Vor den Oscars sind die Razzies

Februar 23, 2009

Bevor die Branche sich mit viel Tamtam feiert, gibt es die Razzies (Goldene Himbeere). Sie werden für außergewöhnlich schlechte Leistungen vergeben. Die diesjährigen Gewinner sind:

Worst Picture

The Love Guru (“Der Love Guru”)

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Worst Actor

Mike Myers (in “The Love Guru”)

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Worst Actress

Paris Hilton (in “The Hottie and the Nottie” – ein Werk, das dem deutschen Publikum vorenthalten wird.)

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Worst Supporting Actress

Paris Hilton (in “Repo: The Genetic Opera” – ein Werk, das dem deutschen Publikum abseits des Fantasy Filmfests vorenthalten wird.)

–

Worst Supporting Actor

Pierce Brosnan (in “Mamma Mia!” – Was kann bei Abba schon schiefgehen?)

–

Worst Screen Couple

Paris Hilton

Und/Oder

Christine Lakin

Oder

Joel David Moore (in “The Hottie and the Nottie”)

–

Worst Prequel,Remake, Rip-off or Sequel (Combined Category for 2008)

Indiana Jones and The Kingdom of The Crystal Skull (Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels – Yeah, volle Zustimmung!)

–

Worst Director

Uwe Boll

(für “1968: Tunnel Rats”, “In The Name of The King: A Dungeon Siege Tale” [Schwerter des Königs – Dungeon Siege] und “Postal”)

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Worst Screenplay

The Love Guru (geschrieben von Mike Myers & Graham Gordy)

–

Worst Career Achievement

Uwe Boll

(Germany’s Answer to Ed Wood)

–

Na, da hat unser Uwe ja mächtig abgeräumt und sogar in jungen Jahren bereits einen Preis für sein Lebenswerk erhalten. Ab jetzt kann es nur noch abwärts gehen, was aus Razzie-Sicht bedeutet, dass seine künftigen Filme von den Kritikern gelobt werden, die Drehbücher gut sind, die Regie auch und dass die Menschen Schlange stehen um das neue Boll-Werk zu bewundern.

Jedenfalls: Herzlichen Glückwunsch an alle Gewinner!


TV-Tipp für den 22. Februar: Oscar 2009

Februar 22, 2009

Pro7, 02.00

Oscar 2009 – Die Academy Awards – live aus L. A.

And the Oscar goes to…

Nachteulen sind live dabei, wenn Hugh Jackman durch den Abend (Nacht?) führt. Die anderen können später die Liste der Gewinner auf der Oscar-Homepage oder auch hier nachlesen.

Bereits ab 01.00 Uhr stimmt Pro7 mit Vorberichten und Bildern vom roten Teppich (bei Pro7 heißt er „red! Carpet“ und Annemarie Warnkross plappert) auf die kommenden Ereignisse ein.

Mein Tipp für den besten Film des Jahres: „Der seltsame Fall des Benjamin Button“. Ein starbesetztes, gut dreistündiges Biopic; – was kann da schiefgehen? „Slumdog Millionaire“ wird wohl den Regie- und/oder Drehbuch-Oscar erhalten.

–

Nachtrag 23. Februar: Upps, Slumdog räumt die Preise ab und für Benjamin Button bleiben nur noch die Trostpreise (Bestes Makeup?). Die Gewinner:

Best Motion Picture of the Year

Slumdog Millionaire (2008): Christian Colson

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Best Performance by an Actor in a Leading Role

Sean Penn für Milk (2008/I)

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Best Performance by an Actress in a Leading Role

Kate Winslet für The Reader (2008)

–

Best Performance by an Actor in a Supporting Role

Heath Ledger für The Dark Knight (2008)

–

Best Performance by an Actress in a Supporting Role

Penélope Cruz für Vicky Cristina Barcelona (2008)

–

Best Achievement in Directing

Danny Boyle für Slumdog Millionaire (2008)

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Best Writing, Screenplay Written Directly for the Screen

Milk (2008/I): Dustin Lance Black

–

Best Writing, Screenplay Based on Material Previously Produced or Published

Slumdog Millionaire (2008): Simon Beaufoy

–

Best Achievement in Cinematography

Slumdog Millionaire (2008): Anthony Dod Mantle

–

Best Achievement in Editing

Slumdog Millionaire (2008): Chris Dickens

–

Best Achievement in Art Direction

The Curious Case of Benjamin Button (2008): Donald Graham Burt, Victor J. Zolfo

–

Best Achievement in Costume Design

The Duchess (2008): Michael O’Connor

–

Best Achievement in Makeup

The Curious Case of Benjamin Button (2008): Greg Cannom

–

Best Achievement in Music Written for Motion Pictures, Original Score

Slumdog Millionaire (2008): A.R. Rahman

–

Best Achievement in Music Written for Motion Pictures, Original Song

Slumdog Millionaire (2008): A.R. Rahman, Sampooran Singh Gulzar (”Jai Ho”)

–

Best Achievement in Sound

Slumdog Millionaire (2008): Ian Tapp, Richard Pryke, Resul Pookutty

–

Best Achievement in Sound Editing

The Dark Knight (2008): Richard King

–

Best Achievement in Visual Effects

The Curious Case of Benjamin Button (2008): Eric Barba, Steve Preeg, Burt Dalton, Craig Barron

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Best Animated Feature Film of the Year

WALL·E (2008): Andrew Stanton

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Best Foreign Language Film of the Year

Okuribito (2008) (Japan)

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Best Documentary, Features

Man on Wire (2008): James Marsh, Simon Chinn

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Best Documentary, Short Subjects

Smile Pinki (2008): Megan Mylan

–

Best Short Film, Animated

Maison en petits cubes, La (2008): Kunio Katô

–

Best Short Film, Live Action

Spielzeugland (2007): Jochen Alexander Freydank

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Herzlichen Glückwunsch an alle Gewinner!

Eine Liste mit allen Gewinnern und Nominierten gibt es hier.


TV-Tipp für den 21. Februar: Nach eigenen Regeln

Februar 21, 2009

ARD, 23.40

Nach eigenen Regeln (USA 1996, R.: Lee Tamahori)

Drehbuch: Pete Dexter (nach einer Geschichte von Pete Dexter und Floyd Mutrux)

LA, fünfziger Jahre: Cop Hoover und seine Einheit sorgen wenig zimperlich für Ordnung. Als eine Bekannte von Hoover ermordet wird, stoßen sie auf einen politischen Skandal.

Natürlich erinnert vieles an die Schwarze Serie und „Chinatown“. Aber trotzdem ist „Nach eigenen Regeln“ ein unterhaltsames Period-Picture mit Starbesetzung.

Mit Nick Nolte, Chazz Palminteri, Melanie Griffith, Michael Madsen, Chris Penn, Treat Williams, Jennifer Connelly, Daniel Baldwin, Andrew McCarthy, John Malkovich, Ed Lauter, Aaron Neville (Musiker), Bruce Dern (ungenannt), Louise Fletcher (ungenannt), Rob Lowe (ungenannt), William L. Petersen (ungenannt)

Hinweis

Krimi-Couch über Pete Dexter

Powell’s Books: Interview mit Peter Dexter über „Train“

Meine Besprechung von Pete Dexters „Train“ (Train, 2003)


John Rain besucht Japan

Februar 20, 2009

eisler-riskante-ruckkehr

Der eiskalte Killer John Rain entwickelt in Barry Eislers neuem Roman „Riskante Rückkehr“ Vatergefühle. Rain erfährt, dass seine frühere Geliebte Midori Kawamura von ihm einen Sohn hat. Die Jazzpianistin lebt in New York und wird dort von Handlangern des Yakuza-Chefs Yamaoto Toshi bewacht. Yamaoto hofft, dass John Rain irgendwann sein Kind sehen will und er ihn dann für seine früheren, in den vorherigen John-Rain-Thrillern erzählten, Taten bestrafen kann. Rain weiß natürlich, in welche Gefahr er Midori, sein Kind und sich bringt, wenn Yamaotos Männer ihn erwischen. Dennoch will Rain sie sehen.

Zusammen mit seinem Freund Dox, einem Ex-Marine und Scharfschützen, als Bodyguard macht er sich auf den Weg nach Manhattan. Gleich nach dem ersten Treffen mit Midori wird Rain entdeckt. Es gibt zwei Tote. Danach kehrt John Rain nach Japan zurück. Denn es gibt nur einen Weg, das Leben von Midori und seinem Sohn zu schützen. Er muss Yamaoto unschädlich machen.

Der fünfte John-Rain-Thriller „Riskante Rückkehr“ von Barry Eisler ist eines dieser zwiespältigen Bücher, die sich einerseits schnell lesen lassen, aber andererseits immer den Eindruck hinterlassen, dass der Autor mehr kann. Denn die Charaktere sind entweder gut oder böse und die großen Überraschungen, immerhin ist „Riskante Rückkehr“ ein Thriller, bleiben aus. Die Geschichte marschiert, wie in einem B-Picture oder Western, geradlinig, mit vielen schnell aufeinander folgenden Action-Szenen und einigen gefühlvollen Einlagen, auf die letzte Konfrontation zwischen den beiden verfeindeten Männern zu. Doch während Yamaoto durch seinen Hass auf Rain gut motiviert ist, verhält John Rain sich doch sehr unvorsichtig und, als ein auf seine Autonomie bedachter Mann, lässt er sich nur allzu willig zur Marionette von seinem alten, im Sterben liegendem Freund Tatsu Ishikura machen. Dass dann einige seiner Aktionen schlecht geplant sind, dient zwar der Spannung (Wie kann Rain die Situation meistern? Was wird schief gehen?), ist aber auch nicht besonders glaubwürdig.

Letztendlich ist Barry Eislers „Riskante Rückkehr“ ein eskapistisches Abenteuer, bei dem der Held am Ende etwas akzeptiert, was wir Leser schon von der ersten Zeile wussten. Nämlich dass Rain ein geborener Killer ist und es immer bleiben wird.

In der deutschen Ausgabe gibt es im Anhang eine Chronologie der John-Rain-Romane, eine Liste der zehn besten Bars, Coffeeshops, Jazzclubs und Restaurants in Tokio, Rains Top Ten Jazz-Interpreten, die Sie vielleicht noch nicht kennen (Eine ziemlich ungewöhnliche Auswahl.) und eine Liste der Top Ten Single Malts.

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Barry Eisler: Riskante Rückkehr

(übersetzt von Ulrike Wasel und Klaus Timmermann)

Fischer Taschenbuch Verlag, 2009

368 Seiten

8,95 Euro

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Originalausgabe

The last Assassin

Penguin Putnam, 2006

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Hinweise

Homepage von Barry Eisler

Blog von Barry Eisler

Evolver: Martin Compart über Barry Eisler und die John-Rain-Romane


Neu im Kino: Der Kochenmann, 96 Hours

Februar 20, 2009

Der Knochenmann (Aus 2009)

Regie: Wolfgang Murnberger

Drehbuch: Josef Hader, Wolfgang Murnberger, Wolf Haas

LV: Wolf Haas: Der Knochenmann, 1997

Brenner fährt auf’s Land. Eigentlich soll er ein geleastes Auto zurückholen. Aber dann gefällt’s ihm im Wirtshaus von Löschenkohl zu gut, er verliebt sich in die Schwiegertochter des Wirts und stolpert in eine veritable Mordgeschichte. Denn der Löschenkohl wird erpresst, beseitigt seine Erpresser und muss auch auf seinen blöden, aber ambitionierten Sohn aufpassen.

Die dritte Auflage der Ösi-Variante eines Action-Films, eines Whodunit und einer Krimikomödie hat weniger bekannte Namen und weniger Lacher als „Komm, süßer Tod“ und „Silentium“. Dafür ist „Der Knochenmann“ noch desillusioniert-gemeiner in seinem Blick auf die Menschen und Josef Hader hat im Privatdetektiv Brenner die Rolle seines Lebens gefunden. Ich freue mich schon auf den vierten Brenner-Film, der hoffentlich turnusgemäß 2012 im Kino gezeigt wird.

Mit Josef Hader, Josef Bierbichler, Simon Schwarz, Birgit Minichmayr, Stipe Erceg, Christoph Luser, Dorka Gryllus

Hinweise

Homepage zum Film

Film-Zeit über „Der Knochenmann“

epd Film: Georg Seeßlen bespricht den Film (und macht sich einige Gedanken über das Genre. Lesenswert!)

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96 Hours (Taken, Frankreich 2008)

Regie: Pierre Morel

Drehbuch: Luc Besson, Robert Mark Kamen

Ein neuer Actionkracher aus der Fabrik von Luc Besson. Dieses Mal jettet ein Ex-CIA-Spezialagent nach Paris. Er will seine Tochter aus den Klauen von einigen widerwärtigen Entführern retten und nimmt dabei wenig Rücksicht auf die körperliche Unversehrtheit der Bösewichte.

Mit Liam Neeson, Maggie Grace, Famke Janssen, Leland Orser, Jon Gries

Hinweise

Französische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „96 Hours“


TV-Tipp für den 20. Februar: Der Knochenjäger

Februar 20, 2009

Pro 7, 20.15

Der Knochenjäger (USA 1999, R.: Philip Noyce)

Drehbuch: Jerome Iacone

LV: Jeffery Deaver: The bone collector, 1997 (Die Assistentin, Der Knochenjäger)

Der fast vollständig gelähmte Superdetektiv Lincoln Rhyme sucht mit seinem Assistenten, der Streifenpolizistin Amelia Donaghy, einen Serienkiller.

Nach all den Serienkiller-Filmen ist „Der Knochenjäger“ ziemlich langweilige Kost.

Mit Denzel Washington, Angelina Jolie, Ed O´Neill, Michael Rooker, Queen Latifah, Luis Guzman

Wiederholung: Sonntag, 22. Februar, 00.35 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Homepage von Jeffery Deaver

Meine Besprechung von Jeffery Deavers Kurzroman „Auf ewig“ (Forever, 2005)

Meine Besprechung von Jeffery Deavers Kurzgeschichtensammlung “Gezinkt” (More twisted, 2006)

Meine Besprechung von Jeffery Deavers „Die Menschenleserin“ (The sleeping doll, 2007)

Bonushinweis

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Die deutsche Ausgabe von Jeffery Deavers achtem Lincoln-Rhyme-Roman „Der Täuscher“ (The broken window, 2008) ist gerade erschienen. Lincoln Rhymes Cousin Arthur soll einen Mord begangen haben. Die Beweise sind perfekt. Doch als Rhyme und seine Partnerin Amelia Sachs mit den Ermittlungen beginnen, stoßen sie auf einen Killer, der die Identität von anderen Personen annimmt. Ist Arthur sein letztes Opfer?

Wer sich für das Wochenende noch nichts vorgenommen hat…


Duane Swierczynskis „Cable“ oder Der Einzelkämpfer als Babysitter

Februar 19, 2009

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Regelmäßige Besucher von Duane Swierczynskis interessantem „Secret Dead Blog“, wissen, dass er nicht nur spannende Thriller wie „Blondes Gift“ und „Letzte Order“ (die beide bei uns auf Wunsch des Verlages unter dem Pseudonym Duane Louis erschienen) schreibt, sondern inzwischen auch als Aautor für Marvel Comics seine Brötchen verdient. Er schreibt für Batman, Punisher, Moon Knight, Iron Fist und X-Men.

Bei uns erschien jetzt, als erster Einblick in sein Comic-Schaffen, der erste in sich abgeschlossene „Cable“-Band „Kriegskind“. Die Geschichte aus dem X-Men-Universum enthält in einem Buch die ersten fünf von Duane Swierczynski geschriebenen „Cable“-Hefte.

Nach dem M-Day schrumpfte die Zahl der Mutanten. Deshalb soll der zeitreisende X-Man und Soldat Nathan „Cable“ Summers das Überleben der Mutanten sichern, indem er ein neugeborenes Mutantenkind beschützt, das zum Messias der Mutanten werden soll. Cable taucht mit dem Baby im Zeitstrom unter.

Lucas Bishop verfolgt ihn. Bishop kommt aus einer faschistoiden Zukunft, in der es Konzentrationslager für Mutanten gibt. Er glaubt, dass das Baby die größte Bedrohung der Mutanten wird und will es deshalb töten.

2043 treffen sie in einem postapokalyptischen New Jersey, in dem Vigilanten die Stadt regieren, aufeinander und, wie es sich für Superhelden gehört, bleibt bei ihren Kämpfen kein Stein mehr auf dem anderen. Kollateralschäden inclusive.

Diese Kämpfe füllen die meisten Seiten der ersten fünf „Cable“-Hefte. Cable und Bishop verkloppen sich. Bishop kämpft später auch gegen Sam „Cannonball“ Guthrie. Und dazwischen bringen Cable und Bishop auch einige Menschen um. Der Rest, wie die Geschichte der X-Men und Cables menschliche Helferin Sophie Pettit und ihr Schicksal, ist nur schmückendes Beiwerk.

Swierczynski lieferte für den ersten „Cable“-Band coole Dialoge und eine witzige Grundidee. Denn ein Muskelpaket, das auf ein Baby aufpassen und Windeln wechseln muss, ist schon die halbe Miete. In „Kriegskind“ ist das Baby noch ein fast stummer Gegenstand. Das wird sich in den späteren Heften, die in den USA bereits erschienen sind, sicher ändern.

Ariel Olivetti setzte die Kämpfe und auch die ruhigen Szenen in stilvollen Zeichnungen, die an Werbebilder aus den Fünfzigern erinnern, aber dennoch einen sehr zeitgemäßen Touch haben und gelungen mit wechselnden Perspektiven und der Schärfe spielen, um.

Für die Fans von Duane Swierczynskis Romanen ist „Cable: Kriegskind“ ein okayes Werk, das mit gut umgesetzten Schlägereien prächtig unterhält. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Für die Fans des X-Men-Universums mag das natürlich ganz anders aussehen.

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Duane Swierczynski/Ariel Olivett: Cable: Kriegskind (Band 1)

(übersetzt von Michael Strittmatter)

Marvel/Panini Comics, 2009

124 Seiten

14,95 Euro

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Originalausgabe

Cable: War Child

Marvel 2008

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enthält

Cable: War Child – Chapter 1 – 5

Mai – September 2008

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Hinweise

Marvel über Cable

Secret Dead Blog von Duane Swierczynski

Meine Besprechung von Duane Louis (Swierczynskis) „Blondes Gift“ (The Blonde, 2006)


TV-Tipp für den 19. Februar: Große Meister – Leichte Beute

Februar 19, 2009

Arte, 23.35

Große Meister – Leichte Beute (D 2009, R.: Jutta Pinzler)

Drehbuch: Jutta Pinzler

Doku über den Diebstahl von wertvoller Kunst, bei dem Opfer, Händler, Fälscher und Ermittler zu Wort kommen. Artnapping ist ein Milliardengeschäft.

Wiederholungen

Sonntag, 1. März, 13.00 Uhr

Samstag, 7. März, 05.00 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Arte über die Doku

Stolen and Wanted

The Art Loss Register (zwei Verzeichnisse von gestohlener Kunst)


Ein Angebot von Agent Graves, das Sie ablehnen sollten

Februar 18, 2009

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Die Idee ist, je nach Sichtweise, entweder vollkommen beknackt oder genial. Denn in der von Autor Brian Azzarello und Zeichner Eduardo Risso erfundenen Serie „100 Bullets“ taucht ein Mann, der sich Agent Graves nennt, bei wildfremden Menschen auf und bietet ihnen eine Pistole und 100 Kugeln, die nicht zurückverfolgt werden können, an. Mit diesen Kugeln können sie sich an einem bestimmten Menschen rächen, der ihnen Leid zugefügt hat und dafür nicht bestraft wurde. Die Beweise für das Verbrechen liefert Agent Graves gleich mit.

Das beknackte ist, dass es natürlich keine Kugeln gibt, die Straffreiheit garantieren und dass es in der Wirklichkeit diese wasserdichten Beweise von Agent Graves so nicht geben kann. Das geniale ist, dass diese Grundidee es Azzarello und Risso ermöglicht, in vielen unterschiedlichen Geschichten immer wieder die Frage nach Schuld und Sühne zu stellen. In jeder Geschichte muss der Empfänger des Geschenkes sich fragen, ob eine schlimme Tat (es geht nicht immer um einen Mord) mit einem Mord vergolten werden darf. Er hat immer die Wahl zwischen Rache und Vergebung. Die dritte Möglichkeit, nämlich mit den Beweisen zur Polizei zu gehen, wurde in den ersten Geschichten der mehrfach ausgezeichneten Serie „100 Bullets“ noch nicht ausprobiert. In den USA erscheint am 18. März der hundertste und letzte Band von „100 Bullets“.

Dass Agent Graves bei seinen Missionen sein eigenes Spiel spielt und in einen größeren Kampf zwischen ihm und einer geheimen Organisation verwickelt ist, zieht sich zwar als roter Faden durch die „100 Bullets“-Geschichten, aber in dem gerade erschienenen „Alle guten Dinge“ ist das so nebensächlich, dass der dritte Sammelband der Serie (er enthält die Hefte 15 bis 19 beziehungsweise die fünfteilige Geschichte „Der Apfel fällt nicht weit vom Slum“; der fünfte Teil heißt „Epilog für einen Straßenköter“) gut als Einstieg in die düstere Welt des Teams Azzarello/Risso dienen kann.

Agent Graves geht zu dem Ghettojungen Louis „Loop“ Hughes, der noch bei seiner Mutter lebt und als Kleinkrimineller sein Geld verdient. Graves sagt ihm, wo sein Vater, der sich nie um ihn kümmerte, lebt. Und er gibt ihm den Koffer mit den 100 Kugeln. Loop macht sich, mit der geladenen Pistole, auf den Weg zu seinem Vater Curtis. Doch bevor er ihn umbringt, lässt er sich in ein Gespräch verwickeln. Curtis zieht Loop auf seine Seite und beginnt ihn als Schuldeneintreiber auszubilden. Am Ende des zweiten Heftes trifft Curtis Agent Graves und fragt ihn: „Warum haben Sie eigentlich meinen Jungen geschickt, um mich umzubringen?“

Und Agent Graves hat seinen Koffer mit dem Bild eines Verbrechers, der Pistole und den titelgebenden „100 Bullets“ bei sich. Denn: „Sie wissen, dass jeder irgendwann irgendwas getan hat, das irgendwer nicht vergeben kann. Jeder. Zum Beispiel ihr Junge…“

Brian Azzarello und Eduardo Risso erzählen in „Alle Guten Dinge“ ihre Vater-Sohn-Geschichte im kriminellen Milieu knapp, schnell, brutal, illusionslos und mit überraschenden Wendungen, die, wie es sich für eine gute Noir-Geschichte gehört, immer nur eine Richtung kennen. Es ist eine Geschichte fataler Entscheidungen, in der vor allem Vater und Sohn Hughes nur Marionetten von mächtigeren Kräften sind. Andere und das soziale Umfeld bestimmen über ihr Leben. Deshalb hat Loop am Anfang, wenn Agent Graves ihm sagt, wo er seinen Vater findet, nur scheinbar eine Wahl.

„Alle guten Dinge“, 2001 ausgezeichnet mit dem Eisner Award für „Best serialized story“, ist ein guter Einstieg in den brutalen Noir-Kosmos von „100 Bullets“ und dem coolen Agent Graves. Allerdings ist danach die Sucht nach mehr geweckt.

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Brian Azzarello/Eduardo Risso: 100 Bullets – Alle guten Dinge (Heft 3)

(übersetzt von Claudia Fliege)

Panini Comics, 2008

132 Seiten

16,95 Euro

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Originalausgabe

100 Bullets: Hang up on the Hang Low

Vertigo/DC Comics, 2001

–

enthält

100 Bullets, Heft 15 – 19

Vertigo/DC Comics, 2000/2001

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Hinweise

You Tube: Brian Azzarello redet über “100 Bullets” (Chicago, 2008)

MySpace-Seite von Brian Azzarello

Homepage von Eduardo Risso

Englische „100 Bullets“-Fanseite

Meine Besprechung von Brian Azzarello/Eduardo Rissos “Jonny Double” (Jonny Double, 2002)

Meine Besprechung von Brian Azzarello/Marcello Frusins “Loveless 1 – Blutrache” (Loveless: A Kin’ of Homecoming, 2006)


TV-Tipp für den 18. Februar: Tatort: Rache-Engel

Februar 18, 2009

Heute ist der Tipp kein Einschalt-, sondern ein Ausschalt-Tipp:

HR, 20.15

TATORT: Rache-Engel (D 2005, R.: Robert Sigl)

Drehbuch: Andreas Föhr, Thomas Letocha, Jochen Senf

Eine Stiftungsvorsitzende wird ermordet. Kommissar Palu und sein Team suchen unter fünf Verdächtigen den Täter.

Grauenhafte Abschiedsvorstellung des SR-Kommissars Max Palu. In seinen jungen Jahren war er ein erfrischend anderer Kommissar. In den letzten Jahren schlug er sich nur noch lustlos durch zunehmend schlechte Filme. Verantwortlich dafür war unter anderem auch Hauptdarsteller Jochen Senf, der einige der Drehbücher schrieb. Auch „Rache-Engel“ stammt aus der Feder des gelegentlichen Krimi-Autors.

Die Erstausstrahlung war von einem gewaltigen Kulissendonner begleitet: Zuerst war Jochen Senf lautstark in der Presse beleidigt, dass er nicht mehr Palu spielen durfte. Dann hielt er das vorliegende Drehbuch für indiskutabel und schrieb in zwei Wochen (Hey, Paul Schrader schrieb „Taxi Driver“ in fünf Tagen.) ein neues Drehbuch. Vor der Ausstrahlung regte sich „Bild“, natürlich penibelst bebildert, über eine kurze Sexszene auf. Der Sender veränderte sie vor der Ausstrahlung. Der Regisseur schrie entsetzt, man habe die gesamte Aussage seines Filmes entstellt (Hm, in welchen Spielfilmen hängt alles von einer knappen Minute in der Mitte des Films ab?).

Und das Publikum durfte einen der schlechtesten Tatorte seit langem sehen: idiotische Dialoge, absurde Szenen, sinnlose Kameraarbeit, indiskutable Schauspielerleistungen. Der „Tatort“ in heftiger Konkurrenz zu C- und D-Filmen (bei denen immerhin der Anteil von Sex und Gewalt in Ordnung ist). Leichter fiel kein Abschied.

Mit Jochen Senf, Gregor Weber, Annett Rennenberg, Alexander Held, Nikolai Kinski, René Soutendijk, Sylvester Groth

Hinweis

Ein weiterer kontroverser „Tatort“ wird vom WDR um 23.15 Uhr gezeigt: „Tote Taube in der Beethovenstraße“. Sam Fuller schrieb das Drehbuch und führte bei dem 25. „Tatort“ Regie. Als erstes schrieb er den Ermittler, Zollfahnder Kressin, aus der Geschichte heraus und inszenierte einen „Tatort“-Klassiker,


Cover der Woche

Februar 17, 2009

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TV-Krimi-Buch-Tipps online

Februar 17, 2009

Der Alligator kehrt zurück, es wird kalt und die neuen TV-Krimi-Buch-Tipps sind online:

Neben der üblichen Portion Bond, Brunetti und Poirot sind in den kommenden Tagen vor allem John Boormans John-le-Carré-Verfilmung „Der Schneider von Panama“, Joseph Sargents John-Godey-Verfilmung „Stoppt die Todesfahrt der U-Bahn 123“ (Tony Scott dreht gerade mit Denzel Washington und John Travolta ein Remake), Frank Millers „Sin City“ (Robert Rodriguez, Frank Miller und Quentin Tarantino saßen abwechselnd im Regiestuhl), Jean Renoirs Emile-Zola-Verfilmung „Bestie Mensch“, Lee Tamahoris Pete-Dexter-Verfilmung „Nach eigenen Regeln“, Boris Sagals Jonathan-Latimer-Verfilmung „Columbo: Blumen des Bösen“, Detlev Bucks Gregor-Toressnow-Verfilmung „Knallhart“ und Lars Becker meint in einer TV-Premiere „Schade um das schöne Geld“.


TV-Tipp für den 17. Februar: Bestie Mensch

Februar 17, 2009

Zum 30. Todestag von Jean Renoir (12. Februar 1979)

RBB, 22.50

Bestie Mensch (F 1939, R.: Jean Renoir)

Drehbuch: Jean Renoir

LV: Emile Zola: La bete humaine, 1890 (Der Totschläger)

Lokführer Jacques Lantier verliebt sich in die Frau des Bahnhofvorstehers Roubaud. Sie überredet Lantier ihren Gatten umzubringen.

Beeindruckendes Drama und einer der besten Filme von Jean Renoir.

André Bazin, langjähriger Freund von Renoir und Herausgeber von „Cahiers du Cinéma“, schrieb zu „Bestie Mensch“: „Insgesamt lässt sich sagen, dass Renoir den Roman an fast allen Stellen verbessert hat. Die Darstellung des technischen Milieus bleibt im Film nicht hinter der des Romans zurück, ja übertrifft sie recht häufig. Die Motivierung der Charaktere ist bei Renoir viel besser. Denn er begründet sie nicht aus der Psychologie, sondern aus einer Metaphysik des Schauspielers. Was man auf der Leinwand sieht, ist nicht die Mordlust eines Lantier, sondern die von Gabin…Insgesamt hat Renoir die Geschichte fachgerecht nach den Regeln des Kinos dramatisiert und vereinfacht, und das Ergebnis ist besser als der Roman. Man könnte fast sagen: die wenigen Schwächen des Drehbuchs sind Überbleibsel aus dem Roman.“

Mit Jean Gabin, Simone Simon, Julien Carette

Hinweise

RBB zum Film

Arte über Jean Renoir

Wikipedia über Jean Renoir

Senses of Cinema über Jean Renoir


Kleinkram: Edward Bunker, The Spirit, Elmore Leonard, Slumdog Millionaire, Noir of the Week, Blutiger Valentinstag

Februar 16, 2009

Frank Göhre schreibt über Edward Bunker (Ex-Knacki, Schriftsteller, Drehbuchautor und Schauspieler). Bunkers bekanntester Roman ist „Wilder als ein Tier“ (No Beast So Fierce/Straight Time, 1973). Er wurde mit Dustin Hoffman verfilmt. Seine bekannteste Rolle war Mr. Blue in Reservoir Dogs

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Bei Evolver beantwortet „The Spirit“ einige Fragen zu seinen ersten Auftritten und Frank Millers Verfilmung, die ihm nicht gefällt.

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Elmore Leonard erhält den diesjährigen Owen Wister Award für seine lebenslange Leistung für das Western-Genre.

Dieser Preis der Western Writers of America wird ihm am 20. Juni im National Cowboy and Western Heritage Museum in Oklahoma überreicht.

(Dank an The Rap Sheet für diese Meldung.)

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Simon Beaufoys Drehbuch zu dem hochgelobten und bereits mehrfach ausgezeichnetem neuen Danny-Boyle-Film „Slumdog Millionaire” (Fassung vom 15. August 2007, basierend auf dem Roman von Vikas Swarup) ist online.

Der deutsche Kinostart ist am 19. März.

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Der Noir of the Week ist “Die Menschenfalle” (Trapped, USA 1949). Regie führte Richard Fleischer. Das Drehbuch ist von Earl Felton und George Zuckerman.

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Und wenn Sie am Valentinstag „Blutiger Valentinstag“ (dieses Mal haben sogar die in den Film eingefügten Kalenderdaten kalendarisch gestimmt) gesehen haben, dürfen Sie bei The Terror Trap ein sehr ausführliches Interview mit Regisseur George Mihalka und eine umfangreiche Bildergalerie genießen.


TV-Tipp für den 16. Februar: Schade um das schöne Geld

Februar 16, 2009

ZDF, 20.15

Schade um das schöne Geld (D 2009, R.: Lars Becker)

Drehbuch: Lars Becker

Gewohnt hochkarätig besetzte Dorfkomödie von Lars Becker: eine Wettgemeinschaft knackt den Lotto-Jackpot und der Knatsch um das liebe Geld beginnt.

Mit Heike Makatsch, Uwe Ochsenknecht, Armin Rohde, Christian Ulmen, Cosma Shiva Hagen, Gustav Peter Wöhler, Ingo Naujoks, Catrin Striebeck, Ill-Young Kim

Hinweise

ZDF über den Film

Besprechungen im Tagespiegel und Frankfurter Rundschau

Wiesbadener Kurer: Interview mit Uwe Ochsenknecht über seine Rolle


Zitat des Tages: Das amerikanische Wesen

Februar 15, 2009

„Mit Amerika ist es das Gleiche“, fuhr er fort. „Ich meine, sieh uns doch an, ständig reden wir uns ein, wie friedliebend wir sind. ‚Wir sind ein friedliebendes Volk, wir leiben den Frieden.’ Das wird wohl auch der Grund dafür sein, warum wir fürs Militär mehr ausgeben als der Rest der Welt zusammen, warum wir über siebenhundert Militärstützpunkte in hundertdreißig Ländern haben und warum wir praktisch ununterbrochen irgendwo Krieg führen, seit wir bloß ein kleiner Haufen Kolonien waren. Mann, glaubst du, ein Marsmensch, der die Erde besucht und sagen müsste, welche Kultur die friedliebendste ist, würde auf die USA tippen? Versteh mich nicht falsch, ich will damit nicht sagen, dass das falsch wäre. Wir sind ein kriegerisches Volk, das ist unübersehbar, wir sind gut im Krieg, und das gefällt uns. Ich weiß bloß nicht, warum wir uns das nicht eingestehen können. Ich wette, wenn wir das fertigbrächten, würden die Verkaufszahlen von Psychopillen in den Keller rauschen.“

Dox zu John Rain in

Barry Eisler: Riskante Rückkehr

(The last Assassin, 2006)

Fischer Taschenbuch Verlag, 2009, S. 104


TV-Tipp für den 15. Februar: Sin City

Februar 15, 2009

Pro 7, 23.00

Sin City (USA 2005, R.: Frank Miller, Robert Rodriguez, Quentin Tarantino [special guest director])

Drehbuch: Frank Miller

LV: Frank Miller: Sin City (verfilmte Geschichten: The Hard Goodbye [1991], The Big Fat Kill [1994], That Yellow Bastard [1996], The Customer is Always Right[1994])

Ohne viele Worte (sonst wird’s ziemlich lang): Kongeniale Verfilmung einiger Geschichten aus der düsteren „Sin City“-Welt.

Mit Jessica Alba, Powers Boothe, Jude Ciccolella, Rosario Dawson, Benicio Del Toro. Josh Hartnett, Rutger Hauer, Jamie King, Michael Madsen, Frank Miller, Brittany Murphy, Clive Owen, Mickey Rourke, Nick Stahl, Bruce Willis, Elijah Wood

Wiederholung: Montag, 16. Februar, 03.20 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Sin City“

Meine Besprechung von Frank Miller/Geoff Darrows „Hard Boiled“ (Hard Boiled, 1990/1992)


TV-Tipp für den 14. Februar: Der Schneider von Panama

Februar 14, 2009

Sat.1, 00.15

Der Schneider von Panama (USA/Irl./GB 2001, R.: John Boorman)

Drehbuch: John le Carré, John Boorman, Andrew Davis

LV: John le Carré: The Tailor of Panama, 1996 (Der Schneider von Panama)

Für den britischen Geheimagenten Osnard ist Panama die Endstation, bis er den Nobelschneider Pendel kennen lernt und von ihm – gegen Geld – brisante Regierungsgeheimnisse (die vollkommen erfunden sind) anvertraut bekommt.

Köstliche und sehr britische Demontage der Spionagewelt. Mit Sicherheit viel näher an der Realität, als die Bond-Abenteuer. Brosnan zieht hier als Geheimagent sein Image durch den Kakao.

Mit Pierce Brosnan, Geoffrey Rush, Jamie Lee Curtis, Harold Pinter

Wiederholung: Sonntag, 14. Februar, 03.30 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Homepage von John le Carré

Meine Besprechung von John le Carrés „Marionetten“ (A most wanted man, 2008)

Meine Besprechung von John le Carrés „Geheime Melodie“ (The Mission Song, 2006)


Neu im Kino: The International

Februar 13, 2009

The International (The International, USA/D 2009)

Regie: Tom Tykwer

Drehbuch: Eric Warren Singer

Ein Interpol-Agent und eine New Yorker Staatsanwältin wollen eine mächtige Bank, die Krieg und Terror finanziert, zur Strecke bringen. Das ist natürlich nicht so einfach.

Eine Woche nachdem „The International“ die Berlinale eröffnete, läuft Tom Tykwers neuer Film in den Kinos an. Für Berliner wegen dem exzessiven Berlin-Shooting natürlich ein Pflichtprogramm. Bei den Kritikern stieß der Politthriller auf ein geteiltes Echo.

„Es gibt doch zurzeit nicht gerade haufenweise starke Thriller mit überzeugendem Gegenwartsbezug, die trotzdem dynamisch und intensiv sind, und die nicht angestrengt aufklärerisch oder bieder moralisierend daherkommen. Energische und trotzdem nachdenkliche Filme, deren Actionsequenzen nicht so hysterisch und ermüdend wirken, sondern klug verteilt sind. So einen Film wollte ich machen, auch aus einem gewissen Frust heraus, dass es in den letzten Jahren nur ganz wenige Vorbilder gab, an denen man sich hätte orientieren können. (…) Unser Film ist auch eine Reminiszenz an die klassischen Polit-Thriller aus den Siebzigerjahren, wo die Idee eines geheimen Systems innerhalb der offiziellen Dienste sehr verbreitet war. (…) Dieses Element des Paranoia-Thrillers wollten wir aufnehmen und in die Gegenwart führen.“ (Tom Tykwer, Berliner Zeitung 31. Januar/1. Februar 2009)

Mit Clive Owen, Naomi Watts, Armin Müller-Stahl, Brian F. O’Byrne

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „The International“

Rotten Tomatoes über „The International“


TV-Tipp für den 13. Februar: Als die Polizei noch im Käfer kam

Februar 13, 2009

WDR, 20.15

Als die Polizei im Käfer kam – Blaulichtgeschichten aus NRW (D 2008, R.: Lothar Schröder)

Drehbuch: Lothar Schröder

Früher war alles besser. Zum Beispiel bei der Polizei. Die Ausrüstung war top. Sie hatten einen VW Käfer für die Ganovenjagd. Und wenn der gerade nicht ansprang, dann wurde die Straßenbahn genommen. Holzknüppel waren reguläre Einsatzwaffen, damals gegen mit Pistolen bewaffnete Verbrecher, später gegen Demonstranten (aber das ist eine andere Geschichte). Ja, damals in den Fünfzigern war die Welt noch in Ordnung.

Und heute erfahren wir Nachgeborenen, anhand von Interviews und Archivbildern, wie die bundesdeutsche Polizei aufgebaut wurde.

Die aktuellen Meldungen über reparaturbedürftige Autos, privat gekaufte Handys, Laptops und Schutzwesten, und den digitalen Polizeifunk können Sie in der Tageszeitung ihres Vertrauens lesen.

Wiederholung: Montag, 16. Februar, 14.15 Uhr

Hinweis

WDR zur Doku