Alter Scheiß? Michael Molsner – Rote Messe

Januar 5, 2009

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Wie sich die Zeiten ändern. Als Michael Molsners „Rote Messe“ 1973 erschien, hatte es vor der Veröffentlichung bereits hinter den Kulissen Ärger gegeben. Molsners ursprünglicher Verlag rororo (mit dem legendären Lektor Richard K. Flesch) wollte das Buch nicht veröffentlichen. Flesch meinte, er werde keinen Roman mit einem Marxisten als Sympathieträger veröffentlichen. Molsner legte den Roman in die Schublade. Später erschien der Roman im S.-Fischer-Verlag und Molsners Schilderung der Provinz als Hort des Reaktionären traf den Nerv der Zeit.

Denn „Rote Messe“ ist ein paradigmatischer Soziokrimi, bei dem die Geschichte hinter der laut in die Welt hinausgebrüllten Botschaft und einigen literarischen Spielereien verschwindet. Die beiden Morde sind nur ein Vehikel für die Gesellschaftsanalyse aus dezidiert linker Perspektive, in der die Provinz als ein Ort voller verkappter Nazis, Rassisten und Anpasser geschildert wird. Damals wurde diese Analyse akzeptiert. Heute ist sie in ihrem einfachen Gut-Böse-Schema ermüdend plakativ.

Die Guten sind der Journalist Jakob Nestor, der bei der bürgerlichen Presse auch aus studentischer Sicht die Wahrheit schreibt, und Hermann Marwitz, der Führer einer Gruppe Studierender, die mit ihren Protestaktionen die Landwirtschaftsmesse in der baden-württembergischen Provinz stören wollen. Kurz vor der Messe wird der italienische Gastarbeiter Bracchi ermordet. Einige Kinder haben den die Stadt beherrschend Unternehmer August Tschaut bei der Tat heimlich beobachtet. Sie schweigen. Die Polizei ermittelt nicht gegen Tschaut.

Während der Messe, die von den Studis mit verschiedenen Aktionen zur titelgebenden „Roten Messe“ umfunktioniert wird, wird die von den Studierenden als Vorbild verehrte Journalistin Hanna Kahmm von einem wütendem Mob ermordet.

Die Bösen sind, nun, der gesamte Rest, aber vor allem die im Ort lebenden Spießer, die Polizei und die örtliche Tageszeitung (stellvertretend für die bürgerlichen Medien), die Nestor nach einem unbotmäßigen Artikel über die Messe nicht weiter beschäftigt.

Einige Wochen nach der Messe wird Nestor von einem befreundeten Polizisten eingeladen, ihn zu der Verhaftung von Bracchis Mörder zu begleiten. In den Stunden vor der Verhaftung liest Nestor eine von Marwitz geschriebene romanhafte Schilderung der Ereignisse der vergangenen Wochen. Diese Schilderung nimmt, mit kurzen Unterbrechungen in denen Nestor zu Wort kommt, den größten Teil des Romans ein.

„Rote Messe“ ist heute nur noch als Sittenbild einer längst vergangenen gesellschaftlichen Stimmung interessant. Es ist ein als Kriminalroman verkleideter Kommentar zur Gesellschaft. Das war das literarische Programm des Soziokrimis: Analyse und Kritik der Gesellschaft mit Hilfe eines populären Genres. Maj Sjöwall und Per Wahlöö hatte es mit der von Band zu Band immer politischer und zynischer werdenden zehnbändigen Polizeiromanserie um Martin Beck vorgemacht.

Aber die Beck-Romane funktionieren, wie die Verfilmung des Romans „Endstation für neun“ als „Massenmord in San Francisco“ zeigt, auch einfach als spannende Krimis. „Rote Messe“ funktioniert dagegen nur als einseitige Gesellschaftsanalyse. Es gibt keine Rätsel. Es gibt keine Ungewissheiten. Es gibt keinen Humor. Es gibt nur die absolute, selbstgerechte Gewissheit der beiden Erzähler Nestor (weniger) und Marwitz (mehr) über die Gesellschaft. „Rote Messe“ ist heute ähnlich verstaubt wie die Pamphlete der Studentenbewegung.

Und deshalb ist Molsners Frühwerk „Rote Messe“ als Bericht aus einer uns heute seltsam fremd erscheinenden Welt eine gute Wahl für die von Frank Göhre herausgegebenen „Kriminellen Sittengeschichte Deutschlands“.

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Michael Molsner: Rote Messe

(mit einem Nachwort von Jürgen Alberts – Band 5 der „Kriminelle Sittengeschichte Deutschlands“)

Edition Köln, 2008

240 Seiten

12,80 Euro

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Originalausgabe

S. Fischer Verlag, 1973

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Hinweise

Homepage von Michael Molsner

Lexikon deutscher Kriminalautoren über Michael Molsner


TV-Tipp für den 5. Januar: Heilbronner Polizistenmord

Januar 5, 2009

ARD, 21.00

Heilbronner Polizistenmord – Die Jagd nach einem Phantom (D 2009, R.: Stefan Maier)

Drehbuch: Stefan Maier

Am 25. April 2007 wurde in Heilbronn eine Polizistin erschossen. Am Tatort wurde die DNS einer Frau gefunden, die auch an anderen Verbrechen beteiligt war und von der die Polizei kein Bild hat. Die 45-minütige Doku begleitet die Polizei bei der immer noch erfolglosen Jagd nach der Phantom-Frau.

Wiederholung: Dienstag, 6. Januar, 03.35 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

ARD zur Doku (die danach auch in der ARD-Mediathek sein müsste)

Christian Schüle: Die Unsichtbare (Die Zeit, 24. April 2008 – die bislang beste Reportage über die Phantom-Frau und die Suche der Polizei nach ihr)


Neu im Kino: Kurzer Prozess – Righteous Kill

Januar 4, 2009

Diese Feiertage bringen einfach alles durcheinander. Deshalb etwas verspätet:

Kurzer Prozess – Righteous Kill (Righteous Kill, USA 2008)

Regie: Jon Avnet

Drehbuch: Russell Gewirtz

Endlich spielen die beiden besten Schauspieler ihrer Generation wirklich in einem Film zusammen. In „Der Pate II“ hatten sie keine gemeinsame Szene; in „Heat“ nur eine nennenswerte gemeinsame Szene. In „Kurzer Prozess“ stolpern sie gute zwei Stunden durch einen Krimi, über den niemand ein gutes Wort verlieren will. Denn während Russell Gewirtz in „Inside Man“ einen guten Bankraubthriller schrieb, lässt er in „Kurzer Prozess – Righteous Kill“ die Polizisten Turk (De Niro) und Rooster (Pacino) einen Mörder jagen, der an Verbrechern Selbstjustiz übt. Schnell fällt der Verdacht auf Turk.

De Niro hat, wenn wir einen Film aus diesem Jahrzehnt nehmen wollen, seit „The Score“ (2001) und Pacino seit „Insomnia“ (2002) nichts Erinnernswertes mehr gemacht. Und bei Jon Avnet denke ich immer an „Grüne Tomaten“ (1991).

„Eines der traurigsten Starvehikel seit langem“ (epd Film 1/2009).

Mit Robert De Niro, Al Pacino, Curtis Jackson, Carla Gugino, John Leguizamo, Donnie Wahlberg, Brian Dennehy, Melissa Leo

Hinweise

Amerikanische Seite zum Film

Deutsche Seite zum Film

Film-Zeit über „Kurzer Prozess – Righteous Kill“


TV-Tipp für den 4. Januar: Schwarzer Sonntag

Januar 4, 2009

Tele 5, 20.15

Schwarzer Sonntag (USA 1977, R.: John Frankenheimer)

Drehbuch: Ernest Lehman, Kenneth Ross, Ivan Moffat

LV: Thomas Harris: Black Sunday, 1975 (Schwarzer Sonntag)

Palästinensische Terroristen planen einen Anschlag auf ein vom us-amerikanischen Präsidenten besuchtes Footballspiel.

Spannender Thriller, der inzwischen wieder erschreckend aktuell ist.

Mit Robert Shaw, Marthe Keller, Bruce Dern, Fritz Weaver

Wiederholung: Montag, 5. Januar, 03.10 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Homepage von Thomas Harris

Filmreference (R. Barton Palmer) über „Black Sunday“

DVD Verdict (Mark van Hook) über „Black Sunday“

DVD Times (Mike Sutton) über „Black Sunday“

Die Zeit (Hans C. Blumenberg) über „Schwarzer Sonntag“ (9. September 1977)


TV-Krimi-Buch-Tipps online

Januar 3, 2009

Die ersten TV-Krimi-Buch-Tipps des neuen Jahres sind online (Das war Alligator-Alfreds Programm gegen den Silvesterrausch.). Hier das Intro:

Das neue Jahr startet erfreulich mit den ersten drei Jesse-Stone-Filmen. Robert B. Parker schrieb die Romane, Tom Selleck übernahm die Hauptrolle, Robert Harmon führte Regie und alle waren begeistert. Weniger begeistert waren die Kritiker dagegen von Clark Johnsons Gerald-Petievich-Verfilmung „The Sentinel – Wem kannst du trauen?“. Dabei ist der hochkarätig besetzte Film ein sehr okayer Thriller. Außerdem sehenswert sind Sidney Lumets John-Hopkins-Verfilmung „Sein Leben in meiner Gewalt“, Sam Peckinpahs Richard-Rostand-Verfilmung „Die Killer-Elite“, John Frankenheimers Thomas-Harris-Verfilmung „Schwarzer Sonntag“, Brian de Palmas Armitage-Trail-Update „Scarface“ (vielleicht sogar in der ungekürzten Version), J. Lee Thompsons John-D.-MacDonald-Verfilmung „Ein Köder für die Bestie“, Fred Schepisi John-le-Carré-Verfilmung „Das Russland-Haus“, Claude Berris Alain-Page-Verfilmung „Am Rande der Nacht“, Dennis Hoppers Charles-Williams-Verfilmung „The Hot Spot – Spiel mit dem Feuer“, Neil Jordans Bari-Wood-Verfilmung „Jenseits der Träume“, Clint Eastwoods Michael-Connelly-Verfilmung „Blood Work“ und Alan Parkers William-Hjortsberg-Verfilmung „Angel Heart“.


TV-Tipp für den 3. Januar: Sein Leben in meiner Gewalt

Januar 3, 2009

ARD, 00.55

Sein Leben in meiner Gewalt (GB 1973, R.: Sidney Lumet)

Drehbuch: John Hopkins

LV: John Hopkins: This story of yours, 1968 (Theaterstück)

Der desillusionierte und fanatische Detektiv Johnson hält den Verdächtigen für einen Kinderschänder. Während des Verhörs stirbt der Verdächtige und Johnson wird angeklagt.

Intensiv gespieltes, düsteres Drama. Allerdings wollte damals niemand Connery als einen fanatischen Polizisten sehen. „Sein Leben in meiner Gewalt“ war der erste Film, den Sean Connery mit seiner Produktionsfirma Tantallon Films und United Artists drehte. Ein zweites, geplantes Projekt mit United Artists kam nie zustande. Das sagt einiges über den finanziellen Erfolg von „Sein Leben in meiner Gewalt aus“. Denn es dauerte zehn Jahre, bis der Film seine Kosten eingespielt hatte.

John Huston meinte, für ihn gehöre das letzte Drittel des Films zum Besten, was er jemals auf der Leinwand gesehen habe.

Mit Sean Connery, Trevor Howard, Vivian Merchant, Ian Bannen


R. i. P. Johannes Mario Simmel

Januar 3, 2009

R. i. P. : Johannes Mario Simmel (7. April 1924 – 1. Januar 2009)

Was für ein trauriger Jahreswechsel. Zuerst Donald E. Westlake und einige Stunden später Johannes Mario Simmel. Er starb am Neujahrstag im schweizerischen Zug.

Der ehemalige Journalist Johannes Mario Simmel war einer der deutschsprachigen Bestsellerautoren der Nachkriegszeit. Seine ersten Romane waren Satiren und Kriminalromane. Später wurde er zum Unterhaltungs- und Thrillerautor (auch wenn er hier so nicht bezeichnet wurde), der im Rahmen einer spannenden und seitenstarken Geschichte aktuelle Probleme thematisierte. Er schrieb auch das mit Heinz Rühmann verfilmte Theaterstück „Der Schulfreund“ und in den Fünfzigern mehrere Drehbücher. „Es muss nicht immer Kaviar sein“ und „Diesmal muss es Kaviar sein“ sind die bekanntesten frühen Simmel-Verfilmungen. In den Siebzigern gab es dann eine ganze Schwemme von Simmel-Verfilmungen.

Seine bekanntesten Werke, die vor allem in den Sechzigern und Siebzigern erschienen,  sind „Affäre Nina B.“, „Es muss nicht immer Kaviar sein“, „Liebe ist nur ein Wort“, „Lieb Vaterland magst ruhig sein“, „Und Jimmy ging zum Regenbogen“, „Der Stoff aus dem die Träume sind“, „Hurra, wir leben noch“ und „Doch mit den Clowns kamen die Tränen“.

Nachrufe gibt es bei Spiegel Online, taz (Christian Fürst, dpa-Meldung), Stern (wieder Christian Fürst, dpa), Die Welt (Hendrik Werner), FAZ, Süddeutsche Zeitung (Fritz Göttler)und im Krimiblog.


R. i. P. Donald E. Westlake

Januar 2, 2009

R. i. P. Donald E. Westlake (12. Juli 1933 – 31. Dezember 2008)

Das ist eine sehr traurige Meldung und kein guter Jahresanfang: Donald Westlake hatte während eines Urlaubs in Mexiko auf dem Weg zu einem Silvesterdinner einen tödliche Herzanfall.

Westlake schrieb seit seinem ersten Roman „The Mercenaries“ (1960) unter verschiedenen Pseudonymen eine dreistellige Zahl von Kriminalromanen. Am bekanntesten sind seine Comic-Crime-Serie mit dem glücklosen Einbrecher John Dortmunder und die Hardboiled-Serie um den Einbrecher Parker (die er als Richard Stark schrieb).  Aber auch die von  Tucker Coe geschriebenen Mitch-Tobin-Romane sind von ihm. Viele seiner Bücher wurden verfilmt. Am bekanntesten sind „Point Blank“, „Vier schräge Vögel“, „Eine Blondine zuviel – Two much“, „Payback – Zahltag“ und „Die Axt“.

Für die Jim-Thompson-Verfilmung „The Grifters“ schrieb er das Oscar-nominierte Drehbuch. 1993 ernannte Mystery Writers of America ihn zum Grandmaster.

Ein großartiger Autor, der kein schlechtes Buch geschrieben hat, ist von uns gegangen.

In der New York Times gibt es einen lesenswerten Nachruf von Jennifer Lee. Weitere Informationen über Westlake und eine aktuelle Liste von Nachrufen gibt es bei Sarah Weinman.

Als großer Donald-E.-Westlake-Fan feierte ich in den vergangenen Jahren diese Werke und die Parker-Serie (die er als Richard Stark schrieb) ab:

Meine Besprechung des Dortmunder-Romans „What’s so funny?“

Meine Besprechung des Dortmunder-Romans „Watch your back!“

Meine Besprechung des Dortmunder-Kurzromans „Die Geldmacher“ (Walking around money; erschienen in „Die hohe Kunst des Mordens“ [Transgressions])

Meine Vorstellung der Parker-Serie, die Westlake als Richard Stark schreibt

Meine Besprechung des Parker-Romans „Ask the Parrot“

Meine Doppelbesprechung der Parker-Romane „Fragen Sie den Papagei“ (Ask the Parrot) und „Dirty Money“

Meine Besprechung des Frühwerks „Mafiatod“ (361)

Nachtrag (2. Januar): Einen kurzen Nachruf gibt es bei Spiegel Online (von „dan“, mit dem vor Unwissenheit glänzenden Anfang „Erst letztes Jahr entdeckten ihn die deutschen Leser:“. Denn Westlake ist auch für deutsche Leser ein alter Bekannter.), Frankfurter Rundschau (kurze dpa-Meldung) und Focus (die kurze AP-Meldung).


Kleinkram aus der Welt des Films und der Literatur

Januar 2, 2009

Das klingt nicht gut: die James-Lee-Burke-Verfilmung „In the electric mist“ von Bertrand Tavernier mit Tommy Lee Jones als Dave Robicheaux wird in den USA Ende März gleich auf DVD veröffentlicht. Wann und ob es eine deutsche Veröffentlichung gibt, ist noch unklar.

Die ersten drei Kommentare in der IMDB zum Film sind erschreckend tief im roten Bereich. Aber bei der Besetzung will ich einfach nicht glauben, dass der Film das dort beschriebene komplette Desaster ist.

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Bei Frank Millers Verfilmung von Will Eisner’s The Spirit glaube ich es allerdings. Nach Rotten Tomatoes finden die meisten Kritiker den Film sehr schlecht, weil außer der „Sin City“-Optik an dem Werk wohl nichts stimmt. In nackten Zahlen: Frischgrad: 16 Prozent (70 mal Daumen runter, 13 mal Daumen rauf ) .

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The Hitchcock Papers heißt ein neuer Blog von John Greco (Twenty Four Frames) über den titelgebenden Regisseur. Bis jetzt gibt es einige Texte, Hinweise auf Dokus und Trailer, Plakate und viele Bilder. Ein Blick lohnt sich.

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Die Best-of-2008-Liste des January Magazines gibt es als Zweiteiler. Im ersten Teil treten C. J. Box, Michael Connelly, Robert Crais, Tom Rob Smith, Don Winslow, Michael Koryta und Stieg Larsson auf.  Im zweiten Teil treten Lawrence Block, Nick Stone, Lee Child, Philip Kerr, Robert B. Parker, Duane Swierczynski (aka Duane Louis), James Lee Burke und ein Buch über Comics auf.

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Weitere Listen gibt es im Crime Fiction Dossier. Kritiker (wie Ali Karim und Otto Penzler), Macher und Autoren (wie Thomas Perry, Jonathan Santlofer, Jon Land, Nick Stone, Robert Crais, David Morrell, Ken Bruen, Harlan Coben, George Pelecanos und Lawrence Block)  nennen ihre drei Lieblingsbücher 2008.

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Die Januar-Ausgabe von The Big Thrill ist online. Dieses Mal wird unter anderem Thomas Perry porträtiert (er hat einen neuen Jane-Whitefield-Roman geschrieben) und Joseph Finder interviewt.


TV-Tipp für den 2. Januar: Chicago – Engel mit schmutzigen Gesichtern

Januar 2, 2009

BR, 00.05 (VPS 00.10)

Chicago – Engel mit schmutzigen Gesichtern (USA 1938, R.: Michael Curtiz)

Drehbuch: John Wexley, Warren Duff (nach einem Stoff von Rowland Brown)

Zwei Jugendfreunde treffen sich nach Jahren wieder: der eine wurde Priester, der andere Gangster. Und beide versuchen die Jugendlichen für ihre Ziele zu gewinnen. Erst auf dem elektrischen Stuhl entscheidet sich der Kampf.

Ein weiterer der damals beliebten Gangsterfilme. „Das von Regisseur Curtiz temporeich inszenierte Gangster-Melodram wurde sehr aufwendig produziert, was zum damaligen Zeitpunkt bedeutete, dass Bogart nur einen kleinen Part übernehmen durfte.“ (Clifford McCarty: Humphrey Bogart und seine Filme)

Cagney, Curtiz und Brown (für das Drehbuch) waren jeweils für einen Oscar nominiert. Cagney erhielt – als Trost – den Preis des New York Film Critics Circle.

mit James Cagney, Pat O’Brien, Humphrey Bogart, Ann Sheridan, George Bancroft

Hinweise

Wikipedia über „Angels with Dirty Faces“

Slant Magazine über „Angels with Dirty Faces“

Twenty Four Frames (John Greco) über „Angels with Dirty Faces“

AOL: Trailer „Angels with Dirty Faces“


TV-Tipps für Silvester und Neujahr: Musik und Gangster

Dezember 31, 2008

31. Dezember

3sat, 06.00

Pop around the clock

Traditionell beschließt 3sat sein Jahr mit Konzertmitschnitten. Dieses Jahr singen und spielen unter anderem die Foo Fighters, Jeff Beck, Van Morrison, Eric Clapton, Sheryl Crow, ZZ Top, Coldplay, Elvis, Frank Sinatra, Queen, Tina Turner, Alanis Morisette und die Sex Pistols.

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1. Januar

BR, 23.30

Die schwarze Dahlie (USA 2006, R.: Brian de Palma)

Drehbuch: Josh Friedman

LV: James Ellroy: The Black Dahlia, 1987 (Die Schwarze Dahlie)

Hollywood, 1947: Zwei Polizisten versuchen herauszufinden, warum das Starlet Elizabeth Short, die titelgebende schwarze Dahlie, ermordet wurde. Sie stolpern in das typische Ellroy-Gestrüpp aus Mord, Verrat, Sex, Gier, Geld und Gewalt.

Machen wir’s kurz: langatmiges, vollkommen gescheitertes Ausstattungskino. Schade um das Geld.

Mit Josh Hartnett, Aaron, Eckhart, Scarlett Johansson, Hilary Swank, Mia Kirshner, Gregg Henry

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Film-Zeit über „Die schwarze Dahlie“

Wikipedia über „Die schwarze Dahlie“

Drehbuch „The Black Dahlia“ von Josh Friedman (Fassung vom 14. Oktober 2003)

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BR, 01.25

Wem gehört die Stadt? (USA 1936, R.: William Keighley)

Drehbuch: Seton I. Miller (nach einem Originalstoff von Martin Mooney und Seton I. Miller)

Polizist Johnny Blake schleicht sich in ein Gangsterbande ein. Er will so an die Hintermänner der New Yorker Unterwelt gelangen. Doch der Gangster Bugs Fenner misstraut ihm.

Spannender Gangsterfilm, bei dem der Undercover-Einsatz von Robinson natürlich nur der Vorwand ist, um ausführlich das schändliche Treiben der Gangster zu zeigen. Bogart überzeugte die Kritiker als Gangster und wurde, wie in zahlreichen weiteren Gangsterfilmen, kurz vor Schluss von dem Star des Films umgebracht.

mit Edward G. Robinson, Joan Blondell, Humphrey Bogart

auch bekannt als „Wer regiert die Stadt?“

Hinweise

Monsters and Critics über „Bullets or Ballots“

DVD Movie Guide über „Bullets or Ballots“


Lesenswerte Essays für langjährige Krimifans

Dezember 30, 2008

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„Das Mörderische neben dem Leben“ ist die von Krimifans, die sich auch theoretisch mit dem Genre beschäftigen, langerwartete Sammlung von in den vergangenen fünfzehn Jahren verstreut in verschiedenen Zeitungen, Büchern und im Internet veröffentlichten Kritiken, Vorträgen und Essays von „Krimipapst“ Thomas Wörtche. Ergänzt werden die bekannten Texte durch einige bislang unveröffentlichte Texte, wozu vor allem das lesenswerte Vorwort, Wörtches Rückblick auf seine Zeit als Herausgeber der Krimireihe „metro“ des Unionsverlages und ein Text über Eric Ambler gehören. Wegen des langen Zeitraums, über den sich die Texte erstrecken, werden Konstanten in Wörtches Denken und seinem ästhetischem Programm, seiner Unterscheidung zwischen „Krimi“ (manchmal auch „Grimmi“) und „Kriminalliteratur“, deutlich. „Es ist also nur plausibel, Kriminalliteratur da zu vermuten, wo auch ästhetisch etwas bemerkenswert ist, wo also die verwendeten literarischen Mittel zum ‚Sinn’ oder der ‚Bedeutung’ eines Romans wesentlich beitragen. (…) Die beiden Komponenten Sprache und Wirklichkeit stehen in einem prekären Verhältnis: Die Sprache kann noch so kunstvoll sein, noch so raffiniert, ausgekocht und mit allen Wassern von Romantheorien gewaschen – wenn mit ihr etwas erzählt wird, was aus Gründen des Nicht-genau-Hinschauens, des Nicht-Wissens, des Falsch-Verstehens, des Nicht-Kennens von Sachverhalten, Topographien, Fakten etc. nicht hinreicht, dann zerplatzt die schöne Kunst wie eine Seifenblase, die bestenfalls noch hübsch schillert, normalerweise aber nur einen seifigen Nachgeschmack hinterlässt. Dann werden Texte plötzlich entsetzlich prätentiös.“ Und „Kriminalliteratur wird zum belanglosen oder auch bedenklichen ‚Grimmi’ dort, wo sie prätendiert, dass das Gute siegt, wo die Ordnung wieder hergestellt wird, die Monster ‚Serialkiller’ heißen, ‚das Böse’ psychopathisch ist, das Morden eine künstlerische Tätigkeit und das Aufklären ein Puzzlespiel.“

Es werden, allerdings eher beiläufig, einige Entwicklungen im Genre in den vergangenen Jahren in Deutschland deutlich. Die wichtigsten sind dabei das Ende der seit Jahrzehnten bekannten Krimireihen in den Neunzigern, der Aufstieg des Regiokrimis, der Sieg von Donna Leon und Henning Mankell an der Kasse und der Aufbau der metro-Reihe, die vor allem Autoren außerhalb der bekannten Regionen Deutschland-Skandinavien-USA präsentierte.

Das Namedropping in den Essays löst immer wieder ein beifälliges Nicken aus. Joseph Wambaugh (die Werke aus dem letzten Jahrhundert), Chester Himes, Jerry Oster, Jerome Charyn, Pieke Biermann, Jean-Patrick Manchette, Ross Thomas, Eric Ambler, Lawrence Block und George Simenon. Auch seine „15 begründete Vorlieben, international, in Büchern…“ erfreut die langjährigen Krimifans:

Thomas Adcock (geb. 1947): Hell’s Kitchen (Sea of Green, 1989 – nicht mehr erhältlich)

Robert W. Campbell (1927 – 2000): Asche (Juice, 1988 – nicht mehr erhältlich)

Liza Cody (geb. 1944): Schwesternkrieg (Monkey Wrench, 1994 – nicht mehr erhältlich)

Didier Daeninckx (geb. 1949)/Jacques Tardi (geb. 1946): Den Letzten beißen die Hunde Le Der des ders, 1997 – nicht mehr erhältlich)

Pablo de Santis (geb. 1963): Voltaires Kalligraph (El caligrafo de Voltaire, 2001 – Unionsverlag)

Garry Disher (geb. 1949): Drachenmann (The Dragon Man, 1999 – Unionsverlag)

Joe Gores (geb. 1931): 32 Cadillacs (32 Cadillacs, 1992 – nicht mehr erhältlich)

Imre Kertész (geb. 1929): Detektivgeschichte (Detektivtörténet, 1977/2001 – Rowohlt)

Robert Littell (geb. 1935): Die kalte Legende (Legends, 2005 – Fischer Verlag)

William Marshall (geb. 1944): Manila Bay (Manila Bay, 1986 – Unionsverlag, nicht mehr erhältlich)

Andreu Martin (geb. 1949): Die Stadt, das Messer und der Tod (El Hombre de la Navaja, 1993 – nicht mehr erhältlich)

James Sallis (geb. 1944): Driver (Drive, 2005 – Liebeskind)

Paco Ignacio Taibo II (geb. 1949): Vier Hände (Cuatro Manos, 1990 – Unionsverlag)

Luis Ferdinand Verissimo: Der Club der Engel (O Clube dos Anjos, 1998 – nicht mehr erhältlich)

Donald E. Westlake (geb. 1933): Der Freisteller (The Ax, 1997 – nicht mehr erhätlich)

Gerade jüngere Krimifans dürften spätestens jetzt ins Grübeln geraten. Von diesen fünfzehn Werken sind neun Werke nicht mehr erhältlich, andere Bücher der genannten Autoren oft ebenfalls nicht, das Durchschnittsalter ist deutlich über Sechzig, es ist nur eine Frau dabei und der Unionsverlag erhält bei den erhältlichen Büchern die meisten Nennungen. Diese Liste zeigt exemplarisch den Grund für das zunehmende Unwohlsein während der Lektüre von „Das Mörderische neben dem Leben“.

Insgesamt entsteht nämlich der Eindruck, dass in den vergangenen zehn Jahren, bis auf wenige Ausnahmen, nur Mist veröffentlicht wurde und dass alle jüngeren Autoren (sagen wir mal: unter sechzig Jahren) nur Mist schreiben oder nicht erwähnenswert sind. Kein Ian Rankin, kein Michael Connelly, kein George Pelecanos (den Wörtche nicht mag), kein Joe R. Lansdale, kein Jason Starr, kein Ken Bruen, kein John Harvey, keine Sara Paretsky, kein Thomas C. Cook, kein Peter Temple, kein Dennis Lehane, kein Charlie Huston, kein Mark Billingham, kein Jonathan Lethem – um nur einige Autoren (unabhängig von ihrem ästhetischem Programm, also ob Kriminalliteratur oder Grimmi) zu nennen, die in den vergangenen Jahren in der Krimiszene bei Lesern und Autoren sehr beliebt waren. Lee Child wird im Vorwort mit einem Satz erwähnt. Donna Leon, Ingrid Noll, die Skandinavier und die Serienkillerthriller werden immer mal wieder in einem Halbsatz abgewatscht.

Diese massive Schlagseite zugunsten nicht mehr erhältlicher Romane und Autoren kann, weil sie sich durch das gesamte Buch zieht, nicht damit erklärt werden, dass halt in einem Text aus dem Jahr 1995 auf 1995 erhältliche Autoren hingewiesen wird und es in erster Linie um die Argumentation des Autors gehe. Denn Wörtche wählte die Texte aus und, weil die meisten Bücher und Autoren nicht mehr erhältlich sind, müssen die Urteile von Wörtche einfach geglaubt werden. Eine schnelle Überprüfung ist meistens nicht möglich (Ein Stöbern in verschiedenen Antiquariaten ist dagegen eine langwierige Aufgabe und das Bestellen über Amazon-Marketplace und Abebooks immer etwas gefährlich.). Diese vom Autor aufgerichtete Barriere erschwert Interessierten unnötig die Lektüre. Da hilft auch Wörtches in dem Vorwort bescheiden formulierter Anspruch, dass „Das Mörderische neben dem Leben“ sich den Luxus gönne, „Kriminalliteratur und das Nachdenken über sie als zunächst einmal (allgemein-)konsensfreie Zone zu betreiben“, nicht. Denn dieser Luxus führt dazu, dass „Das Mörderische neben dem Leben“ vor allem ein Buch für bereits bekehrte Krimifans ist.

Neulinge dürften dagegen besser mit den „Krimijahrbüchern“ oder Barry Forshaws „The Rough Guide to Crime Fiction“ bedient sein. Denn für sie dürfte „Das Mörderische neben dem Leben“ ein obskurer Closed-Shop sein.

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Thomas Wörtche: Das Mörderische neben dem Leben – Ein Wegbegleiter durch die Welt der Kriminalliteratur

Libelle, 2008

208 Seiten

19,90 Euro

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Enthält

Kriminalliteratur tanzt, schwimmt und rudert auf vielerlei Grenzlinien – Ein Vorwort

TWs seltsame Rankings

Sprengfallen – Eric Ambler und die Poetik des Pragmatischen

Das Versagen der Kategorien – Über Georges Simenon

It Does Make Sense! Chester Himes und sein 20. Jahrhundert in den USA und Europa

Rätsel Ripley oder Ripley, revisted

Das Mörderische und das Komische

Kriminalliteratur, weltweit

The making of metro…

Krimis und Kriminalliteratur

Desaster as usual – Science-Fiction, Kriminalliteratur und eine ungeklärte Nachbarschaft

Die Verweigerung von Eindeutigkeit – Der argentinische Zeichner Albert Breccia und sein Beitrag zur Ästhetik des 20. Jahrhunderts

Gewalt im Reich der Töne – Ein unbequemes Radiofeuilleton mit Musik

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Hinweis

Thomas Wörtche im Netz: Kaliber .38 und Titel-Magazin


Cover der Woche

Dezember 30, 2008

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TV-Tipp für den 30. Dezember: Entscheidung in der Sierra/Stadt an der Grenze

Dezember 30, 2008

BR, 00.00

Entscheidung in der Sierra (USA 1940, R.: Raoul Walsh)

Drehbuch: John Huston, W. R. Burnett

LV: W. R. Burnett: High Sierra, 1940 (High Sierra)

Nach einem missglückten Überfall flüchtet Roy Earle in die Berge. Die Polizei verfolgt ihn.

„High Sierra“ ist ein Abgesang auf die Gangsterfilme mit Cagney/Robinson/Raft. Bogart spielt zum ersten Mal seine klassische Rolle: den wortkargen, einsamen Verlierer; den harten Kerl mit dem weichen Herz. „High Sierra“, ein schnörkelloses Gangsterdrama, ist einer von Bogarts besten Filmen und war damals einer der größten finanziellen Erfolge von Warner Brothers.

Mit Ida Lupino, Humphrey Bogart, Arthur Kennedy

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BR, 01.35

Stadt an der Grenze (USA 1935, R.: Archie Mayo)

Drehbuch: Laird Doyle, Wallace Smith, Robert Lord (Geschichte)

LV: Carroll Graham: Border Town, 1934 (Inspiration)

Ein erfolgloser Anwalt versucht als Teilhaber eines Spielkasinos in einer Grenzstadt sein Glück und er wird von der Frau seine Mitinhaber in eine düstere Affäre hineingezogen.

„Spannendes Melodram, das der Szenerie einer schäbigen Kleinstadt an der amerikanisch-mexikanischen Grenze eine dichte Atmosphäre abgewinnt.“ (Lexikon des internationalen Films)

Mit Paul Muni, Bette Davis


Taxifahren im Film

Dezember 29, 2008

Ist Ihnen schon aufgefallen, dass in einem Film der Fahrer selten fragt, wohin sein Fahrgast will (vielleicht Telepathie) und dass am Ziel der Fahrgast ihm ungefragt den passenden Betrag aushändigt?

Sie halten das für unrealistisch?

Dann kennen Sie die Kottan-Version vom Taxifahren noch nicht:


Die Pechvögel 2008

Dezember 29, 2008

Welche Bücher wollte ich dieses Jahr unbedingt lesen und habe es bis heute aus verschiedenen Gründen nicht geschafft? Meistens lag es an der Länge (teils über 500, 600 Seiten), seltener verschwanden sie im Zu-Lesen-Stapel und einige sind erst vor wenigen Wochen erschienen, aber „Stichtag ist Stichtag“. Daher:

Martin Amis: Haus der Begegnungen (Ich sage nur „Gierig“ und „Pfeil der Zeit“.)

Iain Banks: Die Sphären

Brett Battles: Der Profi

Mark Billingham: Das Blut der Opfer

Robert Brack: Und das Meer gab seine Toten zurück (wird jetzt aber zusammen mit „Psychofieber“ gelesen)

Wolfgang Brenner: Bollinger und die Barbaren (wird jetzt aber zusammen mit „Honeckers Geliebte“ gelesen)

Glenn Chandler: Die Todeskarte

Donn Cortez: Closer (oder: Was hat der Junge vor seinen „CSI: Miami“-Romanen geschrieben?)

Pete Dexter: Paris Trout (Hardcovers passen so schlecht in die Jackentasche.)

Chuck Hogan: Endspiele

Charlie Huston: Killing Game

Simon Kernick: Gnadenlos

Michael Koryta: Tödliche Rechnung

Thor Kunkel: Kuhls Kosmos

Lynda La Plante: Die blutrote Dahlie

Hugh Laurie: Bockmist (Irgendwie ist das Buch immer wieder untergegangen. Dabei sind die ersten Zeilen grandios.)

David Lawrence: Tödliches Dunkel

Gayle Lynds: Spymaster

Stuart MacBride: Der erste Tropfen Blut

Michael Morley: Viper (wahrscheinlich kein gutes Buch, aber als Morley sein Debüt vorstellte, sagte ich, die Prämisse von „Viper“ klinge interessant: ein Serienkiller in der Mafia.)

Leonardo Padura: Der Nebel von gestern

Scott Sigler: Infiziert

Peter Temple: Spur ins Nichts

Hunter S. Thompson: Angst und Schrecken im Wahlkampf

Martyn Waites: Der Gnadenthron

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In der Kategorie „noch (?) nicht übersetzt“:

Sean Chercover: Big City, Bad Blood

James W. Hall: Magic City

Thomas Perry: Silence

Duane Swierczynski: Severance Package

Und noch mindestens ein Buch von James O. Born, Sean Doolittle, Tom Piccirilli, Richard Price und Max Allan Collins (zu produktiv für Einzelnennungen) und alle Hard-Case-Crime-Originalausgaben, die ich bis jetzt noch nicht gelesen habe.

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Irgendwie Pech (und deshalb nicht in meiner Jahres-Top-Liste) hatten auch diese TV-Serien:

KDD – Kriminaldauerdienst (2. Staffel)

Kidnapped – 13 Tage Hoffnung

Sleeper Cell

Die Ausschnitte, die ich gesehen habe, haben mir gefallen, aber dann wurden die Serien auf die externe Festplatte ausgelagert und vergessen. Denn sie scheinen alle diese „Die nächste Folge will ich noch sehen“-Wirkung zu haben.


TV-Tipp für den 29. Dezember: Maschinenpistolen, Die wilden Zwanziger

Dezember 29, 2008

BR, 00.25

Maschinenpistolen (USA 1949, R.: Raoul Walsh)

Drehbuch: Ivan Goff, Ben Roberts

Der Gangsterfilmklassiker „White Heat“ führte den psychopathischen Gangster ein: James Cagney als neurotisch-brutaler Gangsterboss am Rockzipfel seiner Mutter. Grandios.

Auch das Ende: Cagney jagt sich und etliche Gas-Tanks in die Luft und brüllt: „Made it, Ma! Top of the world!“

Mit James Cagney, Virginia Mayo, Edmund O’Brien, Margaret Wycherly

Auch bekannt als „Sprung in den Tod“

–

BR, 02.15

Die wilden Zwanziger (USA 1939, R.: Raoul Walsh)

Drehbuch: Jerry Wald, Richard Macaulay, Robert Rossen

LV: Originalstory von Mark Hellinger

Schmissiger Gangsterfilm mit James Cagney und Humphrey Bogart – und, auch ohne ein Buch als Vorlage (als Inspiration dienten, neben einer Originalstory von Mark Hellinger, die Schlagzeilen der Tageszeitungen), wichtig als optische Vorlage für zahllose Gangsterkrimis.

Auch bekannt als  „Die goldenen Zwanziger“


Wiederveröffentlichungen – Ein Trend?

Dezember 28, 2008

2008 wurden im Rückblick ungewöhnlich viele Kriminalromane, die lange nicht mehr erhältlich waren, wieder veröffentlicht; – teilweise in neuen Übersetzungen oder vom Autor überarbeitet und, manchmal, mit begleitenden Texten zum Werk und Autor.

Hier ist die, sicher unvollständige, Liste:

Lawrence Block: Abzocker

Robert Brack: Psychofieber

Pete Dexter: Paris Trout

Egon Eis: Duell im Dunkel

Frank Göhre: An einem heißen Sommertag

Uta-Maria Heim: Das Rattenprinzip

Emilie Heinrichs: Leibrenten (der erste Band der „Criminalbibliothek 1850 – 1933)

David Hewson: Epiphanias

Sam Jaun: Brandnacht

Dan Kavanagh: Duffy

-ky: Einer von uns beiden

Joe R. Lansdale: Der Gott der Klinge

Hugh Laurie: Bockmist

Hansjörg Martin: Kein Schnaps für Tamara

Rex Miller: Fettsack

Michael Molsner: Rote Messe

Helga Riedel: Einer muss tot

Irene Rodrian: Schlaf, Bübchen, Schlaf

Peter Robinson: Eine respektable Leiche

James Sallis: Deine Augen hat der Tod

Peter Schmidt: Die Regeln der Gewalt

Leonard Schrader: Der Yakuza

Ross Thomas: Teufels Küche

Ross Thomas: Am Rand der Welt

Friedhelm Werremeier: Taxi nach Leipzig

Donald E. Westlake: Mafiatod

Peter Zeindler: Feuerprobe


Fred Breinersdorfer erzählt

Dezember 28, 2008

Bei Stichwort Drehbuch gibt es einige längere Ausschnitte aus einem Gespräch mit Krimi- und Drehbuchautor Fred Breinersdorfer (Anwalt Abel und „Sophie Scholl – Die letzten Tage“). Er erzählt von seinem ersten eigenen Filmdreh, wie er dabei den Drehbuchautor verfluchte (also sich selbst), wie wichtig ein Drehbuch ist und wie die Sitten im Filmgeschäft sind.

Hörenswert!


KrimiWelt-Bestenliste Januar 2009

Dezember 27, 2008

Die Januar-Bestenliste der KrimiWelt dürfte, wegen der Feiertage, in Wirklichkeit eine Mitte-Dezember-Bestenliste sein. Jedenfalls hat das kollektive Votum der Kritiker diese Liste ermittelt:

1 (1) John le Carré: Marionetten

2 (3) Jerome Charyn: Citizen Sidel

3 (8) Kate Atkinson: Lebenslügen

4 (4) Jo Nesbø: Der Schneemann

5 (6) Ian Rankin: Ein Rest von Schuld

6 (-) Rudolf Lorenzen: Bad Walden

7 (-) Stefan Kiesbye: Nebenan ein Mädchen

8 (-) Pete Dexter: Paris Trout

8 (-) Natsuo Kirino: Teufelskind

9 (7) Fred Vargas/Baudoin: Das Zeichen des Widders