Lee Child geht, Jack Reacher bleibt (+ einige weitere Neuigkeiten)

Januar 20, 2020

Andere literarische Figuren erleben das erst nach dem Ableben ihres Erfinders: ein anderer Autor übernimmt die Serie. James Bond erlebte das. Spenser ebenso. Und jetzt ist das auch bei Jack Reacher geplant.

In einer öffentlichen Ankündigung sagte Lee Child, dass langsam zu alt werde, um weitere Bücher mit Jack Reacher zu schreiben. Weil aber die Leser nach weiteren Jack-Reacher-Romanen verlangen, habe er sich entschieden, die nächsten Reacher-Romane zusammen mit seinem Bruder Andrew Grant zu schreiben. Nach einigen gemeinsamen Büchern soll Andrew Grant dann die Reacher-Romane alleine schreiben. Dafür werde Andrew Grant seinen Namen in Andrew Child ändern.

Schließlich ist auch Lee Child ein Pseudonym. In Wirklichkeit heißt der inzwischen 65-jährige Jack-Reacher-Erfinder James Dover Grant. Er schrieb 24 Romane und mehrere Kurzgeschichten mit Jack Reacher als Helden.

Andrew Grant ist ebenfalls ein Thrillerautor. Sein Debüt „Even“ (Ohne Reue) erhielt den Crimespree-Award in der Kategorie Favorite First Book 2009. Blanvalet veröffentlichte die deutsche Ausgabe. Soweit ich weiß, wurden Grants darauf folgenden acht Romane nicht übersetzt.

Für Ende Oktober ist mit „The Sentinel“ der 25. Reacher-Roman angekündigt, der dann unter der Autorennennung „von Lee Child und Andrew Child“ erscheinen soll.

Schon einige Tage alt ist die Meldung zur Jack-Reacher-TV-Serie. Amazon hat eine erste Staffel bestellt, die auf dem ersten Reacher-Roman „Größenwahn“ (Killing Floor, 1997) basiert. Nick Santora wurde als Showrunner und Drehbuchautor verpflichtet. Er war auch in die TV-Serien „Prison Break“, „Lie to me“ und „Scorpion“ involviert.

Mehr ist noch nicht bekannt. Außer dass nach einem Schauspieler gesucht wird, der die aus den Romanen bekannte Statur von Jack Reacher hat. Das dürfte wenigstens die Reacher-Fans, die immer an der Kleinwüchsigkeit von Tom Cruise herummäkelten, befriedigen.

Auf Deutsch erschien vor wenigen Wochen der 21. Reacher-Roman „Der Ermittler“. Der Roman erkundet Jack Reacher Vergangenheit. 1996, als er noch US-Militärpolizist in Deutschland ist, droht ein dschihadistischer Terrorist mit einem Anschlag, wenn er nicht hundert Millionen US-Dollar erhält. Eine CIA-Spezialeinheit ermittelt und Jack Reacher ist ein Teil des Teams.

Gleichzeitig erschien Childs kurzes Essay „Der Held – Wie Helden die Welt verändern, und warum wir sie heute mehr als je zuvor brauchen“.

Lee Child: Der Ermittler – Ein Jack-Reacher-Roman

(übersetzt von Wulf Bergner)

Blanvalet, 2020

416 Seiten

22 Euro

Originalausgabe

Night School (21 Reacher)

Bantam Press, London, 2016

Lee Child: Der Held

(übersetzt von Wulf Bergner)

Blanvalet, 2019

112 Seiten

10 Euro

Originalausgabe

The Hero

HarperCollins Publishers Ltd., 2019

Hinweise

Blanvalet über Lee Child

Homepage von Lee Child

Wikipedia über Lee Child (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Lee Childs „Tödliche Absicht“ (Without fail, 2002)

Meine Besprechung von Lee Childs „Die Abschussliste“ (The Enemy, 2004)

Meine Besprechung von Lee Childs „Sniper“ (One Shot, 2005)

Meine Besprechung von Lee Childs “Outlaw” (Nothing to Loose, 2008)

Meine Besprechung von Lee Childs „Die Gejagten“ (Never go back, 2013)

Meine Besprechung von Lee Childs (Herausgeber) „Killer Year – Stories to die for…from the hottest new crime writers“ (2008)

Meine Besprechung von Christopher McQuarries „Jack Reacher“ (Jack Reacher, USA 2012)

Meine Besprechung von Edward Zwicks „Jack Reacher: Kein Weg zurück“ (Jack Reacher: Never go back, USA 2016)

Kriminalakte über Lee Child und „Jack Reacher“


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