Cover der Woche

März 3, 2009

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Kleinkram: Vom Big Thrill über Western und Filme hin zu einem Geheimnis

März 3, 2009

Die März-Ausgabe von The Big Thrill, dem Magazin der ITW ist online mit Vorstellungen und Interviews zu den neuen Büchern von David Hewson, Raymond Benson, Barry Eisler (sein erster Standalone), Roger Smith, Michael Robotham,

Jonathan Kellerman und Gregg Olsen, um nur einige der bekannten Namen zu nennen.

Einige Zitate aus den Interviews:

Hewsons normaler Tag:Get up around seven, walk dog, do email, edit, write, write, write, walk dog, take break, nap, write, write, write, edit, quick beer with normal human beings, eat, sleep.

Eisler über seine literarischen Vorbilder: „I love Trevanian, whose killers Nicolai Hel (in Shibumi) and Jonathan Hemlock (in The Eiger Sanction and The Loo Sanction) are sympathetic in part because they are superior human beings–superior in intellect, taste, and culture. Andrew Vachss, with his dark, gritty Burke novels and hard-boiled atmosphere, has also been an influence. Pat Conroy and Dave Gutterson have inspired me with the lyricism of their prose. The cadences and imagery of T.S. Eliot and Cormac McCarthy are certainly influences, as well. Stephen King has inspired me with his humor and honesty, and his admonition that the author’s job is to tell the truth.“

Kellerman: To my mind, all good fiction needs a strong degree of mystery, in that the reader has to be sufficiently curious to turn the page.  Crime novels, or whatever you choose to call them, use murder and such as propellants.

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The Cold Spot Tom Piccirilli sagt „Fuck Outlining“ und einige seiner Kollegen sehen das ähnlich.

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Englischsprachige Western-Fans müssen die kommenden Wochen öfters bei The Tainted Archive vorbeischauen. Dort wird in vier Teilen der Black-Horse-Western „The Sheriff and the Widow“ von Chap O’Keefe veröffentlicht. Ich kenne das Teil zwar nicht, aber wenn alte Ausgaben für 90 Pfund bei Ebay verkauft werden, kann bei einem kostenlosen Download doch nichts falsch gemacht werden.

Zur Einstimmung gibt’s den Covertext:

As dangerous as unstable dynamite . . . That was Sheriff Ross Kemp’s assessment of Jessica Blackwood. She was darkly beautiful with flirting amber eyes, and she was married to the richest rancher around. Kemp was no sucker. He stayed out of Jessica’s cheating games. But mysterious notes, a bizarre accusation and the bushwhack murder of her madly jealous husband shoved him into the biggest trouble of his life.

Tried and convicted on a trumped-up charge, Kemp was sentenced to ten years of living hell in the state pen. His only hope of being saved was by trusting Jessica’s lovely, unspoilt stepdaughter, Ellen. But as she began to uncover the truth, so she fell into deadly danger from Orson Rymer, gambler and blackmailer, and Snake McClay, evil-minded gunslick. It looked as if justice would never be done!

Und direkt zum ersten Teil.

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Es gibt immer mehr Filme, die im Netz legal kostenlos gesehen werden können. Maxdome hat die kostenlose Sektion erweitert. Aber oft ist es nur die erste Folge einer Serie, wie „Alles außer Mord“, „Deadline“, „Blackout“, „Der Bulle von Tölz“, „Der Elefant“, „GSG 9“, „SK Kölsch“ und „Blond, Eva Blond“ (Die war gut!) gratis.

Da ist Videoload schon besser. Neben den üblichen gut abgehangenen (und oft nicht sonderlich interessanten) Spielfilmen gibt es auch einige Perlen und Serien, wie „Little Britain“ (BBC), „Gun – Kaliber .45“ und, demnächst, die BBC-Serien „Dr. Who“, „Spooks“ und „Extras“.

Bei den Filmen ist für uns natürlich die meist nur nachmitternächtlich gezeigte James-Ellroy-Verfilmung „Brown’s Requiem“ interessant. Aber „B. Monkey“, „Cypher“, „Freeway“ und „Rush Hour“ kann man durchaus anklicken.

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Wer es dagegen mehr mit dem geschriebenen Wort hat, aber vom Film nicht lassen kann, sollte mal bei MyMovieScript vorbeischauen und in der großen Auswahl von Drehbüchern und Treatments stöbern.

Alternativ kann die Internet Movie Script Database (IMSDb) besucht werden. Da sind allerdings viele (alle?) Drehbücher html-Dateien.

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Oder lässt sich von Drehbuchautor William C. Martell ein Drehbuch-Geheimnis verraten. Zum Beispiel warum der vierte Indiana-Jones-Film nicht so gut ist:

Eventually Indy is dumped by Russians Agents in that 1950s town full of mannequins from the remake of THE HILLS HAVE EYES, and we know what that means. Soon they will test a nuclear weapon, and Indy will be toast. So what does our hero do? Indy runs around the town pointlessly for about five minutes. He runs left for a while, then runs right for a while, then runs some other way for a while. He isn’t running *to* anywhere and he also isn’t getting away from the town… he’s just running around like a chicken with its head cut off. In a pointless panic. Not making any progress – because there is no plan that we can see and no plan he can see. That makes the *scene* pointless and boring. Okay, imagine our hero trapped in a nuclear test site – and it’s boring! (…)

Make sure your protagonist always has a plan – and when that fails, they come up with a new plan. The problem isn’t having plans that fail, it’s having no plan at all. A man without a plan is a stalled story… or a story stalling for time. No plan means no chance to fail… and no chance to succeed – just stuff happening that wr don’t care about. When Indiana Jones is running around pointlessly – without plan or purpose – we lose respect for him… and don’t care whether he finds that lead lined refrigerator or not.

Diesen Tipp hätte Andrea Maria Schenkel sich beim Schreiben von “Bunker” an die Wand heften sollen.


TV-Tipp für den 3. März: Starkey

März 3, 2009

NDR, 00.30

Starkey (GB/Irl/F 1998, R.: David Caffrey)

Drehbuch: Colin Bateman

LV: Colin Bateman: Divorcing Jack, 1995 (Eine Nonne war sie nicht)

Journalist Starkey hat mal wieder einen über den Durst getrunken und erwacht neben einer Ermordeten. Die Polizei hält ihn für den Mörder und verschiedene Terroristen- und Gangstergruppen jagen ihn.

Ziemlich durchgeknallter Politthriller, der in seinen besten Momenten etwas vom Wahnsinn des Krieges in Nordirland zeigt. Aber meisten eher leidlich komisch zwischen den verschiedenen Genres schwankt. Irgendwie ist das Buch, ausgezeichnet mit dem Betty-Trask-Preis (kein Krimipreis, aber so Bateman auf seiner Homepage ein gut dotierter Preis) und „eine Kreuzung von Marx Brothers und Frederick Forsyth“ (Sunday Press), besser.

„The thing about Divorcing Jack is that it probably reflects, although it is in some ways a surreal movie with so much going on in it, but it does pretty much reflect the craziness of things here and how funny things can be.“ (Colin Bateman)

Mit David Thewlis, Rachel Griffiths, Robert Lindsay, Jason Isaacs, Richart Gant

Hinweis

Homepage von Colin Bateman

eFilmCritic: Interview mit Colin Bateman zu „Divorcing Jack“


Sleeper 2: Agent Carver will aussteigen

März 2, 2009

brubaker-sleeper-2-die-schlinge-zieht-sich-zu

„Die Schlinge zieht sich zu“ von Autor Ed Brubaker und Zeichner Sean Phillips ist die fulminante Fortsetzung des ersten „Sleeper“-Bandes „Das Schaf im Wolfspelz“. Am Ende des ersten Bandes saß Undercover-Agent Holden Carver mächtig in der Patsche. Es war ihm zwar gelungen in dem weltumspannenden Gangstersyndikat von Tao bis ganz nach oben zu steigen. Dieser Aufstieg konnte gelingen, weil im Geheimdienst nur sein Vorgesetzter John Lynch von dem Einsatz wusste. Doch Lynch liegt im Koma und Tao sucht, nach einem fehlgeschlagenen Coup, den Spitzel in den eigenen Reihen. Carvers Lebenserwartung tendiert gegen Null.

Deshalb möchte Carver aussteigen. Doch das scheint unmöglich, bis er am Anfang von „Die Schlinge zieht sich zu“ auf dem Weg zu seiner Wohnung das Signal von Lynch für ein gemeinsames Treffen entdeckt. Dort wird er von Sir Malcolm Jones, einem britischen Agenten im Ruhestand, erwartet. Jones sagt ihm, dass es einen Weg zurück gibt. Lynch hat in einer Akte die Hintergründe des Undercover-Einsatzes aufgeschrieben. Gemeinsam beginnen sie mit den Vorbereitungen für Carvers Ausstieg.

Allerdings erfährt auch Tao über einen CIA-Agenten, dass der sich in seiner Nähe befindende, immer noch unbekannte Undercover-Agent aussteigen will.

Die Jagd auf Carver ist eröffnet, – mit ihm als Jäger und Gejagtem.

Ed Brubaker und Sean Phillips schildern in „Die Schlinge zieht sich zu“ nicht nur die Jagd auf den Verräter in den eigenen Reihen, sondern auch die zunehmend aussichtslos erscheinenden Bemühungen von Carver, der aussteigen will. Denn jeder Schritt, der ihn näher an seinen Ausstieg aus dem Gangstersyndikat und zurück zu seinem alten Leben (was auch immer das war) bringt, bringt ihn auch immer mehr in Gefahr. Diese Geschichte einer Menschenjagd würde allein schon, wenn sie nach den gängigen Regeln der Dramaturgie erzählt wird, für eine spannende Lektüre sorgen. Aber Brubaker und Phillips rücken, ohne die actionreiche Handlung zu vernachlässigen, den Gewissenskonflikt von Carver immer mehr in den Mittelpunkt. Denn Carver ist ein Noir-Held, der im falschen Leben gefangen ist. Er will etwas Gutes tun, indem er einen Gangsterboss zur Strecke bringt. Dafür muss er seine neuen Freunde und seine Geliebte verraten. Er muss Menschen, die oft auf der richtigen Seite des Gesetzes stehen, umbringen. Er muss das Leben eines Verbrechers führen, ohne einer zu sein. Er wird vom Geheimdienst gefangen genommen und an einem geheimen Ort gefoltert, weil sie ihn für einen Verbrecher halten. In dieser Welt der sich verschiebenden Grenzen und der ständigen Umkehrung von Gut und Böse, Vertrauen und Misstrauen, ist es nur eine ironische Volte, dass Carver von Tao befreit wird.

In der Noir-Welt von Ed Brubaker gibt es in „Die Schlinge zieht sich zu“ für den Undercover-Agenten Carver keine Erlösung und keine Antwort auf die Frage, wie er mit den widerstreitenden Verpflichtungen umgehen kann. Jedenfalls noch nicht.

Dafür endet der zweite „Sleeper“-Band mit einem grandiosen Cliffhanger, der für den dritten, für April angekündigten „Sleeper“-Band „Die Gretchenfrage“ weitere spannende Lesestunden verspricht.

Der dritte „Criminal“-Band „Gragbesang“, ebenfalls von dem Team Brubaker/Phillips, ist für Ende April angekündigt.

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Ed Brubaker/Sean Phillips: Sleeper 2: Die Schlinge zieht sich zu

(übersetzt von Maria Morlock)

Cross Cult, 2009

144 Seiten

19,80 Euro

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Originalausgabe

Sleeper 2: All false moves

DC Comics 2004

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Enthält

Sleeper 7 – 12

CD Comics 2003/2004

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Hinweise

Homepage von Ed Brubaker

Blog von Sean Phillips

Ed Brubaker/Sean Phillips: Criminal 1 – Feigling, 2008 (Criminal 1: Coward, 2007)

Ed Brubaker/Sean Phillips: Criminal 2 – Blutsbande, 2008 (Criminal 2: Lawless, 2007)

Ed Brubaker/Colin Wilson: Point Blank, 2008 (Point Blank, 2003)

Ed Brubaker/Sean Phillips: Sleeper 1 – Das Schaf im Wolfspelz, 2008 (Sleeper: Out in the cold, 2003)


TV-Tipp für den 2. März: Terroristenjagd im Sauerland

März 2, 2009

ARD, 21.00

Terroristenjagd im Sauerland – Wie das BKA ein Blutbad verhinderte (D 2009, R.: Peter Gerhardt, Ahmet Senyurt)

Drehbuch: Peter Gerhardt, Ahmet Senyurt

45-minütige Doku über die als Sauerland-Zelle bekannt gewordenen Fritz Gelowicz, Daniel Schneider und Adem Yilmaz. Die Doku versucht herauszufinden, warum drei deutsche Jungs (Yilmaz hat zwar eine türkischen Pass, wuchs aber in Hessen auf) zu Islamisten wurden, die in Deutschland einen verheerenden Anschlag planten, und zeichnet die Ermittlungen der Polizei, die zur Verhaftung der Drei am 4. September 2007 führte, nach.

Wiederholung: Dienstag, 3. März, 03.50 Uhr (Taggenau! – danach wahrscheinlich in der Mediathek, den dritten Programmen und den Spartensendern, wie Phönix)

Hinweis

ADR über die Doku (wenig informativ und ohne Links; Hey, hat das Erste nicht eine gut ausgebaute Nachrichtenredaktion, die einige Berichte über die Sauerland-Zelle archiviert hat?)


TV-Tipp für den 1. März: Misery

Februar 28, 2009

Kabel 1, 00.00

Stephen King’s Misery (USA 1990, R.: Rob Reiner)

Drehbuch: William Goldman

LV: Stephen King: Misery, 1987 (Sie)

Des Schriftstellers Alptraum (hilflos ans Bett gefesselt in den Händen eines fanatischen Fans), des Zuschauers Vergnügen. Eine der besten Verfilmungen des Grandmasters der Mystery Writers of America.

Kathy Bates erhielt für ihre furchterregende Darstellung der helfenden Krankenschwester den Oscar, den Chicago Film Critics Association Awards und den Golden Globe als beste Schauspielerin.

Mit James Caan, Kathy Bates, Richard Farnsworth, Lauren Bacall, Frances Sternhagen

Hinweise

Homepage von Stephen King

Mein Porträt zu Stephen Kings Geburtstag

Meine Besprechung von Stephen Kings/Richard Bachmans „Qual“ (Blaze, 2007)

Meine Besprechung von Stephen Kings „Nachgelassene Dinge“ (The things they left behind) in Ed McBains „Die hohe Kunst des Mordens“ (Transgressions, 2005)


KrimiWelt-Bestenliste März 2009

Februar 28, 2009

Fünf Neueinsteiger gab’s in der Februar-Liste der KrimiWelt und auch die  März-Liste der KrimiWelt hat fünf Neueinsteiger:

1 (9) Richard Stark: Keiner rennt für immer

2 (-) Jan Costin Wagner: Im Winter des Löwen

3 (5) Stefan Kiesbye: Nebenan ein Mädchen

4 (8) Åsa Larsson: Bis dein Zorn sich legt

5 (-) John Farrow: Eishauch

6 (10) Tom Rob Smith: Kolyma

7 (-) Roger Smith: Kap der Finsternis

8 (7) Christine Lehmann: Nachtkrater

9 (-) Zoran Drvenkar: Sorry

9 (-) Philip Kerr: Das letzte Experiment

Le Carré, Dexter und Rankin sind draußen. Richard Stark ist, was mir als Westlake-Fan natürlich gefällt, ganz vorne. John Farrow liegt auf meinem Zu-lesen-Stapel, aber 600 Seiten sind auch eine ganze Menge Holz.

Nächsten Monat dürfen wir dann wahrscheinlich Michael Connelly (Echo Park), Edward Bunker (Lockruf der Nacht – guter Pulp) und Andrea Maria Schenkel (Bunker – tja, nun) begrüßen.

Gerne würde ich Joe R. Lansdale (Der Teufelskeiler – grandiose Erzählung), Duane Louis (Letzte Order – Highspeed-Thriller), Jefferey Deaver (Der Täuscher), Walter Mosley (Cinnamon Kiss) und Garry Disher (Beweiskette – der mit dem Ned-Kelly-Preis ausgezeichnete Hal-Challis-Roman) auf der Liste entdecken. Aber das wird wahrscheinlich nichts.

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In Klammern ist die Platzierung des Vormonats.


Neue TV-Krimi-Buch-Tipps online

Februar 28, 2009

Verdammt viele Bilder gibt es in den aktuellen TV-Krimi-Buch-Tipps. Unter anderem zu diesen Werken:

In den kommenden beiden Wochen gibt es einige selten gezeigte Krimiverfilmungen, eine Premiere und Kommissar Brunetti sorgt dafür, dass in Venedig kein Verbrecher seiner gerechten Strafe entkommt.
Immer wieder sehenswert ist Rob Reiners Stephen-King-Verfilmung „Misery“, Sidney Lumets Edwin-Torres-Verfilmung „Tödliche Fragen“, Michael Ciminos Robert-Daley-Verfilmung „Im Jahr des Drachen“, Milton Katselas unterschätzte James-Mills-Verfilmung „Der einsame Job“, Sydney Pollacks James-Grady-Verfilmung „Die drei Tage des Condor“ und Raoul Walshs Western-Adaption „Vogelfrei“ von W. R. Burnett „High Sierra“.
Selten gezeigt und immerhin einen Blick wert sind David Caffreys Colin-Bateman-Verfilmung „Starkey“, José Giovannis „Verdammt zum Schaffot“, Graham Theakstons Stephen-Leather-Verfilmung „Bombenleger“ (auch wenn die deutsche Fassung übel gekürzt ist), Claude Chabrols Lucie-Faure-Verfilmung „Die verrückten Reichen“ und Bill Dukes Chester-Himes-Verfilmung „Harlem Action – Eine schwarze Komödie“. Als Premiere gibt es vom bewährten Brunitti-Team die Alexandra-von-Grote-Verfilmung „Kommissar LaBréa – Tod an der Bastille“.


TV-Tipp für den 28. Februar: Zur Sache, Schätzchen

Februar 28, 2009

BR, 23.20

Zur Sache, Schätzchen (D 1968, R.: May Spils)

Drehbuch: May Spils, Werner Enke (als Peter Schlieper), Rüdiger Leberecht

Ein Geburtstagsfilm für die am 2. März 1944 geborene Uschi Glas, den sich auch Cineasten ohne Bauchschmerzen ansehen können. „Zur Sache, Schätzchen“ erzählt von einem Tag im Leben zweier junger Männer, die in Schwabing den Tag hineinleben. Sie gehen ins Freibad, machen Frauen an, erzählen Geschichten und bekommen etwas Ärger mit der Polizei.

„Ich habe noch keinen Film der neuen deutschen Welle gesehen, in dem so viel Freiheit anwesend war. Freiheit, zu der auch die Ahnung gehört, dass sie am Ende doch nicht zu verwirklichen ist.“ (Peter W. Jansen, Filmkritik, 1968)

Damals war der Film ein Kassenknüller. Heute gilt die doch etwas behäbige und gar nicht mehr so provokante Komödie als einer der Klassiker des Neuen Deutschen Films. Das Paar Spils/Enke konnte später nie mehr an den Erfolg anknüpfen. Ihr letzter gemeinsamer Film war 1984 „Mit mir nicht, du Knallkopp“.

Mit Werner Enke, Uschi Glas, Henry van Lyck, Inge Marschall, Helmut Brasch, Rainer Basedow, Martin Lüttge

Hinweise

Deutsches Filminstitut über „Zur Sache, Schätzchen“

Wikipedia über „Zur Sache, Schätzchen“

Deutsche Welle über „Zur Sache, Schätzchen“ (via Spiegel/Eines Tages)

3sat über „Zur Sache, Schätzchen“


Die Nominierungen für den Agatha 2008

Februar 27, 2009

Die meisten Autorinnen sagen mir nichts, von einigen habe ich schon gehört, aber vom Ruf her sind für mich die von Malice-Domestic vergebenen Agatha-Preise einfach zu Cozy.

Deshalb ohne weitere Worte: die Nominierungen für den Agatha Award 2008:

Best Novel

• Six Geese A-Slaying, von Donna Andrews (Minotaur Books)

• A Royal Pain, von Rhys Bowen (Penguin Group)

• The Cruelest Month, von Louise Penny (Minotaur Books)

• Buckingham Palace Gardens, von Anne Perry (Random House)

• I Shall Not Want, von Julia Spencer-Fleming (Minotaur Books)

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Best First Novel

• Through a Glass, Deadly, von Sarah Atwell (Berkley Trade)

• The Diva Runs Out of Thyme, von Krista Davis (Penguin Group)

• Pushing Up Daisies, von Rosemary Harris (Minotaur Books)

• Death of a Cozy Writer, von G.M. Malliet (Midnight Ink)

• Paper, Scissors, Death, von Joanna Campbell Slan (Midnight Ink)

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Best Non-fiction

• African American Mystery Writers: A Historical and Thematic Study, von Frankie Y. Bailey (McFarland & Co.)

• How to Write Killer Historical Mysteries, von Kathy Lynn Emerson (Perseverance Press)

• Anthony Boucher, A Bibliography, von Jeff Marks (McFarland & Co.)

• Edgar Allan Poe: An Illustrated Companion to His Tell-Tale Stories, von Dr. Harry Lee Poe (Metro Books)

• The Suspicions of Mr. Whitcher, von Kate Summerscale (Walker)

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Best Short Story

• “The Night Things Changed,” von Dana Cameron (from Wolfsbane and Mistletoe, edited von Charlaine Harris and Toni L.P. Kelner; Ace)

• “Killing Time,” von Jane Cleland (Alfred Hitchock Mystery Magazine, November 2008)

• “Dangerous Crossin,” von Carla Coupe (from Chesapeake Crimes 3, edited von Donna Andrews and Marcia Talley; Wildside Press)

• “Skull and Cross Examination,” von Toni L.P. Kelner (Ellery Queen Mystery Magazine [EQMM], February 2008)

• “A Nice Old Guy,” von Nancy Pickard (EQMM, August 2008)

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Best Children’s/Young Adult

• Into the Dark, von Peter Abrahams (HarperCollins)

• A Thief in the Theater, von Sarah Masters Buckey (American Girl)

• The Crossroads, von Chris Grabenstein (Random House

Children’s Books)

• The Great Circus Train Robbery, von Nancy Means Wright

(Hilliard and Harris)

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Der Preis wird am 2. Mai verliehen.


TV-Tipp für den 27. Februar: Das Begräbnis

Februar 27, 2009

3sat, 22.25

Das Begräbnis (USA 1997, R.: Abel Ferrara)

Drehbuch: Nicholas St. John

New York, 1935: Eine Mafiafamilie versammelt sich zur Trauerfeier eines erschossenen Sippenmitgliedes. Noch während der Feier veranlasst Don Ray Tempio die blutige Rache an dem Mörder. Aber im Gegensatz zu den normalen Mafiafilmen reden hier die Frauen mit.

Damals war Abel Ferrara eine große Nummer. „Das Begräbnis“ ist einer der düstersten US-Gangsterfilme. Er „ist kein Mafia-Epos geworden, sondern in seiner relatien Kürze ein Musterbeispiel von präzischer Montage, ökonomisch inszenierter Handlung, karger Lichtgebung und einer Farbdramaturgie, die alles Bunte ins Dunkle verbannt. In seiner Dichte wie eine klassische Tragödie.“ (Fischer Film Almanach 1997)

Mit Christopher Walken, Christopher Penn, Isabella Rossellini, Annabella Sciorra, Vincent Gallo, Gretchen Mol, Benicio Del Toro


„Bunker“ – Andrea Maria Schenkels dritter Streich

Februar 26, 2009

schenkel-bunker

Andrea Maria Schenkels „Tannöd“ war ein Überraschungserfolg, wurde von der Kritik abgefeiert und erhielt etliche Preise. Auch mir gefiel der dünne Roman, obwohl ich die hymnischen Lobesarien für übertrieben hielt, gut. Bei ihrem zweiten Roman „Kalteis“ wiederholte sich das Spiel. Ich dagegen (Sonst noch jemand?) hielt das Werk für ein einziges Desaster.

Daher fragte ich mich vor der Lektüre ihres dritten Romans „Bunker“, ob er eher an „Tannöd“ oder eher an „Kalteis“ anschließt.

Nach der Lektüre halte ich „Tannöd“ für den berühmten Ausrutscher. Denn „Bunker“ ist zwar besser als „Kalteis“, aber es ist trotz der Kürze von knapp 120 Seiten eine viel zu lang geratene Kurzgeschichte. Während in einer Kurzgeschichte auf wenigen Seiten eine Situation beschrieben werden kann, muss auf über 100 Seiten – besonders bei einem Zweipersonenstück wie „Bunker“ – etwas zwischen den beiden Charakteren geschehen.

Doch hier versagt Andrea Maria Schenkel vollkommen. „Bunker“ liest sich wie ein aus zwei nur sehr lose miteinander verbundenen Monologen bestehendes Theaterstück.

Dabei ist die Prämisse so einfach wie vielversprechend: ein Mann entführt eine Frau. Er hält sie gefangen. Zwischen ihnen entwickelt sich eine Beziehung.

Natürlich ist diese Situation einer Geiselnahme (auch wenn es genügend Beispiele aus der Realität gibt) vor allem eine Laborsituation, in der idealtypisch zwei verschiedene Weltanschauungen aufeinanderprallen.

Allerdings begründet Schenkel diese Laborsituation, höflich formuliert, sehr schräg. Denn der bis zum Ende namenlose Entführer will eigentlich nur den Safe in einem Geschäft leer räumen. Als die Angestellte Monika ihm den Schlüssel für den Safe nicht geben kann, entführt er sie.

– Warum? Wäre es nicht vernünftiger, einfach abzuhauen?

– Er ist in sie verliebt. Er wohnt ihr gegenüber und beobachtet sie abends heimlich. Er ist sogar bei ihr eingebrochen und hat ein Kinderbild von ihr geklaut.

– Ah, dann war der Überfall ein Vorwand, um sie zu entführen.

– Äh, nein. Ich glaube nicht. Ich meine, wenn er sie nur hätte entführen wollen, dann hätte er es doch auch irgendwo machen können, wo es wahrscheinlich keine Zeugen und keine Videokameras gibt.

Er sperrt sie in einer einsam gelegenen Mühle in der nur durch eine Falltür zu erreichende Dachkammer ein.

– Dachkammer? Nicht Bunker?

– Der kommt später. Kurz. Sie ist meistens in der Kammer eingesperrt und kann sich dort frei bewegen.

– Oh, dann haut sie ihm gleich etwas über die Rübe und –

– Nein, nein. Sie tut nichts. Jedenfalls nicht am Anfang. Und später auch nicht. Nicht jede Frau ist eine Lara Croft oder Terminatrix.

Sie fragt sich, warum sie entführt wurde. Der Entführer redet nicht mit ihr, pflegt sie dafür aber ziemlich liebevoll.

Schenkel lässt den Entführer und das Opfer Teile der Geschichte erzählen und springt in der Chronologie etwas herum. Das sorgt auf den ersten Seiten, weil nicht klar ist, wer gerade spricht und an welcher Stelle in der Chronologie wir uns befinden, vor allem für Verwirrung. Beide sprechen in dem gleichen Stream-of-Consciousness-Stil. Dankenswerterweise werden diese Gedanken in verschiedenen Schriften präsentiert. Sie kann zunehmend weniger zwischen Wahn und Wirklichkeit unterscheiden. Er erinnert sich dagegen an seinen gewalttätigen Vater und wie der Vater seine Mutter in der Dachkammer einsperrte.

Wer einen irgendwie gearteten Machtkampf zwischen den Beiden erwartet, wird enttäuscht. In „Bunker“ versucht keiner den anderen zu besiegen oder von irgendetwas zu überzeugen. Dafür sind der Entführer und sein Opfer zu sehr mit sich selbst beschäftigt und haben keine für die Geschichte wichtigen Ziele.

– Zwischenruf Andrea Maria Schenkel: Es geht (…) um Einsamkeit. Es ist ein Kriminalfall im weitesten Sinne, wir wissen am Anfang des Buches nicht, was der Mann mit der Frau zu tun hat, bis sie anfängt, nachzudenken, warum er sie entführt hat.

– Einsamkeit? Nur weil beide allein sind? Weil sie nicht miteinander reden? Weil sie dem Entführer einen falschen Grund für die Entführung unterschiebt?

Am Ende wird’s dann etwas chaotisch (wegen Spoilergefahr wird darüber nichts verraten). Eine Person landet mit einer Stichwunde im Bauch auf einem OP-Tisch (das ist kein Spoiler, denn Schenkel führt diesen dritten Handlungsstrang bereits auf Seite 16 ein) und wir fragen uns, wie die Polizei zur Scheune kommen konnte. Aber das ist wahrscheinlich wie mit der Kavallerie im Western: am Ende kommt sie und sammelt die Leichen auf, während die Zuschauer schnell die Reste von Bier und Popcorn vernichten.

Während mit dem Auftauchen der Kavallerie der Autor am Ende seiner Geschichte ist, bleibt am Ende von Andrea Maria Schenkels „Bunker“ die berühmte Frage, was uns der Autor damit sagen wollte, offen.

Deshalb könnte „Bunker“ (ein wegen des Handlungsortes doch sehr irreführender Titel) als zwanzigseitige Kurzgeschichte, in der eine Frau von einem Mann entführt wird, der ihr nichts über seine Gründe verrät, eine spannende Studie des plötzliche über eine gewöhnliche Person hereinbrechenden Schreckens sein.

Als Roman bleibt vor allem die unlogische Prämisse (Was will der Entführer? Geld, Sex, Macht? Einen Mutterersatz?) und die Abwesenheit jeglicher Dynamik zwischen dem Entführer und seinem Opfer im Gedächtnis. Kein Konflikt. Kein Drama. Keine Spannung. Nur Langeweile und die mäßig interessante Frage, warum die Geschichte in der Vor-Euro-Zeit spielt.

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Andrea Maria Schenkel: Bunker

Edition Nautilus, 2009

128 Seiten

12,90 Euro

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Hinweise

Homepage von Andrea Maria Schenkel

Zeit online: Interview mit Andrea Maria Schenkel (19. Februar 2009)

Frankfurter Rundschau: Interview mit Andrea Maria Schenkel (26. Februar 2009 – wieder wird ihr neuer Roman nur gestreift)

Meine Besprechung von Andrea Maria Schenkels „Kalteis“ (2007)


TV-Tipp für den 26. Februar: Knallhart

Februar 26, 2009

ARD, 22.45

Knallhart (D 2006, R.: Detlev Buck)

Drehbuch: Zoran Drvenkar, Gregor Tressnow

LV: Gregor Tressnow: Knallhart, 2004

Der fünfzehnjährige Michael muss sich in Neukölln gegen Jugendgangs behaupten. Als einzigen Ausweg gegen die alltäglichen Demütigungen sieht er den Weg in die Kriminalität.

Gut der Abstieg aus der noblen Grunewald-Villa in den schlimmsten Neuköllner Häuserblock geht etwas schnell. Ebenso die Anpassung des Grunewald-Bengels an die für ihn neuen Ghettoregeln.

Aber davon abgesehen ist „Knallhart“ ein verdammt gutes Stück Kino. Der Buck kann’s, wenn er will.

Mit David Kross, Jenny Elvers-Elbertzhagen, Erhan Emre, Oktay Özdemir, Kida Ramadan, Arnel Taci, Kai Müller, Hans Löw, Jan Henrik Stahlberg

Hinweise

Homepage zum Film

Film-Zeit über „Knallhart“


Alter Scheiß? Frank Göhre: Abwärts

Februar 25, 2009

gohre-abwartsgohre-abwarts-2009

Als „Abwärts“ 1984 in die deutschen Kinos kam, war Götz George nur noch als Schmuddelkommissar Horst Schimanski bekannt. Dass er bereits in den Fünfzigern und Sechzigern in vielen Filmen mitgespielt hatte, war inzwischen egal. In den Siebzigern spielte er vor allem Theater. Denn der Neue Deutsche Film konnte mit ihm nichts anfangen. Und umgekehrt.

Erst mit Carl Schenkel betrat ein Regisseur die Bildfläche, der sich vor allem für gut gemachtes Genrekino amerikanischer Prägung interessierte und nach „Abwärts“ in Hollywood etliche Filme drehte. Zusammen mit Frank Göhre schrieb er, wie Göhre in dem lesenswerten Nachwort zur Neuausgabe seines Romans zum Film „Abwärts“ schreibt, über eineinhalb Jahre das Drehbuch zu dem Film. Dann kam die Besetzung. George verlieh dem Film genug Starpower, um ihn zu einem Kassenknüller zu machen. Hannes Jaenicke gab sein Leinwanddebüt – und hatte auch gleich eine seiner besten Rollen. Wolfgang Kieling durfte noch einmal groß aufspielen. Die in Holland nach den Paul-Verhoeven-Filmen „Spetters“ und „Der vierte Mann“ bereits bekannte Renée Soutendijk gab ihr Deutschlanddebüt. Und nachdem Götze George in „Wetten dass?“ den Film promotete, waren auch die Kinos voll.

Denn „Abwärts“ ist einer der wenigen deutschen Genrefilme, die auch noch gelungen sind. Es ist ein waschechter Thriller über vier Menschen, die unfreiwillig an einem Freitagabend in einem Fahrstuhl in einem Bürohaus eingesperrt sind. Buchhalter Gössmann hat gerade die Kasse ausgeraubt. Jörg, der ausgebrannte Leiter einer Werbeagentur, und Pit, ein jugendlicher Null-Bock-Waver, begehren die Blondine Marion. Sie arbeitet bei Jörg. Der Notruf funktioniert nicht und schnell liegen die Nerven blank. Die vier Eingeschlossenen versuchen sich zu befreien und verschlimmern so ihre Lage.

Bereits während der Dreharbeiten plante der Heyne Verlag ein Buch zum Film. Allerdings war lange unklar, ob es eine Romanfassung des Drehbuchs oder ein Blick hinter die Kulissen, also ein Drehbericht, werden sollte. Am Ende wurde sich für den Roman zum Film entschieden und Göhre musste in vier Wochen das Manuskript abliefern.

Der so entstandene Roman „Abwärts“ ist kaum mehr als die Prosaversion des Drehbuchs. Wer also den Film gesehen hat, braucht das Buch nicht mehr zu lesen.

Die Erstausgabe war reichhaltig bebildert. Die neue Ausgabe des Pendragon-Verlags verzichtet auf die Bilder. Dafür gibt es ein zwanzigseitiges Nachwort von Frank Göhre, das interessante Einblicke in die Entstehung, Vermarktung und die Ereignisse nach dem Kinostart vermittelt.

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Frank Göhre: Abwärts

Pendragon 2009

200 Seiten

9,90 Euro

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Originalausgabe

Frank Göhre/Carl Schenkel: Abwärts

Heyne, 1984

192 Seiten

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Verfilmung


Abwärts (Deutschland 1984)

Regie: Carl Schenkel

Drehbuch: Carl Schenkel, Frank Göhre (Dialoge)

mit Götz George, Renée Soutendijk, Wolfgang Kieling, Hannes Jaenicke, Kurt Raab, Klaus Wennemann, Ralf Richter

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Hinweise

Homepage von Frank Göhre

Meine Besprechung von Frank Göhres „Der letzte Freier“ (2006)

Meine Besprechung von Frank Göhres „Zappas letzter Hit“ (2006)

Meine Besprechung von Frank Göhres „St. Pauli Nacht“ (2007, überarbeitete Neuausgabe)

Meine Besprechung von Frank Göhres „MO – Der Lebensroman des Friedrich Glauser“ (2008)

Meine Besprechung von Frank Göhres „An einem heißen Sommertag“ (2008)


TV-Tipp für den 25. Februar: Farewell, Agent der Rache

Februar 25, 2009

Arte, 21.00

Farewell, Agent der Rache (F/Can 2008, R.: Jean-François Delassus)

Drehbuch: Jean-François Delassus

Insgesamt knapp zweistündige Doku über den KGB-Agenten Wladimir Wetrow, alias „Farewell“, der 1981 in den Westen überlief und dem französischen Geheimdienst die Namen von zahlreichen Spionen verriet.

Wiederholungen

Teil 1

Dienstag, 3. März, 09.55 Uhr

Sonntag, 15. März, 05.00 Uhr (Taggenau!)

Teil 2

Dienstag, 3. März, 10.50 Uhr

Montag, 16. März, 05.00 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Arte zur Doku (müsste dort auch die kommenden sieben Tage online abrufbar sein)


Cover der Woche

Februar 24, 2009

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Ist das die Lösung?

Februar 24, 2009

Fehler sind etwas ganz normales. Dass ein Wort falsch geschrieben wird, ein Charakter seinen Namen ändert oder Worte falsch übersetzt werden, passiert. Früher war vor allem Bastei-Lübbe für seine schlampigen Übersetzungen, die sogar mir als Teenager auffielen, bekannt. In den letzten Monaten stolperte ich öfters bei Random-House-Büchern über diese Flüchtigkeitsfehler, während kleinere Verlage anscheinend sorgfältiger arbeiten.

Die Standarderklärung ist immer: die Verlage sparen am Lektorat.

Die zweite Erklärung ist: am Bildschirm gibt es einfach mehr Fehler (Das war auch der Grund, warum in den Tageszeitungen mit der Umstellung von der Schreibmaschine auf den PC die Rechtschreibfehler explodierten.)

Doch jetzt habe ich bei Stephen Leather (der englische Bestsellerautor veröffentlichte bereits über zwanzig Thriller) eine andere und, wie ich finde, erschreckend einleuchtende Erklärung gelesen:

I finally found out what had happened, and I’m afraid it’s down to out-sourcing. In the same way that many companies have outsourced their phone centres to India, a lot of typesetting firms now send their work out to India. I was told (and it sounds crazy enough to be true) that two copies of the manuscript are now given to two Indian typesetters, each of whom types the whole manuscript into separate computers. A ‘sophisticated computer programme’ then compares the two versions, and highlights any differences. The theory is that the two typesetters won’t both make the same mistake! A supervisor then checks all the differences and decides which is correct. Apparently this is cheaper than one experienced British typesetter doing the job. It might be cheaper, but it certainly doesn’t produce quality work.


TV-Tipp für den 24. Februar: Mr. Monk mal zwei?

Februar 24, 2009

RTL, 22.15

Mr. Monk mal zwei? (USA 2006, R.: Randy Zisk)

Drehbuch: Hy Conrad, Joe Toplyn

Erfinder: Andy Breckman

Hollywood-Star David Ruskin soll in einem Film Adrian Monk spielen. In bester Method-Acting-Manier studiert er Monk, verinnerlicht jede seine Gesten und Marotten und auch Monks Denken. Kurz er wird zu Monk. Schnell sind der echte und der falsche Monk in einen Mordfall verwickelt.

Der Auftakt der fünften Staffel ist, auch wenn der Kriminalfall mal wieder nebensächlich ist, ein Höhepunkt der Serie.

Ab nächster Woche zeigt RTL die siebte Staffel der Serie. In den USA wird gerade die achte und letzte Staffel produziert.

Mit Tony Shalhoub (Adrian Monk), Traylor Howard (Natalie Teeger), Ted Levine (Captain Leland Stottlemeyer), Jason Gray-Stanford (Lt. Randall Disher), Stanley Kamel (Dr. Charles Kroger), Stanley Tucci (David Ruskin), Susan Ward (Michelle Cullman), Andrea Bogart (Actress Playing Disher), Greg Grunberg (Jack Leverett), Peter Weller (Actor Playing Stottlemeyer)

Wiederholung: Mittwoch, 25. Februar, 01.25 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Blog von David Breckman (Yeah, der Bruder von Andy und auch in die Serie involviert.)

Meine Besprechung von Lee Goldbergs “Mr. Monk und die Feuerwehr“ (Mr. Monk goes to the Firehouse, 2006)

Meine Besprechung von Lee Goldbergs “Mr. Monk besucht Hawaii“ (Mr. Monk goes to Hawaii, 2006)

Meine Besprechung von Lee Goldbergs “Mr. Monk und die Montagsgrippe“ (Mr. Monk and the Blue Flu, 2007)

Meine Besprechung von Lee Goldbergs „Mr. Monk und seine Assistentinnen“ (Mr. Monk and the two Assistants, 2008)

Meine Besprechung von Lee Goldbergs „Mr. Monk und die Außerirdischen“ (Mr. Monk in outer space, 2008)

Meine Besprechung von Lee Goldbergs “Mr. Monk in Germany” (Mr. Monk goes to Germany, 2008)


Übersetzen? Lawrence Block – Killing Castro

Februar 23, 2009

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Wie in den vergangenen Jahren startete Hard Case Crime (das Original) das Kalenderjahr mit einem „neuen“ Buch von Lawrence Block. Wie in den vergangenen Jahren erschien das neue Hard-Case-Crime-Buch von Lawrence Block bereits in den frühen Sechzigern unter einem Pseudonym. Weil Block aber nur für „Fidel Castro Assassinated“ das Pseudonym „Duncan Lee“ benutzte, wussten auch Hardcore-Block-Fans nichts von dem schmalen Werk, das jetzt „Killing Castro“ heißt.

Und wie der Titel erahnen lässt, geht es um ein geplantes Attentat gegen ein Staatsoberhaupt. Fünf Amerikaner nehmen für 100.000 Dollar den Auftrag an, Fidel Castro umzubringen. Sie werden getrennt und unerkannt nach Kuba gebracht. Die beiden Zweiergruppen versuchen Castro im Dschungel zu erschießen oder auf einem Platz mit einer Bombe in die Luft zu sprengen. Der Einzelkämpfer versucht Castro während einer Rede zu erschießen. Block schildert, mit der für Männerabenteuerromane nötigen Brise Sex (aus heutiger Sicht sehr zahm) und Gewalt, wie die Attentäter sich auf das Attentat vorbereiten, dabei von Widerstandskämpfern unterstutzt werden und mit Soldaten kämpfen. Dazwischen fügt Block eine knappe Biographie von Castro ein. Weil der Roman erstmals in einem Sachbuchverlag erschien, kann dieser Teil der Sachbuchteil sein; es kann allerdings auch ganz einfach sein, dass Block noch einige Seiten füllen musste. Denn die Geschichte von „Killing Castro“ wird von Block als eine Folge von Episoden geschildert, in denen die Attentäter sich mit ihrem Auftrag auseinandersetzen und das haben, was zu einem pulpigen Abenteuerroman gehört.

Allerdings ist der Plan (oder besser die Pläne) Castro umzubringen vollkommen bescheuert. Da werden zunächst fünf Amerikaner engagiert, die, bis auf einen, keine Erfahrung mit Anschlägen haben und auch sonst keine zur Erfüllung des Auftrags wichtigen Fähigkeiten haben. Sie sind ganz normale, weiße, bürgerliche Vorstadtamerikaner. Sie sprechen kein Wort spanisch. Sie sind vollkommen abhängig von den Freiheitskämpfern. Sie würden alleine auf der Insel wie bunte Hunde auffallen. Und die Pläne (Im Dschungel auf einen Fahrzeugkonvoi schießen? Auf einem Platz eine Bombe werfen? Aus einem Hotelzimmer schießen?) sind so einfach, dass die Revolutionäre sie auch hätten selbst durchführen können.

„Killing Castro“ ist kein wiederentdecktes Meisterwerk. Es ist nur ein weiterer Blick auf die frühen Jahre eines Autors, der sich später mit mehreren Serien (Evan Tanner, Bernie Rhodenbarr, Matt Scudder, Keller) und Einzelwerken einen festen Platz bei seinen Lesern und Kollegen erschrieb. Doch in „Killing Castro“ hat er seine Stimme noch nicht gefunden und er benutzt ein Plotmuster, das er seitdem kaum benutzte. Denn politische Verschwörungsthriller waren nie Blocks Metier.

Für Lawrence-Block-Fans ist „Killing Castro“ natürlich eine willkommene Ergänzung. Aber übersetzt werden muss „Killing Castro“ wirklich nicht. Da sollten die deutschen Verlage zuerst die immer noch nicht übersetzten Abenteuer mit Bernie Rhodenbarr, Matt Scudder und Keller veröffentlichen. Denn in diesen Werken ist Lawrence Block auf der Höhe seines Könnens.

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Lawrence Block: Killing Castro

Hard Case Crime, 2009

208 Seiten

6,99 Dollar

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Originalausgabe

Duncan Lee: Fidel Castro Assassinated

Monarch, 1961

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Hinweise

Homepage von Lawrence Block

Lawrence Block in der Kriminalakte (u. a. Covers, Bouchercon-2008-Tribute-Video, Bouchercon-2008-Gespräch)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks “Telling Lies for Fun and Profit – A Manual for Fiction Writers” (1994)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks “Spider, spin me a web – A Handbook for Fiction Writers” (1995)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks “All the flowers are dying” (2005)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks “Lucky at Cards” (2007)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks „Abzocker“ (Grifter’s Game, Mona, Sweet slow death, 1961)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks „Verluste“ (Everybody dies, 1998)

Mein Buch “Lawrence Block – Werkschau eines New Yorker Autors”


TV-Tipp für den 23. Februar: Ein Mann wird gejagt

Februar 23, 2009

Tele 5, 20.15

Ein Mann wird gejagt (USA 1965, R.: Arthur Penn)

Drehbuch: Lillian Hellman, Michael Wilson (ungenannt), Horton Foote (ungenannt), Ivan Moffat (ungenannt)

LV: Horton Foote: The Chase (Bühnenstück 1952, später zu einem Roman verarbeitet)

In einer texanischen Kleinstadt jagt ein rachsüchtiger Mob einen entflohenen Häftling. Der Sheriff versucht die Katastrophe zu verhindern.

Hellman jammerte später, die ungenannten Drehbuchautoren hätten ihr Buch verhunzt, Penn autorisierte den Film nicht und dem Studio gefielen die Einnahmen nicht. Kurz: ein ziemliches Desaster, das auch im Rückblick nicht viel besser wird.

„Ein Mann wird gejagt“ ist ein Film, „der über weite Strecken hinter seinen Möglichkeiten bleibt. Seine Bildsymbolik…ist allzu dick aufgetragen, die Topographie der Ortschaft sowie die Hierarchie ihrer Bewohner sind dagegen nicht sorgfältig genug ausgearbeitet, das grandiose Darstellerensemble bleibt sträflich unterfordert.“ (Michael Omasta in Lars-Olav Beier/Robert Müller: Arthur Penn)

Mit Marlon Brando, Robert Redford, Jane Fonda, Angie Dickinson, E. G. Marshall, Robert Duvall

Wiederholung: Dienstag, 24. Februar, 03.55 Uhr (Taggenau!)

Hinweis

Ein Interview mit Horton Foote