Drehbuch: Elan Mastai, Michael Roesch, Peter Scheerer
Nachdem Uwe Boll bei der diesjährigen Razzie-Verleihung der große Gewinner war und sogar in jungen Jahren bereits die Ehrung für sein Lebenswerk erhalten hat, bietet Tele 5 die Gelegenheit ganz objektiv zu überprüfen, ob Uwe Boll den Preis zurecht erhielt.
Die Videospiel-Verfilmung „Alone in the Dark“ wurde ebenfalls für zwei Razzies nominiert. Einmal Uwe Boll, einmal Tara Reid. Bei den Stinkers räumte das Werk dann ordentlich ab. Bei dem Preisregen dürfte es keine Zweifel mehr über die Qualitäten des Werkes geben. Letzte Zweifel beseitigt die Rotten-Tomatoes-Bewertung von 1 % Frische.
Die Story: Edward Carnby und seine Ex jagen Monster und einen verrückten Wissenschaftler, der Monster mit Menschen kreuzen will.
P. S.: Mehr gibt’s im Moment nicht, weil ich am Nachmittag Charlie Huston zu einem Interview (ein sehr angenehmer Gesprächspartner) traf und am Abend auf der Lesung war. Bernd Begemann übernahm die deutschen Teile und führte souverän durch den sehr, sehr unterhaltsamen Abend. Ich sage nur John Denver. Heute Abend sind die beiden ab 21.00 Uhr in Hamburg im Golden Pudel Club.
Martin Compart bloggt. Bis jetzt gibt es viele lange Texte, einige ältere Werke, etwas über Jim Thompson, Ian Fleming und eine Liste der schlimmsten James-Bond-Momente (Roger Moore hält Martin wohl für nicht satisfaktionsfähig. Dafür gibts viel Brosnan und erstaunlich wenig „Quantum Trost“.)
Außerdem habe ich die Krimilady (Sorry, Henny, ich hatte immer gedacht, du seist schon lange bei mir verewigt. – Uh, und Henny kann mit dem Schenkel-„Bunker“ auch nichts anfangen. Interessant sind auch die Amazon-Leserbewertungen für diesen Roman), Krimiblog.at und Hauptfilm in die Linkliste aufgenommen. Besucht sie!
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Watching-the-Detectives dpr ist nicht so begeistert von Friedhelm Werremeiers „Trimmels letzter Fall“. Ich werde den Roman zwar auch noch lese, aber das klingt sehr, sehr, sehr ernüchternd.
Nachdem Alfred wieder eine Tastatur in den Händen halten kann, gibt es auch die schön bunten TV-Krimi-Buch-Tipps bei den Alligatorpapieren. Hier die ersten Zeilen:
Wenn Bond die Sache mit dem goldenen Colt geklärt hat, müssen Nesser-Fans sich mit einer Extraportion Kaffee versorgen (oder den Rekorder programmieren). Denn die TV-Premiere der fast dreistündigen Van-Veeteren-Verfilmung „Die Frau mit dem Muttermal“ startet nach Mitternacht.
Zu den sehenswerten, selten gezeigten Krimiverfilmungen der kommenden Tage gehören Erik van Looys Jef-Geeraerts-Verfilmung „Mörder ohne Erinnerung“, Alvin Rakoffs James-Hadley-Chase-Verfilmung „An einem Freitag um halb zwölf“, David Mackenzies Peter-Jinks-Verfilmung „Hallam Foe – Aus dem Leben eines Außenseiters“ (die TV-Premiere gibt’s natürlich nach Mitternacht), Gabriele Salvatores‘ Edgar-nominierte Niccolò-Ammaniti-Verfilmung „Ich habe keine Angst“, William Friedkins Reginald-Rose-Verfilmung „Die zwölf Geschworenen“, J. Lee Thompsons selten gezeigte Hubert-Monteilhet-Verfilmung „Die Tür fällt zu“, Martin Scorseses Herbert-Asbury-Verfilmung „Gangs of New York“, Ang Lees Daniel-Woodrell-Verfilmung „Wer mit dem Teufel reitet“ (und sich ganz schnell die Vorlage besorgt) und im Ersten laufen die drei Virgil-Tibbs-Filme. Nur der erste, „In der Hitze der Nacht“, ist dabei wirklich sehenswert.
Nachdem sein letzter Film „Snatch“, der bei uns einen Kinostart hatte und ansehbar war (hm, auch das dürften einige bestreiten), bereits einige Jahre zurückliegt, tobt sich der Ex-Gatte von Madonna wieder einmal so richtig so aus. In seiner neuen schwarzhumorigen Action-Krimikomödie für Jungs geht’s um Londoner Gangster und Immobiliendeals. Denn mit Gebäuden lässt sich mehr Geld als mit Drogen verdienen; – wenn man den Deal überlebt.
„Guy Ritchie ist wieder ganz bei sich.“ (Dietmar Kanthak in epd Film 3/2009)
Mit Gerad Butler, Tom Wilkinson, Thandie Newton, Mark Strong, Idris Elba, Thomas Hardy, Jeremy Piven, Ludacris (als Chris Bridges)
James Ellroy und Bruce Wagner (einige Romane, Regie und die Drehbücher zu „A Nightmare on Elm Street 3“ und „Wild Palms“) zeigen sich gegenseitig ihre Stadt Los Angeles.
Über James Ellroy muss hier ja nichts gesagt werden. Außer, dass – endlich! – für den 22. September sein neuer Roman „Blood’s a Rover“ angekündigt ist.
Wiederholungen
Sonntag, 29. März, 05.00 Uhr (Taggenau!
Samstag, 4. April, 05.00 Uhr (Taggenau!)
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Arte, 00.50 (VPS 01.00)
James Ellroy: „American Dog” (F 2005, R.: Clara Kuperberg, Robert Kuperberg)
Drehbuch: Clara Kuperberg, Robert Kuperberg
Okaye Doku über den Thrillerautor. Im Mittelpunkt stehen seine Nachforschungen zum Mord an seiner Mutter, die er später auch in dem Roman „Die Rothaarige“ (1997) verarbeitete, und dem Mord an der „Schwarzen Dahlie“ Betty Short. Das aktuelle Schaffen von Ellroy und sein Werk neben diesen beiden Büchern werden in der Doku sträflich ignoriert.
Hallam Foe – Aus dem Leben eines Außenseiters (GB 2007, R.: David Mackenzie)
Drehbuch: David Mackenzie, Ed Whitmore
LV: Peter Jinks: Hallam Foe, 2001 (Über roten Dächern)
Der 17-jährige Außenseiter Hallam Foe glaubt, dass seine Stiefmutter seine Mutter ermordet hat. Da trifft er die Hotelpersonalchefin Kate. Sie ist das Ebenbild seiner Mutter.
„Einfach mitreisend ist dieser Abenteuertrip eines jungen Ausreißers, faszinierend mühelos changiert das freche Szenario zwischen Murder Mystery mit Gothic Touch und moderner Lovestory. Ein Film, der ganz tief im Zuschauer seinen Widerhall findet.“ (Programm Fantasy Filmfest 2007)
„A viewing delight.“ (Variety)
TV-Premiere eines vielfach nominierten und ausgezeichneten Kritikerlieblings, der in den Arthouse-Kinos auch gut lief, zu einer unverschämten Zeit. Die Zeiten, zu denen man sich eine solide cineastische Bildung im TV ohne Rekorder zu normalen Uhrzeiten aneignen konnte, sind wohl endgültig vorbei.
Mit Jamie Bell, Sophia Myles, Ciarán Hinds, Claire Forlani
„Das Schwäbische, das ich mit der Muttermilch aufgenommen habe, ist für meine Entwicklung ganz entscheidend gewesen“, sagt Felix Huby ganz am Anfang des jetzt als Buch vorliegenden Gespräches mit seinem langjährigen Freund Dieter de Lazzer. „Fast wie von selbst“ heißt das sehr lesenswerte Werk, das in seinem chronologischem Aufbau von Hubys Jugend über seine Jahre als Journalist, zuerst bei einer Lokalzeitung, später beim Spiegel, über die ersten Bienzle-Romane hin zu seiner Fernseharbeit auch als Biographie des bekannt-beliebten und überaus produktiven Autors dienen kann. Bereits als Journalist schrieb er nebenher erzählende Texte und Satiren. 1977 erschien dann der erste Bienzle-Roman „Der Atomkrieg von Weihersbronn“ (später „Bienzle und der Terrorist“) und kurz darauf „Tod im Tauerntunnel“ (später „Bienzle und der Tod im Tauerntunnel“) in der rororo-Thriller-Reihe. Sie verkauften sich gut und gefielen mir, als ich sie vor vielen Jahren las, gut. Huby schrieb weitere Romane, auch für Jugendliche und Kinder, kündigte 1979 beim Spiegel und war, als erste Fernseharbeit, bei der Erfindung von Kommissar Horst Schimanski beteiligt. Dafür schrieb er dann sein erstes Drehbuch. „Grenzgänger“ mit Günter Maria Halmer als dubiosem Undercover-Polizisten wurde als zweiter Schimanski-Tatort ausgestrahlt und ist auch heute noch absolut sehenswert.
„Mein Vorschlag war die Geschichte eines Undercover-Agenten zu erzählen. Darüber hatte ich einmal eine Titelgeschichte im Spiegel geschrieben, unter Mithilfe eines Kriminalisten vom LKA Stuttgart. Der Entwurf wurde sofort akzeptiert, und ich war so angezündet davon, dass ich am Freitag nach Hause gefahren bin, mich an meinen Schreibtisch gesetzt habe – damals hab ich noch alles mit der Hand gepinselt – und im Grund ohne abzusetzen dieses Buch geschrieben habe. In einem Zug. Am Montagmittag war es fertig. Dann hat es meine Schwester abgetippt, ich habe es eingeschickt, die waren völlig perplex, denn es waren keine acht Tage vergangen, und fanden das Buch auch noch gut. (…)
Und das ist seltsam: Dieses Drehbuch ist eigentlich das einzige, das nur eine zweite Fassung erlebt hat“, sagt Huby über sein erstes Drehbuch. Danach schrieb er mehrere Serien und Folgen für Vorabendserien, entwickelte den Saarbrücker Kommissar Max Palu (die ersten Folgen sind gut, die späteren nicht mehr) mit und Ende 1992 wurde dann der erste Bienzle-Tatort „Bienzle und der Biedermann“ gezeigt. Die ersten Bienzle-Tatorte, die auf bereits veröffentlichten Bienzle-Romanen basieren, waren überzeugende Kriminalfilme mit viel stimmigem Lokalkolorit, die späteren ziemlich überzeugende Langweiler vor austauschbarer Kulisse.
In „Fast wie von selbst“ spricht Felix Huby ausführlicher über die frühen Bienzle-Tatorte, die verschiedenen von ihm geschriebenen Serien, wie „Ein Bayer auf Rügen“, „Großstadtrevier“ und „Gute Zeiten, Schlechte Zeiten“, und seine Heimatfilme, wie „Die Geierwally“ und „Die Landärztin“.
Huby gibt immer wieder nüchterne Einblicke in das Fernsehgeschäft, erfreulichere in die Theaterwelt und natürlich erzählt er über sein Verhältnis zu Regeln beim Erzählen von Geschichten, über seine Vorbilder und seine schwäbische Arbeitsmoral: „Jetzt kann ich schon irgendwo ankommen und mir erst einmal die Landschaft ansehen und mich langsam eingewöhnen, um erst am nächsten Tag richtig mit der Arbeit zu beginnen. Aber arbeiten muss ich – meistens, in den letzten zwei oder drei Jahren ergab es sich aber, dass ich schon auch Urlaub gemacht habe, ganz ohne zu arbeiten. Meine nächste Umgebung hält das für eine Sensation.“
„Fast wie von selbst“ vermittelt tiefe Einblicke in das Leben und Werk von Felix Huby. Dieser erzählt sehr uneitel von seiner Arbeit und lobt immer wieder die Menschen, die seine Geschichten verfilmten oder auf die Bühne brachten. Da ist auch verschmerzbar, dass der mit Huby befreundete Fragesteller Dieter de Lazzer nicht kritisch nachfragt. Diese kritische Bewertung von Felix Hubys umfangreichem Werk muss ein anderer Autor leisten. Bis dahin ist „Fast wie von selbst“ nicht nur für Huby-Fans ein unverzichtbares Werk. Denn in dem Gespräch entsteht, neben Hubys Rückschau auf sein Leben, auch eine lockere Chronologie der deutschen Krimiliteratur und des (vor allem öffentlich-rechtlichen) Fernsehens der vergangenen Jahrzehnte.
In meiner Wertschätzung ist Felix Huby, der sich selbst nur als „Gebrauchsschreiber“ sieht, mit diesem Buch wieder gestiegen.
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Felix Huby: Fast wie von selbst – Ein Gespräch mit Dieter de Lazzer
TATORT: Bienzle und der Champion (D 1998, R.: Dieter Schlotterbeck)
Drehbuch: Felix Huby
LV: Felix Huby: Bienzle und der Champion, 1999
Hat der Boxer Piet Mangold den Wirt Jaco Riewers umgebracht? Eine harte Nuss für Bienzle, denn Piet kann sich an nichts erinnern.
Ein guter Bienzle im Boxmilieu.
„Ich glaube, hier ist ein guter Plot stimmig erzählt, wie in anderen Fällen auch. Herausragend wird der Film wirklich durch die Darsteller und die Regie von Dieter Schlotterbeck.“ (Felix Huby in „Felix Huby: Fast wie von selbst“)
Mit Dietz Werner Steck, Rüdiger Wandel, Ben Becker, Claude-Oliver Rudolph, Martin Semmelrogge, Dariusz ‚Tiger’ Michalczewski
Für uns Krimifans hatte Ron Silver in dem Cop-Thriller “Blue Steel” von Kathryn Bigelow die Rolle seines Lebens. Er spielte einen psychopathischen Killer, der sich in eine von Jamie Lee Curtis gespielte junge Streifenpolizistin verliebte. Er trat auch, meistens als Nebendarsteller, in „Silkwood“, „Garbo Talks“, „Reversal of Fortune“ (Die Affäre der Sunny von B.), „Timecop“, „Ali“, „Find me guilty“ und zahlreichen TV-Serien, wie „Crossing Jordan“, „Law & Order“, „The West Wing“, „Wiseguy“ (Kampf gegen die Mafia), „Hill Street Blues“ und „The Rockford Files“ (Detektiv Rockford) auf.
„Dexter“-Darsteller Michael C. Hall besuchte Deutschland. Der Tagesspiegel schreibt darüber und bei Ouotenmeter gibt es ein kurzes Interview. Zu dem von ihm gespielten, bei der Polizei angestellten Serienkiller Dexter sagt er:
Ich glaube nicht, dass die Menschen «Dexter» mögen, weil er ein Serienkiller ist. Ich glaube, dass sie das Leben mögen, das er lebt. Dexter ist eine interessante Figur. Die Show inspiriert viele – wir alle haben unsere Schattenseiten und wir alle fürchten uns vor schattigen Plätzen. Dexter ist da ähnlich und doch anders – das macht es interessant.
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„Watchmen“-Zeichner Dave Gibbons freut sich bei Wired über die Verfilmung und spricht in einem ausführlichen Interview auch über andere Sachen.
Mörder ohne Erinnerung (NL/B 2003, R.: Erik van Looy)
Drehbuch: Carl Joos, Erik van Looy
LV: Jef Geeraerts: De zaak Alzheimer, 1985
Ein Auftragsmörder wendet sich gegen seine Auftraggeber, einen Pädo-Ring, und bringt sie um. Zunehmend gehemmt ist er dabei von seinem fortschreitenden Alzheimer.
In Deutschland erlebte der spannende Thriller seine Premiere auf dem Fantasy-Filmfest und wurde anschließend nur als DVD veröffentlicht.
„Geheimtipp“ (Fantasy Filmfest)
„Düsterer, realistisch anmutender Soziokrimi von überraschender Qualität.“ (Just: Film-Jahrbuch 2005)
Jef Geeraerts schrieb seinen Roman lange vor dem Belgien und Europa erschütternden Fall Dutroux.
Mit Jan Decleir, Koen de Bouw, Wernder de Smedt, Jo de Meyere
Auch bekannt als „Totgemacht – The Alzheimer Case“
JAMES BOND: Der Mann mit dem goldenen Colt (GB 1974, R.: Guy Hamilton)
Drehbuch: Richard Maibaum, Tom Mankiewicz
LV: Ian Fleming: The man with the golden gun, 1965 (007 James Bond und der Mann mit dem goldenen Colt, 007 James Bond und der goldene Colt)
Zweiter Einsatz von Roger Moore als Geheimagent ihrer Majestät. Sein Gegner ist Christopher Lee, der ein Profi-Killer (ungefähr das einzige aus dem letzten Bond-Buch übernommene Detail) spielt, der die Weltherrschaft will.
Das ist der Bond mit dem Auto-Spiralsprung. Oh, und Lees Auto verwandelt sich in ein Flugzeug.
Einer der unbestrittenen Tiefpunkte der Bond-Serie.
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Das Vierte, 18.25
Der Hund von Baskerville (GB 1959, R.: Terence Fisher)
Drehbuch: Peter Bryan
LV: Arthur Conan Doyle: The hound of the Baskervilles, 1902 (Der Hund von Baskerville)
1889, Baskerville Hall: Sir Henry fürchtet um sein Leben und bittet Sherlock Holmes um Hilfe.
Die „Hammer“-Studios nehmen sich Sherlock Holmes vor.
Während Alligator-Alfred gegen die tödlichen Killerviren aus der dritten Dimension kämpft (Gute Besserung!), gibt es hier die Verfilmungen von Kriminalromanen:
RBB, 14.30
Sittenpolizei (USA 1953, R.: Arnold Laven)
Drehbuch: Lawrence Roman
LV: Leslie T. White: Harness Bull, 1937
Polizist Barnaby jagt zwei Polizistenmörder.
Polizeikrimi, der sich um eine realistische Schilderung des Polizeialltags bemüht.
Leslie T. White war Ermittler für das Los Angeles County District Attorney’s Office. Er schrieb das autobiographische „Me, Detective“ (1936), „Homicide“ und Geschichten für Pulp-Magazine.
Mit Edward G. Robinson, Paulette Goddard, Lee Van Cleef
Auch bekannt unter dem Titel “Polizeichef B”
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Kabel 1, 20.15
JAMES BOND: Der Mann mit dem goldenen Colt (GB 1974, R.: Guy Hamilton)
Drehbuch: Richard Maibaum, Tom Mankiewicz
LV: Ian Fleming: The man with the golden gun, 1965 (007 James Bond und der Mann mit dem goldenen Colt, 007 James Bond und der goldene Colt)
Zweiter Einsatz von Roger Moore als Geheimagent ihrer Majestät. Sein Gegner ist Christopher Lee, der ein Profi-Killer (ungefähr das einzige aus dem letzten Bond-Buch übernommene Detail) spielt, der die Weltherrschaft will.
Das ist der Bond mit dem Auto-Spiralsprung. Oh, und Lees Auto verwandelt sich in ein Flugzeug.
Einer der unbestrittenen Tiefpunkte der Bond-Serie.
Im Anschluss: Die Akte 007 – Wer war James Bond wirklich? (Doku über Ian Fleming)
Wiederholung: Sonntag, 15. März, 17.50 Uhr
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ARD, 00.20 (Teil 1)
ARD, 01.55 (Teil 2)
Håkan Nesser: Die Frau mit dem Muttermal (S 2001, R.: Martin Asphaug)
Drehbuch: Ulf Ryberg
LV: Håkan Nesser: Kvinna med födelsemärke, 1996 (Die Frau mit dem Muttermal)
Eine Frau bringt Männer um. Kommissar Van Veeterens Ermittlungen führen zu einer Liste mit dreißig weiteren potenziellen Opfern.
TV-Premiere einer zweiteiligen Nesser-Verfilmung zu nächtlicher Stunde.
Nach „Tannöd“ dürfte der bayerische Einödhöf Hinterkaifeck und der dort 1922 stattgefundene sechsfache Mord deutschlandweit bekannt sein. Aber „Hinter Kaifeck“ basiert nicht auf Schenkels Roman. Die Verfilmung kommt erste gegen Jahresende ins Kino. Der jetzt gestartete Film basiert – irgendwie – auf den Recherchen von Peter Leuschner und seinen Büchern dazu.
Fotograf Marc soll Aufnahmen für einen Bildband machen. In einem Gasthof wird er von Visionen von dem Mord geplagt. Er will herausfinden, ob er gaga wird oder seine Beziehung zu dem damaligen Mord aufklären kann.
Mystery-Thriller by the numbers mit einem abschreckendem Trailer. „Die Elemente, die den schwarzen Reiz des ungeklärten Massakers auf dem Einödhof ausmachen – sie sind alle da, doch sie fügen sich nicht zur bayerischen Familientragödie, sondern nur zu deren überregional bereinigter Kolportage-Version.“ (Alexandra Seitz, tip 6/2009)
Mit Benno Fürmann, Alexandra Maria Lara, Henry Stange, Michael Gwisdek
Die drei Tage des Condor (USA 1975, R.: Sydney Pollack)
Drehbuch: Lorenz Semple jr., David Rayfield
LV: James Grady: Six days of the Condor, 1974 (Die sechs Tage des Condor)
Joe Turner ist ein Büromensch und Angestellter der CIA. Als er nach einem Einkauf in das Büro zurückkommt sind seine Kollegen tot und er wird gejagt. Von den eigenen Leuten, wie Turner schnell herausfindet. Turner kämpft um sein Leben.
Der spannende (und schon lange nicht mehr gezeigte) Thriller entstand unmittelbar nach der Watergate-Affäre und fing – wie einige andere fast zeitgleich entstandene Filme – die damalige Atmosphäre von Misstrauen und Paranoia gut ein.
Mit Robert Redford, Faye Dunaway, Cliff Robertson, Max von Sydow
Mit „Killing Game“ legte Charlie Huston nach der abgefeierten Trilogie um den sympathischen Looser Hank Thompson und der noch laufenden Vampirserie mit Privatdetektiv Joe Pitt sein erstes Einzelwerk vor, das trotz seiner jugendlichen Helden kein Jugendbuch ist.
Wie meistens beginnt die Geschichte harmlos. Andys Fahrrad wird von den kriminellen Arroyo-Brüdern geklaut. Weil er keinen Ärger mit seinem Vater bekommen will, versuchen Andy und seine drei Freunde Paul, Hector und George das Fahrrad wieder zu bekommen. Sie brechen in das Haus der Gang ein und finden dort neben dem Fahrrad auch Geld, Drogen und eine Drogenküche. Das Geld und die Drogen nehmen sie mit. Die Küche verpfeifen sie an die Polizei. Die nimmt die Brüder fest und die Jungs könnten sich in aller Ruhe dem Verticken der Drogen widmen, wenn nicht der Besitzer der Drogen, die Arroyo-Brüder und die Eltern der vier Jungs andere Pläne hätten.
Nachdem Huston mit dem Fahrraddiebstahl, einer Schlägerei zwischen den beiden Banden und schließlich dem Diebstahl der Drogen den zentralen Konflikt etabliert hat, lässt er sich viel Zeit. Er erzählt authentisch von dem Leben der Jungs in den frühen Achtzigern in Kalifornien kurz vor dem Schulabschluss. Sie rasen mit ihren Fahrrädern durch die Gegend, hätten dafür viel lieber ein Auto, reden über Musik und Mädchen, spielen „Dungeons & Dragons“ in der von Andy verbesserten Version, verstehen sich nicht mit ihren Eltern und finden das Leben als Outlaws grandios. Sie versuchen die Drogen an einen älteren Kleingangster zu verkaufen und schaufeln dabei unwissentlich ihr eigenes Grab. Neben den vier Jugendlichen erzählt Charlie Huston auch von dem Leben ihrer Eltern und der in den kleinstädtischen Drogenhandel verwickelten Menschen. Erst nach der Mitte der Geschichte treffen die verschiedenen Charaktere in einem deutlich von den Post-Tarantino-Filmen inspirierten Strudel von Gewalt und Tod, bei dem Andy, Paul, Hector und George ziemlich alt aussehen, aufeinander.
Diese Diskrepanz zwischen den beiden Hälften ist, neben der irreführenden Werbung nach der „Killing Game“ ein Thriller ist, das Problem des Romans. Während Huston im ersten Teil von dem letzten Sommer seiner vier Jugendlichen erzählt, ist der zweite Teil eine sich blutig und tödlich entwickelnde Studie menschlicher Dummheit, die ein vollkommen anderes Publikum als der erste Teil anspricht.
In diesem Moment wird auch deutlich, warum kein Charakter zur Identifikation einlädt oder als Protagonist aufgebaut wurde. Denn dieser Charakter darf, falls überhaupt, erst am Ende der Geschichte sterben. Andy, der Bücherwurm der Clique und damit der potentielle Sympathieträger (Immerhin wird sein Fahrrad geklaut!), ist von Gewaltphantasien und Minderwertigkeitskomplexen geplagt. Er ist der Vorzeigekandidat für einen Amoklauf. Die Jugendlichen würden zehn Jahre später als Slacker durchgehen. Die Erwachsenen sind alle entweder jetzt oder früher in Verbrechen verwickelt und, wenn sie heute ehrlich leben, unzufrieden mit ihrem Leben. Sie sind alle, in verschiedenen Graden, abstoßend und, wie der lokale Drogenkönig Geezer, dumm. Charlie Huston tut in „Killing Game“ nichts, um sie in ein falsches besseres Licht zu stellen. Sie sind Kleinkriminelle und vom Leben enttäuschte Eltern, die, auch wenn sie es versuchen, nicht die „Eltern des Jahres“ sind.
„Killing Game“ ist ein in einem nüchternen No-Nonsense-Stil geschriebener Entwicklungsroman für Erwachsene, der sich oft wie die Vorlage für eine brutale, schwarzhumorige, fragmentiert erzählte Hollywood-Gaunerkomödie, à la „Spun“, „Running Scared“, „Bube, Dame, König, Gras“ oder „Snatch“, liest. Bei Charlie Huston gibt es allerdings keine billigen Lacher.