Vampire bei den Alligatoren

Juni 24, 2009

Bei den Alligatorpapieren ist in der Spurensuche mein Porträt von Charlie Huston erschienen. Der PulpNoir-Autor schrieb die Hank-Thompson-Trilogie, die Joe-Pitt-Serie (ein Vampir als Privatdetektiv) und „Killing Game“.


TV-Tipp für den 24. Juni: Amores Perros – Von Hunden und Menschen

Juni 24, 2009

SWR, 23.00

Amores Perros – Von Hunden und Menschen (Mexiko 2000, R.: Alejandro González Iñárritu)

Drehbuch: Guillermo Arriaga

Bereits die erste Zusammenarbeit von Iñárritu und Arriaga ist, wie ihre späteren gemeinsamen Werke (21 Gramm, Babel), ein verschachtelter Episodenfilm, dessen Geschichten nicht chronologisch erzählt werden. In „Amores Perros“ führt ein Autounfall in Mexico City einen Auftragskiller, einen erfolgreichen Verleger, ein Top-Modell und einen Mann, der mit Hundekämpfen sein Geld verdient, zusammen.

Mit Emilio Echevarria, Gael Garcia Bernal, Goya Toledo

Hinweis

Unionsverlag über Guillermo Arriaga


Cover der Woche: Dreimal St. Pauli

Juni 23, 2009

Göhre - Der Schrei des Schmetterlings

Göhre - Der Tod des Samurai

Göhre - Der Tanz des Skorpions


TV-Tipp für den 23. Juni: Citizen Kane

Juni 23, 2009

RBB, 22.50

Citizen Kane (USA 1941, R.: Orson Welles)

Drehbuch: Herman J. Mankiewicz, Orson Welles (Mitarbeit: Joseph Cotten, John Houseman)

Ein Pressezar stirbt. Ein Journalist recherchiert für einen Artikel sein Leben. Aber die letzte Frage, was Rosebud sei, kann er nicht beantworten.

Einer der unumstrittenen Filmklassiker.

Mit Orson Welles, Joseph Cotten

Hinweise

Wikipedia über „Citizen Kane“

RBB über „Citizen Kane“

Classic Movie Favorites über „Citizen Kane“

Drehbuch „Citizen Kane“ von Herman J. Mankiewicz und Orson Welles

Senses of Cinema über Orson Welles


Lee Marvin stirbt für Don Siegel den „Tod eines Killers“

Juni 22, 2009

In den ersten Minuten von Don Siegels „Der Tod eines Killers“ bahnen die beiden Profikiller Charlie (Lee Marvin) und Lee (Clu Gulager), wie zwei Terminatoren, sich ihren Weg durch eine Blindenschule zu ihrem Opfer und erschießen es kaltblütig vor mehreren Zeugen. Später, im Zug fragt Charlie sich, warum ihr Opfer, der ehemalige Rennfahrer Johnny North (John Cassavetes), obwohl er gewarnt wurde, wie ein Lamm auf sie wartete und warum sie für diesen so unglaublich einfachen Auftrag so viel Geld bekommen. Außerdem war North in einen Überfall verwickelt und die Beute ist verschwunden. Charlie und sein jüngerer Partner erforschen auf der Suche nach der Beute, wie Detektive, das frühere Leben ihres Opfers.

Mit diesen ersten Minuten gibt Don Siegel die gewalttätig-amoralische Stimmung für den gesamten Films vor. Denn auch wenn die Morde in dem 1963 gedrehten „Der Tod eines Killers“ aus heutiger Sicht unblutig und theaterhaft-übertrieben inszeniert sind (was sie noch wirksamer macht), ist es vor allem diese Mischung aus Sturheit, Fatalismus, Gewalt und der Lust an der Gewalt, die heute immer noch unangenehm berührt.

Denn als erstes verprügeln die beiden Killer ungerührt die blinde, ältere Schulsekretärin. Geht es noch gemeiner? Und diese beiden Schläger sollen die Sympathieträger sein?

Auch später, wenn Charlie und Lee erfahren, dass ihr Opfer sich in Sheila Farr (Angie Dickinson) verliebte und diese mit dem Gangster Jack Browning (Ronald Reagen) liiert ist, nimmt das Level an körperlicher Gewalt kaum ab. Sheila Farr wird mehr als einmal geschlagen. Die beiden Killer gehen bei ihrer Suche nach der Methode „erst schlagen, dann fragen“ vor. Und auch ihr Auftraggeber ist körperlicher Gewalt nicht abgeneigt. Denn für sie heiligt der Zweck die Mittel.

Dass Lee Marvin harte Männer spielen kann, ist nicht überraschend. Für diese Rolle erhielt er einen BAFTA und war für einen Laurel Award nominiert. Auch Angie Dickinson, John Cassavetes, Claude Akins, Norman Fell und Clu Gulager (als leicht psychopathischer junger Killer) sind gewohnt überzeugend in ihren Rollen.

Die große Überraschung in dem Film ist Ronald Reagan. Er spielte erstmals in seiner langen, nicht allzu erfolgreichen Karriere einen Gangster. Viele behaupten, er habe hier seinen besten Auftritt als Schauspieler gehabt (Dem würde ich mich, obwohl ich nur sehr wenige seiner Filme gesehen habe, anschließen.). Seine Verkörperung des skrupellosen, aalglatten Gangsters, der seine Frau niemals an einen Nebenbuhler abgeben wird, ist wirklich furchteinflößend. Allerdings war Reagan von seiner Rolle nicht begeistert. Er hasste es, wie er später in Interviews sagte, den Bösewicht zu spielen.

Auch aus einem weiteren Grund war für Ronald Reagan „Der Tod eines Killers“ ein wichtiger Film. Er markierte das Ende seiner Filmkarriere. Danach wandte er sich vollends der Politik zu und der Rest ist Geschichte.

Für Don Siegel markierte „Der Tod eines Killers“, nach zahlreichen, heute oft vergessenen B-Pictures, den Beginn seines legendären Spätwerks. Sein übernächster Film war der TV-Western „Ein Fremder auf der Flucht“ (Stranger on the run). Danach kamen „Nur noch 72 Stunden“ (Madigan), „Coogans großer Bluff“ (Coogan’s Bluff), „Ein Fressen für die Geier (Two Mules for Sister Sara), „Betrogen“ (The Beguiled), „Dirty Harry“ undundund.

Für „Der Tod eines Killers“ ließ Don Siegel, der den Film auch produzierte und eine frühe Drehbuchversion schrieb, sich von Ernest Hemingways Kurzgeschichte „The Killers“ inspirieren. Wie in der ersten Verfilmung der Kurzgeschichte, „Rächer der Unterwelt“/“Die Killer“ (USA 1946) von Robert Siodmak mit Burt Lancaster und Ava Gardner, wurde nur die Grundidee, von einem Mann, der apathisch auf seine Mörder wartet, übernommen. Siegel und sein Drehbuchautor Gene L. Coon (viele TV-Arbeiten von „Bonanza“ über „Ihr Auftrag, Al Mundy“ bis „Raumschiff Enterprise“) machten daraus zwei schnörkellose Noir-Geschichten. Die eine erzählt von einem gutgläubigen, ehrlichem Mann, der sich in die falsche Frau verliebt und zum Verbrecher wird. Die andere erzählt von zwei Killern, die an die große Kohle wollen. Und natürlich enden sie, wie Noir-Geschichte enden müssen.

Lee Marvin und Angie Dickinson trafen 1967 in dem sehr ähnlichen „Point Blank“ wieder und nicht weniger gewalttätig aufeinander. Der wichtigste Unterschied zwischen den beiden, in vielerlei Hinsicht sehr ähnlichen Filmen ist, dass „Der Tod eines Killers“ ursprünglich als TV-Film geplant war, während „Point Blank“ von Anfang an als Kinofilm konzipiert war.

Siegels Film war der erste Film der Universal-Reihe „Project 120“, die aus Filmen bestehen sollte, die für das Fernsehen produziert würden, aber auch im Kino laufen könnten. So sollte der damals steigende Bedarf an neuen Spielfilmen für das Fernsehen gestillt werden. Aber die Ermordung von John F. Kennedy und die aus Sicht der TV-Verantwortlichen zu hohe Gewalttätigkeit des Films führten letztendlich zu einem Kinostart und einem sofortigen Ende der Reihe.

„Der Tod eines Killers“ ist ein auch heute noch überzeugender, formal und stilistisch in sich geschlossener Gangsterfilm.

Das Bonusmaterial, Originaltrailer und zwei kurze Biographien, ist nicht weiter erwähnenswert. Denn gerade wenn eine Reihe „Hollywood Klassiker“ heißt, sollten die DVD-Macher auf der DVD auch einige Hintergrundinformationen liefern, warum sie diese Filme für Klassiker halten. Die Bildqualität ist überraschend gut. Der Originalton ebenfalls, die Synchronisation, wie bereits auf einer Texttafel vor Filmbeginn angekündigt wird, weniger.

Der Tod eines Killers

Der Tod eines Killers (The Killers, USA 1964)

Regie: Don Siegel

Drehbuch: Gene L. Coon

LV: Ernest Hemingway: The Killers, 1927 (Kurzgeschichte)

mit Lee Marvin, Angie Dickinson, John Cassavetes, Ronald Reagan, Clu Gulager, Claude Akins, Norman Fell, Seymour Cassel (kleine Nebenrolle als Bote)

–

New KSM/Mondo Entertainment

Länge: 91 Minuten

Bild: 4:3

Ton: Deutsch/Englisch (Dolby Digital 2.0)

Untertitel: teilweise mit deutschen Untertiteln

Bonusmaterial: Original Film-Trailer, Bio- und Filmographie von Lee Marvin und Angie Dickinson

FSK: ab 16 Jahre

–

Hinweise

Senses of Cinema (Deborah Allison) über Don Siegel (Mai 2004)

Ekkehard Knörer über Don Siegel (1999)

You Tube: Clu Gulager über „The Killers“  (29. August 2008)


TV-Tipp für den 22. Juni: Kiss Kiss Bang Bang

Juni 22, 2009

ZDF, 22.45

Kiss Kiss Bang Bang (USA 2005, R.: Shane Black)

Drehbuch: Shane Black

LV: Brett Halliday: Bodies are where you find them, 1941

Zuerst stolpert Einbrecher Harry Lockhart auf seiner Flucht vor der Polizei in einen Vorsprechtermin und erhält prompt eine Filmrolle. Als er über eine Hollywood-Party stolpert, trifft er seine Jugendliebe Harmony Faith Lane und, als er zwecks Rollenstudium, mit einem knallharten PI Gay Perry (schwul) durch die Straßen Hollywoods schlendert, stolpern sie alle in einen undurchsichtigen Komplott, der direkt aus einem Film der Schwarzen Serie stammen könnte.

Köstliche Liebeserklärung an die Pulps, der natürlich nur lose auf dem Mike-Shayne-Roman basiert, aber dafür ausführlich Chandler zitiert (Zwischentitel, Voice-Over,…).

“first significant neo-noir of the twenty-first century” (Alexander Ballinger/Danny Graydon: The Rough Guide to Film Noir, 2007)

mit Robert Downey Jr., Val Kilmer, Michelle Monaghan, Corbin Bernsen, Rockmond Dunbar

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Kiss Kiss Bang Bang“

Spike: Interview mit Shane Black (17. Oktober 2005)

Drehbuch „Kiss, Kiss, Bang, Bang“ von Shane Black (Fassung vom 21. November 2003)


TV-Tipp für den 21. Juni: Tatort Paris

Juni 21, 2009

SWR, 23.55

Tatort Paris (F 1959, R.: Gilles Grangier)

Drehbuch: André Gillois, Jacques Robert, Gilles Grangier

LV: André Gillois: 125, rue Montmartre

Spannender Kriminalfilm mit Lino Ventura als gutmütigem Zeitungsverkäufer, der in eine mörderische Intrige gerät.

Andrè Gillois erhielt 1958 für seinen Roman den „Prix du Quai des Orfèvres“.


Die Nominierungen für den Barry Award 2009

Juni 20, 2009

Deadly Pleasures Magazine und Mystery News haben die Nominierungen für den diesjährigen Barry Award bekannt gegeben. Die Gewinner werden von den Lesern der beiden Magazine gewählt und auf der 40th Bouchercon World Mystery Convention (15. – 18. Oktober 2009) in Indianapolis, Indiana, verliehen.

Nominiert sind:

Best Novel

• Trigger City, von Sean Chercover (Morrow)

• The Draining Lake, von Arnaldur Indridason (Minotaur)

• Envy the Night, von Michael Koryta (Minotaur)

• Red Knife, von William Kent Krueger (Atria)

• The Cruelest Month, von Louise Penny (Minotaur)

• The Dawn Patrol (Pacific Private), von Don Winslow

Best First Novel

• The Kind One, von Tom Epperson (Five Star)

• Stalking Susan, von Julie Kramer (Doubleday)

• City of the Sun, von David Levien (Doubleday)

• Child 44, von Tom Rob Smith (Grand Central)

• A Carrion Death, von Michael Stanley (Harper)

• Sweeping Up Glass, von Carolyn D. Wall (Center Point)

Best British Novel

• A Simple Act of Violence, von R.J. Ellory (Orion)

• Ritual, von Mo Hayder (Bantam Press)

• The Girl with the Dragon Tattoo, von Stieg Larsson (MacLehose/Quercus)

• Shatter, von Michael Robotham (Sphere)

• Bleeding Heart Square, von Andrew Taylor (Michael Joseph)

• Bruno, Chief of Police, von Martin Walker (Quercus)

Best Paperback Original

• The First Quarry, von Max Allan Collins (Hard Case Crime)

• Money Shot (Hardcore Angel), von Christa Faust (Hard Case Crime)

• State of the Onion, von Julie Hyzy (Berkley)

• The Black Path, von Åsa Larsson (Delta)

• Severance Package (Letzte Order), von Duane Swierczynski (Minotaur)

• Echoes from the Dead, von Johan Theorin (Doubleday)

Best Thriller

• Collision, von Jeff Abbott (Dutton)

• The Deceived, von Brett Battles (Delacorte)

• The Survivor, von von Tom Cain (Bantam Press)

• Finder, von Colin Harrison (Farrar, Straus and Giroux)

• Night of Thunder, von Stephen Hunter (Simon & Schuster)

• Good People, von Marcus Sakey (Dutton)

Best Short Story

• “The Drought,” von James O. Born (aus „The Blue Religion“, herausgegeben von Michael Connelly; Little, Brown)

• “The Fallen,” von Jan Burke (Ellery Queen Mystery Magazine [EQMM], August 2008)

• “A Trace of a Trace,” von Brendan DuBois (aus „At the Scene of the Crime“, von Dana Stabenow; Running Press)

• “A Killing in Midtown,” von G. Miki Hayden (Alfred Hitchcock Mystery Magazine, January/February 2008)

• “Proof of Love,” von Mick Herron (EQMM, September/October 2008)

• “The Problem of the Secret Patient,” von Edward D. Hoch (EQMM, May 2008)

–

Eine feine Liste mit vielen bekannten Namen (Collins! Faust! Swierczynski! Chercover! Koryta! Winslow! Sakey!) und auch einem guten Teil ins Deutsche übersetzter Werke (Ich bin jetzt zu faul, alle Übersetzungen herauszusuchen.). Einige werden wahrscheinlich noch übersetzt.

(Dank an The Rap Sheet für die Infos.)


TV-Tipp für den 20. Juni: Der Manchurian Kandidat

Juni 20, 2009

Pro 7, 20.15

Der Manchurian Kandidat (USA 2004, R.: Jonathan Demme)

Drehbuch: Daniel Pyne, Dean Georgaris

LV: Richard Condon: The Manchurian Candidate, 1959 (Botschafter der Angst, Der Manchurian Kandidat)

Der weltumspannende Konzern “Manchurian Global” hat einer Golfkrieg-I-Einheit falsche Erinnerungen implantiert. So wollen sie den vielversprechenden Politiker Raymond Shaw ins Weiße Haus bringen. Doch Shaws ehemaliger Vorgesetzter Ben Marco zweifelt an seinen Erinnerungen und will die Wahrheit herausfinden.

Gut besetztes Remake des Kalter Krieg-Klassikers „Botschafter der Angst“. Etliche der Nebendarsteller sind aus anderen Zusammenhängen oder aus verschiedenen hochkarätigen TV-Serien und Filmen bekannt. Der Film selbst ist gut – obwohl für mich die Prämisse heute schlechter funktioniert als vor über vierzig Jahren, als Frank Sinatra die Rolle von Denzel Washington spielte. Davon abgesehen gibt es zahlreiche grandiose Szenen (ich sage nur Meryl Streep), eine beeindruckende Vision des zu viels an Informationen, überraschende Verknüpfungen von Szenen und eine träumerische Stimmung. Fast immer könnte es sein, dass Ben Marco aus einem Alptraum aufwacht.

Insgesamt ist der Polit-Thriller „Der Manchurian Kandidat“ ein gelungenes, eigenständiges Remake, das besonders beim porträtieren der Verflechtung zwischen Politik und Wirtschaft ein gespenstisches Bild der USA entwirft.

Mit Denzel Washington, Meryl Streep, Liev Schreiber, Jon Voight, Kimberly Elise, Jeffrey Wright, Bruno Ganz, Vera Farmiga, Robyn Hitchcock (eigentlich Musiker), Al Franken (als TV-Interviewer fast als er selbst), Paul Lazar, Roger Corman, Zeljko Ivanek, Walter Mosley (eigentlich Krimiautor), Charles Napier, Jude Ciccolella, Dean Stockwell, Ted Levine, Miguel Ferrer, Sidney Lumet

Wiederholung: Sonntag, 21. Juni, 02.05 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Film-Zeit über „Der Manchurian Kandidat“

Drehbuch „The Manchurian Candidate“ von Daniel Pyne und Dean Georgaris


Neue TV-Krimi-Buch-Tipps online

Juni 19, 2009

Welche Krimi-Verfilmungen laufen die nächsten vierzehn Tage im TV? Wie sehen die Buchcovers und Filmplakate zu den Filmen auf? Fragen, die in den von Alligator-Alfred wunderschön bibilderten, von mir geschriebenen TV-Krimi-Buch-Tipps, die hier in ganzer Länge studiert werden können, beantwortet werden. Unter anderem gibt’s:

Traditionell werden die Sommermonate zum Abspielen lange nicht mehr gezeigter SW-Filme genutzt und nicht nur „King Kong und die weiße Frau“ ist immer wieder einen Blick wert. Die anderen sehenswerten Filme (meistens Wiederholungen) sind Jonathan Demmes Richard-Condon-Verfilmung „Der Manchurian Kandidat“, Lars Beckers „Einsatz in Hamburg: Bei Liebe Mord“ (nur Regie, aber trotzdem gut), Gilles Grangiers André-Gillois-Verfilmung „Tatort Paris“ (mit Lino Ventura), Herni Verneuils Claude-Veillot-Verfilmung „100.000 Dollar in der Sonne“ (mit Lino Ventura und Jean-Paul Belmondo), Sidney Lumets Robert-Daley-Verfilmung „Nacht über Manhattan“, Michael Ciminos Robert-Daley-Verfilmung „Im Jahr des Drachen“, Alvin Rakoffs James-Hadley-Chase-Verfilmung „An einem Freitag um halb zwölf“, Gordon Parks Ernest-Tidyman-Verfilmung „Shaft“, Franklin J. Schaffners Henri-Charrière-Verfilmung „Papillon“, Dennis Hoppers Charles-Williams-Verfilmung „The Hot Spot – Spiel mit dem Feuer“, einige Sherlock-Holmes-Filme mit dem Team Rathbone/Bruce und George Gently ermittelt weiter in den Sechzigern.
Die TV-Premiere der nächsten Tage ist Shane Blacks „Kiss Kiss Bang Ban
g“.


Neu im Kino: State of Play

Juni 19, 2009

State of Play – Stand der Dinge (State of Play, USA/GB 2009)

Regie: Kevin Macdonald

Drehbuch: Matthew Michael Carnahan, Tony Gilroy, Billy Ray (nach der gleichnamigen TV-Serie von Paul Abbott)

In Washington, D. C., verunglückt die sehr junge Mitarbeiterin eines Kongressabgeordneten tödlich in der U-Bahn. Zur gleichen Zeit wird ein Kleindealer von einem Killer erschossen. „Washington Globe“-Reporter Cal McAffrey beginnt zu recherchieren.

Auf de Insel war der spannende Sechsteiler „State of Play“ von „Cracker“-Autor Paul Abbott, der bei uns eher unter Ausschluss der Öffentlichkeit als „Mord auf Seite 1“ auf Arte lief, ein Riesenerfolg. Natürlich interessierte Hollywood sich für ein Remake. Die guten Politthriller-Autoren Carnahan, Gilroy und Ray machten sich an die Arbeit und jetzt können wir den hochkarätig besetzten Paranoia-Thriller im Kino genießen.

Eigentlich perfekte Unterhaltung, wenn Russell Crowe nicht wie der Mann aus den Bergen aussehen würde. Aber anscheinend kann Hollywood sich heute einen investigativen Journalisten nur noch als verspätetes Hippie-Modell aus den Siebzigern vorstellen.

Da waren Robert Redford, Dustin Hoffman, Warren Beatty (okay, die hatten zeitgenössisch ziemlich lange Matten) und John Simm (der Original McAffrey) besser frisiert.

Die Kritiker (vulgo Journalisten) sind begeistert.

mit Russell Crowe, Ben Affleck, Rachel McAdams, Helen Mirren, Robin Wrigth Penn, Jason Batemenan, Jeff Daniels

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „State of Play“

Tony Macklin vergleicht Original und Kopie (und hält das Original für etwas besser)

FreeVideoload: „State of Play – Mord auf Seite 1“ (Yeah, die BBC-Serie kann kostenlos angesehen werden)

Kriminalakte über die TV-Serie „Mord auf Seite 1″ (State of Play)


TV-Tipp für den 19. Juni: Hannah und ihre Schwestern

Juni 19, 2009

3sat, 22.25

Hannah und ihre Schwestern (USA 1986, R.: Woody Allen)

Drehbuch: Woody Allen

Zum Abschluss der kleinen 3sat-Reihe gibt es einen mit Preisen und Nominierungen überschütteten Woody-Allen-Film: Oscars gab’s für das Drehbuch, Michael Caine und Diane Wiest, einen Golden Globe für die beste Komödie, BAFTAs für Regie und Drehbuch und den Preis der WGA für das beste Drehbuch. Oh, und an der Kinokasse war er auch erfolgreich.

Die Story ist die Woody-Allen-Version von „Short Cuts“, denn Allen erzählt über einen Zeitraum von zwei Jahren von Hannah, ihren Schwestern und ihren Männern. Mal komisch, mal tragisch und immer kurzweilig, denn der Erzähler des Films ist der von Allen gespielte Stadtneurotiker und Fernsehautor Mickey Rose, der mit Hannah verheiratet war und sich nach der Scheidung in Hannahs Schwester Holly verliebt.

mit Woody Allen, Barbara Hershey, Mia Farrow, Dianne Wiest, Michael Caine, Maureen O’Sullivan, Lloyd Nolan (letzte Rolle), Max von Sydow, Carrie Fisher, J. T. Walsh, John Turturro, Richard Jenkins

Hinweise

3sat über die Woody-Allen-Reihe

Wikipedia über Woody Allen

Woody Allen in der Kriminalakte


Crime in Comics: „Criminal“ und „100 Bullets“

Juni 18, 2009

In den neuen Bänden der erfolgreichen Serien „Criminal“ und „100 Bullets“ setzen die Teams Ed Brubaker/Sean Phillips und Brian Azzarello/Eduardo Risso ihre sehr überzeugende Interpretation von Noir für das neue Jahrtausend fort und gerade bei der „100 Bullets“-Serie empfehle ich die chronologische Lektüre.

„Criminal“ blickt zurück

Brubaker - Criminal 3 - Grabgesang

In den ersten beiden „Criminal“-Bänden „Feigling“ und „Blutsbande“ erzählten Texter Ed Brubaker und Zeichner Sean Phillips jeweils eine in der Gegenwart spielende Verbrechergeschichte. Im dritten „Criminal“-Band „Grabgesang“ gehen Brubaker und Phillips mit drei nur sehr lose miteinander zusammenhängenden Geschichten zurück in die sechziger und frühen siebziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts und sie erzählen Teile der Vorgeschichte der bereits bekannten „Criminal“-Welt.

„Eine zweite Chance in der Hölle“ beginnt 1954 auf einem einsamem Feld während einer sternenklaren Nacht. Damals sollte Clevon Brown, der Vater des Erzählers dieser Geschichte, Walter Hyde umbringen. Er war ein Killer für das Syndikat – und Afroamerikaner. Hyde entwirft eine Zukunftsvision für sie als Beherrscher der Stadt und in den kommenden Wochen erschießen sie die alten Gangsterbosse. Deren Söhne, Jake ‚Gnarly‘ Brown und Sebastian Hyde wachsen gemeinsam auf und 1972 versucht Sebastian in die Fußstapfen seines Vaters zu treten. Jake hat dagegen eine Karriere als Boxer vor sich. Doch da begegnet er wieder Danica Briggs und er will eine alte Schuld bei ihr abbezahlen.

Ebenfalls 1972 spielt „Ein Wolf unter Wölfen“. Teeg Lawless versucht nach seiner Rückkehr aus dem Krieg wieder Fuß zu fassen. Aber das ist nicht so einfach. Denn die Erinnerungen und Schulden, die er mit Überfällen abbezahlen will, quälen ihn.

Und warum Danica Briggs in den Sechzigern die Stadt verließ und was sie vor ihrer Rückkehr 1972 erlebte, wird in der dritten Geschichte „Das Weibchen der Art“ erzählt.

Weil sie in allen drei Geschichten auftaucht und für jede Geschichte wichtig ist (auch wenn sie nicht unbedingt der zentrale Charakter ist), ist ihr Leben die Verbindung zwischen den im dritten „Criminal“-Band versammelten Geschichten, die in wenigen Sätzen und Panels die damalige Zeit wieder aufleben lassen. Es ist die aus Richard Starks Parker-Romanen und Gangsterfilmen, wie „Point Blank“ und „Der Tod eines Killers“, bekannte harte Gangsterwelt.

„100 Bullets“ für die Rache

Azzarello - Risso - 100 Bullets 4Azzarello - Risso - 100 Bullets 5

Während die Welt von „Criminal“ keine fantastischen Elemente hat, ist das bei der auf 100 Comichefte angelegten „100 Bullets“-Saga von Texter Brian Azzarello und Zeichner Eduardo Risso anders. Denn natürlich ist die Prämisse, dass ein Mann kommt und einem 100 Kugeln, die nicht zurückverfolgt werden können, und die Beweise für ein ungesühntes Verbrechen aushändigt, purer Unfug. Das sich langsam in den Heften und heftübergreifenden Geschichten entspinnende Duell zwischen Agent Graves, den Minutemen und der Trust ist, wenn es als große Verschwörungsgeschichte mit quasi übernatürlichen Elementen gelesen wird, ebenfalls Unfug. Aber wenn wir uns daran erinnern, dass die USA seit ihrer Gründung abwechselnd von zwei Parteien regiert wird und die politische und wirtschaftliche Elite sich seit vielen Jahrzehnten (hm, Jahrhunderten?) aus einer sehr überschaubaren Zahl von Familien rekrutiert, dann hat die Welt von „100 Bullets“ auch ihre unübersehbaren Bezüge zur Realität.

Jetzt sind die vierte und fünfte Sammlung von „100 Bullets“-Heften auf Deutsch erschienen. Im August geht es mit dem zehnten Band „Dekadent“ (von insgesamt dreizehn Bänden; also auch wir erfahren demnächst, wie das Epos endet) weiter.

Im vierten Band „Abservierte leben länger“ wird in mehreren Geschichten viel über die Hintergründe der „100 Bullets“-Welt erzählt. Einige Abschweifungen, die manchmal ein ganzes Heft füllen, werden sicher in einem späteren Heft wieder aufgegriffen. Denn in den Noir-Geschichten von Brian Azzarello und Eduardo Risso gibt es keine unwichtigen Details. So wird die Geschichte des in „Götterdämmerung“ in einem Krankenhausbett liegendem bandagierten, namenlosen Mann später in dem Mehrteiler „Du sollst nicht töten“ (gesammelt im fünften „100 Bullets“-Band) erzählt.

„Götterdämmerung“ ist in dem Sammelband „Abservierte leben länger“ eine der drei jeweils nur ein Heft umfassende Geschichten. In dieser Geschichte trifft Agent Graves in einem Krankenhaus einen älteren Mann, der in den frühen Sechzigern von Graves einen Koffer mit 100 Kugeln erhielt. Damals gab er dem bekannten Baseballer die Beweise für den Mord an seiner Frau und er war einer der drei Schützen am 22. November 1963 (Na, klingelt’s?).

Eine Art Einführung in den „100 Bullets“-Kosmos kann die in Frankreich spielende Geschichte „Mr. Branch und der Familienstammbaum“ bieten. Sie bietet vor allem mehreren Gastzeichnern die Möglichkeit, eine Seite für die Serie zu zeichnen.

Ebenfalls eine Art Einführung in den „100 Bullets“-Kosmos bietet „Imitator“. Während Mr. Shepherd und Trust-Thronfolger Benito Medici sich auf einer Parkbank über Agent Graves unterhalten, läuft gleichzeitig ein gewöhnlicher Drogendeal mit einer gemeinen Schlusspointe ab.

In „Red Prince Blues“ treffen wir die führenden Trust-Köpfe Megan Dietrich und Benito Medici in der Spielerstadt Atlantic City vor einem Treffen der Trust. Benito verbringt die meiste Zeit am Spieltisch und trifft dort auf den Spieler Hank Kowalski. Der ist inzwischen so hoch verschuldet, dass ihm alles egal ist. Und die überlebenden Minutemen sind auch in der Stadt.

„Egoshooter“ erzählt die Geschichte von Jack, der als Drogenwrack in einer Abbruchbude haust. Aber er war nicht immer ein Junkie und er besitzt einen Koffer von Mr. Graves.

Und „!Contrabandolero!“ erzählt, mit einigen aus den vorherigen Heften vertrauten Charakteren, eine Schmuggelgeschichte aus dem Niemandsland zwischen Mexiko und den USA.

In den meisten Geschichten des vierten „100 Bullets“-Bandes wird, mehr oder weniger offensichtlich, die Geschichte des Trust und des Kampfes zwischen dem Trust und Agent Graves und den überlebenden Minutemen fortgeführt. Das macht natürlich mehr Spaß, wenn man die vorherigen Bände gelesen hat.

Der fünfte 100 Bullets“-Band „Du sollst nicht töten“ ist dagegen, wieder einmal, eine davon fast unabhängige Geschichte, die deshalb auch ohne Kenntnis der vorherigen Bände gelesen werden kann.

Nach einem Unfall läuft L.A.-Privatdetektiv Milo Garret mit einem bandagierten Gesicht durch die Welt. Schon im Krankenhaus hat ihn Agent Graves ihm gesagt, dass der Unfall eine Botschaft war und Garret nicht der Empfänger, sondern der Bote sei. Außerdem hat er ihm einen Koffer mit 100 Kugeln gegeben. Garret beginnt herumzuschnüffeln, denn: „Es war alles da, so offensichtlich, wie meine Nase es mal war, Wer, Wann und Wie. Die Dreierwette. Aber kein Warum. Kein Motiv, Keine Zweierwette. Kein Wunder, dass ich dachte, der geschenkte Gaul hätte falsche Zähne.“

Diese PI-Story ist ein Fest für Hardboiled-Fans, die nicht zum hunderttausendesten Mal ihren Chandler, Hammett oder einen seiner vielen Nachfolger genießen wollen. In „Du sollst nicht Töten“ gelingt dem Team Brian Azzarello/Eduardo Risso wieder einmal die Verbindung von Tradition und Innovation vorzüglich.

Ed Brubaker/Sean Philllips: Criminal 3 – Grabgesang

(übersetzt von Claudia Fliege)

Panini, 2009

104 Seiten

14,95 Euro

–

Originalausgabe

Criminal: The Dead and the Dying

Icon, 2008

–

enthält

Eine zweite Chance in der Hölle (Criminal Vol. 2.1: Second Chance in Hell, Februar 2008)

Ein Wolf unter Wölfen (Criminal Vol. 2.2: A Wolf among Wolves, März 2008 )

Das Weibchen der Art (Criminal Vol . 2.3: Female of the Species, April 2008)

–

Brian Azzarello/Eduardo Risso: 100 Bullets 4 – Abservierte leben länger

(übersetzt von Claudia Fliege)

Panini, 2009

272 Seiten

26,95 Euro

–

Originalausgabe

100 Bullets Vol 4: A foregone tomorrow

Vertigo/DC Comics, 2002

–

enthält

100 Bullets, Vol. 20 – 30 (Vertigo/DC Comics 2001/2002)

– The Mimic (Imitator)

– Sell Fish and Out to Sea (Egoshooter, Teil 1 – 2)

– Red Prince Blues (Red Prince Blues, Teil 1 – 3)

– Mr. Branch and the Family Tree (Mr. Branch und der Familienstammbaum)

– Idol Chatter (Götterdämmerung)

– Contrabandolero (!Contrabandolero!, Teil 1 – 3)

–

Brian Azzarello/Eduardo Risso: 100 Bullets 5 – Du sollst nicht töten

(übersetzt von Claudia Fliege)

Panini 2009

148 Seiten

16,95 Euro

–

Originalausgabe

100 Bullets Vol. 5: The Counterfifth Detective

Vertigo/DC Comics, 2002

–

enthält

100 Bullets, Vol. 31 – 36 (Vertigo/DC Comics 2002)

–

Hinweise

zu Ed Brubaker/Sean Phillips

Homepage von Ed Brubaker

Blog von Sean Phillips

Meine Besprechung von Ed Brubaker/Sean Phillips“ „Criminal 1 – Feigling“ (Criminal 1: Coward, 2007)

Meine Besprechung von Ed Brubaker/Sean Phillips‘ „Criminal 2 – Blutsbande“ (Criminal 2: Lawless, 2007)

Meine Besprechung von Ed Brubaker/Colin Wilsons „Point Blank“ (Point Blank, 2003)

Meine Besprechung von Ed Brubaker/Sean Phillips‘ „Sleeper 1 – Das Schaf im Wolfspelz“ (Sleeper: Out in the cold, 2003)

Meine Besprechung von Ed Brubaker/Sean Phillips‘ „Sleeper 2 – Die Schlinge zieht sich zu“ (Sleeper: All false moves, 2004)

zu Brian Azzarello/Eduardo Risso

News A Rama: Interview mit Brian Azzarello (Oktober 2006)

UGO: Interview mit Brian Azzarello (circa 2006)

Comics Bulletin: Interview mit Brian Azzarello (circa 2006/2007)

EMF: Interview mit Marcello Frusin (29. Februar 2008)

Meine Besprechung von Brian Azzarello/Eduardo Rissos “Jonny Double” (Jonny Double, 2002)

Meine Besprechung von Brian Azzarello/Marcello Frusins “Loveless 1 – Blutrache” (Loveless: A Kin’ of Homecoming, 2006)

Meine Besprechung von Brian Azzarello/Marcello Frusins „Loveless 2 – Begraben in Blackwater“ (Loveless: Thicker than Blackwater, 2007)

Meine Besprechung von Brian Azzarello/Eduardo Rissos “100 Bullets 3 – Alle guten Dinge” (100 Bullets: Hang up on the Hang Low, 2001)


Was denkt der Autor? Die Autorin?

Juni 18, 2009

In unserer Reihe „Fragen Sie den Autor“ beantworten heute

– Joe R. Lansdale

– Laura Lippman

– Katy Munger und

– Alan Dean Foster

einige Fragen.

In dem halbstündigen Interview beim Reading and Writing Podcast spricht Joe R. Lansdale über seine Jugend, seine Arbeit und die Zukunft des Buchmarktes.

Laura Lippman nimmt sich für die Bat Segundo Show eine ganze Stunde Zeit und spricht über

satire and gentle fun, shaking the “serious is better” notion, Thomas Pynchon, being true to voice, the problems with the word “ballsy,” writing effrontery, Janet Maslin’s overanalysis of Life Sentences, the value of the red herring, the benefits of found opportunities, the problems with plans, Portnoy’s Complaint, creating deflections for the reader, the Oz books and the Nome King, Philip Roth’s Zuckerman, overworking sentences, the joys of dashes, Emily Dickinson, smarmy memoirs, reading the entire book aloud at 40 pages per day, writing a book a year, following instructions, William Gibson, editing as “deboning a fish,” Lippman’s work ethic as a saving grace, racist perceptions, generalizations, and the older generation in Baltimore, the fallibility of memory, the purpose of memoir, Ann Patchett’s Truth and Beauty, making stuff up, basing a novel on true crime, the ethics of taking from real-life stories, responding to email, investigative journalism and amateurism, faking it, and losing sight of the victims over the course of fiction or investigation.

Katy Munger (die Casey-Jones-Serie) verrät Sarah Weinman, warum sie nach der langen Pause ihr neues Buch „Desolate Angel“ als Chaz McGee veröffentlicht:

I think the biggest reas on is I use pen names is that I have always been very sensitive (perhaps overly sensitive) to the covenant between author and reader when it comes to a series. You promise them certain characters, a certain tone, a certain outlook on life. And all three of my series are as different from one another as they could be! I just wanted readers to know that. Beyond that, I’m thinking this is probably a symptom of the way I tend to compartmentalize my life, certain friends in one corner, other friends in another, the different hats I wear. Maybe I just like re-inventing myself and not being typecast. Or maybe I’m just a pain in the ass. (Let’s not take a vote on that.)

Alan Dean Foster spricht bei Book Spot Central über seinen neuen Flinx-Roman (die erscheinen bei Bastei-Lübbe) und über seinen jüngsten Filmroman „Terminator: Salvation“ (Terminator: Die Erlösung):

I was asked to do the novelization less than a year before the film came out. This is fairly typical of studios and production teams, who don’t seem to realize that publishers like to have a year or so between the time a book is finished and they can put it out in stores. It drives publishers nuts, as you can imagine. It generally takes me about a month to do a novelization, though I have done some in as little as two weeks. And I agreed to do it because…writing is what I do. I like to think that, as a professional, I can make a decent book out of anything. Good scripts are easy to adapt. Bad ones are a challenge.


Stoker-Preis 2009 vergeben

Juni 17, 2009

Die Horror Writer’s Association hat bereits am Wochende die Stoker-Preise verliehen. Die glücklichen Gewinner sind:

NOVEL

DUMA KEY (Wahn) von Stephen King

FIRST NOVEL

THE GENTLING BOX von Lisa Mannetti

LONG FICTON

MIRANDA von John R. Little

SHORT FICTION

„The Lost“ von Sarah Langan

FICTION COLLECTION

JUST AFTER SUNSET von Stephen King

ANTHOLOGY

UNSPEAKABLE HORROR herausgegeben von Vince A. Liaguno und Chad Helder

NONFICTION

A HALLOWE’EN ANTHOLOGY von Lisa Morton

POETRY COLLECTION

THE NIGHTMARE COLLECTION von Bruce Boston


TV-Tipp für den 18. Juni: Zelig

Juni 17, 2009

3sat, 22.25

Zelig (USA 1983, R.: Woody Allen)

Drehbuch: Woody Allen

Leonard Zelig ist ein weltbekanntes Phänomen. Denn, wie ein Chamäleon passt er sich seiner Umgebung an. Dieser Film dokumentiert mit Fotos, Wochenschauausschnitten und Statements bekannter Personen sein Leben von den späten Zwanzigern bis zur Gegenwart.

„Eine gigantische Pseudodokumentation, eine perfekte Konfusion von Dokumentation und Fiktion mit der Absicht, es möge im Kino niemand mehr von einem nicht manipulierten, unverstellten Bild von einer wirklichen Sache sprechen. ‚Zelig‘ ist auch eine große Filmkomödie.“ (Fischer Film Almanach 1984)

Tja, danach gab’s „Forrest Gump“ und „Borat“.

mit Woody Allen, Mia Farrow, John Buckwalter, George Hamlin, Susan Sontag (als sie selbst), Irving Howe (dito), Saul Bellow (dito)

Hinweise

3sat über die Woody-Allen-Reihe

Wikipedia über Woody Allen

Woody Allen in der Kriminalakte


R. i. P. Charlie Mariano

Juni 17, 2009

R. i. P. Charlie Mariano (12. November 1923 – 16. Juni 2009)

Saxophonist Charlie Mariano war, wie der Untertitel des sehr liebevollen Buches von Lothar Lewien über ihn lautet, ein „Wanderer zwischen den Welten“. Als Kind italienischer Einwanderer wurde er 1923 in Boston geboren. Später hielt er sich längere Zeit in Asien und Südindien auf. Der Jazzer studierte intensiv die dortige Musik. Er pendelte lange zwischen den USA und Europa und lebte die letzten neunzehn Jahre in Köln. Er nahm zahlreiche Platten unter eigenem Namen und mit Nat Pierce, Stan Kenton Orchestra, Herb Ellis, Shelly Manne, Quincy Jones, Charles Mingus, McCoy Tyner, Embryo, Sigi Busch, Pork Pie, Philip Catherine, Eberhard Weber, Rolf Kühn, Jasper van’t Hof, Volker Kriegel,OM, Rabih Abou-Khalil, Dieter Ilg, Kenny Wheeler, Peter Herbolzheimer und natürlich dem United Jazz + Rock Ensemble auf.

Aber auch Nicht-Jazzfans kennen ihn von seinen Aufnahmen mit Konstantin Wecker (vor allem in den Achtzigern) und Herbert Grönemeyer. Mariano spielte das Saxophon bei „Bochum“ und „Alkohol“.

Nachrufe gibt es im Moment in der Zeit, Frankfurter Rundschau, Tagesspiegel und auf der umfangreichen Charlie-Mariano-Fanseite.

Einen Überblick über Leben und Werk gibt es bei Wikipedia.


Kleinkram: Jörg Fauser wird 65; Jan Costin Wagners „Das Schweigen“ wird verfilmt; Jürgen Roth wird befragt; „Der gläserne Schlüssel“ wird…

Juni 17, 2009

Wer am kommenden Montag noch nichts geplant hat, in Berlin wohnt und zu den Jörg-Fauser-Fans gehört, sollte in die Volksbühne gehen. Denn der Alexander-Verlag (Herausgeber der Fauser-Werkausgabe) hat eine kleine Party organisiert:

JOERG FAUSER ZUM 65. – »Ich bin kein netter Mensch, sondern Schriftsteller«

Franz Dobler, Jürgen Kuttner und Inka Löwendorf lesen Texte von Jörg Fauser, Steve Binetti macht dazu passende Musik und im Anschluss an die Lesung wird wieder einmal der gelungene Dokumentarfilm »Rohstoff – Der Schriftsteller Jörg Fauser« (ZDF/3sat, D 2006) vom Berliner Filmemacher Christoph Rüter gezeigt.

Hier noch einmal die Daten:

Montag, 22. Juni 2009

20.00 Uhr

Volksbühne im Prater

Kastanienallee 7-9 (10435 Berlin)

Eintritt 8 Euro (ermäßigt 6 Euro)

Kartenreservierung unter: 030 – 24 065 777

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Jan Costin Wagner dürfte sich freuen. Denn die Dreharbeiten für „Das Schweigen“ haben gestern begonnen. Es ist die Verfilmung seines mit dem Deutschen Krimipreis ausgezeichneten, zweiten Kommissar-Kimmo-Joenta-Romans „Das Schweigen“ (2007, die Taschenbuchausgabe ist gerade bei Goldmann erschienen). Allerdings wurde die Handlung und der Handlungsort, wie ein Blick in die Pressemitteilung zeigt, etwas geändert:

Fünf Tage im Sommer 2009, irgendwo am Rand einer deutschen Stadt. Die Hitze liegt wie eine Glasglocke über den idyllischen Einfamilienhäusern, doch hinter den Türen zerbricht die heile Welt. Die 13-jährige Sinikka verschwindet an der gleichen Stelle, an der bereits vor 23 Jahren ein junges Mädchen ermordet wurde. Für die Eltern von Sinikka beginnt das verzweifelte Warten, für die Mutter der damals ermordeten Pia kommt die Vergangenheit wieder hoch. Das Leben ist plötzlich zerbrechlich und unberechenbar – auch für die beiden damaligen Täter und die Ermittler.

DAS SCHWEIGEN ist ein hochspannendes Drama um Schuld und Sühne, das sich unaufhaltsam den brüchigen Seelenzuständen seiner Figuren nähert. Die moralischen Abgründe inmitten der scheinbar so geordneten Kleinstadtidylle erschüttern die Gesellschaft und lassen tiefe Wunden abgrundtiefer Verzweiflung zurück.

Die Verfilmung des gleichnamigen Erfolgsromans von Jan Costin Wagner ist hochkarätig besetzt mit Sebastian Blomberg (Kriminalkommissar David Jahn), Wotan Wilke Möhring (Architekt Timo Friedrich), Katrin Sass (Mutter der vor 23 Jahren verschwundenen Pia), Burghart Klaußner (Kriminalkommissar in Rente), Karoline Eichhorn und Roeland Wiesnekker (Eltern von Sinikka) und Ulrich Thomsen (Peer Sommer) u.v.a.

DAS SCHWEIGEN ist eine Produktion der cine plus Filmproduktion GmbH in Koproduktion mit luethje&schneider Film. Produzenten sind Frank Evers und Jörg Schulze (cine plus) und Maren Lüthje und Florian Schneider (luethje&schneider Film). Baran bo Odar schrieb das Buch und führt Regie. Regie-Nachwuchstalent Baran bo Odar, Absolvent der HFF München, sammelte erste Erfahrungen bei Doris Dörries Kinofilm „Nackt“ und wurde für sein fulminantes Debüt „Unter der Sonne“ u.a. mit dem Studio Hamburg Nachwuchspreis für „Beste Regie“ ausgezeichnet. Für die Kamera ist Nikolaus Summerer verantwortlich, der mit „Unter der Sonne“ für den Deutschen Kamerapreis nominiert war.

DAS SCHWEIGEN ist gefördert von FFF FilmFernsehFond Bayern, der Mitteldeutschen Medienförderung, Medienboard Berlin-Brandenburg, FFA und dem DFFF in Zusammenarbeit mit ZDF und ARTE.

DAS SCHWEIGEN basiert auf dem gleichnamigen Roman von Jan Costin Wagner (2007, Eichborn Verlag), der 2008 mit dem Deutschen Krimipreis ausgezeichnet wurde, und wird voraussichtlich im Frühjahr 2010 im Verleih der NFP marketing & distribution* im Kino starten.

Sehr sympathisch ist, dass es bereits jetzt eine Homepage (mit einem Statement von Jan Costin Wagner) gibt und parallel zum Dreh ein Filmtagebuch (Könnt ihr den Namen des Schreibers veröffentlichen?) entstehen soll.

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Bei Planet-Interview beantwortet OK-Experte Jürgen Roth einige Fragen über die Mafia und Ostdeutschland.

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Der Noir of the Week ist „Der gläserne Schlüssel“ (The Glass Key, USA 1942). Regie führte Stuart Heisler, das Drehbuch schrieb Jonathan Latimer und die Vorlage stammt (natürlich) von Dashiell Hammett. Alan Ladd und Veronica Lake hatten die Hauptrollen und William Bendix läuft auch durchs Bild.

Ahh, den Film würde ich gerne wieder sehen.


TV-Tipp für den 17. Juni: Schatten und Nebel

Juni 17, 2009

3sat, 22.25

Schatten und Nebel (USA 1991, R.: Woody Allen)

Drehbuch: Woody Allen

Es könnte sein, dass „Schatten und Nebel“ heute zum ersten Mal im Fernsehen gezeigt wird. Jedenfalls ist er in diesem Jahrzehnt noch nicht gezeigt worden.

„Schatten und Nebel“ ist eine weitere Liebeserklärung von Woody Allen an den Kriminalfilm, vor allem den Noir, und den deutschen Expressionismus. Das beginnt schon bei der Story (In einer Stadt geht ein Würger um. Eine Bürgerwehr hält den Buchhalter Max Kleinman für den Serienmörder und verfolgt ihn in der Nacht durch die nebligen Straßen.) geht über zahlreiche Zitate im Film und die Verwendung der Musik von Kurt Weill bis hin zum Dreh in Schwarzweiß.

„Ein zutiefst philosophischer und überaus unterhaltsamer Film und ein Meisterwerk.“ (Fischer Film Almanach 1993)

„Um den Film zu genießen, muss man entweder gebildet oder unvoreingenommen sein.“ (Stephan Reimertz: Woody Allen – Eine Biographie, 2000)

mit Woody Allen, Mia Farrow, Kathy Bates, Madonna, John Malkovich, Donald Pleasence, Lily Tomlin, John Cusack, Kate Nelligan, Kurtwood Smith, Robert Joy, William H. Macy (Aufpassen, sind teilweise sehr kleine Nebenrollen)

Hinweise

3sat über die Woody-Allen-Filmreihe

Woody Allen in der Kriminalakte


Cover der Woche

Juni 16, 2009

Stout - And be a Villain