TV-Tipp für den 31. Juli: Maschinenpistolen

Juli 30, 2009

ARD, 02.50

Maschinenpistolen (USA 1949, R.: Raoul Walsh)

Drehbuch: Ivan Goff, Ben Roberts

Der Gangsterfilmklassiker „White Heat“ führte den psychopathischen Gangster ein: James Cagney als neurotisch-brutaler Gangsterboss am Rockzipfel seiner Mutter. Grandios.

Auch das Ende: Cagney jagt sich und etliche Gas-Tanks in die Luft und brüllt: „Made it, Ma! Top of the world!“

Mit James Cagney, Virginia Mayo, Edmund O’Brien, Margaret Wycherly

Auch bekannt als „Sprung in den Tod“

HInweise

Wikipedia über „White Heat“ (deutsch, englisch)

New York Times: Bosley Crowther über „White Heat“ (3. September 1949)

Slant Magazine: Eric Henderson über „White Heat“ (4. Februar 2005)

Filmzentrale: Erik Pfeiffer über „Sprung in den Tod“


Der kriminelle Buchherbst – Teil 1: Ein Halleluja für Hollywood

Juli 30, 2009

Beginnen wir unsere Vorschau auf die Herbstnovitäten mit einem alten Bekannten (Ross Thomas) und einer Busladung Filmbücher, die etwas mit dem von uns geliebten Genre zu tun haben:

Alexander Verlag

Oktober

Dominik Graf: Schläft ein Lied in allen Dingen – Texte zum Film (ist eine Auswahl der von Regisseur Graf in den vergangenen Jahren geschriebenen Texten zu seiner Arbeit im Speziellen und im Allgemeinen. Sehr, sehr lesenswert.)

Ross Thomas: Voodoo Ltd. (Voodoo, Ltd. 1992 – ein weiteres grandioses Abenteuer von Artie Wu und Quincy Durant; – auch wenn’s fast eine konventionelle Detektivgeschichte ist. Denn die beiden betreiben inzwischen die Detektei „Voodoo Ltd.“ und sie sollen einen Hollywood-Mord aufklären. Wobei wir doch wieder beim Film gelandet sind.)

–

Belleville

Juni

Christine Pozsár/Michael Farin (Hrsg.): Die Haarmann-Protokolle – Alles über den „Werwolf von Hannover“ (Neuauflage des bereits 1995 bei Rowohlt erschienenen Buches, das die Grundlage für das Kammerspiel „Der Totmacher“ bildete.)

November

Ulli Lommel: Zärtlichkeit der Wölfe – Begegnungen und Geschichten (klingt nach einer Art Biographie. Lommels arbeitete lange mit Rainer Werner Fassbinder zusammen und seit 1977 dreht er in den USA Horrorfilme, die regelmäßig Probleme mit der Zensur haben.)

? (Angekündigt für dieses Jahr, aber ohne genauen Erscheinungstermin)

Michael Fürst/Florian Krautkrämer/Serjoscha Wiemer (Hrsg.): Untot – Zombies in den Medien (Texte zur Theorie und Geschichte des Zombiefilms.)

–

Bertz + Fischer

August

Georg Seeßlen: Quentin Tarantino gegen die Nazis – Alles über INGLOURIOUS BASTERDS (erscheint zum Filmstart und ein Seeßlen-Buch ist immer eine lohnenswerte Anschaffung.)

September

Ivo Ritzer: Walter Hill – Welt in Flammen (Deep Focus 2) (das dürfte die erste Biographie über den Actionfilm-Regisseur sein. Seine bekanntesten Werke, wie „Nur 48 Stunden“ entstanden in den Achtzigern. „Straßen in Flammen“ hab ich auch mal abgefeiert. Und bei „Alien“ und hat er als Autor und Produzent mitgemacht. Und – – – alles weitere in der Buchbesprechung.)

Harald Steinwender: Sergio Leone – Es war einmal in Europa (Deep Focus 7) (Eine Bio über den König des Italo-Westerns, der aus dem Mann ohne Namen den Mann mit dem Namen machte.)

Frühjahr 2010

Marcus Stiglegger (Hrsg.): David Cronenberg – film: 16 (Schon länger angekündigt und, da bin ich mir sicher, das Warten wird sich lohnen.)

–

Henschel

August

Yann-Brice Dherbier (Hrsg.): Cary Grant – Bilder eines Lebens (ein schön gestalteter Bildband, der Cary Grants Leben in 170, teilweise unveröffentlichten Bildern erzählt. Dürfte ein gutes Weihnachtsgeschenk sein.)

November

Daniela Sannwald/Peter Mänz (Hrsg.): Romy Schneider: Wien – Berlin – Paris (Parallel zur Ausstellung der Deutschen Kinemathek gibt es dieses Buch mit zahlreichen unbekannten Dokumenten. Noch ein Weihnachtsgeschenk.)


TV-Tipp für den 30. Juli: LeseHorizonte – Haiti

Juli 30, 2009

Arte, 22.40 (VPS 22.45)

LeseHorizonte: Haiti (F 2009, R.: Anne Lescot)

Drehbuch: Anne Lescot

Natürlich kann man auf Haiti Bücher lesen. Aber welche? Der TV-Moderator Patrick Poivre d’Arvor besucht die einheimischen Autoren Gary Victor, René Depestre, Lyonel Trouillot und Yanick Lahens und bummelt mit ihnen über die Insel.

Wiederholungen

Donnerstag, 6. August, 5.00 Uhr (Taggenau!)

Montag, 17. August, 5.00 Uhr (Taggenau!)

Hinweis

Arte über die Doku


Die perfekte Welle für die „Dawn Patrol“

Juli 29, 2009

Winslow - Pacific Private

Beim Lesen von Don Winslows neuem Roman „Pacific Private“ hatte ich immer die Stimme von Keith Carradine im Ohr. Er spielt in der unterhaltsamen Don-Winslow-Verfilmung „Kill Bobby Z.“ den Erzähler: den am Strand stehenden älteren Surfer Johnson. Er erzählt mir jetzt, während sich die Pazifikwellen an der kalifornischen Küste brechen, Surfermusik aus den Boxen dröhnt, die untergehende Sonne uns wärmt und wir gemütlich einige Flaschen Bier trinken (hm, wahrscheinlich eher Dosen), die Geschichte von Boone Daniels und der Dawn Patrol. Dass die Abenteuer von Boone Daniels dabei für einen langjährigen Krimileser durchaus vorhersehbar sind, stört nicht weiter. Denn, um es in den Worten von Boone Daniels zu sagen, wichtig ist, wie man eine Welle reitet. Und Don Winslow reitet, wie ein guter Surfer, perfekt die Wellen des Privatdetektivromans und der hohen Kunst des scheinbar mühelosen Erzählens.

In seinem neuesten Roman „Pacific Private“ erzählt Don Winslow daher einerseits die Geschichte von Boone Daniels und seinen Freunden, der Dawn Patrol, andererseits einen typischen Hardboiled-Krimi in einem ungewohnten Umfeld und in jedem Fall ist es eine Liebeserklärung an einen bestimmten Lebensstil und eine Region.

Boone Daniels ist ein ehemaliger Cop, ein lässiger, an Geld nicht interessierter Teilzeit-Privatdetektiv und ein begeisterter Surfer. Deshalb will er auch die Junganwältin Petra Hall sofort aus seinem Büro werfen. Denn anstatt eine verschwundene Zeugin zu suchen, will er auf die sich ankündigende Monsterwelle warten. Aus einer Mischung aus Eitelkeit und finanzieller Not beginnt er dann doch sofort die Stripperin Tamara ‚Tammy‘ Roddick zu suchen. Sie soll vor Gericht aussagen, dass sie gesehen hat, wie der Stripclubbesitzer Dan Silver ein Lagerhaus abgefackelt hat.

Daniels findet sie schnell. Tot. Sie wurde aus einem Hotelzimmer geschubst. Als er kurz darauf herausfindet, dass nicht Roddick, sondern ihre beste Freundin starb, beginnt Boone Daniels ernsthaft die in Lebensgefahr schwebende Stripperin zu suchen.

Dass er sich bei dieser Suche mit dem örtlichen, sehr multikulturellem Organisierten Verbrechen anlegt, versteht sich von selbst.

Gleichzeitig wird auch die Kameradschaft der Dawn Patrol auf eine harte Probe gestellt. Denn Johnny Banzai ist Polizist, andere verdienen auch mit illegalen Aktivitäten (Ja, ich bin gerade dabei einen Spoiler zu vermeiden) ihr Geld und Boones Freundin Sunny will die Monsterwelle benutzen, um Pacific Beach zu verlassen.

Don Winslow entwickelt diese nur auf den ersten Blick einfache Geschichte um Freundschaften, verschiedene Begriffe von Ehre und enttäuschte Hoffnungen mit der Lässigkeit eines Schriftstellers, der in den vergangenen Jahren in zehn Büchern beständig den Kreis seiner Fans erweiterte, den Shamus für „Califonia Life and Fire“ gewann, für das Opus „The Power of the Dog“ (ein engbedruckter über fünfhundertseitiger Wälzer über den US-amerikanischen Krieg gegen Drogen) abgefeiert wurde, für den Macavity, Dily, Barry und den Los Angeles Book Prize nominiert war und dessen „The Winter of Frankie Machine“ immer noch verfilmt werden soll. Zuletzt hieß es, dass Robert de Niro die Hauptrolle spielt und Michael Mann Regie führt. Die deutsche Übersetzung von „The Winter of Frankie Machine“ ist als „Frankie Machine“ für Mitte September angekündigt und der Roman spielt natürlich auch an der kalifornischen Küste.

Bis dahin ist „Pacific Private“ eine spannende Sommerlektüre, auch wenn das Reisebudget nur bis zur nächsten Strandbar reicht.

Noch ein Wort zum Titel: Im Moment geben die Verlage englischsprachigen Krimis gerne einen anderen englischen Titel. So wurde aus Don Winslows „The Dawn Patrol“ bei uns „Pacific Private“. Den deutschen Titel verstehe ich auch nach der Lektüre absolut nicht; vor allem weil der Name Dawn Patrol für das frühmorgendliche Surfertreffen von Boone Daniels und seinen Freunden in der Übersetzung beibehalten wurde. Da hätte Suhrkamp besser den sehr guten Originaltitel beibehalten, als einen vollkommen sinnlosen pseudo-englischen Titel zu erfinden.

Don Winslow: Pacific Private

(übersetzt von Conny Lösch)

Suhrkamp, 2009

400 Seiten

9,95 Euro

–

Originalausgabe

The Dawn Patrol

Alfred A. Knopf, 2008

–

Hinweise

Homepage von Don Winslow

Mystery Books: Interview mit Don Winslow (circa 2006)

Curled up with a good Book: Interview mit Don Winslow (2007)

Los Angeles Times: Scott Timberg porträtiert Don Winslow (9. Juni 2008)


TV-Tipp für den 29. Juli: Columbo: Bluthochzeit

Juli 28, 2009

SRTL, 22.05

Columbo: Bluthochzeit (USA 1992, R.: Alan J. Levi)

Drehbuch: Robert Van Scoyck

LV: Ed McBain: So Long As You Both Shall Live, 1976 (So lang ihr zwei noch lebt)

Ein persönlicher Fall für Columbo: Ein Irrer hat die Braut seines Neffen gekidnappt.

Ein Columbo, der sich nicht an die Columbo-Formel hält. Aber wer hätte das bei einer Ed McBain-Story erwartet?

Mit Peter Falk, Joanna Going, Daniel Davis

Hinweise

Mehr über Ed McBains Columbo-Filme

Homepage von Ed McBain

Meine Besprechung des von Ed McBain herausgegebenen Buches „Die hohe Kunst des Mordens“ (Transgressions)


Cover der Woche

Juli 27, 2009

MacDonald - Tod in der Sonne


Erich Kästner und „Die verschwundene Miniatur“

Juli 27, 2009

Kästner - Die verschwundene Miniatur

Ein Todestag ist eine gute Gelegenheit, mal wieder ein Werk des Verstorbenen zu genießen. Lesen wir also zum 35. Todestag von Erich Kästner seine Krimikomödie „Die verschwundene Miniatur – oder auch Die Abenteuer eines empfindsamen Fleischermeisters“. Sie erschien erstmals 1935 und zählt zu den unbekannteren Werken des am 29. Juli 1974 in München verstorbenen Schriftstellers.

Kästners Held, Fleischermeister Oskar Külz, steckt in der Midlife-Crisis. In den vergangenen Jahrzehnten hat er, zusammen mit seiner Frau, eine eigene Metzgerei geführt, für seine Söhne etliche weitere Geschäfte eröffnet und keinen einzigen Tag Urlaub gehabt. Jetzt ist er einfach für einige Tage nach Skandinavien verschwunden und genießt die Ruhe.

In Kopenhagen trifft er auf einer Hotelterrasse die junge, selbstverständlich gutaussehende Privatsekretärin Irene Trübner. Sie soll eine wertvolle Miniatur nach Berlin befördern und hat Angst bestohlen zu werden. Deshalb bittet sie Külz ihr zu helfen. Er ist sofort einverstanden. Allerdings ahnt er nicht, dass sie von einer skrupellosen Gangsterbande beobachet werden.

Als sie am nächsten Tag den Zug zurück nach Berlin nehmen, steckt Irene Trübner dem Fleischermeister, wie besprochen, die Miniatur zu. Kurz darauf wird sie ihm bei einer falschen Zollkontrolle gestohlen. Anstatt sofort zur Polizei zu gehen, versuchen Külz, Trübner und Rudi Struwe, ein junger Mann, der hartnäckig die unverheiratete Sekretärin umwirbt, die Verbrecher auszutricksen.

Dass ab jetzt die Guten und die Bösen sich gegenseitig die Miniatur abluchsen, dass es die echte, sehr wertvolle und eine billige Kopie gibt, dass irgendwann niemand mehr weiß, welches die echte Miniatur ist und dass Struwe mit einer Miniatur verschwindet, gehört zu den Konventionen einer Krimikomödie.

Allerdings hat Erich Kästner seine Hauptfigur, den Fleischermeister Külz als einen zu leichtgläubigen Einfaltspinsel gezeichnet. Er ist ein reiner Tor, der sich in der Fremde sprichwörtlich wie der Elefant im Porzellanladen benimmt, nicht Lügen kann und vertrauensselig bis zum gehtnichtmehr ist. Aber dieser Külz ist der erfolgreiche Geschäftsführer einer Metzgerei. Er kann also gar nicht so naiv sein, wie Kästner ihn beschreibt.

Und die Geschichte ist einfach zu unglaubwürdig. Denn auch wenn eine Krimikomödie, in der ein von allen begehrter Gegenstand ständig den Besitzer wechselt, nicht auf Glaubwürdigkeit, sondern auf schnelle und überraschende Täuschungen angelegt ist, muss doch ein Minimum an geschichtsimmanenter Logik gewahrt bleiben.

Aber spätestens wenn Fräulein Trübner gegen jede Vernunft dem Fleischermeister Külz noch im Zug sagt, sie habe ihm die Fälschung gegeben und ihre Urlaubsbekanntschaft Struwe mit am Tisch sitzt, implodiert die Geschichte. Dass die Verbrecher kurz darauf ganz plötzlich wissen, dass sie die Fälschung geklaut haben und jetzt die echte Miniatur wollen, versetzt ihr den zweiten Todesstoß.

Da kann auch Kästners mild-ironischer Tonfall und seine vereinzelten präzisen Beobachtungen des deutschen Kleinbürgers nichts mehr retten. „Die verschwundene Miniatur“ ist auch als locker-leichte Krimikomödie, die sich um Wahrscheinlichkeit und Glaubwürdigkeit nicht kümmert, einfach zu unglaubwürdig um zu unterhalten.

Erich Kästner: Die verschwundene Miniatur

Atrium Verlag, 2009

256 Seiten

19,90 Euro

–

Originalausgabe

Atrium Verlag, 1935

–

Verfilmungen

Die verschwundene Miniatur (D 1954)

Regie: Carl-Heinz Schroth

Drehbuch: Erich Kästner

mit Paola Loew, Ralph Lothar, Paul Westermeier, Lina Carstens, Hubert von Meyerinck, Liesl Karlstadt

–

Die verschwundene Miniatur (DDR 1990)

Regie: Vera Loebner

Drehbuch: Friedemann Schreiter

mit Kurt Böwe, Ursula Karusseit, Susanne Lüning, Carl Martin Spengler

–

Hinweise

Wikipedia über Erich Kästner

Kästner-im-Netz

Kästner für Kinder

Erich-Kästner-Gesellschaft


TV-Tipp für den 28. Juli: Scarface

Juli 27, 2009

Arte, 23.00

Scarface – Toni, das Narbengesicht (USA 1983, R.: Brian de Palma)

Drehbuch: Oliver Stone

LV: Armitage Trail: Scarface, 1930 (Scarface)

Buch zum Film: Paul Monette: Scarface, 1983 (Scarface – Der Mann mit der Narbe)

De Palma aktualisierte „Scarface“, die Geschichte vom Aufstieg und Fall eines Gangsters, und schuf ein packendes Sittengemälde des Verbrechens in Florida in den frühen Achtzigern.

Damals wurde die Sprache („Fuck“) und die Brutalität kritisiert. Heute wäre es die grauenhafte, altmodische Disco-Musik von Giorgio Moroder. Ansonsten ist „Scarface“ in der ungekürzten Fassung inzwischen einer der Klassiker des Gangsterfilms.

Angekündigt ist eine FSK-18-Fassung und eine Laufzeit von knapp 150 Minuten. Daher könnte, Arte-untypisch, eine gekürzte Fassung von „Scarface“ laufen, aber nachdem zuletzt der Film zuletzt öfters ungekürzt oder fast ungekürzt lief, könnte auch die Kinoversion laufen. Und nur auf die Kinoversion bezieht sich der heutige TV-Tipp!

Mit Al Pacino, Michelle Pfeiffer, Mary Elizabeth Mastrantonio, Robert Loggia, F. Murray Abraham

Hinweise

Wikipedia über „Scarface“ (deutsch, englisch)

Movie Addiction über „Scarface“

New York Times: Vincent Canby: Besprechung von „Scarface“ (9. Dezember 1983)

Roger Ebert über „Scarface“ (9. Dezember 1983, 28. September 2003)

Angel Fire: Brian-de-Palma-Fanseite über „Scarface“

Schnittberichte: Vergleich der FSK-16-Fassung (ein trauriger Torso) mit der Kinoversion

Nachtrag 30. Juli 2009: Arte hat wohl doch die FSK-16-Version gezeigt.


Meine Besprechung von Garry Dishers „Beweiskette“ ist online in der BLK

Juli 27, 2009

Disher - Beweiskette

In der Berliner Litarturkritik ist meine Besprechung von Garry Dishers viertem Hal-Challis-Roman „Beweiskette“ (Chain of Evidence, 2007) online. Disher erhielt dafür den Ned-Kelly-Preis und auch mir hat der Krimi gefallen.


TV-Tipp für den 27. Juli: Das Verhör

Juli 27, 2009

Arte, 21.00

Das Verhör (F 1981, R.: Claude Miller)

Drehbuch: Claude Miller, Jean Herman, Michel Audiard

LV: John Wainwright: Brainwash, 1979 (Gehirnwäsche)

Neujahrsnacht: ein Polizist nimmt einen Verdächtigen in die Zange. Er glaubt, der Notar habe zwei Mädchen vergewaltigt und ermordet.

In den richtigen Händen genügen zwei Schauspieler und ein gutes Drehbuch für atemlose Hochspannung. – Endlich ist das Original wieder einmal im Fernsehen zu sehen. Das ziemlich in die Hose gegangene Remake „Under Suspicion – Mörderisches Spiel“ wird ja regelmäßig gezeigt.

Mit Lino Ventura, Romy Schneider, Michel Serrault, Guy Marchand

Wiederholungen

Donnerstag, 30. Juli, 03.00 Uhr (Taggenau!)

Donnerstag, 30. Juli, 15.15 Uhr

Hinweise

Arte über „Das Verhör“

Wikipedia über „Das Verhör“

Wikipedia über John Wainwright

Fantastic Fiction über John Wainwright


Eisner Awards 2009 vergeben

Juli 26, 2009

Auf der Comic Con wurden selbstverständlich auch die Eisner-Preise vergeben. Die Gewinner in den wichtigsten Kategorien sind:

Best Short Story

Murder He Wrote, von Ian Booth Nina Matsumoto und Andrew Pepoy, in The Simpsons’ Treehouse of Horror #14 (Bongo)

–

Best Continuing Series

All Star Superman, von Grant Morrison und Frank Quitely (DC)

–

Best Limited Series

Hellboy: The Crooked Man, von Mike Mignola und Richard Corben (Dark Horse)

–

Best New Series

Invincible Iron Man, von Matt Fraction und Salvador Larocca (Marvel)

–

Best Anthology

Comic Book Tattoo: Narrative Art Inspired by the Lyrics and Music of Tori Amos, herausgegeben von Rantz Hoseley (Image)

–

Best Digital Comic

Finder, von Carla Speed McNeil

–

Best Reality-Based Work

What It Is, von Lynda Barry (Drawn & Quarterly)

–

Best Graphic Album

Swallow Me Whole, von Nate Powell (Top Shelf)

–

Best Graphic Album

Hellboy Library Edition, vols. 1 und 2, von Mike Mignola (Dark Horse)

–

Best Writer

Bill Willingham, Fables, House of Mystery (Vertigo/DC)

–

Best Writer/Artist

Chris Ware, Acme Novelty Library (Acme)

–

Einen herzlichen Glückwunsch an alle Gewinner!

–

Die Liste mit allen Gewinner gibt es bei BSC. Dort gibt es auch eine Liste mit allen Nominierungen


TV-Tipp für den 26. Juli: Die wilden Zwanziger

Juli 26, 2009

ARD, 02.20

Die wilden Zwanziger (USA 1939, R.: Raoul Walsh)

Drehbuch: Jerry Wald, Richard Macaulay, Robert Rossen

LV: Mark Hellinger: The world moves on (Originalstory)

Sie waren Kriegskameraden. Sie wurden Schnapsschmuggler. Sie verdienten viel Geld – und wurden zu Feinden.

Schmissiger Gangsterfilm mit James Cagney, Humphrey Bogart, Priscilla Lane, Gladys George und Jeffrey Lynn.

Als Inspiration dienten, neben einer Originalstory von Mark Hellinger, die Schlagzeilen der Tageszeitungen der zwanziger Jahre. „Die wilden Zwanziger“ ist immer noch wichtig als die umfassende optische Vorlage für zahllose Gangsterkrimis.

„The film that has almost everything – Bogart, Cagney and every plot point, stock character and cliché of the 1930s – it is like a compilation album of the genre’s greatest hits.“ (Lloyd Hughes: The Rough Guide to Gangster Movies)

Auch „Die goldenen Zwanziger“

Hinweise

Wikipedia über „The roaring twenties“ (deutsch, englisch)

EFilmCritic: MP Bartley über „The roaring twenties

Movie Morlocks: Moira Finnie über „Mark Hellinger: The adventure of one in eight million“ (Also: Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4)


Scribe Award 2009 verliehen

Juli 25, 2009

IAMTW (International Association of Media Tie-in Writers) hat auf der Comic Con in San Diego am Freitag, den 24. Juli, die diesjährigen Scribe Awards an diese Romane verliehen:

Best General Fiction Original

CSI: Headhunters von Greg Cox

–

Best General Fiction Adapted

Indiana Jones and the Kingdom of the Crystal Skull (Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels) von James Rollins

–

Best Speculative Fiction Original

Star Trek Terok Nor: Day of the Vipers von James Swallow

–

Best Speculative Fiction Adapted

Hellboy II: The Golden Army (Hellboy II: Die goldene Armee) von Robert Greenberger

–

Best Young Adult Original

Primeval: Shadow of the Jaguar von Steven Savile

–

Best Young Adult Adapted

Journey to the Center of the Earth 3D von Tracey West

–

Grandmaster

Keith R. A. DeCandido

–

Einen herzlichen Glückwunsch an alle Gewinner.

Die Liste der nominierten Werke finden Sie hier.


Krimiwelt-Bestenliste August 2009

Juli 25, 2009

Die Jury der Krimiwelt empfiehlt als Sommerlektüre:

1 (1) Fred Vargas: Der verbotene Ort

2 (-) Reggie Nadelson: Kalter Verrat

3 (-) Christian Pernath: Ein Morgen wie jeder andere

4 (-) Richard Stark: Das Geld war schmutzig

5 (2) Leif GW Persson: Sühne

6 (5) P.D. James: Ein makelloser Tod

7 (-) James Sallis: Dunkle Schuld

8 (3) Don Winslow: Pacific Private

9 (-) Nick Brownlee: Mord in Mombasa

10 (-) John Hart: Der dunkle Fluss

–

In Klammern ist die Platzierung des Vormonats.

Fällt Ihnen etwas auf? Sechs Neue. Entweder lesen die Kritiker verdammt viel oder die Ein- und Ausstiege hängen an ganz wenigen Stimmen.

Jedenfalls der letzte Parker-Roman von Richard Stark ist natürlich Kult. Don Winslow und James Sallis haben ebenfalls feine Krimis geschrieben und werden demnächst hier gebührend abgefeiert. Gleiches gilt für den neuen Monk-Roman von Lee Goldberg und den dritten „Sleeper“-Band von Ed Brubaker und Sean Phillips.


TV-Tipp für den 25. Juli: Der öffentliche Feind

Juli 25, 2009

ARD, 04.05

Der öffentliche Feind (USA 1931, R.: William A. Wellman)

Drehbuch: Harvey Thew

Kleiner Gauner wird zu einem Polizistenmörder.

Einer der unumstrittenen Klassiker des Gangsterfilms. Damals wurde „The public enemy“, ebenso wie der vergleichbare „Little Caesar“, als Glorifizierung des Verbrechens kritisiert.

James Cagney begründete mit dieser Rolle seinen Ruhm; besonders mit dieser Szene: Cagney zerdrückt eine Grapefruit in Mae Clarkes Gesicht.

Mit James Cagney, Edward Woods, Jean Harlow

Hinweise

Wikipedia über „The public enemy“ (deutsch, englisch)

Filmsite über „The public enemy“

Senses of Cinema über „The public enemy“

DVD Verdict über „The public enemy“

National Examiner: Pamela Miller über „The public enemy“

Big Hollywood: Robert J. Avrech über Mae Clarke und ihre Szene in „Der öffentliche Feind“


Kurzmeldungen: The Hunter, Lee Goldberg, Bora Dagtekin, Dr. No, Humphrey Bogart

Juli 24, 2009

Geoff Boucher hat einen schönen langen Text über Darwyn Cookes (The Spirit) gezeichnete Version von Richard Starks erstem Parker-Roman „The Hunter“ geschrieben. Der Comic wird in den USA derzeit abgefeiert. So meint zum Beispiel Ed Brubaker: „Darwyn’s best work and the best version of ‚Parker‘ outside of the novels.“

Besser als „Point Blank“? Ich bin auf die Übersetzung gespannt.

–

Lee Goldberg (Monk-Romane) beantwortet im No Name Cafe einige Fragen von Lorie Ham. Zum Beispiel nach seinen Lieblingsserien und Lieblingsautoren:

I love mysteries, thrillers, general fiction, westerns … some of my favorite authors are Larry McMurtry, John Irving, Daniel Woodrell, Elmer Kelton, Frederick Manfred, A.B. Guthrie, Charles Willeford, Elmore Leonard, Robert B. Parker, Harry Whittington, Dan Marlowe, Richard S. Prather, Ed McBain.

Und warum im Krimis so gut gefallen:

I think what I liked about mysteries was the strong central conflict and the relentless, forward motion of the stories. There’s always a lot at stake for the characters, always something to discover. Then again, I believe all the best stories are mysteries…whether they are called mysteries or not.

Dort gibt es auch Interviews mit Jan Burke und Lee Child.

–

Bleiben wir bei Interviews. „Doctor’s Diary“ ist eine RTL-Krankenhausserie, die am Montag, den 3. August, in die zweite Runde geht. Also nichts für Krimifans. Aber weil in Deutschland die Männer hinter einer Serie so selten zu Wort kommen, weise ich gerne auf ein Interview mit Drehbuchautor Bora Dagtekin hin.

–

Und jetzt gibt es noch etwas für’s Auge: „Dr. No“ im Wandel der Zeit und Humphrey Bogart auf verschiedenen Filmplakaten für „Der Tiger“ (The Enforcer).


TV-Tipp für den 24. Juli: Wem gehört die Stadt?

Juli 24, 2009

3sat, 01.05

Wem gehört die Stadt? (USA 1936, R.: William Keighley)

Drehbuch: Seton I. Miller (nach einem Originalstoff von Martin Mooney und Seton I. Miller)

Polizist Johnny Blake schleicht sich in ein Gangsterbande ein. Er will so an die Hintermänner der New Yorker Unterwelt gelangen. Doch der Gangster Bugs Fenner misstraut ihm.

Spannender Gangsterfilm, bei dem der Undercover-Einsatz von Robinson natürlich nur der Vorwand ist, um ausführlich das schändliche Treiben der Gangster zu zeigen. Bogart überzeugte die Kritiker als Gangster und wurde, wie in zahlreichen weiteren Gangsterfilmen, kurz vor Schluss von dem Star des Films umgebracht.

mit Edward G. Robinson, Joan Blondell, Humphrey Bogart

auch bekannt als „Wer regiert die Stadt?“

Hinweise

Wikipedia über „Wem gehört die Stadt?“

Modern Times über Edward G. Robinson


Whiteout: Neuer Trailer online

Juli 23, 2009

Für Dominic Senas „Whiteout“, die seit Ewigkeiten erwartete Verfilmung des grandiosen Comics von Greg Rucka und Steve Lieber mit Kate Beckinsale in der Hauptrolle, gibt es einen neuen Trailer:

Er gefällt mir besser als der erste. Der sah zu sehr nach einem Zeichentrickfilm aus. Aber jetzt verspricht „Whiteout“ ein Update von „Das Ding aus einer anderen Welt“. Dummerweise erzählen Rucka und Lieber einen klassischen Rätselkrimi in einer ungewöhnlichen Umgebung (und mit vielen Leichen). Aber ganz ohne irgendwelche übernatürlichen Elemente und außirdischen Besucher.

Der US-Start ist am 11. September. Den deutschen Starttermin kenne ich noch nicht.

(Dank an BSC für den Hinweis.)


Vom Film zum Comic: M

Juli 23, 2009

Muth - M

Neben dem Buch zum Film gibt es auch den Comic zum Film. Sie erscheinen parallel zum Filmstart und verschwinden danach, bis auf ganz wenige Ausnahmen, ziemlich schnell vom Markt. Wenn Jahrzehnte nach dem Filmstart ein Zeichner den Comic zu einem Film zeichnet, dann stellt sich natürlich die Frage, warum er das tut. Die nächste ist, was er Neues zu dem Werk beitragen kann. Denn Jon J. Muth nahm sich nicht irgendeinen Film, sondern einen wahren Klassiker vor: Fritz Langs „M“.

„M“ erzählt, inspiriert von mehreren wahren Fällen, die Geschichte eines von der Polizei und Verbrechern im Berlin der frühen dreißiger Jahre gejagten mehrfachen Kindermörders. Bei der Jagd nach dem Mörder zeigt Fritz Lang in seinem ersten Tonfilm einen auch heute noch beeindruckend souveränen Umgang mit den Möglichkeiten des Tonfilms. Dennoch bleiben vor allem die Bilder im Gedächtnis. Wenn der mit einem „M“ aus Kreide gekennzeichnete Mörder verfolgt wird. Wenn er sich auf einem Speicher versteckt. Wenn die Verbrecher ihn in dem leeren Bürogebäude suchen. Oft ist es auch die Kombination aus Schnitten, Geräuschen und Dialogen. Da werden plötzlich die Erzfeinde, Polizisten und Verbrecher, vor unseren Augen zu Verbündeten. Fritz Lang schneidet zwischen einer Besprechung der Polizisten und einer der Verbrecher bruchlos hin und her. Die Botschaft ist so klar, wie erschreckend: Sie stehen zwar auf verschiedenen Seiten des Gesetzes, aber bei der Jagd nach dem Mörder haben sie, wenn auch teilweise aufgrund verschiedener Motive, das gleiche Ziel.

Lang wiederholt diese Parallelität zwischen Polizisten und Verbrechern bei der Entdeckung des Mörders. Während die Polizei die Wohnung des Mörders entdeckt und die Fahndung einleitet, hat ein blinder Luftballonverkäufer den Mörder an seinem Pfeifen wiedererkannt und er lässt ihn mit einem Kreide-“M“ am Mantel kennzeichnen. So kann der Kindermörder von den Verbrechern einfacher verfolgt werden.

Auch das Ende des Films hat nichts von seiner Kraft verloren. In einem riesigen Saal stehen hunderte Verbrecher und Huren. Es ist ein Querschnitt durch die Bevölkerung und ein lynchwütiger Mob. Denn nach einer Pro-Forma-Gerichtsverhandlung wollen sie den Kindermörder zum Tode verurteilen und so ihrer Lynchjustiz einen rechtstaatlichen Anschein geben. Da beginnt der Mörder um sein Leben zu betteln. Er erzählt, dass er morden muss, während sie die Wahl hätten.

Peter Lorre verlieh in seiner ersten Hauptrolle dem Mörder und seinen Ängsten ein einprägsames Gesicht. Damit empfahl er sich, bis auf die „Mr. Moto“-Serie, für die nächsten Jahrzehnte für die Rolle des Bösewichtes.

Bereits in den ersten Minuten des Films und fast bildgleich in Muths Comic wird die Stimmung in der Großstadt greifbar. In einem Hinterhof spielen Kinder. Sie singen einen Abzählreim über den Angst und Schrecken verbreitenden Kindermörder. Eine Mutter deckt den Mittagstisch, ruft ihre Tochter und, anstatt ihr erschrockenes Gesicht zu zeigen, als sie begreift, dass der Mörder ihre Tochter hat, sehen wir nur den Tisch und hören die Rufe der Mutter. Muth verband dabei in einem ganzseitigem Panel, in dem wir die Dächer der Stadt sehen, den letzten Ruf der Mutter („Elsie!!!) mit dem ersten Ruf des Zeitungsjungen („Extraausgabe!“).

Muth gelingt es bereits auf den ersten Seiten, die Stimmung des Films in den Comic zu transportieren. Auch wenn die Skyline in seinem Comic nicht die von Berlin ist. Er hat sowieso seine Version von „M“ um den spezifischen historischen Kontext (das Berliner der Weimarer Jahre), der die meisten zeitgenössischen Leser auch nicht interessieren dürfte, erleichtert. Ebenso fehlt der detaillierte, fast dokumentarischen Blick auf die Polizeiarbeit, die Verhöre bei einer Polizeirazzia (eine wunderschöne Ansammlung schauspielerischer Kabinettstücke) und die Gefühle des Volkes. Lang wechselt hier zwischen detaillierten Einzelporträts und der Darstellung einer lynchwütigen Masse, aus der er immer wieder, besonders am Ende bei der Gerichtsverhandlung, einzelne Gesichter hervorhebt.

Muth beschäftigt sich stattdessen genauer mit der Psychologie des Mörders. Das wird besonders deutlich als der Mörder im Traum von seinen Opfern besucht wird.

Aber – und hier zeigt sich, wie prägend ein Schauspieler für eine Geschichte sein kann – Muths Mörder sieht nicht wie Peter Lorre, der im Film erstaunlich selten zu sehen ist, aus. Er sieht weniger bedrohlich aus. Er erinnert an ein ängstliches Kind und am Ende, wenn er sich vor dem Verbrechergericht verteidigt, an einen jungen, wild gestikulierenden Strafverteidiger, der vor einer Jury seinen großen Auftritt hat. Peter Lorre ist in diesem Moment nur noch ein bedauernswertes, um Gnade winselndes Häufchen Elend.

Sowieso sehen in Muths Comic alle Charaktere anders aus als in Langs Film. Denn Muth stellte den gesamten Film mit Freunden nach, fotografierte sie und bearbeitete dann die Fotografien. Dabei stellt sich beim Betrachten seiner Schwarzweiß-Zeichnungen (die ganz selten um einige Farbtupfer ergänzt werden) ein eigentümlicher Effekt ein. Denn sie erscheinen viel flüchtiger als die gestochen scharfen Bilder aus dem Film.

Mit diesen kleinen Änderungen beweist Muths Interpretation des klassischen Films genug Eigenständigkeit, um auch den Kennern des Films zu gefallen.

Wie eigentlich immer bei CrossCult ist die Ausstattung vorzüglich. Neben einem Nachwort von Jon J. Muth gibt es auch zwei sehr informative Texte von Georg Seeßlen und Jochen Ecke zum Film, zum Comic, den Gemeinsamkeiten und Unterschieden. Sie runden „M“ perfekt ab.

Und warum hat Jon J. Muth ausgerechnet „M“ als Comic inszeniert? „’M‘ gehört zu der Sorte Film, deren Summe gehaltvoller ist als ihre Teile. Ich habe mich immer schon zu einfachen Geschichten mit komplexen Implikationen hingezogen gefühlt. Solche Geschichten finden sich selten in der Literatur, wohl, weil man sie am Leichtesten missverstehen kann. Moral ist ein konstanter Prozess in uns allen. Alle großen Werke der Literatur dramatisieren diesen Prozess, und er hat mich auch dazu gebracht, ‚M‘ als Graphic Novel umzusetzen.“ schreibt Muth in seinem Nachwort zu „M“.

Jon J. Muth – M

CrossCult, 2009

208 Seiten

25 Euro

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Originalausgabe

Abrams, 2008 (erste Ausgabe in gebundener Form)

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Erstausgabe

Eclipse, 1990 (4 Hefte, out of print)

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Der Film

M – Mörder unter uns (D 1931)

Regie: Fritz Lang

Drehbuch: Thea von Harbou, Fritz Lang

mit Peter Lorre, Ellen Widmann, Inge Landgut, Gustav Gründgens, Otto Wernicke, Theo Lingen

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Hinweise

Quasi-Homepage von Jon J. Muth

Wikipedia über Jon J. Muth

Wikipedia über den Spielfilm „M“

Internet Archive: „M“ (mit englischen Untertiteln; die wir natürlich nicht brauchen – und wenn Sie den Film bis jetzt nicht gesehen haben, dann tun Sie es jetzt. Ich habe ihn mir für diese Besprechung wieder angesehen und ich war wieder begeistert. „M“ ist immer noch ein spannender Thriller.)


TV-Tipp für den 23. Juli: Stadt in Angst

Juli 23, 2009

ARD, 00.30

Stadt in Angst (USA 1954, R.: John Sturges)

Drehbuch: Millard Kaufman, Don McGuire

LV: Howard Breslin: Bad Day at Hondo (Kurzgeschichte)

Nevada, 1945: ein einarmiger Fremder taucht in dem Kaff Black Rock auf. Er will einem japanischen Farmer eine Auszeichnung für seinen gefallenen Sohn überbringen. Die Einheimischen wollen ihn sofort wieder loswerden. Aber er bleibt.

Ein Krimi? Ein Western? Jedenfalls ein von vielen geliebter kleiner Film, der zeigt, wie wenig die Tugenden des Wilden Westens in die Moderne passen. “Diese Helden des Westens berufen sich freilich im Grunde ganz zu Recht auf ihre Traditionen. Sie haben sich seit 80 Jahren nicht geändert; es macht keinen Unterschied, ob sie ihre Rollen in Bad Day at Black Rock spielen, oder in The Ox Bow Incident, dessen Autor ja nichts anderes im Sinn hatte, als auf den Faschisten im Mann des modernen Westens hinzuweisen.” (Joe Hembus: Das Western-Lexikon)

“Stadt in Angst” war, neben anderen Preisen für drei Oscars nominiert: Hauptrolle, Regie und Drehbuch.

mit Spencer Tracy, Robert Ryan, Anne Francis, Dean Jagger, Walter Brennan, Ernest Borgnine, Lee Marvin

Hinweise

Wikipedia über „Stadt in Angst“ (deutsch, englisch)

Drehbuch „Bad Day at Black Rock“ (Shooting Draft) von Millard Kaufmann und Don McGuire