Kurz gemeldet

März 17, 2009

Pieke Biermann ist von Tom Wolfes „Der Electric Kool-Aid Acid Test“ begeistert.

Leonard Cassuto ist von Hard Case Crime begeistert: That press is now publishing some of the best crime fiction around.

Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, William Gibson!


R. i. P. Ron Silver

März 17, 2009

R. i. P. Ron Silver (2. Juli 1946 – 15. März 2009)

Für uns Krimifans hatte Ron Silver in dem Cop-Thriller “Blue Steel” von Kathryn Bigelow die Rolle seines Lebens. Er spielte einen psychopathischen Killer, der sich in eine von Jamie Lee Curtis gespielte junge Streifenpolizistin verliebte. Er trat auch, meistens als Nebendarsteller, in „Silkwood“, „Garbo Talks“, „Reversal of Fortune“ (Die Affäre der Sunny von B.), „Timecop“, „Ali“, „Find me guilty“ und zahlreichen TV-Serien, wie „Crossing Jordan“, „Law & Order“, „The West Wing“, „Wiseguy“ (Kampf gegen die Mafia), „Hill Street Blues“ und „The Rockford Files“ (Detektiv Rockford) auf.

Silver hatte Speiseröhrenkrebs.

Nachrufe gibt es in der New York Times, Times Online, AP und der Berliner Zeitung (dpa-Meldung).


Preisregen bei Left Coast Crime: Bruce Alexander Memorial Mystery Award, Hawaii Five-O Award, Lefty Award, Dily Award

März 17, 2009

Auf dem diesjährigen “Left Coast Crime“-Krimifestival in Hawaii wurden auch mehrere Preise verliehen:

Bruce Alexander Memorial Mystery Award

Nox Dormienda: A Long Night for Sleeping, von Kelli Stanley (Five Star)

Nominiert:

Touchstone, von Laurie R. King (Bantam)

Tell Me Pretty Maiden, von Rhys Bowen (St. Martin’s Press)

A Royal Pain, von Rhys Bowen (Berkeley Prime Crime)

A Fatal Waltz, von Tasha Alexander (HarperCollins)

Hawaii Five-O Award (for law-enforcement/police procedurals)

Mahu Fire, von Neil S. Plakcy (Alyson Books)

Nonimiert:

Angel Falls, von Baron Birtcher (Iota)

Fractured, von Karin Slaughter (Delacorte Press)

The Black Path, von Åsa Larsson (Delta)

The Angel of Knowlton Park, von Kate Flora (Five Star)

Death of a Cozy Writer, von G.M. Malliet (Midnight Ink)

Lefty Award (for humorous mysteries)

Greasing the Piñata, von Tim Maleeny (Poisoned Pen Press)

Nonimiert:

Thugs and Kisses, von Sue Ann Jaffarian (Midnight Ink)

Six Geese A-Slaying, von Donna Andrews (St. Martin’s Minotaur)

Murder at the Bad Girl’s Bar and Grill, von N.M. Kelby (Shaye Areheart/Random House)

Getting Old Is to Die For, von Rita Lakin (Bantam Dell)

It Happened One Knife, von Jeffrey Cohen (Berkeley Prime Crime)

Dily Award (verliehen von Independent Mystery Booksellers Associations)

Trigger City, von Sean Chercover (Morrow)

Nominiert:

The Victoria Vanishes, von Christopher Fowler (Bantam)

Silent in the Sanctuary, von Deanna Raybourn (Mira)

Child 44, von Tom Rob Smith (Grand Central)

The Dawn Patrol, von Don Winslow (Knopf).

(mit Dank an The Rap Sheet)


Ein Kessel Buntes

März 15, 2009


Der Mystery Man on Film analysiert die mehrtätige Storykonferenz von George Lucas, Steven Spielberg und Lawrence Kasdan für den ersten Indiana-Jones-Film „Jäger des verlorenen Schatzes“. Er verlinkt auch zu dem Transkript der Sitzung. Für Indiana-Jones-Fans und Autoren pures Gold.

Der Noir of the Week ist der unterschätzte Alfred-Hitchcock-Film “Ich beichte” (I Confess). Das Drehbuch schrieben George Tabori und William Archibald. Montgomery Clift, Anne Baxter, Karl Malden und O. E. Hasse spielen mit.

„Dexter“-Darsteller Michael C. Hall besuchte Deutschland. Der Tagesspiegel schreibt darüber und bei Ouotenmeter gibt es ein kurzes Interview. Zu dem von ihm gespielten, bei der Polizei angestellten Serienkiller Dexter sagt er:

Ich glaube nicht, dass die Menschen «Dexter» mögen, weil er ein Serienkiller ist. Ich glaube, dass sie das Leben mögen, das er lebt. Dexter ist eine interessante Figur. Die Show inspiriert viele – wir alle haben unsere Schattenseiten und wir alle fürchten uns vor schattigen Plätzen. Dexter ist da ähnlich und doch anders – das macht es interessant.

Watchmen“-Zeichner Dave Gibbons freut sich bei Wired über die Verfilmung und spricht in einem ausführlichen Interview auch über andere Sachen.

Allan Mott listet bei Bookgasm fünfzig Gründe auf, warum niemand mein (äh, DEIN!) erstes Buch publizieren will. Einige Gründe sind:

Submitting a manuscript handwritten in your own blood does indicate your passion for the material, but not quite in the way you might have hoped.

– You’re actually the 139th person to submit a conspiracy thriller involving the ceiling of the Sistine Chapel, entitled THE MICHAELANGELO CIPHER.

– There’s a fine line between writing authentic regional dialogue and making all of your characters sound like stroke victims.

– Where are the vampires?

Sean Chercover verrät beim Outfit seine Antworten auf die drei häufigsten Fragen von Lesern und Jungautoren.

Er hat auch gerade den Dily-Preis für seinen neuen Roman „Trigger City“ erhalten. Herzlichen Glückwunsch!

Uh, und Lee Goldberg ist überhaupt nicht begeistert von Stieg Larsson.


Harry Bosch ermittelt im „Echo Park“ und Michael Connelly liest in Deutschland

März 10, 2009

connelly-echo-park

In „Kalter Tod“ wurde Michael Connellys Serienheld Harry Bosch öfters auf die Ereignisse im Echo Park angesprochen und seine Beziehung zur FBI-Agentin Rachel Walling ging in die Brüche. Jetzt erfahren wir, was in „Echo Park“ geschah.

Harry Bosch arbeitet immer noch zusammen mit Kiz Rider in der Abteilung Offen-Ungelöst. Da erhält er einen Anruf von Freddy Olivas vom Morddezernat Northeast. Er sucht die Akte zu einem Mordfall von 1993. Damals ermittelte Harry Bosch im Fall der spurlos verschwundenen Marie Gesto. Von ihr wurden in einer Garage in dem High-Tower-Apartmentkomplex in einem Auto ihre fein säuberlich zusammengelegten Kleider gefunden. Von ihrem Mörder gab es keine Spur und ihre Leiche wurde nie gefunden. Bosch nahm sich in den vergangenen Jahren den Fall immer wieder vor, kopierte für seinen kurzzeitigen Ruhestand die Akte und hat sie auch jetzt wieder auf seinem Schreibtisch liegen, um sie wieder einmal zu lesen und den Spuren nachzugehen. Er hat zwar schon lange einen Verdächtigen, aber keine Beweise gegen Anthony Garland, den Sohn des Ölmagnaten Thomas Rex Garland.

Olivas will die Akte für Staatsanwalt Rick O’Shea. Er klagt Raynard Waits an. Dieser wurde von einer Streife zufällig angehalten. Sie entdeckten in mehreren Plastiktüten Teile von zerstückelten Menschen. Damit ist der eiskalte Psychopath Waits ein sicherer Kandidat für den elektrischen Stuhl. Über seinen Anwalt Maurice Swann bietet Waits O’Shea ein Geständnis zu neun weiteren Morden an, wenn dafür die Todesstrafe nicht beantragt wird. Eines der neun Opfer war Marie Gesto.

O’Shea ist bereit, wenn sich die Informationen von Waits als zuverlässig herausstellen, den Deal einzugehen. Zähneknirschend willigt Bosch ein. Zusammen mit Kiz Rider beginnen sie Waits zu überprüfen. Dabei vermuten sie schnell, dass Waits ein Pseudonym ist.

Noch vor dem ersten Verhör mit Waits erfährt Bosch von Olivas, dass Waits sich während der Ermittlungen im Mordfall Gesto bei der Polizei meldete und er diese Spur nicht verfolgte. Bosch fragt sich, ob er damals einen fatalen Fehler begangen hat.

Nach dem Verhör verlangen die Ermittler von Waits, dass er sie zu der Leiche von Marie Gesto führt. Während dieser Ortsbesichtigung gelingt es Waits zu flüchten. Dabei bringt er Olivas um und verletzt Kiz Rider schwer.

Der zwölfte Harry-Bosch-Roman „Echo Park“ ist, gemessen an dem hohen Standard der Werke von Michael Connelly, eine etwas enttäuschende Angelegenheit. Denn die in großen Teilen vorhersehbare Lösung lässt einige wichtige Fragen offen und erscheint deshalb unlogisch. Außerdem wird, weil im Mittelpunkt von Harry Boschs Aufmerksamkeit der Mordfall Marie Gesto steht, auf die anderen Morde von Raynard Waits, außer auf seinen ersten Mord, überhaupt nicht eingegangen.

Davon abgesehen erzählt Connelly die Geschichte in seinem gewohnt sachlich-ruhigen Stil. Die Spannung erwächst dabei weniger aus überraschenden Plotwendungen. Dafür sind einige, wie die Flucht von Waits während der Ortsbesichtigung, zu absehbar (Umgekehrt ist diese Szene ein schönes Beispiel für den Aufbau von Spannung. Denn natürlich erwarten wir von Anfang an, dass Waits einen Fluchtversuch unternimmt. Aber zuerst ist er nur der hilfsbereite, gefesselte Angeklagte.). Bei Connelly erwächst die Spannung immer aus der detaillierten Beschreibung der Ermittlungen, die sich fast in Echtzeit entfalten, den lebensnahen Charakteren (mit dem einsamen Wolf Harry Bosch im Zentrum) und den moralischen Dilemma, die sie zu harten Entscheidungen zwingen. Dazu gehört die Entscheidung, ob Waits durch das Gestehen von mehreren Morden seine Strafe reduzieren kann, und, am Ende, mehrere von Harry Bosch durchaus bewusst heraufbeschworene tödliche Konfrontationen. Bosch war zwar noch nie ein Paragraphenreiter, aber kurz vor seiner Pensionierung legt er die Regeln noch lockerer aus.

Aber auch ein schwächeres Harry-Bosch-Abenteuer ist immer noch ein spannender Polizeithriller.

Insider-Hinweis: Achten Sie auf die Namen auf Seite 245 oben.

Michael Connelly: Echo Park

(übersetzt von Sepp Leeb)

Heyne Verlag, 2009

464 Seiten

19,95 Euro

Originalausgabe

Echo Park

Little, Brown and Company, 2006

Michael Connelly besucht Deutschland

KÖLN

Donnerstag, 12. März, 19:30 Uhr

Polizeipräsidium Kalk · Walter-Pauli-Ring 2-4

Moderation: Margarete von Schwarzkopf

Eine Veranstaltung im Rahmen der Lit.Cologne

BERLIN

Freitag, 13. März, 20:00 Uhr

Festsaal Kreuzberg, Skalitzer Str. 130

Moderation: Regula Venske

Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der Krimibuchhandlung Hammett (Vorverkauf: 030 / 691 58 34)

LEIPZIG

Samstag, 14. März, 18:00 Uhr

Krautgarden: leipzig.liest.amerika ·

Spinnwerk in der Baumwollspinnerei Leipzig ·

Moderiertes Autorengespräch

Samstag, 14. März, 21:00 Uhr

Theater Fact, Hainstraße 1 ·

Moderation: Regula Venske

Zwei Veranstaltungen im Rahmen der Leipziger Buchmesse

MÜNCHEN

Sonntag, 15. März, 20:00 Uhr

Beach 38°, Friedenstr. 22c

Moderation: Regula Venske

Eine Veranstaltung im Rahmen des Münchener Krimifestivals

Hinweise

Homepage von Michael Connelly

Michael Connelly in der Kriminalakte (Interviews, Verfilmung des Anfangs von „Echo Park“, undsoweiter)

Meine Besprechung von Michael Connellys „The Lincoln Lawyer“ (2005, deutscher Titel: Der Mandant)

Meine Besprechung von Michael Connellys „Vergessene Stimmen“ (The Closers, 2005)

Meine Besprechung von Michael Connellys “L. A. Crime Report” (Crime Beat, 2004)

Meine Besprechung von Michael Connellys “Kalter Tod” (The Overlook, 2007)


Die Glauser-Nominierungen 2009

März 9, 2009

Das Syndikat hat für den diesjährigen Friedrich-Glauser-Pries folgende Kriminalgeschichten nominiert

Bester Roman

– Rob Alef – Das magische Jahr, Rotbuch

– Wilfried Eggers – Paragraph 301, Grafit

– Bernhard Jaumann – Die Augen der Medusa, Aufbau

– Gisa Klönne – Nacht ohne Schatten, Ullstein

– Heinrich Steinfest – Mariaschwarz, Piper

Bestes Debüt

– Lucie Klassen – Der 13. Brief, Grafit

– Oliver Pötzsch – Die Henkerstochter, Ullstein

– Jochen Rausch – Restlicht, KiWi

– Linus Reichlin – Die Sehnsucht der Atome, Eichborn

– Amaryllis Sommerer – Selmas Zeichen, Milena

Beste Kurzgeschichte

– Sebastian Fitzek – Alles für Bergkamen (in: “Mord am Hellweg IV”, grafit)

– Sandra Lüpkes – Das Gewissen von Werl (in: “Mord am Hellweg IV”, grafit)

– Jörg Juretzka – Die Matraze von Uentrop (in: “Mord am Hellweg IV”, grafit)

– Hans Forster – Himmel und Hölle (in: “Im Kreis der Familie”, Fischer TB)

– Judith Merchant – Monopoly (in: “Money. Geschichten von schönen Scheinen”, Verlag J. Heyn)

Der Friedrich-Glauser-Ehrenpreis 2009 wird dem Kölner Kriminalschriftsteller

Hans-Werner Kettenbach

für seine Verdienste um die deutschsprachige Kriminalliteratur zuerkannt.

Außerdem wurden folgende Romane für den Hansjörg-Martin-Preis 2009 (Kinder- und Jugendkrimi) nominiert:

– Robert Brack – Kai und die Weihnachtsdiebe, Carlsen

– Olaf Büttner – Die letzte Party, Sauerländer

– Franziska Gehm – Der Tote im Dorfteich, Sauerländer

– Marjaleena Lembcke – Der Mann auf dem roten Felsen, Nagel & Kimche

– Christian Linker – Blitzlichtgewitter, dtv

Herzlichen Glückwunsch an alle Nominierten!

Der Preis wird auf der Criminale am Samstag, den 9. Mai, auf der Tango Criminale in der Stadthalle Singen verliehen.

Zu den meisten Romanen kann ich, weil ich sie nicht gelesen habe, nichts sagen. „Paragraph 301“ habe ich angefangen, aber nach siebzig Seiten gelangweilt weggelegt. Von den meisten Debütanten hab ich noch nichts gehört (und ich dachte immer, dass ich gut informiert sei, aber die Glauser-Nominierungen belehren mich immer eines bessere). Besser sieht es, weil ich den „Mord am Hellweg IV“ gelesen habe, bei den Kurzkrimis aus. Fitzek und Juretzka rocken.


Erste Eindrücke: „Gefährliche Nachbarn“, „Felix Huby – Fast wie von selbst“, „Scenario 3“, „Trimmels letzter Fall“

März 9, 2009

Gefährliche Nachbarn ist der zweibändige offizielle Sammelband zur diesjährigen Criminale in Singen und Umgebung. Die Geschichten des einen Bandes spielen in Deutschland, die des anderen Bandes in der Schweiz und auf dem Bodensee spielt keine Geschichte. Geschrieben wurden die 42 Kurzgeschichten von bekannten Autoren wie Felix Huby, -ky, Peter Zeindler, Sam Jaun, Heinrich Steinfest, Gunter Gerlach, Doris Gercke und Horst Eckert.

Das klingt schon mal ganz gut.

Aber der Gmeiner Verlag hat nicht einfach die Geschichten hintereinander geklatscht, sondern jeder Autor hat eine kleine Einleitung zu seiner Geschichte geschrieben und es gibt Karten und Wissenswertes über die Handlungsorte.

Damit sind die beiden Kurzgeschichtenbände auch als rudimentäre Reiseführer geeignet und wir erfahren etwas über die Hintergründe der Geschichten.

Vorbildlich; – andere Herausgeber von Kurzgeschichtenbänden sollten diesem Beispiel nacheifern.

Barbara Grieshaber/Siegmund Kopitzki (Hrsg.): Gefährliche Nachbarn (D)

Gmeiner Verlag, 2009

336 Seiten

9,90 Euro

Paul Ott (Hrsg.): Gefährliche Nachbarn (CH)

Gmeiner Verlag, 2009

336 Seiten

9,90

(Zusammen, mit einem Polizeiabsperrung-Bändchen 18,90)

Felix Huby – „Fast wie von selbst“ könnte auch „Fast eine Biographie“ heißen. In dem Interview erzählt Huby von seiner Jugend, seinen Anfängen als Journalist, den ersten Bienzle-Romanen und seiner Arbeit für das Fernsehen. Bei einem ersten Blättern durch das Interview steigt die Lust zum Lesen. Denn Huby hat einiges zu erzählen. Gut ist auch, dass es am Ende ein ausführliches Register gibt. Schade ist, dass Biblio- und Filmographie unvollständig sind. Da muss dann doch auf verschiedene Quellen im Internet zugegriffen werden.

Ebenfalls schade, aber aus finanziellen Erwägungen nachvollziehbar, ist der Verzicht auf Bilder.

Unverzeihlich ist dagegen, dass es keine Kurzbiographie des Interviewers gibt.

Felix Huby: Fast wie von selbst (Ein Gespräch mit Dieter de Lazzer)

Verlag der Autoren, 2008

176 Seiten

16,– Euro

Scenario 3: Das jährlich erscheinende Kompendium über Drehbücher und vor allem für Drehbuchautoren geht in die dritte Runde. Am bewährten Layout mit den vielen Bildern und der informativen Randspalte wurde nichts geändert. Ebenso wurden die Kategorien beibehalten. Es beginnt mit einem ausführlichen Interview mit dem Drehbuchautor und Regisseur Chris Kraus (Scherbentanz, Vier Minuten) und endet mit dem „Drehbuch des Jahres“; der Preis wird jährlich vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien für das beste nicht verfilmte Drehbuch vergeben. Dieses Jahr ist es „Das zweite Leben des Häuslers Stöckler“ von Klaus Krämer.

Dazwischen gibt es mehrere Texte über regieführende Autoren. Unter anderem von Fred Breinersdorfer über seine Erfahrungen als Regisseur und Lars-Olav Beier über amerikanische Top-Autoren, die Regisseure wurden. Peter Schneider (Messer im Kopf, Der Mann auf der Mauer) schreibt über sein vergangenes Jahr. Es gibt die „Splitter einer Geschichte des Drehbuch“ und einige Buchbesprechungen. Unter anderem über die Bücher von David Mamet.

Jochen Brunow (Hrsg.): Scenario 3 – Film- und Drehbuch-Almanach

Bertz + Fischer, 2009

328 Seiten

19,90 Euro

Trimmels letzter Fall: Eigentlich habe ich schon nicht mehr an einen neuen Trimmel-Roman geglaubt. 1982 erschien mit „Trimmel und das Finanzamt“ der letzte Trimmel-Roman. Danach veröffentlichte Friedhelm Werremeier keine Romane mehr. Aber das Gerücht, dass er an einem neuen Trimmel-Roman arbeite, hielt sich hartnäckig.

Jetzt ist er draußen und ich bin gespannt, ob „Trimmels letzter Fall“ ein grandioser Epilog zu einer der großen deutschen Krimiserien oder ein enttäuschender Nachschlag ist.

Ein Lob verdient der Pendragon-Verlag schon vor der Lektüre. Das Buch enthält ein ausführliches Nachwort von Frank Göhre über die Trimmel-Romane.

(Hinweis: Bis auf „Taxi nach Leipzig“ sind die Romane nur noch antiquarisch erhältlich. Aber dort sind sie gut erhältlich.)

Friedhelm Werremeier: Trimmels letzter Fall

Pendragon Verlag, 2009

232 Seiten

9,90 Euro

Vier (oder fünf?) Bücher, die alle einen sehr positiven ersten Eindruck hinterlassen haben. Genaueres gibt es nach der Lektüre.


Die intimen Geständnisse der Herren Connelly, Harvey, Hiaasen und Huston

März 7, 2009

Als Vor- oder Nachbereitung zu den gerade erschienenen Büchern und demnächst stattfindenden Lesereisen:

Michael Connelly redet mit Stacey Cochran

Michael Connelly redet mit Stephen Usery (WYPL Book Talk; Anlass war immer sein neuer Roman „The Brass Verdict“)

John Harvey redet mit Otto Penzler (auf der  Bouchercon 2008)

Carl Hiaasen redet mit Stacey Cochran (über sein neues Jugendbuch „Scat“, Februar 2009)

und Charlie Huston sitzt in einem Diner (und redet über seinen neuen Roman „The Mystic Art of Erasing All Signs of Death“)


Kleinkram: Vom Big Thrill über Western und Filme hin zu einem Geheimnis

März 3, 2009

Die März-Ausgabe von The Big Thrill, dem Magazin der ITW ist online mit Vorstellungen und Interviews zu den neuen Büchern von David Hewson, Raymond Benson, Barry Eisler (sein erster Standalone), Roger Smith, Michael Robotham,

Jonathan Kellerman und Gregg Olsen, um nur einige der bekannten Namen zu nennen.

Einige Zitate aus den Interviews:

Hewsons normaler Tag:Get up around seven, walk dog, do email, edit, write, write, write, walk dog, take break, nap, write, write, write, edit, quick beer with normal human beings, eat, sleep.

Eisler über seine literarischen Vorbilder: „I love Trevanian, whose killers Nicolai Hel (in Shibumi) and Jonathan Hemlock (in The Eiger Sanction and The Loo Sanction) are sympathetic in part because they are superior human beings–superior in intellect, taste, and culture. Andrew Vachss, with his dark, gritty Burke novels and hard-boiled atmosphere, has also been an influence. Pat Conroy and Dave Gutterson have inspired me with the lyricism of their prose. The cadences and imagery of T.S. Eliot and Cormac McCarthy are certainly influences, as well. Stephen King has inspired me with his humor and honesty, and his admonition that the author’s job is to tell the truth.“

Kellerman: To my mind, all good fiction needs a strong degree of mystery, in that the reader has to be sufficiently curious to turn the page.  Crime novels, or whatever you choose to call them, use murder and such as propellants.

The Cold Spot Tom Piccirilli sagt „Fuck Outlining“ und einige seiner Kollegen sehen das ähnlich.

Englischsprachige Western-Fans müssen die kommenden Wochen öfters bei The Tainted Archive vorbeischauen. Dort wird in vier Teilen der Black-Horse-Western „The Sheriff and the Widow“ von Chap O’Keefe veröffentlicht. Ich kenne das Teil zwar nicht, aber wenn alte Ausgaben für 90 Pfund bei Ebay verkauft werden, kann bei einem kostenlosen Download doch nichts falsch gemacht werden.

Zur Einstimmung gibt’s den Covertext:

As dangerous as unstable dynamite . . . That was Sheriff Ross Kemp’s assessment of Jessica Blackwood. She was darkly beautiful with flirting amber eyes, and she was married to the richest rancher around. Kemp was no sucker. He stayed out of Jessica’s cheating games. But mysterious notes, a bizarre accusation and the bushwhack murder of her madly jealous husband shoved him into the biggest trouble of his life.

Tried and convicted on a trumped-up charge, Kemp was sentenced to ten years of living hell in the state pen. His only hope of being saved was by trusting Jessica’s lovely, unspoilt stepdaughter, Ellen. But as she began to uncover the truth, so she fell into deadly danger from Orson Rymer, gambler and blackmailer, and Snake McClay, evil-minded gunslick. It looked as if justice would never be done!

Und direkt zum ersten Teil.

Es gibt immer mehr Filme, die im Netz legal kostenlos gesehen werden können. Maxdome hat die kostenlose Sektion erweitert. Aber oft ist es nur die erste Folge einer Serie, wie „Alles außer Mord“, „Deadline“, „Blackout“, „Der Bulle von Tölz“, „Der Elefant“, „GSG 9“, „SK Kölsch“ und „Blond, Eva Blond“ (Die war gut!) gratis.

Da ist Videoload schon besser. Neben den üblichen gut abgehangenen (und oft nicht sonderlich interessanten) Spielfilmen gibt es auch einige Perlen und Serien, wie „Little Britain“ (BBC), „Gun – Kaliber .45“ und, demnächst, die BBC-Serien „Dr. Who“, „Spooks“ und „Extras“.

Bei den Filmen ist für uns natürlich die meist nur nachmitternächtlich gezeigte James-Ellroy-Verfilmung „Brown’s Requiem“ interessant. Aber „B. Monkey“, „Cypher“, „Freeway“ und „Rush Hour“ kann man durchaus anklicken.

Wer es dagegen mehr mit dem geschriebenen Wort hat, aber vom Film nicht lassen kann, sollte mal bei MyMovieScript vorbeischauen und in der großen Auswahl von Drehbüchern und Treatments stöbern.

Alternativ kann die Internet Movie Script Database (IMSDb) besucht werden. Da sind allerdings viele (alle?) Drehbücher html-Dateien.

Oder lässt sich von Drehbuchautor William C. Martell ein Drehbuch-Geheimnis verraten. Zum Beispiel warum der vierte Indiana-Jones-Film nicht so gut ist:

Eventually Indy is dumped by Russians Agents in that 1950s town full of mannequins from the remake of THE HILLS HAVE EYES, and we know what that means. Soon they will test a nuclear weapon, and Indy will be toast. So what does our hero do? Indy runs around the town pointlessly for about five minutes. He runs left for a while, then runs right for a while, then runs some other way for a while. He isn’t running *to* anywhere and he also isn’t getting away from the town… he’s just running around like a chicken with its head cut off. In a pointless panic. Not making any progress – because there is no plan that we can see and no plan he can see. That makes the *scene* pointless and boring. Okay, imagine our hero trapped in a nuclear test site – and it’s boring! (…)

Make sure your protagonist always has a plan – and when that fails, they come up with a new plan. The problem isn’t having plans that fail, it’s having no plan at all. A man without a plan is a stalled story… or a story stalling for time. No plan means no chance to fail… and no chance to succeed – just stuff happening that wr don’t care about. When Indiana Jones is running around pointlessly – without plan or purpose – we lose respect for him… and don’t care whether he finds that lead lined refrigerator or not.

Diesen Tipp hätte Andrea Maria Schenkel sich beim Schreiben von “Bunker” an die Wand heften sollen.


KrimiWelt-Bestenliste März 2009

Februar 28, 2009

Fünf Neueinsteiger gab’s in der Februar-Liste der KrimiWelt und auch die  März-Liste der KrimiWelt hat fünf Neueinsteiger:

1 (9) Richard Stark: Keiner rennt für immer

2 (-) Jan Costin Wagner: Im Winter des Löwen

3 (5) Stefan Kiesbye: Nebenan ein Mädchen

4 (8) Åsa Larsson: Bis dein Zorn sich legt

5 (-) John Farrow: Eishauch

6 (10) Tom Rob Smith: Kolyma

7 (-) Roger Smith: Kap der Finsternis

8 (7) Christine Lehmann: Nachtkrater

9 (-) Zoran Drvenkar: Sorry

9 (-) Philip Kerr: Das letzte Experiment

Le Carré, Dexter und Rankin sind draußen. Richard Stark ist, was mir als Westlake-Fan natürlich gefällt, ganz vorne. John Farrow liegt auf meinem Zu-lesen-Stapel, aber 600 Seiten sind auch eine ganze Menge Holz.

Nächsten Monat dürfen wir dann wahrscheinlich Michael Connelly (Echo Park), Edward Bunker (Lockruf der Nacht – guter Pulp) und Andrea Maria Schenkel (Bunker – tja, nun) begrüßen.

Gerne würde ich Joe R. Lansdale (Der Teufelskeiler – grandiose Erzählung), Duane Louis (Letzte Order – Highspeed-Thriller), Jefferey Deaver (Der Täuscher), Walter Mosley (Cinnamon Kiss) und Garry Disher (Beweiskette – der mit dem Ned-Kelly-Preis ausgezeichnete Hal-Challis-Roman) auf der Liste entdecken. Aber das wird wahrscheinlich nichts.

In Klammern ist die Platzierung des Vormonats.


Die Nominierungen für den Agatha 2008

Februar 27, 2009

Die meisten Autorinnen sagen mir nichts, von einigen habe ich schon gehört, aber vom Ruf her sind für mich die von Malice-Domestic vergebenen Agatha-Preise einfach zu Cozy.

Deshalb ohne weitere Worte: die Nominierungen für den Agatha Award 2008:

Best Novel

• Six Geese A-Slaying, von Donna Andrews (Minotaur Books)

• A Royal Pain, von Rhys Bowen (Penguin Group)

• The Cruelest Month, von Louise Penny (Minotaur Books)

• Buckingham Palace Gardens, von Anne Perry (Random House)

• I Shall Not Want, von Julia Spencer-Fleming (Minotaur Books)

Best First Novel

• Through a Glass, Deadly, von Sarah Atwell (Berkley Trade)

• The Diva Runs Out of Thyme, von Krista Davis (Penguin Group)

• Pushing Up Daisies, von Rosemary Harris (Minotaur Books)

• Death of a Cozy Writer, von G.M. Malliet (Midnight Ink)

• Paper, Scissors, Death, von Joanna Campbell Slan (Midnight Ink)

Best Non-fiction

• African American Mystery Writers: A Historical and Thematic Study, von Frankie Y. Bailey (McFarland & Co.)

• How to Write Killer Historical Mysteries, von Kathy Lynn Emerson (Perseverance Press)

• Anthony Boucher, A Bibliography, von Jeff Marks (McFarland & Co.)

• Edgar Allan Poe: An Illustrated Companion to His Tell-Tale Stories, von Dr. Harry Lee Poe (Metro Books)

• The Suspicions of Mr. Whitcher, von Kate Summerscale (Walker)

Best Short Story

• “The Night Things Changed,” von Dana Cameron (from Wolfsbane and Mistletoe, edited von Charlaine Harris and Toni L.P. Kelner; Ace)

• “Killing Time,” von Jane Cleland (Alfred Hitchock Mystery Magazine, November 2008)

• “Dangerous Crossin,” von Carla Coupe (from Chesapeake Crimes 3, edited von Donna Andrews and Marcia Talley; Wildside Press)

• “Skull and Cross Examination,” von Toni L.P. Kelner (Ellery Queen Mystery Magazine [EQMM], February 2008)

• “A Nice Old Guy,” von Nancy Pickard (EQMM, August 2008)

Best Children’s/Young Adult

• Into the Dark, von Peter Abrahams (HarperCollins)

• A Thief in the Theater, von Sarah Masters Buckey (American Girl)

• The Crossroads, von Chris Grabenstein (Random House

Children’s Books)

• The Great Circus Train Robbery, von Nancy Means Wright

(Hilliard and Harris)

Der Preis wird am 2. Mai verliehen.


Ist das die Lösung?

Februar 24, 2009

Fehler sind etwas ganz normales. Dass ein Wort falsch geschrieben wird, ein Charakter seinen Namen ändert oder Worte falsch übersetzt werden, passiert. Früher war vor allem Bastei-Lübbe für seine schlampigen Übersetzungen, die sogar mir als Teenager auffielen, bekannt. In den letzten Monaten stolperte ich öfters bei Random-House-Büchern über diese Flüchtigkeitsfehler, während kleinere Verlage anscheinend sorgfältiger arbeiten.

Die Standarderklärung ist immer: die Verlage sparen am Lektorat.

Die zweite Erklärung ist: am Bildschirm gibt es einfach mehr Fehler (Das war auch der Grund, warum in den Tageszeitungen mit der Umstellung von der Schreibmaschine auf den PC die Rechtschreibfehler explodierten.)

Doch jetzt habe ich bei Stephen Leather (der englische Bestsellerautor veröffentlichte bereits über zwanzig Thriller) eine andere und, wie ich finde, erschreckend einleuchtende Erklärung gelesen:

I finally found out what had happened, and I’m afraid it’s down to out-sourcing. In the same way that many companies have outsourced their phone centres to India, a lot of typesetting firms now send their work out to India. I was told (and it sounds crazy enough to be true) that two copies of the manuscript are now given to two Indian typesetters, each of whom types the whole manuscript into separate computers. A ‘sophisticated computer programme’ then compares the two versions, and highlights any differences. The theory is that the two typesetters won’t both make the same mistake! A supervisor then checks all the differences and decides which is correct. Apparently this is cheaper than one experienced British typesetter doing the job. It might be cheaper, but it certainly doesn’t produce quality work.


Vor den Oscars sind die Razzies

Februar 23, 2009

Bevor die Branche sich mit viel Tamtam feiert, gibt es die Razzies (Goldene Himbeere). Sie werden für außergewöhnlich schlechte Leistungen vergeben. Die diesjährigen Gewinner sind:

Worst Picture

The Love Guru (“Der Love Guru”)

Worst Actor

Mike Myers (in “The Love Guru”)

Worst Actress

Paris Hilton (in “The Hottie and the Nottie” – ein Werk, das dem deutschen Publikum vorenthalten wird.)

Worst Supporting Actress

Paris Hilton (in “Repo: The Genetic Opera” – ein Werk, das dem deutschen Publikum abseits des Fantasy Filmfests vorenthalten wird.)

Worst Supporting Actor

Pierce Brosnan (in “Mamma Mia!” – Was kann bei Abba schon schiefgehen?)

Worst Screen Couple

Paris Hilton

Und/Oder

Christine Lakin

Oder

Joel David Moore (in “The Hottie and the Nottie”)

Worst Prequel,Remake, Rip-off or Sequel (Combined Category for 2008)

Indiana Jones and The Kingdom of The Crystal Skull (Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels – Yeah, volle Zustimmung!)

Worst Director

Uwe Boll

(für “1968: Tunnel Rats”, “In The Name of The King: A Dungeon Siege Tale” [Schwerter des Königs – Dungeon Siege] und “Postal”)

Worst Screenplay

The Love Guru (geschrieben von Mike Myers & Graham Gordy)

Worst Career Achievement

Uwe Boll

(Germany’s Answer to Ed Wood)

Na, da hat unser Uwe ja mächtig abgeräumt und sogar in jungen Jahren bereits einen Preis für sein Lebenswerk erhalten. Ab jetzt kann es nur noch abwärts gehen, was aus Razzie-Sicht bedeutet, dass seine künftigen Filme von den Kritikern gelobt werden, die Drehbücher gut sind, die Regie auch und dass die Menschen Schlange stehen um das neue Boll-Werk zu bewundern.

Jedenfalls: Herzlichen Glückwunsch an alle Gewinner!


Kleinkram: Edward Bunker, The Spirit, Elmore Leonard, Slumdog Millionaire, Noir of the Week, Blutiger Valentinstag

Februar 16, 2009

Frank Göhre schreibt über Edward Bunker (Ex-Knacki, Schriftsteller, Drehbuchautor und Schauspieler). Bunkers bekanntester Roman ist „Wilder als ein Tier“ (No Beast So Fierce/Straight Time, 1973). Er wurde mit Dustin Hoffman verfilmt. Seine bekannteste Rolle war Mr. Blue in Reservoir Dogs

Bei Evolver beantwortet „The Spirit“ einige Fragen zu seinen ersten Auftritten und Frank Millers Verfilmung, die ihm nicht gefällt.

Elmore Leonard erhält den diesjährigen Owen Wister Award für seine lebenslange Leistung für das Western-Genre.

Dieser Preis der Western Writers of America wird ihm am 20. Juni im National Cowboy and Western Heritage Museum in Oklahoma überreicht.

(Dank an The Rap Sheet für diese Meldung.)

Simon Beaufoys Drehbuch zu dem hochgelobten und bereits mehrfach ausgezeichnetem neuen Danny-Boyle-Film „Slumdog Millionaire” (Fassung vom 15. August 2007, basierend auf dem Roman von Vikas Swarup) ist online.

Der deutsche Kinostart ist am 19. März.

Der Noir of the Week ist “Die Menschenfalle” (Trapped, USA 1949). Regie führte Richard Fleischer. Das Drehbuch ist von Earl Felton und George Zuckerman.

Und wenn Sie am Valentinstag „Blutiger Valentinstag“ (dieses Mal haben sogar die in den Film eingefügten Kalenderdaten kalendarisch gestimmt) gesehen haben, dürfen Sie bei The Terror Trap ein sehr ausführliches Interview mit Regisseur George Mihalka und eine umfangreiche Bildergalerie genießen.


Kleinkram: Ratschläge, Bloody Cover, TV-Western, Krimi-Couch und Pieke Biermann liest vor

Februar 9, 2009

Jason Pinter (72 Stunden) hat in seinem Blog die Antworten von Menschen, die im Literaturbetrieb als Hersteller, Kritiker und Verkäufer arbeiten, gepostet. Die Frage war: „Was würdest du tun, um die Buchbranche zu verbessern?“

Die sehr lesenswerten Antworten (Teil 1, 2, 3, 4, 5) beleuchten fast alle Aspekte des Geschäfts mit dem geschriebenen Wort bis hin zum E-Book. Zum Beispiel:

Scott Sigler:It’s a business, and happy readers are what makes everything happen.

David J. Montgomery: The industry needs to do a better job of marketing itself. Not specific titles (which they also don’t do terribly well), but the idea of books and reading in general. (…) There are still a lot of people out there who like to read — we just need to reach those people and remind them of how much fun it is.

Krmiblogger Ludger hat’s ja schon gesagt: Das Bloody Cover für das beste Cover eines Krimis eines deutschsprachigen Autors wird wieder gesucht. Das schränkt natürlich die Auswahl (Nix mit Hard Case Crime. Nix mit Liebeskind. Nix mit Alexander Verlag. Fast nix mit Funny Crimes und Pulp Master. Denn die hatten dieses Jahr jeweils einen deutschen Autor dabei, aber für’s Bloody Cover hat’s dann doch nicht gereicht.) ein.

Außerdem hat Ludger gesagt, dass die Covers langweilig seien.

Ein skeptischer Blick. Bedächtiges studieren der Werke. Nachdenklich-zustimmendes Kopfnicken. Ja, diese Covers sind langweilig. Geht’s wirklich nicht etwas interessanter? Oder sind die Covers nur eine adäquate Illustration des Inhalts?

Bei Evolver stöbert Martin Compart in seiner Jugend, als es statt „Miami Vice“ (gab’s noch nicht) Western in Serie gab. Denn „Rauchende Colts“ gab’s damals auch schon.

Die Februar-Ausgabe der Krimi-Couch ist online; unter anderem werden die neuen Werke von Barry Eisler (Riskante Rückkehr), Jim Kelly (Einer blieb zurück), Duane Louis (Letzte Order), Bill Moody (Solo Hand) und der von Frank Nowatzki herausgegebene Sammelband „Antihero“ (diese beiden Werke sind schon etwas älter) besprochen.

Und in der Phantastik-Couch wird Joe R. Lansdales „Gott der Klinge“ abgefeiert.

Pieke Biermann liest aus ihrer Reportagensammlung „Der Asphalt unter Berlin“ an diesen Tagen und Orten vor:

Montag, 9. Februar

19.00 Uhr

Literaturhaus Hamburg (Schwanenwik 38, Hamburg)

Kartenreservierungen (040) 227.92.03 oder lit@lit-hamburg.de

DER TAGESSPIEGEL – “Zeitung im Salon”

Abend mit Tagesspiegel-Autoren, mit Essen, Trinken und musikalischer Umrahmung

Moderation: Helmut Schümann

am

(Fastnachts)Dienstag 24. Februar 2009

(Einlass ab) 19.00 Uhr

im Kriminalgericht Berlin, Saal 700 (Turmstraße 91, Berlin-Moabit)

und

(Ascher)Mittwoch 25. Februar 2009

(Einlass ab) 19.00 Uhr

im Berliner Kriminaltheater (Umspannwerk Ost / Palisadenstraße 48, Berlin-Friedrichshain)

Eintritt 14 Euro (inkl.Essen)

Reservierung ab 17. Februar: (030) 26009-609 oder salon@tagesspiegel.de

Donnerstag, 26. Februar

19.30 Uhr

“BLOODY BERLIN – Gemischte Texte zu diesem Städtchen”

Hansabibliothek (Altonaer Straße 15, Berlin-Mitte)

Unkostenbeitrag: 5 Euro (ermäßigt 3 Euro)

Anmeldung/Weitere Informationen: 030 – 9018-32156

Donnerstag, 2. April

Um 18.30 Uhr

gemeinsam mit Daniel Siemens (“Metropole und Verbrechen”)

aus Anlass von 200 Jahre Polizeipräsidium Berlin

in der Polizeibibliothek (Mehringdamm 110, Berlin)

Eintritt frei, Reservierung erbeten: 4664-99.48.30

oder: vesna.steyer@polizei.berlin.de


Kleinkram: The Big Thrill, Hammett-Nominierungen, Felix-Huby-Interview, Ken-Bruen-Verfilmung, Robert-Littell-Verfilmung und eine gute Reportage, die es noch (?) nicht online gibt

Februar 2, 2009

Die Februar-Ausgabe von The Big Thrill, der Zeitung der International Thriller Writers, ist mit vielen, vielen Buchvorstellungen (inzwischen normalerweise mit einem Interview) online. Unter anderem werden Alex Berenson, Lincoln Child, Robert Gregory Browne (der erzählt, warum er vom Drehbuchautor zum Romanautor wurde), Michael Palmer, Linda Fairstein und Peter Straub zu ihren neuen Werken befragt.

(Kurzer Hinweis: Ich habe jetzt die beiden Kurzgeschichten-Bücher der ITW, „Thriller“ [herausgegeben von James Patterson] und „Killer Year“ [herausgegeben von Lee Child], gelesen und bin begeistert. Sie werden demnächst in einer Spurensuche abgefeiert.)

Die North American Branch of the International Association of Crime Writers (IACW/NA) hat ihre diesjährigen Hammet-Nominierungen veröffentlicht:

– Leading Lady, von Heywood Gould

– The Finder, von Colin Harrison

– City of the Sun, von David Levien

– The Turnaround, von George Pelecanos

– South by South Bronx, von Abraham Rodriguez

Der Preis wird Anfang Oktober auf der Konferenz der New Atlantic Independent Booksellers Association (NAIBA) in Baltimore verliehen. Da bleibt also noch genug Zeit, die Werke zu lesen.

(Dank an The Rap Sheet)

Bei Planet Interview beantwortet Bienzle-Erfinder Felix Huby einige Fragen:

Unterhaltung ohne eigene Haltung ist nicht möglich, da soll man es lieber gleich lassen oder Lore-Romane schreiben. Ich habe meine politische Haltung nie verheimlicht und habe sie immer wieder in meine Romane oder auch in meine Filme einfließen lassen, sofern es die Fernsehleute zugelassen haben. Ich war von Anfang an von den Soziokrimis beeinflusst – als ich zu schreiben begann, gab es ja bereits Sjöwall/Wahlöö, –ky , Michael Molsner und Irene Rodrian. Das waren sicherlich Vorbilder für mich. Für mich war aber auch Friedrich Glauser mit seinem Wachtmeister Studer und seinen heimatbezogenen Romanen ein Vorbild. (…) In dieser Tradition sehe ich mich. Es gab Leute, die haben mir vorgeworfen: „Du bist ja nur so erfolgreich, weil du Heimatromane schreibst.“ Und dann habe ich geantwortet: ja, sicher, ich will ja auch gar nichts anderes machen, als Heimatromane zu schreiben.

Lesenswert.

Krimileser Bernd hat ja schon gesagt, dass Ken Bruens „London Boulevard“ verfilmt werden soll. William Monahan, der zuletzt die Drehbücher zu „Departed“ und „Der Mann, der niemals lebte“ (Body of lies) schrieb, schrieb das Drehbuch und soll auch Regie führen. Die Hauptrollen bei seinem Debüt sollen von Colin Farrell und Keira Knightley gespielt werden.

Ziemlich viel „sollen“, aber da der Drehstart erst Ende Mai/Anfang Juni ist, kann sich natürlich noch einiges ändern. Aber bis jetzt klingt das alles sehr vielversprechend.

(Weitere Infos bei Crimespree Cinema und die Meldung, dass Knightley mitspielt, bei Daily Mail. Die sagen, dass der Film von Billy Wilders Klassiker „Sunset Boulevard – Boulevard der Dämmerung“ inspiriert sei. Naja, eine alternde Schauspielerin gibt es auch bei Ken Bruen.)

Bleiben wir kurz in Hollywood. Bereits 2007 wurde Robert Littells CIA-Schmöker „The Company“ als knapp fünfstündige Miniserie (Regie: Mikael Salomon, Drehbuch: Ken Nolan, mit Michael Keaton, Alfred Molina, Natascha McElhone, Rory Cochrane) verfilmt. Den Kritikern gefiel’s, es gab zahlreiche Nominierungen und Preise (unter anderem einen Golden-Globe-Nominierung als beste Miniserie, mehrere Emmy-Nominierungen, einen Emmy für die Musik, und den Preis der Writers Guild of America für die Adaption). Die Deutschlandpremiere gibt es, dank Universal Pictures, am 12. März als DVD.

Sozusagen als kleiner Nachschlag zu meinem gestrigen TV-Tipp „Serpico“: Andreas Förster schreibt in der Berliner Zeitung vom Samstag über Whistleblower bei der deutschen Polizei: „Polizeiliche Fehlerkultur – Polizisten jagen Verbrecher. Wenn sie aber gegen eigene Kollegen aussagen, riskieren sie Mobbing, Ausgrenzung und manchmal sogar ihr Leben“.

Nicht nur aufgrund aktueller Ereignisse eine sehr interessante Reportage, die es im Moment allerdings nur offline gibt.


KrimiWelt-Bestenliste Februar 2009

Januar 31, 2009

Diesen Kriminalromanen wünschen die Juroren der KrimiWelt viele, viele Leser:

1 (1) John le Carré: Marionetten

2 (-) Matt Beynon Rees: Ein Grab in Gaza

3 (3) Kate Atkinson: Lebenslügen

4 (8) Pete Dexter: Paris Trout

5 (7) Stefan Kiesbye: Nebenan ein Mädchen

6 (5) Ian Rankin: Ein Rest von Schuld

7 (-) Christine Lehmann: Nachtkrater

8 (-) Åsa Larsson: Bis dein Zorn sich legt

9 (-) Richard Stark: Keiner rennt für immer

10 (-) Tom Rob Smith: Kolyma

In der Klammer ist die Platzierung des Vormonats.

Im Vergleich zur Jahresbestenliste mit zwei Frauen in der Februar-Bestenliste immerhin eine Steigerung um einhundert Prozent und fünfzig Prozent Neuzugänge. Le Carré, Dexter, Rankin und Stark sind natürlich absolut okay. Tom Rob Smith wird zwar in seiner Heimat abgefeiert, aber hier gibt’s bei Hammett einen ordentlichen Verriss. Matt Beynon Rees wird ebenfalls nicht so abgefeiert, wie es der zweite Platz vermuten lässt.


KrimiWelt-Jahresbestenliste 2008

Januar 31, 2009

Nach langen Diskussionen haben die KrimiWelt-Juroren aus den Krimis, die sie in den vergangenen zwölf Monaten auf ihrer monatlichen Bestenliste eine Jahresbestenliste herausgemendelt. Und die sieht so aus:

1 Richard Stark: Fragen Sie den Papagei

2 Martin Cruz Smith: Stalins Geist

3 Heinrich Steinfest: Mariaschwarz

4 Peter Temple: Shooting Star

5 Leonardo Padura: Der Nebel von gestern

6 Jerome Charyn: Citizen Sidel

7 Robert Littell: Die Söhne Abrahams

8 Tom Rob Smith: Kind 44

9 Jenny Siler: Portugiesische Eröffnung

10 Jean-François Vilar: Die Verschwundenen

Hm, nur ein Deutscher. Und nur eine Frau; wobei die „Portugiesische Eröffnung“ im Original unter einem männlichen Pseudonym erschien und daher auch gesagt werden kann, dass das eine reine Männerliste ist.


Sonntägliche Gedankensplitter: U und E, Elephant, Razzies und Frederik Pohl

Januar 25, 2009

Nachdem alle über Suhrkamp, unterhaltende und ernste Literatur und literarische Krimis reden, gibt’s hier einige unsortierte Anmerkungen:

Die Unterscheidung zwischen U und E halte ich für Quatsch, weil sie analytisch nichts bringt. Denn die Unterscheidung müsste dann an der Grenze verlaufen ob ein Buch unterhält oder nicht unterhält. Die zweite Unterscheidungsmöglichkeit wäre zwischen „ernst“ und „nicht ernst“ (also witzig).

Ich denke allerdings, dass kein E-Autor sagt: „Ich will meine Leser nicht unterhalten. Sie sollen sich langweilen. Sie dürfen nicht lachen. Das Lesen muss für sie Arbeit sein. Eine Qual. Wie auch das Schreiben für mich eine Qual war.“

Oder dass ein Kritiker sagt: „Das Lesen war anstrengend. Ich musste mich durch das Buch quälen. Also ist es gute hohe Literatur.“

Sinnvoller ist die englische Unterscheidung zwischen Genre- und Mainstreamliteratur. Dabei muss die Genreliteratur bestimmte Regeln und Anforderungen erfüllen, die die Mainstreamliteratur nicht erfüllen muss. In einem Krimi muss ein Verbrechen vorkommen. In einem Western Pferde und Cowboys. Ein Science-Fiction-Roman muss in der Zukunft spielen. Ein Fantasy-Roman – nun, ich glaube Sie verstehen es. (Ausnahmen bestätigen die Regel).

„Literarischer Krimi“ übersetze ich spontan als „Krimi, der keiner ist, langweilt und das Genre nicht ernst nimmt“.

Wenn ich „mehr als ein Krimi“ lese, gehen bei mir ebenfalls die roten Lichter an. In jedem Fall bedeutet es zuerst einmal „Finger weg!“.

Die Suhrkamp-Kultur (Wurde der Begriff nicht von Henscheid und der Neuen Frankfurter Schule geprägt?) assoziiere ich vor allem mit den wissenschaftlichen Büchern und dem wunderschön einheitlichen Layout.

Die Romane waren dagegen, jedenfalls soweit meine Erinnerung reicht, immer schon ein Mix aus der E-Literatur in all ihren Schattierungen (wie Martin Walser, Thomas Bernhard, Max Frisch, Hermann Hesse, Bodo Kirchhoff, Raymond Queneau und Flann O’Brien.) und U-Literatur. Ich sage nur Isabel Allende (Das Geisterhaus). Zur Verfilmung gab’s dann auch den aus anderen Verlagen bekannten Schnickschnack.

Im Gegensatz zu den meisten anderen Verlagen hat Suhrkamp über Jahrzehnte ein Image aufgebaut, es gepflegt und viele Werke über eine sehr lange Zeit verfügbar gehalten. Spontan fällt mir nur noch Diogenes ein.

Und nun zu etwas anderem:

Gestern habe ich (endlich) den 2003 mit der Goldenen Palme ausgezeichneten Film „Elephant“ von Gus Van Sant gesehen. „Elephant“ ist Van Sants meditative Beschäftigung mit dem Amoklauf von zwei Schülern in der Columbine High School. In langen Einstellungen verfolgt er einige Schüler durch die Gänge der Schule und zeigt sie bei alltäglichen Beschäftigungen. Dazu gibt es das übliche Teenager-Geplapper und meditative Musik. Als Musikfilm entfaltet „Elephant“ daher einen ganz eigenen Sog. Als Spielfilm – nun, einen normalen Spielfilm wollte Gus Van Sant sowieso nicht drehen. Das Dokumentarische in den unverbrauchten Gesichtern der Jugendlichen und dem Schulgebäude ist als Blick in eine für uns fremde Welt dank der langsam durch die Schule gleitenden Kamera und der Musik sehenswert.

Sehr interessant fand ich die Film-Besprechung von Robin Detje in der „Zeit“:

„Elephant“ bestätigt einige Grundregeln des Erzählkinos, die bei klugen Menschen aus guten Gründen unbeliebt sind: Mit den Herzen der Zuschauer spielt man nicht. Man versäumt nicht ungestraft, eine moralische Haltung zu seinen Figuren und ihren Handlungen einzunehmen. Das Leben wird nicht wahrhaftiger abgebildet, wenn man es ungestaltet und undramatisch abbildet. Was man dabei erhält, ist nicht die bessere Kunst im Dienste eines wirklicheren Lebens, sondern eine undramatische Abbildung.

Man liebt solche Handwerkerregeln als kluger Mensch nicht. Man glaubt schließlich, dass die Gefühlsverkäufer der Kulturindustrie ihr Geld meist damit verdienen, auf unserem Einfühlungsvermögen Klavier zu spielen und uns die Taschentüchlein in die feuchten Händchen zu zaubern. Und dass man sich dagegen wehren muss. Kontrollverlust kann schließlich nicht gut sein! So zieht man sich wie Gus van Sant zurück ins Trotzkämmerlein der „Avantgarde“.

Und nun zu etwas vollkommen anderem:

Die Razzie-Nominierungen sind draußen. Unser Mann für Hollywood, der Uwe Boll, ist auch dabei. Mehrmals. Aber auch die anderen haben sich ihre Nominierungen redlich verdient.

Und nun zu vollkommen vollkommen anderem:

Frederik Pohl bloggt!

Pohl ist der Vater (Oder Großvater? Immerhin ist er Jahrgang 1919.) des intelligenten, satirischen S-F-Romans. Er wurde mehrfach mit dem Hugo- und Nebula-Award ausgezeichnet.

„Pohl ist seit über 50 Jahren einer der bedeutendsten SF-Autoren und passt Stil und Themen der jeweiligen Zeit an.“ (David Pringle: Das ultimative Science-Fiction-Lexikon, 1996)

Meine erste Begegnung mit Pohls Werk war „Der lautlose Krieg“ (The cool war, 1979); eine brüllend komische Satire über die 2020 an Energienot leitende Welt und einem Reverend der Unitarier-Kirche, der plötzlich im Fadenkreuz von Geheimdiensten und Untergrundorganisationen steht und mit einer wichtigen Mission, von der er nichts versteht, betraut wird.

Alles weitere über Frederik Pohl könnt ihr auf seiner Homepage, Wikipedia, Phantastik-Couch, und, für den schnellen Überblick über sein umfangreiches Werk, Fantastic Fiction nachlesen.

(Dank an James Reasoner für den Hinweis.)


Die Dily-Nominierungen 2009

Januar 21, 2009

Die Independent Mystery Booksellers Associations (IMBA) hat ihre diesjährigen Nominierungen für den Dily Award bekannt gegeben. Der Preis wird an den Kriminalroman vergeben, den die amerikanischen Krimibuchhändler letztes Jahr am liebsten verkauft haben. Nominiert wurden

Trigger City, von Sean Chercover (Morrow)

The Victoria Vanishes, von Christopher Fowler (Bantam)

Silent in the Sanctuary, von Deanna Raybourn (MIRA)

Child 44, von Tom Rob Smith (Grand Central)

The Dawn Patrol, von Don Winslow (Knopf)

Der Gewinner wird während der Anfang März auf Hawaii stattfindenden Left Coast Crime Convention verliehen.

Sean Chercover hat bereits für seinen Debütroman „Big Citc, Bad Blood“ viel Lob erhalten. Sein zweiter Privatdetektivroman „Trigger City“ soll sogar noch besser sein. Tom Rob Smiths „Child 44“ (Kind 44) wurde auch bei uns abgefeiert. Don Winslows „The Dawn Patrol“ erscheint demnächst bei Suhrkamp als „Pacific Private“. Christopher Fowler schafft es nicht mehr auf den deutschen Markt. Deanna Raybourn ist hier noch gänzlich unbekannt. Ihr Debüt „Silent in the Grave“ wurde für den Agatha Award nominiert und dürfte deshalb für meinen Geschmack zu cozy sein.