Bouchercon III: Nachlese

Oktober 16, 2008

Erinnert Ihr euch noch an die kärgliche Nachlese im Internet zur Criminale? Nein? Nun, die ist hier. Die Bouchercon-Nachlese fällt dagegen üppiger aus.  Sarah Weinman macht’s nach ihrer Rückkehr in Bullet Points und weist auf die nächste Bouchercon 2010 in San Francisco (mit Laurie R. King und Lee Child) hin. Crime Fiction Dossier David J. Montgomery ist zurück:

The highlight for me was Larry Block being interviewed by Charles Ardai. Block is, and has long been, one of my favorite writers so it was a pleasure to hear him speak again. The sad part was knowing that this might be the last time seeing him in a situation like this, now that he is semi-retired. (He said during the talk that he doesn’t know if he’ll write any more books.)

(Erstens: Gibt es irgendwo das Interview? Zweitens: Irgendwie glaub‘ ich den Satz in der Klammer nicht.)

Shotsmag Confidential hat mehrere Berichte online. Beim Rap Sheet gibt es neben der Live-Übertragung (als Experiment gelungen, aber auf meinem PC kaum anhör- und nicht ansehbar), eine erste Linksammlung,  einige Nachbetrachtungen und Bilder.  Martin Edwards schreibt über seine Erfahrungen als Panel-Teilnehmer. Laurie R. King über ihre als Panel-Moderatorin.  Alexandra Sokoloff über ihre Eindrücke. Dito Duane Swierczynski. Dave White ebenso. Lee Lofland hat viele Bilder. Bei Crimespace gibt es etwas zu lesen. Dito bei Women of Mystery: einmal, zweimal und mehr demnächst. Sandra Ruttan hat beides: eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs. Bookspot Central beschreibt seine zehn schönsten Bouchercon-Momente. Ge-Flickr-ed wird auch.

Stellvertretend für die anderen positiven Stimmen schreibt Victor Gischler:

What a damn great time. Congrats to Ruth Jordan and Judy Bobalik and all the folks who worked hard to make Baltimore so fun. It was great catching up with so many people. (…) People I wanted to pull aside to say how much I really liked their novels/short stoires. I just wasn’t able to get to it all. The time just flew right on by.

Best of all, I met a number of readers who said those words every author longs to hear: „I really love your work.“ I have the best damn readers in the world.

Thanks.

Und dann gibt es noch, zum Abschluss von diesem kleinen und unvollständigem Überblick, den Bouchercon-2008-Blog.

Das klingt doch alles viel spannender als das Echo von der Criminale.


TV-Tipp für den 16. Oktober

Oktober 16, 2008

3sat, 21.00

3satbuchzeit

oder: Eine Sondersendung zur Frankfurter Buchmesse. Aber im Gegensatz zum ZDF zu einer normalen Zeit. Das ZDF zeigt seine „aspekte extra“ um 00.35 Uhr nach Maybrit Illner (mit den üblichen Verdächtigen zu dem erwartbaren Thema der Woche) und Johannes B. Kerner (mit Atze Schröder).

Heute stellt Gert Scobel Autoren vor, Elke Heidenreich kommentiert (wenn sie bis dahin nicht die ersehnten Entlassung bekommen hat) und Orhan Pamuk spricht über türkische Literatur.

Hinweise

Homepage der Frankfurter Buchmesse

3sat über die Frankfurter Buchmesse

Am Samstag, den 18. Oktober, gibt es um 21.30 Uhr eine „3satbuchzeit extra“ (Diese Kleinschreibung ist wohl das neue Hip-Ding bei den Öffentlich-Rechtlichen.)


Washington, D. C.: Pelecanos berichtet aus den innerstädtischen Kampfzonen

Oktober 15, 2008

George Pelecanos hat es in Deutschland wirklich nicht leicht. Während er in seiner Heimat Amerika und in England schon seit Jahren bei den gleichen Verlagen ist, diese ihn auch fördern und die Verkaufszahlen inzwischen seinem Ruf innerhalb der Krimiszene entsprechen, wandert er in Deutschland von einem Verlag zum nächsten. Nach Dumont, Rotbuch und Aufbau Verlag versucht jetzt der Rowohlt Taschenbuch Verlag sein Glück. Dass ich, als langjähriger Pelecanos-Fan, dem Verlag die Daumen drücke, dürfte kein großes Geheimnis sein. Auch wenn das Wort „Thriller“ auf dem Cover von „Der Totengarten“ (The night gardener) und der Klappentext die Erwartungen in eine falsche Richtung lenken. Denn „Der Totengarten“ ist alles außer einem 08/15-Serienkillerthriller. George Pelecanos schrieb auch noch nie einen herkömmlichen Rätselkrimi. Für ihn sind die Charaktere und deren Welt wichtiger als reine die Krimihandlung.

Deshalb ist in dem mit dem Barry ausgezeichneten „Der Totengarten“ die Frage nach dem Täter, obwohl Pelecanos die Identität des Serienmörders auf der letzten Seite enthüllt, vollkommen nebensächlich. In „Der Totengarten“ steht nicht die Jagd nach dem Serienmörder, sondern das Leben von drei Männern im Mittelpunkt.

1985 ermordete ein Serienkiller in Washington, D. C., mehrere Jugendliche, deren Name ein Palindrom (wie Ava oder Otto) war. Er tötete sie mit einem Kopfschuss und in ihrem Rektum wurden Spermaspuren entdeckt. Die Leichen wurden immer in Gemeindegärten gefunden. Sergeant T. C. Cook leitete damals die erfolglosen Ermittlungen.

Zwanzig Jahre später wird wieder eine Leiche gefunden. Detective Sergeant Gus Ramone fallen sofort die Ähnlichkeiten zu der alten Mordserie auf. Im Lauf seiner Ermittlungen bildet er mit dem pensionierten T. C. Cook und dem Ex-Polizisten Dan ‚Doc’ Holiday, der inzwischen als Chauffeur und Bodyguard arbeitet, ein Team. Dieses Mal wollen sie den ‚Palindrom-Mörder’ fangen.

In Pelecanos Werk hat „Der Totengarten“ eine Ausnahmestellung. Bis dahin waren seine Helden Privatdetektive, Kleinunternehmer, meistens Coffee-Shop-Betreiber oder Inhaber eines LP-Ladens, und Gangster. In „Der Totengarten“ sind es ein Polizist, ein pensionierter Polizist und ein Bodyguard.

Pelecanos konzentriert sich in „Der Totengarten“ vor allem auf die tägliche Polizeiarbeit des Polizisten Ramone und dessen Privatleben. Er ist verheiratet, hat eine Tochter, einen vierzehnjährigen Sohn, dessen Freund Asa Johnson das jüngste Opfer des Killers ist, und versucht ein guter Vater zu sein. Letzteres, die Beziehungen der Generationen zueinander, ist natürlich ein vertrautes Pelecanos-Thema. Neu ist dagegen der starke Fokus auf die Arbeit der Polizei. Weil Pelecanos damals auch einer der Produzenten und Drehbuchautoren der hochgelobten, realistischen Polizeiserie „The Wire“, für die auch Dennis Lehane und Richard Price Drehbücher schrieben, war, erstaunt das nicht so sehr.

In den USA wurde „Der Totengarten“ von den Kritikern abgefeiert, schaffte es auf zahlreiche Jahresbestenlisten und auch auf die New-York-Times-Bestsellerliste.

In seinem neuesten Roman „The Turnaround“ sind die traditionellen Genreelemente, ähnlich dem nicht übersetzten „Shame the Devil“, noch unwichtiger. Es wird zwar fünfunddreißig Jahre nach der Tat ein Mord aufgeklärt. Es gibt Erpressungen, Drogenhandel und mehrere Morde. Also alles das, was zu einem zünftigen Krimi gehört.

Aber in erster Linie erzählt Pelecanos ausführlich von dem normal-alltäglichen Leben von drei Männern, die sich 1972 in einer Nacht begegneten und heute wieder aufeinander treffen. Damals fuhren drei Jugendliche in das Schwarzenviertel Heathrow Heights. Als es zu einer von den Weißen provozierten Konfrontation kam, flüchtete Pete Whitten, Billy Cachoris wurde erschossen und Alex Pappas im Gesicht verunstaltet. Heute führt Pappas den von seinem Vater gegründeten Imbiss und er überlegt, ob er seinem Sohn das Geschäft übergeben soll. Der Afroamerikaner Raymond Monroe arbeitet als Therapeut im Walter-Reed-Veteranenhospital. Als sie sich dort treffen, will Monroe erfahren, wie Pappas heute lebt und ihn mit seinem Bruder James Monroe, der damals für die Tat verurteilt wurde und heute als Automechaniker arbeitet, bekannt machen.

Und der Kleingangster Charles Baker, der auch 1972 dabei war, versucht mit Erpressungen aus seinem Wissen Kapital bei Whitten und Pappas zu schlagen. Denn er glaubt, dass damals sein Leben verpfuscht wurde.

Aber Pelecanos entwickelt in „The Turnaround“ den Krimiplot nicht weiter. Er schleift ihn fast lustlos mit. So verteilt er die nicht sonderlich rätselhaften Ereignisse während der Nacht 1972 und wer damals der Todesschütze war über die gesamte Geschichte. Die amateurhafte Erpressung von Baker führt, wie es auch in der Realität wäre, nicht zu einer sich konflikthaft entwickelnden Dynamik zwischen Erpresser und Erpressten und Drogenhandel ist in Großstädten etwas sehr alltägliches.

Genau an diesem Punkt überzeugt Pelecanos. Er ist der düstere Chronist des Lebens in der Großstadt Washington, D. C., der Konflikte zwischen den Ethnien und des kleinen Mannes. „The Turnaround“ ist sicher die in jeder Hinsicht alltäglichste Chronik des Lebens in einer Großstadt. Nur das Ende ist zu märchenhaft-schmalzig.

–

George Pelecanos: Der Totengarten

(übersetzt von Anja Schünemann)

Rowohlt Taschenbuch Verlag, 2008

464 Seiten

9,95 Euro

–

Originalausgabe

George Pelecanos: The night gardener

Little, Brown and Company, 2006

–

George Pelecanos: The Turnaround

Little, Brown and Company, 2008

304 Seiten

–

HInweise

Homepage von George Pelecanos

Newsweek: George Pelecanos nennt die für ihn fünf wichtigsten Romane (September 2008)

Film in Focus: Interview mit George Pelecanos (September 2008)

Newsvine: Interview mit George Pelecanos (September 2008)

Express Night Out: Georges Pelecanos, James Grady und andere beantworten Fragen zu Noir anläßlich der Veröffentlichung von „D. C. Noir 2“ (September 2008)

Meine Besprechung von George Pelecanos’ “Wut im Bauch” (Hell to pay, 2002)

Meine Besprechung von George Pelecanos’ „Drama City“ (2005)

–

Ansehbare Beweise

George Pelecanos spricht über „The Turnaround“

Der Trailer zu „Der Totengarten“


TV-Tipp für den 15. Oktober

Oktober 15, 2008

Und gleich noch ein Caper

Tele 5, 20.15

Topkapi (USA 1964, R.: Jules Dassin)

Drehbuch: Monja Danischewsky

LV: Eric Ambler: The light of day, 1962 (Topkapi)

Gentleman-Gauner Walter will mit seiner Gang einen kostbaren Dolch aus dem Topkapi-Museum in Istanbul klauen. Ohne die Hilfe des zwielichtigen Fremdenführers Arthur haben sie keine Chance.

Mit dem düsteren Gangsterfilm „Rififi“ erfand Dassin das Caper-Movie, mit seiner Parodie „Topkapi“ trug er es stilbewusst zu Grabe.

Amblers Buch erhielt den Edgar-Allan-Poe-Preis.

Mit Melina Mercouri, Peter Ustinov, Maximilian Schell, Robert Morley, Akim Tamiroff

Wiederholung: Freitag, 17. Oktober, 08.35 Uhr

Hinweise

Kirjasto über Eric Ambler

Krimi-Couch über Eric Ambler

Kaliber .38: Thomas Wörtche über Eric Ambler

California Literary Review: Brett F. Woods: Beyond the Balkans – Eric Ambler and the British Espionage Novel, 1936 – 1940 (26. März 2007)


Cover der Woche

Oktober 14, 2008

Das Cover der deutschen Erstausgabe des ersten John-Rebus-Romans „Knots and Crosses“. Das Original erschien 1987. Die deutsche Ausgabe im Mai 2000 – und dann ging es sehr schnell.


Rebus gegen die bösen Russen

Oktober 14, 2008

Die ewige Jugend beliebter Charaktere wie Spenser, Mike Hammer, James Bond und Jerry Cotton ist unrealistisch, aber dank dieser alterslosen Helden kann eine Serie bis in alle Ewigkeit fortgeschrieben werden. Wenn die Charaktere, wie Harry Bosch und John Rebus, in Echtzeit altern, rückt irgendwann die Pensionsgrenze und damit das Ende der Serie in greifbare Nähe. Bei dem von Ian Rankin erfundenen Detective John Rebus war es vergangenes Jahr soweit. Rankin schrieb mit „Exit Music“ die Chronik der letzten Dienstwoche von John Rebus. Jetzt ist der im November 2006 spielende Roman als „Ein Rest von Schuld“ auf Deutsch erschienen.

Detective John Rebus beschäftigt seine Partnerin Siobhan Clarke mit alten, ungeklärten Fällen. Da wird in einer dunklen Gasse neben einem Parkhaus der russische Dissidentendichter Alexander Todorow erschlagen. Als Rebus und Clarke kurz darauf herausfinden, dass eine russische Handelsdelegation sich in Edinburgh einkaufen will und ‚Big Ger’ Cafferty sich mit den Russen getroffen hat, vermuten sie einen Zusammenhang zwischen der Delegation, den Interessen schottischer Politiker und Banker und dem Mord an Todorow.

Kurz darauf verbrennt Charlie Riordan in seinem Haus. Der Toningenieur nahm zuletzt unter anderem eine Lesung von Todorow auf und hatte für ein Kunstprojekt eine umfangreiche Tondokumentation über die Arbeit des Parlamentes erstellt. Diese Tondokumente wurden im Brand fast vollständig vernichtet.

Für John Rebus hängen die beiden Morde miteinander zusammen. Für seine Vorgesetzten nicht und es gelingt ihm, wenige Tage vor seiner Pensionierung, suspendiert zu werden. Doch davon lässt er sich nicht weiter irritieren. Denn für Rebus ist der Fall die letzte Gelegenheit, sich an seinem Intimfeind Cafferty zu rächen.

Auch wenn Rankin den letzten Auftritt von Detective John Rebus mit „Exit Music“ (es gibt einen gleichnamigen Radiohead-Song) betitelte, ist er keine laue Abschiedsvorstellung und auch keine wehmütige Versammlung der aus den früheren Romanen bekannten Charaktere, die hier noch einmal auftreten und sich versöhnlich die Hand geben. „Exit Music“ (ich halte diesen Titel für treffender und schöner als „Ein Rest von Schuld“) ist eine leicht melancholische Abschiedsvorstellung, in der Rebus noch einmal zu großer Form aufläuft. Er legt sich mit seinen Vorgesetzten, Politikern, Diplomaten und Bankern an. Er fragt sich, was er nach seiner Pensionierung tun wird. Er weiß es nicht. Schließlich hat der Single neben seiner Arbeit keine Hobbys, – außer Rauchen (inzwischen vor der Bar) und Trinken.

Und Rankin verknüpft den Krimiplot von „Exit Music“, wie zuletzt in „Im Namen der Toten“, mit aktuellen politischen Ereignissen. Da war es der G-8-Gipfel in Gleneagles. Hier ist es die nahende Abstimmung über die schottische Unabhängigkeit, die geplanten Investitionen von Russen und der Tod des Regimekritikers Alexander Litwinenko.

Der Kriminalfall ist dagegen eher zweitrangig und die Lösung nach über fünfhundert spannenden Seiten mau. Mehr kann ich allerdings nicht verraten, ohne allzu deutliche Hinweise auf die Lösung zu geben. In Gesprächen gibt Ian Rankin zu, dass für ihn die Frage, wer der Täter sei, nicht besonders wichtig sei. Und das ist auch hier spürbar.

Insgesamt ist „Ein Rest von Schuld“ der würdige Abschluss einer grandiosen Krimireihe. Jedenfalls vorläufig. Denn Ian Rankin schließt weitere Romane mit John Rebus nicht aus.

–

Ian Rankin: Ein Rest von Schuld

(übersetzt von Giovanni und Ditte Bandini)

Manhattan, 2008

544 Seiten

19,95 Euro

–

Originalausgabe

Exit Music

Orion Books, London, 2007

–

Hinweise

Homepage von Ian Rankin

Ian Rankin über „Exit Music“

Meine Besprechung von Ian Rankins „Im Namen der Toten” (The Naming of the Dead, 2006)

Meine Besprechung von Ian Rankins „Die Seelen der Toten“ (Dead Souls, 1999)

Meine Besprechung von Ian Rankins „Der diskrete Mr. Flint“ (Watchman, 1988)

–

Anmerkungen

Bei der Besprechung zu „Im Namen der Toten“ gibt es eine John-Rebus-Bibliographie und, wie üblich, weiterführende Links.

Die Taschenbuch-Ausgabe von „Der diskrete Mr. Flint“ ist jetzt erhältlich.


TV-Tipp für den 14. Oktober

Oktober 14, 2008

WDR, 22.10

Der große Eisenbahnraub (GB 1978, R.: Michael Crichton)

Drehbuch: Michael Crichton

LV: Michael Crichton: The great train robbery, 1975 (Der große Eisenbahnraub)

Drei Gauner rauben 1855 in England Goldbarren aus einem fahrenden Zug.

Die auf Tatsachen beruhende, anfangs etwas langatmige Krimikomödie besticht durch ihre Ausstattung und die glänzend aufgelegten Darsteller (Sean Connery, Lesley-Ann Down, Donald Sutherland)

Kinotitel war „Der erste große Eisenbahnraub“

Hinweis

Homepage von Michael Crichton


Bouchercon II: Shamus und Anthony Awards

Oktober 13, 2008

Nach Macavity und Barry wurden jetzt auf der Bouchercon die Shamus und Anthony Awards vergeben. Die glücklichen Gewinner sind:

Shamus Awards

Best Novel: Soul Patch, by Reed Farrel Coleman

Nominiert

Head Games, von Thomas Cavanagh

The Color of Blood, von Declan Hughes

A Welcome Grave, von Michael Koryta

A Killer’s Kiss, von William Lashner

Best First Novel: Big City, Bad Blood, von Sean Chercover

Nominiert

The Cleaner (Der Profi), von Brett Battles

Keep It Real, von Bill Bryan

When One Man Dies, von Dave White

The Last Striptease, von Michael Wiley

Best Paperback Original: Songs of Innocence, von Richard Aleas

Nominiert

Exit Strategy, von Kelley Armstrong

Stone Rain, von Linwood Barclay

Deadly Beloved, von Max Allan Collins

Blood of Paradise, von David Corbett

Best Short Story: Hungry Enough, von Cornelia Read (aus “A Hell of A Woman: An Anthology of Female Noir”, herausgegeben von Megan Abbott)

Nominiert

Kill the Cat, von Loren D. Estleman (aus “Detroit Noir”, herausgegeben von E. J. Olsen und John C. Hocking)

Trust Me, von Loren D. Estleman (Alfred Hitchcock Mystery Magazine, June 2007); Open Mike, von James Nolan (aus “New Orleans Noir”, herausgegeben von Julie Smith)

Room for Improvement, von Marilyn Todd (Ellery Queen Mystery Magazine, December 2007)

–

Anthony Awards

Best Novel: What the Dead Know, von Laura Lippman

Nominiert

The Tin Roof Blowdown, von James Lee Burke

Bad Luck and Trouble, von Lee Child

The Watchman, von Robert Crais

Thunder Bay, von William Kent Krueger

Best First Novel: In the Woods (Grabesgrün), von Tana French

Nominiert

Big City, Bad Blood, von Sean Chercover

The Spellman Files, von Lisa Lutz

Head Games, von Craig MacDonald

The Blade Itself (Der Blutzeuge), von Marcus Sakey

Best Paperback Original: A Thousand Bones, von P.J. Parrish

Nominiert

Queenpin, von Megan Abbott

Slide, von Ken Bruen und Jason Starr

Blood of Paradise, von David Corbett

Baby Shark’s Beaumont Blues, von Robert Fate

Best Short Story: Hardly Knew Her,” von Laura Lippman (aus “Dead Man’s Hand”, herausgegeben von Otto Penzler)

Nominiert

Please Watch Your Step, von Rhys Bowen (The Strand Magazine, Spring 2007)

Dear Dr. Watson, von Steve Hockensmith (Ellery Queen Mystery Magazine, February 2007)

How Stella Got her Grave Back (Wie Stella ihr Grab zurückbekam), von Toni L.P. Kelner (aus “Many Bloody Returns” [Happy Birthday! – Vampirgeschichten] herausgegeben von Charlaine Harris and Toni L.P. Kelner)

Uncle, von Daniel Woodrell (aus “A Hell of A Woman: An Anthology of Female Noir”, herausgegeben von Megan Abbott)

Best Critical Non-fiction: Arthur Conan Doyle: A Life in Letters, von Jon Lellenberg, Daniel Stashower, und Charles Foley

Nominiert

The Essential Mystery Lists, zusammengestellt und herausgegeben von Roger M. Sobin

The Triumph of the Thriller: How Cops, Crooks, and Cannibals Captured Popular Fiction, von Patrick Anderson

Deviance in Contemporary Crime Fiction, von Christiana Gregoriou

Special Services Award: Jon and Ruth Jordan, Crimespree Magazine

Nominiert

Ali Karim, Shots

Maddy Van Hertbruggen, 4 Mystery Addicts

Sarah Weinman, Confessions of an Idiosyncratic Mind

Judy Bobalik, “for being one of the best friends and supporters of mystery writers anywhere.”

Best Web Site: Stop, You’re Killing Me!, herausgegeben von Stan Ulrich und Lucinda Surber

Nominiert

Confessions of an Idiosyncratic Mind, von Sarah Weinman

The Rap Sheet/January Magazine, herausgegeben von J. Kingston Pierce

Murderati, a writers’ blog

Crime Fiction Dossier, von David J. Montgomery

–

Herzlichen Glückwunsch an alle Gewinner!

Dank an The Rap Sheet für die Infos – und jetzt geht’s auf zum Lesen der ausgezeichneten Bücher.


TV-Tpp für den 13. Oktober

Oktober 13, 2008

WDR, 23.15

Invasion der Amateure – Die USA und der Wiederaufbau des Irak (USA 2007, R.: Charles Ferguson)

Drehbuch: Charles Ferguson

In seinem Regiedebüt fragt der frühere Berater der US-Regierung und diverser Hightech-Firmen Charles Ferguson, was bei der Invasion und dem Wiederaufbau im Irak schief ging. Wie der Titel schon andeutet: viel. Inkompetenz, Planungsmängel und Naivität hatten, so das wenig überraschende, aber gut untermauerte Fazit der Doku, zu der heutigen Situation im Irak geführt. Beim Sundance Filmfestival gab’s dafür 2007 den Spezialpreis der Jury; für den Oscar und den Preis der Writers Guild of America, um nur die in Deutschland bekanntesten Preise zu nennen, war „No End in Sight“ auch nominiert.

Hinweis

Homepage zum Film


TV-Tipp für den 12. Oktober

Oktober 12, 2008

Arte, 22.50

Mr. President (FR 2008, R.: Emilio Pacull)

Drehbuch: Maurice Ronai, Emilio Pacull

Doku über die Darstellung des amerikanischen Präsidenten in Hollywood-Filmen und Serien, wie diese Darstellungen Washington beeinflussen und umgekehrt.

Wiederholung: Montag, 27. Oktober 2008, 01.45 Uhr (Taggenau!)

Hinweis

Arte zur Doku (im Tagesprogramm runterscrollen; eine direkte Verlinkung geht nicht mehr)


Bouchercon I: Die Macavity und Barry Awards

Oktober 11, 2008

Auf der Bouchercon, dem großen Treffen der Krimifans in den USA, sind die Preise vergeben.

Macavity Awards

Best Mystery Novel: What the Dead Know, von Laura Lippman

Nominiert:

Soul Patch, von Reed Farrel Coleman

The Unquiet, von John Connolly

Blood of Paradise, von David Corbett

Water Like a Stone, von Deborah Crombie

Best First Mystery: In the Woods (Grabesgrün), von Tana French

Nominiert

Heart-Shaped Box (Blind), von Joe Hill

The Spellman Files, von Lisa Lutz

Stealing the Dragon, von Tim Maleeny

The Collaborator of Bethlehem (Der Verräter von Bethlehelm), von Matt Beynon Rees

Best Mystery Short Story: Please Watch Your Step, von Rhys Bowen (The Strand Magazine, Spring 2007)

Nominiert

A Rat’s Tale, von Donna Andrews (Ellery Queen Mystery Magazine [EQMM], September-October 2007)

The Missing Elevator Puzzle, von Jon L. Breen (EQMM, February 2007)

Brimstone P.I., von Beverle Graves Myers (Alfred Hitchcock Mystery Magazine, May 2007)

The Old Wife’s Tale, von Gillian Roberts (EQMM, March-April 2007)

Best Mystery Non-fiction: The Essential Mystery Lists, zusammengestellt und editiert von Roger M. Sobin

Nominiert

The Rough Guide to Crime Fiction, von Barry Forshaw

Chester Gould: A Daughter’s Biography of the Creator of Dick Tracy, von Jean Gould O’Connell

Arthur Conan Doyle: A Life in Letters, von Jon Lellenberg, Daniel Stashower und Charles Foley

Police Procedure and Investigation: A Guide for Writers, von Lee Lofland

Sue Feder Memorial Historical Mystery: Mistress of the Art of Death, von Ariana Franklin

Nominiert

Her Royal Spyness, von Rhys Bowen

The Snake Stone, von Jason Goodwin

Consequences of Sin, von Clare Langley-Hawthorne

The Gravedigger’s Daughter, von Joyce Carol Oates

–

Barry Awards

Best Novel (published in the U.S. in 2007): What the Dead Know, von Laura Lippman

Nominiert

Soul Patch, von Reed Farrel Coleman

The Unquiet, von John Connolly

Down River, von John Hart

Dirty Martini, von J.A. Konrath

Red Cat, von Peter Spiegelman

Best First Novel (published in the U.S. in 2007): In the Woods (Grabesgrün), von Tana French

Nominiert

Missing Witness, von Gordon Campbell

Big City, Bad Blood, von Sean Chercover

The Spellman Files, von Lisa Lutz

The Collaborator of Bethlehem (Der Verräter von Bethlehelm), von Matt Beynon Rees

The Blade Itself (Der Blutzeuge), von Marcus Sakey

Best British Crime Novel (published in the U.K. in 2007, not necessarily written by a British writer nor set in the U.K.): Damnation Falls, von Edward Wright (Orion)

Nominiert

A Quiet Belief in Angels, von R.J. Ellory

Pig Island, von Mo Hayder

One Under, von Graham Hurley

The Death List, von Paul Johnston

The 50/50 Killer (Der 50/50-Killer), von Steve Mosby

Best Paperback Original: Queenpin, von Megan Abbott

Nominiert

Black Widow Agency, von Felicia Donovan

Choke Point, von Jay MacLarty

The Mark (72 Stunden), von Jason Pinter

Wash This Blood Clean from My Hand, von Fred Vargas

Who Is Conrad Hirst?, von Kevin Wignall

Best Thriller: The Watchman, von Robert Crais

Nominiert

No Time for Goodbye, von Linwood Barclay

The Cleaner (Der Profi), von Brett Battles

Volk’s Game, von Brent Ghelfi

Silence, von Thomas Perry

Midnight Rambler, von Jim Swain

–

Die Crimespree-Preise wurden auch vergeben. Aber die Gewinner sind bereits seit langem bekannt.

–

Es kann sein, dass ich auf die Schnelle nicht alle deutschen Ausgaben gefunden habe. Aber bei Robert Crais, Thomas Perry, Megan Abbott, Sean Chercover und Reed Farrel Coleman habe ich sie sicher nicht übersehen.

Dank an The Rap Sheet für die Liste. Dort soll es heute auch einen Live-Webcast mit Mark Billingham und John Connolly geben.

Eifrig gebloggt über die Bouchercon wird bei den Kollegen von der Read Street (Nancy Johnston, Dave Rosenthal).

Und mehr über die Bücher gibt es bei Krimileser Bernd.


TV-Tipp für den 11. Oktober

Oktober 11, 2008

Sat.1, 20.15

Der ewige Gärtner (GB/D 2005, R.: Fernando Meirelles)

Drehbuch: Jeffrey Caine

LV: John le Carré: The constant gardener, 2001 (Der ewige Gärtner)

Der in Kenia lebende Diplomat Justin Quayle will herausfinden, wer seine politisch aktive Frau Tessa umbrachte.

Gute le-Carré-Verfilmung, die auch dem Autor gefällt.

Mit Falph Fiennes, Rachel Weisz, Danny Huston, Peter Postlethwaite, Anneke Kim Sarnau

Wiederholung: Montag, 13. Oktober, 02.05 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Homepage von John le Carré

Meine Besprechung von John le Carrés „Geheime Melodie“ (The Mission Song, 2006)

Film-Zeit über „Der ewige Gärtner“


TV-Krimi-Buch-Tipps online

Oktober 11, 2008

Welche Krimi-Verfilmungen laufen demnächst im Fernsehen? Hier gibt es die Antwort. Hier die ersten Zeilen:

In den kommenden beiden Wochen gibt es zwei TV-Premieren: einmal die gelungene John-le-Carré-Verfilmung „Der ewige Gärtner“ und einmal „The Da Vinci Code – Sakrileg“. Brian de Palmas kraftvolles „Scarface“-Remake (eine aktualisierte Verfilmung des Buches von Armitage Trail) wird zweimal gezeigt und, nachdem er zuletzt sogar einmal ungekürzt und einmal nur minimal gekürzt lief, stehen die Chancen für eine ungekürzte Fassung gut.
Außerdem sehenswert sind William Friedkins Robin-Moore-Verfilmung „French Connection“, John Frankenheimers Fortsetzung „French Connection II“, Jules Dassins Eric-Ambler-Verfilmung „Topkapi“, Frank Darabonts Stephen-King-Verfilmung „Die Verurteilten“, Robert Altmans John-Grisham-Verfilmung „Gingerbread Man – Eine nächtliche Affäre“, David Mackenzies Alexander-Trocchi-Verfilmung „Young Adam – Dunkle Leidenschaft“, J. Lee Thompsons John-D.-MacDonald-Verfilmung „Ein Köder für die Bestie“, Friedemann Fromms Friedrich-Ani-Verfilmung „Ud dahinter liegt New York“, Don Siegels J.-Campbell-Bruce-Verfilmung „Flucht von Alcatraz“, Sam Raimis Scott-B.-Smith-Verfilmung „Ein einfacher Plan“, Sidney Lumets Robert-Daley-Verfilmung „Prince of the City“, Budd Boettichers selten gezeigte Elmore-Leonard-Verfilmung „Um Kopf und Kragen“ und Stuart Rosenbergs Donn-Pearce-Verfilmung „Der Unbeugsame“ (mit dem unlängst verstorbenen Paul Newman).
Und selbstverständlich verfolgt Van Veeteren weiterhin Mörder und James Bond rettet, vor seinem nächsten Kinoeinsatz, mehrmals die Welt.


Neu im Kino: Eagle Eye

Oktober 10, 2008

Eagle Eye – Außer Kontrolle (Eagle Eye, USA 2008)

Regie: D. J. Caruso

Drehbuch: Dan McDermott, John Glenn, Travis Adam Wright, Hillary Seitz

Actionfilm über einen slackerhaften Copyshop-Angestellten und eine alleinerziehende Mutter, die plötzlich in das Fadenkreuz von Polizei und Geheimdiensten geraten. Die Regierung hält sie für gemeingefährliche Terroristen. Eine geheimnisvolle Frau hilft ihnen via Telefon immer wieder aus der größten Gefahr. Und die beiden Gejagten wollen herausfinden, warum sie öfters in Lebensgefahr geraten als James Bond in einem halben Dutzend Abenteuer.

Der Paranoiathriller soll nach Meinung der Macher vor der totalen Überwachung warnen. Das dürften einige ältere Filme (Staatsfeind Nr. 1?) schon besser erledigt haben. Dafür gibt es Action satt, für die Mädel Shia, für die Jungs Michelle und Rosario, für die Arthouse-Fans Billy, „The Shield“-Fans können Michael wieder auf der großen Leinwand genießen und Cineasten die Referenzen zählen. Den Kritikern gefiel’s nicht. Dem zahlenden Publikum schon mehr.

mit Shia LaBeouf, Michelle Monaghan, Rosario Dawson, Michael Chiklis, Billy Bob Thornton

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Eagle Eye“

Collider: Interview mit D. J. Caruso zu „Eagle Eye“

UGO Movie Blog: Interview mit D. J. Caruso zu „Eagle Eye“ und „Y: The last man“

CHUD: Interview mit D. J. Caruso, Alex Kurtzmann und Robert Orci zu „Eagle Eye“

Moviehole: Interview mit Drehbuchautor/Produzent Roberto Orci zu „Eagle Eye“

Drehbuch „Eagle Eye“ (Version vom 26. September 2007)


TV-Tipp für den 10. Oktober

Oktober 10, 2008

3sat, 22.25

Popkomm 2008

Dieses Jahr waren besonders viele Bands aus dem benachbarten Frankreich zur alljährlichen Musikmesse „Popkomm“ nach Berlin eingeladen. 3sat gibt mit vielen Konzertausschnitten einen fünfstündigen Überblick.

Hinweise

Popkomm-Homepage

3sat zur Sendung


Alfred Hitchcock zeigt weitere Beispiele für schlechtes Benehmen

Oktober 9, 2008

In den Sechzigern gehörte die „Alfred Hitchcock Hour“ nach „Alfred Hitchcock presents“ zu den langlebigen und beliebten Programmen des US-amerikanischen Fernsehens. Hitchcock selbst gab seinen Namen und sprach die Zwischentexte. Seine Popularität erreichte ungeahnte Ausmaße. In Deutschland zeigte das Erste nur zwölf von dreiundneunzig Folgen, die jetzt, zusammen mit dem ersten Teil der DVD-Kollektion „Alfred Hitchcock zeigt“, alle auf DVD veröffentlicht sind. Außerdem sind im zweiten Teil der DVD-Ausgabe von „Alfred Hitchcock zeigt“ wieder mehrere bis heute in Deutschland noch nie gezeigte, verdammt gute Episoden enthalten. Ergänzt werden die zehn, jeweils knapp einstündigen Episoden, wie schon im ersten Teil von „Alfred Hitchcock zeigt“, durch die deutschen Originalvorspänne und ein 48-seitiges informatives Booklet, das allerdings erst nach dem Genuss der Filme gelesen werden sollte, weil manchmal die Schlusspointe verraten wird. Und diese ist fast immer sehr gelungen.

Manchmal, wie in „Murder Case“ (Alte Liebe rostet nicht), ist sie heute nicht mehr so überraschend. Gena Rowlands und John Cassavetes spielen ein Liebespaar. Cassavetes will den Ehemann von Rowlands umbringen. Dass sein perfekter Mordplan schief geht, ist keine Überraschung. Das wie schon – wenn Sie lange keinen Krimi mehr gesehen haben. Aber dafür entschädigen natürlich die Schauspieler und die ökonomisch erzählte Geschichte. Immerhin stammt das Drehbuch von James Bridges, einem Stammautor der „Alfred Hitchcock Hour“, und dem damals jungen Team William Link/Richard Levinson, die vor allem als Erfinder von „Columbo“, „Mannix“ und „Murder, She Wrote“ (Immer wenn Sie Krimi schrieb…, Mord ist ihr Hobby) bekannt sind.

„Night Caller“ (Der letzte Anruf), „Ten Minutes from now“, „Body in the Barn“ (Wer andern eine Grube gräbt), „An unlocked Window“, „The Trap“ (Die Falle), „Power of Attorney“ (Generalvollmacht) und „Off Season“ sind spannende Kriminalfilme. „The Sign of Satan“ und „The Life Work of Juan Diaz“ gehen dagegen in Richtung Horrorfilm. Und „Sign of Satan“ ist mit Christopher Lee, bei seinem ersten Hollywood-Ausflug, auch grandios besetzt. Er spielt den österreichischen Schauspieler Karl Jorda, der in einem nur in elitären Kreisen gezeigtem Horrorfilm als Führer eines satanischen Kultes einen Hollywood-Produzenten überzeugte, der ihn für eine ähnliche Rolle engagiert. Jorda nimmt an. Aber am Filmset verhält er sich seltsam. Außerdem behauptet er, dass er von den Satansjüngern verfolgt werde. Die Originalfassung ist für uns Deutsche wegen der vielen deutschsprachigen Dialogpassagen ein Genuss.

„The Life Work of Juan Diaz“ ist eine längliche Episode um den Mexikaner Juan Diaz, der für seine Familie sorgen möchte, sich ein Grab auf dem Friedhof kauft und nach seinem Tod von dem Totengräber um seine Ruhestätte betrogen wird. Seine Frau und sein Sohn wollen sich das nicht gefallen lassen. Außer zwei spannenden Szenen in einer unterirdischen Halle auf dem Friedhof, in der die mumifizierten Leichen an den Wänden aufgebahrt sind, und einen als trunksüchtigen Totengräber lustvoll aufspielenden Frank Silvera, hat diese Folge wenig zu bieten.

Krimifans werden deshalb zu Recht diese beiden Episoden, trotz der bekannten Ideengeber, ignorieren und sich auf die restlichen Episoden freuen. „Night Caller“ (Der letzte Anruf) erzählt von dem jungen Roy Bullock, der einer schönen, mannstollen Ehefrau nachstellt. Sie erwischt ihn zuerst, als er sie heimlich im Garten beobachtet. Als sie später von anonymen Anrufen verängstigt wird und Bullock sich immer mehr in das Leben ihrer Familie einschleicht, wird eine tödliche Dynamik in Gang gesetzt. Denn Bullock ist viel zu höflich und verständnisvoll, um keine Hintergedanken zu haben.

Bruce Dern liefert mit diesem Peeping-Tom-Charakter (so wird er im Film immer wieder genannt, heute würde man ihn Stalker nennen) eine frühe Glanzleistung seines Könnens ab.

In „Ten Minutes from Now“ treibt der Künstler James Bellington (Donnelly Rhodes [unter anderem die neue „Kampfstern Galactica“-Serie]) eine Kleinstadt in den Wahnsinn. Denn nachdem ein Unbekannter mehrere Anschläge auf ein Museum androhte, spaziert er mit einem Karton in das Museum. Selbstverständlich glaubt die Polizei, dass Bellington der Unbekannte ist und in dem Karton eine Bombe ist. Und ebenso selbstverständlich ist keine drin. Aber jetzt ist Bellington für die Polizei der Hauptverdächtige und ein Psychiater analysiert während eines Besuchs in Bellingtons Atelier, dass der Maler äußert gefährlich ist und demnächst wahrscheinlich jemand umbringen werde. Kurz darauf spaziert Bellington wieder in das Museum.

„Body in the Barn“ (Wer andern eine Grube gräbt) ist auf den ersten Blick eine auf dem Land spielende „Fenster zum Hof“-Variante. Die alte Bessie Canby ist eine Mischung aus charmanter, neugieriger alter Dame und Giftzwerg. Als der gutmütige Ehemann ihrer herrsüchtigen Nachbarin spurlos verschwindet, hat Bessie Canby nur noch ein Ziel: die Nachbarin für den Mord hinter Gitter zu bringen.

Auf den zweiten Blick ist „Body in the Barn“ (Wer anderen eine Grube gräbt) eine Sternstunde für die Hauptdarstellerin Lilian Gish. Sie begann ihre Filmkarriere in Stummfilmen, spielte in den D.-W.-Griffith-Klassikern „Geburt einer Nation“ und „Intolerance“ und den Tonfilmen „Duell in der Sonne“, „Die Nacht des Jägers“, „Die Stunde der Komödianten“, „Eine Hochzeit“ und „Wale im August“, ihrem letzten Film 1987, mit und starb 1993 fast hundertjährig. Inszeniert wurde die Folge von Joseph Newman, der auch den S-F-Klassiker „Metaluna IV antwortet nicht“ drehte.

Newman inszenierte auch den Schocker „An unlocked Window“. In ihm sind während einer Gewitternacht zwei Krankenschwestern, eine trunksüchtige Haushälterin und ein krank an sein Bett gefesselter Hausherr in einem abgelegenen Haus eingeschlossen. Draußen geht ein Serienkiller um, der Krankenschwestern umbringt. Dana Wynter (Die Invasion der Körperfresser/Die Dämonischen, Airport) und Louise Latham (Marnie, Sugarland Express) sind die bekannten Damen in Lebensgefahr und das einsam auf einem Hügel stehende Haus kennen Filmfans aus „Psycho“.

„The Trap“ (Die Falle) erzählt, wie schon „Murder Case“, die altbekannte Geschichte von einem älteren Mann (Robert Strauss), seiner jungen Frau (Anne Francis) und dem jungen Nebenbuhler (Donnelly Rhodes). Denn irgendwann verlieben sich die beiden jüngeren ineinander und der Alte soll sterben. Dass dabei die Witwe auch das Vermögen erbt, erhöht nur die kriminelle Energie.

Hier trifft der Titel in mehr als einer Beziehung zu und Robert Strauss als kindisch aufgedrehter Spielehersteller mit einem Sinn für derb-platten Humor überzeugt restlos.

„Power of Attorney“ (Generalvollmacht) bietet wieder einmal einer älteren Schauspielerin die Gelegenheit zu einem großen Auftritt. Fay Bainter spielt eine ältere, vermögende, vertrauensselige Dame, auf die es ein Trickbetrüger abgesehen hat. Richard Johnson (Bis das Blut gefriert, Scoop – Der Knüller) spielt ihn mit dem öligen Charme eines Gebrauchtwagenverkäufers. Und Geraldine Fitzgerald (Die Wacht am Rhein) spielt die skeptische Hausdame, die irgendwann auch von dem Charme des Betrügers eingewickelt wird.

Fay Bainter war, eine Seltenheit in der Oscar-Geschichte, 1938 als beste Hauptdarstellerin und beste Nebendarstellerin für einen Oscar nominiert und erhielt ihn in der zweiten Kategorie für ihre Rolle in „Jezebel – die boshafte Lady“. Einen späten Erfolg hatte sie mit „Infam“. „Power of Attorney“ war ihre letzte Filmrolle.

„Off Season“ ist, nach einigen Dokumentationen, der erste fiktionale Film von William Friedkin. Einige Jahre später inszenierte er „French Connection – Brennpunkt Brooklyn“, „Der Exorzist“, „Atemlos vor Angst“, „Leben und sterben in L. A.“ und „Die Stunde des Jägers“.

In „Off Season“ erzählt er die Geschichte des hitzköpfigen Polizisten Johnny Kendall (John Gavin [Psycho, Spartacus]). Er erschießt nachts einen Obdachlosen und, um einer Entlassung zuvorzukommen, kündigt er den Dienst. Zusammen mit seiner Freundin zieht er in eine Kleinstadt. Kurz darauf arbeitet er wieder als Polizist und als Milt Woodman (Richard Jaeckel [Zähl bis drei und bete, Flammender Stern, Das dreckige Dutzend, Pat Garrett jagt Billy the Kid, Revolte in der Unterwelt, Unter Wasser stirbt man nicht, und die TV-Serien „Spenser“ und „Baywatch – Die Rettungsschwimmer von Malibu“]) mit seiner Freundin flirtet, brennen bei dem eifersüchtigem Kendall die Sicherungen durch.

„Alfred Hitchcock zeigt – Teil 2“ knüpft nahtlos mit zehn weiteren auch heute noch sehr ansehbaren Episoden an den ersten Teil an. Die meisten Geschichten können, abgesehen von einigen technischen Entwicklungen der vergangenen Jahrzehnte, locker neben neuen Kriminalfilmen bestehen. Und technisch gibt es, für im Schnitt 45 Jahre alte TV-Folgen, nichts zu meckern.

Alfred Hitchcock zeigt – Teil 2

(The Alfred Hitchcock Hour)

Koch Media

Laufzeit: 482 Minuten (10 Episoden auf 3 DVDs)

Bildformat: 1,33:1 (4:3)

Tonformat: Dolby Digital 2.0

Sprachen: Deutsch, Englisch

Untertitel: Deutsch

Bonus: Deutsche Originalvorspänne, 48-seitiges Booklet mit Episodenguide

Freigegeben ab 12 Jahren

–

Enthält:

Night Caller (Der letzte Anruf, USA 1964)

Regie: Alf Kjellin

Drehbuch: Robert Westerby, Gabrielle Upton (nach einer Idee von Gabrielle Upton)

–

Murder Case (Alte Liebe rostet nicht, USA 1964)

Regie: John Brahm

Drehbuch: James Bridges, William Link, Richard Levinson

LV: Max Marquis: Murder Case (London Mystery Magazine, September 1955)

–

Ten Minutes from now (USA 1964)

Regie: Alf Kjellin

Drehbuch: Arthur Ross

LV: Jack Ritchie: Ten Minutes from now (Alfred Hitchcock’s Mystery Magazine, Oktober 1963, deutsch „Noch zehn Minuten“)

–

The Sign of Satan (USA 1964)

Regie: Robert Douglas

Drehbuch: Barré Lyndon

LV: Robert Bloch: Return to the Sabbath (Weird Tales, Juli 1938, deutsch „Der Star aus dem Grab“)

–

Body in the Barn (Wer andern eine Grube gräbt, USA 1963)

Regie: Joseph Newman

Drehbuch: Harold Swanton

LV: Margaret Manners: Body in the Barn (Argosy 1945)

–

The Life Work of Juan Diaz (USA 1964)

Regie: Norman Lloyd

Drehbuch: Ray Bradbury

LV: Ray Bradbury: The Life Work of Juan Diaz (Playboy, September 1963, deutsch “Das Lebenswerk von Juan Diaz”)

–

An unlocked Window (USA 1965)

Regie: Joseph Newman

Drehbuch: James Bridges

LV: Ethel Lina White: An unlocked Window (My best Mystery Story, 1939, deutsch “Ein unverschlossenes Fenster”/”Das unverriegelte Fenster”)

–

The Trap (Die Falle, USA 1965)

Regie: John Brahm

Drehbuch: Lee Kalcheim

LV: Stanley Abbott: The Trap (Alfred Hitchcock’s Mystery Magazine, November 1964, deutsch „Die Todesfalle“)

–

Power of Attorney (Generalvollmacht, USA 1965)

Regie: Harvey Hart

Drehbuch: James Bridges

LV: Selwyn Jepson: Letter of the Law (The Evening Standard 1950er – The Evening Standard Detective Book, deutsch „Nach den Buchstaben des Gesetzes“)

–

Off Season (USA 1965)

Regie: William Friedkin

Drehbuch: Robert Bloch

LV: Edward D. Hoch: Winter Run (Alfred Hitchcock’s Mystery Magazine, Januar 1965, deutsch „Schüsse um Mitternacht“/“Flucht im Schnee“/“Schneetreiben“)

–

Hinweis

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock zeigt – Teil 1“ (mit weiterführenden Links)


TV-Tipp für den 9. Oktober

Oktober 9, 2008

Vox, 22.05

Rambo (USA 1982, R.: Ted Kotcheff)

Drehbuch: Michael Kozoll, William Sackheim, Sylvester Stallone

LV: David Morell: First Blood, 1972 (Rambo)

Vietnam-Veteran John Rambo wird in einem Provinzkaff der Landstreicherei verdächtigt und von der Polizei gedemütigt. Er bricht aus und flüchtet in den Wald – verfolgt von einem riesigen Polizeiaufgebot. Rambo beginnt sich zu verteidigen. Und davon versteht der ehemalige Elitesoldat und Dschungelkämpfer etwas.

Das auch heute noch sehenswerte, harte Actiondrama mit gesellschaftskritischen Tendenzen machte Sylvester Stallone endgültig zum Star, sorgte in den Achzigern für zwei überflüssige Fortsetzungen und eine Welle von inzwischen – glücklicherweise – fast vollständig vergessenen Vietnam-Filmen. 2008 folgte dann, nach einer zwanzigjährigen Pause, der vierte Rambo-Film, der vor allem als kurzer, altmodischer Brutalo-Film für Aufsehen sorgte.

Für den ersten Rambo-Film wurde das Buchende geändert.

Mit Sylvester Stallone, Richard Crenna, Brian Dennehy, David Caruso

Wiederholung: Freitag, 10. Oktober, 01.50 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Homepage von David Morell

Meine Besprechung von David Morrells „Creepers“

Meine Besprechung von David Morrells „Level 9“


Besprechung „Das Profil eines Mörders“ online

Oktober 8, 2008

Meine Besprechung des von Ex-FBI-Profiler John Douglas, zusammen mit dem Journalisten Johnny Dodd, geschriebenen Sachbuchs „Das Profil eines Mörders – Die lange Jagd nach dem BTK-Serienkiller“ (Inside the Mind of the BTK, 2007) ist online in der Berliner Literaturkritik. In dem Buch werden die Taten und die über dreißigjährige Jagd in Kansas nach Dennis Rader, dem BTK-Killer, geschildert. BTK stand für Bind (fesseln), Torture (foltern), Kill (töten).


TV-Tipp für den 8. Oktober

Oktober 8, 2008

Tele 5, 23.00

The Hot Spot – Spiel mit dem Feuer (USA 1990, R.: Dennis Hopper)

Drehbuch: Nona Tyson, Charles Williams

LV: Charles Williams: Hell hath no fury, The Hot Spot, 1953 (Bis dass der Mord euch scheidet, Spiel mit dem Feuer, The Hot Spot – Spiel mit dem Feuer)

Aus dem Nichts taucht Harry Maddox in einem texanischen Provinzkaff auf. Er will nur die Bank überfallen. Aber nachdem er mit zwei Frauen ein Verhältnis beginnt, gerät sein einfacher Plan aus dem Ruder.

Schwüler Film Noir mit einem glänzenden Soundtrack (Miles Davis, John Lee Hooker) und grandios aufspielenden Schauspielern. Eine gelungene Liebeserklärung an die Klassiker.

Mit Don Johnson, Virginia Madsen, Jennifer Connelly, Charles Martin Smith, William Sadler, Jerry Hardin

Wiederholung: Samstag, 11. Oktober, 02.30 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Wikipedia über Charles Williams

Mysteryfile: Bill Crider über Charles Williams

NoirZine: Ed Lynskey über Charles Williams


Cover der Woche

Oktober 7, 2008