Arte über Dennis Lehane

August 9, 2009

Schnell, schnell. Dürfte nur einige Tage online sein. Die Reportage über Dennis Lehane bei dem Sender unseres Vertrauens.

(Kurze Vorfreudemeldung: Arte zeigt am Montag, den 17. August erstmals den Jean-Pierre-Melville-Klassiker „Der zweite Atem“ in der ungekürzten Version. 25 Minuten mehr Melville.)

Update – wenige Stunden später: Ist wohl schon offline.


Compartmania

August 7, 2009

Martin Compart schreibt in seinem Blog, dass es bald mit der „Luzifer-Connection“ (seinem neuen Roman) losgeht. Unklar ist noch, ob bei Evolver oder in seinem Blog.

Ich bin gespannt, auch wenn Martin einige Kürzungen vornehmen will. Jugendschutz und so etwas, brummelt er. Als ob heute Jugendliche noch lesen, wenn sie sich den neuen ultrabrutalen Splatter-Horror-Sex-Trash-Film, natürlich illegal, downloaden können und dabei murmeln „das Internet ist ein rechtsfreier Raum – das Internet ist ein rechtsfreier Raum“.

Damals, als ich jung war, gab’s pädagogisch wertvolle Werke von Mickey Spillane und Nick Carter ohne so ein Jugendschutzgedöns (dafür teilweise auf dem Index oder seltsam übersetzt).

Und so kann ich elegant zum schönen Interview von dpr mit Martin Compart im „Krimikultur: Archiv“ überleiten:

Frank Allan, John Kling oder Jerry Cotton bei der Erforschung deutscher Krimitraditionen auszulassen ist etwa so, als würden die Amerikaner ihren Nick Carter und andere Dime Novel-Heroen verschweigen, die bekanntlich das Bindeglied zwischen den Westernhelden und dem Private Eye oder anderen Hard-boiled-Typen sind.

Was bei uns alle paar Jahre als große Literatur abgefeiert wird, übersteht ja kaum den Zehnjahrestest. Meist ist das Lesen reine Zeitverschwendung. Grass oder Walser werden längst vergessen sein, wenn man Unterhaltungsschriftsteller wie Shakespeare, Dickens oder Chandler noch begeistert lesen wird.

Im Interview geht’s um Noir, die deutsche Verlagslandschaft (und das Ende der Krimireihen) und deutschsprachige Krimiautoren damals und heute:

Quantitativ hat der deutsche Krimi sicherlich ein höheres Niveau erreicht. Wenn alle Syndikat-Autoren sich gegenseitig kaufen, reicht das schon für eine Auflage. Qualitativ hat der deutsche Thriller oder Detektivroman nie wieder das Niveau alter Cracks wie Hans Gruhl oder Philip Vandenberg erreicht. Während ich Österreicher wie die Abenteuer von Ostbahn Kurti mit Vergnügen lesen kann, finde ich Haas unleserlich, fürchterlich gewollt, ohne Charme und Stil. Reine Pose. Ich lese kaum deutsche Krimis. (…)

Im Fernsehen ist es genauso: Man vergleiche nur die verwahrlosten TATORTE, ZDF oder RTL-Produktionen mit Serien wie SHIELD, WIRE oder SPOOKS. Genauso groß ist der Unterschied in der literarischen Produktion. Erfolg ist schön, aber kein Kriterium für Qualität.


Kleinkram: ein Lansdale-Interview, Ruttans Antwort auf Banville/Black und die Newsweek-True-Crime-Week

August 6, 2009

Dark Forces: Rick Klaw hat mit Joe R. Lansdale gesprochen (Teil 1, Teil 2):

It’s not that I can’t write without violence, but I don’t want. Depends on the book. When I wrote The Bottoms, there is violence in it but there’s almost a young adult feel to that novel. And The Boar is an example of what I can do. A lot more of the modern young adult books isn’t like See Spot Run or the Hardy Boys. I’m getting an opportunity to do something I’ve wanted to do for a really long time. If this goes well, I’m planning on doing more.

Ausgehend von John Banvilles (oder Benjamin Blacks) Bemerkung, dass er die Krimis schneller als seine literarischen Werke schreibe, hat Sandra Ruttan bei BSC einen sehr lesenswerten längeren Artikel über die Arbeitshaltung von Autoren, ihren Fans (Banville hat das zuletzt auf einem Krimifestival gesagt) und den Reaktionen von Autoren und Kritikern auf Banvilles Bemerkung geschrieben:

As writers, it helps if we know our audience when we’re writing, and it is extremely helpful if we know our audience when we’re speaking at an event. (This is part of the reason I attended events before I had a publishing contract.) If you’re on a panel and make a comment and it’s misinterpreted that’s your fault. It is your job, as a speaker, to express yourself clearly. It is no the audience’s job to read your mind or even give you the benefit of the doubt. (…)

Black’s been pushed as a literary writer, and instigated a few controversies in the community, and none of that makes me particularly interested in his books. I never hear about content, about the story, about captivating characters… just literary writer turned crime novelist, and that holds no special appeal for me. During the writers’ strike we received a lot of submissions from screenwriters, and we rejected almost all of them, because characters and setting were often underdeveloped. There’s nothing wrong with being a screenwriter; it requires a different set of writing muscles from novel writing. The same is true for genre writing and literary writing. None are better or worse, just because of their label, but within all the categories there will be works that are great and there will be works that are garbage. (…)

As writers our focus should be on the work, not kicking up a controversy to get our names in the press.

Newsweek hat die True-Crime-Week. Walter Mosley schreibt über die Wurzeln einer amerikanischen Obsession (Na, welche ist das wohl?). James Ellroy schreibt über die ermordete 17-jährige Lily Burk. Vincent Bugliosi (Helter Skelter) erinnert sich an die Manson-Morde. „Law & Order“-Erfinder Dick Wolf nennt die zehn Verbrecher, die ihn am meisten faszinierten. Malcolm Jones schreibt über Noir (und illustriert wird’s mit Hard-Case-Crime-Covers) und er nennt seine zehn Lieblingskrimis (schöne Liste).


Kurze Fortbildung zur Internetsperre

August 4, 2009

Kurze, sehr informative Reportage:


Crimespree-Award 2009 vergeben

August 4, 2009

Die diesjährigen Crimespree-Preise (einem Publikumspreis des Crimespree Magazine) gehen an:

Favorite book of 2008

Trigger City, von Sean Chercover

nominiert

Yellow Medicine, von Anthony Neil Smith

Envy The Night, von Michael Koryta

Chasing Darkness, von Robert Crais

Toros & Torsos, von Craig McDonald

Best in an ongoing series

Chasing Darkness, von Robert Crais

nominiert

Trigger City, von Sean Chercover

Toros & Torsos, von Craig McDonald

The Duffy Dombrowski Mystery Series, von Tom Schreck

Another Thing to Fall, von Laura Lippman

Favorite comics writer

Brian Azzarello

nominiert

Tim Broderick

B. Clay Moore

Ed Brubaker

Jason Aaron

Favorite original Paperback (mass market or trade)

Money Shot (Hardcore Angel), von Christa Faust

nominiert

Severance Package (Letzte Order), von Duane Swierczynski

Go Go Girls of the Apocalypse (Die Go-Go-Girls der Apokalypse, angekündigt für Januar 2010), von Victor Gischler

The Stolen (Fünf Jahre, angekündigt für November 2009), von Jason Pinter

The Evil That Men Do, von Dave White

Favorite Mystery Bookstore (die Kategorie ist wichtig für den nächsten Amerika-Besuch)

Once upon a crime, Minneapolis

nominiert

The Mystery Bookstore, Los Angeles

Murder by the book, Houston

Centuries & Sleuths, Forest Park, IL

M is for Mystery, San Mateo, California

Einen herzlichen Glückwunsch an alle Gewinner!

Eine feine Liste, die (auch wenn ich noch nicht alle Gewinner-Bücher gelesen habe) meinen Geschmack gut trifft. Hoffentlich werden noch einige der Bücher ins Deutsche übersetzt.


Kurzmeldungen

August 3, 2009

Wer nicht lesen will, darf sehen – beim Portable Film Festival. Da gibt es 180 Kurzfilme aus der ganzen Welt (yep, auch deutsch Filme sind dabei) und wir Zuschauer dürfen in den kommenden Wochen den besten Film wählen. Klingt doch gut.

Die SFWA (Science Fiction and Fantasy Writers of America) haben ihre Homepage gerelauncht. Sieht hübsch aus und bietet viele Infos.

Lisa Kling war bei den „Writers on Genre“-Veranstaltungen der Writers Guild Foundation:

One of the panel discussions was about Drama/Real Life stories.  Another one was about Sci Fi and Fantasy.  On the surface, opposite ends of the creative spectrum, right?  But I heard the very same piece of advice from both sets of writers: the historical accuracy (or fantastical creativity) of your script isn’t nearly as important as the emotional reality.

Außerdem weist sie auf die Seite von Lindsey Hughes hin: Screen Story Success. Hughes schreibt darüber, warum verschiedene Filme funktionieren und andere nicht. Lesenwert; – auch ihre Liebeserklärung an die Besucher der Comic Con:

Some people make fun of these extreme fans, but I think they are wonderful. They love the stories and characters so much that they want to live them. As creators engendering this devotion is what we should aspire to. Hopefully every person in the theater is swept away to the world we created and doesn’t want to come back.

Apropos Liebe. Da ist die Romantic Comedy nicht weit:

I just saw THE UGLY TRUTH and it was ugly.  There is nothing worse than a mediocre or bad romantic comedy and that is what we usually get.  In my opinion romantic comedies are the most difficult genre to write because they are all about character and dialogue.  The story is always the same.  Guy and girl meet, but for some reason they can’t immediately be together so they spend the movie lying and arguing until they realize they love each other.  For simplicity’s sake the lovers are almost always polar opposites, giving lots of opportunity for conflict.  In the movies, opposites really do attract.

„Die nackte Wahrheit“ (The ugly truth) startet bei uns am 1. Oktober.

Die Killer Covers beschäftigen sich mit Leslie Charteris‘ Helden Simon Templar, aka Der Heilige aka The Saint.

Und der Noir of the Week ist „Shield for Murder“ (Freibrief für Mord, USA 1954). Regie führten Edmond O’Brien (der auch die Hauptrolle spielt) und Howard W. Koch. Das Drehbuch ist von Richard Allan Simmons und John C. Higgins. Es ist die wohl unbekannteste Verfilmung eines Romans von Willam P. McGivern. Warum erfahren Sie hier.


Gesucht – gefunden

August 3, 2009

Im Rap Sheet gibt es ein Interview mit Tom Cain (Target, Survivor, beide Bastei-Lübbe) und ab heute (also Montag) die dreiteilige, bislang unveröffentlichte Kurzgeschichte „Bloodsport“.

Die August-Ausgabe von The Big Thrill, der monatlichen „Zeitung“ der International Thriller Writers (ITW), ist online mit vielen, vielen Interviews und Porträts. Douglas Preston/Lincoln Child, Brent Ghelfi und Thomas B. Sawyer (er war Autor/Produzent für „Murder, she wrote“ [Immer, wenn sie Krimis schrieb…]), um nur einige zu nenen, sind dieses Mal dabei.

Und noch ein Interview: Brett Battles (Der Profi) beantwortet einige Fragen von Timothy Hallinan (Autor der noch nicht übersetzten Poke-Rafferty-Bangkok-Thriller):

I guess thrillers have always been in my blood. They’re the books I loved to read growing up (both straight thrillers, and sci-fi adventures), and the books I continue to enjoy. The reason the Quinn thrillers have appealed to me is that they combine two things that I love, thrillers with an international flavor, and traveling. Though, I should say, that in the future I’m sure I’ll also write some thrillers that fall out of this specific area.

David Peace will nur zwölf Romane schreiben; – erzählt er jedenfalls dem Scotsman David Robinson.

Declan Burke hat seine zehn Schreibregeln veröffentlicht.

Die Berliner Morgenpost hat herausgefunden, warum die deutsche Comedy in der Krise steckt:

Glaubt man Georg Hirschberg, dann widerlegen die guten Verkaufszahlen von DVDs mit amerikanischen Sitcoms das Argument der Sender, dass der deutsche Konsument anspruchsvolle Unterhaltung nicht zu schätzen wisse. „Wir Produzenten müssen uns an die eigene Nase fassen“, sagt Hirschberg, der als Geschäftsführer der Firma „Prime Productions“ unter anderem für die „Comedystreet“ (ProSieben), „Schmitz in the City“ und die „heute-Show“ (ZDF) verantwortlich zeichnet.

Und bis die Produzenten uns eine gute deutsche Comedyserie präsentieren, können wir die guten ausländischen Serien auf DVD genießen.

No Exit Press hat für Februar 2010 eine Sammlung von sieben bislang unveröffentlichten Kurzgeschichten von Edward Bunker angekündigt. „Death Row Breakout and other Stories“ heißt das Teil und ich freu mich schon drauf. Nachdem Edward Bunkers posthum erschienener Noir „Lockruf der Nacht“ (Stark, 2007) bei Liebeskind (dort erscheinen auch die Romane von David Peace) erschien, könnte „Death Row Breakout“ ebenfalls dort erscheinen.

Bei Schnittberichte gibt es einen Vergleich zwischen der Kinoversion von „Watchmen“ und dem Director’s Cut:

Die Bosse bei Warner haben Mut zum R-rated-Risiko bewiesen und wurden nicht belohnt. Aufgrund der hohen Produktionskosten von 130 Millionen Dollar, Werbeaufwendungen von weit über 50 Millionen Dollar und der komplizierten Verteilung der Einnahmen, die sich aus einem lange anhaltenden Rechtsstreit ergeben haben, wird der Film für Warner wohl immer ein Minusgeschäft bleiben. 184 Millionen US-Dollar Einnahmen weltweit waren hier einfach zu wenig. So kann man zwar nicht von einem ruinösen Flop reden, der finanzielle Erfolg blieb allerdings aus. Aber wenn wir ehrlich sind, war dies zu erwarten! Warner entschloss sich daher, mit der Veröffentlichung des Director’s Cut (Snyders bevorzugte Version) auf DVD und Blu-Ray in der Zukunft wenigstens etwas Gewinn zu erhalten – oder zumindest den Verlust zu verkleinern. Allerdings vorerst nur in den USA. Denn für Europa ist Paramount zuständig, beide Majors teilen sich die Rechte an dem Film. Und Paramount sieht bislang keine Veranlassung für eine erweiterte Fassung. Für Weihnachten ist in den Staaten sogar eine weitere, noch längere „Ultimate Edition“ von Warner angekündigt worden. Dort werden dann die Black-Freighter-Szenen in den Director’s-Cut integriert. Diese sind bereits als reiner Zeichentrickfilm erhältlich und wird in Deutschland unter „Tales of the Black Freighter“ ab 20.08.09 in den Videotheken zu finden sein. Fans müssen sich also wieder gedulden oder doch den Umweg über den Import in Kauf nehmen. In den USA sind mittlerweile beide Versionen auf DVD/Blu-Ray erschienen. Während die normale Kinofassung ohne Extras daherkommt, ist die Director’s-Cut-DVD etwas besser ausgestattet. Neben den ohnehin über 20 Minuten längeren Hauptfilm beinhaltet die 2-Disc-Special-Edition auch einige Dokumentationen sowie eine Digital-Copy des Filmes.

Wer also die volle Ladung „Watchmen“ will, muss sich die amerikanische Version bestellen, wer dagegen auf ein mit der FSK-Flatsche verschandeltes Cover steht, kann sich die deutsche Version kaufen.

Die Engländer scheinen auch nur die Kinoversion zu bekommen. Naja, vielleicht gibt’s zu Weihnachten einen Nachschlag.


Etwas Kleinholz mit George Pelecanos, James Rollins, Bones, Dexter, Sherlock Holmes, Burn Notice und einigen Überraschungen

Juli 31, 2009

Bei BSC entdeckt: den Mitschnitt einer Lesung von George Pelecanos aus seinem neuen Roman „The Way Home“ und einem begleitenden Konzert von den Pogues. Die Tonqualität ist zwar schauderhaft, aber

Seit Jason Bourne liebt Hollywood Robert Ludlum. Die neueste Meldung ist: Ron Howard wird „The Parsifal Mosaic“ verfilmen. David Self schreibt das Drehbuch.

Das TV probiert’s mal wieder mit Elmore Leonard: „Lawman“ heißt die 13-teilige Serie und Timothy Olyphant wird Marshal Raylan Givens spielen.  Hier ein Foto, hier die Fakten und hier nochmal auf Deutsch.

Eine kleine Ausbeute von der Comic Con (ist irgendwie wie Kindergeburtstag):

Bones (auch in Deutschland beliebt)

Dexter (die zweite Staffel wird bei uns wohl nie gezeigt werden – und in Amiland sind sie schon bei der vierten)

Sherlock Holmes (die Welt muss noch bis Jahresende warten; – das dürfte jetzt der umfangreichste Mitschnitt sein)

Burn Notice (die Amis lieben die Serie; bei uns will Vox die Burn Notice im Herbst ausstellen)

Für seinen Roman „Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels“ hat James Rollins kürzlich den Scribe-Award erhalten. In den USA promotet er derzeit seinen neuen Roman „The Doomsday Key“ und natürlich gibt’s von einer Lesung auch einen schönen Mitschnitt:

Eine Neuauflage von Detektiv Rockford?

Das Drehbuch für einen Klassiker: John Michael Hayes: To Catch a Thief (nach dem Roman von David Dodge). Bei uns ist Alfred Hitchcocks Film als „Über den Dächern von Nizza“ bekannt.


Eisner Awards 2009 vergeben

Juli 26, 2009

Auf der Comic Con wurden selbstverständlich auch die Eisner-Preise vergeben. Die Gewinner in den wichtigsten Kategorien sind:

Best Short Story

Murder He Wrote, von Ian Booth Nina Matsumoto und Andrew Pepoy, in The Simpsons’ Treehouse of Horror #14 (Bongo)

Best Continuing Series

All Star Superman, von Grant Morrison und Frank Quitely (DC)

Best Limited Series

Hellboy: The Crooked Man, von Mike Mignola und Richard Corben (Dark Horse)

Best New Series

Invincible Iron Man, von Matt Fraction und Salvador Larocca (Marvel)

Best Anthology

Comic Book Tattoo: Narrative Art Inspired by the Lyrics and Music of Tori Amos, herausgegeben von Rantz Hoseley (Image)

Best Digital Comic

Finder, von Carla Speed McNeil

Best Reality-Based Work

What It Is, von Lynda Barry (Drawn & Quarterly)

Best Graphic Album

Swallow Me Whole, von Nate Powell (Top Shelf)

Best Graphic Album

Hellboy Library Edition, vols. 1 und 2, von Mike Mignola (Dark Horse)

Best Writer

Bill Willingham, Fables, House of Mystery (Vertigo/DC)

Best Writer/Artist

Chris Ware, Acme Novelty Library (Acme)

Einen herzlichen Glückwunsch an alle Gewinner!

Die Liste mit allen Gewinner gibt es bei BSC. Dort gibt es auch eine Liste mit allen Nominierungen


Scribe Award 2009 verliehen

Juli 25, 2009

IAMTW (International Association of Media Tie-in Writers) hat auf der Comic Con in San Diego am Freitag, den 24. Juli, die diesjährigen Scribe Awards an diese Romane verliehen:

Best General Fiction Original

CSI: Headhunters von Greg Cox

Best General Fiction Adapted

Indiana Jones and the Kingdom of the Crystal Skull (Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels) von James Rollins

Best Speculative Fiction Original

Star Trek Terok Nor: Day of the Vipers von James Swallow

Best Speculative Fiction Adapted

Hellboy II: The Golden Army (Hellboy II: Die goldene Armee) von Robert Greenberger

Best Young Adult Original

Primeval: Shadow of the Jaguar von Steven Savile

Best Young Adult Adapted

Journey to the Center of the Earth 3D von Tracey West

Grandmaster

Keith R. A. DeCandido

Einen herzlichen Glückwunsch an alle Gewinner.

Die Liste der nominierten Werke finden Sie hier.


Krimiwelt-Bestenliste August 2009

Juli 25, 2009

Die Jury der Krimiwelt empfiehlt als Sommerlektüre:

1 (1) Fred Vargas: Der verbotene Ort

2 (-) Reggie Nadelson: Kalter Verrat

3 (-) Christian Pernath: Ein Morgen wie jeder andere

4 (-) Richard Stark: Das Geld war schmutzig

5 (2) Leif GW Persson: Sühne

6 (5) P.D. James: Ein makelloser Tod

7 (-) James Sallis: Dunkle Schuld

8 (3) Don Winslow: Pacific Private

9 (-) Nick Brownlee: Mord in Mombasa

10 (-) John Hart: Der dunkle Fluss

In Klammern ist die Platzierung des Vormonats.

Fällt Ihnen etwas auf? Sechs Neue. Entweder lesen die Kritiker verdammt viel oder die Ein- und Ausstiege hängen an ganz wenigen Stimmen.

Jedenfalls der letzte Parker-Roman von Richard Stark ist natürlich Kult. Don Winslow und James Sallis haben ebenfalls feine Krimis geschrieben und werden demnächst hier gebührend abgefeiert. Gleiches gilt für den neuen Monk-Roman von Lee Goldberg und den dritten „Sleeper“-Band von Ed Brubaker und Sean Phillips.


Kurzmeldungen: The Hunter, Lee Goldberg, Bora Dagtekin, Dr. No, Humphrey Bogart

Juli 24, 2009

Geoff Boucher hat einen schönen langen Text über Darwyn Cookes (The Spirit) gezeichnete Version von Richard Starks erstem Parker-Roman „The Hunter“ geschrieben. Der Comic wird in den USA derzeit abgefeiert. So meint zum Beispiel Ed Brubaker: „Darwyn’s best work and the best version of ‚Parker‘ outside of the novels.“

Besser als „Point Blank“? Ich bin auf die Übersetzung gespannt.

Lee Goldberg (Monk-Romane) beantwortet im No Name Cafe einige Fragen von Lorie Ham. Zum Beispiel nach seinen Lieblingsserien und Lieblingsautoren:

I love mysteries, thrillers, general fiction, westerns … some of my favorite authors are Larry McMurtry, John Irving, Daniel Woodrell, Elmer Kelton, Frederick Manfred, A.B. Guthrie, Charles Willeford, Elmore Leonard, Robert B. Parker, Harry Whittington, Dan Marlowe, Richard S. Prather, Ed McBain.

Und warum im Krimis so gut gefallen:

I think what I liked about mysteries was the strong central conflict and the relentless, forward motion of the stories. There’s always a lot at stake for the characters, always something to discover. Then again, I believe all the best stories are mysteries…whether they are called mysteries or not.

Dort gibt es auch Interviews mit Jan Burke und Lee Child.

Bleiben wir bei Interviews. „Doctor’s Diary“ ist eine RTL-Krankenhausserie, die am Montag, den 3. August, in die zweite Runde geht. Also nichts für Krimifans. Aber weil in Deutschland die Männer hinter einer Serie so selten zu Wort kommen, weise ich gerne auf ein Interview mit Drehbuchautor Bora Dagtekin hin.

Und jetzt gibt es noch etwas für’s Auge: „Dr. No“ im Wandel der Zeit und Humphrey Bogart auf verschiedenen Filmplakaten für „Der Tiger“ (The Enforcer).


Whiteout: Neuer Trailer online

Juli 23, 2009

Für Dominic Senas „Whiteout“, die seit Ewigkeiten erwartete Verfilmung des grandiosen Comics von Greg Rucka und Steve Lieber mit Kate Beckinsale in der Hauptrolle, gibt es einen neuen Trailer:

Er gefällt mir besser als der erste. Der sah zu sehr nach einem Zeichentrickfilm aus. Aber jetzt verspricht „Whiteout“ ein Update von „Das Ding aus einer anderen Welt“. Dummerweise erzählen Rucka und Lieber einen klassischen Rätselkrimi in einer ungewöhnlichen Umgebung (und mit vielen Leichen). Aber ganz ohne irgendwelche übernatürlichen Elemente und außirdischen Besucher.

Der US-Start ist am 11. September. Den deutschen Starttermin kenne ich noch nicht.

(Dank an BSC für den Hinweis.)


Meldungen aus den unendlichen –

Juli 22, 2009

Beginnen wir mit der wichtigen Meldung für Dan-Brown-Fans: die deutsche Ausgabe von „The lost symbol“ erscheint am 14. Oktober bei Bastei-Lübbe als „Das verlorene Symbol“. Ein gekürztes Hörbuch wird’s auch geben.

Die ganz Ungeduldigen können bereits ab dem 15. September die Originalausgabe erwerben.

„Warum sind skandinavische Krimis so erfolgreich?“ fragen sich inzwischen auch die Amis. Ein Antwortversuch von Larissa Kyzer im „The L Magazine“.

Colin Cotterill schreibt über seinen Dagger-Abend.

Barbara Nadel über die Recherche für ihre Krimis in Istanbul.

Ali Karim unterhält sich mit Joseph Finder.

Über-18-jährige dürfen die Blood Factory besuchen. Es ist ein Projekt von Danny DeVito und richtet sich mit Horrorkurzfilmen an Erwachsene. Ich habe mir jetzt einen Kurzfilm angesehen und der war verdammt gut.

Aber lassen wir den Mann hinter der Blood Factory selbst zu Wort kommen:


Neuigkeiten von Hard Case Crime: 2010 gibt’s einen neuen Westlake-Roman

Juli 20, 2009

Hard-Case-Crime-Herausgeber Charles Ardai schreibt:

As you probably know, the great Donald E. Westlake, one of the finest crime writers ever to pound an Underwood (and one of the finest men any of us in the business had the privilege to know), died on New Year’s Eve this year.  At the time, we all thought that the last novel he’d turned in to his hardcover publisher was the last novel of his we’d ever get to read.  I certainly thought so — until I heard from Don’s friend of 50 years, Lawrence Block, saying that he had a manuscript in his hands of an unpublished Westlake novel that no editor had ever seen.

The book is called MEMORY, and it’s outstanding.  Don wrote it in the early 1960s but set it aside when his literary agent advised him that it was too literary and encouraged him to concentrate on more commercial sorts of crime fiction.  And despite Larry’s urging him to publish it over the decades that followed, Don never did.

He should have.  It’s a beautifully written, heartbreaking story about a man who suffers an assault (after being caught in bed with another man’s wife) and wakes up in a hospital bed suffering from a peculiar sort of brain damage that doesn’t make him unable to function but does make it hard for him to form new memories or retain old ones.  Stuck far from home (and struggling even to remember where home used to be), paranoid about the attentions of the police, and desperate to reconstruct his lost life, Paul Cole sets out on an extraordinary private investigation: a missing persons case in which he himself is the missing person.

As I mentioned in the last e-mail I sent out, Hard Case Crime will be taking a hiatus after publishing two novels (rather than just one) this December.  We won’t publish any books in January, February or March.  But when we come back in April 2010, it’ll be a big, big comeback, since that’s when we’ll be celebrating Donald Westlake’s MEMORY.

Außerdem sagt er, dass sie 2010 weniger Bücher veröffentlichen wollen, um die einzelnen Werke besser zu bewerben und mir (äh, nein, den vielen HCC-Fans) die Chance geben wollen, die noch nicht gelesenen HCC-Krimis zu lesen.

Jedenfalls: sieht das Cover von Donald E. Westlakes „Memory“ aus:

Westlake - Memory

Neben Hard Case Crime ist Charles Ardai auch mit dem Abenteurer Gabriel Hunt beschäftigt.


Nicht gesucht, aber gefunden

Juli 18, 2009

Bei der Krimi-Couch wurde Horst Eckerts neuer Roman „Sprengkraft“ gemeinsam gelesen (was keine Meldung wäre) und der Autor hat sich an der Diskussion beteiligt (DAS ist eine Meldung). Ein lesenswerter Austausch.

Bei Galore gibt es ein Interview mit Diane Lane (es beginnt mit Elmore Leonards „Killshot“ und wendet sich dann anderen Themen zu) und eines mit Peter Biskind (der die seitenstarken Filmbuchklassiker „Easy Riders, Raging Bulls“ und „Sex, Lies & Pulp Fiction“ über Hollywood von 1970 bis 2000 schrieb).

The Hollywood Interview redet mit Jean-Jacques Beneix (Diva, Betty Blue) und weist auf ein sehr altes Interview mit Rod Serling (es geht unter anderem um The Twilight Zone) hin.

Bei Evolver beantwortet Charlie Huston einige Fragen (Teil 1, Teil 2).

Zwei Listen:

Jeffery Deaver nennt seine zehn Lieblingsromane, in denen Computer eine wichtige Rolle haben.

Elmore Leonard empfiehlt einige Romane, die ihn früher beeinflußten und die er heute gerne liest (also so eine Art Buchempfehlungen für den Sommerurlaub).

Und

Ken Bruen zum Ersten: Stephen Graham spielt bei „London Boulevard“ mit.

Ken Bruen zum Zweiten: Ken Bruen spielt (okay, nur eine kleine Rolle) bei „Blitz“ mit.


Die Dagger-Preisträger 2009

Juli 16, 2009

Die British Crime Writers’ Association (CWA) hat die diesjährigen Daggers verliehen:

The CWA International Dagger

The Chalk Circle Man, von Fred Vargas; übersetzt von Siân Reynolds (Harvill Secker)

Highly recommended: Echoes from the Dead, von Johan Theorin; übersetzt von Marlaine Delargy (Doubleday)

The CWA Short Story Dagger

One Serving of Bad Luck, von Sean Chercover (aus Lee Child, Hrsg.: Killer Year; Mira)

The CWA Dagger in the Library (awarded for an author’s full body of work, not an individual book)

Colin Cotterill

The CWA Debut Dagger

The Pathologist, von Catherine O’Keefe (Canada)

Highly recommended: Backdrop, von C.J. Harper (USA)

Einen herzlichen Glückwunsch an alle Gewinner! – Und lesen Sie unbedingt Chercovers PI-Story.

Die Liste der nominierten Werke finden Sie hier.

(Dank an The Rap Sheet für die Infos.)


Interviews, Interviews, Interviews, Abschweifungen und „Laura“

Juli 15, 2009

Detectives beyond Borders hat mit Bill James gesprochen (Teil 1, Teil 2):

Most crime fiction deals with police at low or middling rank. I aimed to show two very highly placed officers who are committed to fighting crime, unbribable, but very fallible morally and socially. The books aim to shock and amuse by featuring two men who virtually run a police force but also conduct personal relationships in very unconventional, even dubious, ways.

I’ve said it boringly often, but the one book that influenced me above all was The Friends Of Eddie Coyle, by George V. Higgins, for its dialogue and its subtle treatment of the fink situation.

Einige Krimis von Bill James wurden übersetzt und befinden sich inzwischen im Antiquariat ihres Vertrauens. Den großen Rest gibt’s nur im Original.

Financial Times hat mit Chuck Palahniuk (Fight Club) anläßlich seines neuen Buches „Pygmy“ ein kurzes Gespräch geführt.

Und ab nach Deutschland: Das Interviewmagazin „Galore“ gibt es nicht mehr im Kiosk um die Ecke, aber dafür im Internet und natürlich gibt es auch für Krimijunkies einige Interviews, zum Beispiel

Ingrid Noll

Gay Talese (einer der wichtigen Vertreter des New Journalism)

T. C. Boyle

Kinky Friedman

Thea Dorn

Ian Rankin (ist schon vom Dezember 2007)

Franco Nero

Orkun Ertener (der Erfinder vom „KDD“)

Serienjunkies hat mit Hermann Joha über seine neue Serie „Lasko“ („Ein schön erzähltes Märchen.“),  „Alarm für Cobra 11“, Märkte und verschiedene Projekte gesprochen (Teil 1, Teil 2):

Wir werden sicherlich von den Büchern her „Lasko“ noch mal auf ein anderes Level heben. Schauen Sie sich die ersten 50 Cobra-Folgen an. Und schauen Sie sich im Vergleich dazu an, was wir jetzt produzieren. Das ist wie die Entwicklung von einem Porsche aus den 80ern zu einem Porsche von heute. Da haben wir uns auf allen Ebenen weiterentwickelt. Und „Lasko“ ist mehr oder weniger gerade erst geboren. Wir hatten ganz gute Folgen dabei. Wir hatten aber auch Folgen, wo wir sagen: Na gut, das kriegen wir beim nächsten Mal auch noch ein kleines bißchen besser hin.

Bei RTLNow kann die aktuelle Folge kostenlos angesehen werden.

Wolfgang Menge (die Kressin-Tatorte, „Das Millionenspiel“, „Smog“) redet im Tagesspiegel über Willy Brandt, Todesfälle, Trauerreden, Preisverleihungen und das Fernsehen:

Ich verfolge häufig die Unfallmeldungen im RBB. Haben Sie das mal gesehen? Das ist toll. Zu hören, dass es wieder ein paar Idioten von der Straße gefegt hat. Da tut es mir dann auch gar nicht mehr leid, selbst nicht mehr Auto fahren zu können.

Im Tagesspiegel gibt es auch ein schönes Interview mit Harun Farocki über 1968 und die Folgen:

Die Position des opponierenden oder selbstständigen Autors wird geschwächt dadurch, dass der sogenannte Mainstream so stark ist. Das fängt schon damit an, dass der Alltag nicht doof ist: In jedem Milchladen, oder sagen wir Schnapsladen, werden Ideen zur Krise geäußert, da kommt man sich zu Recht als Autor nicht klüger vor. Es ist nicht so wie 1967, als wir dachten: Die anderen blicken alle nicht durch, die sind von Springer verblödet (lacht).

Farocki (falls ihn jemand nicht kennt)  ist einer der bedeutendsten Essayfilmer Deutschlands, arbeitet oft mit seinem Schüler Christian Petzold („Die innere Sicherheit“, „Jerichow“) zusammen und demnächst erscheint eine DVD-Box mit zwanzig seiner in den vergangenen vierzig Jahren entstandenen Filme.

In der Washington Post schreibt Ann Hornaday anläßlich der beiden Actionfilme „Transformers“ von Michael Bay und „The hurt locker“ von Kathryn Bigelow (Yeah, sie sist wieder zurück.) über die Bedeutung eines guten Drehbuchs für einen gelungenen Film:

But to call a movie well written is far more than a question of dialogue — in fact, most filmmakers agree that dialogue is the least of it. Instead, good movie writing comes down to what defines good writing in general: a command of structure, voice and momentum, all in the service of a story that grabs spectators by their throats, then leads them along a path they simply must follow or they won’t be able to eat, sleep or lead a happy life.

Even the tiniest visual details in a film — choices viewers might assume a director or editor made — were written in the screenplay. The pink underwear Scarlett Johansson wore in the opening shot of „Lost in Translation“? Specified in the script. The hamburger phone in Juno’s retro-tastic bedroom? Written into the script. The cut from a lit match to a sunrise in „Lawrence of Arabia“? Credited to editor Anne Coates, but originally written by screenwriter Robert Bolt.

In short, it’s the screenplay that, when it’s well written, makes a world come to life with plenty of vivid detail and, in creating characters with just as much singularity, makes the audience care. And it’s precisely that emotional investment that, by way of enlightened direction and superb performances, creates an indelible cinematic experience.

Im Rap Sheet verteidigt Rafe McGregor (er schreibt historische Krimis) den gegen Jahresende startenden Sherlock-Holmes-Film von Guy Ritchie gegen seine Kritiker. Denn, wer die Holmes-Geschichten noch einmal liest, wird feststellen, dass sie eine Menge Action enthalten.

Und der Noir of the Week ist der Klassiker „Laura“. Otto Preminger war der Regisseur. Jay Dratler, Samuel Hoffenstein und Betty Reinhardt schrieben, nach einer Geschichte von Vera Caspary, das Drehbuch und Dana Andrews, Gene Tierney, Vincent Price und Clifton Webb spielten die Hauptrollen.

Toller Film!


Internetsperre, mal wieder

Juli 14, 2009

Nachdem die indische Botschaft heute gesagt hat, dass bei ihnen Kinderpornographie verboten sei und das auch mit Hinweisen auf die entsprechenden Gesetze belegt, muss unsere oberste Kinderpornographiebekämpferin Ursula von der Leyen ein neues Land suchen.

Ich erspar mir jetzt Überlegungen zum Beleidigen von Kontinenten, Staaten und Kulturen. Zum Glück werden heute deshalb keine Kriege mehr geführt (aber so ein Duell im Morgennebel wär schon was). Ich sag auch nicht, dass unsere Familienministerin gelogen hat. Dann würde ich ja behaupten, dass sie bewusst nicht die Wahrheit sagt.

Viel interessanter fand ich in einem Gespräch mit Radio Sputnik (Ja, da liefert sie bei Minute 1:45 auch die Falschinformation zu Indien) ihre Ausführungen zur täglichen Zahl der neuen Seiten und warum es keine richterliche Kontrolle geben könne. Sie meinte, es wäre für den Richter zu viel Arbeit.

Dafür gibt es ja irgendwann ein fünfköpfiges Gremien beim Datenschutzbeauftragten (der diese Aufgabe als fachfremd ablehnt), das sich mindestens viermal im Jahr trifft und die Listen stichprobenartig überprüfen soll. Von der Leyen spricht mal von täglich 200 neuen Seiten (bei Minute 3:55); später von täglich weltweit 1000 zu sperrenden Seiten. Die BKA-Liste soll täglich erneuert werden.

Also, dann machen wir jetzt mal ein bisschen Mathe: Bei 360 Tagen würde sich das Gremium alle 90 Tage treffen. In dieser Zeit hätte das BKA 18.000 Seiten (ich gehe mal von 200 Seiten pro Tag aus) auf die Liste genommen.

Wenn das Treffen des Gremiums zwölf Stunden dauert und jeder der fünf Experten sich allein zehn Stunden durch die Listen klickt und er nicht länger als zwei Minuten auf einer Seite bleibt, könnte ein Mann in einer Stunde 30 Seiten kontrollieren. In zehn Stunden 300 Seiten und zu fünft könnten sie 1.500 Seiten kontrollieren. Also weniger als 10 Prozent.

Naja, ist ja nur eine Stichprobe.

Unsicher bin ich mir, was sie meint, wenn sie sagt, die volle finanzielle Haftung für Fehler liege beim BKA (Minute 4:30). Meint sie, dass der Betreiber einer zu unrecht gesperrten Seite klagt, sich mit seiner Schadensersatzforderung an das BKA wenden muss? Das kann wegen der damit verbundenen Rufschädigung ziemlich teuer werden.

Unverschämt, aber rhetorisch nicht ungeschickt ist ihr Kleinreden der Petition: Ja, es haben über 130.000 Internetnutzer unterzeichnet. Aber die anderen 40 Millionen nicht und durch die Nichtunterzeichnung befürworten sie ihr Gesetz.

Da seh ich mir doch mal das Ergebnis der letzten Bundestagswahl an. 62 Millionen Wahlberechtigte. 13 Millionen haben die CDU (Zweitstimme), 3,5 Millionen die CSU, gewählt. Also hat eine deutliche Mehrheit der Deutschen die CDU/CSU nicht gewählt und lehnt daher die Politik von CDU/CSU ab. Hm.

Und wie ist das noch mal mit den Mitläufern im Dritten Reich und in der DDR? Hm. Hm. Hm.

Je länger ich über das Argument nachdenke, umso mehr denke ich, dass von der Leyen das Argument nicht auf andere Bereiche übertragen möchte.


Thriller Awards 2009 vergeben

Juli 13, 2009

Am Wochenende hat die International Thriller Writers die diesjährigen Thriller Awards an diese Werke und Autoren verliehen:

Best Thriller of the Year

THE BODIES LEFT BEHIND von Jeffery Deaver (Simon & Schuster)

Best First Novel

CHILD 44 von Tom Rob Smith (Grand Central Publishing)

Best Short Story

THE EDGE OF SEVENTEEN von Alexandra Sokoloff (in Darker Mask)

Thriller Master Award

David Morrell

Silver Bullet Award

Brad Meltzer

Einen herzlichen Glückwunsch an alle Gewinner! Die Liste der nominierten Werke finden Sie hier.