R. i. P. Michael Crichton

November 6, 2008

R. i. P. Michael Crichton (23. Oktober 1942 – 4. November 2008)

Der Autor, Regisseur und auch Arzt starb am Dienstag in Los Angeles als 66-jähriger an Krebs. Sein Studium verdiente er sich mit Krimis, die er unter verschiedenen Pseudonymen veröffentlichte. Eines davon war John Lange. Hard Case Crime veröffentlichte von acht Lange-Werken jüngst das Edgar-nominierte „Grave Descend“ und „Zero Cool“. Bekannt wurde er mit dem S-F-Werk „The Andromeda Strain“ (Andromeda). Kurz darauf drehte er nach seinem Drehbuch den S-F-Thriller „Westworld“. 1978 nach seinem auf Tatsachen basierendem Roman „The great train robbery“ (Der große Eisenbahnraub) den gleichnamigen Film.

In den folgenden Jahren stand sein Name für die kommerziell erfolgreiche Verbindung von wissenschaftlichen Erkenntnissen, ethnischen Fragen nach den Grenzen der Wissenschaft und einer spannenden Geschichte, die öfters auch einen S-F-Touch hatte. „Sphere“ (Die Gedanken des Bösen), „Congo“, Jurassic Park“, „Rising Sun“ (Nippon connection), „Disclosure“ (Enthüllung) und „State of Fear“ (Welt in Angst) waren Bestseller und, öfters die Vorlage, für Kinohits.

Daneben ist er auch für die langlebige Krankenhausserie „Emergency Room“ verantwortlich.

Nachrufe gibt es bei The Rap Sheet, Sarah Weinman (mit einem Statement von HCC-Herausgeber Charles Ardai), Huffington Post (AP-Journalistin Colleen Long), New York Times (derzeit nur Meldungen und ein Statement von Steven Spielberg, aber ein Nachruf folgt noch). SpiegelOnline (AFP), NZZ (dpa), Tagesspiegel (Gisela Ostwald), Frankfurter Allgemeine Zeitung (Hannes Hintermeier) und Süddeutsche Zeitung (Thomas Steinfeld).


Einige sachdienliche Hinweise

November 3, 2008

Die November-Ausgabe von “The Big Thrill”, dem Web-Magazin der ITW (International Thriller Writers), stellt unter anderem die neuen Werke von David Morrell (The Spy who came for Christmas), Clive & Dirk Cussler (Arctic Drift- mit Interview), Heather Graham (Dealdy Harvest – mit Interview) und Stuart MacBride (Flesh House) vor und es gibt extra ausgewiesene Interviews mit M. J. Rose und David Morrell. Er sagt unter anderem:

Before I start a project, I write a note to myself in which I answer the question, „Why is this project worth a year of my life?“ The answer needs to be something about trying new approaches and developing not only as a writer, but also as a person. The Spy Who Came for Christmas is my first true spy novel since Extreme Denial in 1996.  Back then, I decided I’d done everything I wanted in that particular type of thriller. But twelve years later, I see that genre in a new way and hope I brought something new to the game. My interior narrative in which Paul Kagan tells the spy’s version of the nativity story–that was my reason for writing the novel. I can’t tell you how much pleasure it gave me.

Colin Cotterill, der Autor von „Dr. Siri und seine Toten“ (The Coroner’s Lunch, 2005), macht sich bei „My Book, the Movie“ durchaus selbstironisch Gedanken über die Schauspieler, die seinen Helden Dr. Siri verkörpern könnten:

How am I ever going to break into Hollywood without a western protagonist? My sin, you see, is that all my characters are Lao. (…) I’ve done it all wrong. It’s back to the drawing board for me. I mean, how difficult can it be to write about a black superhero alcoholic or a kung-fuing panda? Really, I’m just making all this getting rich and famous a lot more difficult for myself than it really is.

In der Detroit Metro Times gibt es einen langen Artikel von Odell Waller über Loren D. Estleman (Yep, PI Amos Walker – und ohne deutschen Verlag, aber sehr produktiv) mit dem schönen Titel „The guy who isn’t Elmore Leonard“.

Krimiblogger Ludger spielte bei der Eröffnung des Hamburger Krimifestivals, während Liza Marklund ihr neues Buch vorstellte, den Liveblogger.

Zum Schluss gibt es noch den Hinweis auf den Literarischen Salon im BKA-Theater (Mehringdamm 34, Berlin-Kreuzberg) heute Abend um 20.30 Uhr mit den Krimiautoren Christoph Ernst, Alfred Hellmann und Oliver G. Wachlin.


James Sallis besucht Deutschland

Oktober 31, 2008

Für „Driver“ erhielt James Sallis den Deutschen Krimipreis, war Jahressieger der KrimiWelt-Bestenliste, sammelte euphorische Kritiken und auch den Lesern gefiel der schmale Band über einen Stuntman und Fluchtwagenfahrer, der in eine böse Geschichte hineingerät und alle seine Prinzipien zur Disposition stellen muss.

Der vor wenigen Wochen erschienene Roman „Deine Augen hat der Tod“ erschien bereits 1999 in der kurzlebigen Dumont-Noir-Reihe und ist eine sperrige Mischung aus Agententhriller und Road-Movie. In ihm muss Ex-Agent David sein beschauliches Leben hinter sich lassen und einen Kameraden suchen, der mordend durch Amerika zieht.

Bei Dumont erschienen auch die ersten beiden Lew-Griffin-Romane „Die langbeinige Fliege“ (The Long-Legged Fly, 1992) und „Nachtfalter“ (Moth, 1993). Griffin ist Privatdetektiv, Professor, Dichter, Blues-Fan, Autor, Alkoholiker und Afroamerikaner. In New Orleans ist das keine erfolgversprechende Mischung. Nach sechs Bänden beendete Sallis die hochgelobte Lew-Griffin-Serie und startete 2003 eine inzwischen aus drei, noch nicht übersetzten, Bänden bestehende Serie mit John Turner. Auch er ist als Ex-Polizist, Ex-Betrüger, Ex-Therapeut und, ab dem zweiten Band, Deputy Sheriff in einer Kleinstadt in der Nähe von Memphis, Tennessee, ein vielschichtiger Charakter. Die Geschichten mit Griffin und Turner sind, im Gegensatz zu den Einzelwerken „Driver“ und „Deine Augen hat der Tod“, tief in den Südstaaten verwurzelt. Vergleiche mit James Lee Burke und seinem Helden Dave Robicheaux liegen nahe und sind auch gar nicht so verkehrt.

Bevor James Sallis unter die Krimiautoren ging, schrieb er mehrere Bücher über Jazzgitarristen, Biographien und Essays über Samuel R. Delany, Chester Himes, Jim Thompson und David Goodis, übersetzte Raymond Queneau und war, als Science-Fiction-Fan, in den Sechzigern Redakteur des avantgardistischen britischen Science-Fiction-Magains „New World“.

Musikalisch ausgedrückt sind die Einzelwerke von James Sallis Cool Jazz und die Serien Blues. Beide Male spielt er souverän mit bekannten Formen. Bei den Lesungen wird es daher literarischen Cool Jazz geben. Den Sallis-Blues wird Liebeskind in den nächsten Jahren veröffentlichen.

Die Tournee:

Sonntag, 2. November, 11:00 bis 13:00 Uhr
Katholische Akademie Schwerte

“Mord am Hellweg“

Bergerhofweg 24 – 58239 Schwerte

Moderation: Ekkehard Knörer

Eintritt: VVK 7/5 €; TK 10/8 €

Karten: Ruhrtal-Buchhandlung 02304 / 18 0 40

Montag, 3. November, 20:00 Uhr

Stage Club in der Neuen Flora

„Krimifestival Hamburg“

Stresemannstraße 163 – 22769 Hamburg

Moderation: Denis Scheck

Deutsche Textlesung: Mechthild Großmann

Eintritt: 10 €

Karten: Buchhandlung Heymann 480 93-0 / Abendblatt-Ticket-Hotline 30 30 98 98

Dienstag, 4. November, 20:00 Uhr
Literaturhaus Stuttgart

Breitscheidstraße 4 – 70174 Stuttgart
Moderation: Denis Scheck

Deutsche. Textlesung: Rudolf Guckelsberger

Eintritt: 8,- € / 6,- €

Karten: Buchhandlung im Literaturhaus, 28 42 90 4

Mittwoch, 5. November, 20:00 Uhr

Ampere / Muffatwerk, München

Zellstraße 4, 81667 München

Moderation/Deutsche. Textlesung: Hans Jürgen Stockerl

Eintritt: VVK 6,- € / Abendkasse 8,- €

Karten an allen bekannten Vorverkaufsstellen und München Ticket, 54 81 81 81

Kooperation: Krimibuchhandlung Glatteis

Donnerstag, 6. November, 20:00 Uhr

Valentin Gasthaus Am Südstern, Berlin

Körtestraße 21 / 10967 Berlin
Moderation Thomas Wörtche

Deutsche Textlesung: Karsten Weinert

In Kooperation mit der Krimibuchhandlung Hammett

Eintritt: € 5 / € 4

Karten bei Hammett 691 58 34

Die derzeit auf Deutsch erhältlichen Werke:

James Sallis: Deine Augen hat der Tod

(Death will have your eyes, 1997)

Aus dem Englischen von Bernd W. Holzrichter

Liebeskind, München 2008 (Neuausgabe)

192 Seiten

16,90 Euro

James Sallis: Driver

(Drive, 2005)

Aus dem Englischen von Jürgen Bürger

Liebeskind, München 2007

160 Seiten

16,90 Euro

Hinweise

Homepage von James Sallis

Meine Besprechung von “Driver” (Drive, 2005)

(Das ist der erste Teil eines sechsteiligen Gesprächs mit James Sallis)


Kleinkram: Über Tom Piccirilli, Martina Cole, J. D. Rhoades, einige Drehbücher (der neue Eastwood, Darabont-Indiana-Jones,…), und James Bond

Oktober 30, 2008

Tom Piccirilli (Killzone) blogt seit wenigen Tagen unter „The Cold Spot“ (Gleichzeitig der Titel seines neuesten Buches.) eifrig über Filme (eine Ehrenrettung für die schrottige James-M.-Cain-Verfilmung „Butterfly – Der blonde Schmetterling“), Bücher (ein Abfeiern von David Schows Hard-Case-Crime-Buch „Gun Work“ und Tony Hillerman) und warum er vom Horror- zum Thrillergenre/Neo-Noir wechselte:

The older I’ve gotten the less interested I’ve been in the fantastical, for some reason. Maybe it’s just yet another sign of my mid-life crisis, but I find the world at large to be a more disturbing place than anything I’m likely to find in horror/dark fantasy fiction. Maybe this was always the case, but it never felt like it before.

The Rap Sheet berichtet über die Präsentation des neuen Buches „The Business“ von Martina Cole.

J. D. Rhoades (noch kein deutscher Verleger, aber eine Shamus-Nominierung) gesteht:

And the truth is, even though I believe stupidity and chaos are more to blame for the bad stuff in the  world, I like  good conspiracy fiction (even some bad, cheesy conspiracy fiction) as much as the next guy.

Das von George Lucas abgelehnte Drehbuch von Frank Darabont für den vierten Indiana-Jones-Film ist inzwischen hier gelandet.

Universal Pictures und Paramount haben für das Oscar-Rennen bereits die ersten beiden Drehbücher online gestellt. Es sind

„Changeling“ (Der Fremde Sohn, Regie: Clint Eastwood, Drehbuch: Michael Straczynski)

– „Frost/Nixon“ (Regie: Ron Howard, Drehbuch: Peter Morgan, nach seinem Theaterstück)

„Defiance“ (Regie: Edward Zwick, Drehbuch: Clayton Frohman, Edward Zwick)

– „The Ducess“ (Regie: Saul Dibb, Drehbuch: Jeffery Hatcher, Anders Thomas Jensen, Saul Dibb)

Bis auf „Defiance“ (noch kein deutscher Starttermin) sind alle Filme für Februar/März 2009 angekündigt.

Gestern war die Weltpremiere des neuen James-Bond-Films „Ein Quantum Trost“ (Quantum of Solace). Spiegel und Frankfurter Rundschau berichten.

Die Kritiken für den Film sind gemischt, aber im grünen Bereich. In einer Woche, nach der Deutschlandpremiere, wissen wir mehr.

Bis dahin:


R. i. P. Tony Hillerman

Oktober 28, 2008

R. i. P. Tony Hillerman (27. Mai 1925 – 26. Oktober 2008)

Als Tony Hillerman das Manuskript für „The Blessing Way“ (Wolf ohne Fährte) herumreichte, rieten die Verleger ihm, das Indianerzeug wegzukürzen und sich auf den Kriminalfall zu konzentrieren. Hillerman tat’s nicht, fand schließlich einen Verleger und mit der Serie um die Navajo-Polizisten Joe Leaphorn und Jim Chee, die anfangs allein und später gemeinsam auftraten, wurde er ab 1970 zu dem Chronist einer untergehenden Kultur. In seinen besten Indianerromanen waren die Verbrechen und die Mythen der Navajos und der benachbarten Indianerstämme untrennbar miteinander verbunden. Seine letzten Romane erreichten nicht mehr die Qualität der ersten Romane. Für seine Romane erhielt er unter anderem den Edgar, den Anthony, den Macavity, den Nero Wolfe Award, den Western Writers Silver Spur und 1991 wurde er zum Grandmaster der Mystery Writers of America (MWA). Aber am meiste bedeutete Hillerman der ihm 1987 von den Navajos verliehene „Special Friends of the Dine“-Preis.

„Tony Hillerman was one of the great writers and great gentlemen of mystery fiction.“ sagt Ed Gorman.

Hillermans letzter Leaphorn/Chee-Roman „The Shape Shifter“ erschien 2006 und ist noch nicht ins Deutsche übersetzt worden.

Bei „The Rap Sheet“ gibt es neben einem Nachruf weitere Links.  Ebenso bei Sarah Weinman. Sie verlinken auch auf den Nachruf der AP-Journalistin Amanda Lee Myers (abgedruckt in der Washington Post oder Huffington Post),

In Deutschland wird Hillermans Tod (nach dem James-Crumley-Armutszeugnis) nicht nur in den einschlägigen Seiten, wie Alligatorpapiere und Krimiblog, sondern auch in einigen Tageszeitungen, wie der Frankfurter Rundschau (dpa-Meldung),  erwähnt.


KrimiWelt-Bestenliste November 2008

Oktober 26, 2008

Etwas später als erwartet trudelte die November-Bestenliste der KrimiWelt bei mir ein. Im Gegensatz zu meiner Prognose haben es Ian Rankin und George Pelecanos nicht auf die aktuelle Liste geschafft. Aber dafür ist Allan Guthries Debüt „Post Mortem“ (Two-Way Split, 2005) auf der Liste vertreten. Ebenfalls, wenig überraschend, der neue Jerome Charyn und der neue Norbert Horst; – Besprechungen demnächst.

Die gesamte, nicht allzu überraschende Liste sieht so aus:

1 (1) Heinrich Steinfest: Mariaschwarz

2 (3) Jean-François Vilar: Die Verschwundenen

3 (-) Jerome Charyn: Citizen Sidel

4 (-) Norbert Horst: Sterbezeit

5 (4) Deon Meyer: Weißer Schatten

6 (6) Leonardo Padura: Der Nebel von gestern

7 (-) Allan Guthrie: Post Mortem

8 (9) Bernhard Jaumann: Die Augen der Medusa

9 (2) Richard Stark: Fragen Sie den Papagei

10 (-) Fred Vargas/Baudoin: Das Zeichen des Widders

Oh, der zehnte Platz ist eine Überraschung. Denn bis jetzt hat es noch kein Comic auf die Liste geschafft. Ein einmaliges Versehen oder der Beginn einer Erweiterung des Begriffes Kriminalroman? In einigen Monaten werden wir’s wissen. Ich melde schon mal vorsorglich die nächsten Werke von Ed Brubaker an.


Mein neues Projekt: ein Sammelband mit Kriminalreportagen

Oktober 24, 2008

Nachdem die Information bereits im Netz gestreut und hierhin verlinkt wird, will ich die Gelegenheit nutzen, es euch zu verraten:

Ich stelle derzeit Kriminalreportagen, die dieses Jahr in deutschsprachigen Zeitungen und Zeitschriften erschienen sind, für einen Sammelband, der im Frühjahr bei Das Neue Berlin erscheint, zusammen.

Die Reportagen sollen über ein Verbrechen berichten, einen Einblick in die Welt des Verbrechens, der Täter, Opfer und Ermittler geben, einen Fall (z. B. die verschwundene Madelaine McCann) oder ein Thema (z. B. Drogenhandel) abschließend behandeln und auch in einigen Jahren noch lesenswert sein.

Außerdem muss die längere Recherchearbeit des Journalisten erkennbar sein. Daher suche ich nicht nach Reportagen der Marke „Ein Tag im Gericht“, „Ich beobachte eine Demo“ oder „Ich fahre nach Amstetten und reihe mich brav in die Armada der schon anwesenden Journalisten ein“. Aber ich suche noch nach guten Reportagen über den islamistischen Terrorismus, den Biker-Krieg, Korruption und den Verstrickungen von Politik, Wirtschaft und Organisierter Kriminalität.

Wenn Ihr, liebe Leser, die vergangenen Monate eine gute Kriminalreportage gelesen habt, schickt mir eine Kopie.

Wenn Ihr, liebe Journalisten, dieses Jahr eine Kriminalreportage veröffentlicht habt und glaubt, dass sie in den Sammelband aufgenommen werden sollte, dann informiert mich.


Einige Interviews mit Autoren, hauptsächlich Krimi, aber auch Drehbuch

Oktober 22, 2008

Vierundzwanzig.de, das Wissensportal der Deutschen Filmakademie, hat ein sehenswertes Interview mit Ulrich Limmer (einige „Der Fahnder“-Folgen, Schtonk!, Die Sams, Der Räuber Hotzenplotz) gepostet. Es gibt außerdem, Brandneu!, ein dreiteiliges Interview mit „Heimat“-Regisseur Edgar Reitz – und die Navigation ist etwas für Pfadfinder.

Stichwort Drehbuch hat Interviews mit den Drehbuchautoren Sönke Lars Neuwöhner, Sven S. Poser und Nicolai Rohde (über „Zehn Sekunden“), Clemens Murath (über „Der Kriminalist“), Autor/Regisseur Max Färberböck (über „Anomyma“) und, schon älter, Andreas Pflüger (über den Tatort „Ausweglos„).

Bei Planet Interview beantwortet Friedrich Ani Fragen:

Ich habe festgestellt, dass ich im Kriminalroman meine Geschichten am besten und am klarsten erzählen kann. Dass ich meine oft sehr dramatisch agierenden Charaktere dort am besten unterbringen kann. Es hat sich als die beste Bühne für meine Figuren herausgestellt.

Bei In for Questioning gibt es ein Interview mit Everybody’s Darling Sean Chercover, Autor des allseits abgefeierten und ausgezeichneten „Big City, Bad Blood“, des brandneuen „Trigger City“, das ebenfalls schon heftig abgejubelt wird, und noch ohne deutschen Verleger.

Und, schon etwas älter: bei titlepage.tv stellt, neben einigen anderen Autoren, Carl Hiaasen sein neuestes Buch „The Downhill Lie“ vor. Es ist kein Krimi, auch kein Jugendbuch, sondern ein Sachbuch über das Golfspielen. Das klingt nicht unbedingt nach einem Pflichtkauf.


Tagungshinweis: Bürgerrechte 0.0

Oktober 21, 2008

Zusammen mit einigen anderen Jungs habe ich diese Tagung organisiert. Deshalb gibt es ohne weiteres Brimborium die Fakten:

Bürgerrechte 0.0

Das BKA-Gesetz und die Grundrechte

Freitag, 31. Oktober 2008

Abgeordnetenhaus von Berlin

14.30 – 19.30 Uhr

Die Grundrechte als wesentlicher Baustein einer freiheitlichen Demokratie wurden seit dem 11. Sep­tember 2001 von den Regierungen zugunsten eines Versprechens auf Sicherheit vor terroris­tischen Anschlägen abgebaut.

Durch eine Flut von neu eingeführten Polizei-Instrumenten – zuletzt im BKA-Gesetzentwurf sollen die Grundrechte noch stärker einge­schränkt werden.

Die Notwendigkeit ihrer Einschränkung wird dabei stets nur pauschal mit der Verteidigung der inne­ren Sicherheit begründet. Aber kann dies bei der herausragenden Bedeutung der Grundrechte  als Rechtfertigung ausreichen?

Die Tagung soll einen Beitrag zur Klärung dieser Frage leisten. Insbesondere soll es dabei um fol­gende Fragen gehen:

·         Sind die neuen Polizeiinstrumente über­haupt technisch umsetzbar?

·         Was ist aus Sicht der Polizei notwendig und sinnvoll?

·         Sind die neuen Instrumente vor diesem Hintergrund noch grundrechtskonform?

Die Ergebnisse der Tagung „Bürgerrechte 0.0“ werden in die künftige Politik von Bündnis 90/Die Grünen einfließen.

14.30

Begrüßung

Benedikt Lux, MdA Bündnis 90/Die Grünen

Einführung

Bürgerrechte 0.0 – Paradigma der Innenpolitik unter Schäuble

Öffnet einen externen Link in einem neuen FensterWolfgang Wieland,  MdB Bündnis 90/Die Grünen

Fachvorträge (mit Diskussion)

14.50

Technischer Fortschritt – Was ist möglich?

Öffnet einen externen Link in einem neuen FensterMarkus Hansen, Experte des unabhängigen Landeszentrums für Datenschutz Schleswig Holstein (ULD)

15.40

Die Polizeiinstrumente des neuen BKA-Gesetzes – Was ist polizeilich sinnvoll?

Öffnet einen externen Link in einem neuen FensterKlaus Jansen, Bundesvorsitzender des Bundes deutscher Kriminalbeamter (BdK)

16.30

Sind die neuen Polizeiinstrumente grund­rechtskonform?

Öffnet einen externen Link in einem neuen FensterProf. Dr. Rosemarie Will, Bundesvorsitzende der Humanistischen Union (HU)

17.20 Kaffeepause

18.00

Streitgespräch

Wie viele Grundrechtseinschränkungen verträgt die deutsche Demokratie?

mit

Prof. Dr. Rosemarie Will, HU

Wolfgang Wieland,  MdB

Markus Hansen, ULD

Klaus Jansen, BdK

N.N., MdB CDU

Moderation: Felix Lee, Die Tageszeitung

19.30 Kleiner Empfang

Veranstalter: MdA Benedikt Lux und LAG Demokratische Rechte

Anmeldung (bitte bis 27. Oktober)

Post:

Benedikt Lux

Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Abgeordnetenhaus von Berlin

Niederkirchnerstraße 5

10111 Berlin

E-Mail: benedikt.lux [@] gruene-fraktion-berlin.de

Als Mitorganisator sage ich nur: Meldet euch an! Es lohnt sich!


Hinweise zu Texten von Markus Stromiedel, Sara Paretsky, Barry Eisler, Max Allan Collins und zu drei Filmen

Oktober 17, 2008

Markus Stromiedel (Zwillingsspiel) hat in der FAZ den Artikel „Wie das Fernsehen seine Autoren vernichtet“ über seine Erfahrungen als Drehbuchautor veröffentlicht:

Der Erfolg und die Qualität eines Filmes – und nur der wird am Ende beurteilt – ist beim Fernsehen entkoppelt von der kreativen Leistung des Autors. Die Produktionsgesellschaften und Sender sehen sich während des Entstehungsprozesses eines Drehbuches nicht als Geburtshelfer einer kreativen Leistung, sondern als Lenker und Entscheider. Anders der Lektor eines Buchverlages, mit ähnlich viel Macht ausgestattet wie ein Producer: Er versteht sich als Begleiter des Autors bei der Suche nach der Geschichte, er steht ihm fördernd zur Seite.Ein Producer oder Produzent im Fernsehgeschäft hingegen ist der Kutscher, der sich vom Autor den von ihm vorgegebenen Weg hinaufziehen lässt. Lahmt ein Pferd oder kommt es vom ausgetretenen Pfad ab, wird es gewechselt. (…)

Es müsste nur – so wie in den Vereinigten Staaten – die Bereitschaft geben, Autoren Verantwortung zu überlassen. Und es bräuchte den Mut, Projekte an den Start zu bringen, die anders sind als das, was bisher erfolgreich war. Möglicherweise irre ich mich, und das Programm würde nicht erfolgreicher. Aber eines wäre es nicht: langweilig.

Sara Paretsky fragt „What happens to the novel in the Age of Fragmentation?“:

We need stories to make sense of our journey from beginning to end, of our times of loss, of our times of joy. We need stories to give us hope, and to give us understanding.
I have been wondering, lately, what kind of stories will survive the age of the Internet, which could also be called the Age of Fragmentation. (…)

If we live only with sound bites, then we are at the mercy of the person who creates the most compelling narrative out of these jostling fragments,. This happened with the narrative about Saddam Hussein, 9/11 and the Weapons of Mass Destruction. When we don’t check for facts, when we don’t pay attention to the whole arc of an event long enough to build a reliable narrative, we end up being controlled by unreliable narrators.

Barry Eisler hat seine Gedanken zur dritten Präsidentendebatte zwichen John McCain und Barack Obama online:

As a novelist, I can’t help my fascination between the campaigns‘ respective grasp of effective communication, of text and subtext. When you’re writing dialogue, „text“ means what’s actually said, which in art as in life is largely discounted; „subtext“ means what’s meant and actually communicated. Obama’s people understand the distinction. Obama’s text consisted of many things: discussion of his health care plan, his plans for the economy, etc. It was all in the service of his subtext, which was what he really wanted to communicate: „I’m serious. I’m presidential. I’m not a radical. You can trust me in the White House.“

By comparison, McCain seems to believe text and subtext are the same. He believes that when he expresses contempt for Obama, viewers will be encouraged to feel contempt, too. In fact, the contempt text reveals an unhelpful subtext: angry, thin-skinned, insecure, cranky old man. Three debates, and McCain never once demonstrated that he or the people around him understand the distinction. If you think effective communication is an important skill in a president, McCain offers few grounds for confidence.

Hinweis: Die New York Times hat die Debatte mit Video, Transkript und verschiedenen Suchfunktionen wieder vorzüglich aufbereitet online gestellt.

Bei Arte gibt es auch eine deutsche Version (also ein Synchronsprecher redet und damit wirklich nur für Menschen, die absolut kein Englisch können, empfehlenswert).

Max Allan Collins beantwortet einige Fragen von Tom Piccirilli zu seinem neuen Roman „The first Quarry“, warum seine ersten Seriencharaktere Gangster und Killer waren, seinen posthumen Mickey-Spillane-Bücher und dem ganzen Rest.
PIC: What do you miss most about Mickey?

MAC: His voice on the phone. Just having the phone ring, and it’s Mickey Spillane, just calling to talk. He didn’t do that with many people, and it still seems surreal to me that I was his friend.

As far as Mickey in person, it’s this sly, devilish, little kid’s smile he would share with me, when he’d gotten away with some piece of b.s. for a reporter or even a fan. It said so much about him, that smile, and so much about our relationship that he let me in that way.

My fondest memories are late nights talking late into the night about writing. He didn’t have any other friend to talk about writing with, and that is a big part of why he valued our relationship. These were the times he would roam his office (usually the third-floor one) and start spinning the endings of various in-progress Mike Hammer stories. It was like having Mickey Spillane telling you Mike Hammer stories around a campfire. Unreal. Unbelievable. And that’s why I know the endings to all these unfinished novels!

Bei Cinema Retro gibt es eine informativen Artikel über „French Connection II“:

Though French Connection II is one of the bleakest pictures Frankenheimer made, it is also one of the most thrilling, thanks to spectacular sequences like the burning of the slum hotel and the final chase, when Doyle runs after Charnier along the Marseilles harbor. The director realized that the exaggerated quality of these scenes could arouse disbelief and thus he tried to make them seem as authentic as possible.

Der Film läuft Samstagnacht um 01.30 Uhr bei Sat.1.

Und Noir of the Week nimmt Steve-O sich „The Bank Job“ (Yep, der lief erst vor wenigen Wochen im Kino.) vor:

The Bank Job is a wonderfully sleazy film. It’s filled with enough sex and violence that, if made years before, would have made Sam Fuller smile (and review Crowther probably blow his top). The thing I love about The Bank Job is the fact that the criminals who actually pull off the crime know they aren’t all that clever.

Und vergleicht ihn mit dem in Deutschland nicht gelaufenen „Armored Car Robbery“ (USA 1950, Regie: Richard Fleischer):

Two excellent crime films. The two would make a great double feature for film noir fans craving heist movies.


Bouchercon IV: Lawrence-Block-Tribute-Video

Oktober 16, 2008

Mehr über Lawrence Block


„Hardcore Angel“ Faust hits Berlin

Oktober 16, 2008

Vorgestern Bouchercon, gestern Buchmesse und am Samstag, den 18. Augut, um 20.00 Uhr im legendären Kaffe Burger (Berlin, Torstraße 60). Hard-Case-Crime-Autorin und Bloggerin Christa Faust ist im Moment viel Unterwegs.  In Deutschland stellt sie während einer kleinen Lesetour ihr neuestes Buch „Hardcore Angel“ (Money Shot, 2008) vor.

In dem spannenden Pulp gerät Ex-Pornostar und Modelagenturchefin Angel Dare in Teufels Küche, als sie auf Bitten eines alten Freundes den Auftrag für einen weiteren Pornofilm annimmt. Kaum betritt sie das Filmset, wird sie von einer Gangsterbande überwältigt. Sie wollen von ihr einen Aktenkoffer haben. Als Angel Dare ihnen nicht helfen kann, wird sie geschlagen, in einen Kofferraum geworfen, auf sie geschossen und tot auf einer Industriebrache zurückgelassen. Doch sie hat die Schüsse überlebt und will sich jetzt an den Gangstern rächen. Dass die Polizei sie als Mörderin jagt, stachelt sie nur noch mehr an.

Einen Eindruck vom Buch liefert der Teaser:

Bei Partners & Crime stellte sie, mit Hard-Case-Crime-Herausgeber Charles Ardai, „Hardcore Angel“ (Money Shot) vor und beantwortete Fragen aus dem Publikum:


Bouchercon III: Nachlese

Oktober 16, 2008

Erinnert Ihr euch noch an die kärgliche Nachlese im Internet zur Criminale? Nein? Nun, die ist hier. Die Bouchercon-Nachlese fällt dagegen üppiger aus.  Sarah Weinman macht’s nach ihrer Rückkehr in Bullet Points und weist auf die nächste Bouchercon 2010 in San Francisco (mit Laurie R. King und Lee Child) hin. Crime Fiction Dossier David J. Montgomery ist zurück:

The highlight for me was Larry Block being interviewed by Charles Ardai. Block is, and has long been, one of my favorite writers so it was a pleasure to hear him speak again. The sad part was knowing that this might be the last time seeing him in a situation like this, now that he is semi-retired. (He said during the talk that he doesn’t know if he’ll write any more books.)

(Erstens: Gibt es irgendwo das Interview? Zweitens: Irgendwie glaub‘ ich den Satz in der Klammer nicht.)

Shotsmag Confidential hat mehrere Berichte online. Beim Rap Sheet gibt es neben der Live-Übertragung (als Experiment gelungen, aber auf meinem PC kaum anhör- und nicht ansehbar), eine erste Linksammlung,  einige Nachbetrachtungen und BilderMartin Edwards schreibt über seine Erfahrungen als Panel-Teilnehmer. Laurie R. King über ihre als Panel-Moderatorin.  Alexandra Sokoloff über ihre Eindrücke. Dito Duane Swierczynski. Dave White ebenso. Lee Lofland hat viele Bilder. Bei Crimespace gibt es etwas zu lesen. Dito bei Women of Mystery: einmal, zweimal und mehr demnächst. Sandra Ruttan hat beides: eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs. Bookspot Central beschreibt seine zehn schönsten Bouchercon-Momente. Ge-Flickr-ed wird auch.

Stellvertretend für die anderen positiven Stimmen schreibt Victor Gischler:

What a damn great time. Congrats to Ruth Jordan and Judy Bobalik and all the folks who worked hard to make Baltimore so fun. It was great catching up with so many people. (…) People I wanted to pull aside to say how much I really liked their novels/short stoires. I just wasn’t able to get to it all. The time just flew right on by.

Best of all, I met a number of readers who said those words every author longs to hear: „I really love your work.“ I have the best damn readers in the world.

Thanks.

Und dann gibt es noch, zum Abschluss von diesem kleinen und unvollständigem Überblick, den Bouchercon-2008-Blog.

Das klingt doch alles viel spannender als das Echo von der Criminale.


Bouchercon II: Shamus und Anthony Awards

Oktober 13, 2008

Nach Macavity und Barry wurden jetzt auf der Bouchercon die Shamus und Anthony Awards vergeben. Die glücklichen Gewinner sind:

Shamus Awards

Best Novel: Soul Patch, by Reed Farrel Coleman

Nominiert

Head Games, von Thomas Cavanagh

The Color of Blood, von Declan Hughes

A Welcome Grave, von Michael Koryta

A Killer’s Kiss, von William Lashner

Best First Novel: Big City, Bad Blood, von Sean Chercover

Nominiert

The Cleaner (Der Profi), von Brett Battles

Keep It Real, von Bill Bryan

When One Man Dies, von Dave White

The Last Striptease, von Michael Wiley

Best Paperback Original: Songs of Innocence, von Richard Aleas

Nominiert

Exit Strategy, von Kelley Armstrong

Stone Rain, von Linwood Barclay

Deadly Beloved, von Max Allan Collins

Blood of Paradise, von David Corbett

Best Short Story: Hungry Enough, von Cornelia Read (aus “A Hell of A Woman: An Anthology of Female Noir”, herausgegeben von Megan Abbott)

Nominiert

Kill the Cat, von Loren D. Estleman (aus “Detroit Noir”, herausgegeben von E. J. Olsen und John C. Hocking)

Trust Me, von Loren D. Estleman (Alfred Hitchcock Mystery Magazine, June 2007); Open Mike, von James Nolan (aus “New Orleans Noir”, herausgegeben von Julie Smith)

Room for Improvement, von Marilyn Todd (Ellery Queen Mystery Magazine, December 2007)

Anthony Awards

Best Novel: What the Dead Know, von Laura Lippman

Nominiert

The Tin Roof Blowdown, von James Lee Burke

Bad Luck and Trouble, von Lee Child

The Watchman, von Robert Crais

Thunder Bay, von William Kent Krueger

Best First Novel: In the Woods (Grabesgrün), von Tana French

Nominiert

Big City, Bad Blood, von Sean Chercover

The Spellman Files, von Lisa Lutz

Head Games, von Craig MacDonald

The Blade Itself (Der Blutzeuge), von Marcus Sakey

Best Paperback Original: A Thousand Bones, von P.J. Parrish

Nominiert

Queenpin, von Megan Abbott

Slide, von Ken Bruen und Jason Starr

Blood of Paradise, von David Corbett

Baby Shark’s Beaumont Blues, von Robert Fate

Best Short Story: Hardly Knew Her,” von Laura Lippman (aus “Dead Man’s Hand”, herausgegeben von Otto Penzler)

Nominiert

Please Watch Your Step, von Rhys Bowen (The Strand Magazine, Spring 2007)

Dear Dr. Watson, von Steve Hockensmith (Ellery Queen Mystery Magazine, February 2007)

How Stella Got her Grave Back (Wie Stella ihr Grab zurückbekam), von Toni L.P. Kelner (aus “Many Bloody Returns” [Happy Birthday! – Vampirgeschichten] herausgegeben von Charlaine Harris and Toni L.P. Kelner)

Uncle, von Daniel Woodrell (aus “A Hell of A Woman: An Anthology of Female Noir”, herausgegeben von Megan Abbott)

Best Critical Non-fiction: Arthur Conan Doyle: A Life in Letters, von Jon Lellenberg, Daniel Stashower, und Charles Foley

Nominiert

The Essential Mystery Lists, zusammengestellt und herausgegeben von Roger M. Sobin

The Triumph of the Thriller: How Cops, Crooks, and Cannibals Captured Popular Fiction, von Patrick Anderson

Deviance in Contemporary Crime Fiction, von Christiana Gregoriou

Special Services Award: Jon and Ruth Jordan, Crimespree Magazine

Nominiert

Ali Karim, Shots

Maddy Van Hertbruggen, 4 Mystery Addicts

Sarah Weinman, Confessions of an Idiosyncratic Mind

Judy Bobalik, “for being one of the best friends and supporters of mystery writers anywhere.”

Best Web Site: Stop, You’re Killing Me!, herausgegeben von Stan Ulrich und Lucinda Surber

Nominiert

Confessions of an Idiosyncratic Mind, von Sarah Weinman

The Rap Sheet/January Magazine, herausgegeben von J. Kingston Pierce

Murderati, a writers’ blog

Crime Fiction Dossier, von David J. Montgomery

Herzlichen Glückwunsch an alle Gewinner!

Dank an The Rap Sheet für die Infos – und jetzt geht’s auf zum Lesen der ausgezeichneten Bücher.


Bouchercon I: Die Macavity und Barry Awards

Oktober 11, 2008

Auf der Bouchercon, dem großen Treffen der Krimifans in den USA, sind die Preise vergeben.

Macavity Awards

Best Mystery Novel: What the Dead Know, von Laura Lippman

Nominiert:

Soul Patch, von Reed Farrel Coleman

The Unquiet, von John Connolly

Blood of Paradise, von David Corbett

Water Like a Stone, von Deborah Crombie

Best First Mystery: In the Woods (Grabesgrün), von Tana French

Nominiert

Heart-Shaped Box (Blind), von Joe Hill

The Spellman Files, von Lisa Lutz

Stealing the Dragon, von Tim Maleeny

The Collaborator of Bethlehem (Der Verräter von Bethlehelm), von Matt Beynon Rees

Best Mystery Short Story: Please Watch Your Step, von Rhys Bowen (The Strand Magazine, Spring 2007)

Nominiert

A Rat’s Tale, von Donna Andrews (Ellery Queen Mystery Magazine [EQMM], September-October 2007)

The Missing Elevator Puzzle, von Jon L. Breen (EQMM, February 2007)

Brimstone P.I., von Beverle Graves Myers (Alfred Hitchcock Mystery Magazine, May 2007)

The Old Wife’s Tale, von Gillian Roberts (EQMM, March-April 2007)

Best Mystery Non-fiction: The Essential Mystery Lists, zusammengestellt und editiert von Roger M. Sobin

Nominiert

The Rough Guide to Crime Fiction, von Barry Forshaw

Chester Gould: A Daughter’s Biography of the Creator of Dick Tracy, von Jean Gould O’Connell

Arthur Conan Doyle: A Life in Letters, von Jon Lellenberg, Daniel Stashower und Charles Foley

Police Procedure and Investigation: A Guide for Writers, von Lee Lofland

Sue Feder Memorial Historical Mystery: Mistress of the Art of Death, von Ariana Franklin

Nominiert

Her Royal Spyness, von Rhys Bowen

The Snake Stone, von Jason Goodwin

Consequences of Sin, von Clare Langley-Hawthorne

The Gravedigger’s Daughter, von Joyce Carol Oates

Barry Awards

Best Novel (published in the U.S. in 2007): What the Dead Know, von Laura Lippman

Nominiert

Soul Patch, von Reed Farrel Coleman

The Unquiet, von John Connolly

Down River, von John Hart

Dirty Martini, von J.A. Konrath

Red Cat, von Peter Spiegelman

Best First Novel (published in the U.S. in 2007): In the Woods (Grabesgrün), von Tana French

Nominiert

Missing Witness, von Gordon Campbell

Big City, Bad Blood, von Sean Chercover

The Spellman Files, von Lisa Lutz

The Collaborator of Bethlehem (Der Verräter von Bethlehelm), von Matt Beynon Rees

The Blade Itself (Der Blutzeuge), von Marcus Sakey

Best British Crime Novel (published in the U.K. in 2007, not necessarily written by a British writer nor set in the U.K.): Damnation Falls, von Edward Wright (Orion)

Nominiert

A Quiet Belief in Angels, von R.J. Ellory

Pig Island, von Mo Hayder

One Under, von Graham Hurley

The Death List, von Paul Johnston

The 50/50 Killer (Der 50/50-Killer), von Steve Mosby

Best Paperback Original: Queenpin, von Megan Abbott

Nominiert

Black Widow Agency, von Felicia Donovan

Choke Point, von Jay MacLarty

The Mark (72 Stunden), von Jason Pinter

Wash This Blood Clean from My Hand, von Fred Vargas

Who Is Conrad Hirst?, von Kevin Wignall

Best Thriller: The Watchman, von Robert Crais

Nominiert

No Time for Goodbye, von Linwood Barclay

The Cleaner (Der Profi), von Brett Battles

Volk’s Game, von Brent Ghelfi

Silence, von Thomas Perry

Midnight Rambler, von Jim Swain

Die Crimespree-Preise wurden auch vergeben. Aber die Gewinner sind bereits seit langem bekannt.

Es kann sein, dass ich auf die Schnelle nicht alle deutschen Ausgaben gefunden habe. Aber bei Robert Crais, Thomas Perry, Megan Abbott, Sean Chercover und Reed Farrel Coleman habe ich sie sicher nicht übersehen.

Dank an The Rap Sheet für die Liste. Dort soll es heute auch einen Live-Webcast mit Mark Billingham und John Connolly geben.

Eifrig gebloggt über die Bouchercon wird bei den Kollegen von der Read Street (Nancy Johnston, Dave Rosenthal).

Und mehr über die Bücher gibt es bei Krimileser Bernd.


Hinweise: Kollegen über Gregory Mcdonald, Barry Eisler über den US-Wahlkampf, Jack Reacher im Kino – und vieles mehr

Oktober 7, 2008

Bei The Rap Sheet schreiben zahlreiche bekannte Autoren, unter anderem Joe R. Lansdale, Don Winslow, Ken Bruen, Markus Sakey und Robert Eversz, um nur die in Deutschland bekannten Namen zu nennen, über den unlängst verstorbenen „Fletch“-Erfinder Gregory Mcdonald und dessen Bedeutung für sie und die Kriminalliteratur.

Allan Guthrie (Abschied ohne Küsse) hat seinen Webauftritt überarbeitet. Sieht hübsch modern aus; – aber jetzt finde ich dort nichts mehr.

Barry Eisler ist von Sarah Palin immer noch nicht begeistert. Er fragt „Why do the Palins hate America?“ und kommentiert die Vizepräsidenten-Debatte:

I don’t think the regular-girl schtick brings in the undecideds. Here, the low expectations she had created with her recent interview disasters worked against her. The essential problem is that Palin has set expectations so low that even if she exceeds them, people will still recognize it’s not enough. Acting like a regular gal doesn’t change that dynamic; it worsens it. (…)

I think the best anyone could say for Palin is that she exceeded the stunningly low expectations her recent performances have established. I can’t imagine that a material number of undecideds watched this debate and decided based on it to vote for McCain/Palin (I can, however, easily imagine it picking up some undecideds for Obama/Biden). So the best you can say is that Palin avoided making things much worse for her ticket. Which is another way of saying that in November, Barack Obama will be elected president.

(Hoffentlich! Denn Sarah Palin ist absolut nicht geeignet für das Amt. Wer nach ihren letzten Interviews daran noch zweifelte, sollte einen Blick in die Vizepräsidenten-Debatte riskieren. Es ist schon erstaunlich, wie unkonkret sie antwortet – falls sie überhaupt antwortet. Joseph R. Biden Jr. ist einfach viel faktensicherer, beantwortet die Fragen und wirkte überzeugender als künftiger Vizepräsident.)

Die gesamte Vizepräsidenten-Debatte kann hier mit einem Transkript und weiteren Recherchemöglichkeiten angesehen werden.

Schnittberichte hat eine Liste der 2008 in Deutschland im Kino und auf DVD zensierten Filme veröffentlicht. Eine gerade für den Kinobereich beeindruckende Liste.

Josh Olsen (A History of Violence) schreibt das Drehbuch zur Lee-Child-VerfilmungOne Shot“ (Sniper). Wer Jack Reacher spielt, ist noch unklar.

Der Noir of the Week ist „Road House“ (Nachtclub-Lilly, USA 1948, Regie: Jean Negulesco, Drehbuch: Edward Chodorov, mit Ida Lupino, Cornel Wilde, Richard Widmark).

Die Okktober-Ausgabe von The Big Thrill ist online; mit Hinweisen auf die neuen Romane von Sean Chercover (mit Interview), Jeffrey Mariotte, Alex Klava (mit Interview), Raymond Benson (mit Interview zu dem James-Bond-Dreierband), Heather Graham und F. Paul Wilson (ein neuer Handyman-Jack-Roman).

Bei Murderati hat Alexandra Sokoloff einen weiteren Teil ihres Schreibseminars veröffentlicht: Story Structure – Act two, Part two. Lesenswert!


Der neue Mike-Hammer-Roman

Oktober 6, 2008

Anlässlich der Veröffentlichung des neuen Mike-Hammer-Romans „The Goliath Bone“, den Max Allan Collins nach dem Tod von Mickey Spillane (auf dessen Wunsch) fertigstellte, unterhielt J. Kingston Pierce (The Rap Sheet) sich mit Max Allan Collins über Mickey Spillane, dessen Arbeitsstil, den Roman und die Arbeit an dem unvollendetenManuskript.

Über den nach 9/11 spielenden Roman schriebt J. Kingston Pierce:

„The Goliath Bone“ doesn’t send Hammer in a new direction, or cause one to rethink Spillane’s series as a whole. It’s a solid capper to Hammer’s professional arc, though, and a valuable reminder of this series’ strengths–fast action, a fully realized protagonist, and mayhem not inconsistent with Hammer’s urban jungle milieu and the dangers of his assignments. It is hard to tell exactly where Collins flexed his authorial muscles.

Und hier ein Ausschnitt aus dem lesenswertem Interview. Max Allan Collins beantwortet die Frage, warum Spillanes Mike-Hammer-Romane heute immer noch gelesen werden sollten:

Hammer is one of the handful of great detective characters to come out of fiction. Really, there’s probably only Sherlock Holmes, Poirot, Miss Marple, and Philip Marlowe in that club. Much as I love Nero Wolfe (and Archie Goodwin) and Perry Mason, they are not quite in that league. Hammer is an anachronism, but so are Holmes, Poirot, Marple, and Marlowe … and, of course, so is James Bond, who even now is a 1960s sexist in a tuxedo.

Speaking of which, Hammer was the character without whom you would have no James Bond, and the list is endless of who else you wouldn’t have–Dirty Harry, Jack Bauer, Spenser, and on and on.

He remains the toughest and nastiest of the great detectives, with a voice that is unmistakable and pure noir. The endings of Hammer stories have incredible impact, second to none in the genre, and there is sex and violence and … well, everything that makes popular fiction fun.

There are two reasons why Mickey isn’t read as much lately, and it’s just lately, the last decade or so: Mickey didn’t publish much, and his longtime publisher, NAL, stopped keeping him steadily in print. I, The Jury [1947] and Kiss Me, Deadly [1952] have outsold Stephen King and Dean Koontz–not having them readily available to new readers is criminal.


R. i. P.: Paul Newman

September 29, 2008

R. i. P.: Paul Newman (26. Januar 1925 – 26. September 2008)

Wir kennen und lieben den Schauspieler unter anderem aus „Haie der Großstadt“, „Ein Fall für Harper“, „Der zerrissen Vorhang“, „Man nannte ihn Hombre“, „Der Unbeugsame“, „Butch Cassidy und Sundance Kid“, „Das war Roy Bean“, „Der Mackintosh Mann“, „Der Clou“, „Unter Wasser stirbt man nicht“, „Buffalo Bill und die Indianer“, „The Bronx“, „The Verdict“, „Die Farbe des Geldes“, „Hudsucker – Der große Sprung“, „Im Zwielicht“ und „Road to Perdition“.

Michael Ballhaus sagt über Paul Newman:

Ich weiß nicht, ob es solche Männer nach ihm noch geben wird. Solche Karrieren. Ich glaube eigentlich nicht. Es braucht mehr als gute Rollen oder Schauspieltalent dazu. Bei Paul war es schon die ganze Persönlichkeit, die ihn so groß machte.

Alles weitere über den verstorbenen Filmstar erfahren Sie in den zahlreichen Nachrufen: The Rap Sheet, The New York Times, Berliner Zeitung, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Spiegel Online, Süddeutsche Zeitung, Tageszeitung, Welt und Zeit.


KrimiWelt-Bestenliste Oktober 2008

September 27, 2008

Die sehr männerlastige Oktober-Bestenliste der KrimiWelt-Juroren sieht so aus:

1 (3) Heinrich Steinfest: Mariaschwarz

2 (1) Richard Stark: Fragen Sie den Papagei

3 (-) Jean-François Vilar: Die Verschwundenen

4 (6) Deon Meyer: Weißer Schatten

5 (-) Massimo Carlotto: Die dunkle Unermesslichkeit des Todes

6 (5) Leonardo Padura: Der Nebel von gestern

7 (2) Jenny Siler: Portugiesische Eröffnung

8 (4) Andrew Vachss: Der Fahrer

9 (-) Michael Collins: Tödliche Schlagzeilen

9 (-) Bernhard Jaumann: Die Augen der Medusa

Weil Jenny Silers „Portugiesische Eröffnung“ in ihrer Heimat unter dem Pseudonym Alex Carr erschien, könnte sogar von einer reinen Männerliste gesprochen werden.

Ansonsten freue ich mich natürlich, dass Richard Stark und Andrew Vachss noch auf der Liste sind. John Harvey hat’s nicht mehr geschafft. Einige der älteren Werke von Jean-François Vilar:haben mir sehr gut gefallen; andere dagegen überhaupt nicht.

Die neuen Bücher von Ian Rankin, George Pelecanos und Norbert Horst müssten es dann auf die November-Liste schaffen.


Kurzmeldungen: Ken Bruen, Stephen King, John Carpenter, Ian Rankin

September 26, 2008

Ken Bruen hat den vierten Roman der Serie um Detective Sergeant Brant, „Blitz“ (2002), nach Hollywood verkauft. Hoffentlich verlegen die die Handlung nicht von London nach L. A. (obwohl es bei Sjöwall/Wahlöö auch geklappt hat).

Ein Ratschlag von Stephen King:

Ein Ratschlag von John Carpenter:

Und, zum Abschluss, als Vorbereitung für die deutsche Veröffentlichung von „Exit Music“ (Ein Rest von Schuld), lassen wir Ian Rankin zu Wort kommen: