The highlight for me was Larry Block being interviewed by Charles Ardai. Block is, and has long been, one of my favorite writers so it was a pleasure to hear him speak again. The sad part was knowing that this might be the last time seeing him in a situation like this, now that he is semi-retired. (He said during the talk that he doesn’t know if he’ll write any more books.)
(Erstens: Gibt es irgendwo das Interview? Zweitens: Irgendwie glaub‘ ich den Satz in der Klammer nicht.)
What a damn great time. Congrats to Ruth Jordan and Judy Bobalik and all the folks who worked hard to make Baltimore so fun. It was great catching up with so many people. (…) People I wanted to pull aside to say how much I really liked their novels/short stoires. I just wasn’t able to get to it all. The time just flew right on by.
Best of all, I met a number of readers who said those words every author longs to hear: „I really love your work.“ I have the best damn readers in the world.
Thanks.
Und dann gibt es noch, zum Abschluss von diesem kleinen und unvollständigem Überblick, den Bouchercon-2008-Blog.
Das klingt doch alles viel spannender als das Echo von der Criminale.
oder: Eine Sondersendung zur Frankfurter Buchmesse. Aber im Gegensatz zum ZDF zu einer normalen Zeit. Das ZDF zeigt seine „aspekte extra“ um 00.35 Uhr nach Maybrit Illner (mit den üblichen Verdächtigen zu dem erwartbaren Thema der Woche) und Johannes B. Kerner (mit Atze Schröder).
Am Samstag, den 18. Oktober, gibt es um 21.30 Uhr eine „3satbuchzeit extra“ (Diese Kleinschreibung ist wohl das neue Hip-Ding bei den Öffentlich-Rechtlichen.)
George Pelecanos hat es in Deutschland wirklich nicht leicht. Während er in seiner Heimat Amerika und in England schon seit Jahren bei den gleichen Verlagen ist, diese ihn auch fördern und die Verkaufszahlen inzwischen seinem Ruf innerhalb der Krimiszene entsprechen, wandert er in Deutschland von einem Verlag zum nächsten. Nach Dumont, Rotbuch und Aufbau Verlag versucht jetzt der Rowohlt Taschenbuch Verlag sein Glück. Dass ich, als langjähriger Pelecanos-Fan, dem Verlag die Daumen drücke, dürfte kein großes Geheimnis sein. Auch wenn das Wort „Thriller“ auf dem Cover von „Der Totengarten“ (The night gardener) und der Klappentext die Erwartungen in eine falsche Richtung lenken. Denn „Der Totengarten“ ist alles außer einem 08/15-Serienkillerthriller. George Pelecanos schrieb auch noch nie einen herkömmlichen Rätselkrimi. Für ihn sind die Charaktere und deren Welt wichtiger als reine die Krimihandlung.
Deshalb ist in dem mit dem Barry ausgezeichneten „Der Totengarten“ die Frage nach dem Täter, obwohl Pelecanos die Identität des Serienmörders auf der letzten Seite enthüllt, vollkommen nebensächlich. In „Der Totengarten“ steht nicht die Jagd nach dem Serienmörder, sondern das Leben von drei Männern im Mittelpunkt.
1985 ermordete ein Serienkiller in Washington, D. C., mehrere Jugendliche, deren Name ein Palindrom (wie Ava oder Otto) war. Er tötete sie mit einem Kopfschuss und in ihrem Rektum wurden Spermaspuren entdeckt. Die Leichen wurden immer in Gemeindegärten gefunden. Sergeant T. C. Cook leitete damals die erfolglosen Ermittlungen.
Zwanzig Jahre später wird wieder eine Leiche gefunden. Detective Sergeant Gus Ramone fallen sofort die Ähnlichkeiten zu der alten Mordserie auf. Im Lauf seiner Ermittlungen bildet er mit dem pensionierten T. C. Cook und dem Ex-Polizisten Dan ‚Doc’ Holiday, der inzwischen als Chauffeur und Bodyguard arbeitet, ein Team. Dieses Mal wollen sie den ‚Palindrom-Mörder’ fangen.
In Pelecanos Werk hat „Der Totengarten“ eine Ausnahmestellung. Bis dahin waren seine Helden Privatdetektive, Kleinunternehmer, meistens Coffee-Shop-Betreiber oder Inhaber eines LP-Ladens, und Gangster. In „Der Totengarten“ sind es ein Polizist, ein pensionierter Polizist und ein Bodyguard.
Pelecanos konzentriert sich in „Der Totengarten“ vor allem auf die tägliche Polizeiarbeit des Polizisten Ramone und dessen Privatleben. Er ist verheiratet, hat eine Tochter, einen vierzehnjährigen Sohn, dessen Freund Asa Johnson das jüngste Opfer desKillers ist, und versucht ein guter Vater zu sein. Letzteres, die Beziehungen der Generationen zueinander, ist natürlich ein vertrautes Pelecanos-Thema. Neu ist dagegen der starke Fokus auf die Arbeit der Polizei. Weil Pelecanos damals auch einer der Produzenten und Drehbuchautoren der hochgelobten, realistischen Polizeiserie „The Wire“, für die auch Dennis Lehane und Richard Price Drehbücher schrieben, war, erstaunt das nicht so sehr.
In den USA wurde „Der Totengarten“ von den Kritikern abgefeiert, schaffte es auf zahlreiche Jahresbestenlisten und auch auf die New-York-Times-Bestsellerliste.
In seinem neuesten Roman „The Turnaround“ sind die traditionellen Genreelemente, ähnlich dem nicht übersetzten „Shame the Devil“, noch unwichtiger. Es wird zwar fünfunddreißig Jahre nach der Tat ein Mord aufgeklärt. Es gibt Erpressungen, Drogenhandel und mehrere Morde. Also alles das, was zu einem zünftigen Krimi gehört.
Aber in erster Linie erzählt Pelecanos ausführlich von dem normal-alltäglichen Leben von drei Männern, die sich 1972 in einer Nacht begegneten und heute wieder aufeinander treffen. Damals fuhren drei Jugendliche in das Schwarzenviertel Heathrow Heights. Als es zu einer von den Weißen provozierten Konfrontation kam, flüchtete Pete Whitten, Billy Cachoris wurde erschossen und Alex Pappas im Gesicht verunstaltet. Heute führt Pappas den von seinem Vater gegründeten Imbiss und er überlegt, ob er seinem Sohn das Geschäft übergeben soll. Der Afroamerikaner Raymond Monroe arbeitet als Therapeut im Walter-Reed-Veteranenhospital. Als sie sich dort treffen, will Monroe erfahren, wie Pappas heute lebt und ihn mit seinem Bruder James Monroe, der damals für die Tat verurteilt wurde und heute als Automechaniker arbeitet, bekannt machen.
Und der Kleingangster Charles Baker, der auch 1972 dabei war, versucht mit Erpressungen aus seinem Wissen Kapital bei Whitten und Pappas zu schlagen. Denn er glaubt, dass damals sein Leben verpfuscht wurde.
Aber Pelecanos entwickelt in „The Turnaround“ den Krimiplot nicht weiter. Er schleift ihn fast lustlos mit. So verteilt er die nicht sonderlich rätselhaften Ereignisse während der Nacht 1972 und wer damals der Todesschütze war über die gesamte Geschichte. Die amateurhafte Erpressung von Baker führt, wie es auch in der Realität wäre, nicht zu einer sich konflikthaft entwickelnden Dynamik zwischen Erpresser und Erpressten und Drogenhandel ist in Großstädten etwas sehr alltägliches.
Genau an diesem Punkt überzeugt Pelecanos. Er ist der düstere Chronist des Lebens in der Großstadt Washington, D. C., der Konflikte zwischen den Ethnien und des kleinen Mannes. „The Turnaround“ ist sicher die in jeder Hinsicht alltäglichste Chronik des Lebens in einer Großstadt. Nur das Ende ist zu märchenhaft-schmalzig.
Gentleman-Gauner Walter will mit seiner Gang einen kostbaren Dolch aus dem Topkapi-Museum in Istanbul klauen. Ohne die Hilfe des zwielichtigen Fremdenführers Arthur haben sie keine Chance.
Mit dem düsteren Gangsterfilm „Rififi“ erfand Dassin das Caper-Movie, mit seiner Parodie „Topkapi“ trug er es stilbewusst zu Grabe.
Amblers Buch erhielt den Edgar-Allan-Poe-Preis.
Mit Melina Mercouri, Peter Ustinov, Maximilian Schell, Robert Morley, Akim Tamiroff
Das Cover der deutschen Erstausgabe des ersten John-Rebus-Romans „Knots and Crosses“. Das Original erschien 1987. Die deutsche Ausgabe im Mai 2000 – und dann ging es sehr schnell.
Die ewige Jugend beliebter Charaktere wie Spenser, Mike Hammer, James Bond und Jerry Cotton ist unrealistisch, aber dank dieser alterslosen Helden kann eine Serie bis in alle Ewigkeit fortgeschrieben werden. Wenn die Charaktere, wie Harry Bosch und John Rebus, in Echtzeit altern, rückt irgendwann die Pensionsgrenze und damit das Ende der Serie in greifbare Nähe. Bei dem von Ian Rankin erfundenen Detective John Rebus war es vergangenes Jahr soweit. Rankin schrieb mit „Exit Music“ die Chronik der letzten Dienstwoche von John Rebus. Jetzt ist der im November 2006 spielende Roman als „Ein Rest von Schuld“ auf Deutsch erschienen.
Detective John Rebus beschäftigt seine Partnerin Siobhan Clarke mit alten, ungeklärten Fällen. Da wird in einer dunklen Gasse neben einem Parkhaus der russische Dissidentendichter Alexander Todorow erschlagen. Als Rebus und Clarke kurz darauf herausfinden, dass eine russische Handelsdelegation sich in Edinburgh einkaufen will und ‚Big Ger’ Cafferty sich mit den Russen getroffen hat, vermuten sie einen Zusammenhang zwischen der Delegation, den Interessen schottischer Politiker und Banker und dem Mord an Todorow.
Kurz darauf verbrennt Charlie Riordan in seinem Haus. Der Toningenieur nahm zuletzt unter anderem eine Lesung von Todorow auf und hatte für ein Kunstprojekt eine umfangreiche Tondokumentation über die Arbeit des Parlamentes erstellt. Diese Tondokumente wurden im Brand fast vollständig vernichtet.
Für John Rebus hängen die beiden Morde miteinander zusammen. Für seine Vorgesetzten nicht und es gelingt ihm, wenige Tage vor seiner Pensionierung, suspendiert zu werden. Doch davon lässt er sich nicht weiter irritieren. Denn für Rebus ist der Fall die letzte Gelegenheit, sich an seinem Intimfeind Cafferty zu rächen.
Auch wenn Rankin den letzten Auftritt von Detective John Rebus mit „Exit Music“ (es gibt einen gleichnamigenRadiohead-Song) betitelte, ist er keine laue Abschiedsvorstellung und auch keine wehmütige Versammlung der aus den früheren Romanen bekannten Charaktere, die hier noch einmal auftreten und sich versöhnlich die Hand geben. „Exit Music“ (ich halte diesen Titel für treffender und schöner als „Ein Rest von Schuld“) ist eine leicht melancholische Abschiedsvorstellung, in der Rebus noch einmal zu großer Form aufläuft. Er legt sich mit seinen Vorgesetzten, Politikern, Diplomaten und Bankern an. Er fragt sich, was er nach seiner Pensionierung tun wird. Er weiß es nicht. Schließlich hat der Single neben seiner Arbeit keine Hobbys, – außer Rauchen (inzwischen vor der Bar) und Trinken.
Und Rankin verknüpft den Krimiplot von „Exit Music“, wie zuletzt in „Im Namen der Toten“, mit aktuellen politischen Ereignissen. Da war es der G-8-Gipfel in Gleneagles. Hier ist es die nahende Abstimmung über die schottische Unabhängigkeit, die geplanten Investitionen von Russen und der Tod des Regimekritikers Alexander Litwinenko.
Der Kriminalfall ist dagegen eher zweitrangig und die Lösung nach über fünfhundert spannenden Seiten mau. Mehr kann ich allerdings nicht verraten, ohne allzu deutliche Hinweise auf die Lösung zu geben. In Gesprächen gibt Ian Rankin zu, dass für ihn die Frage, wer der Täter sei, nicht besonders wichtig sei. Und das ist auch hier spürbar.
Insgesamt ist „Ein Rest von Schuld“ der würdige Abschluss einer grandiosen Krimireihe. Jedenfalls vorläufig. Denn Ian Rankin schließt weitere Romane mit John Rebus nicht aus.
Der große Eisenbahnraub (GB 1978, R.: Michael Crichton)
Drehbuch: Michael Crichton
LV: Michael Crichton: The great train robbery, 1975 (Der große Eisenbahnraub)
Drei Gauner rauben 1855 in England Goldbarren aus einem fahrenden Zug.
Die auf Tatsachen beruhende, anfangs etwas langatmige Krimikomödie besticht durch ihre Ausstattung und die glänzend aufgelegten Darsteller (Sean Connery, Lesley-Ann Down, Donald Sutherland)
Nach Macavity und Barry wurden jetzt auf der Bouchercon die Shamus und Anthony Awards vergeben. Die glücklichen Gewinner sind:
Shamus Awards
Best Novel: Soul Patch, by Reed Farrel Coleman
Nominiert
Head Games, von Thomas Cavanagh
The Color of Blood, von Declan Hughes
A Welcome Grave, von Michael Koryta
A Killer’s Kiss, von William Lashner
Best First Novel: Big City, Bad Blood, von Sean Chercover
Nominiert
The Cleaner (Der Profi), von Brett Battles
Keep It Real, von Bill Bryan
When One Man Dies, von Dave White
The Last Striptease, von Michael Wiley
Best Paperback Original: Songs of Innocence, von Richard Aleas
Nominiert
Exit Strategy, von Kelley Armstrong
Stone Rain, von Linwood Barclay
Deadly Beloved, von Max Allan Collins
Blood of Paradise, von David Corbett
Best Short Story: Hungry Enough, von Cornelia Read (aus “A Hell of A Woman: An Anthology of Female Noir”, herausgegeben von Megan Abbott)
Nominiert
Kill the Cat, von Loren D. Estleman (aus “Detroit Noir”, herausgegeben von E. J. Olsen und John C. Hocking)
Trust Me, von Loren D. Estleman (Alfred Hitchcock Mystery Magazine, June 2007); Open Mike, von James Nolan (aus “New Orleans Noir”, herausgegeben von Julie Smith)
Room for Improvement, von Marilyn Todd (Ellery Queen Mystery Magazine, December 2007)
–
Anthony Awards
Best Novel: What the Dead Know, von Laura Lippman
Nominiert
The Tin Roof Blowdown, von James Lee Burke
Bad Luck and Trouble, von Lee Child
The Watchman, von Robert Crais
Thunder Bay, von William Kent Krueger
Best First Novel: In the Woods (Grabesgrün), von Tana French
Best Short Story: Hardly Knew Her,” von Laura Lippman (aus “Dead Man’s Hand”, herausgegeben von Otto Penzler)
Nominiert
Please Watch Your Step, von Rhys Bowen (The Strand Magazine, Spring 2007)
Dear Dr. Watson, von Steve Hockensmith (Ellery Queen Mystery Magazine, February 2007)
How Stella Got her Grave Back (Wie Stella ihr Grab zurückbekam), von Toni L.P. Kelner (aus “Many Bloody Returns” [Happy Birthday! – Vampirgeschichten] herausgegeben von Charlaine Harris and Toni L.P. Kelner)
Uncle, von Daniel Woodrell (aus “A Hell of A Woman: An Anthology of Female Noir”, herausgegeben von Megan Abbott)
Best Critical Non-fiction: Arthur Conan Doyle: A Life in Letters, von Jon Lellenberg, Daniel Stashower, und Charles Foley
Nominiert
The Essential Mystery Lists, zusammengestellt und herausgegeben von Roger M. Sobin
The Triumph of the Thriller: How Cops, Crooks, and Cannibals Captured Popular Fiction, von Patrick Anderson
Deviance in Contemporary Crime Fiction, von Christiana Gregoriou
Special Services Award: Jon and Ruth Jordan, Crimespree Magazine
Nominiert
Ali Karim, Shots
Maddy Van Hertbruggen, 4 Mystery Addicts
Sarah Weinman, Confessions of an Idiosyncratic Mind
Judy Bobalik, “for being one of the best friends and supporters of mystery writers anywhere.”
Invasion der Amateure – Die USA und der Wiederaufbau des Irak (USA 2007, R.: Charles Ferguson)
Drehbuch: Charles Ferguson
In seinem Regiedebüt fragt der frühere Berater der US-Regierung und diverser Hightech-Firmen Charles Ferguson, was bei der Invasion und dem Wiederaufbau im Irak schief ging. Wie der Titel schon andeutet: viel. Inkompetenz, Planungsmängel und Naivität hatten, so das wenig überraschende, aber gut untermauerte Fazit der Doku, zu der heutigen Situation im Irak geführt. Beim Sundance Filmfestival gab’s dafür 2007 den Spezialpreis der Jury; für den Oscar und den Preis der Writers Guild of America, um nur die in Deutschland bekanntesten Preise zu nennen, war „No End in Sight“ auch nominiert.
Doku über die Darstellung des amerikanischen Präsidenten in Hollywood-Filmen und Serien, wie diese Darstellungen Washington beeinflussen und umgekehrt.
Wiederholung: Montag, 27. Oktober 2008, 01.45 Uhr (Taggenau!)
Hinweis
Arte zur Doku (im Tagesprogramm runterscrollen; eine direkte Verlinkung geht nicht mehr)
Best British Crime Novel (published in the U.K. in 2007, not necessarily written by a British writer nor set in the U.K.): Damnation Falls, von Edward Wright (Orion)
Nominiert
A Quiet Belief in Angels, von R.J. Ellory
Pig Island, von Mo Hayder
One Under, von Graham Hurley
The Death List, von Paul Johnston
The 50/50 Killer (Der 50/50-Killer), von Steve Mosby
Best Paperback Original: Queenpin, von Megan Abbott
Nominiert
Black Widow Agency, von Felicia Donovan
Choke Point, von Jay MacLarty
The Mark (72 Stunden), von Jason Pinter
Wash This Blood Clean from My Hand, von Fred Vargas
Who Is Conrad Hirst?, von Kevin Wignall
Best Thriller: The Watchman, von Robert Crais
Nominiert
No Time for Goodbye, von Linwood Barclay
The Cleaner (Der Profi), von Brett Battles
Volk’s Game, von Brent Ghelfi
Silence, von Thomas Perry
Midnight Rambler, von Jim Swain
–
Die Crimespree-Preise wurden auch vergeben. Aber die Gewinner sind bereits seit langem bekannt.
–
Es kann sein, dass ich auf die Schnelle nicht alle deutschen Ausgaben gefunden habe. Aber bei Robert Crais, Thomas Perry, Megan Abbott, Sean Chercover und Reed Farrel Coleman habe ich sie sicher nicht übersehen.
Dank an The Rap Sheet für die Liste. Dort soll es heute auch einen Live-Webcast mit Mark Billingham und John Connolly geben.
Eifrig gebloggt über die Bouchercon wird bei den Kollegen von der Read Street (Nancy Johnston, Dave Rosenthal).
Welche Krimi-Verfilmungen laufen demnächst im Fernsehen? Hier gibt es die Antwort. Hier die ersten Zeilen:
In den kommenden beiden Wochen gibt es zwei TV-Premieren: einmal die gelungene John-le-Carré-Verfilmung „Der ewige Gärtner“ und einmal „The Da Vinci Code – Sakrileg“. Brian de Palmas kraftvolles „Scarface“-Remake (eine aktualisierte Verfilmung des Buches von Armitage Trail) wird zweimal gezeigt und, nachdem er zuletzt sogar einmal ungekürzt und einmal nur minimal gekürzt lief, stehen die Chancen für eine ungekürzte Fassung gut.
Außerdem sehenswert sind William Friedkins Robin-Moore-Verfilmung „French Connection“, John Frankenheimers Fortsetzung „French Connection II“, Jules Dassins Eric-Ambler-Verfilmung „Topkapi“, Frank Darabonts Stephen-King-Verfilmung „Die Verurteilten“, Robert Altmans John-Grisham-Verfilmung „Gingerbread Man – Eine nächtliche Affäre“, David Mackenzies Alexander-Trocchi-Verfilmung „Young Adam – Dunkle Leidenschaft“, J. Lee Thompsons John-D.-MacDonald-Verfilmung „Ein Köder für die Bestie“, Friedemann Fromms Friedrich-Ani-Verfilmung „Ud dahinter liegt New York“, Don Siegels J.-Campbell-Bruce-Verfilmung „Flucht von Alcatraz“, Sam Raimis Scott-B.-Smith-Verfilmung „Ein einfacher Plan“, Sidney Lumets Robert-Daley-Verfilmung „Prince of the City“, Budd Boettichers selten gezeigte Elmore-Leonard-Verfilmung „Um Kopf und Kragen“ und Stuart Rosenbergs Donn-Pearce-Verfilmung „Der Unbeugsame“ (mit dem unlängst verstorbenen Paul Newman).
Und selbstverständlich verfolgt Van Veeteren weiterhin Mörder und James Bond rettet, vor seinem nächsten Kinoeinsatz, mehrmals die Welt.
Drehbuch: Dan McDermott, John Glenn, Travis Adam Wright, Hillary Seitz
Actionfilm über einen slackerhaften Copyshop-Angestellten und eine alleinerziehende Mutter, die plötzlich in das Fadenkreuz von Polizei und Geheimdiensten geraten. Die Regierung hält sie für gemeingefährliche Terroristen. Eine geheimnisvolle Frau hilft ihnen via Telefon immer wieder aus der größten Gefahr. Und die beiden Gejagten wollen herausfinden, warum sie öfters in Lebensgefahr geraten als James Bond in einem halben Dutzend Abenteuer.
Der Paranoiathriller soll nach Meinung der Macher vor der totalen Überwachung warnen. Das dürften einige ältere Filme (Staatsfeind Nr. 1?) schon besser erledigt haben. Dafür gibt es Action satt, für die Mädel Shia, für die Jungs Michelle und Rosario, für die Arthouse-Fans Billy, „The Shield“-Fans können Michael wieder auf der großen Leinwand genießen und Cineasten die Referenzen zählen. Den Kritikern gefiel’s nicht. Dem zahlenden Publikum schon mehr.
mit Shia LaBeouf, Michelle Monaghan, Rosario Dawson, Michael Chiklis, Billy Bob Thornton
Dieses Jahr waren besonders viele Bands aus dem benachbarten Frankreich zur alljährlichen Musikmesse „Popkomm“ nach Berlin eingeladen. 3sat gibt mit vielen Konzertausschnitten einen fünfstündigen Überblick.
In den Sechzigern gehörte die „Alfred Hitchcock Hour“ nach „Alfred Hitchcock presents“ zu den langlebigen und beliebten Programmen des US-amerikanischen Fernsehens. Hitchcock selbst gab seinen Namen und sprach die Zwischentexte. Seine Popularität erreichte ungeahnte Ausmaße. In Deutschland zeigte das Erste nur zwölf von dreiundneunzig Folgen, die jetzt, zusammen mit dem ersten Teil der DVD-Kollektion „Alfred Hitchcock zeigt“, alle auf DVD veröffentlicht sind. Außerdem sind im zweiten Teil der DVD-Ausgabe von „Alfred Hitchcock zeigt“ wieder mehrere bis heute in Deutschland noch nie gezeigte, verdammt gute Episoden enthalten. Ergänzt werden die zehn, jeweils knapp einstündigen Episoden, wie schon im ersten Teil von „Alfred Hitchcock zeigt“, durch die deutschen Originalvorspänne und ein 48-seitiges informatives Booklet, das allerdings erst nach dem Genuss der Filme gelesen werden sollte, weil manchmal die Schlusspointe verraten wird. Und diese ist fast immer sehr gelungen.
Manchmal, wie in „Murder Case“ (Alte Liebe rostet nicht), ist sie heute nicht mehr so überraschend. Gena Rowlands und John Cassavetes spielen ein Liebespaar. Cassavetes will den Ehemann von Rowlands umbringen. Dass sein perfekter Mordplan schief geht, ist keine Überraschung. Das wie schon – wenn Sie lange keinen Krimi mehr gesehen haben. Aber dafür entschädigen natürlich die Schauspieler und die ökonomisch erzählte Geschichte. Immerhin stammt das Drehbuch von James Bridges, einem Stammautor der „Alfred Hitchcock Hour“, und dem damals jungen Team William Link/Richard Levinson, die vor allem als Erfinder von „Columbo“, „Mannix“ und „Murder, She Wrote“ (Immer wenn Sie Krimi schrieb…, Mord ist ihr Hobby) bekannt sind.
„Night Caller“ (Der letzte Anruf), „Ten Minutes from now“, „Body in the Barn“ (Wer andern eine Grube gräbt), „An unlocked Window“, „The Trap“ (Die Falle), „Power of Attorney“ (Generalvollmacht) und „Off Season“ sind spannende Kriminalfilme. „The Sign of Satan“ und „The Life Work of Juan Diaz“ gehen dagegen in Richtung Horrorfilm. Und „Sign of Satan“ ist mit Christopher Lee, bei seinem ersten Hollywood-Ausflug, auch grandios besetzt. Er spielt den österreichischen Schauspieler Karl Jorda, der in einem nur in elitären Kreisen gezeigtem Horrorfilm als Führer eines satanischen Kultes einen Hollywood-Produzenten überzeugte, der ihn für eine ähnliche Rolle engagiert. Jorda nimmt an. Aber am Filmset verhält er sich seltsam. Außerdem behauptet er, dass er von den Satansjüngern verfolgt werde. Die Originalfassung ist für uns Deutsche wegen der vielen deutschsprachigen Dialogpassagen ein Genuss.
„The Life Work of Juan Diaz“ ist eine längliche Episode um den Mexikaner Juan Diaz, der für seine Familie sorgen möchte, sich ein Grab auf dem Friedhof kauft und nach seinem Tod von dem Totengräber um seine Ruhestätte betrogen wird. Seine Frau und sein Sohn wollen sich das nicht gefallen lassen. Außer zwei spannenden Szenen in einer unterirdischen Halle auf dem Friedhof, in der die mumifizierten Leichen an den Wänden aufgebahrt sind, und einen als trunksüchtigen Totengräber lustvoll aufspielenden Frank Silvera, hat diese Folge wenig zu bieten.
Krimifans werden deshalb zu Recht diese beiden Episoden, trotz der bekannten Ideengeber, ignorieren und sich auf die restlichen Episoden freuen. „Night Caller“ (Der letzte Anruf) erzählt von dem jungen Roy Bullock, der einer schönen, mannstollen Ehefrau nachstellt. Sie erwischt ihn zuerst, als er sie heimlich im Garten beobachtet. Als sie später von anonymen Anrufen verängstigt wird und Bullock sich immer mehr in das Leben ihrer Familie einschleicht, wird eine tödliche Dynamik in Gang gesetzt. Denn Bullock ist viel zu höflich und verständnisvoll, um keine Hintergedanken zu haben.
Bruce Dern liefert mit diesem Peeping-Tom-Charakter (so wird er im Film immer wieder genannt, heute würde man ihn Stalker nennen) eine frühe Glanzleistung seines Könnens ab.
In „Ten Minutes from Now“ treibt der Künstler James Bellington (Donnelly Rhodes [unter anderem die neue „Kampfstern Galactica“-Serie]) eine Kleinstadt in den Wahnsinn. Denn nachdem ein Unbekannter mehrere Anschläge auf ein Museum androhte, spaziert er mit einem Karton in das Museum. Selbstverständlich glaubt die Polizei, dass Bellington der Unbekannte ist und in dem Karton eine Bombe ist. Und ebenso selbstverständlich ist keine drin. Aber jetzt ist Bellington für die Polizei der Hauptverdächtige und ein Psychiater analysiert während eines Besuchs in Bellingtons Atelier, dass der Maler äußert gefährlich ist und demnächst wahrscheinlich jemand umbringen werde. Kurz darauf spaziert Bellington wieder in das Museum.
„Body in the Barn“ (Wer andern eine Grube gräbt) ist auf den ersten Blick eine auf dem Land spielende „Fenster zum Hof“-Variante. Die alte Bessie Canby ist eine Mischung aus charmanter, neugieriger alter Dame und Giftzwerg. Als der gutmütige Ehemann ihrer herrsüchtigen Nachbarin spurlos verschwindet, hat Bessie Canby nur noch ein Ziel: die Nachbarin für den Mord hinter Gitter zu bringen.
Auf den zweiten Blick ist „Body in the Barn“ (Wer anderen eine Grube gräbt) eine Sternstunde für die Hauptdarstellerin Lilian Gish. Sie begann ihre Filmkarriere in Stummfilmen, spielte in den D.-W.-Griffith-Klassikern „Geburt einer Nation“ und „Intolerance“ und den Tonfilmen „Duell in der Sonne“, „Die Nacht des Jägers“, „Die Stunde der Komödianten“, „Eine Hochzeit“ und „Wale im August“, ihrem letzten Film 1987, mit und starb 1993 fast hundertjährig. Inszeniert wurde die Folge von Joseph Newman, der auch den S-F-Klassiker „Metaluna IV antwortet nicht“ drehte.
Newman inszenierte auch den Schocker „An unlocked Window“. In ihm sind während einer Gewitternacht zwei Krankenschwestern, eine trunksüchtige Haushälterin und ein krank an sein Bett gefesselter Hausherr in einem abgelegenen Haus eingeschlossen. Draußen geht ein Serienkiller um, der Krankenschwestern umbringt. Dana Wynter (Die Invasion der Körperfresser/Die Dämonischen, Airport) und Louise Latham (Marnie, Sugarland Express) sind die bekannten Damen in Lebensgefahr und das einsam auf einem Hügel stehende Haus kennen Filmfans aus „Psycho“.
„The Trap“ (Die Falle) erzählt, wie schon „Murder Case“, die altbekannte Geschichte von einem älteren Mann (Robert Strauss), seiner jungen Frau (Anne Francis) und dem jungen Nebenbuhler (Donnelly Rhodes). Denn irgendwann verlieben sich die beiden jüngeren ineinander und der Alte soll sterben. Dass dabei die Witwe auch das Vermögen erbt, erhöht nur die kriminelle Energie.
Hier trifft der Titel in mehr als einer Beziehung zu und Robert Strauss als kindisch aufgedrehter Spielehersteller mit einem Sinn für derb-platten Humor überzeugt restlos.
„Power of Attorney“ (Generalvollmacht) bietet wieder einmal einer älteren Schauspielerin die Gelegenheit zu einem großen Auftritt. Fay Bainter spielt eine ältere, vermögende, vertrauensselige Dame, auf die es ein Trickbetrüger abgesehen hat. Richard Johnson (Bis das Blut gefriert, Scoop – Der Knüller) spielt ihn mit dem öligen Charme eines Gebrauchtwagenverkäufers. Und Geraldine Fitzgerald (Die Wacht am Rhein) spielt die skeptische Hausdame, die irgendwann auch von dem Charme des Betrügers eingewickelt wird.
Fay Bainter war, eine Seltenheit in der Oscar-Geschichte, 1938 als beste Hauptdarstellerin und beste Nebendarstellerin für einen Oscar nominiert und erhielt ihn in der zweiten Kategorie für ihre Rolle in „Jezebel – die boshafte Lady“. Einen späten Erfolg hatte sie mit „Infam“. „Power of Attorney“ war ihre letzte Filmrolle.
„Off Season“ ist, nach einigen Dokumentationen, der erste fiktionale Film von WilliamFriedkin. Einige Jahre später inszenierte er „French Connection – Brennpunkt Brooklyn“, „Der Exorzist“, „Atemlos vor Angst“, „Leben und sterben in L. A.“ und „Die Stunde des Jägers“.
In „Off Season“ erzählt er die Geschichte des hitzköpfigen Polizisten Johnny Kendall (John Gavin [Psycho, Spartacus]). Er erschießt nachts einen Obdachlosen und, um einer Entlassung zuvorzukommen, kündigt er den Dienst. Zusammen mit seiner Freundin zieht er in eine Kleinstadt. Kurz darauf arbeitet er wieder als Polizist und als Milt Woodman (Richard Jaeckel [Zähl bis drei und bete, Flammender Stern, Das dreckige Dutzend, Pat Garrett jagt Billy the Kid, Revolte in der Unterwelt, Unter Wasser stirbt man nicht, und die TV-Serien „Spenser“ und „Baywatch – Die Rettungsschwimmer von Malibu“]) mit seiner Freundin flirtet, brennen bei dem eifersüchtigem Kendall die Sicherungen durch.
„Alfred Hitchcock zeigt – Teil 2“ knüpft nahtlos mit zehn weiteren auch heute noch sehr ansehbaren Episoden an den ersten Teil an. Die meisten Geschichten können, abgesehen von einigen technischen Entwicklungen der vergangenen Jahrzehnte, locker neben neuen Kriminalfilmen bestehen. Und technisch gibt es, für im Schnitt 45 Jahre alte TV-Folgen, nichts zu meckern.
Drehbuch: Michael Kozoll, William Sackheim, Sylvester Stallone
LV: David Morell: First Blood, 1972 (Rambo)
Vietnam-Veteran John Rambo wird in einem Provinzkaff der Landstreicherei verdächtigt und von der Polizei gedemütigt. Er bricht aus und flüchtet in den Wald – verfolgt von einem riesigen Polizeiaufgebot. Rambo beginnt sich zu verteidigen. Und davon versteht der ehemalige Elitesoldat und Dschungelkämpfer etwas.
Das auch heute noch sehenswerte, harte Actiondrama mit gesellschaftskritischen Tendenzen machte Sylvester Stallone endgültig zum Star, sorgte in den Achzigern für zwei überflüssige Fortsetzungen und eine Welle von inzwischen – glücklicherweise – fast vollständig vergessenen Vietnam-Filmen. 2008 folgte dann, nach einer zwanzigjährigen Pause, der vierte Rambo-Film, der vor allem als kurzer, altmodischer Brutalo-Film für Aufsehen sorgte.
Für den ersten Rambo-Film wurde das Buchende geändert.
Mit Sylvester Stallone, Richard Crenna, Brian Dennehy, David Caruso
The Hot Spot – Spiel mit dem Feuer (USA 1990, R.: Dennis Hopper)
Drehbuch: Nona Tyson, Charles Williams
LV: Charles Williams: Hell hath no fury, The Hot Spot, 1953 (Bis dass der Mord euch scheidet, Spiel mit dem Feuer, The Hot Spot – Spiel mit dem Feuer)
Aus dem Nichts taucht Harry Maddox in einem texanischen Provinzkaff auf. Er will nur die Bank überfallen. Aber nachdem er mit zwei Frauen ein Verhältnis beginnt, gerät sein einfacher Plan aus dem Ruder.
Schwüler Film Noir mit einem glänzenden Soundtrack (Miles Davis, John Lee Hooker) und grandios aufspielenden Schauspielern. Eine gelungene Liebeserklärung an die Klassiker.
Mit Don Johnson, Virginia Madsen, Jennifer Connelly, Charles Martin Smith, William Sadler, Jerry Hardin