TV-Krimi-Buch-Tipps online

Mai 8, 2009

Die aktuellen TV-Krimi-Buch-Tipps sind mit vielen schönen Bildern online bei den Alligatorpapieren. Viele Wiederholungen gibt’s:

Hallo liebe Krimifreunde,
zu einigen ruhigen Tagen voller Mord und Totschlag. Aber solange Barnaby, Bienzle, Wallander und der Wolf im Dienst der guten Sache unterwegs sind, haben Mörder letztendlich keine Chance. Neben diesen spielfilmlangen TV-Krimis gibt es auch einige immer wieder sehenswerte Spielfilme. Dazu gehören Charles Vidors Noir „Gilda“, Robert Moores Neil-Simon-Verfilmung „Eine Leiche zum Dessert“, Gordon Parks Ernest-Tidyman-Verfilmung „Shaft“, Lee Tamahoris Pete-Dexter-Verfilmung „Nach eigenen Regeln“, Claude Chabrols selten gezeigte Jean-Marie-Fitère-Verfilmung „Violette Noizière“, Curtis Hansons immer wieder sehenswerte James-Ellroy-Verfilmung „L. A. Confidential“, Jacques Derays eher selten gezeigte Derek-Raymond-Verfilmung „Mörderischer Engel“ und zur Vorbereitung für den nächsten Dan Brown gibt es „The Da Vinci Code – Sakrileg“.


TV-Tipp für den 9. Mai: Tatort: Amoklauf

Mai 8, 2009

NDR, 20.15

Tatort: Amoklauf (D 1993, R.: Werner Masten)

Drehbuch: Dieter Hirschberg, Werner Masten (nach einer Vorlage von Asta Scheib)

Einzelgänger Brandner schleust für den Unternehmer Hattkämper Kurden nach Deutschland. Als einer der Kurden stirbt, kommt es zum Streit zwischen Brandner und Hattkämpfers Männern. Kurz darauf verschwindet Brandners Tochter und der Vater sieht rot. Die Kommissare Stoever und Brockmöller versuchen ein Blutbad zu verhindern.

Damals war Werner Masten der Hausregisseur für das Team Stoever/Brockmöller (und mit „Liebling Kreuzberg“ und „Auf Achse“ auch der von Manfred Krug). Die Fälle waren auch gut. „Amoklauf“ ist ein in der Wirklichkeit grundierter Thriller.

Mit Manfred Krug, Charles Brauer, Lutz Reichert, Werner Tietze, Peter Lohmeyer, Hussi Kutlucan, Wolf-Dieter Sprenger

Hinweise

Tatort-Fundus über Kommissar Paul Stoever

Homepage von Asta Scheib


Spinetingler 2009 vergeben

Mai 8, 2009

Der diesjährige Spinetingler Preis wurde vergeben:

New Voice

Toby Barlow: Sharp teeth

Rising Star

Christa Faust: Money Shot (Hardcore Angel)

Legend

Lawrence Block: Hit and run

Graphic Novel

Christopher Mills and Joe Staton: Femme Noir

Best Editor

Charles Ardai – Hard Case Crime

Best Reviewer

Lesa Holstine

Best Publisher

Hard Case Crime

Special Services to the Industry

J. Kingston Pierce: The Rap Sheet

Peter Rozovsky: Detectives Beyond Borders

Best Cover

Toby Barlow: Sharp teeth (Cover Design von Christine Van Bree, illustriert von Natasha Michaels)

Best Short Story on the Web

Anonymous-9: Hard Bite (Originally published at Beat to a Pulp)

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Die  Liste mit allen Nominierungen finden Sie hier.

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Tja, Hard Case Crime hat’s mal wieder in drei Kategorien geschafft. Denn Christa Fausts „Money Shot“ ist ein Hard-Case-Crime-Buch.  Das vielleicht letzte Keller-Abenteuer „Hit and run“ von Lawrence Block (eines meiner Lieblingsbücher 2008) hat sich gegen eine starke Konkurrenz durchgesetzt.


TV-Tipp für den 8. Mai: Die purpurnen Flüsse

Mai 8, 2009

Pro 7, 20.15

Die purpurnen Flüsse (F 2000, R.: Mathieu Kassovitz)

Drehbuch: Mathieu Kassovitz, Jean-Christophe Grange

LV: Jean-Christophe Grange: Les Rivières pourpres, 1997 (Die purpurnen Flüsse)

Wer bringt in einer abgeschiedenen Alpenuni Menschen um? Kommissar Niémans ermittelt und deckt dabei eine gigantische Verschwörung auf.

Spannender, nicht sonderliche plausibler Thriller: „aufwändig inszenierter Trashfilm“ (tip).

Mit Jean Reno, Vincent Cassel, Dominique Sanda

Wiederholung: Samstag, 9. Mai, 23.50 Uhr

Hinweise

Homepage von Jean-Christophe Grange

Wikipedia über Jean-Christophe Grange

Krimi-Couch über Jean-Christophe Grange


Und der Gewinner ist…

Mai 7, 2009

red

Der Einsendeschluss der Verlosung von einer DVD der gelungenen Jack-Ketchum-Verfilmung  „Red“ ist vorbei und

Christine S. aus Frankfurt

hat die „Red“-DVD gewonnen.

Herzlichen Glückwunsch und Viel Vergnügen beim Film!

Die DVD geht noch heute in die Post.


Krimijahrbuch wurde zu Kriminalromanjahrbuch

Mai 7, 2009

krimijahrbuch-2009

Durch den Verlagswechsel änderte sich für die Macher des Krimijahrbuches einiges. Der wichtigste Unterschied ist, dass sich der Umfang ungefähr halbierte. Es musste also überlegt werden, welche Rubriken und Teile gestrichen werden. Christina Bacher, Ulrich Noller und Dieter Paul Rudolph beschlossen, aus dem „Krimijahrbuch“ ein „Kriminalromanjahrbuch“ zu machen. Kino, TV und Hörspiel flogen raus. Comics sind immer noch nicht drin. Dann wurden, anscheinend war es immer noch zu umfangreich, alle Rubriken gestrichen, die einen Rückblick auf das vergangene Krimijahr, äh, Kriminalromanjahr halten. Keine Auflistung der krimirelevanten Sekundärliteratur. Kein Überblick über ausgezeichnete Romane; wobei sich dieser Überblick in den vergangenen Jahren vor allem auf die US-amerikanischen Krimipreise konzentrierte. Theoretische Texte finden sich nur noch in einer Schwundstufe. Die umfassende Auflistung der im vergangenen Jahr verstorbenen Krimischaffenden ist einigen kurzen Nachrufen und einer sehr kursorischen Liste von 2008 verstorbenen Autoren gewichen. Letztendlich wurde alles, was das Krimijahrbuch erkennbar mit seinem Erscheinungsjahr verband, gestrichen.

Stattdessen gibt es, wie bisher, eine Zweiteilung in deutsche und nicht-deutsche Werke und Schwerpunkte zu Manfred Wieninger und Jugendbuchkrimis. Im deutschen Teil gibt es Werbetexte über Krimifestivals und die „Sisters of Crime“, ein sehr interessantes Interview mit Sebastian Fitzek und weniger interessante mit Zoran Drvenkar und Lucie Klassen, eher selbstreferentielles von Frank Göhre (ein gefaktes Tagebuch eines Autoren), Pieke Biermann schreibt über schlechte Übersetzungen und Peter J. Kraus internes über seine erste Krimiveröffentlichung 2003 und die anschließende erfolglose Suche nach einem anderen Verlag (Kraus ist ein in Kalifornien lebender Deutscher). Es gibt den bekannt lockeren Austausch von Rudolph und Noller über einige 2008 erschienene Krimis und einige Autoren und Kritiker nennen ihre Lieblingsbücher 2008. Einige erschienen 2008 erstmals, einige sind Wiederveröffentlichungen, einige schon älter und einige sind noch (?) nicht übersetzt. Denn die bibliographischen Angaben sind durchgehend dünn. Meist wird der Originaltitel nicht genannt (oder, wenn der Originaltitel genannt wird, fehlt der deutsche Titel), fast nie der Verlag und nie die Seitenzahl (Das mag eine Marotte von mir sein, aber es interessiert mich sehr, ob ein Werk 200 oder 500 Seiten hat, wann es erstmals erschien und wie der Originaltitel ist.). Wer also mehr wissen will, darf bei Amazon nachfragen. Dann kann auch via Google die Homepage des Autors gesucht werden. Denn auf weiterführende Links wurde fast immer verzichtet.

Im internationalen Teil gibt es ein wenig England (Colin Cotterill und John Harvey), Schweden (Håkan Nesser), Überblicke über Südafrika und Polen (zwei Länder,  die für deutschsprachige Leser weiße Flecken sind) und den schon fast obligatorischen Patricia-Highsmith-Artikel. Immerhin kann bei dem 1938 geborenen John Harvey so etwas wie Ankoppelung an das Jahr 2008 konstruiert werden, auch wenn vor allem über seine Elder- und Resnick-Serie geschrieben wird. Auch bei den anderen Texten wird fast schon peinlich jeder Verweis auf 2008, was sich bei einem Jahrbuch anbieten würde, vermieden. So entstand das Interview mit Colin Cotterill, bei dem kein einziger Buchtitel genannt wird, natürlich anlässlich seines Deutschlanddebüts „Dr. Siri und seine Toten“ (The Coroner’s Lunch, 2005). Bei Patricia Highsmith ist es die abgeschlossene Neuausgabe ihres Werkes bei Diogenes.

Die USA sind nur mit dem Nachdruck eines bereits in der „Welt“ erschienenen Textes über Donald E. Westlake (anlässlich der Veröffentlichung des von Richard Stark geschriebenen Parker-Romans „Fragen Sie den Papagei!“) vertreten.

Die an einer Hand abzählbaren längeren Nachrufe sind bereits an anderen Orten erschienen (auf entsprechende Nachweise wurde verzichtet) und für das „Krimijahrbuch“ nicht überarbeitet. Einige wichtige Autoren, wie Donald Westlake und Gregory Mcdonald, werden nur mit wenigen Zeilen gewürdigt; andere, wie Olov Svedelid, Stefan Murr und Benjamin M. Schutz, überhaupt nicht.

So ist das „Krimijahrbuch 2009“, wie es sich für einen Sammelband gehört, ein Kessel Buntes. Allerdings ist dieses Jahr der Kessel sehr klein geraten und es fehlt zu vieles, was zu einem Rückblick auf ein Jahr gehört. Das neueste Krimijahrbuch ist nur eine beliebige Zusammenstellung von kriminalromanaffinen Texten, die auch an anderen Orten zu anderen Zeiten, zum Beispiel einem Krimimagazin, hätten erscheinen können.

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Christina Bacher/Ulrich Noller/Dieter Paul Rudolph (Herausgeber): Krimijahrbuch 2009

Pendragon, 2009

360 Seiten

12,90 Euro

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Inhaltsverzeichnis

Ulrich Noller / Dieter Paul Rudolph: Das Krimijahr 2008. Ein unvollständiges Fazit

Verschiedene: Drei Krimis des Jahres

Krimistandort Deutschland

Christina Bacher: Krimi(Klein)Verlage

Henrike Heiland: „Ich hab‘ das einfach gemacht!“ Ein Gespräch mit Sebastian Fitzek über Krimi-Marketing

Peter J. Kraus: Weit Weg Lügt Sichs Gut

Frank Göhre: Der ostfriesische Melker und die Mutter der Ich-Erzählerin. Zufällig von Frank Göhre aufgefundene Notizen eines ehrenwerten „Syndikat“-Mitglieds

Pieke Biermann: Von denen Mördern und Leichenfotografen. Kleiner Steinhagel aus dem Glashaus

Uwe Lischper: Festivalkultur – Literaturpräsentation im Wandel …

Ralph Laumer: Lesen, zuhören, reden – Das Marburger Krimifestival

Jasna Mittler: Gute Mädchen kommen in den Himmel, böse Mädchen kommen auf die Bestsellerliste!

Ulrich Noller: „Was du auch tust, hol dir was vom Leben, denn dafür ist es da“. Ein Gespräch mit Zoran Drvenkar

Ralph Güth / Dieter Paul Rudolph: Hype 08. Pro und contra Stieg Larsson

Ulrich Noller: Leben und Schreiben in Bad Pyrmont: Lucie Klassen

Margit Breuss: Definiert den Regiokrimi nicht zu Tode! Ein Plädoyer für die kulturelle Eigenart

Manfred Wieninger

Manfred Wieninger über Manfred Wieninger

Thomas Wörtche: Manfred Wieningers Marek-Miert-Romane

Dieter Paul Rudolph: Der innere Polizist – Ein Gespräch mit Manfred Wieninger über Marek Miert und das Ende der Aufklärung

Manfred Wieninger: Oh du mein Österreich – der zeitgenössische Krimi als letztes kritisches Korrektiv einer eskapistischen Gesellschaft

Manfred Wieninger: Ausflug in die Realität. Wenn Schreibtischtäter zur Waffe greifen…

Manfred Wieninger: Eine kurze Geschichte über die Brutalität

Manfred Wieninger: Der Friseur von Tschurdistan

Jugendkrimis

Beate Mainka: „Ich liebe meine Täter“. Die Jugendbuchautorin Monika Feth im Gespräch mit jugendlichen Krimilesern

Beate Mainka: Krimis für den Nachwuchs. Über das Verbrechen in der Jugendliteratur

Boris Koch: Warum lesen Jungs Fantasy? Und was kann der Krimi ihnen bieten?

Beate Mainka: Echt geil! Drei Jugendliche empfehlen ihre Lieblingskrimis

Von Jägern und Sammlern

Mirko Schädel: Lesen hinterm Deich

Josef Hoffmann: Krimis sammeln

Krimi international

Joachim Feldmann: Licht im Dunkeln. John Harvey und seine melancholischen Ermittler

Henrike Heiland: „Wie schwer kann es schon sein, einen Bestseller zu schreiben?“ Ein Gespräch mit Colin Cotterill

Hannes Stein: Immer jung, stets cool, weiter unverwüstlich: Der ewige Gangster Parker ist wieder da. Wassaic/Upstsate New York. Ein Ortstermin mit Donald E. Westlake und Richard Stark

Tobias Gohlis: Klatsch vom Dreh. Erlebnisse beim Porträtieren von Krimiautoren

Henrike Heiland: „Ich will nur gute Geschichten schreiben“. Ein Gespräch mit Håkan Nesser

Jochen Vogt: Eine ununterbrochene Erschütterung aller Zustände. Über die Erzählerin Patricia Highsmith

Steffen Richter: Im Zeichen der Berlusconismo. Neueste Kriminalliteratur aus Italien

Anna Veronica Wutschel: Der andere Tatort: Ein Streifzug durch die zeitgenössische südafrikanische Krimilandschaft.

Markus Schnabel: Geschichte des polnischen Kriminalromans

Irek Grin: Der polnische Krimiboom

Nachrufe für das Jahr 2008


TV-Tipp für den 7. Mai: Reservoir Dogs

Mai 7, 2009

WDR, 23.15

Reservoir Dogs (USA 1992, R.: Quentin Tarantino)

Drehbuch: Quentin Tarantino

Buch zum Film (Drehbuch): Quentin Tarantino: Reservoir Dogs – Das Buch zum Film/Zweisprachige Ausgabe (rororo 1997)

Einige Gangster überfallen einen Juwelier. Der Überfall geht schief. Sie flüchten in eine Garage. Mr. Orange (sie kennen sich nur unter Farb-Pseudonymen) liegt schwerverletzt auf dem Boden und kämpft um sein Leben. Die anderen Gangster versuchen währenddessen die 100.000-Dollar-Frage „Wer hat uns verraten?“ zu klären.

Der Einfluss von Quentin Tarantinos Kinodebüt auf das Kino der Neunziger Jahre kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Ich sage nur nicht-chronologisches Erzählen (Bis dahin galt die eiserne Regel: Keine Rückblenden!), lustvoll zelebrierte Gewalt, coole Dialoge und oft ebenso coole Monologe.

Wirklich erstaunlich bei dem Klassiker ist nur, dass er erst heute seine TV-Premiere feiert. Wer also in den vergangenen Jahren jede Kinoaufführung verpasste und keine der zahlreichen DVD-Ausgaben kaufte, kann jetzt endlich das Werk sehen.

Mit Harvey Keitel, Tim Roth, Michael Madsen,    Chris Penn, Steve Buscemi, Lawrence Tierney, Edward Bunker, Quentin Tarantino

Hinweise

The Quentin Tarantino Archives

Deutsche Quentin-Tarantino-Fanseite

Wikipedia über „Reservoir Dogs“

Drehbuch „Reservoir Dogs“ von Quentin Tarantino


Hinweise: The Big Thrill, Stichwort Drehbuch, Interview mit Horst Eckert, Joe-Gores-Porträt, Sean Chervover über seine Edgar-Jurorenarbeit

Mai 6, 2009

Die neue Ausgabe von The Big Thrill ist online mit Interviews und Porträts zu den neuen Werken von Jon Land (sein 28. Roman),  Douglas Preston & Lincoln Child, James Rollins, Steve Martini und viele weitere Autoren.

Douglas Preston sagt:

„Generally we start with a plot. These are thrillers, which are plot-driven books. And then we populate it with characters, old and new. But we often find a character hijacking the story, seizing it and taking it off in a different direction while we chase after him hollering for him to come back. So in that sense the characters can also be fundamental. I would say the plot is more elemental in a building block sort of way. Without plot, you have no story. But a story without characters can still be a story… especially if you have aliens or robots in it!“

James Rollins sagt zum Unterschied zwischen seinen Erwachsenenbüchern und seinem ersten Buch für jüngere Leser:

The story here is more linear, but is otherwise not much different. I don’t think it serves to write down to kids. I think a well-told tale will appeal to any age.

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Stichwort Drehbuch empfiehlt einige Podcasts und Internetseiten. Hörenswert, aber leider ohne Verlinkung.  Also mach ich es:

Creative Screenwriting Magazine (zuletzt gab es Interviews mit den Autoren von Atonement, Rachel Getting Married, Eastern Promises, The Last House On The Left, Watchmen, Gomorrah und The International)

Martini Shot (oder TV-Autor Rob Long über das Geschäft)

The Treatment (zuletzt gab es Interviews mit James Toback, Steve McQueen, Tony Gilroy, Diablo Cody, James Gray, Danny Boyle, David Fincher, Ed Zwick)

Filmspotting (hauptsächlich Filmkritiken)

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Horst Eckert hat (endlich!) ein neues Buch geschrieben. „Sprengkraft“ erscheint am 20. Mai. Bis dahin kann hier ein kurzes Interview mit ihm gelesen werden.

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Außerdem lesenswert: ein Porträt von Joe Gores im Stanford Magazine.

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Und Sean Chercover schreibt über seine Arbeit als Edgar-Juror.


TV-Tipp für den 6. Mai: Hope and Glory

Mai 6, 2009

SWR, 23.00

Hope and Glory (GB 1987, R.: John Boorman)

Drehbuch: John Boorman

Buch zum Film: Rolf Giesen: John Boorman – Hope and Glory, 1987

Als Bill neun Jahre alt ist, beginnt der zweite Weltkrieg. Während für seinen Vater an der Front und die Mutter in einer Londoner Vorstadt die nächsten Jahre ein ständiger Überlebenskampf sind, erlebt Bill diese Zeit anders.

John Boormans Rückblick auf die Kriegsjahre und auch seine Jugend ist eine mit typisch britischem Humor erzählte herzerwärmende Geschichte einer Kindheit. In Deutschland floppte der Film, obwohl er in England und den USA breit abgefeiert wurde und auch deutsche Kritiker die Qualität von „Hope and Glory“ erkannten: „Für uns gehört ‚Hope and Glory’ zu den erfreulichsten Erlebnissen und schönsten Filmen des Jahres.“ (Fischer Film Almanach 1988)

„Hope and Glory ist so etwas wie Boormans Antwort auf das monumentale Filmwerk Heimat von Edgar Reitz, das ihm, wie er betont, viel gegeben hat.“ (Rolf Giesen: John Boorman – Hope and Glory)

Boormans Film war unter anderem in den Kategorien bestes Drehbuch, beste Regie und bester Film für den BAFTA, Oscar und Golden Globe nominiert. Den Golden Globe für den besten Film erhielt er. Außerdem erhielt „Hope and Glory“ in diesen Kategorien den Los Angeles Film Critics Association Award. Und die Writers Guild of America nominierte das Drehbuch.

Mit Sebastian Rice-Edwards, Geraldine Muir, Sarah Miles, David Hayman, Sammi Davis, Ian Bannen

Hinweise

Wikipedia über „Hope and Glory“

Drehbuch “Hope and Glory” von John Boorman (Vierte Fassung, 1986)

Drehbuch „Hope and Glory“ von John Boorman (Vierte Fassung als  PDF)


Cover der Woche

Mai 4, 2009

goines-bestie-heroin


Die Macavity-Nominierungen 2009

Mai 4, 2009

Mystery Readers International hat diese Werke für den diesjährigen Macavity Award 2009:

Best Mystery Novel

• Trigger City, von Sean Chercover (Morrow)

• Where Memories Lie, von Deborah Crombie (Morrow)

• The Price of Blood, von Declan Hughes (Morrow)

• The Draining Lake, von Arnaldur Indridason (Minotaur)

• Curse of the Spellmans, von Lisa Lutz (Simon & Schuster)

• The Cruelest Month, von Louise Penny (Minotaur)

• The Fault Tree, von Louise Ure (Minotaur)

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Best First Mystery

• Finding Nouf, von Zoë Ferraris (Houghton Mifflin Harcourt)

• The Girl with the Dragon Tattoo, von Stieg Larsson (Knopf)

• Death of a Cozy Writer, von G.M. Malliet (Midnight Ink)

• Calumet City, von Charlie Newton (Simon & Schuster)

• An Innocent Client, von Scott Pratt (Onyx)

• A Carrion Death, von Michael Stanley (Harper; Headline)

• The Blood Detective, von Dan Waddell (Minotaur)

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Best Nonfiction/Critical

• African American Mystery Writers: A Historical and Thematic Study, von Frankie Y. Bailey (McFarland & Company)

• Hard-Boiled Sentimentality: The Secret History of American Crime Stories, von Leonard Cassuto (Columbia University Press)

• How to Write Killer Historical Mysteries, von Kathy Lynn Emerson (Perseverance Press)

• Scene of the Crime: The Importance of Place in Crime and Mystery Fiction, von David Geherin (McFarland & Company)

• Edgar Allan Poe: An Illustrated Companion to His Tell-Tale Stories, von Dr. Harry Lee Poe (Metro Books)

• The Suspicions of Mr. Whicher: A Shocking Murder and the Undoing of a Great Victorian Detective, von Kate Summerscale (Walker)

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Best Mystery Short Story

• The Night Things Changed, von Dana Cameron (aus “Wolfsbane and Mistletoe”, herausgegeben von Charlaine Harris und Toni L.P. Kelner; Ace)

• A Sleep Not Unlike Death, von Sean Chercover (aus “Hardcore Hardboiled”, herausgegeben von Todd Robinson; Kensington Publishing)

• Keeping Watch Over His Flock, von Toni L.P. Kelner (aus “Wolfsbane and Mistletoe”)

• Scratch a Woman, von Laura Lippman (aus “from Hardly Knew Her”; Morrow)

• Between the Dark and the Daylight, von Tom Piccirilli (aus Ellery Queen Mystery Magazine, September/October 2008)

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Sue Feder Memorial Historical Mystery:

• A Royal Pain, von Rhys Bowen (Berkley)

• Stealing Trinity, von Ward Larsen (Oceanview)

• The Whiskey Rebels, von David Liss (Random House)

• Veil of Lies, von Jeri Westerson (Minotaur)

• Company of Liars, von Karen Maitland (Michael Joseph/ Delacorte)

• Nox Dormienda, von Kelli Stanley (Five Star)

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Die Gewinner werden auf der Bouchercon im Oktober in Indianapolis, Indiana, bekanntgegeben.

(Dank an The Rap Sheet für die Listen.)


Agatha 2008 verliehen

Mai 4, 2009

Die Gewinnerinnen des diesjährigen Agatha Award von der  Malice Domestic sind:

Best Novel

The Cruelest Month, von Louise Penny (Minotaur Books)

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Best First Novel

Death of a Cozy Writer, von G.M. Malliet (Midnight Ink)

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Best Non-fiction

How to Write Killer Historical Mysteries, von Kathy Lynn Emerson (Perseverance Press)

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Best Short Story

The Night Things Changed, von Dana Cameron (aus “Wolfsbane and Mistletoe”, herausgegeben von Charlaine Harris und Toni L.P. Kelner; Ace)

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Best Children’s/Young Adult

The Crossroads, von Chris Grabenstein (Random HouseChildren’s Books)

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Die Nominierungen finden Sie hier.


Edgar 2009 verliehen

Mai 4, 2009

Die diesjährigen Edgars der Mystery Writers of America gingen an:

Best Novel

Blue Heaven (Stumme Zeugen), von C.J. Box (St. Martin’s Minotaur)

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Nominiert

Missing, von Karin Alvtegen (Felony & Mayhem Press)

Sins of the Assassin, von Robert Ferrigno (Scribner)

The Price of Blood, von Declan Hughes (Morrow)

The Night Following, von Morag Joss (Delacorte Press)

Curse of the Spellmans, von Lisa Lutz (Simon & Schuster)

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Best First Novel von an American Author

The Foreigner, von Francie Lin (Picador)

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Nominiert

The Kind One, von Tom Epperson (Five Star)

Sweetsmoke, von David Fuller (Hyperion)

Calumet City, von Charlie Newton (Touchstone)

A Cure for Night, von Justin Peacock (Doubleday)

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Best Paperback Original

China Lake, von Meg Gardiner (Obsidian Mysteries)

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Nominiert

The Prince of Bagram Prison, von Alex Carr (Random House Trade)

Money Shot (Hardcore Angel), von Christa Faust (Hard Case Crime)

Enemy Combatant, von Ed Gaffney (Dell)

The Cold Spot, von Tom Piccirilli (Bantam)

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Best Fact Crime

American Lightning: Terror, Mystery, the Birth of Hollywood, and the Crime of the Century, von Howard Blum (Crown)

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Nominiert

The Thrill of It: Leopold, Loeb, and the Murder that Shocked Chicago, von Simon Baatz (HarperCollins)

Havana Nocturne: How the Mob Owned Cuba and Then Lost It to the Revolution, von T.J. English (Morrow)

The Man Who Made Vermeers: Unvarnishing the Legend of Master Forger Hans van Meegeren, von Jonathan Lopez (Harcourt)

The Suspicions of Mr. Whicher, von Kate Summerscale (Walker & Company)

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Best Critical/Biographical

Edgar Allan Poe: An Illustrated Companion to His Tell-Tale Stories, von Dr. Harry Lee Poe (Metro Books)

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Nonimiert

African American Mystery Writers: A Historical and Thematic Study, von Frankie Y. Bailey (McFarland & Company)

Hard-boiled Sentimentality: The Secret History of American Crime Stories, von Leonard Cassuto (Columbia University Press)

Scene of the Crime: The Importance of Place in Crime and Mystery Fiction, von David Geherin (McFarland & Company)

The Rise of True Crime, von Jean Murley (Praeger)

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Best Short Story

Skinhead Central, von T. Jefferson Parker (aus “The Blue Religion”, herausgegeben von Michael Connelly; Little, Brown)

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Nominiert

A Sleep Not Unlike Death, von Sean Chercover (aus “Hardcore Hardboiled”, herausgegeben von Todd Robinson; Kensington Publishing)

Skin and Bones, von David Edgerley Gate (in Alfred Hitchcock Mystery Magazine, October 2008)

Scratch of a Woman, von Laura Lippman (aus “Hardly Knew Her”; Morrow)

La Vie en Rose, von Dominique Mainard (aus “Paris Noir”; herausgegeben von Aurelien Masson; Akashic Books)

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Best Juvenile

The Postcard, von Tony Abbott (Little, Brown Books for Young Readers)

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Nonimiert

Enigma: A Magical Mystery, von Graeme Base (Abrams Books for Young Readers)

Eleven, von Patricia Reilly Giff (Random House/Wendy Lamb Books)

The Witches of Dredmoore Hollow, von Riford McKenzie (Marshall Cavendish Children’s Books)

Cemetery Street, von Brenda Seabrooke (Holiday House)

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Best Young Adult

Paper Towns, von John Green (Dutton Children’s Books)

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Nominiert

Bog Child, von Siobhan Dowd (Random House/David Fickling Books)

The Big Splash, von Jack D. Ferraiolo (Amulet Books)

Getting the Girl, von Susan Juby (HarperTeen)

Torn to Pieces, von Margo McDonnell (Delacorte Books for Young Readers)

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Best Play

The Ballad of Emmett Till, von Ifa Bayeza (Goodman Theatre, Chicago)

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Nominiert

Dr. Jekyll and Mr. Hyde, adaptiert von Jeffrey Hatcher, basierend auf der Geschichte von Robert Lewis Stevenson (Arizona Theatre Company)

Cell, von Judy Klass (International Mystery Writers’ Festival)

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Best Television Episode Teleplay

Wire in the Blood (Hautnah – Die Methode Hill): Prayer of the Bone, Drehbuch von Patrick Harbinson (BBC America)

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Nominiert

Law & Order: SVU (Law & Order: New York): Streetwise, Drehbuch von Paul Grellong (Wolf Films/NBC Universal)

Law & Order: SVU (Law & Order: New York): Signature, Drehbuch von Judith McCreary (Wolf Films/NBC Universal)

CSI: Miami: You May Now Kill the Bride, Drehbuch von Barry O’Brien (CBS)

Law & Order: Burn Card, Drehbuch von David Wilcox (Wolf Films/NBC Universal)

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Best Motion Picture Screenplay

In Bruges (Brügge sehen…und sterben?), Drehbuch von Martin McDonagh (Focus Features)

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Nominiert

The Bank Job, Drehbuch von Dick Clement und Ian La Frenais (Lionsgate)

Burn After Reading, Drehbuch von Joel Coen und Ethan Coen (Focus Features)

Tell No One (Kein Sterbenswort), Drehbuch von Guillaume Canet, basierend auf dem Roman von Harlan Coben (Music Box Films)

Transsiberian, Drehbuch von Brad Anderson und Will Conroy (First Look International)

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Robert L. Fish Memorial Award

Buckner’s Error, von Joseph Guglielmelli (aus Queens Noir, herausgegeben von Robert Knightly; Akashic Books)

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Grandmaster der Mystery Writers of America

Sue Grafton

James Lee Burke

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Herzlichen Glückwunsch an alle Gewinner. Der Box ist jetzt ganz oben auf meinem Lesestapel.

Hier gibt es hier ein schönes Interview mit James Lee Burke; aufgenommen kurz vor der Preisverleihung.


TV-Tipp für den 5. Mai: Die Wacht am Rhein

Mai 4, 2009

NDR, 00.35

Die Wacht am Rhein (USA 1943, R.: Herman Shumlin, Hal Mohr [ungenannt])

Drehbuch: Dashiell Hammett, Lillian Hellman (zusätzliche Szenen und Dialoge)

LV: Lillian Hellman: Watch on the Rhine, 1941 (Theaterstück)

Als nach fast zwanzig Jahren deutsche Verwandte bei einer amerikanischen Durchschnittsfamilie auftauchen, müssen die Familienmitglieder sich mit dem europäischen Faschismus beschäftigen und die Frage beantworten, auf welcher Seite sie stehen.

Hellmans Broadway-Stück war ein gewaltiger Erfolg. Hammett, der sich auf die Adaption des Stückes freute, veränderte es kaum und auch die Verfilmung war erfolgreich. Hauptdarsteller Paul Lukas erhielt mehrere Preise für seine Darstellung, unter anderem einen Oscar. Hammetts Drehbuch war für einen Oscar nominiert. Außerdem war „Die Wacht am Rhein“ als bester Film des Jahres für einen weiteren Oscar nominiert. In beiden Kategorien erhielt „Casablanca“ den Oscar.

In Deutschland wurde der Film erst 1977 gezeigt und die katholische Filmkritik lieferte dann auch gleich die historisch korrekte Einordnung: „Spannende Verfilmung…, die allerdings die politischen Realitäten in Europa zugunsten der menschlichen Konflikte grob vereinfacht.“

Mit Bette Davis, Paul Lukas

Auch bekannt als „Watch on the Rhine“

Hinweis

Vor der „Wacht am Rhein“ wird um 23.00 Uhr, ebenfalls im NDR, die tiefsinnige Frage „Sein oder Nichtsein“ gestellt. Die Antwort kennen nur Lubitsch-Liebhaber.


Vier spannende Pulps, serviert mit einer gute Portion schwarzen Humor

Mai 1, 2009

Die dritte deutschsprachige Hard-Case-Crime-Lieferung ist wieder ein spannendes Viererpack für den Hardboiled-Fan mit zwei alten und zwei neuen Romanen. Die Erstausgaben der Geschichten von Ed McBain und Lawrence Block erschienen bereits vor Jahrzehnten in Amerika, kurz darauf auch in Deutschland und wurden für die Hard-Case-Crime-Ausgabe neu übersetzt. Das Duo Ken Bruen/Jason Starr setzt die mit „Flop“ begonnene Zusammenarbeit fulminant fort und Max Phillips steuert ein mit dem Shamus-Preis ausgezeichnetes Werk bei.

Die Grandmaster Ed McBain und Lawrence Block

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„Die Gosse und das Grab“ ist ein Frühwerk von Ed McBain, der vor allem für seine langlebige Serie um das 87. Polizeirevier (dem Vorbild für alle realistischen Polizeiromane und Polizeiserien) bekannt ist. In dem schmalen, für die Hard-Case-Crime-Ausgabe überarbeiteten Roman bittet der Schneider Johnny Bridges seinen früheren Nachbarn, den Ex-Detective und Alkoholiker Matt Cordell um Hilfe. Er möchte wissen, wer ihn bestiehlt. Bevor Cordell mit seiner Arbeit beginnen kann, entdecken sie die Leiche von Bridges’ Geschäftspartner Dom Archese. Cordell beginnt den Mörder zu suchen. Bei seinen von eruptiven Erinnerungen unterbrochenen Ermittlungen konzentriert sich sein Interesse auf den Jazz-Musiker und Angestellten Dave Ryan, Archeses Frau und ihre singende Schwester.

Im Rahmen dieses Whodunit-Plots zeichnet Ed McBain in seinem düsteren Privatdetektivroman „Die Gosse und das Grab“ ein sehr frühes Porträt von einem Alkoholiker als Privatdetektiv. Cordell verschwand nach diesem Fall von der literarischen Bühne. Erst in die siebziger Jahre erfand Lawrence Block einen ähnlichen Privatdetektiv. Matt Scudder kämpfte mit seinem Alkoholismus und nach einigen, eher erfolglosen Romane, verschob Block in „Eight Million Ways to die“ und dem anschließenden „When the sacred ginmill closes“ die Akzente und die Serie wurde zu einer der erfolgreichen und langlebigen Privatdetektivromanserien.

Aber bevor Block mit seinen Serien ein größeres Publikum erreichte, schrieb er „Falsches Herz“. Es war eines der ersten unter seinem Namen erschienenen Bücher. Es erzählt minutiös die Geschichte eines Schwindels, der auch heute noch, mit kleinen Abweichungen, funktioniert. Bankier Gunderman hat in Kanada fast zwölf Quadratmeilen wertloses Land gekauft. Jetzt möchten die beiden Betrüger Doug Rance und Johnny Hayden mit einer Tarnfirma noch einmal betrügen. Sie wecken sein Interesse mit einem niedrigen Kaufangebot und erzählen ihm etwas von einem dort geplanten Projekt. Gunderman will sich beteiligen. Was er nicht ahnt, ist dass seine Sekretärin und Geliebte Evelyn Stone die beiden Betrüger auf ihn angesetzt hat. Und die beiden Betrüger ahnen nicht, dass Evelyn Stone ihren Chef nicht ohne Hintergedanken verraten hat.

„Falsches Herz“, zuerst 1965 veröffentlicht, hat zwar mehrere Neuauflagen erlebt, aber als spannender Kriminalroman funktioniert die Geschichte nur bedingt. Denn bis fast zum Ende läuft der Betrug nach Plan ab. Zwischen den Charakteren gibt es keine Dynamik und daher auch, bis fast zum Ende des Buches, keine überraschenden Verwicklungen und so steht, was Lawrence Block zu der Zeit, auch wegen seinem damaligen Job, am meisten faszinierte im Mittelpunkt: die detaillierte, fast lehrbuchhafte Schilderung eines Betruges. Der Krimiplot ist dagegen, obwohl es umgekehrt sein sollte, nur das schnell abgespulte Pflichtprogramm.

Die neue Garde: Max Phillips, Ken Bruen und Jason Starr

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Fest in der Pulp-Tradition steht Max Phillips mit dem Shamus ausgezeichneten Privatdetektivroman „Tödlich Blond“. Dabei ist sein Erzähler, der Ex-Boxer Ray Corson, kein richtiger Privatdetektiv, sondern ein Drehbuchautor, der bislang in Hollywood erfolglos an die Studiotüren klopft. Währenddessen verdient er mit schlechtbezahlten Gelegenheitsjobs seine Kohlen. Daher nimmt er gerne den gutbezahlten Auftrag des wunderschönen Starlets Rebecca LaFontaine an, legt sich mit dem Drogenkönig Lenny Scarpa an und gerät in eine ziemlich schmutzige Geschichte.

Max Phillips, der vor „Tödlich Blond“ bereits einige literarische Romane veröffentlichte, ist einer der beiden Gründer von Hard Case Crime. Die Idee für den Roman hatte er, nachdem er und Charles Ardai ein Titelbild und den Spruch „She was a little taste of heaven and a one-way ticket to hell!“ (die deutsche Version ist „Sie ist das Paradies auf Erden und ein echter Höllentrip“) entwarf. Er fragte sich später, was für eine Geschichte hinter diesem Cover stecken könnte, entwarf eine Geschichte und hatte, nach eigenen Worten, noch nie so viel Spaß beim Schreiben. Es ist ein wendungsreicher, in den Fünfzigern im filmischen Bodensatz von Hollywood zwischen Träumen vom Ruhm, Pornofilmen und Organisierter Kriminalität spielender Krimi.

Auch Ken Bruen und Jason Starr hatten beim Schreiben von „Flop“ ihren Spaß. Deshalb erzählen sie in „Crack“ die Geschichte von Max Fisher und Angela Petrakos fort. In den USA ist mit „The Max“ bereits der dritte und, so wird gesagt, abschließende Band erschienen.

„Flop“ war schon eine ziemlich durchgeknallte schwarze Komödie und „Crack“ ist die würdige Fortsetzung nach dem Prinzip „Schneller, höher, weiter“. Denn die Verwicklungen sind noch absurder, die Witze noch treffender und das Ende noch unvorhersehbarer.

Max Fisher macht jetzt in Crackdealer mit standesgemäßer Hip-Hop-Leidenschaft und Hip-Hop-Slang. Deshalb ist er jetzt „The M. A. X.“ und es geht ihm wieder verdammt gut. Aber irgendwann will seine vollbusige Freundin ihren Schnitt machen.

Angela Petrakos überwintert dagegen in Irland und verliebt sich wieder einmal in den falschen Mann: Slide, der in den USA, dem Land der Serienkiller, als Serienkiller groß herauskommen will. Bis dahin versucht er sich mit Entführungen ein finanzielles Polster zu verschaffen. Nach einem ungeplanten Mord muss er überstürzt zusammen mit Angela in die USA flüchten. Dort angekommen schlägt sie ihm vor, sich bei ihrem ehemaligen Liebhaber Max Fischer zu bedienen. Selbstverständlich scheitern, wie schon in „Flop“, die höchstens halbgaren Pläne der verschiedenen Verbrecher und Polizisten mit unvorhergesehenen und meist tödlichen Konsequenzen.

Aber das ist nur ein Teil des Vergnügens beim Lesen von „Crack“. Der andere Teil sind die zahlreichen Anspielungen von Ken Bruen und Jason Starr auf die Werke von geschätzten Kollegen und die Popkultur. Sogar ein von der Kritik geliebter irischer Krimiautor, der wie Keith Richards aussieht (naja, entfernt und im Dunkeln) und mit einem Amerikaner ein Buch geschrieben hat, hat einen kurzen Auftritt. Diesen wollte Slide, nachdem er die hohe Kunst des Kidnappens anhand amerikanischer Filme studiert hat, entführen.

Oh, und der Busenfetischist Max ist von den Covers der Hard-Case-Crime-Reihe aus sehr offensichtlichen Gründen begeistert.

Pulp-Fans dürfen sich auf vier lange Abende freuen. Denn Ed McBain, Lawrence Block, Max Phillips, Ken Bruen und Jason Starr haben nichts dagegen, wenn die zwischen 220 und 250 Seiten langen Werke in einem Zug gelesen werden.

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Ed McBain: Die Gosse und das Grab

(übersetzt und mit einem Nachwort von Andreas C. Knigge)

Rotbuch, 2009

224 Seiten

9,90 Euro

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Originalausgabe

Curt Cannon: I’m Cannon – For Hire

Hui Corporation, 1958

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HCC-Ausgabe

The Gutter and the Grave

Hard Case Crime, 2005

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Lawrence Block: Falsches Herz

(übersetzt von Andreas C. Knigge)

Rotbuch, 2009

224 Seiten

9,90 Euro

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Originalausgabe

The Girl with the long green Heart

Fawcett Gold Medal, 1965

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HCC-Ausgabe

Hard Case Crime, 2005

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Deutsche Ausgaben

Mord im Hotel

Winther, 1967

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Doppelspiel zu dritt

Heyne, 1967

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Max Phillips: Tödlich Blond

(übersetzt von Katrin Kremmler)

Rotbuch, 2009

256 Seiten

9,90 Euro

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Originalausgabe

Fade to blonde

Hard Case Crime, 2004

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Ken Bruen & Jason Starr: Crack

(übersetzt von Richard Betzenbichler)

Rotbuch, 2009

224 Seiten

9,90 Euro

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Originalausgabe

Slide

Hard Case Crime, 2007

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Hinweise

Amerikanische Homepage von Hard Case Crime

Deutsche Homepage von Hard Case Crime

Meine Besprechung von

Ed McBain (Hrsg.): Die hohe Kunst des Mordens, 2006 (Transgressions, 2005)

Lawrence Block: Telling Lies for Fun and Profit – A Manual for Fiction Writers, 1994

Lawrence Block: Spider, spin me a web – A Handbook for Fiction Writers, 1995

Lawrence Block: All the flowers are dying, 2005

Lawrence Block: Lucky at Cards, 2007 (OA: Sheldon Lord: The Sex Shuffle, 1964)

Lawrence Block: Abzocker, 2008 (Grifter’s Game, 2004; frühere Ausgaben: Mona, 1961; Sweet slow death, 1986, Die Mörderlady, 1970)

Lawrence Block: Verluste, 2008 (Everybody dies, 1998)

Lawrence Block: Killing Castro, 2009 (OA: Duncan Lee: Fidel Castro Assassinated, 1961)

Ken Bruen: The Guards, 2001

Ken Bruen: The Killing of the Tinkers, 2002

Ken Bruen: The Magdalen Martyrs, 2003

Ken Bruen: The Dramatist, 2004

Ken Bruen: Priest, 2006

Ken Bruen: Cross, 2007

Ken Bruen/Jason Starr: Flop, 2008 (Bust, 2006)


„While she was out“: Überlebenstricks von Kim Basinger

Mai 1, 2009

Bereits vor fünf Jahren spielte Kim Basinger in dem kleinen, feinen Thriller „Final Call“ eine Mutter in Lebensgefahr. In „Final Call“ war sie allerdings die meiste Zeit eingesperrt und ein junger Mann durfte die Lauferei erledigen. In ihrem neuesten Film „While she was out“ ist sie wieder in Lebensgefahr. Dabei geht diese Gefahr für die im Film zweifache Mutter und Hausfrau Della (Kim Basinger) in dem noblen Haus in einer geschlossenen Wohnanlage nicht von ihrem Ehemann, der sich zu Hause kaum beherrschen kann und sie auch vor den Kindern schlägt, aus.

Nein, die Gefahr geht von einer gemischtrassigen vierköpfigen Kleinstadt-Gang aus. Denn als diese mit ihrem Auto im Vorweihnachtstrouble auf dem Parkplatz vor der Shopping-Mall zwei Parkplätze blockieren, steckt Della ihnen einen geharnischten Zettel hinter den Scheibenwischer. Ihr Anführer Chuckie (Lukas Haas) ist fassungslos. Eine Frau beleidigt ihn. Er stellt sie nach ihrem Einkauf auf dem inzwischen verwaisten Parkplatz zur Rede. Der Sicherheitsbeamte der Shopping-Mall versucht den Streit zu schlichten. Chuckie fuchtelt mit seiner Pistole herum und ein Schuss löst sich. Della weiß, dass sie als Zeugin jetzt in Lebensgefahr schwebt. Sie flüchtet. Ihre Fahrt endet in einer sich im Bau befindliche Siedlung. Dort beginnt sie mit einem roten Werkzeugkoffer in der Hand zuerst in der Siedlung und später im Wald um ihr Leben zu kämpfen.

Dass sie in der folgenden Stunde die Jugendlichen der Reihe nach, bis zur Konfrontation mit ihrem Anführer Chuckie, mit den verschiedenen in ihrem roten Stahlköfferchen enthaltenen Werkzeugen besiegen kann, gehört zum Genre. Auch, dass sie alle bemerkenswert schnell und sicher durch den dunklen Wald laufen können, widerspricht zwar jeder Lebenserfahrung, aber auch das gehört zu den vertrauten Regeln. Überraschend ist dagegen schon, wie direkt, schmutzig und auch blutig Dellas Morde von Susan Montfort inszeniert werden.  Da muss sie sich nicht vor ihren männlichen Kollegen verstecken. Und dass die Regiedebütantin Ahnung vom Genre hat, zeigt sie auch in den Interviews zum Film und ihrer Mitproduzententätigkeit für den grandiosen Comedy-Thriller „Shoot ’em up“.

Ihr Debüt „While she was out“ ist ein geradliniger, angenehm kurzer Thriller, der mit einigen überraschenden Twists aufwartet und nicht mit überflüssigen, psychologisierenden Subplots nervt. Denn in neunzig Minuten darf sich auf die Hauptsache konzentriert werden: den gnadenlosen Kampf einer Frau ums Überleben in einer feindlichen Umgebung.

Der feministische Thriller ist auch eine schwarzhumorige Warnung gegen sexuelle Gewalt in der Ehe. “While she was out“ kann als fast in Echtzeit ablaufende Entwicklungsgeschichte oder, mit dem gleichen Ergebnis, als Traum gelesen werden. In der zweiten Lesart, die durch die klare Trennung der drei Akte in verschiedene Orte und teilweise auch andere Stile möglich ist, wäre alles, was Della nach ihrem Einkauf in der Shopping-Mall zustößt, ein Traum. Ein Traum, in dem Männer sie töten wollen und der einzige Ausweg aus der Welt der männlich dominierten Gewalt Gegengewalt ist. Dieser zweite Akt ist realistischer inszeniert als Dellas Einkauf im Einkaufszentrum. Dort schwebte sie fast wie ein Geist durch den vorweihnachtlichen Trouble. Sie war immer von den anderen Menschen getrennt. Sie beobachtete, aber sie agierte nicht und reagierte kaum. Als sie eine lange nicht mehr gesehene Schulfreundin trifft, reagiert sie unsicher und ausweichend. Erst im Wald, gejagt von einer Kleinstadtbande mordlüsterner, großmäuliger, aber auch ängstlicher und etwas dummer Jungs (was nicht allzuweit von der Realität entfernt ist) wird sie wieder lebendig. Es ist als ob sie aus ihrem Traum – der zum Alptraum gewordenen Ehe – erwacht und wieder zu der Frau wird, die sie einmal war.

Kim Basinger ist natürlich der Star des Films. Die anderen Schauspieler sind vor allem aus dem TV bekannt und stehen meist noch am Anfang ihrer Karriere. Craig Sheffer gehörte zum Ensemble der Serien „One Tree Hill“ und „Teen Wolf“. Lukas Haas trat zuletzt in einigen „24“-Folgen, „President Evil“, „Alpha Dog“ und „Last Days“ auf. Als Kind und Jugendlicher war der 1976 geborene unter anderem in „Der einzige Zeuge“, „Music Box“ und „Mars Attacks“ dabei. Luis Chávez trat in „Ocean’s Thirteen“, mehrmals als Mitschüler in der ersten Staffel von „Terminator S. C. C.“ und, als Ensemblemitglied, in der neuen Glen-Mazzara-Serie „Crash“ (Mazzara war auch bei „Nash Bridges“, „The Shield“ und „Standoff“ dabei.) auf. Sie alle sind glaubwürdig in ihren Rollen.

Als Bonusmaterial gibt es einen deutschen und einigen amerikanischen Trailer und ein fast halbstündiges, nicht sonderlich tiefschürendes „Making-of“. Da hätte der Interviewer einige bessere Fragen stellen sollen. Der auf der amerikanischen DVD enthaltene Audiokommentar von Susan Montford und Don Murphy (der zusammen mit ihr „Shoot ’em up“ produzierte) fehlt leider.

„While she was out“ ist ein kleiner, knackiger und sehr kurzweiliger Überlebensthriller mit einigen akzeptablen Logiklöchern und der immer noch verdammt gut aussenden Kim Basinger. Diese knapp neunzig Minuten hätte ich gerne auch auf der großen Leinwand gesehen.

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While she was out (While she was out, USA 2008)

Regie: Susan Montford

Drehbuch: Susan Montford

LV: Edward Bryant: While she was out, 1988 (Kurzgeschichte)

mit Kim Basinger, Lukas Haas, Craig Sheffer, Jamie Starr, Leonard Wu, Luis Chávez

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DVD

Koch-Media

Bild: 1,85:1 (16:9)

Ton: Deutsch, Englisch (DTS, Dolby Digital 5.1)

Untertitel: Deutsch

Bonusmaterial: Making of, 2 Originaltrailer

FSK: ab 16 Jahre

Länge: 82 Minuten

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Hinweise

Bloody Disgusting: Interview mit Susan Montfort zu „While she was out“

Den of Geek: Interview mit Susan Montfort zu „While she was out“

Icons: Ausführliches Interview mit Susan Montfort über „While she was out“ (unter anderem zu den Unterschieden zwischen Vorlage und Film)

Russell Trunk: Interview mit Susan Montfort

Shock Till You Drop: Interview mit Susan Montfort und Don Murphy zu „While she was out“

Fantastic Fiction über Edward Bryant (Wow, hat der viele Preise gewonnen.)


TV-Tipps für das lange Wochenende

Mai 1, 2009

Nach der traditionellen 1.-Mai-Demo (in Berlin mit Abendprogramm) und dem Genießen von kühlen Getränken in Biergärten:

1. Mai

RBB, 00.50

Die verrückten Reichen (F/D/I 1975, R.: Claude Chabrol)

Drehbuch: Claude Chabrol, Norman Enfield

LV: Lucie Faure: Le Malheur fou, 1970

Ami-Autor William Brandeis und dessen Gattin Claire nehmen am oberflächlichen Gesellschaftleben teil und betrügen sich gegenseitig. Als sie auf Claire Wunsch in ein Landhaus ziehen, bröckelt der Schein.

Nun, ein eher schwacher Chabrol, der ziemlich schnell aus dem Gedächtnis verschwindet.  Trotz der zahlreichen parodistischen Elemente und Slapstick-Ästhetik.

Interessant ist „Die verrückten Reichen“ wegen des Aufwandes: große Besetzung bis in die Nebenrollen und reale Ausstattung (die Türen des Studioappartments sind aus massivem Holz), was an dem kanadischen Filmfinanzierungssystem lag.

Mit Bruce Dern, Stéphane Audran, Sydney Rome, Jean-Pierre Cassel, Ann Margaret, Maria Schell, Charles Aznavour, Curd Jürgens, Tomas Milan, Sybil Danning, Claude Chabrol (als Mann im Verlagsbüro)

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2. Mai

WDR, 00.30

Die Maske des Dimitrios (USA 1944, R.: Jean Negulesco)

Drehbuch: Frank Gruber

LV: Eric Ambler: The Mask of Dimitrios; A Coffin for Dimitrios, 1939 (Die Maske des Dimitrios)

1938 wird in Istanbul die Leiche des international gesuchten Verbrechers Dimitrios gefunden. Ein Journalist möchte eine Biographie über ihn schreiben und gerät bei seinen Recherchen in Teufels Küche.

Wer möchte dieser Einschätzung, eines erst 1991 in Deutschland aufgeführten Films, wiedersprechen? „Auf hohem filmkünstlerischem Niveau stehender ‚film noir’, der eine Atmosphäre moralischer Skrupellosigkeit beschwört.“ (Lexikon des internationalen Films)

Mit Peter Lorre, Zachary Scott, Sydney Greenstreet, Faye Emerson

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3. Mai

BR, 23.15

Außer Atem (F 1960, R.: Jean-Luc Godard)

Drehbuch: Jean-Luc Godard (nach einem Szenario von François Truffaut)

Buch zum Film: Claude Francolin: A bout de souffle, 1960 (Außer Atem)

Kleinganove Michel erschießt einen Polizisten und flieht nach Paris zur us-amerikanischen Studentin Patricia.

Ein Klassiker der Nouvelle Vague und ein zeitloser Kultfilm.

Mit Jean-Paul Belmondo, Jean Seberg, Jean-Pierre Melville


Neu im Kino: Duplicity – Gemeinsame Geheimsache

April 30, 2009

Duplicity – Gemeinsame Geheimsache (Duplicity, USA 2009)

Regie: Tony Gilroy

Drehbuch: Tony Gilroy

Nach Agententhriller (die “Bourne”-Serie) und Politthriller (“Michael Clayton”) ist er jetzt bei der romantischen Thriller-Komödie mit Screwball-Elementen angelangt: zwei Industriespione, die eine Liebe-Hass-Beziehung (ersteres persönlich, letzteres beruflich) pflegen, beschließen, ihre Bosse um einige Millionen zu erleichtern. Aber können sie sich trauen? Und können sie mit dem Geld entkommen?

Die Kritiken tendieren zu einem leichten „ich hätte mehr erwartet“, aber zwei Stunden gepflegte Unterhaltung sind garantiert. „Mit viel doppelbödigem Charme und herausragendem Ensemble macht Tony Gilroy aus der Agentenromanze einen wunderbaren Film.“ (Thomas Klein, tip 10(2009)

Mit Julia Roberts, Clive Owen, Tom Wilkinson, Paul Giamatti, Ulrich Thomsen (als Big Swiss Suit; – was einiges über die Größe der Rolle aussagt)

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Amerikanische Homepage zum Film

Film-Zeit über „Duplicity“


Charlie Stross über Ideen; Allison Brennan übers Verkaufen, James Ellroy über den ganzen Rest

April 30, 2009

S-F-Autor Charlie Stross beantwortet die 100.000-Dollar-Frage „Wie kommst du zu deinen Ideen?“:

Generating ideas isn’t some mystical talent that you have to be born with: it’s a skill you can develop. The first step is to throw your net far and wide, and see what comes back to you. I spend a couple of hours every day skimming news sources (most of them on the web, this century) (…)

But grabbing tidbits from the zeitgeist is only the first step. The second step is to try to fit them together in new and interesting patterns. This is free-form brainstorming, and it’s something I tend to do at the pub, when I’m not busy drinking beer.

Dann erzählt er uns von einer neuen Idee, die er kürzlich hatte und wie sie weiterentwickelt werden könnte und schließt mit der für alle, die Angst vor Ideenklau haben, desillusionierenden Bemerkung:

Ideas, hah. The real challenge in this line of work is being able to weed the productive ones from the chaff, to decide which you’re going to spend the next six to nine months turning into something that people will pay for.

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Krimiautorin Allison Brennan hat sich eine Gedanken über das Verkaufen von Büchern und wie wichtig die schriftstellerische Qualität dabei ist, gemacht:

The story has to resonate in some way for readers to pick up the next book and the next book. The story has to deliver on the story promise.

If it’s a romance, it has to have a happily ever after.

If it’s a mystery, the crime has to be solved.

If it’s horror, it has to be scary.

If it’s comedy, it has to be funny.

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James Ellroy hat hier anscheinend einen grandiosen Auftritt hingelegt.  Die schlechte Nachricht ist, dass er noch (?) nicht online zum Beispiel bei YouTube ist. die gute Nachricht ist, dass sein neues Buch „Blood’s a rover“ für den 22. September angekündigt ist.


TV-Tipp für den 30. April: Fantastische Geschichten

April 30, 2009

Die Hessen präsentieren: „Eine Nacht für Fantastische Geschichten“

HR, 00.05

Fantastische Geschichten (USA 1985 – 1987)

Von Mitternacht bis 6.30 Uhr können wir 16 Folgen der von Steven produzierten, halbstündigen Mysteryserie „Amazing Stories“ sehen:

Die Notlandung (The Mission, R.: Steven Spielberg, mit Kevin Costner, Kiefer Sutherland)

Der ungeliebte Lehrer(Go to the Head of the Class, R.: Robert Zemeckis, mit Christopher Lloyd, Mary Stuart Masterson)

Geistreich (Boo!, R.: Joe Dante)

Das Phantom im Spiegel (Mirror, Mirror, R.: Martin Scorsese, mit Sam Waterston, Helen Shaver, Dick Cavett, Tim Robbins – Seine einzige TV-Regie.)

Der Wettbewerb (Miss Stardust, R.: Tobe Hooper)

Der Geisterzug (Ghost Train, R.: Steven Spielberg, mit Lukas Haas)

Verliebt in die Kunst (Vanessa in the Garden, R.: Clint Eastwood, mit Harvey Keitel, Sondra Locke, Beau Bridges – Seine einzige TV-Regie.)

Das Monster aus dem Märchenbuch (The Greibble, R.: Joe Dante)

Der Kreative (Gershwin’s Trunk, R.: Paul Bartel, mit Bob Balaban, Paul Bartel, Carrie Fisher)

Der gestohlene Ring (The Wedding Ring, R.: Danny DeVito, mit Danny DeVito)

Versteckte Kamera (Secret Cinema, R.: Paul Bartel, mit Paul Bartel, Griffin Dunne)

Die Himmlischen (Guilt Trip, R.: Burt Reynolds, mit Dom DeLuise, Charles Durning)

Mr. Magic (Mr. Magic, R.: Donald Petrie, mit Sid Caesar)

Der Hellseher (The Amazing Falsworth, R.: Peter Hyams, mit Gregory Hines, Richard Masur – Diese Folge erhielt einen Edgar.)

Was kann bei diesen Namen noch schief gehen?

Hinweise

HR zu den einzelnen Folgen (im Programm auf die Titel klicken; leider hat der Sender keine eigenen Seite eingerichtet)

IMDB zu „Amazing Stories“

Wikipedia über „Amazing Stories“

„Amazing Stories“-Fanseite