und Podiumsdiskussion

am Donnerstag, den 10. September 2009

in der Alten Feuerwache (Axel-Springer-Straße 40/41, 10969 Berlin)

um 18.00 Uhr: „Damla = Tropfen, Derya = Ozean“ (Film von Elisabeth Pricken, mit anschließendem Gespräch mit der Regisseurin)

um 19.00 Uhr: Podiumsdiskussion

mit

– Wolfgang Wieland, Mitglied des deutschen Bundestages

– Monika Herrmann, Stadträtin für Jugend in Kreuzberg

– Prof. Dr. Jutta Allmendinger, Direktorin des Wissenschaftszentrums Berlin (angefragt)

– Nuran Yigit, Antidiskriminierungs-Netzwerk Berlin

– Alexander Klose, Lehrbeauftragter der Freien Universität Berlin

Moderation: Dr. Susanna Kahlefeld (LAG Migration Bündnis 90/Die Grünen Berlin)


Fast 20 % der ausländischen Schülerinnen und Schüler verlassen die Schule ohne Abschluss. Mehr als 35 % der ausländischen Jugendlichen verfügen über keine abgeschlossene Ausbildung. Die Arbeitslosenquote von Ausländerinnen und Ausländern liegt mit mehr als 20% doppelt so hoch wie die der Gesamtbevölkerung. Faulheit? „Bildungsferne“?

Wohl kaum! Stattdessen ein deutliches Indiz für fehlende Chancengleichheit in einem Land, das sich mit Gleichbehandlung noch immer schwer tut. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen starke, emotional getragene Vorbehalte gegenüber Ausländer/innen und Migrant/innen in weiten Teilen der Gesellschaft, die sich nicht selten in Benachteiligungen niederschlagen. Hinzu kommen strukturelle Diskriminierungen beim Zugang zu Bildung und Beruf. So hat ca. nur 1 % der fast 750.000 Lehrerinnen und Lehrer selbst einen Migrationshintergrund.

Das nicht zuletzt auf Initiative von Bündnis 90/Die Grünen vor 3 Jahren beschossene Allge-meine Gleichbehandlungsgesetz (AGG), bietet Opfern von Diskriminierungen erstmals die Möglichkeit, sich gegen Benachteiligungen gerichtlich zur Wehr zu setzen.

Wir wollen diskutieren, welche Möglichkeiten und Perspektiven das AGG im Kampf für eine Antidiskriminierungs-Kultur enthält, welche Verbesserungen notwendig sind und wie bestehende Blockaden auch mit anderen Mitteln aufgelöst werden können.

Vor der Diskussion zeigen wir den 2009 entstandenen Film „Damla = Tropfen, Derya = Ozean“ der Regisseurin Elisabeth Pricken.

Der in Neukölln gedrehte Film dokumentiert den steinigen Alltag junger Frauen mit Migrationshintergrund. In der Öffentlichkeit vornehmlich als „Risikogruppe“ wahrgenommen, kämpfen sie sich ihren Weg durch den Bildungsdschungel – ganz unter dem Motto:

Du hast keine Chance, aber nutze sie! Der Film von Elizabeth Pricken enstand in Zusammenarbeit mit S.U.S.I. und der Beratungsstelle für Frauen „Uğrak“ in Neukölln.

Der Eintritt ist frei.



Veranstalterinnen: LAG Migration und LAG Demokratische Rechte von Bündnis 90/Die Grünen (Berlin)


Kleinkram: Bürgerrechte wählen – Überwachung abwählen, Elkins über Verfilmungen, „Whiteout“

September 9, 2009

„Bürgerrechte wählen – Überwachung abwählen“ heißt eine sehr informative vom AK Vorrat gemachte Seite, die sehr detailliert die einzelnen Überwachungsgesetze, welche Parteien zugestimmt haben und die entsprechenden Forderungen der Parteien auflistet.

Hier ist die Originalseite. Im Moment hakt sie noch öfters. Aber hier kann sie auch studiert werden.

Einen sehr launischen launigen Text hat Aaron J. Elkins für „My Book, The Movie“ über seine Idealbesetzung für eine Verfilmung eines seiner Gideon-Oliver-Krimis geschrieben. Denn seine Bücher wurden bereits verfilmt:

Actually, my books have been made into movies–five big-production TV movies–back a few years. I think the reason so few people remember them is the same reason people supposedly forget the real pain of childbirth or dental procedures: they are too wretched to bear remembering. (…)

In my case, they changed the protagonist from white to black; they moved him from the University of Washington to Columbia University; they converted him from a physical anthropologist to a cultural anthropologist; they changed him from a joyfully married man to a widower, but gave him a nineteen-year-old daughter to compensate; and they awarded him a black belt in kick-boxing or karate–I forget which.

Other than that, of course, they stuck quite closely to my character.

They took a few interesting liberties with the tenor of my stories too. Those of you who have read my books would know that there are certain kinds of things, ugly things, I’m highly unlikely to write about, e.g., animal mutilation, satanic cults, child pornography, torture, etc. I figure if people want to read about them, all they need to do is open the newspaper. Mystery fiction, as I see it, is a way of getting away from those awful things. Well, every one of those topics turned up in the first half-hour of the first show. After that, I don’t know; I quit watching. It wasn’t my kind of show. (…)

Am I bitter about it all? No way. I knew ahead of time how it would work, and I just left it to them; anything else would have been pointless and frustrating. They paid good money, and they paid on time. (What they paid me for is hard to understand, since they used so little of it, but I was happy to take it.) And most important, they couldn’t really hurt the books. TV is TV and books are books, and readers know the difference.

Bei Shock till you drop gibt es ein Featurette zur Greg-Rucka/Steve-Lieber-Verfilmung „Whiteout“ mit Kate Beckinsale, Gabriel Macht und Alex O’Loughlin.

In den USA startet die langerwartete Verfilmung am 11. September.