R. i. P. Tom Mankiewicz

August 4, 2010

R. i. P. Tom Mankiewicz (1. August 1942 – 31. Juli 2010)

Am Samstag starb der Drehbuchautor und Regisseur Tom Mankiewicz in seinem Haus in Los Angeles. Er hatte Krebs.

Am bekanntesten ist der Sohn von Joseph L. Mankiewicz (Die barfüßige Gräfin, Cleopatra, Mord mit kleinen Fehlern) für seine Drehbücher. Er schrieb die Bücher für die Bond-Filme „Diamantenfieber“, „Leben und sterben lassen“ und „Der Mann mit dem goldenen Colt“ und war auch in „Der Spion, der mich liebte“ und „Moonraker“ involviert. Außerdem schrieb er die Bücher für „C. R. A. S. H.“, „Cassandra Crossing“, „Der Adler ist gelandet“, „Der Tag des Falken“ und „Schlappe Bullen beißen nicht“; diese „Dragnet“-Parodie inszenierte er auch. Er überarbeitete die Drehbücher für die ersten zwei „Superman“-Filme mit Christopher Reeve als Superman. Auch bei anderen Filmen und Serien, wie „Die Tiefe“, „Gremlins“ und „Columbo“, war er Skript-Doktor und Berater. Bei der 80er-Jahre-Krimiserie „Hart aber herzlich“ war er als Autor, Regisseur und Berater involviert.

Er verschaffte uns in allen Genres, mit einem Schwerpunkt auf Krimis und Komödien, einige entspannende Kinostunden. Denn, wie er 1987 dem Miami Herald sagte: „I don’t apologize for entertaining people.“

Nachrufe gibt es bei Reuters/Hollywood Reporter, im Telegraph, der L. A. Times, der Washington Post und Go into the Story.

Weitere Informationen bei Wikipedia (deutsch, englisch).


R. i. P. Willem Breuker

Juli 29, 2010

R. i. P. Willem Breuker (4. November 1944 – 23. Juli 2010)

Es ist schon einige Tage her, aber so richtig gemeldet wurde es bei uns nicht: der holländische Free-Jazzer Willem Breuker ist tot.

Der Multiinstrumentalist und Leiter des „Willem Breuker Kollektief“ war einer der bekanntesten Vertreter der niederländischen Variante des Free-Jazz, in dem Humor, Burleske, Parodie und kindliche Freude am Spiel Hand in Hand gehen.

Willem Breuker hat Mitte der siebziger Jahre, in einer Zeit, als unausgesprochene Dogmen und übertriebener Ernst den europäischen Free Jazz kennzeichneten, mit seinem burlesken Humor und seinem clownesken Musiktheater befreiend gewirkt. Er verfremdet und persifliert die Populärmusik des 19. Jahrhunderts – Polka, Operette, Walzer, Marsch, Tango -, geht in seinen Verballhornungen aber auch bis zu lebenslustigen, augenzwinkernden Attacken auf die Welt der Avantgarde; man ihn einen ‚Kurt Weill des Jazz‘ genannt.“ (Joachim-Ernst Berendt, Das Jazzbuch, 2007)

Nachrufe gibt es in der Frankfurter Allgemeine Zeitung (Wolfgang Sandner), NMZ – Neue Musikzeitung (Michael Ernst), Stern (die DPA-Meldung) New York Times (Nate Chinen), NPR (Kevin Whitehead) und All about Jazz.

Weitere Infos bei Wikipedia (deutsch, englisch, niederländisch).

Und jetzt eine kurze Dokumentation über das Willem Breuker Kollektief:



R. i. P. Frank Giering

Juni 24, 2010

R. i. P.: Frank Giering (23. November 1971 – 23. Juni 2010)

Via Zeit Online habe ich erfahren, dass Frank Giering am Mittwochabend gestorben ist. Die Todesursache ist noch nicht bekannt.

Die Berliner Zeitung schreibt:

Giering wurde von dessen Stiefvater in seiner Wohnung an der Kantstraße in Berlin-Charlottenburg gefunden, der die Polizei alarmierte. In der Wohnung im 6. Obergeschoss diagnostizierten Feuerwehrsanitäter einen Herz- und Kreislaufstillstand und alarmierten einen Notarzt. Dieser versuchte noch eine Stunde und 14 Minuten lang, den Leblosen zu reanimieren. Um 22.13 Uhr gab er schließlich auf.

Die Polizei hat nach Angaben eines Sprechers bisher keine Anhaltspunkte für ein „Fremdverschulden“.

In jedem Fall hat uns einer der beeindruckensten jungen Schauspieler verlassen. Er debütierte in „Ebbies Bluff“. Mit Michael Hanekes „Funny Games“ hatte er seinen Durchbruch als psychopathischer Killer. Später spielte er in „Absolute Giganten“ eine vollkommen andere Rolle. Danach kamen „Gran Paradiso“, „Ein mörderischer Plan“, „Baader“, „Gangster“, „Die Spielerin“, „Störtebeker“, eine Gastrollen in der Crime-Comedy-TV-Spielfilmserie „Blond, Eva Blond“, der Lena-Odenthal-Tatort „Der glückliche Tod“ (über Sterbehilfe) und ein Ensemblepart in der Krimiserie „Der Kriminalist“.

Die ersten Nachrufe gibt es im Tagesspiegel, Die Welt, Süddeutsche Zeitung, Berliner Zeitung, FocusFrankfurter Allgemeine Zeitung und Frankfurter Rundschau.


R. i. P. Dennis Hopper

Mai 30, 2010

R. i. P. Dennis Hopper (17. Mai 1936 – 29. Mai 2010)

Diese Todesnachricht ist keine Überraschung: Dennis Hopper starb am Samstag in seinem Haus im kalifornischen Venice. Er hatte Prostatakrebs.

Sein letzter großer öffentlicher Auftritt als todkranker Mann war am 26. März als er seinen Stern auf dem Walk of Fame in Hollywood erhielt. Gleichzeitig gab es sehr unschöne Meldungen über seine Erben, die sich an seinem Todesbett über das Geld stritten.

Dieser kleinliche Streit überschattet aber nicht sein immenses Werk als Schauspieler und Regisseur. Nach der IMDB spielte Dennis Hopper er zwischen 1954 und 2010 in über zweihundert Filmen und TV-Serien mit. Vieles davon, vor allem in den letzten Jahren, ist nur Müll, den er zum Geldverdienen mit seiner Anwesenheit beehrte. Aber er spielte auch in vielen Klassikern mit. Dazu gehören, zwischen Hollywood-Mainstream, Blockbustern und Independent pendelnd, „…denn sie wissen nicht was sie tun“ (Rebel without a cause, USA 1955), „Giganten“ (Giant, USA 1955, wieder mit James Dean), „Zwei rechnen ab (Gunfight at the O.K. Corral, USA 1957), „Die vier Söhne der Katie Elder“ (The four Sons of Katie Elder, USA 1965), „Der Trip“ (The Trip, USA 1967), „Der Unbeugsame“ (Cool Hand Luke, USA 1967), „Hängt ihn höher“ (Hang ‚em high, USA 1968), „Der Marshall“ (True Grit, USA 1969), „Der amerikanische Freund“ (D 1977), „Apocalypse Now“ (USA 1979), „Rumble Fish“ (USA 1983), „Das Osterman-Weekend“ (USA 1983), „White Star“ (D 1983; wahrscheinlich kennt niemand diesen Roland-Klick-Film), „Blue Velvet“ (USA 1986), „Indian Runner“ (USA 1991), „Red Rock West“ (USA 1993), „True Romance“ (USA 1993), „Speed“ (USA 1994), „Waterworld“ (USA 1995), „The Blackout“ (USA 1997), „Land of the Dead“ (USA 2005), „Palermo Shooting“ (D 2008) und dann war er noch der Bösewicht in der ersten Staffel von „24“. Er spielte wahrscheinlich mit jedem bekannte Schauspieler der letzten fünfzig Jahre und wahrscheinlich jeder renommierte Regisseur gab oder versuchte ihm Anweisungen zu geben.

Er inszenierte „Easy Rider“ (USA 1969), „The last Movie“ (USA 1971), „Explodierende Träume“ (Out of the Blue, USA 1980), „Colors – Farben der Gewalt“ (USA 1988) und „The hot Spot – Spiel mit dem Feuer“ (The hot Spot, USA 1990). Das ist zwar ein schmales, aber letztendlich beeindruckendes Werk mit einer hohen Klassikerdichte.

Nachrufe gibt es bei Spiegel Online, Die Zeit, Focus, Süddeutsche Zeitung – und bei The Hollywood Interview ein Interview vom November 2008 mit Dennis Hopper.

Weitere werden kommen.


R. i. P. Peter O’Donnell

Mai 5, 2010

R. i. P. Peter O’Donnell (11. April 1920 – 3. Mai 2010)

Peter O’Donnell war ein enorm produktiver Autor und der Erfinder von Modesty Blaise. Ihren ersten Auftritt hatte sie 1963 als Comicfigur in der Londoner Zeitung „Evening Standard“. Sie wurde schnell populär. Die Comics erschienen bis 2001. 1966 entstand ein Film. Regie führte Joseph Losey, Monica Vitti übernahm die Hauptrolle und geplant war sicher eine ähnlich langlebige Serie wie bei James Bond. Während der Produktion entstand die Idee für eine Serie von Modesty-Blaise-Romane. Zwischen 1965 und 1985 schrieb Peter O’Donnell elf Romane und einige Kurzgeschichte, die auch in Sammelbänden veröffentlicht wurden.

Modesty Blaise ist die weibliche Version von James Bond, aber während Bond als Geheimagent ihrer Majestät letztendlich nur ein vergnügungssüchtiger Beamter ist, arbeitet sie auf eigene Rechnung, war die Chefin des internationalen Verbrechersyndikats „Das Netz“ und übernimmt inzwischen Spezialaufträge des britischen Außenministeriums. Sie hat Freunde, sammelt Kunst und kann mühelos eine Bande Verbrecher verkloppen. Sie ist das Vorbild für die modernen Action-Heldinnen wie Lara Croft.

Als Madeleine Brent schrieb O’Donnell historische Abenteuerromane.

Peter O’Donnell starb am 3. Mai 2010. Er hatte Parkinson.

Nachrufe gibt es in der Times, Guardian, Shotsmag, Make Mine Mystery, Bleeding Cool und Krimiblog.

Weitere Informationen über Peter O’Donnel bei Wikipedia (deutsch, englisch), Kaliber .38 und Unionsverlag (seinem letzten deutschsprachigem Verlag).


R. i. P. Peter Herbolzheimer

März 30, 2010

R. i. P. Peter Herbolzheimer (31. Dezember 1935 – 27. März 2010)

Mit Peter Herbolzheimer ist eine der wichtigsten Persönlichkeiten des deutschen Jazz gestorben. Als Bigbandleiter begleitete er mit seiner 1969 gegründeten „Rhythm Combination & Brass“ US-Größen wie Dizzy Gillespie, Stan Getz, Nancy Wilson, Clark Terry, Nat Adderley, Toots Thielemans, Gerry Mulligan und Al Jarreau. Er schrieb die Musik für die Eröffnung der Olympischen Spiele 1972 in München. In TV-Sendungen wie „Bios Bahnhof“ und dem „ZDF Jazzclub“ erreichte er ein Millionenpublikum. Sein Geniestreich war 1987 die Gründung des Bundesjugend-Jazzorchesters (BuJazzO), das er zwanzig Jahre leitete und unter seiner Ägide zur Talentschmiede wurde. Till Brönner, Claudio Puntin, Steffen Roger Cicero, Michael Wollny und Peter Weniger gehörten zum BuJazzO.

Herbolzheimer starb am Samstag in der Kölner Universitätsklinik an einer schweren Krankheit.

Nachrufe gibt es in der Spiegel Online (dpa), Der Standard, Tagesspiegel (Christian Schröder), Frankfurter Allgemeine Zeitung (Wolfgang Sandner), Badische Zeitung (Reiner Kobe), WDR (Interview mit Bernd Hoffmann) und der Frankfurter Rundschau (Hans-Jürgen Linke).


R. i. P. Robert Culp

März 25, 2010

R. i. P. Robert Culp (16. August 1930 – 24. März 2010)

Mit der Serie „Tennisschläger und Kanonen“ (I Spy, USA 1965 – 1968) wurde Robert Culp zum Star. Der von ihm inszenierte Privatdetektivfilm „Magnum Heat“ (Hickey & Boggs, USA 1972, Drehbuch: Walter Hill) wurde zu einem Kultfilm. Er spielte in vier Columbo-Folgen mit, hatte Gastspiele in zahlreichen weiteren TV-Serien und tragende Rollen in vielen TV-Filmen und Spielfilmen, wie „Die Akte“ (The Pelican Brief, USA 1993).

Robert Culp stürzte, so die Polizei, vor seinem Haus in Los Angeles und verletzte sich tödlich am Kopf. Nach Culps Manager ist die offizielle Todesursache ein Herzanfall nach dem Sturz.

Die ersten Nachrufe gibt es in der Los Angeles Times, Washington Post, New York Daily News, Yahoo (deutsche AP-Meldung) und ORF (Kurzmeldung).

Update (25. 3. 2010): Nachrufe in der New York Times, Los Angeles Times, Baltimore Sun (AP-Meldung) und The Rap Sheet.

Heute Abend läuft um 22.15  Uhr auf SRTL die Columbo-Folge „Mord mit der linken Hand“ (Death lends a hand, USA 1971) mit Robert Culp als Bösewicht. Ray Milland spielt ebenfalls mit.

Am Montag, den 29. März, läuft um 22.15 Uhr auf SRTL die Columbo-Folge „Wenn der Eismann kommt“ (The most crucial game, USA 1972) mit Robert Culp.

Update (26. 3. 2010): Nachrufe von Duane Swierczynski und Gerald So.


R. i. P. Peter Graves

März 15, 2010

R. i. P. Peter Graves (18. März 1925 – 14. März 2010)

1949 ging Peter Graves mit dem Ziel, der nächste Gary Cooper zu werden, nach Hollywood. Das wurde er nicht. Er wurde James Phelps in der legendären Agentenserie „Mission: Impossible“, die bei uns als „Kobra, übernehmen Sie“ (Orignal), „Unmöglicher Auftrag“ (Original) und „In geheimer Mission“ (Remake) ausgestrahlt wurde.

Dagegen verblassen seine anderen Rollen in zahlreichen TV-Filmen (wie „Der Feuersturm“ [Herman Wouk’s The Winds of War] und, als Lew Archer, in dem in Deutschland nicht gezeigten „The Underground Man“), Serienauftritte (unter anderem „Cold Case“, „Dr. House“, „Simon & Simon“ und, als Hauptdarsteller, in „Fury“) und Spielfilme, wie „Die Nacht des Jägers“ (The Night of the Hunter), „Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug“ (Airplane!) und „Die unglaubliche Reise in einem verrückten Raumschiff“ (Airplane II: The Sequel).

Er hatte vor seiner Wohnung in Pacific Palisades, Kalifornien, einen Herzanfall.

Eigentlich hieß er Peter Arness, aber er wollte nicht mit seinem Bruder James Arness, dem Marshall Dillon aus der langlebigen Westernserie „Rauchende Colts“ (Gunsmoke) verwechselt werden.

Nachrufe gibt es in im Spiegel, Guardian, L. A. Times und der New York Times.


R. i. P. Dick Francis

Februar 15, 2010

R. i. P. Dick Francis (31. Oktober 1920 – 14. Februar 2010)

Am Sonntag starb Dick Francis in seinem Haus auf Grand Cayman. In den frühen sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts sattelte der erfolgreiche Jockey vom Reiten auf das Schreiben um. Aber dem Reitsport blieb er treu. Denn seine über vierzig Krimis spielen im Reitmilieu. Die letzten schrieb er zusammen mit seinem Sohn Felix Francis.

Er erhielt drei Edgars, einen CWA Gold Dagger, den Cartier Diamond Dagger und den Malice Domestic Award für sein Lebenswerk und er ist Grandmaster der Mystery Writers of America,

Nachrufe gibt es in der New York Times, Guardian, Telegraph, Independent, Die Welt (dpa-Meldung), Neue Zürcher Zeitung (ddp-Meldung), The Rap Sheet und bei Confessions of an idiosyncratic mind (Dort gibt es auch eine umfangreiche Sammlung der Nachrufe).

Weitere Infos über Dick Francis bei Wikipedia (deutsch, englisch), Krimi-Couch und Fantastic Fiction.


R. i. P. Robert B. Parker

Januar 20, 2010

R. i. P. Robert B. Parker (17. September 1932 – 18. Januar 2010)

Am Montag starb Robert B. Parker am Schreibtisch beim Schreiben seines nächsten Romans.

Im Moment fehlen mir noch die Worte. Parker erneuerte mit seinen Spenser-Romanen in den Siebzigern den Privatdetektivroman. Später kamen noch die Serien mit Privatdetektivin Sunny Randall und Kleinstadt-Cop Jesse Stone und einige wenige Einzelwerke hinzu. Außerdem vollendete er das Manuskript „Poodle Springs“ von Raymond Chandler. Dieser Marlowe-Roman wurde mit James Caan verfilmt. Die Spenser-Romane bildeten die Vorlage für eine TV-Serie mit Robert Urich, die Stone-Romane für eine TV-Spielfilmreihe mit Tom Selleck.

Zuletzt veröffentlichte Robert B. Parker pro Jahr mehrere Romane, die, auch wenn die Geschichte nicht so gelungen war, immer wieder durch seine klare Sprache und den Humor überzeugten.

Harlan Coben sagte: “Wenn wir über Detektivromane sprechen, nennen ihn 90 Prozent von uns als Einfluss, und die anderen Lügen.”

Für Max Allan Collins ist Robert B. Parker einer der zehn wichtigsten Privatdetektiv-Autoren des zwanzigsten Jahrhunderts und George P. Pelecanos meinte: „Die zahllosen Imitationen der Spenser-Romane – und es gibt viele – haben unsere Wahrnehmung der Originale getrübt. Wir haben keine Lust mehr auf Spensers Söhne, also haben wir keine Lust mehr auf Spenser.“

Im Rap Sheet haben J. Kingston Pierce und Kevin Burton ihre Gedanken formuliert. Sarah Weinman in Confessions of an Idiosyncratic Mind (dort gibt es auch Links zu vielen weiteren Nachrufen).

Weitere Nachrufe gibt es in der Toronto Sun (ausführliche AP-Meldung), Boston Globe, Boston Herald und Washington Post.

Ich habe zuletzt über seinen ’neuesten‘ Spenser-Roman „Hundert Dollar Baby“ (Hundred Dollar Baby, 2006) geschrieben (dort gibt es auch einige weitere Links).


R. i. P. Dan O’Bannon

Dezember 18, 2009

R. i. P. Dan O’Bannon (30. September 1946 – 17. Dezember 1946)

Sein erstes Drehbuch war „Dark Star“, sein zweites „Alien“. In den folgenden Jahren blieb er immer in die „Alien“-Welt involviert. Gleichzeitig war er an einigen weiteren SF- und Horrorfilmen beteiligt, die teils Kassenknüller waren, teils Klassiker sind und manchmal sogar beides. Jedenfalls war er an den Drehbüchern für „Das fliegende Auge“ (Blue Thunder), „Lifeforce – Die tödliche Bedrohung“, „Invasion vom Mars“ (Invaders from Mars), „Total Recall – Die totale Erinnerung“ und „Screamers – Tödliche Schreie“ (noch eine Philip-K.-Dick-Verfilmung) beteiligt. Bei „Verdammt, die Zombies kommen“ (The Return of the Living Dead), nach seinem Drehbuch, und „Evil Dead – Die Saat des Bösen“ (The Resurrected) führte er auch Regie. Er war mehrmals für den Saturn Award und einmal für den Nebula Award nominiert.

Er starb nach einem kurzen Klinikaufenthalt. Aber sein Werk lebt weiter. So ist derzeit ein weiterer „Alien“-Film, an den wegen der Beteiligung von Ridley Scott (der, je nach Meldung, auch Regie führt), hohe Erwartungen geknüpft sind.

Die ersten Nachrufe sind bei Ain’t it Cool (die erste Meldung), Icons of Fright, Empire Online und Collider.


R. i. P. Stuart Kaminsky

Oktober 12, 2009

R. i. P. Stuart Kaminsky (29. September 1934 – 9. Oktober 2009)

Der enorm produktive Krimiautor starb am Freitag. In Deutschland war er vor allem für seine Serien um Porfiry Rostinikov, Toby Peters und Abe Lieberman bekannt. Nur wenige dürften seine Lew-Fonesca-Serie und seine beiden Jim-Rockford-Romane kennen. Denn in den vergangenen Jahren wurden seine Bücher nicht mehr übersetzt. Die Ausnahme waren seine drei „CSI: NY“-Romane „Der Tote ohne Gesicht“, „Blutige Spur“ und „Sintflut“.

Er schrieb über sechzig Kriminalromane, zahlreiche Kurzgeschichten, Sachbücher über den Film und die hochgelobte Biographien über Don Siegel, Clint Eastwood, John Huston und Gary Cooper. Außerdem war er einer der Drehbuchautoren von Sergio Leones „Es war einmal in Amerika“.

Stuart Kaminsky erhielt in den vergangenen Jahrzehnten für sein Werk zahlreiche Preise und wurde 2006 von Mystery Writers of America zum Grandmaster ernannt.

Stu was a prolific writer, and an important mentor for many writers, including me. No one understood the history of the noir form better, but his many different series covered many aspects of the genre. His Rostnikov books were so carefully researched that when he finally made it to Moscow, after the fall of the Iron Curtain, the Mayor of Moscow came to meet him personally to praise Stu for his deep understanding of a city that he’d never visited. (Sara Paretsky)

Nachrufe gibt es bei Krimiblog, Sarah Weinman, The Rap Sheet, Sarasota Herald Tribune, The Outfit (Sara Paretsky mit einigen persönlichen Worten. In den Kommentaren gibt es weitere Erinnerungen) und Lee Goldberg (ebenfalls mit Erinnerungen an Kaminsky; dort habe ich auch die traurige Nachricht zuerst gelesen).

Eine umfassende Bibliographie von Kaminskys Werken gibt es bei Fantastic Fiction; eine unvollständige in der Krimi-Couch.


R. i. P. Patrick Swayze

September 15, 2009

R. i. P.: Patrick Swayze (18. August 1952 – 14. September 2009)

Bekannt wurde der Schauspieler Patrick Swayze durch „Fackeln im Sturm“, ein Star durch „Dirty Dancing“ und mit „Ghost“ hatte er einen weiteren Hit. Obwohl ihm die romantischen Rollen und Komödien mehr lagen, trat er auch in einigen Krimis, wie „Gefährliche Brandung“ (Breaking Point) und der schwarzen Ensemblekomödie „11.14 – Elevenfourteen“, auf. Zuletzt spielte er in der Krimiserie „The Beast“ einen FBI-Agenten.

Bei Swayze wurde 2008 Bauchspeichelkrebs diagnostiziert. Wie Farrah Fawcett sprach er offen über seine Krankheit. Er starb am Montagabend im Kreis seiner Familie.

Im Netz sind bereits jetzt zahlreiche Nachrufe zu finden: Spiegel Online, Süddeutsche Zeitung, Frankfurter Rundschau, Die Welt, Die Fünf FilmfreundeLos Angeles Times und New York Times.


R. i. P. Celia Fremlin

August 31, 2009

R. i. P. Celia Fremlin (20. Juni 1914 – 16. Juni 2009)

Bei Martin Edwards habe ich gelesen, dass Celia Fremlin bereits vor mehreren Wochen gestorben ist. Für „Die Stunden vor Morgengrauen“ (The Hours before dawn, 1958) erhielt sie den Edgar für den besten Roman. Wolf Gremm verfilmte den Roman 1997 mit Gudrun Landgrebe. Es war seine vierte und letzte Fremlin-Verfilmung.

Martin Edwards schreibt:

One thing is for sure – Fremlin’s work is not talked about too much these days. But it deserves to be, because she was a class act. (…)
The lack of attention paid to Fremlin’s work is all the more sobering when one reflects on the immediate impact she made when her first novel, The Hours Before Dawn, appeared in 1958. It’s a good title and an even better book – it went on to win an Edgar. My copy is a 1988 reprint, which benefits from a pithy preface by Fremlin. The story involves a harassed mother, Louise Henderson, who lives in suburbia and who takes in a lodger with unexpected consequences. The domestic milieu is very well drawn, and Fremlin was one of those who led the way in developing the psychological suspense set in recognisable everyday surroundings.

Weitere (spärliche) Informationen zu Celia Fremlin gibt es bei Wikipedia, Fantastic Fiction, Toms Krimitreff und, als kurzer Nachruf, Sarah Weinman und Krimiblog.


R. i. P. Karl Malden

Juli 2, 2009

R. i. P. Karl Malden (22. März 1912 – 1. Juli 2009)

Der Mann mit der Knollennase ist tot. Seine bekannteste Rolle ist die als Detective Lt. Mike Stone in der erfolgreichen TV-Serie „Die Straßen von San Francisco“ (The Streets of San Francisco). Dabei war er bereits vorher als Schauspieler bekannt. Er erhielt einen Oscar für seine Rolle in der Tennessee-Williams-Verfilmung „Endstation Sehnsucht“ (A streetcar named Desire) und nominiert war er später für sein Spiel in „Die Faust im Nacken“ (On the waterfront). In beiden von Elia Kazan inszenierten Klassikern spielte Marlon Brando die Hauptrolle. Eine weitere Begegnung mit Brando hatte er in Brandos Regiedebüt, dem unterschätzten Western „Der Bessessene“ (One-eyed Jack), und ich kann nicht sagen, wer von beiden der bessere Schauspieler in diesen Filmen war.

Und in „Der Todeskuss“ (Kiss of death), „Scharfschütze Jimmy Ringo“ (The Gunfighter), „Ich beichte“/“Zum Schweigen verurteilt“ (I confess), „Baby Doll“, „Der Galgenbaum“ (The hanging tree), „Der Gefangene von Alcatraz“ (The Birdman of Alcatraz), „Cincinnati Kid“, „Das Milliarden Dollar Gehirn“ (Billion Dollar Brain) und „Patton“ hatte Karl Malden, um nur einige seiner Leinwandauftritte zu nennen, lange vor seinem Einsatz in den Straßen von San Francisco eindrucksvolle (Neben)rollen.

Nachrufe gibt es in Spiegel Online, L. A. Times, New York Times (ArtsBeat Blog mit einem Ausschnitt aus „A streetcar named Desire“) und The Rap Sheet.


R. i. P. Farrah Fawcett

Juni 26, 2009

R. i. P. Farrah Fawcett (2. Februar 1947 – 25. Juni 2009)

Eine wirkliche Überraschung ist der Tod von Farrah Fawcett nicht. Denn in den vergangenen Jahren kämpfte sie gegen den Krebs und sie machte ihren Kampf auch öffentlich. Zuletzt wurde gemeldet, dass sie ihren langjährigen Freund Ryan O’Neal heiraten wollte. Dieser letzte Wunsch blieb ihr verwehrt.

Am bekanntesten ist sie immer noch als Jill Munroe aus der Serie „Drei Engel für Charlie“ (Charlie’s Angels). Später überzeugte sie in der Theaterverfilmung „Extremities“, Robert Duvalls „Apostel!“  (The Apostel) und, zuletzt in Robert Altmans „Dr. T and the Women“ .

Ihre Filmografie gibt’s in der IMDB, eine Biographie bei Wikipedia (D, E) und Nachrufe gibt’s bei The Rap Sheet,Spiegel, Netzeitung, Zeit, Die Welt, Stern, Süddeutsche Zeitung, FAZ und der New York Times.


R. i. P. Charlie Mariano

Juni 17, 2009

R. i. P. Charlie Mariano (12. November 1923 – 16. Juni 2009)

Saxophonist Charlie Mariano war, wie der Untertitel des sehr liebevollen Buches von Lothar Lewien über ihn lautet, ein „Wanderer zwischen den Welten“. Als Kind italienischer Einwanderer wurde er 1923 in Boston geboren. Später hielt er sich längere Zeit in Asien und Südindien auf. Der Jazzer studierte intensiv die dortige Musik. Er pendelte lange zwischen den USA und Europa und lebte die letzten neunzehn Jahre in Köln. Er nahm zahlreiche Platten unter eigenem Namen und mit Nat Pierce, Stan Kenton Orchestra, Herb Ellis, Shelly Manne, Quincy Jones, Charles Mingus, McCoy Tyner, Embryo, Sigi Busch, Pork Pie, Philip Catherine, Eberhard Weber, Rolf Kühn, Jasper van’t Hof, Volker Kriegel,OM, Rabih Abou-Khalil, Dieter Ilg, Kenny Wheeler, Peter Herbolzheimer und natürlich dem United Jazz + Rock Ensemble auf.

Aber auch Nicht-Jazzfans kennen ihn von seinen Aufnahmen mit Konstantin Wecker (vor allem in den Achtzigern) und Herbert Grönemeyer. Mariano spielte das Saxophon bei „Bochum“ und „Alkohol“.

Nachrufe gibt es im Moment in der Zeit, Frankfurter Rundschau, Tagesspiegel und auf der umfangreichen Charlie-Mariano-Fanseite.

Einen Überblick über Leben und Werk gibt es bei Wikipedia.


R. i. P. Koko Taylor, David Carradine

Juni 5, 2009

Was für ein Tag

R. i. P. Koko Taylor (28. September 1928 – 3. Juni 2009)


Die „Königin des Chicago Blues“ ist tot.

Nachrufe gibt es bei Spiegel Online, Telegraph, Rolling Stone, Los Angeles Times, Chicago Tribune und New York Time.

R. i. P. David Carradine (8. September 1936 – 3. Juni 2009)

Der vor allem für seine Action-Rollen bekannte Schauspieler (mal als Guter, aber öfter als Böser) wurde tot in einem Hotelzimmer in Bangkok gefunden. Zu seinen bekanntesten Werken gehören die TV-Serien „Kung Fu“ und „Fackeln im Sturm“ und die Spielfilme „Frankensteins Todesrennen/Death Race 2000“, „Cannonball“ (mein gestriger Tagestipp), „Dieses Land ist mein Land“ (als Woody Guthrie), „Long Riders“, „Ein Vogel auf dem Drahtseil“ und zuletzt natürlich „Kill Bill“.

Nachrufe gibt es bei Spiegel Online, Süddeutsche Zeitung, Die Welt, TelegraphLos Angeles Times und New York Times.


R. i. P. Ron Silver

März 17, 2009

R. i. P. Ron Silver (2. Juli 1946 – 15. März 2009)

Für uns Krimifans hatte Ron Silver in dem Cop-Thriller “Blue Steel” von Kathryn Bigelow die Rolle seines Lebens. Er spielte einen psychopathischen Killer, der sich in eine von Jamie Lee Curtis gespielte junge Streifenpolizistin verliebte. Er trat auch, meistens als Nebendarsteller, in „Silkwood“, „Garbo Talks“, „Reversal of Fortune“ (Die Affäre der Sunny von B.), „Timecop“, „Ali“, „Find me guilty“ und zahlreichen TV-Serien, wie „Crossing Jordan“, „Law & Order“, „The West Wing“, „Wiseguy“ (Kampf gegen die Mafia), „Hill Street Blues“ und „The Rockford Files“ (Detektiv Rockford) auf.

Silver hatte Speiseröhrenkrebs.

Nachrufe gibt es in der New York Times, Times Online, AP und der Berliner Zeitung (dpa-Meldung).


R. i. P. John Updike

Januar 28, 2009

R. i. P.: John Updike (18. März 1932 – 27. Januar 2008)

John Updike war kein Krimiautor, aber einer der großen Erzähler des zwanzigsten Jahrhunderts. Mit seinen fünf „Rabbit“-Romanen schrieb er eine präzise Chronik des mittelständischen Amerikas zwischen 1960 und 2002.  „Die Hexen von Eastwick“ wurde mit Jack Nicholson, Michelle Pfeiffer, Susan Sarandon und Cher verfilmt. Sein vorletzter Roman war 2006 „Terrorist“ über einen arabischen Attentäter im heutigen Amerika. Sein letzter Roman „The Widows of Eastwick“, eine Fortsetzung der „Hexen von Eastwick“, erschien 2008 und soll im Juli als „Die Witwen von Eastwick“ auf Deutsch bei Rowohlt erscheinen.

Er war der klügste, versierteste Schilderer jener amerikanischen Mittelklasse, die wir, lange bevor wir sie in den USA besuchen konnten, bereits von den Reklameseiten in der Zeitschrift Life kannten.

Er hatte die Welt beschrieben, wie sie ist, und er bekam dennoch den Applaus dieser Welt. (Arno Widmann, FR)

Updike erlag, wie sein Verleger Alfred A. Knopf mitteilte, einem Lungenkrebsleiden.

Die dpa-Meldung über Updikes Tod gibt es im Tagesspiegel. Nachrufe gibt es in der New York Times (ap), Huffington Post, Süddeutsche Zeitung (allgemeiner Nachruf), Nachruf von Willi Winkler in der SZ, Frankfurter Rundschau (Arno Widmann) und Frankfurter Allgemeine Zeitung (Patrick Bahners).