KrimiWelt-Bestenliste März 2009

Februar 28, 2009

Fünf Neueinsteiger gab’s in der Februar-Liste der KrimiWelt und auch die  März-Liste der KrimiWelt hat fünf Neueinsteiger:

1 (9) Richard Stark: Keiner rennt für immer

2 (-) Jan Costin Wagner: Im Winter des Löwen

3 (5) Stefan Kiesbye: Nebenan ein Mädchen

4 (8) Åsa Larsson: Bis dein Zorn sich legt

5 (-) John Farrow: Eishauch

6 (10) Tom Rob Smith: Kolyma

7 (-) Roger Smith: Kap der Finsternis

8 (7) Christine Lehmann: Nachtkrater

9 (-) Zoran Drvenkar: Sorry

9 (-) Philip Kerr: Das letzte Experiment

Le Carré, Dexter und Rankin sind draußen. Richard Stark ist, was mir als Westlake-Fan natürlich gefällt, ganz vorne. John Farrow liegt auf meinem Zu-lesen-Stapel, aber 600 Seiten sind auch eine ganze Menge Holz.

Nächsten Monat dürfen wir dann wahrscheinlich Michael Connelly (Echo Park), Edward Bunker (Lockruf der Nacht – guter Pulp) und Andrea Maria Schenkel (Bunker – tja, nun) begrüßen.

Gerne würde ich Joe R. Lansdale (Der Teufelskeiler – grandiose Erzählung), Duane Louis (Letzte Order – Highspeed-Thriller), Jefferey Deaver (Der Täuscher), Walter Mosley (Cinnamon Kiss) und Garry Disher (Beweiskette – der mit dem Ned-Kelly-Preis ausgezeichnete Hal-Challis-Roman) auf der Liste entdecken. Aber das wird wahrscheinlich nichts.

In Klammern ist die Platzierung des Vormonats.


Die Nominierungen für den Agatha 2008

Februar 27, 2009

Die meisten Autorinnen sagen mir nichts, von einigen habe ich schon gehört, aber vom Ruf her sind für mich die von Malice-Domestic vergebenen Agatha-Preise einfach zu Cozy.

Deshalb ohne weitere Worte: die Nominierungen für den Agatha Award 2008:

Best Novel

• Six Geese A-Slaying, von Donna Andrews (Minotaur Books)

• A Royal Pain, von Rhys Bowen (Penguin Group)

• The Cruelest Month, von Louise Penny (Minotaur Books)

• Buckingham Palace Gardens, von Anne Perry (Random House)

• I Shall Not Want, von Julia Spencer-Fleming (Minotaur Books)

Best First Novel

• Through a Glass, Deadly, von Sarah Atwell (Berkley Trade)

• The Diva Runs Out of Thyme, von Krista Davis (Penguin Group)

• Pushing Up Daisies, von Rosemary Harris (Minotaur Books)

• Death of a Cozy Writer, von G.M. Malliet (Midnight Ink)

• Paper, Scissors, Death, von Joanna Campbell Slan (Midnight Ink)

Best Non-fiction

• African American Mystery Writers: A Historical and Thematic Study, von Frankie Y. Bailey (McFarland & Co.)

• How to Write Killer Historical Mysteries, von Kathy Lynn Emerson (Perseverance Press)

• Anthony Boucher, A Bibliography, von Jeff Marks (McFarland & Co.)

• Edgar Allan Poe: An Illustrated Companion to His Tell-Tale Stories, von Dr. Harry Lee Poe (Metro Books)

• The Suspicions of Mr. Whitcher, von Kate Summerscale (Walker)

Best Short Story

• “The Night Things Changed,” von Dana Cameron (from Wolfsbane and Mistletoe, edited von Charlaine Harris and Toni L.P. Kelner; Ace)

• “Killing Time,” von Jane Cleland (Alfred Hitchock Mystery Magazine, November 2008)

• “Dangerous Crossin,” von Carla Coupe (from Chesapeake Crimes 3, edited von Donna Andrews and Marcia Talley; Wildside Press)

• “Skull and Cross Examination,” von Toni L.P. Kelner (Ellery Queen Mystery Magazine [EQMM], February 2008)

• “A Nice Old Guy,” von Nancy Pickard (EQMM, August 2008)

Best Children’s/Young Adult

• Into the Dark, von Peter Abrahams (HarperCollins)

• A Thief in the Theater, von Sarah Masters Buckey (American Girl)

• The Crossroads, von Chris Grabenstein (Random House

Children’s Books)

• The Great Circus Train Robbery, von Nancy Means Wright

(Hilliard and Harris)

Der Preis wird am 2. Mai verliehen.


Ist das die Lösung?

Februar 24, 2009

Fehler sind etwas ganz normales. Dass ein Wort falsch geschrieben wird, ein Charakter seinen Namen ändert oder Worte falsch übersetzt werden, passiert. Früher war vor allem Bastei-Lübbe für seine schlampigen Übersetzungen, die sogar mir als Teenager auffielen, bekannt. In den letzten Monaten stolperte ich öfters bei Random-House-Büchern über diese Flüchtigkeitsfehler, während kleinere Verlage anscheinend sorgfältiger arbeiten.

Die Standarderklärung ist immer: die Verlage sparen am Lektorat.

Die zweite Erklärung ist: am Bildschirm gibt es einfach mehr Fehler (Das war auch der Grund, warum in den Tageszeitungen mit der Umstellung von der Schreibmaschine auf den PC die Rechtschreibfehler explodierten.)

Doch jetzt habe ich bei Stephen Leather (der englische Bestsellerautor veröffentlichte bereits über zwanzig Thriller) eine andere und, wie ich finde, erschreckend einleuchtende Erklärung gelesen:

I finally found out what had happened, and I’m afraid it’s down to out-sourcing. In the same way that many companies have outsourced their phone centres to India, a lot of typesetting firms now send their work out to India. I was told (and it sounds crazy enough to be true) that two copies of the manuscript are now given to two Indian typesetters, each of whom types the whole manuscript into separate computers. A ‘sophisticated computer programme’ then compares the two versions, and highlights any differences. The theory is that the two typesetters won’t both make the same mistake! A supervisor then checks all the differences and decides which is correct. Apparently this is cheaper than one experienced British typesetter doing the job. It might be cheaper, but it certainly doesn’t produce quality work.


Vor den Oscars sind die Razzies

Februar 23, 2009

Bevor die Branche sich mit viel Tamtam feiert, gibt es die Razzies (Goldene Himbeere). Sie werden für außergewöhnlich schlechte Leistungen vergeben. Die diesjährigen Gewinner sind:

Worst Picture

The Love Guru (“Der Love Guru”)

Worst Actor

Mike Myers (in “The Love Guru”)

Worst Actress

Paris Hilton (in “The Hottie and the Nottie” – ein Werk, das dem deutschen Publikum vorenthalten wird.)

Worst Supporting Actress

Paris Hilton (in “Repo: The Genetic Opera” – ein Werk, das dem deutschen Publikum abseits des Fantasy Filmfests vorenthalten wird.)

Worst Supporting Actor

Pierce Brosnan (in “Mamma Mia!” – Was kann bei Abba schon schiefgehen?)

Worst Screen Couple

Paris Hilton

Und/Oder

Christine Lakin

Oder

Joel David Moore (in “The Hottie and the Nottie”)

Worst Prequel,Remake, Rip-off or Sequel (Combined Category for 2008)

Indiana Jones and The Kingdom of The Crystal Skull (Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels – Yeah, volle Zustimmung!)

Worst Director

Uwe Boll

(für “1968: Tunnel Rats”, “In The Name of The King: A Dungeon Siege Tale” [Schwerter des Königs – Dungeon Siege] und “Postal”)

Worst Screenplay

The Love Guru (geschrieben von Mike Myers & Graham Gordy)

Worst Career Achievement

Uwe Boll

(Germany’s Answer to Ed Wood)

Na, da hat unser Uwe ja mächtig abgeräumt und sogar in jungen Jahren bereits einen Preis für sein Lebenswerk erhalten. Ab jetzt kann es nur noch abwärts gehen, was aus Razzie-Sicht bedeutet, dass seine künftigen Filme von den Kritikern gelobt werden, die Drehbücher gut sind, die Regie auch und dass die Menschen Schlange stehen um das neue Boll-Werk zu bewundern.

Jedenfalls: Herzlichen Glückwunsch an alle Gewinner!


Kleinkram: Edward Bunker, The Spirit, Elmore Leonard, Slumdog Millionaire, Noir of the Week, Blutiger Valentinstag

Februar 16, 2009

Frank Göhre schreibt über Edward Bunker (Ex-Knacki, Schriftsteller, Drehbuchautor und Schauspieler). Bunkers bekanntester Roman ist „Wilder als ein Tier“ (No Beast So Fierce/Straight Time, 1973). Er wurde mit Dustin Hoffman verfilmt. Seine bekannteste Rolle war Mr. Blue in Reservoir Dogs

Bei Evolver beantwortet „The Spirit“ einige Fragen zu seinen ersten Auftritten und Frank Millers Verfilmung, die ihm nicht gefällt.

Elmore Leonard erhält den diesjährigen Owen Wister Award für seine lebenslange Leistung für das Western-Genre.

Dieser Preis der Western Writers of America wird ihm am 20. Juni im National Cowboy and Western Heritage Museum in Oklahoma überreicht.

(Dank an The Rap Sheet für diese Meldung.)

Simon Beaufoys Drehbuch zu dem hochgelobten und bereits mehrfach ausgezeichnetem neuen Danny-Boyle-Film „Slumdog Millionaire” (Fassung vom 15. August 2007, basierend auf dem Roman von Vikas Swarup) ist online.

Der deutsche Kinostart ist am 19. März.

Der Noir of the Week ist “Die Menschenfalle” (Trapped, USA 1949). Regie führte Richard Fleischer. Das Drehbuch ist von Earl Felton und George Zuckerman.

Und wenn Sie am Valentinstag „Blutiger Valentinstag“ (dieses Mal haben sogar die in den Film eingefügten Kalenderdaten kalendarisch gestimmt) gesehen haben, dürfen Sie bei The Terror Trap ein sehr ausführliches Interview mit Regisseur George Mihalka und eine umfangreiche Bildergalerie genießen.


Kleinkram: Ratschläge, Bloody Cover, TV-Western, Krimi-Couch und Pieke Biermann liest vor

Februar 9, 2009

Jason Pinter (72 Stunden) hat in seinem Blog die Antworten von Menschen, die im Literaturbetrieb als Hersteller, Kritiker und Verkäufer arbeiten, gepostet. Die Frage war: „Was würdest du tun, um die Buchbranche zu verbessern?“

Die sehr lesenswerten Antworten (Teil 1, 2, 3, 4, 5) beleuchten fast alle Aspekte des Geschäfts mit dem geschriebenen Wort bis hin zum E-Book. Zum Beispiel:

Scott Sigler:It’s a business, and happy readers are what makes everything happen.

David J. Montgomery: The industry needs to do a better job of marketing itself. Not specific titles (which they also don’t do terribly well), but the idea of books and reading in general. (…) There are still a lot of people out there who like to read — we just need to reach those people and remind them of how much fun it is.

Krmiblogger Ludger hat’s ja schon gesagt: Das Bloody Cover für das beste Cover eines Krimis eines deutschsprachigen Autors wird wieder gesucht. Das schränkt natürlich die Auswahl (Nix mit Hard Case Crime. Nix mit Liebeskind. Nix mit Alexander Verlag. Fast nix mit Funny Crimes und Pulp Master. Denn die hatten dieses Jahr jeweils einen deutschen Autor dabei, aber für’s Bloody Cover hat’s dann doch nicht gereicht.) ein.

Außerdem hat Ludger gesagt, dass die Covers langweilig seien.

Ein skeptischer Blick. Bedächtiges studieren der Werke. Nachdenklich-zustimmendes Kopfnicken. Ja, diese Covers sind langweilig. Geht’s wirklich nicht etwas interessanter? Oder sind die Covers nur eine adäquate Illustration des Inhalts?

Bei Evolver stöbert Martin Compart in seiner Jugend, als es statt „Miami Vice“ (gab’s noch nicht) Western in Serie gab. Denn „Rauchende Colts“ gab’s damals auch schon.

Die Februar-Ausgabe der Krimi-Couch ist online; unter anderem werden die neuen Werke von Barry Eisler (Riskante Rückkehr), Jim Kelly (Einer blieb zurück), Duane Louis (Letzte Order), Bill Moody (Solo Hand) und der von Frank Nowatzki herausgegebene Sammelband „Antihero“ (diese beiden Werke sind schon etwas älter) besprochen.

Und in der Phantastik-Couch wird Joe R. Lansdales „Gott der Klinge“ abgefeiert.

Pieke Biermann liest aus ihrer Reportagensammlung „Der Asphalt unter Berlin“ an diesen Tagen und Orten vor:

Montag, 9. Februar

19.00 Uhr

Literaturhaus Hamburg (Schwanenwik 38, Hamburg)

Kartenreservierungen (040) 227.92.03 oder lit@lit-hamburg.de

DER TAGESSPIEGEL – “Zeitung im Salon”

Abend mit Tagesspiegel-Autoren, mit Essen, Trinken und musikalischer Umrahmung

Moderation: Helmut Schümann

am

(Fastnachts)Dienstag 24. Februar 2009

(Einlass ab) 19.00 Uhr

im Kriminalgericht Berlin, Saal 700 (Turmstraße 91, Berlin-Moabit)

und

(Ascher)Mittwoch 25. Februar 2009

(Einlass ab) 19.00 Uhr

im Berliner Kriminaltheater (Umspannwerk Ost / Palisadenstraße 48, Berlin-Friedrichshain)

Eintritt 14 Euro (inkl.Essen)

Reservierung ab 17. Februar: (030) 26009-609 oder salon@tagesspiegel.de

Donnerstag, 26. Februar

19.30 Uhr

“BLOODY BERLIN – Gemischte Texte zu diesem Städtchen”

Hansabibliothek (Altonaer Straße 15, Berlin-Mitte)

Unkostenbeitrag: 5 Euro (ermäßigt 3 Euro)

Anmeldung/Weitere Informationen: 030 – 9018-32156

Donnerstag, 2. April

Um 18.30 Uhr

gemeinsam mit Daniel Siemens (“Metropole und Verbrechen”)

aus Anlass von 200 Jahre Polizeipräsidium Berlin

in der Polizeibibliothek (Mehringdamm 110, Berlin)

Eintritt frei, Reservierung erbeten: 4664-99.48.30

oder: vesna.steyer@polizei.berlin.de


Kleinkram: The Big Thrill, Hammett-Nominierungen, Felix-Huby-Interview, Ken-Bruen-Verfilmung, Robert-Littell-Verfilmung und eine gute Reportage, die es noch (?) nicht online gibt

Februar 2, 2009

Die Februar-Ausgabe von The Big Thrill, der Zeitung der International Thriller Writers, ist mit vielen, vielen Buchvorstellungen (inzwischen normalerweise mit einem Interview) online. Unter anderem werden Alex Berenson, Lincoln Child, Robert Gregory Browne (der erzählt, warum er vom Drehbuchautor zum Romanautor wurde), Michael Palmer, Linda Fairstein und Peter Straub zu ihren neuen Werken befragt.

(Kurzer Hinweis: Ich habe jetzt die beiden Kurzgeschichten-Bücher der ITW, „Thriller“ [herausgegeben von James Patterson] und „Killer Year“ [herausgegeben von Lee Child], gelesen und bin begeistert. Sie werden demnächst in einer Spurensuche abgefeiert.)

Die North American Branch of the International Association of Crime Writers (IACW/NA) hat ihre diesjährigen Hammet-Nominierungen veröffentlicht:

– Leading Lady, von Heywood Gould

– The Finder, von Colin Harrison

– City of the Sun, von David Levien

– The Turnaround, von George Pelecanos

– South by South Bronx, von Abraham Rodriguez

Der Preis wird Anfang Oktober auf der Konferenz der New Atlantic Independent Booksellers Association (NAIBA) in Baltimore verliehen. Da bleibt also noch genug Zeit, die Werke zu lesen.

(Dank an The Rap Sheet)

Bei Planet Interview beantwortet Bienzle-Erfinder Felix Huby einige Fragen:

Unterhaltung ohne eigene Haltung ist nicht möglich, da soll man es lieber gleich lassen oder Lore-Romane schreiben. Ich habe meine politische Haltung nie verheimlicht und habe sie immer wieder in meine Romane oder auch in meine Filme einfließen lassen, sofern es die Fernsehleute zugelassen haben. Ich war von Anfang an von den Soziokrimis beeinflusst – als ich zu schreiben begann, gab es ja bereits Sjöwall/Wahlöö, –ky , Michael Molsner und Irene Rodrian. Das waren sicherlich Vorbilder für mich. Für mich war aber auch Friedrich Glauser mit seinem Wachtmeister Studer und seinen heimatbezogenen Romanen ein Vorbild. (…) In dieser Tradition sehe ich mich. Es gab Leute, die haben mir vorgeworfen: „Du bist ja nur so erfolgreich, weil du Heimatromane schreibst.“ Und dann habe ich geantwortet: ja, sicher, ich will ja auch gar nichts anderes machen, als Heimatromane zu schreiben.

Lesenswert.

Krimileser Bernd hat ja schon gesagt, dass Ken Bruens „London Boulevard“ verfilmt werden soll. William Monahan, der zuletzt die Drehbücher zu „Departed“ und „Der Mann, der niemals lebte“ (Body of lies) schrieb, schrieb das Drehbuch und soll auch Regie führen. Die Hauptrollen bei seinem Debüt sollen von Colin Farrell und Keira Knightley gespielt werden.

Ziemlich viel „sollen“, aber da der Drehstart erst Ende Mai/Anfang Juni ist, kann sich natürlich noch einiges ändern. Aber bis jetzt klingt das alles sehr vielversprechend.

(Weitere Infos bei Crimespree Cinema und die Meldung, dass Knightley mitspielt, bei Daily Mail. Die sagen, dass der Film von Billy Wilders Klassiker „Sunset Boulevard – Boulevard der Dämmerung“ inspiriert sei. Naja, eine alternde Schauspielerin gibt es auch bei Ken Bruen.)

Bleiben wir kurz in Hollywood. Bereits 2007 wurde Robert Littells CIA-Schmöker „The Company“ als knapp fünfstündige Miniserie (Regie: Mikael Salomon, Drehbuch: Ken Nolan, mit Michael Keaton, Alfred Molina, Natascha McElhone, Rory Cochrane) verfilmt. Den Kritikern gefiel’s, es gab zahlreiche Nominierungen und Preise (unter anderem einen Golden-Globe-Nominierung als beste Miniserie, mehrere Emmy-Nominierungen, einen Emmy für die Musik, und den Preis der Writers Guild of America für die Adaption). Die Deutschlandpremiere gibt es, dank Universal Pictures, am 12. März als DVD.

Sozusagen als kleiner Nachschlag zu meinem gestrigen TV-Tipp „Serpico“: Andreas Förster schreibt in der Berliner Zeitung vom Samstag über Whistleblower bei der deutschen Polizei: „Polizeiliche Fehlerkultur – Polizisten jagen Verbrecher. Wenn sie aber gegen eigene Kollegen aussagen, riskieren sie Mobbing, Ausgrenzung und manchmal sogar ihr Leben“.

Nicht nur aufgrund aktueller Ereignisse eine sehr interessante Reportage, die es im Moment allerdings nur offline gibt.


KrimiWelt-Bestenliste Februar 2009

Januar 31, 2009

Diesen Kriminalromanen wünschen die Juroren der KrimiWelt viele, viele Leser:

1 (1) John le Carré: Marionetten

2 (-) Matt Beynon Rees: Ein Grab in Gaza

3 (3) Kate Atkinson: Lebenslügen

4 (8) Pete Dexter: Paris Trout

5 (7) Stefan Kiesbye: Nebenan ein Mädchen

6 (5) Ian Rankin: Ein Rest von Schuld

7 (-) Christine Lehmann: Nachtkrater

8 (-) Åsa Larsson: Bis dein Zorn sich legt

9 (-) Richard Stark: Keiner rennt für immer

10 (-) Tom Rob Smith: Kolyma

In der Klammer ist die Platzierung des Vormonats.

Im Vergleich zur Jahresbestenliste mit zwei Frauen in der Februar-Bestenliste immerhin eine Steigerung um einhundert Prozent und fünfzig Prozent Neuzugänge. Le Carré, Dexter, Rankin und Stark sind natürlich absolut okay. Tom Rob Smith wird zwar in seiner Heimat abgefeiert, aber hier gibt’s bei Hammett einen ordentlichen Verriss. Matt Beynon Rees wird ebenfalls nicht so abgefeiert, wie es der zweite Platz vermuten lässt.


KrimiWelt-Jahresbestenliste 2008

Januar 31, 2009

Nach langen Diskussionen haben die KrimiWelt-Juroren aus den Krimis, die sie in den vergangenen zwölf Monaten auf ihrer monatlichen Bestenliste eine Jahresbestenliste herausgemendelt. Und die sieht so aus:

1 Richard Stark: Fragen Sie den Papagei

2 Martin Cruz Smith: Stalins Geist

3 Heinrich Steinfest: Mariaschwarz

4 Peter Temple: Shooting Star

5 Leonardo Padura: Der Nebel von gestern

6 Jerome Charyn: Citizen Sidel

7 Robert Littell: Die Söhne Abrahams

8 Tom Rob Smith: Kind 44

9 Jenny Siler: Portugiesische Eröffnung

10 Jean-François Vilar: Die Verschwundenen

Hm, nur ein Deutscher. Und nur eine Frau; wobei die „Portugiesische Eröffnung“ im Original unter einem männlichen Pseudonym erschien und daher auch gesagt werden kann, dass das eine reine Männerliste ist.


Sonntägliche Gedankensplitter: U und E, Elephant, Razzies und Frederik Pohl

Januar 25, 2009

Nachdem alle über Suhrkamp, unterhaltende und ernste Literatur und literarische Krimis reden, gibt’s hier einige unsortierte Anmerkungen:

Die Unterscheidung zwischen U und E halte ich für Quatsch, weil sie analytisch nichts bringt. Denn die Unterscheidung müsste dann an der Grenze verlaufen ob ein Buch unterhält oder nicht unterhält. Die zweite Unterscheidungsmöglichkeit wäre zwischen „ernst“ und „nicht ernst“ (also witzig).

Ich denke allerdings, dass kein E-Autor sagt: „Ich will meine Leser nicht unterhalten. Sie sollen sich langweilen. Sie dürfen nicht lachen. Das Lesen muss für sie Arbeit sein. Eine Qual. Wie auch das Schreiben für mich eine Qual war.“

Oder dass ein Kritiker sagt: „Das Lesen war anstrengend. Ich musste mich durch das Buch quälen. Also ist es gute hohe Literatur.“

Sinnvoller ist die englische Unterscheidung zwischen Genre- und Mainstreamliteratur. Dabei muss die Genreliteratur bestimmte Regeln und Anforderungen erfüllen, die die Mainstreamliteratur nicht erfüllen muss. In einem Krimi muss ein Verbrechen vorkommen. In einem Western Pferde und Cowboys. Ein Science-Fiction-Roman muss in der Zukunft spielen. Ein Fantasy-Roman – nun, ich glaube Sie verstehen es. (Ausnahmen bestätigen die Regel).

„Literarischer Krimi“ übersetze ich spontan als „Krimi, der keiner ist, langweilt und das Genre nicht ernst nimmt“.

Wenn ich „mehr als ein Krimi“ lese, gehen bei mir ebenfalls die roten Lichter an. In jedem Fall bedeutet es zuerst einmal „Finger weg!“.

Die Suhrkamp-Kultur (Wurde der Begriff nicht von Henscheid und der Neuen Frankfurter Schule geprägt?) assoziiere ich vor allem mit den wissenschaftlichen Büchern und dem wunderschön einheitlichen Layout.

Die Romane waren dagegen, jedenfalls soweit meine Erinnerung reicht, immer schon ein Mix aus der E-Literatur in all ihren Schattierungen (wie Martin Walser, Thomas Bernhard, Max Frisch, Hermann Hesse, Bodo Kirchhoff, Raymond Queneau und Flann O’Brien.) und U-Literatur. Ich sage nur Isabel Allende (Das Geisterhaus). Zur Verfilmung gab’s dann auch den aus anderen Verlagen bekannten Schnickschnack.

Im Gegensatz zu den meisten anderen Verlagen hat Suhrkamp über Jahrzehnte ein Image aufgebaut, es gepflegt und viele Werke über eine sehr lange Zeit verfügbar gehalten. Spontan fällt mir nur noch Diogenes ein.

Und nun zu etwas anderem:

Gestern habe ich (endlich) den 2003 mit der Goldenen Palme ausgezeichneten Film „Elephant“ von Gus Van Sant gesehen. „Elephant“ ist Van Sants meditative Beschäftigung mit dem Amoklauf von zwei Schülern in der Columbine High School. In langen Einstellungen verfolgt er einige Schüler durch die Gänge der Schule und zeigt sie bei alltäglichen Beschäftigungen. Dazu gibt es das übliche Teenager-Geplapper und meditative Musik. Als Musikfilm entfaltet „Elephant“ daher einen ganz eigenen Sog. Als Spielfilm – nun, einen normalen Spielfilm wollte Gus Van Sant sowieso nicht drehen. Das Dokumentarische in den unverbrauchten Gesichtern der Jugendlichen und dem Schulgebäude ist als Blick in eine für uns fremde Welt dank der langsam durch die Schule gleitenden Kamera und der Musik sehenswert.

Sehr interessant fand ich die Film-Besprechung von Robin Detje in der „Zeit“:

„Elephant“ bestätigt einige Grundregeln des Erzählkinos, die bei klugen Menschen aus guten Gründen unbeliebt sind: Mit den Herzen der Zuschauer spielt man nicht. Man versäumt nicht ungestraft, eine moralische Haltung zu seinen Figuren und ihren Handlungen einzunehmen. Das Leben wird nicht wahrhaftiger abgebildet, wenn man es ungestaltet und undramatisch abbildet. Was man dabei erhält, ist nicht die bessere Kunst im Dienste eines wirklicheren Lebens, sondern eine undramatische Abbildung.

Man liebt solche Handwerkerregeln als kluger Mensch nicht. Man glaubt schließlich, dass die Gefühlsverkäufer der Kulturindustrie ihr Geld meist damit verdienen, auf unserem Einfühlungsvermögen Klavier zu spielen und uns die Taschentüchlein in die feuchten Händchen zu zaubern. Und dass man sich dagegen wehren muss. Kontrollverlust kann schließlich nicht gut sein! So zieht man sich wie Gus van Sant zurück ins Trotzkämmerlein der „Avantgarde“.

Und nun zu etwas vollkommen anderem:

Die Razzie-Nominierungen sind draußen. Unser Mann für Hollywood, der Uwe Boll, ist auch dabei. Mehrmals. Aber auch die anderen haben sich ihre Nominierungen redlich verdient.

Und nun zu vollkommen vollkommen anderem:

Frederik Pohl bloggt!

Pohl ist der Vater (Oder Großvater? Immerhin ist er Jahrgang 1919.) des intelligenten, satirischen S-F-Romans. Er wurde mehrfach mit dem Hugo- und Nebula-Award ausgezeichnet.

„Pohl ist seit über 50 Jahren einer der bedeutendsten SF-Autoren und passt Stil und Themen der jeweiligen Zeit an.“ (David Pringle: Das ultimative Science-Fiction-Lexikon, 1996)

Meine erste Begegnung mit Pohls Werk war „Der lautlose Krieg“ (The cool war, 1979); eine brüllend komische Satire über die 2020 an Energienot leitende Welt und einem Reverend der Unitarier-Kirche, der plötzlich im Fadenkreuz von Geheimdiensten und Untergrundorganisationen steht und mit einer wichtigen Mission, von der er nichts versteht, betraut wird.

Alles weitere über Frederik Pohl könnt ihr auf seiner Homepage, Wikipedia, Phantastik-Couch, und, für den schnellen Überblick über sein umfangreiches Werk, Fantastic Fiction nachlesen.

(Dank an James Reasoner für den Hinweis.)


Die Dily-Nominierungen 2009

Januar 21, 2009

Die Independent Mystery Booksellers Associations (IMBA) hat ihre diesjährigen Nominierungen für den Dily Award bekannt gegeben. Der Preis wird an den Kriminalroman vergeben, den die amerikanischen Krimibuchhändler letztes Jahr am liebsten verkauft haben. Nominiert wurden

Trigger City, von Sean Chercover (Morrow)

The Victoria Vanishes, von Christopher Fowler (Bantam)

Silent in the Sanctuary, von Deanna Raybourn (MIRA)

Child 44, von Tom Rob Smith (Grand Central)

The Dawn Patrol, von Don Winslow (Knopf)

Der Gewinner wird während der Anfang März auf Hawaii stattfindenden Left Coast Crime Convention verliehen.

Sean Chercover hat bereits für seinen Debütroman „Big Citc, Bad Blood“ viel Lob erhalten. Sein zweiter Privatdetektivroman „Trigger City“ soll sogar noch besser sein. Tom Rob Smiths „Child 44“ (Kind 44) wurde auch bei uns abgefeiert. Don Winslows „The Dawn Patrol“ erscheint demnächst bei Suhrkamp als „Pacific Private“. Christopher Fowler schafft es nicht mehr auf den deutschen Markt. Deanna Raybourn ist hier noch gänzlich unbekannt. Ihr Debüt „Silent in the Grave“ wurde für den Agatha Award nominiert und dürfte deshalb für meinen Geschmack zu cozy sein.


Deutscher Krimi Preis 2009 verliehen

Januar 19, 2009

Eine Jury aus Kritikern und Krimibuchhändlern hat den diesjährigen Deutschen Krimipreis (Eingeweihte sagen DKP) an diese Herren vergeben:

National

1. Platz: Linus Reichlin: Die Sehnsucht der Atome

2. Platz: Bernhard Jaumann: Die Augen der Medusa

3. Platz: Heinrich Steinfest: Mariaschwarz

International

1. Platz: Richard Stark: Fragen Sie den Papagei (Original: Ask the Parrot) Deutsch von Dirk van Gunsteren

2. Platz: Jerome Charyn: Citizen Sidel (Original: Citizen Sidel) Deutsch von Jürgen Bürger

3. Platz: Deon Meyer: Weißer Schatten (Original: Onsigbaar / Blood Safari) Deutsch von Ulrich Hoffmann

Herzlichen Glückwunsch an die Gewinner!

Krimiblogger Ludger Menke hat einige Worte zum Preis geschrieben (die Edgar-Nominierten ausführlich vorgestellt und befindet sich gerade in einer Poe-Manie).

Da kann ich nur noch sagen, dass ich keinen der nationalen Preisträger gelesen habe und auch nicht besonders viel Lust verspüre, das zu ändern. Denn keiner der drei Jungs scheint meinen Geschmack auch nur halbwegs zu treffen.

Aber das mit dem „Papagei“ auf dem ersten Platz International, das geht in Ordnung.


„Yakuza“-Abend in Berlin

Januar 19, 2009

Am kommenden Donnerstag, den 22. Januar, um 19.00 Uhr präsentiert der Alexander Verlag im Japanisch-Deutschen Zentrum Berlin (Saargemünder Straße 2, 14195 Berlin, U 1/Oskar-Helene-Heim) eine Schwertkampfvorführung der Ersten Deutschen Kendo Gesellschaft (Hoffentlich ohne Publikumsbeteiligung) und den grandiosen Thriller „Yakuza“ (USA 1974) von Sydney Pollack.

In „Yakuza“ soll Privatdetektiv Harry Kilmer die von Yakuzas entführte Tochter eines alten Freundes befreien. Er fährt nach Japan und sucht mit einem Ex-Yakuza, der in seiner Schuld steht, die Entführer. Gemeinsam geraten sie in eine blutige Auseinandersetzung.

Der Spielfilm ist ein sträflich unterschätzter, weil kaum bekannter Thriller. Die DVD wurde erst 2007 veröffentlicht und im Fernsehen läuft er nur alle Jubeljahre.

Der Anlass ist die Wiederveröffentlichung von Leonard Schraders Roman „Der Yakuza“ (The Yakuza, 1974). Schrader hatte die Idee. Sein Bruder Paul Schrader und Robert Towne schrieben das Drehbuch. Pollack verfilmte es mit Robert Mitchum und Ken Takakura in den Hauptrollen. Leonard Schrader schrieb anschließend das Buch zum Film, das mehr als ein in Prosa umgeschriebenes Drehbuch ist.

Und das Beste: Eintritt frei!

Der Roman zum Abend

Leonard Schrader: Der Yakuza

(übersetzt von Jürgen Bürger)

Alexander Verlag, 2008

344 Seiten

14,90 Euro


Die Edgar-Nominierungen 2009

Januar 18, 2009

Die Mystery Writers of America hat diese Werke für die diesjährigen Edgar Allan Poe Awards nominiert. Die Preisverleihung ist am 30. April im Grand Hyatt Hotel, New York.

BEST NOVEL

Missing by Karin Alvtegen (Felony & Mayhem Press)

Blue Heaven (Stumme Zeugen) von C.J. Box (St. Martin’s Minotaur)

Sins of the Assassin von Robert Ferrigno (Simon & Schuster – Scribner)

The Price of Blood von Declan Hughes (HarperCollins – William Morrow)

The Night Following von Morag Joss (Random House – Delacorte Press)

Curse of the Spellmans von Lisa Lutz (Simon & Schuster)

BEST FIRST NOVEL BY AN AMERICAN AUTHOR

The Kind One von Tom Epperson (Five Star, div of Cengage)

Sweetsmoke von David Fuller (Hyperion)

The Foreigner von Francie Lin (Picador)

Calumet City von Charlie Newton (Simon & Schuster – Touchstone)

A Cure for Night von Justin Peacock (Random House – Doubleday)

BEST PAPERBACK ORIGINAL

The Prince of Bagram von Alex Carr (Random House Trade)

Money Shot (Hardcore angel) von Christa Faust (Hard Case Crime)

Enemy Combatant von Ed Gaffney (Random House – Dell)

China Lake von Meg Gardiner (New American Library – Obsidian Mysteries)

The Cold Spot von Tom Piccirilli (Random House – Bantam)

BEST FACT CRIME

For The Thrill of It: Leopold, Loeb and the Murder that Shocked Chicago von Simon Baatz (HarperCollins)

American Lightning: Terror, Mystery, the Birth of Hollywood, and the Crime of the Century von Howard Blum (Crown Publishers)

Havana Nocturne: How the Mob Owned Cuba and Then Lost It To The Revolution von T.J. English (HarperCollins – William Morrow)

The Man Who Made Vermeers: Unvarnishing the Legend of Master Forger Hans van Meegeren von Jonathan Lopez (Harcourt)

The Suspicions of Mr. Whicher von Kate Summerscale (Walker & Company)

BEST CRITICAL/BIOGRAPHICAL

African American Mystery Writers: A Historical and Thematic Study von Frankie Y. Bailey (McFarland & Company)

Hard-Boiled Sentimentality: The Secret History of American Crime Stories von Leonard Cassuto (Columbia University Press)

Scene of the Crime: The Importance of Place in Crime and Mystery Fiction von David Geherin (McFarland & Company)

The Rise of True Crime von Jean Murley (Greenwood Publishing – Praeger)

Edgar Allan Poe: An Illustrated Companion to His Tell-Tale Stories von Dr. Harry Lee Poe (Sterling Publishing – Metro Books)

BEST SHORT STORY

„A Sleep Not Unlike Death“ – Hardcore Hardboiled von Sean Chercover (Kensington Publishing)

„Skin and Bones“ – Alfred Hitchcock Mystery Magazine von David Edgerley Gates (Dell Magazines)

„Scratch a Woman“ – Hardly Knew Her von Laura Lippman (HarperCollins – William Morrow)

„La Vie en Rose“ – Paris Noir von Dominique Mainard (Akashic Books

„Skinhead Central“ – The Blue Religion von T. Jefferson Parker (Hachette Book Group – Little, Brown and Company)

BEST JUVENILE

The Postcard von Tony Abbott (Little, Brown Books for Young Readers)

Enigma: A Magical Mystery von Graeme Base (Abrams Books for Young Readers)

Eleven von Patricia Reilly Giff (Random House Children’s Books – Wendy Lamb Books)

The Witches of Dredmoore Hollow von Riford McKenzie (Marshall Cavendish Children’s Books)

Cemetary Street von Brenda Seabrooke (Holiday House)

BEST YOUNG ADULT

Bog Child von Siobhan Dowd (Random House Children’s Books – David Fickling Books)

The Big Splash von Jack D. Ferraiolo (Harry N. Abrams Books – Amulet Books)

Paper Towns von John Green

(Penguin Young Readers Group – Dutton Children’s Books)

Getting the Girl von Susan Juby (HarperCollins Children’s Books – HarperTeen)

Torn to Pieces von Margot McDonnell

(Random House Children’s Books – Delacorte Books for Young Readers)

BEST PLAY

The Ballad of Emmett Till von Ifa Bayeza (Goodman Theatre, Chicago, IL)

Dr. Jekyll and Mr. Hyde adaptiert von Jeffrey Hatcher, basierend auf der Geschichte von Robert Lewis Stevenson (Arizona Theatre Company)

Cell von Judy Klass (International Mystery Writers’ Festival)

BEST TELEVISION EPISODE TELEPLAY

“Streetwise” – Law & Order: SVU, Drehbuch von Paul Grellong (Wolf Films/NBC Universal)

“Prayer of the Bone” – Wire in the Blood, Drehbuch von Patrick Harbinson (BBC America)

“Signature” – Law & Order: SVU, Drehbuch von Judith McCreary (Wolf Films/NBC Universal)

“You May Now Kill the Bride” – CSI: Miami, Drehbuch von Barry O’Brien (CBS)

“Burn Card” – Law & Order, Drehbuch von David Wilcox (Wolf Films/NBC Universal)

BEST MOTION PICTURE SCREENPLAY

The Bank Job, Drehbuch von Dick Clement & Ian La Frenais (Lionsgate)

Burn After Reading, Drehbuch von Joel Coen & Ethan Coen (Focus Features)

In Bruges (Brügge sehen…und sterben?), Drehbuch von Martin McDonagh (Focus Features)

Tell No One (Kein Sterbenswort), Drehbuch von Guillaume Canet and Philippe Lefebvre, basierend auf dem Roman von Harlan Coben (Music Box Films)

Transsiberian, Drehbuch von Brad Anderson & Will Conroy (First Look International)

ROBERT L. FISH MEMORIAL AWARD

„Buckner’s Error“ – Queens Noir von Joseph Guglielmelli (Akashic Books)

GRAND MASTER

James Lee Burke

Sue Grafton

RAVEN AWARDS

Edgar Allan Poe Society, Baltimore, Maryland

Poe House, Baltimore, Maryland

THE SIMON & SCHUSTER – MARY HIGGINS CLARK AWARD

Sacrifice von S.J. Bolton (St. Martin’s Minotaur)

The Killer’s Wife von Bill Floyd (St. Martin’s Minotaur)

Stalking Susan von Julie Kramer (Random House – Doubleday)

A Song for You von Betsy Thornton (St. Martin’s Minotaur)

The Fault Tree von Louise Ure (St. Martin’s Minotaur)

Einen herzlichen Glückwunsch an alle Nominierten!


„In the electric mist“ auf der Berlinale

Januar 16, 2009

Bertrand Taverniers James-Lee-Burke-Verfilmung „In the electric mist“ (mit Tommy Lee Jones in der Hauptrolle) läuft als Weltpremiere auf der Berlinale im Wettbewerb. Nachdem der Film in den USA direkt auf DVD erscheint, hat er danach in Deutschland noch eine minimale Chance auf eine Kinoauswertung.

Alle weiteren Infos zur Berlinale gibt es hier.

Weitere Infos über den Film entweder über die Suchen-Funktion oder auf der Homepage von James Lee Burke (dort gibt es auch einige Bilder vom Dreh).

Und jetzt gibt es einige Ausschnitte aus dem Film:


Umfangreiche Drehbuchsammlung bei Geek Portal

Januar 15, 2009

Das Geek Portal hat eine sehr umfangreiche Sammlung von Drehbüchern, die oft nicht auf anderen, bekannten Drehbuchseiten online sind. Dazu gehören unter anderem „Appaloosa“ (der Western von Ed Harris nach dem Roman von Robert B. Parker), „Body of Lies“ (von William Monahan, verfilmt von Ridley Scott, mit Leonardo DiCaprio und Russell Crowe), „Gran Torino“ (von Nick Schenk, verfilmt von Clint Eastwood), „James Bond of the Secret Service“ (ein 1976 entstandenes Drehbuch von Len Deighton, Sean Connery und Kevin McClory; – davon hatte ich bis jetzt nichts gewusst, aber hiernach müsste es echt sein), „Kiss, kiss, bang, bang“ (von Shane Black), „Indiana Jones and the City of the Gods“ (von Frank Darabont), „Indiana Jones IV“ (von Chris Columbus, von 1995), „Indiana Jones and the Saucer Men from Mars“ (von Jeb Stuart, ebenfalls von 1995), „Public Enemies“ (von Ronan Bennett; Michael Mann verfilmt es gerade), „Righteous Kill“ (von Russell Gerwitz, verfilmt mit Al Pacino und Robert De Niro), „Shutter Island“ (von Laeta Kalogridis, die Dennis-Lehane-Verfilmung von Martin Scorsese),“The Killer inside me“ (von Andrew Dominik, wird gerade von Michael Winterbottom mit Casey Affleck verfilmt und basiert auf dem Roman von Jim Thompson), „The Taking of Pelham One Two Three“ (von David Koepp, das Drehbuch für das jüngste Remake von John Godeys Roman), „Valkyrie“ (von Christopher McQuarrie und Nathan Alexander) und „Slumdog Millionaire“.

Ein Klick lohnt sich also.

Nachtrag (23. Januar 2009): Kaum habe ich die Seite entdeckt, werden die Drehbücher, weil sie zuviel Speicherplatz benötigen, auch schon entfernt.  Daher funktionieren die Links nicht mehr.

Aber die gute Nachricht ist, dass alle  Drehbücher (fast 800) hier downloadbar sind:

#-A        http://www.mediafire.com/?fm5oehgyzlm
A-B        http://www.mediafire.com/?24dztyyltuz
B-C        http://www.mediafire.com/?mnyf4mfq1w3
D        http://www.mediafire.com/?wmk2wznx1wj
E-F        http://www.mediafire.com/?qawnozjz4l0
F-G        http://www.mediafire.com/?zl1dgdmj1mm
G-H        http://www.mediafire.com/?4jwiizdyhjt
I-J        http://www.mediafire.com/?ynly0fbzdhe
K-L        http://www.mediafire.com/?1mtyjydttnj
M-N        http://www.mediafire.com/?ztdioynn1hy
O-P        ; http://www.mediafire.com/?5m1jtkw3mgg
R-S        http://www.mediafire.com/?2vaanwixdgm
S        http://www.mediafire.com/?5zjytjmjjxz
T – Part I    http://www.mediafire.com/?yymnndtdey2
T – Part II    http://www.mediafire.com/?tlrm3lzdozy
T – Part III    http://www.mediafire.com/?wzwtn4wlowm
U-V        http://www.mediafire.com/?n5nmmzfmmol
W-Z        http://www.mediafire.com/?ymvvijxwytu


Kleinkram

Januar 14, 2009

Der diesjährige Cartier Diamand Dagger der CWA geht an Andrew Taylor.

Crime Fiction Dossier legt eine Pause ein. Hoffentlich nicht für immer.

Der Noir of the Week ist „Jenseits allen Zweifels“ (Beyond a reosanable doubt, USA 1956). Der Noir war der letzte Hollywood-Film von Fritz Lang. Danach kehrte er nach Deutschland zurück und drehte „Der Tiger von Eschnapur/Das indische Grabmal“ und „Die 1000 Augen des Dr. Mabuse“.

Die „Zeit“ hat endlich Dominik Grafs Text über das Fernsehen und die derzeitige Qualitätsdebatte online gestellt:

Es liegt also vielleicht auch am Regisseur, ob aus einem Mehrteiler fürs Fernsehen etwas ebenso Grandioses werden kann wie aus dem dazugehörigen Kinofilm – oder umgekehrt. (…)

Aber wenn tatsächlich so viele dieser Event-Movies – ob beim Publikum erfolgreich oder nicht – künstlerisch schiefliegen, wie zurzeit scharf angemerkt, dann trägt dafür sicher nicht nur der Fernsehpartner die führende Verantwortung. Dann liegt es auch an uns, an den Machern.

Die  LA Times schreibt über das Ende der traditionellen Zielgruppe der 18- bis 49-jährigen. Denn:

Yet there are growing signs that network TV is moving away from its relentless focus on demos — and that could have a huge influence on future programming. There’s a growing sense in the industry that the 18-to-49 category’s importance to marketers may be wildly overblown. (…)

Also, Moonves adds, „a 50-year-old today is different than a 50-year-old 25 years ago. The life expectancy is longer; the boomers are doing more in their 50s, they’re experiencing more. It’s a very different generation.“ (…)

Liguori acknowledges, however, that the science of audience measurement is changing rapidly, especially because of DVRs, which have made the process of assessing a show’s performance much longer and more complicated. Days or weeks now pass before executives even know how many viewers played a program back after its initial airing.

Im Rap Sheet schreiben zahlreiche Kollegen und Kritiker über Donald E. Westlake. Im ersten Teil unter anderem Charles Ardai, Cornelia Read, Jeremiah Healy, Robert Ferrigno, Peter Robinson, Joseph Wambaugh, Joe R. Lansdale, Jason Starr, Thomas Perry, James Sallis und Cameron Hughes. Im zweiten Teil unter anderem Laura Lippman, Ken Bruen, Tom Picirilli, Joseph Finder, Christopher G. Moore, Ed Gorman, Colin Cotterill, Robert J. Randisi, James Grady und Harlan Coben. Der Nachtrag ist von Max Allan Collins.


WGA gibt Nominierungen bekannt

Januar 9, 2009

Die Drehbuchautorenvereinigung „Writers Guild of America“ (WGA) hat die Nominierungen für das beste Drehbuch in einer unüberschaubaren Zahl von Kategorien bekannt gegeben. Die wichtigsten Kategorien sind:

ORIGINAL SCREENPLAY

Burn After Reading, Written by Joel Coen & Ethan Coen, Focus Features

Milk, Written by Dustin Lance Black, Focus Features

Vicky Cristina Barcelona, Written by Woody Allen, The Weinstein Company

The Visitor, Written by Tom McCarthy, Overture Films

The Wrestler, Written by Robert Siegel, Fox Searchlight Pictures

ADAPTED SCREENPLAY

The Curious Case of Benjamin Button, Screenplay by Eric Roth; Screen Story by Eric Roth and Robin Swicord; Based on the Short Story by F. Scott Fitzgerald, Paramount Pictures and Warner Bros. Pictures

The Dark Knight, Screenplay by Jonathan Nolan and Christopher Nolan; Story by Christopher Nolan & David S. Goyer; Based on Characters Appearing in Comic Books Published by DC Comics; Batman Created by Bob Kane, Warner Bros. Pictures

Doubt, Screenplay by John Patrick Shanley, Based on his Stage Play, Miramax Films

Frost/Nixon, Screenplay by Peter Morgan, Based on his Stage Play, Universal Pictures

Slumdog Millionaire, Screenplay by Simon Beaufoy, Based on the Novel Q and A by Vikas Swarup, Fox Searchlight Pictures

TELEVISION NOMINEES

DRAMATIC SERIES

Dexter, Written by Scott Buck, Daniel Cerone, Charles H. Eglee, Adam E. Fierro, Lauren Gussis, Clyde Phillips, Scott Reynolds, Melissa Rosenberg, Tim Schlattmann; Showtime

Friday Night Lights, Written by Bridget Carpenter, Kerry Ehrin, Brent Fletcher, Jason Gavin, Carter Harris, Elizabeth Heldens, David Hudgins, Jason Katims, Patrick Massett, Aaron Rahsaan Thomas, John Zinman; NBC

Lost, Written by Carlton Cuse, Drew Goddard, Adam Horowitz, Christina M. Kim, Edward Kitsis, Damon L. Lindelof, Greggory Nations, Kyle Pennington, Elizabeth Sarnoff, Brian K. Vaughan; ABC

Mad Men, Written by Lisa Albert, Jane Anderson, Rick Cleveland, Kater Gordon, David Isaacs, Andre Jacquemetton, Maria Jacquemetton, Marti Noxon, Robin Veith, Matthew Weiner; AMC

The Wire, Written by Ed Burns, Chris Collins, David Mills, David Simon, William F. Zorzi, Richard Price, Dennis Lehane, George Pelecanos; HBO

EPISODIC DRAMA – any length – one airing time

“Don’t Ever Change” (House), Written by Doris Egan & Leonard Dick; Fox

“Double Booked” (Burn Notice), Written by Craig O’Neill & Jason Tracey; USA

“Gray Matter” (Breaking Bad), Written by Patty Lin; AMC

“Pilot” (Breaking Bad), Written by Vince Gilligan; AMC

“Pilot” (Eli Stone), Written by Greg Berlanti & Marc Guggenheim; ABC

“There’s Something About Harry” (Dexter), Written by Scott Reynolds; Showtime

LONG FORM – ADAPTATION – over one hour – one or two parts, one or two airing times

Generation Kill, “Episode 6,” Teleplay by Ed Burns, Story by David Simon & Ed Burns, Based on the book by Evan Wright; “Episode 7,” Teleplay by David Simon, Story by David Simon & Ed Burns, Based on the book by Evan Wright; HBO

John Adams, “Episode 1, Join or Die,” Teleplay by Kirk Ellis, Based on the book by David McCullough; “Episode 2, Independence,” Teleplay by Kirk Ellis, Based on the book by David McCullough; HBO

NEW SERIES

Breaking Bad, Written by Vince Gilligan, Peter Gould, Patty Lin, George Mastras, J Roberts; AMC

Fringe, Written by JJ Abrams, Jason Cahill, Julia Cho, David H. Goodman, Felicia Henderson, Brad Caleb Kane, Alex Kurtzman, Darin Morgan, J.R. Orci, Roberto Orci, Jeff Pinkner, Zack Whedon; Fox

In Treatment, Written by Rodrigo Garcia, Bryan Goluboff, Davey Holmes, William Meritt Johnson, Amy Lippman, Sarah Treem; HBO

Life on Mars, Written by Josh Appelbaum, Andre Nemec, Scott Rosenberg, Becky Hartman Edwards, David Wilcox, Adele Lim, Bryan Oh, Tracy McMillan, Sonny Postiglione, Phil M. Rosenberg, Meredith Averill; ABC

True Blood, Written by Alan Ball, Brian Buckner, Raelle Tucker, Alexander Woo, Nancy Oliver, Chris Offutt; HBO

Die vollständige Liste gibt es hier. Die Preisverleihung ist am Samstag, den 7. Februar 2009 in Los Angeles.

Viele Drehbücher, vor allem von den Spielfilmen, gibt es  online. Einfach die „Suchen“-Funktion der Kriminalakte benutzen und Sie kommen direkt zu den meisten Drehbüchern. Ansonsten bietet Simply Scripts einen guten Einstieg.

WGA-Bonushinweis: Ein Interview mit Eric Roth über sein Drehbuch „Der seltsame Fall des Benjamin Button“ (The Curios Case of Benjamin Button). David Fincher verfilmte die Novelle von F. Scott Fitzgerald mit Brad Pitt und Cate Blanchett. Deutscher Kinostart ist der 29. Januar 2009.


Hard-Case-Crime-Macher Charles Ardai redet

Januar 8, 2009

Hard-Case-Crime-Macher Charles Ardai beantwortet in einem langem Interview die Fragen von Scott D. Parker. So nennt er die ersten Bücher, die ihn zu einem Krimifan machten:

When I read Lawrence Block’s SUCH MEN ARE DANGEROUS, it chilled me to the bone. It was perhaps the first crime novel that made me fully aware of the potential of writing a book in which the nominal bad guy gets away with his crimes. No one has ever crept into the heads of criminals and made them sympathetic the way Block has. I also remember being blown away by James M. Cain’s THE POSTMAN ALWAYS RINGS TWICE (heart-stopping) and by Raymond Chandler’s THE BIG SLEEP (heartbreaking). Then there was Bernard Malamud’s THE ASSISTANT, which floored me. Reading masterpieces like those four woke me up to just how powerful a crime story could be.

Und über Christa Faust (Hardcore Angel/Money Shot) sagt er:

There’s been a lot of talk about how Christa was our first female author, and that’s true, and I’m proud of her for breaking this barrier, but the truth is that things would have played out exactly the same regardless of her gender. If I’d seen the same post on a male author’s blog I’d have sent him a note just the same, and if he’d sent in the manuscript of MONEY SHOT I’d have bought it just the same. I probably wouldn’t have been able to get a sexy photo of him into Penthouse magazine when the time came to do PR for the book the way I did with Christa, but in terms of the book itself, the only question was quality of writing, not configuration of genitalia.

Ardai spricht auch über Donald E. Westlake. Aber ausführlicher schreibt Charles Ardai hier über ihn:

People love his books and can’t get enough of them. I am one of those people. It breaks my heart that after one more book coming this summer I’ll never get to read a new Donald Westlake novel. I’d settle for a new short story. Hell, I’d settle for an email. Don wrote great emails.


Kleinkram

Januar 8, 2009

Bei Raindance gibt es einige Drehbücher zu aktuellen Filmen:

Mike Johnson: Sherlock Holmes (Fassung vom 14. März 2008 – der neue Film von Guy Ritchie mit Robert Downey jr. in der Hauptrolle soll wohl ein Bourne-lastiges Update werden. The Playlist bespricht das Drehbuch.)

Melissa Rosenberg: Twilight (Fassung vom 11. Februar 2008 – die Verfilmung des Jugendbestsellers von Stephenie Meyer über einen verliebten jungen Vampir  startet als „Twilight – Biss zum Morgengrauen“ am 15. Januar in Deutschland.)

Ethan Reiff/Cyrus Voris: Nottingham (Fassung vom 13. November 2006 – Ridley Scott verfilmt das Buch mit Russell Crowe als Robin Hood und Sienna Miller als Maid Marion.)

Ricky Gervais/Matthew Robinson: This Side of the Truth (Fassung vom 8. Juni 2007 – ist natürlich eine Komödie, die noch dieses Jahr ins Kino kommen soll.)

Jonathan Nolan/Christopher Nolan: The Dark Knight

Die Januar-Ausgabe der Krimi-Couch ist online.

„Lesen!“ von und mit Elke Heidenreich gibt’s jetzt im Internet und die zweite Folge ist doch ziemlich gruselig. Die altdeutsche Kneipe (vielleicht ein Szeneschuppen), die Tanne, die störend ins Bild gestellten Biere und die ständige Aufforderung, einen kräftigen Schluck Bier zu trinken.

Niveau sieht anders aus. Zum Beispiel so.

Der Noir of the Week ist „Der eiskalte Engel“.