TV-Tipp für den 16. Juni: Im Bann des Jade Skorpions/Anything Else

Juni 16, 2009

3sat, 20.15

Im Bann des Jade Skorpions (USA 2001, R.: Woody Allen)

Drehbuch: Woody Allen

New York, Vierziger Jahre: Woody Allen spielt einen Versicherungsdetektiv, der sich in seine Chefin verliebt. Sie möchte ihn am liebsten feuern. Eines Abends hypnotisiert ein Magier die beiden. Sie werden ein leidenschaftliches Liebespaar und Juwelendiebe. Am nächsten Tag muss Woody den Diebstahl aufklären.

„Im Bann des Jade Skorpions ist ein weiterer Ausflug von Woody Allen in das Krimigenre. Für diese Komödie standen vor allem die Schwarze Serie und die Screwball-Comedy Pate.

Der Film ist der Auftakt einer kleinen Woody-Allen-Reihe. Die nächsten Filme sind „Anything Else“ (23.00 Uhr), „Schatten und Nebel“ (Mittwoch, 22.25 Uhr), „Zelig“ (Donnerstag, 22.25 Uhr) und „Hannah und ihre Schwestern“ (Freitag, 22.25 Uhr).

Mit Woody Allen, Helen Hunt, Dan Aykroyd, Wallace Shawn, David Ogden Stiers, Charlize Theron, Elizabeth Berkley

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3sat, 23.00

Anything Else (USA/F/NL/GB 2003, R.: Woody Allen)

Drehbuch: Woody Allen

Über die Handlung muss eigentlich nichts gesagt werden. Woody Allen spielt einen erfolglosen Comedy-Autor, der einen jüngeren Comedy-Autor gute Ratschläge gibt. Denn dieser – jüdisch und voller Selbstzweifel (klingt nach Woody vor dreißig Jahren) – hat einen erfolglosen, aber wortgewaltigen Manager, einen Psychiater und eine launische Freundin, die gerade nicht mit ihm schlafen will, dafür ihre Mutter in der viel zu kleinen Wohnung einquartiert.

Also nichts Neues in Allen-Land. Und das ist gut so.

Außer dass die Witze in seinem ersten Film nach 9/11 eine Spur bissiger und auch verzweifelter sind.

Mit Woody Allen, Jason Biggs, Christina Ricci, Danny DeVito, Stockard Channing

Hinweise

3sat über die Woody-Allen-Reihe

Wikipedia über Woody Allen

Woody Allen in der Kriminalakte


Kleinkram: James Ellroy, Colin Harrison und Jerome Charyn reden; Charlie Huston und Stuart MacBride schreiben; Pelham 123: Original oder Remake?; Level 26

Juni 15, 2009

Sarah Weinmann unterhält sich mit Colin Harrison und James Ellroy.

Ist zwar ein etwas seltsames Gespräch, weil sie die Beiden abwechselnd fragt/fragen muss. Aber Ellroy ist schon eine Type – und das halbstündige Video wird nur kurze Zeit kostenlos online sein.

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Dieses Problem gibt es bei diesem Clip nicht. James Ellroy erzählt The Bat Segundo Show von seiner Facebook-Seite:

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Jerome Charyn erzählt…

Ebenfalls sehenswert!

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Charlie Huston meldet: der letzte Joe-Pitt-Roman ist geschrieben und er sagt, an welchen Projekten er im Moment arbeitet.

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Stuart MacBride denkt über die Vor- und Nachteile eines Seriencharakters nach.

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Bei Slashfilm vergleicht David Chen die alte und die neue Version von „The Taking of Pelham 123“. Nach seiner Meinung ist das Original besser

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Level 26: Wer möchte, kann sich für die erste Lieferung von Anthony E. Zuikers („C. S. I.“-Franchise) neuem Projekt „Level 26“ eintragen. Es ist „the first ever interactive digi-novel“. Mal sehen/hören/lesen, wie es ist. Denn erst ab dem 23. Juli geht’s wirklich los.


Die Shortlist für den Nero Award 2009

Juni 15, 2009

The Wolfe Pack hat die Shortlist für den diesjährigen, nach Nero Wolfe (Na, das habt ihr auch von alleine kombiniert) benannten Nero Award bekannt gegeben:

The Dark Tide (Treu und Glauben), von Andrew Gross

The Tenth Case, von Jospeh Teller

The Fault Tree, von Louise Ure

Der Preis wird am ersten Samstag im Dezember (2009 wäre das der 5. Dezember) beim Black Orchid Banquet (hätten wir uns fast gedacht) in New York City (Wo sonst? Nero Wolfe verlässt ja nur höchst ungern seine Wohnung.) verliehen.

Andrew Gross kommt aus der James-Patterson-Schule und „Treu und Glauben“ ist auch eines der für den diesjährigen Thriller-Award nominierten Werke.

(Dank an The Rap Sheet für die Infos.)


Gelungenes Debüt vom „Kap der Finsternis“

Juni 15, 2009

Smith - Kap der Finsternis

Wenn ein Mann unter falschem Namen in Kapstadt lebt und er bereits auf den ersten Seiten vor seiner Frau und dem vierjährigem Sohn während des Abendessens zwei Kleinkriminelle umbringt, dann ist die Marschrichtung für die kommenden 350 Seiten vorgegeben. Denn Roger Smith hat mit seinem Debüt „Kap der Finsternis“ keinen Heile-Welt-Krimi, sondern einen Noir geschrieben.

Zu den Spielregeln des Genres gehört, dass Jack Burn sich nicht an die Polizei wendet, sondern die Leichen auf einer Müllkippe entsorgt. Zwei tote Verbrecher mehr fallen in der Millionenstadt mit der hohen Mordrate nicht weiter auf, denkt er sich. Aber die beiden Verbrecher haben für den fetten, stinkenden, korrupten, mordlüsternen Inspector Rudi „Gatsby“ Barnard (der deutlich an den von Orson Welles in „Im Zeichen des Bösen“ verkörperten Polizeichef Quinlan erinnert) gearbeitet. Und im Nachbarhaus hat der entstellte Nachtwächter Benny Mongrel die Tat beobachtet. Mongrel ist ein harter Hund, der nach seinem letzten Knastaufenthalt und einer Gangvergangenheit, ein ehrliches Leben beginnen will. Zunächst beobachtet er unbeteiligt die Ereignisse im Nachbarhaus. Immerhin gehörten die beiden Toten zu einer verfeindeten Gang.

Wie sich mit diesem Trio auf den folgenden Seiten die Geschichte entwickelt, ist natürlich ziemlich vorhersehbar. Dabei wird sie öfters von Zufällen und weniger vom zielgerichteten Agieren der einzelnen Charaktere vorangetrieben. Das beginnt schon damit, dass die toten Gangster zufällig bei Burn hereinstolperten (aber irgendwie muss die Geschichte ja beginnen), dass die Leichen schnell entdeckt werden, dass Inspector Barnard von einem jugendlichen Zeugen zu ihnen geführt wird, er ihn umbringt und auch diese Leiche verdächtig schnell entdeckt wird, dass Barnard ziemlich schnell weiß, wer der Täter ist, dass gerade jetzt ein unbestechlicher Korruptionsermittler gegen ihn ermittelt, undsoweiter.

Dafür zeichnet Drehbuchautor, Regisseur und Produzent Roger Smith ein eindrucksvolles Bild der unschönen Seiten seiner Heimat. Da ist ein Polizist noch der unumschränkte Herrscher in seinem Revier, der nach eigenem Gutdünken Menschen umbringt. Es gibt kaum kontrollierte Jugendgangs und wenn Arm/Schwarz und Reich/Weiß in „Kap der Angst“ aufeinandertreffen, fließt Blut.

Smith wechselt souverän zwischen den verschiedenen Handlungen und treibt sie elliptisch auf die letzte tödliche Konfrontation zu. Der Showdown in den Flats erinnert dann an die letzten Minuten von „Training Day“.

Insgesamt ist „Kap der Finsternis“ von Roger Smith ein gelungenes Noir-Debüt, das neugierig auf sein nächstes Werk macht.

Inzwischen sind die Filmrechte verkauft. Kelly Masterson (Before the Devil knows you’re dead) soll das Drehbuch schreiben und Samuel L. Jackson den Korruptionsermittler Disaster Zondi spielen.

Rogers Smiths zweiter Roman „Wake up dead“ erscheint in den ersten Tagen des kommenden Jahres.

Roger Smith: Kap der Finsternis

(übersetzt von Jürgen Bürger und Peter Torberg)

Tropen, 2009

368 Seiten

21,90 Euro

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Originalausgabe

Mixed Blood

Henry Hold and Company, 2009

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Hinweise

Homepage von Roger Smith

The Big Thrill: Interview mit Roger Smith

Crime Beat: Roger Smith verrät seine zehn Lieblingskrimis (feine Liste, auch wenn, nein, weil ich die meisten Werke schon gelesen habe)

Crime Beat: Interview mit Roger Smith

Roger Smith erzählt die Backstory zu „Kap der Finsternis“

Page-69-Test von „Mixed Blood“


Raymond Chandler, Filmschauspieler

Juni 15, 2009

Während Martin Compart über „Raymond Chandler in Hollywood“ schreibt, hat Woody Haut die Bilder von Raymond Chandlers erst jetzt entdecktem Auftritt in „Frau ohne Gewissen“ (Double Indemnity) veröffentlicht. Chandler schrieb zusammen mit Regisseur Billy Wilder das Drehbuch für diese James-M.-Cain-Verfilmung.


TV-Tipp für den 15. Juni: Cop Land

Juni 15, 2009

Kabel 1, 20.15

Cop Land (USA 1997, R.: James Mangold)

Drehbuch: James Mangold

Freddy Heflin hat als frühes Gnadenbrot eine Stelle als Sheriff in Garrison, New Jersey bekommen. Die Einwohner sind von ihm bewunderte New Yorker Polizisten. Als eines Tages ein Interner Ermittler aus New York ihn um Hilfe bei Ermittlungen gegen korrupte Polizisten bittet, muss Heflin sich zwischen seinem Job und dem polizeilichen Ehrenkodex entscheiden.

Gutes Schauspielerkino mit einem kräftigen Touch 70-Jahre-Kino und einem genießbaren Stallone, der in diesem Cop-Movie versuchte von seinem Rambo/Rocky-Image wegzukommen. Inzwischen ist er wieder bei „Rocky“ und „Rambo“ angekommen und dreht mit einer Action-All-Star-Besetzung im Dschungel „The Expendables“ (über Söldner, die tun, was Söldner tun).

James Mangold erfreute uns zuletzt mit der Elmore-Leonard-Verfilmung „Todeszug nach Yuma“ (3:10 to Yuma).

Mit Sylvester Stallone, Robert De Niro, Harvey Keitel, Ray Liotta, Peter Berg, Michael Rapaport, Annabella Sciorra, Robert Patrick, Noah Emmerich

Hinweise

Wikipedia über „Cop Land“ (deutsch, englisch)

Rotten Tomatoes über „Cop Land“


TV-Tipp für den 14. Juni: Der Körper meines Feindes

Juni 14, 2009

Das Vierte, 22.00

Der Körper meines Feindes (F 1976, R.: Henri Verneuil)

Drehbuch: Michel Audiard, Félicien Marceau, Henri Verneuil

LV: Félicien Marceau: Le Corps de mon ennemi, 1975

Leclerq saß sieben Jahre unschuldig im Knast. Jetzt kehrt er in sein stinkkorruptes Heimatstädtchen zurück und will sich rächen.

Ein Belmondo ohne Action und einer rückblendenlastigen Erzählstruktur. Das war damals eine Ausnahme im Belmondoschen Ouevre. Daher ist „Der Körper meines Feindes“ vor allem etwas für die Freunde des gut abgehangenen französischen Polit-Thrillers.

Mit Jean-Paul Belmondo, Bernard Blier, Marie-France Pisier


Meine Daten gehören Deaver

Juni 13, 2009

Deaver - Der TäuscherDeaver - Lautloses Duell

„Beweise lügen nicht“, sagt Gil Grissom in „C. S. I.“ immer wieder seinen Mitarbeitern. Der von Jeffery Deaver erfundene, nach einem Unfall ans Bett gefesselte geniale Ermittler Lincoln Rhyme würde ihm sofort zustimmen. Aber in „Der Täuscher“ ist sein Cousin Arthur Rhyme, den er seit Jahren nicht mehr gesprochen hat, angeklagt einen Mord begangen zu haben. Rhyme sieht sich die erdrückenden Beweise an. Nach seiner Meinung sind sie zu gut, um wahr zu sein. Er glaubt, dass sie gefälscht wurden und zusammen mit Amelia Sachs beginnt er nach ähnlichen Fällen zu suchen. Sie werden fündig. Ihre Ermittlungen führen sie letztendlich zu Strategic Systems Datacorp. SSD sammelt Daten aus verschiedenen Quellen, hauptsächlich Kundendaten von Unternehmen, verknüpft sie zu Kundenprofilen und verkauft diese vor allem an Firmen, die dann die Kunden zielgenau ansprechen können. SSD-Chef Andrew Sterling ist für einen Kriminalroman verdächtig hilfsbereit und, aufgrund der Zugangscodes können sie den Kreis der Tatverdächtigen auf sieben Mitarbeiter eingrenzen.

Selbstverständlich erfährt der Mörder von Rhymes Ermittlungen und er beginnt zurückzuschlagen.

Bereits vor gut zehn Jahren beschäftigte Jeffery Deaver sich mit den Gefahren des Computers. In „Lautloses Duell“ wird Lara Gibson in Silicon Valley ermordet. Der ermittelnde Detective Anderson glaubt, dass der Täter sich die Informationen über Gibson irgendwie über ihren Computer besorgte. Er spannt den genialen Hacker Wyatt Gilette, der gerade eine Haftstrafe verbüßt, in die Ermittlungen ein. Dank Gilette finden sie heraus, dass der Mörder in Silicon Valley in der Realität ein Computerspiel spielt, sich im Netz Phate nennt, und jetzt unter falscher Identität im Valley lebt. Als er Anderson ermordet und die ermittelnden Beamten herausfinden, dass Gilette und Phate sich von früher kennen und ein Insider Phate mit Informationen versorgt, flüchtet Gilette.

Jeffery Deaver liefert im achten Lincoln-Rhyme-Roman „Der Täuscher“ und dem bereits 2001 erschienenen Einzelwerk „Lautloses Duell“ natürlich die bei ihm gewohnte nervenzerfetzende Spannung mit den überraschenden Schlusstwists. In beiden Büchern verfolgt er aber auch ein sehr honoriges Anliegen: er will über die Gefahren der Informationsgesellschaft aufklären. In „Lautloses Duell“ sind es die damals auf öffentlichen und privaten Computern kaum gesicherten persönlichen Daten, anhand derer mühelos komplette Profile erstellt werden können. Heute sind die Daten besser gesichert. Dafür ist Deavers damals doch ziemlich fantastische Idee mittels eines Programms unbemerkt auf einzelne Computer zuzugreifen, heute sehr realistisch. Denn verschiedene Sicherheitsinstitutionen, am prominentesten das BKA, sollen mittels eines Trojaners, der online und ohne das Wissen des Besitzer (und seiner Sicherheitsprogramme) auf einen Computer geschmuggelt werden kann, auf die Daten des PC-Besitzers zugreifen können.

In Diskussionen sagt BKA-Chef Jörg Ziercke, wenn PC-Experten die Funktionsfähigkeit eines Trojaners für polizeiliche Ermittlungen bezweifeln, immer wieder, dass seine Männer gut genug seien, unbemerkt einen Trojaner auf einem PC zu installieren. Wenn das stimmt, dann ist das eine sehr beunruhigende Vision. Denn selbstverständlich wissen dann nicht nur die vom BKA bezahlte Computerexperten, wie es geht.

In „Der Täuscher“ stehen die inzwischen auch in Deutschland immer größer werdenden privaten Datenbanken im Mittelpunkt. Diese werden unter anderem mit Payback-Karten, Online-Bestellungen und Bezahlungen per Kreditkarte weitgehend unkontrolliert von staatlicher Kontrolle gefüttert und aufgrund firmeninterner Verflechtungen können hier schnell aussagekräftige Profile über bestimmte Kunden und Kundengruppen (wie auf einer sehr einfachen Ebene die Buchempfehlungen bei Amazon aufgrund gekaufter und bewerteter Bücher zeigen) erstellt werden.

Gleichzeitig zeigt Deaver, welche Folgen falsche Daten haben. Weil inzwischen immer mehr Kommunikation über Computer erledigt wird, wird diesen Daten oft blind geglaubt. Das kann, wie Deaver in „Der Täuscher“ zeigt, die Existenz eines Menschen vernichten. Die späteren Angriffe des Mörders gegen Rhyme und sein Team wären, falls sie nicht so bekannt wären (Hey, der Held stirbt nicht!), geeignet, ihr gesellschaftliches Leben zu vernichten.

In „Lautloses Duell“ wird am Ende der Glaube des SEK-Teams an die per Computer übermittelten Einsatzbefehle Wyatt Gilette und seiner Familie fast zum Verhängnis. Denn wenn der Schießbefehl korrekt authentifiziert ist, muss er wahr sein.

Die genaue Recherche in der Welt der elektronischen Datenverarbeitung bildet bei Jeffery Deaver den Hintergrund für zwei spannende Thriller voller Überraschungen, falscher Spuren und atemberaubender Wendungen. Während „Lautloses Duell“ sich vor allem auf den Zweikampf zwischen den beiden Hackern konzentriert, gibt es in „Der Täuscher“ noch einen Rätselplot. Denn Rhyme muss herausfinden, wer von den Verdächtigen der Mörder ist.

Deaver warnt in „Lautloses Duell“ und „Der Täuscher“ vor den Gefahren eines allzu sorglosen Umgangs mit Daten im Netz, aber er verfällt nicht in blinden Alarmismus oder Technikfeindschaft. Denn dann müsste der an sein Bett gefesselte Lincoln Rhyme seine Arbeit als Ermittler aufgeben und Wyatt Gilette dem Hackertum abschwören. Aber das werden sie nicht tun.

Jeffery Deaver: Der Täuscher

(übersetzt von Thomas Haufschild)

Blanvalet, 2009

544 Seiten

19,95 Euro

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Originalausgabe

The Broken Window

Simon & Schuster, 2008

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Jeffery Deaver: Lautloses Duell

(übersetzt von Gerald Jung)

Goldmann, 2009

512 Seiten

8,95 Euro

–

Originalausgabe

The blue nowhere

Simon & Schuster, 2001

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Deutsche Erstausgabe

Goldmann, 2002

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Hinweise

Homepage von Jeffery Deaver

Jeffery Deaver in der Kriminalakte

Meine Besprechung von Jeffery Deavers Kurzroman „Auf ewig“ (Forever, 2005)

Meine Besprechung von Jeffery Deavers Kurzgeschichtensammlung “Gezinkt” (More twisted, 2006)

Meine Besprechung von Jeffery Deavers „Die Menschenleserin“ (The sleeping doll, 2007)


TV-Tipp für den 13. Juni: Spartan

Juni 12, 2009

RTL, 22.05

Spartan (USA 2004, R.: David Mamet)

Drehbuch: David Mamet

Die Tochter des US-Präsidenten wird entführt. Spezialagent Robert Scott soll sie finden – und der Befehlsempfänger deckt ein Komplott auf.

Wenn David Mamet einen Polit-Thriller schreibt und inszeniert, dann sind einerseits die üblichen Genrestandards enthalten und andererseits, dank guter Schauspieler und Dialoge, auch viel mehr.

Außerdem waren bei den Vorbereitungen und dem Dreh zahlreiche Polizei- und Militärspezialisten dabei. Der bekannteste (und wichtigste) dürfte Eric L. Haney sein, dessen „Inside Delta Force“ auch die Grundidee für die von DAvid Mamet und Shawn Ryan (The Shield) erfundene grandiose Serie „The Unit“ lieferte.

mit Val Kilmer, Derek Luke, William H. Macy, Ed O’Neill, Kristen Bell, Tia Texada, Mark Pellegrino

Wiederholung: Sonntag, 14. Juni, 01.50 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Homepage zum Film

Drehbuch „Spartan“ von David Mamet

Meine Besprechung von David Mamets „Bambi vs. Godzilla – Über Wesen, Zweck und Praxis des Filmbusiness“ (Bambi vs. Godzilla – On the Nature, Purpose, and Practice of the Movie Business, 2007)


Enttäuschendes Werk von Sebastian Fitzek

Juni 12, 2009

Fitzek - Splitter

Milde Spoilerwarnung: Ich verrate zwar nicht das Ende von „Splitter“, aber ganz ohne Spoiler geht es nicht.

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Nachdem ich die vorherigen Romane von Sebastian Fitzek verschlungen habe, ist „Splitter“ eine herbe Enttäuschung. Die Geschichte ist während des Lesens und auch im Rückblick einfach zu unglaubwürdig.

Dabei ist der Anfang Fitzek-typisch verheißungsvoll. Marc Lucas geht zu dem abgeschieden lebenden Professor Niclas Haberland (bekannt aus „Der Seelenbrecher“). Er ist schwer verletzt und zweifelt, ob er wirklich lebt. Der Professor sagt ihm, er sei leider zu spät gekommen, aber er werde ihm jetzt erzählen, warum er in diesem bemitleidenswertem Zustand sei.

Fast die gesamte folgende Erzählung ist dann eine Rückblende. Vor elf Tagen wurde Lucas eingeladen an einem Experiment teilzunehmen. Lucas hat vor sechs Wochen bei einem von ihm verschuldeten Autounfall seine schwangere Frau verloren und er möchte dieses Ereignis gerne vergessen. Forschungsleiter Professor Bleibtreu erklärt ihm, er forsche an gezielten Amnesien und Marc Lucas sei ein geeigneter Teilnehmer.

Lucas zögert noch. Er weiß nicht, ob er wirklich Teile seines Gedächtnisses verlieren will.

Als er in seine Wohnung zurückkehren will, ist das Türschild und das Schloss ausgetauscht und seine totgeglaubte Frau öffnet die Tür. Sie erkennt ihn aber nicht. Lucas ist verunsichert. Er will herausfinden, was los ist und geht zurück zur Klinik. Aber statt vor der Klinik, steht er vor einer Baugrube. Er wird verfolgt. Er zweifelt, ob er nicht wahnsinnig wird. Eine offensichtlich paranoide Frau erzählt ihm etwas von einer Verschwörung.

Klingt spannend? Immerhin ist die Geschichte des Mannes, der glaubt seinen Verstand zu verlieren, ein gut etabliertes Subgenre. Mal wird er wirklich wahnsinnig. Mal erkennt er so die Wirklichkeit. Mal ist es ein Komplott. Am effektivsten wird die Geschichte in der ersten Person erzählt. Dann erleben wir alles aus der Perspektive des Erzählers, der an seinem Verstand zweifelt. Es ist nicht möglich zu unterschieden, ob der Erzähler die objektive oder nur eine subjektive Wahrheit erzählt. Denn wenn der Ich-Erzähler glaubt, dass ein sprechender Hase auf seiner Couch sitzt, dann sitzt dort ein sprechender Hase (und innerhalb der Realität einer Geschichte kann dort wirklich ein sprechender Hase sitzen).

Wenn die Geschichte in der dritten Person erzählt wird, wie Fitzek es tut, dann gibt es auch immer die objektive Perspektive, die uns sagt, dass auf der Couch kein Hase sitzt. Außerdem schreibt Fitzek keine Fantasy- oder Horror-Romane (in denen das Übernatürliche einen festen Platz hat), sondern Thriller.

Durch die gewählte Perspektive ist klar, dass irgendjemand möchte, dass Lucas sein Gedächtnis auf die eine oder anderen Art verliert. Allerdings soll er nicht sterben. Und, das ergibt sich aus der Größe der Verschwörung, muss der Hintermann sehr einflussreich sein und Lucas etwas sehr wichtiges Besitzen.

Jedenfalls müsste natürlich versuchen, herauszufinden, wer ihn warum in den Wahnsinn treiben will. Die meiste Zeit wird er, wie ein Flipperkugel, von dem einen Ende der Stadt zum anderen gestoßen. Bei der ganzen Lauferei erfährt er allerdings nichts, was ihn näher an die Lösung des Rätsels bringt.

Allerdings ist auch unklar, welche Ziele der oder die Bösewichte haben. Alles ist zufällig und willkürlich. Seine Frau ist mal in seiner Wohnung. Dann wieder nicht. Der Schwiegervater verschwindet plötzlich spurlos aus der Wohnung. Jemand hilft ihm, der sich eine Szene später als Bösewicht herausstellt. Und umgekehrt. Krankenpfleger jagen durch die Stadt. Eine Verrückte hilft ihm. Oder ist diese Verrückte gar nicht verrückt, sondern, wie sie behauptet, einem großen Komplott auf der Spur? Das wird von Fitzek genauso konfus erzählt, wie es sich jetzt hier liest.

Denn Lucas agiert in dieser Nacht nicht auf ein Ziel hin. Seine Handlungen sind ein meist intuitives agieren auf plötzlich auftauchende neue Situationen. Wie in einer Geisterbahn wird er passiv (Schreien ist natürlich erlaubt.) durch eine Parcours geführt. Dabei kommt er der Antwort auf die Frage, warum eine Organisation den ganzen Aufwand betreibt, um einen unbedeutenden Sozialarbeiter in den Wahnsinn zu treiben, keinen Schritt näher. Obwohl viel passiert, passiert letztendlich doch nichts.

Gestreckt wird die Geschichte von Lucas durch eine zweite Geschichte. In ihr soll sein gerade aus der Psychiatrie entlassener Bruder Benny, im Auftrag eines Gangsters, einen investigativen Journalisten umbringen und danach sofort aus Berlin verschwinden. Einerseits hat dieser Subplot offensichtlich nichts mit der Hauptgeschichte zu tun. Aber andererseits muss Bennys Geschichte, so die Vermutung beim Lesen, irgendwie mit Lucas‘ Geschichte zusammenhängen. Weil diese Vermutung falsch ist, könnte Bennys Geschichte umstandslos gestrichen werden. Dann würde zwar eine, nie überzeugende, falsche Fährte wegfallen, aber die Geschichte von Lucas würde an Kraft gewinnen und uns würde mindestens eine idiotische Situation (Ich sage nur: Leiche im Badezimmer.) erspart.

Am Ende präsentiert Fitzek zwar eine Erklärung für das Spiel mit der geistigen Gesundheit von Lucas. Eigentlich gibt es sogar zwei Erklärungen. Aber die erste ist nicht logisch. Denn der Bösewicht hätte sein Ziel auch viel einfacher erreichen können. Die zweite Erklärung hat zwar einen netten Aha-Effekt, aber sie verstößt gegen die innere Logik der Geschichte.

Gerade weil Sebastian Fitzek schon bessere Schmöker geschrieben hat, ist „Splitter“ so enttäuschend.

Anmerkung: Die hoffnungslos überfüllte Buchvorstellung im Oskar-Helene-Heim war gewohnt gut. Für die VIPs gab’s Häppchen in der Pathologie (Spätes Mittagessen war eine doofe Idee.), eine Führung durch die Klinik (Schwester Mildred Ratched hätte die Einrichtung gefallen.) und sogar noch einen Sitzplatz (Nein, es war kein reservierter Platz.). Fitzek erzählte locker-flockig von Erlebnissen, die er gerne vergessen würde (Falls er sie nicht erfunden hat. Aber dafür wird ein Autor bezahlt.). Simon Jäger, der Sprecher des Hörbuchs, las einige Passagen aus „Splitter“ vor.

Sebastian Fitzek: Splitter

Droemer, 2009

384 Seiten

16,95 Euro

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Hinweise

Homepage von Sebastian Fitzek

Sebastian Fitzek in der Kriminalakte

Meine Besprechung von Sebastian Fitzeks „Der Seelenbrecher“ (2008)

Meine Besprechung von Sebastian Fitzeks „Das Kind“ (2008)


Kleinkram: „Shutter Island“-Trailer, Pelham-1-2-3-Infos, gute Werbung und zwei Drehbücher (Wolverine, Tropic Thunder)

Juni 12, 2009

Der erste Trailer von Martin Scorseses Dennis-Lehane-Verfilmung „Shutter Island“ ist online und er sieht verdammt gut aus:

Bei uns startet der Film am 8. Oktober. Also noch reichlich Zeit, vorher Lehanes Roman zu lesen.

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Tony Scotts Verfilmung von John Godeys „The Taking of Pelham One Two Three“  (Die Entführung der U-Bahn 1 2 3) ist in den USA angelaufen und die Kritiker, wie Roger Ebert, sind nicht so begeistert. Ebert schreibt:

There’s not much wrong with Tony Scott’s “The Taking of Pelham 1 2 3,” except that there’s not much really right about it. Nobody gets terrifically worked up, except the special-effects people. (…) The 1974 version took place in a realistic, well-worn New York City. This version occupies a denatured action-movie landscape, with no time for local color and a transit system control room that humbles Mission Control. That also may explain the film’s lack of time to establish the supporting characters, even Travolta’s partners.

Hm, wir wissen’s ab dem 23. Juli.

Und so sieht die erste Verfilmung von Godeys Roman mit Walter Matthau und Robert Shaw als „Stoppt die Todesfahrt der U-Bahn 1-2-3“ aus:

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Bei Sex in a Submarine hat William Martell eine köstliche Werbung gepostet.

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Und, via Simply Scripts (dort wird auch gepelhamt), gibt’s wieder einige neue Drehbücher zu zwei aktuellen Kinofilmen:

David Benioff, Skip Woods: X-Men Origin: Wolverine (Juni 2006)

Etan Cohen, Ben Stiller, Justin Theroux: Tropic Thunder (5. September 2006)


TV-Tipp für den 12. Juni: Der Falke und der Schneemann

Juni 12, 2009

WDR, 23.15

Der Falke und der Schneemann (USA 1984, R.: John Schlesinger)

Drehbuch: Steven Zaillian

LV: Robert Lindsey: The Falcon and the snowman, 1979

Musik: Pat Metheny (und dem David Bowie-Hit „This is not america“)

Auf Tatsachen basierendes Drama über zwei Jugendliche, die mäßig brisante Geheimdokumente an die UdSSR verkauften und 1977 zu lebenslanger beziehungsweise 40-jähriger Haft verurteilt wurden. Inzwischen sind sie auf Bewährung entlassen.

Nach 9/11 und der Hatz auf islamistische Terroristen und ihr Umfeld ist „Der Falke und der Schneemann“ als düsteres Drama über jugendlichen Idealismus wieder sehr aktuell.

Mit Sean Penn, Timothy Hutton, Pat Hingle, Joyce Van Patten


Neu im Kino: Obsessed

Juni 11, 2009

Obsessed (Obsessed, USA 2009)

Regie: Steve Shill

Drehbuch: David Loughery

Gut, die Story erinnert an „Eine verhängnisvolle Affäre“ (nur ohne Sex), aber sie ist auch so einfach, wie effektiv: eine Frau verliebt sich in einen verheirateten Mann und beginnt ihn zu verfolgen. Nur ist dieses Mal der Mann ein Afroamerikaner.

Aber auch das kennen wir von David Lougherys letztem, unterschätzen Film „Lakeview Terrace“. Da spielte Samuel L. Jackson den Rassisten und Blockwart.

Ansonsten: Steve Shill ist ein verdienter TV-Regisseur, der hier sein Spielfilm-Debüt abliefert. Die meisten Schauspieler sind vertraute TV-Gesichter und „Obsessed“ hat wohl nur wegen Sängerin Beyoncé Knowles (verglichen mit „While she was out“, „Red“ und „JCVD“) bei uns einen Kinostart erhalten. Denn die Bewertungen bei Rotten Tomatoes (Kritiker 18 %, Zuschauer 39 Prozent Frische) und in der IMDB (3,7 von 10 Punkten) zeigen eindeutig in Richtung Flop und die deutschen Kritiker sind ebenfalls nicht begeistert.

„Perfect example of why Hollywood should not be profitable!“ (Benutzer IMDB)

„Beyonce’s latest movie contains more laughs than the entire output of Jim Carrey, Will Ferrell and Eddie Murphy. Just one problem – Obsessed is meant to be a thriller.“ (David Edwards, Daily Mirror)

mit Idris Elba, Beyoncé Knowles, Ali Larter, Jerry O’Connell, Bonnie Perlman, Christine Lahti

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Obsessed“


TV-Tipp für den 11. Juni: LeseHorizonte: Südafrika

Juni 11, 2009

Arte, 22.40

LeseHorizonte: Südafrika (F 2009, R.: Virginie Linhart

Drehbuch: Virginie Linhart

Die erste Folge einer neuen Literatursendung stellt das literarische Leben in Südafrika und die bekannten Autoren André Brink, Nadine Gordimer und Breyten Breytenbach vor.

Die nächsten Folgen porträtieren das literarische Leben in Ägypten, Haiti und Quebec.

Wiederholungen

Dienstag, 16. Juni, 01.45 Uhr (Taggenau!)

Donnerstag, 18. Juni, 05.00 Uhr (Taggenau!)

Hinweis

Arte zur Reihe


Kleinkram mit Elmore Leonard, Lawrence Block, Lee Child, Agatha Christie, John Wayne – und drei Drehbücher

Juni 10, 2009

Bei Barnes & Noble gibt es ein langes Interview mit Elmore Leonard über seine Anfänge, das Schreiben, sein neues Buch „Doad Dogs“, das Buch, das er gerade schreibt (wieder mit Karen Sisco), über andere Autoren und warum es kein weiteres Buch mit Ernest Stickley gibt:

I couldn’t bring back one of my favorite characters, Stick, because Burt Reynolds played him, and if I think of Burt Reynolds as Stick, it won’t work. [LAUGHS]

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Pulp International präsentiert die Covers der von Lawrence Block als Sheldon Lord geschriebenen Sex-Novellen.

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Hm, die japanischen Poster für den ersten James-Bond-Film „Dr. No“ sind auch nicht schlecht.

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Doch zurück zu Lawrence Block. Ein Fan hat bei GoogleMaps die für Matt Scudder wichtigen Orte eingetragen. Ist etwas für den nächsten Manhattan-Besuch.

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Bleiben wir in New York:  Lee Child schreibt über einen Mann, der eine Bar betritt…

(Die deutsche Ausgabe von „The hard way“ erscheint unter dem sehr deutschen Titel „Way out“ am 24. August bei Blanvalet. Jack Reachers zehntes Abenteuer beginnt in einem Café in NYC.)

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Hier gibt’s einige Infos zu den zwei neuen Hercule-Poirot-Geschichten von Agatha Christie. Die Geschichten werden in England am 3. September in dem Band „Secret Notebooks: Fifty Years of Mysteries in the Making“ veröffentlicht.

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Bei The Tainted Archive gibt es einen Podcast über John Wayne. Der nächste soll über die Western von und mit Clint Eastwood sein.

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Und bei Scribd (Jaha, Anmeldung erforderlich) gibt es die Drehbücher zu drei Klassikern aus den Sechzigern:

Walon Green, Sam Peckinpah: The Wild Bunch (Fassung vom 12. Februar 1968 – Na, zu diesem Western muss ich wohl nichts sagen.)

Larry Marcus: Petulia (FAssung vom 30. März 1967 – Düsteres Drama und Gesellschaftsporträt der USA in den Sechzigern von Richard Lester mit Julie Christie und George C. Scott)

William Gibson: The Miracle Worker (Fassung vom 8. Mai 1961 – Arthur Penn verfilmte das Buch 1962. Der deutsche Titel ist „Licht im Dunkel“.)


TV-Tipp für den 10. Juni: Schande

Juni 9, 2009

WDR, 22.10

Schande (D 1999, R.: Claudia Prietzel)

Drehbuch: Burkhard Driest

Spannendes Drama über das Tabu-Thema Kindesmissbrauch mit Hansa Czypionka, Oliver Stritzel, Imogen Kogge, Stephanie Charlotta

Hinweise

Wikipedia über Burkhard Driest

Die Welt: Zum 70. Geburtstag von Burkhard Driest (28. April 2009)

Alligatorpapiere: Befragung von Burkhard Driest

Drehbuch „Schande“ von Burkhard Driest (mit einigen weiteren Informationen und Kritiken zum Film)


Cover der Woche

Juni 9, 2009

MacDonald - Bright Orange for the Shroud


TV-Tipp für den 9. Juni: 21 Liebesbriefe

Juni 9, 2009

3sat, 20.15

21 Liebesbriefe (D 2004, R.: Nina Grosse)

Drehbuch: Friedrich Ani, Nina Grosse

Kellnerin Franziska Luginsland ist schwer verliebt in ihre Brieffreundschaft Fabian Stiller. Allerdings wird er vor ihrem ersten Date erschossen. Franziska, anstatt zur Polizei zu gehen, sucht auf eigene Faust den Mörder.

Katja Flint hatte die Idee, Friedrich Ani und Nina Grosse schrieben dann das Drehbuch: eine Mischung aus Krimi und Romanze. Das ganze ist sehr nett, aber auch nicht weiter aufregend und die Amateurdetektivin Luginsland agiert nicht immer sonderlich intelligent.

„21 Liebesbriefe ist ein stiller, ja beinahe bedächtiger Krimi mit humoristischen Untertönen, lakonischen Dialogen, poetischen Schlenkern und einer Prise Absurdität…So entpuppt sich der Krimi am Ende als berührendes, aber unsentimentales Frauenporträt.“ (Jürgen Bräunlein, Berliner Zeitung, 11. Oktober 2004)

Not amused war das „Lexikon des internationalen Films“: „Missglückte Symbiose aus unverständlichem Liebesfilm und miserablem Krimi, garniert mit Münchner Lokalkolorit.“ Aber die Quote war gut genug für zwei Fortsetzungen.

Mit Katja Flint, Harald Schrott, Günter Maria Halmer

Wiederholung: Mittwoch, 10. Juni, 11.30 Uhr

Hinweise

Homepage von Friedrich Ani

Meine Besprechung von Friedrich Anis „Wer lebt, stirbt“ (2007)

Meine Besprechung von Friedrich Anis „Der verschwundene Gast“ (2008)


TV-Tipp für den 8. Juni: Out of Time

Juni 8, 2009

ZDF, 22.15

Out of time (USA 003, R.: Carl Franklin)

Drehbuch: David Collard

Matt Whitlock schiebt als Polizeichef von Banyan Key eine ruhige Kugel in dem Sunshine State Florida. Seine verheiratete Geliebte Ann verzuckert seinen Alltag. Als sie unheilbar an Krebs erkrankt und ihn als Begünstigten in ihre Lebensversicherung einsetzt, will er ihr helfen. Er gibt ihr die seinem Polizeisafe gebunkerte halbe Million Dollar Drogengeld. Wenige Stunden später sind sie und ihr Mann tot. Sie wurden ermordet und anschließend verbrannt. Whitlocks Ex Alex leitet die Ermittlungen. Alle Beweise deuten auf den unbekannten Geliebten als Mörder. Matt Whitlock muss daher das Komplott aufdecken, bevor er als Mörder verhaftet wird.

Für Genre-Junkies ist der wunderschön entspannte Florida-Noir-Thriller „Out of Time – Sein Gegner ist die Zeit“ ein Festschmaus.

Collard schrieb ein wendungsreiches, kunstvoll die Balance zwischen Tradition und Innovation haltendes, Drehbuch. Franklin setzte es punktgenau um. Das Ensemble, angeführt von dem immer guten Denzel Washington, spielte genussvoll auf. Gerade die vielen Nebendarsteller, wie der Pathologe (als Sidekick des Helden ist er natürlich sehr wichtig), die Untergebenen von Alex und Matt, die DEA-Agenten, der Hotelchef und die ältere Zeugin, hatten prächtige Auftritte. Die Stuntmen durften vor allem bei einem Kampf auf Leben und Tod an einem Balkongitter im siebten Stock eines Hotels ihr Können zeigen. Die Aufnahmen Florida, besonders der Sonnenuntergängen, sind traumhaft und die Musik von Graeme Revell gibt allem einen entspannt-südamerikanischen Touch.

Mit Denzel Washington, Eva Mendes, Salma Latham, Dean Cain, John Billingsley

Wiederholung: Mittwoch, 10. Juni, 00.20 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Homepage zum Film

Film-Zeit über „Out of Time“


Kleinkram für den Sonntag

Juni 6, 2009

Schon seit einigen Tagen ist die Juni-Ausgabe von The Big Thrill online mit Interviews mit Gregg Hurwitz, James Rollins, Eric Van Lustbader (ein weiterer Bourne-Roman), Jeffrey J. Mariotte, Lisa Unger, Paul Kemprecos (Co-Autor von Clive Cussler), David Baldacci und einigen weiteren Autoren.

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Joe R. Lansdale ist unter die Blogger gegangen.

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Horst Eckert beantwortet auf der Krimi-Couch einige Fragen (und vertieft einige meiner Fragen).

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Sarah Weinman redet mit Chuck Hogan (der „The Strain“ zusammen mit Guillermo del Toro geschrieben hat) und porträtiert Lawrence Block, nachdem sie zuerst sein neuestes Buch „Step by Step“ (irgendwie seine Memoiren) gelesen und mit ihm gesprochen hat.

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Es sind wieder einige Drehbücher online, teils verfilmt, teils noch (?) nicht:

Neal Purvis/Robert Wade: Casino Royale (13. Dezember 2005, überarbeitet von Paul Haggis – Anmeldung bei Scribd erforderlich.)

Scott Smith: The Ruins (19. Januar 2007, Yep, die Verfilmung des gleichnamigen Romans „The Ruins“/“Dickicht“)

Joel & Ethan Coen: A serious man (4. Juni 2007)

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Eine Fundgrube für „Columbo“-Fans.


Ist schon etwas älter, aber immer noch online und verdammt cool. Jedenfalls wenn Sie zu den wenigen Fans von „Dexter“ gehören. „Getting away with murder“ ist eine Reihe von Kurzfilmen, über den noch bei seiner Mutter lebenden Profikiller Seth Silver. Das ganze ist over the Top mit swingenden Latinklängen, Voiceover, alltäglich-absurden Dialogen und natürlich vollkommen unmoralisch.

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Weil demnächst Ken Bruens erster Jack-Taylor-Roman „The Guard“ (übersetzt von Harry Rowohlt!!!) als „Jack Taylor fliegt raus“ (Ja, der Originaltitel ist besser, aber wenn wir es als Hommage an „Jack Carters Heimkehr“ akzeptieren, ist’s okay) erscheint, weil es anscheinend in jedem seiner Romane um die Misshandlungen von Kindern und Jugendlichen durch die katholische Kirche geht, weil es auch in Deutschland eine Kommission gibt, die sich um das Unrecht gegenüber den Heiminsassen kümmert (amtlich „Runder Tisch Heimerziehung in den 50er und 60er Jahren“ mit Antje Vollmer als Vorsitzenden) und weil zwar über den Abschlussbericht der „Commission to Inquire into Child Abuse“ in den deutschen Medien berichtet wurde, aber mit permanenter Bosheit der Link zu dem Bericht fehlte, gibt es ihn hier.

Das Teil hat 2500 Seiten. Wenn Sie die Tage noch nichts vorhaben….

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Fein recherchiert!

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Überraschung!

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Das sieht nach einer grandiosen Serie aus:

Leider hab ich nur das Spin-Off gesehen.