R. i. P. Pat Hingle

Januar 6, 2009

R. i. P. Pat Hingle (19. Juli 1924 – 3. Januar 2008)

Hoffentlich geht das nicht so weiter. Hollywood-Schauspieler Pat Hingle starb am Samstagsabend in seinem Haus in Carolina Beach. Er hatte Blutkrebs.

Hingle ist vor allem als Nebendarsteller aus zahlreichen Filmen und TV-Serien bekannt. Seinen ersten, ungenannten Auftritt hatte er in „Die Faust im Nacken“. Marlon Brando traf er wieder in „Der häßliche Amerikaner“. Hingle spielte in „Hängt ihn höher“, „Bloody Mama“, „Die Supercops – Zwei irre Hunde“, „Der Mann, der niemals aufgibt“, „Dirty Harry kommt zurück“ (sein dritter Spielfilm mit Clint Eastwood), „Der Falke und der Schneemann“, „Rhea M. – Es begann ohne Warnung“ (das Regiedebüt von Stephen King), „The Grifters“ (Donald Westlake schrieb das Drehbuch), „Batman“, „Batmans Rückkehr“, „Batman Forever“ und „Batman & Robin“ (immer als Commissioner James Gordon) und „Shaft – Noch Fragen?“ mit. Sein letzter Film „Undoing Time“ hat noch keinen deutschen Starttermin.

Nachrufe gibt es bei Ain’t it cool, L. A. Times, Times Online und der New York Times.


Kleinkram aus der Welt des Films und der Literatur

Januar 2, 2009

Das klingt nicht gut: die James-Lee-Burke-Verfilmung „In the electric mist“ von Bertrand Tavernier mit Tommy Lee Jones als Dave Robicheaux wird in den USA Ende März gleich auf DVD veröffentlicht. Wann und ob es eine deutsche Veröffentlichung gibt, ist noch unklar.

Die ersten drei Kommentare in der IMDB zum Film sind erschreckend tief im roten Bereich. Aber bei der Besetzung will ich einfach nicht glauben, dass der Film das dort beschriebene komplette Desaster ist.

Bei Frank Millers Verfilmung von Will Eisner’s The Spirit glaube ich es allerdings. Nach Rotten Tomatoes finden die meisten Kritiker den Film sehr schlecht, weil außer der „Sin City“-Optik an dem Werk wohl nichts stimmt. In nackten Zahlen: Frischgrad: 16 Prozent (70 mal Daumen runter, 13 mal Daumen rauf ) .

The Hitchcock Papers heißt ein neuer Blog von John Greco (Twenty Four Frames) über den titelgebenden Regisseur. Bis jetzt gibt es einige Texte, Hinweise auf Dokus und Trailer, Plakate und viele Bilder. Ein Blick lohnt sich.

Die Best-of-2008-Liste des January Magazines gibt es als Zweiteiler. Im ersten Teil treten C. J. Box, Michael Connelly, Robert Crais, Tom Rob Smith, Don Winslow, Michael Koryta und Stieg Larsson auf.  Im zweiten Teil treten Lawrence Block, Nick Stone, Lee Child, Philip Kerr, Robert B. Parker, Duane Swierczynski (aka Duane Louis), James Lee Burke und ein Buch über Comics auf.

Weitere Listen gibt es im Crime Fiction Dossier. Kritiker (wie Ali Karim und Otto Penzler), Macher und Autoren (wie Thomas Perry, Jonathan Santlofer, Jon Land, Nick Stone, Robert Crais, David Morrell, Ken Bruen, Harlan Coben, George Pelecanos und Lawrence Block)  nennen ihre drei Lieblingsbücher 2008.

Die Januar-Ausgabe von The Big Thrill ist online. Dieses Mal wird unter anderem Thomas Perry porträtiert (er hat einen neuen Jane-Whitefield-Roman geschrieben) und Joseph Finder interviewt.


Taxifahren im Film

Dezember 29, 2008

Ist Ihnen schon aufgefallen, dass in einem Film der Fahrer selten fragt, wohin sein Fahrgast will (vielleicht Telepathie) und dass am Ziel der Fahrgast ihm ungefragt den passenden Betrag aushändigt?

Sie halten das für unrealistisch?

Dann kennen Sie die Kottan-Version vom Taxifahren noch nicht:


Wiederveröffentlichungen – Ein Trend?

Dezember 28, 2008

2008 wurden im Rückblick ungewöhnlich viele Kriminalromane, die lange nicht mehr erhältlich waren, wieder veröffentlicht; – teilweise in neuen Übersetzungen oder vom Autor überarbeitet und, manchmal, mit begleitenden Texten zum Werk und Autor.

Hier ist die, sicher unvollständige, Liste:

Lawrence Block: Abzocker

Robert Brack: Psychofieber

Pete Dexter: Paris Trout

Egon Eis: Duell im Dunkel

Frank Göhre: An einem heißen Sommertag

Uta-Maria Heim: Das Rattenprinzip

Emilie Heinrichs: Leibrenten (der erste Band der „Criminalbibliothek 1850 – 1933)

David Hewson: Epiphanias

Sam Jaun: Brandnacht

Dan Kavanagh: Duffy

-ky: Einer von uns beiden

Joe R. Lansdale: Der Gott der Klinge

Hugh Laurie: Bockmist

Hansjörg Martin: Kein Schnaps für Tamara

Rex Miller: Fettsack

Michael Molsner: Rote Messe

Helga Riedel: Einer muss tot

Irene Rodrian: Schlaf, Bübchen, Schlaf

Peter Robinson: Eine respektable Leiche

James Sallis: Deine Augen hat der Tod

Peter Schmidt: Die Regeln der Gewalt

Leonard Schrader: Der Yakuza

Ross Thomas: Teufels Küche

Ross Thomas: Am Rand der Welt

Friedhelm Werremeier: Taxi nach Leipzig

Donald E. Westlake: Mafiatod

Peter Zeindler: Feuerprobe


Fred Breinersdorfer erzählt

Dezember 28, 2008

Bei Stichwort Drehbuch gibt es einige längere Ausschnitte aus einem Gespräch mit Krimi- und Drehbuchautor Fred Breinersdorfer (Anwalt Abel und „Sophie Scholl – Die letzten Tage“). Er erzählt von seinem ersten eigenen Filmdreh, wie er dabei den Drehbuchautor verfluchte (also sich selbst), wie wichtig ein Drehbuch ist und wie die Sitten im Filmgeschäft sind.

Hörenswert!


KrimiWelt-Bestenliste Januar 2009

Dezember 27, 2008

Die Januar-Bestenliste der KrimiWelt dürfte, wegen der Feiertage, in Wirklichkeit eine Mitte-Dezember-Bestenliste sein. Jedenfalls hat das kollektive Votum der Kritiker diese Liste ermittelt:

1 (1) John le Carré: Marionetten

2 (3) Jerome Charyn: Citizen Sidel

3 (8) Kate Atkinson: Lebenslügen

4 (4) Jo Nesbø: Der Schneemann

5 (6) Ian Rankin: Ein Rest von Schuld

6 (-) Rudolf Lorenzen: Bad Walden

7 (-) Stefan Kiesbye: Nebenan ein Mädchen

8 (-) Pete Dexter: Paris Trout

8 (-) Natsuo Kirino: Teufelskind

9 (7) Fred Vargas/Baudoin: Das Zeichen des Widders


Neue Drehbücher: „Sex and the City“ & „RocknRolla“

Dezember 22, 2008

Na, das ist doch ein ausgewogenes Paket von Simply Scripts:

Für die Mädels: „Sex and the City“ (Drehbuch von Michael Patrick King – Hm.)

Für die Jungs:  „RocknRolla“ (Drehbuch und Regie: Guy Ritchie – Und im Gegensatz zu seinem letzten Film „Revolver“ soll der Gangsterfilm „RocknRolla“ ab dem 19. März 2009 auch in den deutschen Lichtspieltheatern gezeigt werden. Ansonsten dreht Madonnas Exmann jetzt eine moderne, also actionhaltige, Version von Sherlock Holmes.)


Neue Drehbücher von David Hare, Eric Roth und Courtney Hunt online

Dezember 17, 2008

Via Simply Scripts (dort gibt es eine Liste aller Drehbücher, die im Rennen um den Oscar und die anderen US-amerikanischen Filmpreise sind und von den Produktionsgesellschaften online gestellt wurden) habe ich von diesen Drehbüchern erfahren:

David Hare: The Reader (undated, unspecified draft script – Das ist das Drehbuch zur Verfilmung von Bernhard Schlinks Roman „Die Vorleserin“.  Regie führte Stephen Daldry.  Er inszenierte „Billy Elliot“ und „The Hours“. Ralph Fiennes, Kate Winslet, Jeanette Hain, David Kross und Susanne Lother übernahmen die Hauptrollen.  Der deutsche Kinostart ist Ende Februar 2009)

Eric Roth: The Curios Case of Benjamin Button (nach einer Kurzgeschichte von F. Scott Fitzgerald. Das ist der neue Film von David Fincher, mit Cate Blanchett, Julia Ormond, Elias Koteas, Tilda Swinton und Brad Pitt)

Courtney Hunt: Frozen River (undated, unspecified draft script – Courtney Hunt führte auch Regie bei ihrem vielfach nominiertem und ausgezeichnetem Debütfilm. „Frozen River“ erhielt unter anderem den Großen Preis der Jury des Sundance Film Festivals und den New York Film Critics Circle Award für das beste Debüt. Melissa Leo und Michael O’Keefe spielen in dem Drama über zwei Frauen, die an der amerikanisch-kanadischen Grenze in die Geschäfte von Schmugglern hineingezogen werden, mit.)

(Im Moment lässt sich das „Frozen River“-Drehbuch nicht öffnen. Aber über die Seite von Sony Classics kann auf dieses und andere Drehbücher zugegriffen werden.)

Außerdem gibt es die Black List 2008: „was compiled from the suggestions of over 250 film executives, each of whom contributed the names of up to ten of their favorite scripts that were written in, or are somehow uniquely associated with, 2008 and will not be released in theaters during this calendar year.“


Hinweise: Horst Tappert gestorben, Glauser-Abend in Berlin, Letzter Band der Fauser-Edition erscheint, Tipp: Deaver-Thriller über Datenschutz, „Für alle Fälle Fitz“-DVD, Amazon-Bestsellerliste

Dezember 16, 2008

R. i. P. Horst Tappert (26. Mai 1923 – 13. Dezember 2008)

Von 1974 bis 1998 war Horst Tappert Oberinspektor Stefan Derrick. Herbert Reinecker schrieb die 281 Folgen, das ZDF strahlte sie freitags aus, jeder Heranwachsende genoss seine Portion „Derrick“ (die Eltern erlaubten schon früh diese moralisch einwandfreie, weltfremde Stunde Mord und Totschlag) und zog später bessere Programme vor.

Vor „Derrick“ spielte Tappert in den erfolgreichen TV-Mehrteilern „Die Gentlemen bitten zur Kasse“ und „Das Halstuch“ mit. Zu seinen Kinofilmen gehören „Wir Wunderkinder“, der Jerry-Cotton-Film „Die Rechnung – eiskalt serviert“, und die Edgar-Wallace-Filme „Der Hund von Blackwood Castle“, „Der Gorilla von Soho“, „Der Mann mit dem Glasauge“ und, nicht zum offiziellen Kanon gehörend, „Der Teufel kam aus Akasawa“. Sein letzter „Auftritt“ war 2004 in dem gefloppten Zeichentrickfilm „Derrick – Die Pflicht ruft!“.

Nachrufe gibt es bei Bunte, Spiegel Online, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Frankfurter Rundschau, Süddeutsche Zeitung (von Willin Winkler), Tageszeitung und Die Welt.

Es hat schon etwas von einem Treffen der Giganten: Am 17. Dezember, um 20.00 Uhr reden Frank Göhre und Thomas Wörtche im Literaturforum des Brecht-Hauses (Chausseestraße 125, Berlin, zwischen den U-Bahnhöfen Zinnowitzer Straße und Oranienburger Tor) anlässlich des siebzigsten Todestages von Friedrich Glauser über den Erfinder von Wachtmeister Studer.

Frank Göhre veröffentlichte zuletzt den hochgelobten biographischen Roman „MO – Der Lebensweg des Friedrich Glauser“ und Krimiexperte Thomas Wörtche ist auch als Gründer der Krimireihe „metro“ im Unionsverlag (der auch das Gesamtwerk von Glauser veröffentlichte) bekannt.

Ergänzender Buchtipp: Der Schweizer Verlag „NIMBUS – Kunst und Bücher“ veröffentlichte vor wenigen Tagen „Pfützen schreien so laut ihr Licht – Gesammelte Gedichte“ und „Man kann sehr schön mit dir schweigen – Briefe an Elisabeth von Ruckteschell und die Asconer Freunde 1919 – 1932“ von Friedrich Glauser. Beides dürfte vor allem für die Hardcore-Fans sein.

Ebenfalls eher für die Hardcore-Fans ist der letzte Band der Jörg-Fauser-Edition im Alexander-Verlag. Denn dieser, so der Verlag, erscheint demnächst:

Nach langem und nun endlich beendetem Rechtsstreit, freuen wir uns, Ihnen mitteilen zu können, dass im Februar 2009 der letzte Band der Jörg-Fauser-Edition erscheinen wird.

Der Strand der Städte“ enthält alle journalistischen Arbeiten, die Jörg Fauser zwischen 1959 und 1987 publiziert hat; Essays, Kolumnen, Reportagen, von denen die meisten hier erstmals in Buchform erscheinen. Auf ca. 1600 Seiten „kann man den ganzen Fauser-Kosmos wieder finden“ (FAZ am Sonntag).

Im Juli 2009 veröffentlicht Diogenes eine Fauser-Werkausgabe in neun Bänden. Bitte beachten Sie, dass der im Zürcher Verlag erscheinende Essayband nur eine kleine Auswahl der journalistischen Arbeiten Fausers enthält.

Bei den zahlreichen Datenschutzskandalen der vergangenen Wochen (zuletzt hat es die Berliner Landesbank erwischt) und dem schnellen Handeln der Politik (Ein besseres Datenschutzgesetz ist auf dem Weg und nach einer äußerst knappen Übergangsfrist von drei Jahren – DREI JAHRE? Oh, Mann, das ist schnell.) will ich ein Buch für den weihnachtlichen Gabentisch empfehlen:

Jeffery Deaver: Lautloses Duell

(übersetzt von Gerald Jung)

Goldmann, 2009

512 Seiten

8,95 Euro

Originalausgabe

The Blue Nowhere

Simon & Schuster, 2001

In dem Thriller erzählt Deaver von dem Kampf zwischen einem Mörder, der sich in die Computer seiner Opfer einkackt einhackt (wegen der Jugendfreiheit), und einem inhaftiertem Computergenie, der ihn fangen soll.

Ein hochrangiger Datenschutzexperte hat mir vor wenigen Wochen das Buch empfohlen. Er sagte, es schildere die Gefahren des illegalen Hackens sehr genau und realistisch. Nachdem die Regierung als großes Projekt zum Schutz der Bürger die Online-Durchsuchung von Computern wollen, ist ein wenig Fachwissen empfehlenswert

Und jetzt will ich die nächste „Für alle Fälle Fitz“-DVD einschieben. Die grandiose Serie erschien vor wenigen Tagen vollständig in einer schön gestalteten Box. Auch sie ist ein gutes Weihnachtsgeschenk.

P. S.: Eher eine Nicht-Kaufen-Liste ist dagegen die Amazon-Krimibestsellerliste. Mir ist vollkommen schleierhaft, wie Charlotte Links „Die letzte Spur“ auf den ersten Platz kommen konnte (Hat die wirklich so viele Bücher verkauft?), warum Frank Schätzings „Der Schwarm“ immer noch auf dem 23. Platz ist und warum so wenige der üblichen Verdächtigen auf der Liste sind.

Immerhin hat es Hugh Laurie mit „Bockmist“, nach Sebastian Fitzeks „Der Seelenbrecher“, auf den dritten Platz (Irgendwie muss „Dr. House“ sich bei Amazon grandios verkaufen.) und Harlan Coben mit „Das Grab im Wald“ auf den 26. Platz geschafft.


Weitere Bücher für den Drehbuch-Oscar 2009 online

Dezember 10, 2008

Dank der kommenden Hollywood-Filmpreise, vor allem natürlich der Oscar, gibt es weitere Drehbücher von hochkarätigen Filmen online. Bei Simply Scripts sind sie alle aufgelistet. Für Krimifans am interessanten dürften diese sein:

Joel & Ethan Coen: Burn After Reading

Woody Allen: Vicky Cristina Barcelona (naja, ich bin halt ein Woody-Allen-Fan)

J. Michael Straczynski: Changeling (Regie: Clint Eastwood, Hauptrolle: Angelina Jolie)

Jonathan & Christopher Nolan: The Dark Knight

Zu den weiteren Drehbücher gehören der neue Leonardo-di-Caprio/Kate-Winslet-Film „Revolutionary Road“ (Drehbuch: Justine Haythe), „Milk“ (Drehbuch: Dustin Lance Black – über Harvey Milk), das hochkarätig besetzte, auf Tatsachen basierende Drama „Frost/Nixon“ (Drehbuch: Peter Morgan) und Mike Leighs „Happy-Go Lucky“.

Das Drehbuch on Nick Schenk zu dem anderen neuen Clint-Eastwood-Film „Gran Torino“ gibt es derzeit hier.


Kleinkram: Jason Starr schreibt, Dave Gibbons antwortet, Paul Laverty auch, ein Text über Chester Himes, einer über die „Tannöd“-Verfilmung und die Dezember-„Krimi-Couch“

Dezember 4, 2008

Jason Starr gastbloggte die vergangenen Tage bei The Rap Sheet über die Taschenbuchausgabe von „The Follower“ (deutscher Erscheinungstermin noch unklar), Buch-Trailer (mit zwei schönen Beispielen, vor allem zu seinem Buch), den Beginn der Dreharbeiten zu dem auf seiner Kurzgeschichte „The Bully“ basierendem Film, seine erste Graphic Novel „The Chill“ bei dem DC-Imprint Vertigo Crime (Ian Rankin schreibt dafür auch eine Geschichte) und am Ende bedankt er sich höflich.

I think that some of the best crime-writing being done right now can be found in comics. Writers such as Brian Azzarello, Ed Brubaker, Greg Rucka, and Brian Wood have been doing amazing work for years.

Dave Gibbons, „the Artist behind WATCHMEN“, beantwortet bei Tor einige Fragen. Kinogänger haben den vielversprechenden Watchmen-Trailer (dafür sind Trailer ja da) wahrscheinlich bereits genossen.

In der taz beantwortet Paul Laverty, der Drehbuchautor von „It’s a Free World“ und zalreichen weiteren Ken-Loach-Filmen, einige Fragen.

Michael A. Gonzales schreibt im Noirzine über Chester Himes.

In der Netzeitung gibt es eine dpa-Artikel über die „Tannöd“-Verfilmung.

Und die Dezember-Ausgabe der Krimi-Couch ist online; mit Ian Rankins „Ein Rest von Schuld“, John le Carrés „Marionetten“ und einigen weiteren Kapitalverbrechen. Gut, dass „Der blaue Hammer“ greifbar ist.


Kurzmeldungen: Shawn Ryan über „The Shield“, Alexandra Sokoloff über den dritten Akt, Andrea Maria Schenkel gewinnt einen Preis, Krimileser „Bernd“ über Verträge, Die Dezember-Ausgabe von The Big Thrill, Dreimal „Noir of the Week“

Dezember 2, 2008

Im A. V. Club spricht Shawn Ryan über das Ende der von ihm erfundenen Serie „The Shield“:

By the time we started filming the first episode of the final season, we had a pretty good idea where we were gonna go. Then we figured some other things out along the way, as we were filming. So it was a process. It evolved. But I always think it’s better to take your time and go through a lot of ideas—and dismiss a lot of ideas—before figuring out where to land. It’s a good way to care for your audience, too. If you spend hours and hours and days and weeks coming up with the ending, then there’s a chance the fans won’t figure it out on their own.

Er fasst die Entwicklung von sieben Staffeln „The Shield“ so zusammen:

The original central question still holds true, I guess: „What are you willing to accept, in terms of behavior, from the people who protect you?“ That was a very resonant question in 2002, when we were still in the shadow of 9/11. But I think as the series has gone on, the question has turned more inward, relating more to Vic and the other guys on the Strike Team in terms of, „What price do people pay for having bent the rules?“

Außerdem spricht er über „Nash Bridges“, seine Zukunftspläne (wozu auch eine Polizeiserie gehört, die James Ellroy schreibt und eine Privatdetektivserie) und seine Lieblingsserien.

Bei Murderati ist Alexandra Sokoloff bei den Elemten des dritten Aktes einer Geschichte angekommen:

The third act so often falls apart or disappoints, don’t you think? We all seem to be somewhat afraid of it – that is, unless it’s all there in our heads to begin with and we can just – “speed we to our climax”, as Shakespeare said.

But even then, a third act is a lot of pressure. (…)

The essence of a third act is the final showdown between protagonist and antagonist.

Sometimes that’s all there is to it – one final battle between the protagonist and antagonist. In which case some good revelatory twists are probably required.

Andrea Maria Schenkel hat für „Tannöd“ den schwedischen Krimipreis „Martin Beck Preis“ in der Kategorie „Internationaler Kriminalroman“ gewonnen. Der Name „Martin Beck“ – Uuh, muss ich euch das wirklich sagen?

Herzlichen Glückwunsch!

Der dritte Roman „Bunker“ von Andrea Maria Schenkel erscheint Ende Februar 2009. Er ist wieder ziemlich kurz und erzählt aus der Perspektive des Täters und des Opfers die Geschichte einer Geiselnahme.

Bernd hat einiges Lesenswerte zu Verträgen und Genreerwartungen geschrieben. Der Anlaß war meine Besprechung von Norbert Horsts „Sterbezeit“ und die Reaktion von Dieter darauf.

Die Tage werde ich noch ausführlicher schreiben, was mir neben dem Ende an dem Buch nicht gefallen hat. Und das ist einiges.

Die ziemlich dünne Dezember-Ausgabe von The Big Thril, dem Magazin der International Thriller Writers ist online. Es gibt einige Buchvorstellungen und Interviews mit Steve Berry, Stephen Coonts und Nick Stone.

Und es gibt die Möglichkeit für eine Person 150 signierte Thriller zu gewinnen.


Der Noir of the Week ist „Das verlorene Wochenende“ (The lost weekend, USA 1945, Regie: Billy Wilder, Drehbuch: Billy Wilder, Charles Bracket, mit Ray Milland, Jane Wyman). Filmhistoriker Bill Hare feiert den Film ab.

Davor wurden die Cornell-Woolrich-Verfilmungen „Angst in der Nacht“ (Fear in the night, USA 1947, Regie/Drehbuch: Maxwell Shane) und „Im Dunkel der Nacht“ (Nightmare, USA 1956, Regie/Drehbuch: Maxwell Shane) unter die Lupe genommen. Die literarische Vorlage war beide Male die Kurzgeschichte „Nightmare“, die Woolrich als William Irish veröffentlichte. Thomas C. Renzi, der Autor von „Cornell Woolrich from Pulp Noir to Film Noir“, schrieb die Besprechungen.


KrimiWelt-Bestenliste Dezember 2008

November 29, 2008

Mit sechs neuen Büchern gibt es auf der KrimiWelt-Bestenliste für den Dezember einiges zu entdecken:

1 (-) John le Carré: Marionetten

2 (2) Jean-François Vilar: Die Verschwundenen

3 (3) Jerome Charyn: Citizen Sidel

4 (-) Jo Nesbø: Der Schneemann

5 (-) José María Guelbenzu: Stört den Mörder nicht

6 (-) Ian Rankin: Ein Rest von Schuld

7 (10) Fred Vargas/Baudoin: Das Zeichen des Widders

8 (-) Kate Atkinson: Lebenslügen

9 (8) Bernhard Jaumann: Die Augen der Medusa

10 (-) George Pelecanos: Der Totengarten

Draußen sind unter anderem Allan Guthries „Post Mortem“ (schade, Besprechung kommende Woche), Norbert Horsts „Sterbezeit“ (nicht schade; – aber nachdem seine vorherigen Bücher, so meine Erinnerung, alle länger in der Liste waren, war das jetzt ein sehr kurzes Gastspiel) und Richard Starks „Fragen Sie den Papagei“ war ja lange genug drin. Von den Neueinstiegen kenne ich John le Carrés „Marionetten“ (nach einer langen Durststrecke endlich wieder ein lesenswerter le Carré; auch wenn die Geschichte ziemlich vorhersehbar ist), Ian Rankins „Ein Rest von Schuld“ (die grandiose Abschiedsvorstellung von Rebus; – jedenfalls vorläufig) und George Pelecanos’ „Der Totengarten“ (den ich, wie Rankin, bereits auf der November-Liste erwartet hatte).

In Klammer ist immer die Platzierung des Vormonats.


Bouchercon 2008: Ein Gespräch mit Lawrence Block

November 27, 2008

Während der diesjährigen Bouchercon unterhielt Hard-Case-Crime-Herausgeber Charles Ardai sich mit seinem Lieblingsautor Lawrence Block. Das einstündige Gespräch ist jetzt auch in guter Qualität bei YouTube vorhanden:

Unbedingt ansehen!


Kleinkram: Interview mit „24“-Macher Howard Gordon, New York Times Magazine über Film, „Gran Torino“-Drehbuch (demnächst) online, Neue Jim-Thompson-Verfilmung geplant, Dick Adlers 2008er-Listen, Grafton und Burke sind die neuen MWA-Grandmaster

November 24, 2008

Pünktlich zum zweistündigen, wie immer hochkarätig besetzten TV-Spielfilm „24: Redemption“ gibt es im IFMagazine ein langes, informatives Interview mit Executive Producer Howard Gordon, einem der kreativen Köpfe bei „24“ und Drehbuchautor für das Prequel zu der im Januar in den USA startenden siebten „24“-Staffel:

It’s tricky doing 24 hours. If you don’t hit it exactly right, it’s not like any other show where you can write it off and say “that was just a mediocre episode,” it has such implications downstream, you have to be a lot ahead or just get really lucky.

Über Jack Bauer sagt Gordon:

Jack reboots every year, but I think the cumulative toll of all the things he’s lost and all the things he’s done, it’s a collective judgement. Obviously last year was a particularly cruel one for Jack in the media. Abu Ghraib, and the conceits into that conduct, have come home to roost on the show. So the show is viewed through a different lens now. So not only has Jack lost so much, but the world is a different place when the show first launched. It makes him a far more complex, darker character than when he first started.

Und im dritten Teil des Interviews redet er dann auch über die siebte Staffel, die in Washington, D. C. spielt und einen alten Bekannten als Bösewicht hat.

Die „New York Times Magazine“-Ausgabe über das Filmgeschäft ist draußen. Es gibt ein Interview mit David Lynch, Artikel über Sitcoms, Werbung in der Post-TV-Welt, über die überall flimmernden Bildschirme und zwölf Autoren, Regisseure und Blogger schreiben über die bewegensten Momente in der Welt der bewegten Bilder.

„Gran Torino“, das Drehbuch von Nick Schenk zu dem neuen Clint-Eastwood-Film gibt es demnächst hier. Der Film erzählt anscheinend von einem Koreakriegsveteranen, der einen Nachbarjungen, der seinen 1972er Gran Torino klauen wollte, bessern möchte. Der Trailer sieht dagegen nach Dirty Harry in der Vorstadt aus. Mit Clint Eastwood als Regisseur und Hauptdarsteller dürfte es trotzdem ein guter Film sein.

Crimespree Cinema meldet, dass Casey Affleck (zuletzt die Lehane-Verfilmung „Gone, Baby, Gone“) die Hauptrolle in der Jim-Thompson-Verfilmung „The Killer inside me“ (Der Mörder in mir, 1952) spielt. Jessica Alba spielt auch mit. Robert Weinback und John Curran haben das Drehbuch geschrieben. Der Regisseur ist noch nicht bekannt, aber Michael Winterbottom ist im Gespräch. In wenigen Wochen soll der Dreh beginnen. Oh my Gore sagt, dass Andrew Dominik, Curran und Winterbottom die letzte Drehbuchfassung geschrieben hätten und dass auch Elias Koteas mitspielt. Aber auch Oh my Gore sagt nicht, ob der Film in den Fünfzigern spielt (unwahrscheinlich) oder die Geschichte in die Gegenwart (aus Budgetgründen wahrscheinlich) verlegt wurde.

„The Killer inside me“ ist eines von Jim Thompsons besten und wichtigsten Büchern. In ihm erzählt der nette Sheriff Lou Ford, wie er einige Menschen umbringt. Das war damals natürlich ziemlich schockierend. Ich bin jedenfalls skeptisch gespannt auf den Film.

Krimi-Kritiker Dick Adler hat nach seiner Liste der zehn besten Krimis des Jahres 2008 (unter anderem Michael Koryta: Envy the night, Tom Rob Smith: Child 44, Stieg Larssen: The Girl with the dragon tattoo, Sean Chercover: Trigger City, C. J. Box: Blue Heaven [Stumme Zeugen]) eine Liste der Bücher vorgelegt, die es fast auf die erste Liste geschafft hätten (unter anderem Edward Wright: Damnation Falls, Christa Faust: Money Shot [Hardcore Angel], Marcus Sakey: Good People, Deon Meyer: Devil’s Peak, Don Winslow: The Dawn Patrol).

Die Mystery Writers of America (MWA) haben die Grandmaster 2009 (weil die MWA auf ihrer Homepage die Meldung noch nicht online hat) bekannt gegeben. Richtig, „die“. Denn die Ehrung wird vergeben an

Sue Grafton (deren Privatdetektivin Kinsey Millhone buchstabiert das ABC durch. In ihrer Heimat ist sie bereits beim T; in Deutschland beim R und, wenn ich mich nicht verzählt habe, sind derzeit nur vier Romane erhältlich)

James Lee Burke (dessen Serienhelden Dave Robicheaux und Billy Bob Holland haben es mehr mit Louisiana (vor allem New Orleans und die nähere Umgebung), Texas und Montana (eher Gastspiele); auf Deutsch ist derzeit kein Buch von James Lee Burke erhältlich.)


Global Trends 2025 – Der Link zum Bericht

November 22, 2008

Ich versteh’s nicht. Da schreiben Spiegel Online und die Netzeitung über den neuen Bericht „Global Trends 2025 – A transformed World“ des US-amerikanischen National Intelligence Council und geben keinen Link zum Bericht an. Also, hier ist er.

Und hier einige Ergebnisse des Berichts, der amerikanischen Politikern bei ihren künftigen Entscheidungen helfen soll sind:

  • The whole international system—as constructed following WWII—will be revolutionized. Not only will new players—Brazil, Russia, India and China— have a seat at the international high table, they will bring new stakes and rules of the game.
  • The unprecedented transfer of wealth roughly from West to East now under way will continue for the foreseeable future.
  • Unprecedented economic growth, coupled with 1.5 billion more people, will put pressure on resources—particularly energy, food, and water—raising the specter of scarcities emerging as demand outstrips supply.
  • The potential for conflict will increase owing partly to political turbulence in parts of the greater Middle East.

One World Berlin – Die Eröffnung

November 21, 2008

„60 Jahre Erklärung der Menschenrechte“ ist ein Schwerpunkt des diesjährigen One World Berlin. Während der Eröffnung im vollen Arsenal wurden zwei Kurzfilme gezeigt, die während eines Wettbewerbs des Goethe-Instituts und der Stiftung Erinnerung Verantwortung Zukunft entstanden. In „Ein menschliches Anliegen“ (D 2007, R.: Barbara Falkner) wird sehr konzentriert, verknappt und etwas experimentell nachgezeichnet, wie es nach dem zweiten Weltkrieg zur Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte kam. Mir hat der Film gerade wegen seiner Klarheit und Fokussiertheit gefallen. Dass er dabei gleichzeitig sehr didaktisch wurde und bei der Darstellung der Gegenpositionen zu den Menschenrechten (historisch korrekt) Stereotypen des Westens bediente, nahm ich dafür hin. Viele Zuschauer sahen das allerdings anders und es gab schnell eine lebhafte Diskussion; und damit ist auch ein Ziel erreicht. Es wurde darüber diskutiert, ob das in dem Film gezeigte Bild der Menschenrechte überhaupt stimmt. Ob nicht gezeigt werden müsste, wo die Menschenrechte noch nicht verwirklicht sind; wo die USA gegen die Menschenrechte damals und heute verstößt.

Weniger Diskussion gab es dagegen über „Gewahrsam“ (USA 2007, R.: Michael Masarof). Er erzählte die fiktive Geschichte eines pakistanischstämmigem Durchschnittsamerikaners, der eines Tages vom Geheimdienst als Terrorist verhaftet wird. Masarof sagte anschließend, er verstünde seinen Film (auch) als Warnsignal. Im Arsenal, immerhin wurden mehrere Deutsche von US-Geheimdienstlern entführt und nach jahrelanger Haft freigelassen, wurde „Gewahrsam“ als Beschreibung der Wirklichkeit wahrgenommen.

Nach dem offiziellen Teil unterhielt ich mich länger mit Ulrich Gregor (der auch einen einführenden Vortrag über das Verhältnis von Kino zu Menschenrechten hielt), seiner Frau, Michael Masarof und Bartosz Paduch. Dessen Kurzfilm „Ohne Visum“ wird am Sonntag, um 17.00 Uhr, im Arsenal gezeigt.


Kleinkram: Compart über Bond, Script Tease, „Plan B“ im Angebot, One World Berlin

November 20, 2008

Martin Compart (der hat unter anderem die Dumont-Noir-Reihe und den „Sodom-Kontrakt“ verbrochen) hat bereits vor einigen Tagen bei Evolver einen schönen Artikel über Ian Fleming und James Bond geschrieben. Außerdem hat er den neuen Bond-Film „Ein Quatum Trost“ gesehen, äh, erlitten:

„Quantum of Solace“ ist bestenfalls als mißlungene Fußnote zu „Casino Royale“ zu sehen.

Die Begründung gibt’s bei Evolver.

Bleiben wir bei „schlechten Filmen“. Die Seite Script Tease widmet sich diesem, hm, Genre:

Welcome to Script Tease, your home for Cinema’s Lost Classics. Season your popcorn with gunpowder, pour yourself a glass of high-octane fuel (or blood if you prefer), grab a seat, and look around–we have movie posters, script pages, and more for your browsing pleasure.

Zum Beispiel diese Sammlung von Trailern. Zu dem neuesten „Black Roses“ sagen die Macher:

Script Tease salutes fine cinema everywhere . . . but we’re going to post this Black Roses trailer anyway.

Und dabei ist der Trailer und die Mucke so cool. Yeah, vor dieser Musik haben uns unsere Eltern immer gewarnt. Ohne Erfolg.

Film- und Theaterbücher macht ein Angebot, das man nicht ausschlagen kann. Jedenfalls wenn man zu den Unglücklichen gehört, die noch kein Exemplar des letzten, posthum erschienenen Romans „Plan B“ von Chester Himes haben. In ihrem letzten Auftritt kämpfen die Detectives Grave Digger Jones und Coffin Ed Johnson in Harlem gegen einen politischen Visionär, der einen Aufstand der Schwarzen in Harlem organisiert.

Denn der Verkäufer (Ich kenne ihn. Sie können ihn sich bei einem Klick auf sein Angebot denken. Und ich bekomme keine Prozente vom Verkauf.) konnte einige Exemplare aus einem Lager retten und bietet das Buch jetzt für einen (!) Euro bei Amazon an. Also: Zugreifen!

In wenigen Stunden startet das „One World Berlin“-Filmfestival. Es werden ein Haufen gute Dokumentarfilme gezeigt und auch die Humanistische Union (teilweise mit mir auf dem Podium) präsentiert einige Filme:

Chicago 10 – Speak Your Peace (Samstag, 22. November, 21.30 Uh, Kino Arsenal, Potsdamer Straße 2, 10785 Berlin)


Hinweise auf Drehbücher, eine Max-Allan-Collins-Verfilmung und Peter W. Jansen ist gestorben

November 17, 2008

Via Simply Scripts habe ich von einigen Drehbüchern zu neuen Filmen, die teilweise ins Rennen um den Drehbuch-Oscar geschickt werden, erfahren. Es sind:

Wall-E – Undated, unspecified draft script by Andrew Stanton & Jim Reardon (original story by Andrew Stanton & Pete Docter)

Eagle Eye – March 28, 2008 draft script by John Glenn and Travis Wright, J. R. Orci, Alex Kurtzman and Roberto Orci, J. J. Abrams current revisions by Hillary Seitz

The Dark Knight – undated, unspecified draft script by Jonathan Nolan & Christopher Nolan

Max Payne – August 24, 2007 4th draft script by Beau Michael Thorne (based on the Remedy and 3-D Realms video game written by Sam Lake)

Der ‘letzte” Quarry-Roman “The Last Quarry” von Max Allan Collins wurde verfilmt. Im Moment tingelt der gut besetzte Low-Budget-Streifen durchaus erfolgreich über die verschiedenen Festivals. Die Homepage für „The Last Lullaby“ sieht jedenfalls professionell aus; die Filmbilder vielversprechend. Jeffrey Goodman führte Regie. Peter Biegen und Max Allan Collins schrieben das Drehbuch. Tom Sizemore, Sasha Alexander, Sprague Grayden, Bill Smitrovich, Ray McKinnon und Omid Abtahi spielen mit.

In Deutschland wird’s hoffentlich für eine DVD-Premiere (an einen Kinostart will ich überhaupt nicht denken) reichen.

R. i. P.: Peter W. Jansen (11. November 1930 – 15. November 2008)

Eben entdeckt: Peter W. Jansen ist am Samstag, den 15. November, gestorben. Er war einer der großen Filmkritiker Deutschlands. Wolfram Schütte, der fast zwanzig Jahre zusammen mit Peter W. Jansen die „Reihe Film“ im Hanser-Verlag herausgegeben hat, hat einen liebevollen Nachruf geschrieben:

Seine sinnlich und persönlich formulierten Kritiken und Beiträge wurden getragen von einer eminenten filmhistorischen und -ästhetischen Kenntnis, angetrieben von einer unstillbaren Neugier und einer enthusiastischen Offenheit für alles Neue, Riskante, das in ihm einen luziden Fürsprecher und Verteidiger gegen den „Mainstream“ hatte, den er gar nicht verachtete – wo er in ihm das Gelungene erkannt hatte. Denn PWJ war weitherzig in seiner geradezu erotischen Beziehung zum Kino, der eine ebenso intensive berufliche Professionalität und jederzeit entflammbare Arbeits- & Formulierungslust zur Seite stand.

In der FAZ gibt es einen Nachruf von Andreas Kilb:

Jansen war mehr als ein Kenner und Könner, er hat unseren Blick geprägt – auf Filme ebenso wie auf das Schreiben und Reden über Film.

Im Tagesspiegel einen von Jan Schulz-Ojala:

Journalistenleben, gemacht fürs schnelle Schreiben und Versenden, produzieren selten Vermächtnisse. Und doch: Jansen hat, mit jener immens fleißigen Beiläufigkeit, die ihn auszeichnete, eines geschaffen.

und in der FR einen von Daniel Kothenschulte:

Peter W. Jansen war ein Vorbild, was immer er tat. Er erstritt dem Film in Deutschland maßgeblich den Rang als Kulturgut, schon weil er sich so kultiviert damit auseinandersetzte: Àllwöchentlich im ZDF-Kulturmagazin aspekte, regelmäßig in Tageszeitungen wie der Frankfurter Rundschau und permanent im Bücherregal, da wo die blauen Hanser-Bändchen ihren dauerhaften Platz gefunden haben.


Kleinkram: Ken Bruen, Louise Ure, Alexandra Sokoloff (alle Murderati), Craig Holden, Noir of the Week, Dr. Who (aka Russell T. Davis)

November 13, 2008

Ken Bruen schreibt bei Murderati:

One of the highlights of 2008 was being part of Murderati.

It is quite unique to have such a disparate crew of writers in nigh perfect synch on one site and the outstanding aspect is the huge affection they have for each other.

You only had to see the crew in Baltimore to see how like family they are.

And between them, they cover just about every aspect of mystery.

Und bei „Moments in Crime“ gibt es mehr von Ken Bruen:

I’ve been asked why the blog entries are short.
Like my novels, I actually write much lengthier entries and then root out all that sounds off.
I read it aloud and if it doesn’t have that jagged tone of real speech, bin it.

Ebenfalls bei Murderati: Louise Ure über den „Dreaded Query Letter“ (dürfte eher die Autoren interessieren) und Alexandra Sokoloff ist langsam mit ihrem exemplarischen Gang durch eine Geschichte durch: „What makes a great climax?„:

I think: above all, in an ending, the reader/audience has to CARE. A good ending has an emotional payoff, and it has to be proportionate to what the character AND the reader/audience has experienced.

Bei Things I’d rather be doing beantwortet Craig Holden (dessen „Die Unangreifbaren“ [The Jazz Bird, 2002] breit abgefeiert wurde) einige Fragen:

To stay with a story long enough to make a successful novel of it, you have to love where it’s going. At least I do. If not, I couldn’t stay with it. And that means not being bored, not contriving something just to sell books. As for capturing a place and time, it depends on the project really. For The Jazz Bird obviously I had to do loads of research not only into the story itself, but into the period as well. I remember thinking, „How did you turn a light on in 1927? How did a woman dress? What did you eat in a restaurant?“ So I had to go out and find out all those things, either through interviews or book research or something else. I was visiting the Ford Museum in Dearborn, Mich., and found in the gift shop a reprint of a woman’s clothing catalogue from 1924, so I bought it and went shopping.

Der Noir of the Week ist „Tödliche Grenze“ (Border Incident, USA 1949, Regie: Anthony Mann, Drehbuch: John C. Higgins, mit Ricardo Montalban, George Murphy, Howard da Silva). In dem Film infiltrieren zwei Agenten eine Bande von Menschenschmugglern im Grenzland zwischen Mexiko und USA. Ein kleiner und wahrscheinlich nur bei eingefleischten Filmfans bekannter Film. Zu Unrecht, wie Bill Hare bei Noir of the Week zeigt:

Border Incident provides gripping drama, never letting up, never disappointing. It is a film that should not be missed, especially by those who lust for travels by night in the world of film noir.

Als ich den Film vor Ewigkeiten sah, hat er mir auch gefallen.

Fans von „Dr. Who“ (es soll in Deutschland ja einige geben) sollten die Seite „The Writers Tale“ von „Dr. Who“-Drehbuchautor Russell T. Davis (der auch für „Quer as Folk“ verantwortlich ist) und Benjamin Cook ansteuern. Fans von Drehbüchern können direkt auf diese Unterseite steuern. Dort finden sie die Drehbücher zu sechs Episoden aus der vierten Staffel (gerechnet seit dem Relaunch; also ziemlich brandaktuell).

Uups, wir haben etwas verloren.