Neu im Kino/Filmkritik: Über Sönke Wortmanns Jan-Weiler-Verfilmung „Die Ältern“

Februar 14, 2026

Irgendwann…also, nein, die anderen werden natürlich älter, aber man selbst fühlt sich immer noch so jung wie damals. Auch wenn die 21-jährige Tochter jetzt ausziehen will. Und die Ehefrau gleich mit. Hannes Wenger (Sebastian Bezzel), Bestsellerautor, der anscheinend sein Debüt mit abnehmendem Verkaufserfolg immer wieder recycled (Er sollte mal Herrn Fitzek fragen, wie man es anders macht.) ist schockiert. Er hat sich doch, wenn er nicht gerade am Schreibtisch Geschichten erfand, liebevoll um seine Familie gekümmert und in der großen Vorstadtvilla alle umsorgt. Jetzt sitzt er mit seinem Sohn Nick in einer unfreiwilligen Männer-WG.

Diese unfreiwillige WG-Gründung und die sich daraus ergebenden Probleme sind nicht der Beginn eines „Hangover“-ähnlichen Klamauks, sondern ein erstaunlich feinsinniger Film über Beständigkeit, Veränderungen und sanfte Neubeginne.

Die Vorlage für Sönke Wortmanns neue Komödie stammt von Jan Weiler. „Die Ältern“ ist der vierte Band seiner erfolgreichen, teils bereits verfilmten Pubertier-Reihe, in der er die Erlebnisse der Familie Wenger schildert, vor allem wie die Kinder erwachsen werden. Inzwischen steht der Auszug der Kinder auf der Agenda.

Wortmann schildert Hannes Kampf um Beständigkeit in einer sich verändernden Welt wird humorvoll im Heinz-Erhardt-Stil. Dieser zum zustimmenden Schmunzeln anregende, niemanden verletztenden, leicht selbstironische Humor wahrt immer ein bestimmtes Niveau. Die Geschichte, die die einzelnen Erlebnisse von Hannes auf seinem Weg zur Selbsterkenntnis strukturiert, stößt seine Figuren niemals in existentielle Krisen. Sie geht auch niemals sonderlich in die Tiefe, aber sie ist durchaus geeignet, auch über das eigene wohl situierte Leben und notwendige und nicht notwendige Veränderungen nachzudenken. Also, so Veränderungen, wie einmal ein anderes Restaurant auzuprobieren oder die nächsten Ferien an einem anderen Ort zu verbringen. Oder den Schreibtisch umzuräumen.

Die Ältern (Deutschland 2026)

Regie: Sönke Wortmann

Drehbuch: Jan Weiler, Robert Gold

LV: Jan Weiler: Die Ältern, 2020

mit Sebastian Bezzel, Anna Schudt, Kya-Celina Barucki, Philip Müller, Judith Bohle, Thomas Loibl, Nilma Farooq

Länge: 104 Minuten

FSK: ab 6 Jahre

Hinweise

Homepage zum Film

Filmportal über „Die Ältern“

Moviepilot über „Die Ältern“

Meine Besprechung von Sönke Wortmanns „Frau Müller muss weg“ (Deutschland 2014)

Meine Besprechung von Sönke Wortmanns „Der Vorname“ (Deutschland 2018)

Meine Besprechung von Sönke Wortmanns „Eingeschlossene Gesellschaft“ (Deutschland 2022)

Meine Besprechung von Sönko Wortmanns „Der Nachname“ (Deutschland 2022)


TV-Tipp für den 8. März: Aufbruch in die Freiheit

März 7, 2024

3sat, 20.15

Aufbruch in die Freiheit (Deutschland 2018)

Regie: Isabel Kleefeld

Drehbuch: Heike Fink, Ruth Olshan, Andrea Stoll

Bundesdeutsche Provinz, 1971: Drei Kinder hat die Metzgersgattin Erika Gerlach (Anna Schudt) schon. Das Vierte will sie nicht mehr. Die damals noch illegale Abtreibung bringt sie fast um. Danach hilft ihr nur ihre Schwester Charly (Alwara Höfels), die, feministisch bewegt, in Köln in einer Kommune lebt. Mit ihren Kindern zieht Erika bei ihr ein und sie wird, je mehr sie sich ihrer Situation und ihrer Unterdrückung durch ihren Mann und die Verhältnisse bewusst wird, Teil der Frauenbewegung.

TV-Drama, das mit viel Zeitkolorit und glaubwürdigen Figuren ein stimmiges Bild der damaligen Konflikte zeichnet.

mit Anna Schudt, Christian Erdmann, Alwara Höfels, Marie-Anne Fliegel, Lene Oderich, Charlie Schrein, Milla Hammann, Carol Schuler

Hinweise

Filmportal über „Aufbruch in die Freiheit“

Moviepilot über „Aufbruch in die Freiheit“

Wikipedia über „Aufbruch in die Freiheit“


TV-Tipp für den 12. März: Aufbruch in die Freiheit

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