Kurzmeldungen: Kuppler-Interview; Zwei geplante Verfilmungen

März 28, 2008

Herausgeberin Lisa Kuppler beantwortet im Krimiblog einige Fragen von Ludger Menke  zu den deutschen Hard-Case-Crime-Romanen (die sich im Layout zum Glück an die Originale halten und alle sehr empfehlenswert sind).

Es gibt Neuigkeiten zur geplanten Verfilmung von James Sallis Noir „Driver“: Neil Marshall ist als Regisseur dabei.

Ebenso zur geplanten Verfilmung von Barry Eislers John-Rain-Roman „Rain Fall“: Gary Oldman scheint mitzuspielen. Wahrscheinlich als einer der Gegner von Rain.


Verschiedens: Widmark gestorben, Hinweise auf Interviews, verschiedene Überlegungen zum Schreiben

März 27, 2008

R. i. P. Richard Widmark (26. Dezember 1914 – 24. März 2008 )

Gleich für sein Filmdebüt als durchgeknallter Gangster in „Der Todeskuss“ erhielt er eine Oscar-Nominierung. In den folgenden Jahrzehnten trat er in über siebzig Filmen auf. Seine bekanntesten sind „Die gebrochene Lanze“, „Der Garten des Bösen“, „Polizei greift ein“ (Pickup on South Street), „Der letzte Wagen“, „Der Schatz der Gehenkten“ (Sonntag, 30. März, SWR, 14.00 Uhr; Freitag, 11. April, HR, 00.00 Uhr [Taggenau]), „Alamo“, „Zwei ritten zusammen“, „Das Urteil von Nürnberg“, „Nur noch 72 Stunden“, „Mord im Orient-Express“, „Das Ultimatum“ und „Ein Aufstand alter Männer“.

Heute Abend zeigt Das Vierte um 20.15 die Alistair-MacLean-Verfilmung „Die Bäreninsel in der Hölle der Arktis“ mit Widmark und weiteren bekannten Schauspielern.

Nachrufe gibt es bei Spiegel Online (kurz), ARD/Tagesschau (ausführlicher), FAZ (ausführlicher), Die Welt (von Gerhard Midding), und selbstverständlich der New York Times (von Aljean Harmetz).

Frank Göhre beantwortet im Krimiblog viele Fragen von Ludger Menke.

Wolfgang Rademann, der „Meister des Leichten“ (so der Titel des ausführlichen Interviews mit dem Macher der „Schwarzwaldklinik“ und des „Traumschiffs“), redet mit der Wochenzeitung „Die Zeit“.

Woody Haut hat einen längeren Text über die vielen Elmore-Leonard-Verfilmungen geschrieben und warum die meisten nicht gut und nur wenige gut sind.

Der Verband der Drehbuchautoren hat den Podcast „Stichwort Drehbuch“ gestartet. Oliver Schütte und Frank Zeller wollen jeden Monat mit einem Drehbuchautor sprechen. Eine gute Idee. Auch die Homepage sieht gut aus. Aber die Ausführung bei dem ersten Teil – ein Gespräch mit Rainer Berg, dem Autor des Zweiteilers „Die Gustloff“ – erreicht auch mit viel Wohlwollen nicht einmal Amateurniveau. Denn einen so schlechten Ton habe ich seit ich seit ich weiß nicht wann nicht mehr gehört.

(Hm, und warum nur Töne und keine Bilder? Ich denke da zum Beispiel an diese schöne Seite/Sendung aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten.)

Ken Levine gräbt einen alten Post „When to STOP writing“ aus (und erhält viele lesenswerte Kommentare).

John August denkt über die Motivationen seiner Charaktere nach (und erhält viele lesenswerte Kommentare).

David J. Montgomery gibt im Crime Fiction Dossier den noch nicht publizierten Autoren einige bedenkenswerte Ratschläge (und zahlreiche lesenswerte Kommentare bestätigen ihn).


ITW nominiert die besten Thriller 2008

März 23, 2008

Die International Thriller Writers haben die Nominierungen für den diesjährigen Thrillerpreis bekannt gegeben. Die Gewinner werden beim Thrillerfest am Samstag, den 12. Juli, im Grand Hyatt in New York City verkündet.

 

Nominiert wurden diese Thriller

Bester Roman

“No Time For Goodbye” von Linwood Barclay (Bantam)

“The Watchman” von Robert Crais (Simon & Schuster)

“The Ghost” von Robert Harris (Simon & Schuster)

“The Crime Writer” von Gregg Hurwitz (Viking)

“Trouble” von Jesse Kellerman (Putnam)

 

Bestes Debüt

“Interred With Their Bones” von Jennifer Lee Carrell (Dutton)

“Big City, Bad Blood” von Sean Chercover (William Morrow)

“From the Depths” von Gerry Doyle (McBook Press)

“Volk’s Game” von Brent Ghelfi (Henry Holt and Co.)

“Heart-Shaped Box” von Joe Hill (William Morrow)

 

Bestes Taschenbuch

“The Last Nightingale” von Anthony Flacco (Ballantine)

“A Thousand Bones” von P.J. Parrish (Pocket)

“The Midnight Road” von Tom Piccirilli (Bantam)

“The Queen of Bedlam” von Robert McCammon (Pocket)

“Shattered” von Jay Bonansinga (Pinnacle)

 

Einen herzlichen Glückwunsch an alle Nominierten.

 

In allen Kategorien sind bekannte, teilweise übersetzte Namen vertreten. Klare Favoriten sehe ich nicht; auch weil in den vergangenen Jahren die Auswahl und Wahl der Preisrichter immer wieder überraschend war.

Bei den beiden vorherigen Thrillerfesten wurden auch ein Thrillermaster (Clive Cussler 2006, James Patterson 2007) ernannt und ein Preis für das beste Thrillerdrehbuch vergeben. Während ich fest mit einem weiteren Thrillermaster rechne, kann ich auf den Drehbuch-Preis gut verzichten. Denn gerade bei diesem Preis war die Auswahl doch sehr seltsam („The good shepherd“ als bester Thriller 2007?).


R. i. P.: Arthur C. Clarke, Anthony Minghella

März 19, 2008

R. i. P. Arthur C. Clarke (16. Dezember 1917 – 18. März 2008 )

Einer der ganz großen der Science-Fiction-Literatur starb in der Nacht zum Mittwoch an einem Atemproblem. Sein bekanntestes Werk ist das zusammen mit Stanley Kubrick geschriebene Drehbuch zu dem Klassiker „2001 – Odyssee im Weltraum“. Daneben schrieb er zahlreiche Sachbücher, S-F-Romane, Kurzgeschichten (einige mit Krimi-Touch) und gab etliche Anthologien heraus.

Einen kurzen Nachruf gibt es bei Spiegel Online, längere bei BBC News, Yahoo News (von AP) und Times Online und einen sehr ausführlichen bei der New York Times.

Update: Inzwischen gibt es auch deutschsprachige Nachrufe in der Süddeutschen Zeitung (viel AP), Frankfurter Rundschau (viel AP und DPA), taz, Berliner Zeitung (von Jens Balzer), Handelsblatt, Spiegel Online (längerer Nachruf von Thorsten Dörting), Zeit online und telepolis.

R. i. P. Anthony Minghella (6. Januar 1954 – 18. März 2008 )

Der Drehbuchautor und Regisseur ist vor allem bekannt für seine Literaturverfilmungen: „Der englische Patient“, „Unterwegs nach Cold Mountain“ und die Patricia-Highsmith-Verfilmung „Der talentierte Mr. Ripley“. Vor seinen Kinofilmen drehte er auch drei Folgen für die britische Krimiserie „Inspector Morse“; die in Deutschland nie gezeigte Serie mit John Thaw basiert auf den Romane von Colin Dexter. Zuletzt verfilmte er für HBO „The No. 1 Ladies Detective Agency“ (nach den Romanen von Alexander McCall Smith).

Minghella starb an den Folgen einer Krebsoperation. Nachrufe gibt es bei unter anderem bei Spiegel online, der Welt, Süddeutsche Zeitung, und der Tageszeitung.


Kleinkram: ein Buchcover, ein Programm, eine Preisverleihung

März 17, 2008

Charles Ardai schreibt noch am fünfzigsten HardCaseCrime-Buch (es erscheint im Dezember), aber das Cover von Glen Orbik ist schon fertig:

ardai-fifty-to-one.jpg

Genau so sehen wir Krimifans uns doch gerne: eine schöne Frau im Arm, ein Dutzend Krimis vor uns, die uns beim Lösen der wichtigen Fragen in einem Mordfall helfen sollen. Charles Ardai wird uns in seinem Roman erzählen, was geschieht, wenn dieser Wunsch in Erfüllung geht:

CELEBRATING 50 YEARS OF HARD CASE CRIME!

Okay, not really. But what if, instead of having been founded 50 books ago, Hard Case Crime had been founded 50 years ago, by a rascal out to make a quick buck off the popularity of pulp fiction? Such a fellow might make a few enemies—especially after publishing a supposed non-fiction account of a heist at a Mob-run nightclub, actually penned by an 18-year-old showgirl. With both the cops and the crooks after them, our heroes are about to learn that reading and writing pulp novels is a lot more fun than living them…

Eine Möglichkeit andere Krimifans zu treffen bietet die diesjährige Criminale vom 16. bis zum 20. April in Wien.  Inzwischen ist das Programm online.

Die Western Writers of America (WWA) hat ihre diesjährigen Spur Awards verliehen. Die meisten Autoren dürften, schließlich werden Western kaum ins Deutsche übersetzt, hier gänzlich unbekannt sein. Nur der Mann, der den Preis für sein Lebenswerk (Owen Wister Award for Lifetime Contribution) bekommen hat, ist auch bei Krimifans ein alter bekannter: Tony Hillerman. Er schreibt die Serie um die beiden Navajo-Polizisten Joe Leaphorn und Jim Chee. WWA-Präsident Cotton Smith sagt: “Tony Hillerman is truly a national treasure, bringing all of us wonderful stories of the modern West while giving us memorable glimpses of the distinctive ways of the Navajo Nation.”


Krimiwelt nennt „Die 10 besten Krimis 2007“

März 14, 2008

Die Macher der Krimiwelt präsentieren nicht nur jeden Monat eine Bestenliste mit zehn empfehlenswerten Krimis, sondern auch jedes Jahr auf der Leipziger Buchmesse eine Liste mit den zehn besten, im deutschsprachigen Raum veröffentlichten Kriminalromanen. Diese sind:

1          James Sallis: Driver

2          Matti Rönkä: Der Grenzgänger

3          Fred Vargas: Die dritte Jungfrau

4          Peter Temple: Kalter August

5          Heinrich Steinfest: Die feine Nase der Lilli Steinbeck

6          Astrid Paprotta: Feuertod

7          Massimo Carlotto: Arrivederci amore, ciao

8          John Harvey: Schrei nicht so laut

9          Ian Rankin: Im Namen der Toten

10       Andrea Maria Schenkel: Kalteis

 

Bei der Präsentation in der sonnendurchfluteten Glashalle war ich nur vom ersten und letzten Platz überrascht. Dass James Sallis mit „Driver“ auf den ersten Platz kommt, hätte ich nicht erwartet. Dass Andrea Maria Schenkel nach dem allgemeinen Lob und einer zweimaligen Platzierung auf dem ersten Platz der Monatsliste nur auf den letzten Platz kommt, hatte ich ebenfalls nicht erwartet. Ich hätte sie, weil die Jahresbestenliste eine Auswahl der Monatsbestenliste ist, auf einem der vorderen Plätze erwartet. Doch sie ist das im Rückblick: einige hochgelobte Bücher sind doch nicht so gut, einige weniger gelobte sind besser.

Etwas überrascht hat mich das Fehlen von Martin Cruz Smith und seinem neuesten Roman „Stalins Geist“. Denn von dem im Dezember erschienenen Roman scheinen die Krimiwelt-Kritiker stockbesoffen vor Begeisterung zu sein. Damit gehört er doch eigentlich, wie der wenige Wochen früher erschienene Rebus-Roman „Im Namen der Toten“ von Ian Rankin in das vergangene Jahr und nicht in dieses Jahr.


Oh weh

März 14, 2008

Das ist ein ausgezeichnet Beispiel für mein Bevorzugen von US-amerikanischer und englischer Krimiware gegenüber deutscher:

 

STARK

Sie standen Wilson nahe?

 

ZINGER (Investmentberater)

Was heißt nah? Wir hatten beruflich miteinander zu tun. Als er nach Berlin kam haben wir uns kennen gelernt – und angefreundet. Ja.

 

RITTER

Was heißt beruflich?

 

ZINGER

Ted ist die Nr. 1 einer internationalen Kapitalanlagegesellschaft, Blue Mountain Invest, die auch hier in Berlin aktiv ist.

 

RITTER

Und was treibt Blue Mountain Invest so in Berlin?

 

ZINGER

Wir bereiten eine Übernahme vor.

 

STARK

Was heißt „wir“? Arbeiten Sie denn auch für diese Gesellschaft?

 

ZINGER

Nicht direkt. Ich bin Scout.

 

RITTER

Das müssen Sie mir mal erklären.

 

ZINGER

Also, ein Scout nimmt Firmen unter die Lupe. Analysiert deren wirtschaftliche Situation. Und wenn er eine Firma findet, die reif für eine Übernahme ist, dann bietet er sie einem Investmentfonds an. Hedge-Fonds oder Private Equity, wenn Sie davon schon mal gehört haben.

 

Ich würde jeden Satz dieses Auszuges aus dem Drehbuch von Hartmann Schmige für den neuen RBB-Tatort „Tod einer Heuschrecke“ mit den Kommissaren Till Ritter und Felix Stark ändern. Wenn ich allerdings während des Sehens mit dem Redigieren beschäftigt bin, kann ich nicht in den Film eintauchen.


Ausgewählte Frühjahrsmorde 2008: Viele Thriller und etwas Hardcore

März 12, 2008

Über den Heyne-Verlag muss eigentlich nichts gesagt werden; – außer dass die Freunde des traditionellen britischen Krimis mit diesen Taschenbüchern wenig Freude haben werden. Horror-Fans, Thriller-Aficionados und Freunde der härteren Gangart werden dagegen nicht nur in der Hardcore-Reihe glänzend bedient.

 

April

Meg Gardiner: Schmerzlos (Ein Klassentreffen endet in einem Blutbad. Denn ein unbekannter will den Jahrgang auslöschen. Evan Delaney will wenigstens einige retten.)

Hugh Laurie: Bockmist (wenn ich’s richtig im erkenne, ist das die im Original 1996 erschienene Krimikomödie „The Gun Seller“ von „Dr. House“-Laurie.)

Ben Mezrich: 21 (eine wahre, jetzt verfilmte Geschichte über sechs Studenten, die in Las Vegas die Bank sprengen)

David Peace: 1980 (Habe ich bereits abgefeiert)

Charles Todd: Auf dünnem Eis (günstige Ausgabe zum Welttag des Buches)

 

Mai

Thomas Harris: Hannibal Rising

Thomas Harris: Die Hannibal-Lecter-Romane (Sammelband mit den ersten drei Hannibal-Romanen für einen Zehner. Wer sie noch nicht hat, sollte jetzt zuschlagen. „Roter Drache“ und „Das Schweigen der Lämmer“ sind wirklich gut.)

Charlie Huston: Blutrausch – Ein Joe-Pitt-Roman (Privatdetektiv Joe Pitt kloppt sich in New York mit rivalisierenden Vampirclans)

Daniel Kalla: Rage – Die Therapie (Diese Werbung hat etwas: „Für die Leser von John Katzenbach und Sebastian Fitzek.“ Mag stimmen, mag nicht stimmen. Aber dass Heyne in seinem Katalog auf Knaur-Autoren verweist, gehört wohl in die Kategorie „dumm gelaufen“)

Sascha Mamczak (Hrsg.): Das Science-Fiction-Jahr 2008 (Erstaunlich-erfreulich, dass der Heyne-Verlag jedes Jahr eine neue Ausgabe des Science-Fiction-Jahrbuchs mit Interviews, Hintergrundartikeln, wissenschaftlichen Artikeln, Buch-, Film- und Hörspielkritiken, druckt.)

Kyle Mills: Die letzte Mission (Die US-amerikanische Regierung ließ ihn im Stich. Jetzt soll er für sie wieder einmal die Kastanien aus dem Feuer holen. Aber er hat andere Pläne. – Tja, mit Jack Bauer wäre das nicht passiert. – Ansonsten: Lee Child, Vince Flynn und Gayle Lynds blurben.)

Tom Piccirilli: Killzone (Der viermalige Bram-Stoker-Preisträger stößt in Thriller-Gefilde vor. Weil „Killzone“ in der Hardcore-Reihe erscheint, ist es nichts für sensible Geister.)

 

Juni

Max Barry: Logoland (Satirischer Thriller über die Globalisierung.)

David Ellis: In Gottes Namen (soll ein intelligenter Serienkillerroman in der Tradition von Se7en sein. Ellis erhielt für „Line of Vision“ 2002 einen Edgar.)

Baden Kenney: Skalpell Nr. 5 (Eine Anwältin und ein Rechtsmediziner jagen einen Mörder)

Frédéric Molay: Die siebte Frau (Ein Pariser Kommissar jagt einen Serienkiller, der jeden Tag eine bestialisch ermordete Frau abliefert. – In Frankreich stand der Thriller für die Fans von Karin Slaughter monatelang auf den Bestsellerlisten.)

Patrick Robinson: Jagd in der Tiefe (oder: das Militär rettet die Welt.)

 

Juli

Paul Cleave: Die Stunde des Todes (Deutsche Erstausgabe von „The Killing Hour“. Der erste Roman des Neuseeländers war für den Ned-Kelly-Award nominiert. In seinem zweiten Roman erzählt er die Geschichte von Charly. Die Polizei hält ihn für einen zweifachen Frauenmörder. Charly behauptet, die Morde habe Cyris begangen. Aber niemand kennt Cyris.)

Meg Gardiner: Vermisst (Evan Delaney will die Wahrheit über den angeblichen Selbstmord seines Vaters herausfinden. Denn es gibt keine Leiche.)

Sebastian Junger: Tod in Belmont (Hochgelobtes True-Crime-Buch über einen brutalen Frauenmord 1963 in einem Vorort von Boston. Junger schrieb auch „Der Sturm“.)

Jack Ketchum: Amokjagd (Der Krimi über einen Gattenmord mit ungeahnten Konsequenzen erscheint in der Hardcore-Reihe und deshalb für sensible Geister nicht geeignet.)

Robert Ludlum/Patrick Larkin: Das Moskau-Virus

Matt Richtel: Süchtig (Ein Journalist entgeht knapp einem Bombenanschlag. Auf der Jagd nach den Tätern führt ihn die Spur nach Silicon Valley.)

Jed Rubenfeld: Morddeutung (Sigmund Freud jagt 1909 in New York einen diabolischen Killer. Ausgezeichnet mit dem Britisch Book Award)

 

August

Massimo Carlotto: Arrivederci Amore, Ciao (wurde im vergangenen Jahr ziemlich abgefeiert.)

James Conan: Die Stadt der dunklen Herzen (Mörderjagd in Chicago 1893 kurz vor der Weltausstellung)

Dean Koontz: Todesregen (klingt nach einem Invastionsthriller: Silbriger Regen. Strom fällt aus. Die Sloans suchen ihre Freunde in einer Welt, die sich in ein geisterhaftes Labyrinth verwandelt hat.)

Richard Laymon: Der Keller (Horrorthriller)

Guillermo Martinez: Die Pythagoras-Morde (mit Elijah Wood und John Hurt verfilmter Rätselkrimi über die Jagd nach einem Serienkiller in Oxford. Er soll mit mathematischer Logik zur Strecke gebracht werden.)

Joshua Spanogle: Makellos (Medizinthriller)

Charles Todd: Der Schatten des Teufels (Inspector Rutledge ermittelt)

Kim Young-ha: Im Reich der Lichter (Nach zwanzig Jahren wird der Spion Gi-yeong Kim reaktiviert. Er soll nach Pjöngjang zurückkommen.)

 

September

Martina Cole: Die Tochter (Der gefürchtetste Mann Londons will seine Tochter rächen. Eine Polizistin versucht das schlimmste zu verhindern. Aber als Mutter kann sie den Rächer verstehen und sie fühlt sich zu ihm hingezogen.)

Vince Flynn: Der Verrat (Mitch Rapp soll herausfinden, wer den Präsidentschaftskandidaten der Demokraten umbringen will. – Eine kurze Meldung zu Flynn und seiner Rapp-Serie: die Filmrechte sind verkauft, es ist eine Spielfilmserie geplant und Autor und Produzenten blicken sehr optimistisch in die Zukunft.)

Chuck Hogan: Endspiele („Pulp Fiction als Literatur“ sagt Jeffery Deaver. Das klingt doch gut. Außerdem wurde der Thriller mit dem Hammett-Preis ausgezeichnet.)

Stieg Larsson: Verdamnis (Taschenbuch-Ausgabe des zweiten Bandes seiner Milkenium-Trilogie)

Alexander McCall Smith: Das Herz des fremden Toten (Miss Isabel Dalhousie will einem Psychologen helfen. Dieser leidet mit seinem neuen Herzen an seltsamen Visionen. – Ein Krimi mit Humor.)

 

Oktober

Paul Christopher: Das Rembrandt-Erbe (Zwei Erben finden auf einem gefälschten Rembrandt einen Hinweis auf einen verborgenen Schatz. Sie begeben sich auf Schatzsuche nach Borneo. Dummerweise haben sie noch einige Konkurrenten.)

Michael Connelly: Kalter Tod (Harry Bosch ermittelt wieder. „The Overlook“ war ursprünglich ein Fortsetzungsroman im New York Times Sunday Magazine und wurde von Connelly für die Buchausgabe erweitert.)

Joe Hill: Blind (Taschenbuch-Ausgabe des im vergangenen Jahr abgefeierten Debüts des Sohns von Stephen King.)

Dean Koontz: Intensity (Oregon: Ein psychopathischer Mörder wütet. Chyna wehrt sich und verwickelt ihn in ein mörderisches Spiel.)

Richard Laymon: Die Show (Heyne Hardcore: Drei Jugendliche wollen im Sommer 1963 eine Vampirshow sehen und erleben ihr blaues Wunder)

John Lescroart: Dünnes Eis (Justiz-Thriller)

Stephen Woodworth: Die Sprache des Blutes (Ein Mystery-Thriller aus dem Reich von CSI und Ghost Whisperer.)

 

 

Fett Kursiv sind die Titel gedruckt, auf die ich mich besonders freue.

 

Und hier geht’s zu den vorherigen Teilen:

Blanvalet Hardcover, Heyne Hardcover, Manhattan, Page & Turner, Rotbuch

Blanvalet, Goldmann Taschenbuch

Alexander Verlag, Edition Nautilus, Pendragon, Unionsverlag, Pulp Master, vgs

Emons, Gmeiner, Grafit


Die Gumshoe-Nominierungen

März 11, 2008

Mystery Ink hat ihre Nominierungen für die besten Kriminalromane, die 2007 zum ersten Mal in den Vereinigten Staaten publiziert wurden, veröffentlicht. Die Gewinner des diesjährigen Gumshoes Award werden am 21. April bekannt gegeben. 

Nominiert sind folgende Kriminalromane:

Bester Kriminalroman

James Lee Burke – Tin Roof Blowdown (Simon & Schuster)

John Connolly – The Unquiet (Atria)

Ariana Franklin – Mistress of the Art of Death (Putnam)

Charlie Huston – The Shotgun Rule (Ballantine)

Laura Lippman – What the Dead Know (William Morrow)

 

Bester Thriller

Lee Child – Bad Luck and Trouble (Delacorte)

Robert Crais – The Watchman (Simon & Schuster)

Joseph Finder – Power Play (St. Martin’s Press)

Michael Gruber – The Book of Air and Shadows (William Morrow)

Richard K. Morgan – Thirteen (Del Rey)

 

Bestes Debüt

Sean Chercover – Big City, Bad Blood (William Morrow)

Philip Hawley, Jr. – Stigma (Harper)

Lisa Lutz – The Spellman Files (Simon & Schuster)

Craig McDonald – Head Games (Bleak House Books)

Nick Stone – Mr. Clarinet (HarperCollins)

 

Eine schöne Liste bekannter Namen und oft besprochener Bücher. Einige, wie John Connolly, Charlie Huston, Lee Child und Joseph Finder, werden in den kommenden Monaten sicher auch in Deutschland veröffentlicht werden. Bei anderen – ich sage nur James Lee Burke und Robert Crais, vielleicht auch Sean Chercover – empfiehlt sich der Griff zum Original.


Jetzt das „Krimijahrbuch 2008“ bestellen

März 10, 2008

Watching the Detectives und Krimiblog haben es bereits gesagt: das „Krimijahrbuch 2008“ kann hier vorbestellt werden.

Wer es bis zum 30. März bestellt, muss nur 10 Euro bezahlen. Danach wird das wichtigste Sachbuch des Jahres (sag‘ ich als einer der Mitschreiber vollkommen unbescheiden) 12 Euro kosten.

Am Umfang hat sich, wie das gewohnt umfangreiche Inhaltsverzeichnis zeigt, allerdings nichts geändert.

Also: sofort vorbestellen – und gleich noch die anderen Krimijahrbücher mitbestellen.


Left Coast Crime verleiht Preise

März 10, 2008

Das diesjährige Left-Coast-Crime-Treffen in Denver, Colorado, hat ihre diesjährigen Preise verliehen:

 

Dilys Award: Thunder Bay, von William Kent Krueger (Atria)

 

Nominiert:

Her Royal Spyness, von Rhys Bowen (Berkley)

The Spellman Files, von Lisa Lutz (Simon & Schuster)

Silent in the Grave, von Deanna Raybourn (Mira)

The Blade Itself, von Marcus Sakey (St. Martin’s Minotaur)

 

The Lefty (for the most humorous mystery published in 2007):

Murder with Reservations, von Elaine Viets (NAL)

 

Nominiert:

The Penguin Who Knew Too Much, von Donna Andrews (St. Martin’s Minotaur)

Stuff to Die For, von Don Bruns (Oceanview Publishing)

Some Like It Hot-Buttered, von Jeff Cohen (Berkley)

Knee High von the Fourth of July, von Jess Lourey (Midnight Ink)

 

The Rocky (for the best mystery set in the Left Coast Crime geographical region in 2007):

The Girl with Braided Hair, von Margaret Coel (Berkley)

 

Nominiert:

Free Fire, von C.J. Box (Putnam)

Lost Dog, von Bill Cameron (Midnight Ink)

Stealing the Dragon, von Tim Maleeny (Midnight Ink)

False Fortune, von Twist Phelan (Poisoned Pen Press)

 

The Arty (for best cover art on a mystery novel published in 2007):

Her Royal Spyness, von Rhys Bowen (Berkley)

 

Nominiert:

Queenpin, von Megan Abbott (Simon & Schuster)

Isabella Moon, von Laura Benedict (Ballantine)

Silent Counsel, von Ken Issacson (Windermere Press)

Stealing the Dragon, von Tim Maleeny (Midnight Ink)

 

Einen herzlichen Glückwunsch an alle Preisträger.

 

(Dank an The Rap Sheet für die Infos. Dort hat Mark Coggins die vergangenen Tage von der Tagung berichtet.)


Ausgewählte Frühjahrsmorde 2008: Hardcovers und Hard Case Crime

März 7, 2008

Im vierten Teil der kleinen Vorschau auf demnächst erscheinende Kriminalromane werfen wir einen Blick auf die Hardcover-Programme (für die älteren Semester: Bücher im festen Einband) der großen Verlage und loben Rotbuch für seine neue Reihe

 

Blanvalet Hardcover

Mai

Caro Ramsay: Ich habe gesündigt (Absolution – Debüt: in Glasgow jagt DCI Alan McAlpine den Kruzifikiller)

 

Heyne Hardcover

März

Dean Koontz: Seelenlos (Forever Odd – Odd Thomas sucht einen entführten, kranken Freund. In einem ausgebrannten Indianercasino trifft er auf die Verkörperung des Bösen: eine Schamanin. Mystery-Thriller)

Stieg Larsson: Vergebung (Luftslottet som sprängdes – gewohnt seitenstarkter Abschluss der Trilogie um deas Ermittlerduo Blomkvist/Salander)

Mai

Sebastian Faulks (schreibt als Ian Fleming): Der Tod ist nur der Anfang (Devil May Care – Zeitgleich erscheint der neue James-Bond-Roman. Das wird einen großen Pressebohei geben, der durch den 100. Geburtstag von Ian Fleming am 28. Mai noch beflügelt wird. Abgeschlossen wird das Jahr mit dem neuen Bond-Film)

Patrick Robinson: Codename Viper (Ghost Force – Politthriller mit Admiral Morgan als Helden um den Kampf um die letzten Rohstoffreserven)

 

Manhattan

März

Stuart Archer Cohen: Der siebzehnte Engel (The Stone Angels – ein Polizist und eine Menschenrechtsexpertin suchen in Buenos Aires den Mörder eines Schriftstellers. – Zweiter Roman von Cohen; sein Debüt „Unsichtbare Welt“ erschien 2000)

Janet Evanovich: Kalt erwischt (Twelve Sharp – der neue Stephanie-Plum-Krimi)

 

Page & Turner

Februar

Lisa Unger: Der Fluch der Wahrheit (Die Abenteuer von Ridley Jones gehen weiter. Nachdem sie in „Das Gift der Lüge“ erfuhr, dass ihre Eltern nicht ihre Eltern sind, entdeckt sie jetzt auf alten Familienfotos einen seltsamen Mann. Sie will wissen, wer das ist. – Ohne mich. Denn das erste Ridley-Jones-Abenteuer gefiel mir überhaupt nicht.)

Juni

John Twelve Hawks: Dark River – Das Duell der Traveler (Fortsetzung von „Traveler“)

 

Rotbuch

März

Rob Alef: Das magische Jahr („Ein Schlüsselkrimi zu den 68ern“ meint der Verlag)

Lawrence Block: Abzocker

Ken Bruen/Jason Starr: Flop

Allan Guthrie: Abschied ohne Küsse (Hard Case Crime auf Deutsch. Sogar mit den Originalcovers. Da jubelt mein Noir-gestähltes Herz. Außerdem sind diese drei Krimis einfach spannend. Im „Krimijahrbuch 2006“ habe ich die Reihe bereits abgefeiert.)

April

Jürgen Ebertowski: Hungerkralle (Karl Meunier, der ehemalige Hotel-Adlon-Hausdetektiv, ermittelt im Nachkriegsberlin)

 

 

Fett Kursiv sind die Titel gedruckt, auf die ich mich besonders freue.

 

Und hier geht’s zu den vorherigen Teilen:

Blanvalet, Goldmann Taschenbuch

Alexander Verlag, Edition Nautilus, Pendragon, Unionsverlag, Pulp Master, vgs

Emons, Gmeiner, Grafit


Aufräumarbeiten mit meinen Lieblingen

März 6, 2008

R. i. P. Julian Rathbone (10. Februar 1935 – 28. Februar 2008)

Sarah Weinman hat die Nachrufe auf diesen zweimal für den Booker-Preis nominierten Thriller-Autor gesammelt.

Die März-Ausgaben der Krimi-Couch und von The Big Thrill, dem Online-Magazin der International Thriller Writers, sind online. Erstere mit Besprechungen der neuen und, seltener, nicht ganz so neuen Werke von Martin Cruz Smith, Joseph Wambaugh, Peter Temple, Sebastian Fitzek, Frank Göhre, den Krimi-Cops (überhaupt nicht begeistert), Yasmina Khadra, C. J. Box und, als Klassiker, Robert Edmond Alter.  Letztere mit einem Gespräch mit Ridley Pearson und vielen noch (?) nicht ins Deutsche übersetzten Autoren wie Reed Farrell Coleman.

Duane Louis (Swierczynski) schreibt, dass Michelle Monaghan (zuletzt „Gone Baby Gone“) die Filmrechte für „The Blonde“ (Blondes Gift) erworben hat.  Mal abwarten, ob aus der Option ein Film wird.

Bleiben wir in Hollywood: Vince Flynn hat einen Filmdeal mit CBS abgeschlossen. Seine Mitch-Rapp-Thriller sollen verfilmt werden. Amy Baer von CBS sagt:

With the Mitch Rapp series, Vince Flynn has created a relatable, modern, post-9/11 hero for the action/thriller genre. It is an amazing collection of creative material that offers tremendous potential for a smart, energizing new film franchise with appeal to a wide range of movie- going audiences.

Und nochmal Hollywood: Martin Scorsese verfilmt Dennis Lehanes „Shutter Island“. Auch Max von Sydow spielt mit. Drehbeginn ist noch im März.

Irgendwie auch Hollywood: Richard Price wird im Moment in den USA abgefeiert. Ein Grund ist sein gerade veröffentlichter neuer Roman „Lush Life“. Er schrieb die verfilmten Romane „The Wanderers“, „Clockers“ und „Freedomland“. Er schrieb, um nur einige der bekanntesten zu nennen, die Drehbücher zu „Die Farbe des Geldes“ (The Colour of Money),  „Sea of Love“, „Night and the City“, „Kiss of Death“, „Kopfgeld – Einer wird bezahlen“ (Ransom), „Shaft“ und einige Bücher für „The Wire“ (Hey, wenn kein TV-Sender die Cop-Serie bringen will, soll sie endlich auf DVD veröffentlicht werden.). In der einstündigen Sendung „All over the Map“ von titlepage.tv sprach er über seinen neuen Roman und seine Arbeitsweise.  Bei Critical Mass gab es die Price-Woche mit Scott Phillips, Rafiyq AbdellahLarry Mulane, Georges Pelecanos und Dennis Lehane über „Clockers“, einem dreiteiligen Interview mit Richard Price (Teil 1, Teil 2, Teil 3) und Richard Price in der Charlie Rose Show.

Ebenfalls in Critical Mass sagt Michael Connelly, welche fünf Krimis man unbedingt haben muss.  Gegen diese Liste habe ich keine Einwände (außer vielleicht, dass ein Buch von Connelly fehlt).

Evil-E unterhält sich mit dem Otto Penzler. Er erzählt von seiner Begegnung mit Patricia Highsmith (nicht so erfreulich) und sucht immer noch einen Nachfolger für Ross Thomas:
The spectacularly gifted Ross Thomas was in a class by himself.  The closest I’ve ever read is Thomas Perry, whose Metzger’s Dog was so Ross Thomas-like that I almost thought Ross had written it under a pseudonym.  Perry’s later books retain the similar, clear prose style, but the plots are not as varied as Thomas’.  If you ever read someone as good as Ross Thomas, please let me know immediately.

Crime Down Under unterhält sich mit australischen Krimiautoren. Dabei ist auch Peter Temple.

Dank Krimiblog-Ludger ist jetzt die Ausschreibung zum Ripper Award geändert worden. Jetzt wird der Name überhaupt nicht mehr erklärt. Aber dafür ist der Text ziemlich unlesbar durchgegendert.


Die zwanzigsten Agatha-Nominierungen

Februar 29, 2008

Aus reinem Pflichtgefühl – immerhin trägt der „Agatha Award“ ihren Namen zu Ehren von Agatha Christie, ehrt daher traditionelle Kriminalromane (Cozys eben) und diese gehören nicht zu meiner bevorzugten Lektüre – gibt es die Nominierungen für den XX Agatha Award:

 

Bester Roman

The Penguin Who Knew Too Much, von Donna Andrews (St. Martin’s Minotaur)

Her Royal Spyness, von Rhys Bowen (Penguin Group)

Hard Row, von Margaret Maron (Grand Central Publishing)

A Fatal Grace, von Louise Penny (St. Martin’s Minotaur)

Murder With Reservations, von Elaine Viets (NAL)

 

Bestes Debüt

A Beautiful Blue Death, von Charles Finch ( St. Martin ’s Minotaur)

A Real Basket Case, von Beth Groundwater (Five Star)

Silent In The Grave, von Deanna Raybourn (Mira)

Prime Time, von Hank Phillipi Ryan (Harlequin)

 

Bestes Sachbuch

Arthur Conan Doyle: A Life In Letters, von Charles Foley, Jon Lellenberg , and Daniel Stashower (Penguin Press)

The Official Nancy Drew Handbook, von Penny Warner (Quirck Productions)

 

Beste Kurzgeschichte

„A Rat’s Tale“, von Donna Andrews (Ellery Queen Mystery Magazine Sept/Oct, 2007)

„Please Watch Your Step“, von Rhys Bowen (The Strand, Spring, 2007)

„Casino Gamble“, von Nan Higginson (Murder New York Style, L & L Dreamspell)

„Popping Round To The Post“, von Peter Lovesey (Ellery Queen Mystery Magazine, November, 2007)

„Death Will Clean Your Closet“, von Elizabeth Zelvin (Murder New York Style, L & L Dreamspell)

 

Bestes Kinder-/Jugendbuch

A Light In The Cellar, von Sarah Masters Buckey (American Girl)

Bravo Zulu, Samantha!, von Kathleen Benner Duble (Peachtree Publishers)

Cover-Up: Mystery At The Super Bowl, von John Feinstein (Knopf [Random House])

The Falconer’s Knot, von Mary Hoffman (Bloomsbury USA Childrens‘ Books)

Theodosia And The Serpents Of Chaos, von R.L. LaFevers (Houghton Mifflin)

 

Der Preis wird am 26. April verliehen. Erstmals wurde der Agatha-Preis 1989 an Carolyn G. Hart für „Something Wicked“ als bester Roman und Elizabeth George für „A Great Deliverance“ als bestes Debüt verliehen.

 

(Dank an David J. Montgomery für die Infos)


Wer ist Diablo Cody?

Februar 27, 2008

In der Kurzfasung ist sie der amerikanische Traum: sie schrieb ein Drehbuch, es wurde verfilmt, das Publikum stürmte in die Kinos, die Kritik liebte den Film und jetzt erhielt sie den Oscar für das beste Drehbuch des Jahres.

„Juno“ heißt die Komödie über eine schwangere Sechzehnjährige. Sie startet am 20. März in Deutschland. Bis dahin kann das Drehbuch (natürlich im Original) oder ein Interview mit Diablo Cody gelesen werden.

Aktuell gibt es bei Planet Interview (auch im Jugendmagazin der Süddeutschen Zeitung „jetzt“),  Stern, MSPMag (etwas älter, auf englisch und ausführlich) oder NewsBlaze (dit0) Interviews mit ihr.

Außerdem bloggt Diablo Cody und bei Entertainment Weekly hat sie eine Kolumne.


Wahre Worte

Februar 26, 2008

über die Defizite deutscher Serien bei den Privatsendern und die Grundlagen des Schreibens von TV-Serien. Formuliert von Jörg Tilmes (Storyfabrik).


Oscars 2008

Februar 25, 2008

Die Oscars sind vergeben. Die Coen-Brüder haben einige erhalten: bester Film, beste Regie, bestes Drehbuch, beste Nebenrolle. Ihre Cormac-McCarthy-Verfilmung „No Country for Old Men“ startet am Donnerstag. Ebenso, nach einigen Verschiebungen, Tony Gilroys Thriller „Michael Clayton“. Tilda Swinton erhielt den Oscar für die beste Nebenrolle.

Aber am meisten freut mich der Oscar für den besten Dokumentarfilm. „Taxi to the Dark Side“ erhielt ihn.  Ich durfte die beeindruckende Doku über folternde US-Soldaten im Kampf gegen den Terror während des letzten One-World-Berlin-Filmfestivals präsentieren.

Die Drehbücher zu „Juno“ und „No Country for Old Men„, nach Ansicht der Juroren die besten verfilmten Drehbücher des vergangenen Jahres, gibt es online.  Die Nominierten – und einige Drehbücher aus Filmen, die in anderen Kategorien nominiert waren – ebenso. Eine umfassende Liste gibt es bei Simply Scripts.


Ein Strauß Buntes

Februar 25, 2008

R. i. P. Robin Moore (31. Oktober 1925 – 21. Februar 2008)

Er schrieb den erfolgreich verfilmten Tatsachenroman „The French Connection“. In der New York Times erschien ein Nachruf.

R. i. P. Stephen Marlowe (7. August 1928 –  22. Februar 2008)

Der Krimiautor (er publizierte unter seinem Geburtsnamen Milton S. Lesser, Spephen Marlow [die Drumbeat-Romane], Jason Ridgway und einmal auch als Ellery Queen) wurde 1997 von der Private Eye Writers of America (PWA) für sein Lebenswerk geehrt. Hier geht’s zum von AP geschriebenen Nachruf.

(via The Rap Sheet)

„Plots with Guns“ ist zurück mit einem gut geschnürten Päckchen Kurzgeschichten und Bildern von Frauen mit Wummen, garniert mit dem Spruch „Noir is now“.

Watch the Skies: Der amerikanische Verlag Tor/Forge (zu seinen Nicht-S-F-Autoren gehören Max Allan Collins, Loren D. Estleman, Stuart M. Kaminsky, Andrew Klavan, Tim Willocks, F. Paul Wilson; – oh, und Andreas Eschbach ist auch dabei) bietet jede Woche den Link zu einem kostenlosen Download von einem Science-Fiction-Roman an.  Diese Woche hat Tor in  „Watch the Skies“ den Hugo-nominierten Roman „Old Man’s War“ von John Scalzi.

Vor den Oscar gibt’s die Razzies. Die Gewinner sind hier zu finden.  Lindsay Lohan, Eddie Murphy und „I know who killed me“ (Ich weiß, wer mich getötet hat) sind vielleicht etwas überrepräsentiert.

Und diese Meldung ist einfach grandios. Da spricht ein wahrer Schnellmerker.


Hollywood klopft an meine Tür

Februar 23, 2008

Das ist doch eine gute Überschrift für diese Meldung: Hollywood-Drehbuchautor Lee Goldberg weist in seinem immer lesenswerten Blog „A Writer’s Life“ auf meine Besprechungen der von ihm geschriebenen Monk-Romane hin.


KrimiWelt-Bestenliste März 2008

Februar 23, 2008

Was empfiehlt die KrimiWelt-Bestenliste für den März? Diese Kapitalverbrechen:

1          (1)       Martin Cruz Smith: Stalins Geist (Stalins Ghost, 2007)

Aus dem Englischen von Rainer Schmidt

C. Bertelsmann, geb., 368 S. 19,95 €

2          (-)        Robert Littell: Die Söhne Abrahams (Vicious Circle, 2006)

Aus dem Englischen von Ulrike Wasel und. Klaus Timmermann

Scherz, geb., 352 S., 17,90 €

3          (-)        Peter Temple: Shooting Star (Shooting Star, 1999)

Aus dem Englischen von Hans M. Herzog

C. Bertelsmann, geb., 288 S., 17,95 €

4          (6)       Arimasa Osawa: Der Hai von Shinjuku – Rache auf Chinesisch

Aus dem Japanischen von Katja Busson

Cass, geb., 324 S., 19,80 €

5          (2)       Gianrico Carofiglio: Das Gesetz der Ehre (Ragionevoli dubbi, 2006)

Aus dem Italienischen von Claudia Schmitt

Goldmann, geb., 272 S., 19,95 €

6          (4)       Tom Rob Smith: Kind 44

Aus dem Englischen von Armin Gontermann

DuMont Buchverlag, geb., 508 S., 19,90 €

7          (-)        Åke Edwardson: Rotes Meer

Aus dem Schwedischen von Angelika Kutsch

Ullstein, geb., 364 S., 19,90 €

8          (-)        Xavier-Marie Bonnot: Der große Jäger

Aus dem Französischen von Tobias Scheffel

Zsolnay, geb., 464 S., 19,90 €

9          (-)        Linus Reichlin: Die Sehnsucht der Atome

Eichborn Berlin, geb., 368 S., 19,95 €

10       (-)        Jean-Christophe Rufin: 100 Stunden

Aus dem Französischen von Brigitte Große und Claudia Steinitz

S. Fischer, geb., 558 S., 19,90 €

 

In der Klammer ist der Platz des Vormonats.

 

Martin Cruz Smith und Gianrico Carofiglio habe ich bereits abgefeiert. Die beiden Neuzugänge Robert Littell und Peter Temple demnächst.  Die anderen Krimis finde ich nicht so interessant.

David Peace mit seinem Abschluss des Red Riding Quartetts, „1983“ (Nineteen Eighty Three, 2002) dürfte sich nächsten Monat auf der Liste befinden. Denn der Roman hat schon etwas. Ich habe ihn heute gelesen und bin noch etwas unentschlossen mit meiner endgültigen Bewertung. Der Krimiplot, die Jagd nach dem Yorkshire-Ripper, ist kaum noch vorhanden. Dafür ist „1983“ auf mehreren Zeitebenen und mit mehreren Erzählern ziemlich komplex komponiert. Ich denke, „1983“ funktioniert als Rap besser als als still gelesenes Buch. Denn vorgelesen kann diese Sprache mit ihren zahlreichen Wiederholungen einen Sog entwickeln, den der Text so nicht hat. Ich meine, wer beginnt nicht Worte und Zeilen zu überfliegen, wenn sie sich in kurzen Abständen wortwörtlich, manchmal auch mit kleinen Variationen, wiederholen? Aber vorgelesen ist das etwas anderes.

 

Auf der Leipziger Buchmesse stellt die Krimiwelt ihre Liste der zehn besten Krimis des Jahres 2007 vor.