Neu im Kino/Filmkritik: Grüß Gott! Der „Beckenrand Sheriff“ will sein Freibad retten

September 14, 2021

In dem bayerischen Ort Grubberg soll das heruntergekommene städtische Freibad geschlossen werden. Auf der frei werdenden Fläche sollen noble Wohnungen entstehen. Bademeister Karl Kruse, der titelgebende „Beckenrand Sheriff“, der sich ein Leben außerhalb des Freibads nicht vorstellen kann, will das verhindern.

Ausgehend von dieser Prämisse entwirft Marcus H. Rosenmüller („Wer früher stirbt, ist länger tot“, „Sommer in Orange“) eine prominent besetzte, entspannt vor sich hin blödelnde Geschichte. In einer Abfolge von Sketchen werden alle wichtigen und aktuellen Themen angesprochen. Mal besser, mal schlechter, aber nie unter der Gürtellinie. So spielt Milan Peschel den betont grantigen, überaus peniblen Bademeister Karl Kruse, der darauf achtet, dass die Stühle millimetergenau ausgerichtet sind. Dimitri Abold spielt Sali, einen aus Nigeria kommenden Asylbewerber, der als Azubi zu ihm geschickt wird. Kruses in der Verwaltung arbeitende Schwester hofft so, Salis Abschiebung zu verhindern. Sali ist zwar willig, aber auch ein Nichtschwimmer. Das wäre kein großes Problem, wenn nicht die selbstverständlich hoffnungslos erfolglose Wasserball-Mannschaft einen Sieg bräuchte (Haben wir das nicht schon in einem Dutzend anderer Komödien gesehen?) und Sali ein begnadeter Ballfänger wäre. Also muss er schwimmen lernen.

Im Schwimmbad trifft er lange nachdem das Bad für den täglichen Publikumsverkehr geschlossen wurde, Lisa (Sarah Mahita). Die junge Schwimmerin war mal die große Olympiahoffnung des Dorfes. Bis eine seltsame, nie vollkommen geklärte Dopinggeschichte diese Karriere beendete. Jetzt trainiert sie heimlich nach Sonnenuntergang. Ihr Vater ist Albert Dengler (Sebastian Bezzel), der Mann, der auf dem Schwimmbadgelände Häuser bauen möchte.

Und so langsam finden sich die Menschen zusammen, die einerseits in herzlicher Abneigung miteinander verbunden sind, und andererseits nur gemeinsam das Freibad retten können.

Bei den Mitteln, die sie dafür einsetzen, und wie ihnen die Rettung gelingt, wird es dann immer wieder ärgerlich. Natürlich ist ein Spielfilm keine verfilmte Gemeinderatsordnung. Und natürlich können die Filmemacher sich beim Erzählen ihrer Geschichte jede künstlerische Freiheiten nehmen. Ärgerlich wird es allerdings dann, wenn man den Eindruck hat, das Wissen der Macher über die Kommunalpolitik erschöpft sich in einer Mischung aus Schlagzeilenlektüre und Stammtischgesprächen. Dabei hätten die realen Verfahren Stoff für mehr und bessere Verwicklungen und politische Winkelzüge geboten. So sammelt, um nur ein Beispiel zu nennen, Kruse irgendwann Unterschriften für den Erhalt des Freibads. Jeder, der schon einmal eine Unterschriftensammlung gemacht hat, weiß, wie schwierig die Formulierung der Forderung ist und wie sehr eine Verwaltung eine Sammlung vor, während und nach der Unterschriftensammlung blockieren kann. Zum Beispiel, indem sie Formulierungen nicht zulässt, die Prüfung endlos hinauszögert oder nur an bestimmten Orten sammeln lässt. All das bietet Stoff für wundervolle komödiantische Verwicklungen, die hier nicht genutzt werden, weil Kommunalpolitik auf nicht informiertem Stammtisch-Niveau behandelt wird.

Beckenrand Sheriff“ ist ein belangloser Bayern-Klamauk, der eine politische Satire hätte sein können.

Beckenrand Sheriff (Deutschland 2021)

Regie: Marcus H. Rosenmüller

Drehbuch: Marcus Pfeiffer

mit Milan Peschel, Dimitri Abold, Sebastian Bezzel, Rick Kavanian, Gisela Schneeberger, Johanna Wokalek, Sarah Mahita, Rocko Schamoni, Thomas Mraz, Frederick Linkemann

Länge: 114 Minuten

FSK: ab 6 Jahre

Hinweise

Filmportal über „Beckenrand Sheriff“

Moviepilot über „Beckenrand Sheriff“

Wikipedia über „Beckenrand Sheriff“


Neu im Kino/Filmkritik: Ein „Kaiserschmarrndrama“ für den Kriminaler Franz Eberhofer

August 5, 2021

Wer „Dampfnudelblues“ oder eine der darauf folgenden Franz-Eberhofer-Krimikomödien gesehen hat, wird im neuen Franz-Eberhofer-Krimi „Kaiserscharrndrama“ die gewohnte Kost bekommen.

Der Kriminalfall war schon immer nebensächlich.

Dieses Mal wird in dem niederbayerischen Dorf Niederkaltenkirchen eine Joggerin erschlagen. Sie ist das dorfbekannte Webcam-Girl Simone. Dorfpolizist Franz Eberhofer muss den Mörder suchen. Sein penetranter Kumpel und Co-Ermittler (ohne Dienstmarke) Rudi Birkenberger sitzt derweil, nach einem von Eberhofer verursachtem Autounfall, im Rollstuhl.

Nachdem er aus dem Krankenhaus entlassen wurde, richtet er sich häuslich auf dem Eberhofer-Hof ein. Dort lebt im Moment auch Franz‘ verhasster, weil biederer Bruder Leopold. Der Spießer möchte auf dem Hof ein Familienhaus für sich und seinen Bruder erbauen. Gegen den Widerstand von Franz, der niemals in das neue Haus einziehen möchte, und ihren Vater, der sich gegen diese Verschandelung seines Hofes wehrt.

Selbstverständlich sind im neuen Eberhofer-Krimi auch die aus den vorherigen Eberhofer-Krimis bekannten trinkfreudigen Kumpels von Franz Eberhofer dabei. Dieses Mal sind sie sogar etwas in den Mordfall verwickelt.

Nach dem zweiten Mord übernimmt die Münchner Über-Ermittlerin Thin Lizzy den Fall. Eberhofer-Fans kennen sie bereits aus den vorherigen Filmen und sie wissen, dass jetzt der Ermittler-Ehrgeiz von Eberhofer geweckt ist. Denn er will unbedingt vor ihr den Fall lösen.

Kaiserschmarrndrama“ ist der siebte Eberhofer-Film. Die Krimikomödie sollte bereits vor einem Jahr im Kino laufen. Wegen der Coronavirus-Pandemie wurde der Starttermin mehrmals verschoben.

Für die Fans hat sich das Warten gelohnt. Es sind alle aus den vorherigen Komödien vertrauten und beliebten Figuren mit ihren Schrullen wieder dabei. Und wie immer verändern sich einige Kleinigkeiten. Einerseits weil Franz Eberhofers Dauerfreundin seit Kindertagen, die Susi, mehr von ihm will als er geben möchte. Eigentlich möchte er – immer noch – nur mit seinen Kumpels abhängen und in seiner Junggesellenbude, einem riesigen Zimmer in der Scheune des elterlichen Hofes, versacken. Susi findet das weniger toll. Und ihr gemeinsames Kind, der Paul, wird auch mit jedem neuen Eberhofer-Krimi größer.

Auch hinter der Kamera veränderte sich nichts. Ed Herzog ist weiterhin der Regisseur der Serie. Stefan Betz schrieb wieder das Drehbuch. Das weitere Team, Kamera, Schnitt undsoweiter, war ebenfalls bei den vorherigen Filmen dabei. Die Schauspieler übernahmen wieder, mit offensichtlichem Vergnügen, ihre vertrauten Rollen.

An dem Erfolgsrezept – die Filme wurden zuerst nur in Bayern im Kino gezeigt und, wegen des überragenden und überraschenden Erfolgs, später in ganz Deutschland – änderten sie nichts. Für die zahlreichen Fans ist das eine sehr gute Nachricht.

Kaiserschmarrndrama (Deutschland 2021)

Regie: Ed Herzog

Drehbuch: Stefan Betz, Ed Herzog

LV: Rita Falk: Kaiserscharrndrama, 2018

mit Sebastian Bezzel, Simon Schwarz, Lisa Maria Potthoff, Enzi Fuchs, Eisi Gulp, Gerhard Wittmann, Daniel Christensen, Stephan Zinner, Max Schmidt, Sigi Zimmerschied, Nora Waldstätten, Michael Ostrowski, Thomas Kügel, Maria Hofstätter, Matthias Egersdörfer, Rüdiger Klink, Thomas Mraz, Ferdinand Hofer, Mai Le, Theresa Walter, Marek Fis, Christine Neubauer, Willy Astor, Olivia Pascal, Sarah Viktoria Frick

Länge: 96 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

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Filmportal über „Kaiserschmarrndrama“

Moviepilot über „Kaiserschmarrndrama“

Wikipedia über „Kaiserschmarrndrama“

Homepage von Franz Eberhofer

dtv über Rita Falk

Meine Besprechung von Rita Falks „Dampfnudelblues – Ein Provinzkrimi“ (2011)

Meine Besprechung von Rita Falks „Sauerkrautkoma – Ein Provinzkrimi“ (2012)

Meine Besprechung von Ed Herzogs Rita-Falk-Verfilmung „Sauerkrautkoma“ (Deutschland 2018)

Meine Besprechung von Ed Herzogs Rita-Falk-Verfilmung  „Leberkäsjunkie“ (Deutschland 2019)


TV-Tipp für den 3. August: Leberkäsjunkie

August 2, 2020

ARD, 20.15

Leberkäsjunkie (Deutschland 2019)

Regie: Ed Herzog

Drehbuch: Stefan Betz, Ed Herzog

LV: Rita Falk: Leberkäsjunkie, 2016

In der Ruine des abgebrannten Mooshammerhofs wird eine Frauenleiche gefunden. Dorfpolizist Franz Eberhofer muss den Mörder suchen. Gleichzeitig muss er eine strenge Diät befolgen, die ihm, unter anderem, das Essen von Leberkäse verbietet.

TV-Premiere. Für die sechste Eberhofer-Krimikomödie wurde nichts an der bewährten Rezeptur geändert: „Leberkäsjunkie“ ist gewohnt witzig-kurzweilige Unterhaltung mit einem bestens eingespieltem Stammensemble und spielfreudigen Gaststars. Der Fall selbst ist dabei nebensächlich.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Sebastian Bezzel, Simon Schwarz, Lisa Maria Potthoff, Enzi Fuchs, Eisi Gulp, Gerhard Wittmann, Eva Mattes, Robert Stadlober, Manuel Rubey, Anica Dobra, Castro Dokyi Affum, Sigi Zimmerschied, Daniel Christensen, Stephan Zinner, Max Schmidt, Ferdinand Hofer, Thomas Kügel, Frederic Linkemann, Lara Mandoki, Michael Ostrowski, Harry G.

Wiederholung: Dienstag, 3. August, 00.35 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

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Meine Besprechung von Rita Falks „Dampfnudelblues – Ein Provinzkrimi“ (2011)

Meine Besprechung von Rita Falks „Sauerkrautkoma – Ein Provinzkrimi“ (2012)

Meine Besprechung von Ed Herzogs Rita-Falk-Verfilmung „Sauerkrautkoma“ (Deutschland 2018)

Meine Besprechung von Ed Herzogs Rita-Falk-Verfilmung  „Leberkäsjunkie“ (Deutschland 2019)


Neu im Kino/Filmkritik: „Leberkäsjunkie“ Franz Eberhofer sucht einen Mörder und Brandstifter – und Eva Mattes rastet aus

August 2, 2019

Nachdem der fünfte Eberhofer-Film „Sauerkrautkoma“ bundesweit über eine Million Besucher hatte, läuft auch der sechste Eberhofer-Film „Leberkäsjunkie“ bundesweit. Die ersten vier Eberhofer-Filme wurden, bis auf wenige Ausnahmen, nur in Bayern im Kino gezeigt. Dort waren sie zunehmend erfolgreiche Blockbuster. Schon in den ersten Eberhofer-Film „Dampfnudelblues“ gingen über eine halbe Million Menschen. Dabei sind die Filme auf den ersten Blick ganz normale Provinzkrimis, wie man sie aus allen Städten zwischen Kitzbühel und Wismar kennt.

Da ist das fiktive, von Bestseller-Autorin Rita Falk erfundene Niederkaltenkirchen nur ein weiteres Dorf auf der kriminellen Landkarte. Dort ermittelt Franz Eberhofer (Sebastian Bezzel) immer noch auf dem elterlichen Hof lebend und er denkt immer noch nicht daran, sein großes Jugendzimmer zu räumen. Er denkt auch nicht daran, erwachsen zu werden. Sein Vater (Eisi Gulp) kifft, seine Oma (Enzi Fuchs) kocht, sein Bruder (Gerhard Wittmann) isst öfter mit und auch Eberhofers Dauerfreundin Susi (Lisa Maria Potthoff) sitzt oft in der Küche am Esstisch. Sein Freund Rudi Birkenberger (Simon Schwarz), ein notorisch erfolgloser, aber nie um einen Ratschlag verlegener, enthusiastischer Privatdetektiv, isst ebenfalls oft mit. Nur Eberhofers Sohn Paul muss altersbedingt noch neben dem Tisch im Babysitz sitzen.

Jetzt soll Eberhofer, weil Susi auf einer Fortbildung ist, einige Tage auf seinen Sohn aufpassen. Sie teilen sich die Kindererziehung, weil er sich mit ihr, wieder einmal, zerstritten hat.

Da wird nach einem Brand auf dem Mooshammerhof eine Frauenleiche gefunden. Schnell ist klar, dass die junge Frau ermordet wurde. Eberhofer hat einen neuen Kriminalfall, den er mit seinem gewohnten, an aktive Arbeitsverweigerung grenzenden Elan lösen will.

Die nach dem Brand obdachlose Liesl Mooshammer (Eva Mattes) kommt bei den Eberhofers unter und sorgt mit ihrem herrischen und extrovertiertem Verhalten für Ärger. Die auf den ersten Blick kaum erkennbare Eva Mattes gibt hier dem Affen ordentlich Zucker. Mattes und Bezzel waren von 2004 bis 2016 das Konstanzer „Tatort“-Team.

Weitere Verdächtige werden von Robert Stadlober, Manuel Rubey, Castro Bokyi Affum und Anica Dobrau gespielt.

Selbstverständlich sind auch Eberhofers aus den vorherigen Filmen bekannten Freunde und Vorgesetzten wieder dabei. Gespielt werden sie wieder von Daniel Christensen, Max Schmid, Stephan Zimmer, Michael Ostrowski, Sigi Zimmerschmied und Thomas Kügel.

Ed Herzog, der bereits die vorherigen Eberhofer-Krimis schrieb und inszenierte, inszenierte auch „Leberkäsjunkie“. Das Drehbuch schrieb er wieder mit Stefan Betz. Dabei befolgten sie die alte Weisheit, dass man eine funktionierende Sache nicht verändern solle. Das Team ist gut eingespielt, die bekannten Schrullen der Figuren werden gepflegt, es gibt Situationskomik und neue Witze, die sich dieses Mal vor allem um Eberhofers Essgewohnheiten und seine Folgen drehen. Denn seit der Trennung von Susi hat er sich zu einem richtigen Frustesser mit Wampe entwickelt. Nachdem er auf dem Mooshammerhof nach dem Anblick der Brandleiche ohnmächtig wird, rät ihm der Arzt, künftig auf seine Cholesterinwerte zu achten. Das bedeutet, dass sein geliebter Leberkäse sofort vom Speiseplan gestrichen ist. Seine Oma kocht ihm gesundes, aber auch ungenießbares Essen und Eberhofer stopft bei jeder Gelegenheiten wahre Fleischberge in sich hinein.

Daneben ist der Kriminalfall noch unwichtiger als in den vorherigen Eberhofer-Krimis. Weil der Humor, mal derber, mal anarchistischer, wieder einmal stimmt und weil die Stammbesetzung und die Gastschauspieler spielfreudig harmonisieren, ist „Leberkäsjunkie“ ein gelungener neuer Eberhofer-Krimi, der genau das liefert, was man nach den vorherigen Eberhofer-Krimis erwartet.

Leberkäsjunkie (Deutschland 2019)

Regie: Ed Herzog

Drehbuch: Stefan Betz, Ed Herzog

LV: Rita Falk: Leberkäsjunkie, 2016

mit Sebastian Bezzel, Simon Schwarz, Lisa Maria Potthoff, Enzi Fuchs, Eisi Gulp, Gerhard Wittmann, Eva Mattes, Robert Stadlober, Manuel Rubey, Anica Dobra, Castro Dokyi Affum, Sigi Zimmerschied, Daniel Christensen, Stephan Zinner, Max Schmidt, Ferdinand Hofer, Thomas Kügel, Frederic Linkemann, Lara Mandoki, Michael Ostrowski, Harry G.

Länge: 97 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

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Filmportal über „Leberkäsjunkie“

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dtv über Rita Falk

Meine Besprechung von Rita Falks „Dampfnudelblues – Ein Provinzkrimi“ (2011)

Meine Besprechung von Rita Falks „Sauerkrautkoma – Ein Provinzkrimi“ (2012)

Meine Besprechung von Ed Herzogs Rita-Falk-Verfilmung „Sauerkrautkoma“ (Deutschland 2018)


Verlosung: Wer sind die glücklichen „Leberkäsjunkie“-Gewinner*innen?

Juli 29, 2019

Während der Franz Eberhofer vor dem Kinostart am Donnerstag noch einige überdimensionierte Leberkäsbrötchen mampft, darf ich verraten, wer die Plakate und Bücher gewonnen hat.

Die Bücher gehen an

Martina G. aus Neufahrn

Reinhold H. aus Waldkraiburg

Die Plakate an

Johann M. aus Wörth

Steffen M. aus Berlin

Viel Spaß beim Lesen der Bücher und Aufhängen der Plakate mit diesen Mannsbildern wünscht die Kriminalakte.

In „Leberkäsjunkie“ müssen die Top-Ermittlern von Niederkaltenkirchen herausfinden, wer im Mooshammerhof eine junge Münchnerin ermordete und anschließend den Hof anzündete. Der tiefenentspannte, essfreudige Dorfkommissar Franz Eberhofer (Sebastian Bezzel), inzwischen auch in Trennung lebender Vater (mit seiner Susi gab’s Probleme), und sein Freund Rudi Birkenberger (Simon Schwarz), Privatdetektiv und Nervensäge, ermitteln gewohnt zielstrebig. Wie immer sind Ablenkungen willkommen und jede Gelegenheit für eine Esspause wird genutzt. Selbstverständlich sind die Stammfiguren und Schauspieler aus den vorherigen Eberhofer-Filmen wieder dabei. Und Eva Mattes darf als Liesl Mooshammer dem Affen ordentlich Zucker geben.

Auch hinter der Kamera ist das bewährte Team. So bietet Ed Herzogs sechster Eberhofer-Krimi gewohnt witzige Unterhaltung für die Fans der vorherigen Eberhofer-Komödien. Ab dem 1. August im Kino.

Leberkäsjunkie (Deutschland 2019)

Regie: Ed Herzog

Drehbuch: Stefan Betz, Ed Herzog

LV: Rita Falk: Leberkäsjunkie, 2016

mit Sebastian Bezzel, Simon Schwarz, Lisa Maria Potthoff, Enzi Fuchs, Eisi Gulp, Gerhard Wittmann, Eva Mattes, Robert Stadlober, Manuel Rubey, Anica Dobra, Castro Dokyi Affum, Sigi Zimmerschied, Daniel Christensen, Stephan Zinner, Max Schmidt, Ferdinand Hofer, Thomas Kügel, Frederic Linkemann, Lara Mandoki, Michael Ostrowski, Harry G.

Länge: 97 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

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Meine Besprechung von Rita Falks „Dampfnudelblues – Ein Provinzkrimi“ (2011)

Meine Besprechung von Rita Falks „Sauerkrautkoma – Ein Provinzkrimi“ (2012)

Meine Besprechung von Ed Herzogs Rita-Falk-Verfilmung „Sauerkrautkoma“ (Deutschland 2018)


Verlosung: „Leberkäsjunkie“ – zum Lesen und Hängen

Juli 19, 2019

Wenige Tage bevor der sechste Franz-Eberhofer-Krimi „Leberkäsjunkie“ bundesweit in den Kinos anläuft, startet die Kriminalakte eine Verlosung. Zu gewinnen gibt es zweimal die Filmausgabe des Provinz-Krimis von Rita Falk und zwei Filmplakate mit den Top-Ermittlern von Niederkaltenkirchen.

Dieses Mal müssen sie herausfinden, wer im Mooshammerhof eine junge Münchnerin ermordete und anschließend den Hof anzündete. Der tiefenentspannte, essfreudige Dorfkommissar Franz Eberhofer (Sebastian Bezzel), inzwischen auch in Trennung lebender Vater (mit seiner Susi gab’s Probleme), und sein Freund Rudi Birkenberger (Simon Schwarz), Privatdetektiv und Nervensäge, ermitteln gewohnt zielstrebig. Wie immer sind Ablenkungen willkommen und jede Gelegenheit für eine Esspause wird genutzt. Selbstverständlich sind die Stammfiguren und Schauspieler aus den vorherigen Eberhofer-Filmen wieder dabei. Und Eva Mattes darf als Liesl Mooshammer dem Affen ordentlich Zucker geben.

Auch hinter der Kamera ist das bewährte Team. So bietet Ed Herzogs sechster Eberhofer-Krimi gewohnt witzige Unterhaltung für die Fans der vorherigen Eberhofer-Komödien. Ab dem 1. August im Kino.

Die Verlosung der zwei Romane und zwei Filmplakate endet am Sonntag, den 28. Juli, um Mitternacht (also um 23.59 Uhr).

In den Betreff müsst ihr „Verlosung Leberkäsjunkie“ schreiben und in der Mail an info@axelbussmer.de muss eine deutsche Postadresse stehen.

Leberkäsjunkie (Deutschland 2019)

Regie: Ed Herzog

Drehbuch: Stefan Betz, Ed Herzog

LV: Rita Falk: Leberkäsjunkie, 2016

mit Sebastian Bezzel, Simon Schwarz, Lisa Maria Potthoff, Enzi Fuchs, Eisi Gulp, Gerhard Wittmann, Eva Mattes, Robert Stadlober, Manuel Rubey, Anica Dobra, Castro Dokyi Affum, Sigi Zimmerschied, Daniel Christensen, Stephan Zinner, Max Schmidt, Ferdinand Hofer, Thomas Kügel, Frederic Linkemann, Lara Mandoki, Michael Ostrowski, Harry G.

Länge: 97 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

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Filmportal über „Leberkäsjunkie“

Moviepilot über „Leberkäsjunkie“

Wikipedia über „Leberkäsjunkie“

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Meine Besprechung von Rita Falks „Dampfnudelblues – Ein Provinzkrimi“ (2011)

Meine Besprechung von Rita Falks „Sauerkrautkoma – Ein Provinzkrimi“ (2012)

Meine Besprechung von Ed Herzogs Rita-Falk-Verfilmung „Sauerkrautkoma“ (Deutschland 2018)


Neu im Kino/Filmkritik: „Safari – Match me if you can“ in der deutschen Komödie

August 30, 2018

Boah, war das – – –

Beginnen wir mit den Fakten:

Regie führte Rudi Gaul. Von ihm ist die Doku „Wader Wecker Vater Land“.

Das Drehbuch ist von Rudi Gaul und Friederike Klingholz. Frei nach Arthur Schnitzlers „Reigen“. Naja, Tote können sich nicht mehr wehren. Und der Film ist ein Reigen von Liebesgeschichten und sexuellen Begegnungen in der Großstadt.

Justus von Dohnányi, Sunnyi Melles, Elisa Schlott, Juliane Köhler, Friederike Kempter, Max Mauff, Sebastian Bezzel, Patrick Abozen und Janina Fautz spielen die beziehungssuchenden Großstädter. Wobei sie eher nicht nach der großen Liebe, sondern dem schnellen Sex suchen. Früher funktionierte das über Kleinanzeigen und „Fisch sucht Fahrrad“-Abende. Heute gibt es dafür die titelgebende App „Safari“, die Männlein und Weiblein nach ihren individuellen Vorlieben perfekt zusammenbringen soll. Dass ihre Selbstbeschreibung nicht immer der Realität entspricht: geschenkt. Und dass im Lauf des Films diese Lügen und Selbsttäuschungen aufgedeckt werden, gehört ebenfalls zum Genre. Aber es sollte dann schon etwas interessanter, überraschender und, immerhin will „Safari – Match me if you can“ (es geht doch nichts über einen guten deutschen Titel) eine Komödie, witziger sein.

Denn Gauls Ensemblekomödie ist das filmische Äquivalent zu einem dieser gottseidank der Vergangenheit angehörenden Abende, an denen die Privatsender in unzähligen Sketchshows einen unwitzigen Sketch nach dem nächsten präsentierten. Die Sketche waren fast ausschließlich Blindgänger. Die Sets hatten mit der Realität nichts zu tun und die Schauspieler hatten wahrscheinlich ihren Spaß. Ein größerer Zusammenhang zwischen den Witzen war auch nicht erkennbar.

Aber in einem Spielfilm nervt es, wenn nichts zusammenpasst. So gibt es in „Safari“ einen Tramfahrer, der für seine Sexabenteuer als Pilot auftritt. Er ist mit einer Psychologin, bzw. genaugenommen einer französischen Sex-Therapeutin, verheiratet. Und jetzt sollen wir glauben, dass dieses Ehepaar jemals zusammengefunden hat und dass der Tramfahrer ungestört und unentdeckt in seiner Heimatstadt München unzählige Sexabenteuer haben kann. Denn alle seine Sexabenteuer werden auf der titelgebenden und unglaublich beliebten „Safari“-App zum Besten gegeben. Die App-Nutzer haben Profilfotos von sich hochgeladen und sie bewerten sich gegenseitig nach ihrem, ähem, Geschlechtsverkehr. München ist zwar eine Großstadt, aber so groß ist die Landeshauptstadt von Bayern dann doch nicht.

Außerdem sind alle „Safari“-User auf der Suche nach der normalheterosexuellen Liebe unter weißen Deutschen. Als Alibiausländer darf ein sehr südländischer Kleinstadtgigolo Verführungstipps geben, die er – Überraschung! – nicht aus eigener Erfahrung hat.

Safari – Match me if you can“ ist ein unwitziges Desaster, bei dem ich mich fragte, wer sich so etwas ansehen soll. Denn die moderne Smartphone-Oberfläche verdeckt den Muff und die biedere Sexualmoral der fünfziger Jahre noch nicht einmal notdürftig.

Safari – Match me if you can (Deutschland 2018)

Regie: Rudi Gaul

Drehbuch: Rudi Gaul, Friederike Klingholz (frei nach Arthur Schnitzlers „Reigen“)

mit Justus von Dohnányi, Sunnyi Melles, Elisa Schlott, Juliane Köhler, Friederike Kempter, Max Mauf, Sebastian Bezzel, Patrick Abozen, Janina Fautz

Länge: 109 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

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Filmportal über „Safari – Match me if you can“

Moviepilot über „Safari – Match me if you can“

Wikipedia über „Safari – Match me if you can“

 

 


Neu im Kino/Buch- und Filmkritik: Der Eberhofer Franz hat kein „Sauerkrautkoma“

August 9, 2018

Das ist eine längst überfällige Premiere. Denn in Bayern war schon die erste Rita-Falk-Verfilmung „Dampfnudelblues“ unglaublich erfolgreich. Auch die nächsten Franz-Eberhofer-Filme liefen im Süden erfolgreich in den Kinos. Der vierte Eberhofer-Film „Grießnockerlaffäre“ hatte über 830.000 Zuschauer. In der Top 10 der erfolgreichsten deutschen Filme 2017 reichte das für den sechsten Platz. Insgesamt haben fast 2,5 Millionen Menschen die Krimikomödien im Kino gesehen. Das sind Zahlen, von denen die meisten deutschen Filme nur Träumen können.

Aber erst die fünfte Rita-Falk-Verfilmung „Sauerkrautkoma“ wird auch außerhalb Bayerns regulär in den Kinos gezeigt und damit auch in Deutschlands größter Stadt. Aktuell läuft er im Cinemaxx Potsdamer Platz, dem Delphi Lux und dem Titania.

In „Sauerkrautkoma“ wird Franz Eberhofer von Niederkaltenkirchen, ein erfundenes Kaff, in dem jeder jede kennt (und umgekehrt) und ein Kreisverkehr das Symbol (und die Metapher) für Fortschritt ist, nach München versetzt. Anstatt sich über die Beförderung zu freuen, versucht er nur, möglichst schnell wieder an seine alte Arbeitsstelle zurückzukehren. Denn München ist für ihn schlimmer als die Hölle. Die täglichen mehrstündigen Heimfahrten (im Buch) und eine Vollverköstigung durch die Oma ändern daran nichts.

Mit seiner Dauerfreundin Susi hat er auch Stress. Denn sie wird heftig von Karl-Heinz Fleischmann umgarnt. Zu ihrer Schulzeit war er der pickelige hässliche Nerd. Der ‚Fleischi‘. Jetzt ist er ein sonnengebräunter Schönling und erfolgreicher Software-Unternehmer, der das Dorf besucht. Und dann heult sein Bruder sich auf dem Eberhofer-Hof aus. Seine thailändische Frau probiert gerade die Unabhängigkeit aus und hat ihn vor die Tür gesetzt.

Das sind die privaten Nebengeschichten, die in einem normalen Krimi vernachlässigbare Nebengeschichten wären. Neben Eberhofers ausführlich geschildertem Abhängen mit seinen aus den Romanen und Filmen bekannten, ähnlich ambitionslosen Kumpels, – Detektiv Rudi Birkenberger (der das titelgebende Sauerkrautkoma erleidet), Metzger Simmerl, Installateur Flötzinger und Wirt Wolfi – , nehmen die Nebenplots den größten Teil der Komödie ein, die das Dorfleben als inklusives Paradies schildert.

Der Kriminalfall ist, wie in den anderen Eberhofer-Geschichten, herzlich nebensächlich. Dieses Mal geht es um eine Frauenleiche, die im in München gestohlenen Oldtimer von Eberhofers Vater gefunden wird. Es ist das Au-pair-Mädchen einer vermögenden Familie. Im Buch ist es die Familie Dettenbeck in Grünwald, die mit dem Verleih von Oldtimern Geld verdient. Im Film arbeitete die Ermordete beim Bürgermeister von Niederkaltenkirchen. Er ist, immerhin gehört er zur Stammbesetzung der Ebershofer-Krimis, nicht der Mörder.

Der Film wurde vom bewährten Team inszeniert. Ed Herzog übernahm wieder die Regie. Stefan Betz ist zum dritten Mal am Drehbuch beteiligt. Sebastian Edschmid ist wieder der Kameramann. Kerstin Schmidbauer ist wieder die Produzentin. Es ist also ein eingespieltes Team, das in jeder Beziehung auf Kontinuität setzt. Deshalb wurde das erfolgreiche Rezept der vorherigen Filme „Dampfnudelblues“ (2013), „Winterkartoffelknödel“ (2014), „Schweinskopf al dente“ (2016) und „Grießnockerlaffäre“ (2017) nicht geändert.

Auch die aus den vorherigen Eberhofer-Filmen bekannten Schauspieler sind wieder dabei.

Sebastian Bezzel, den ich als „Tatort“-Kommissar immer zu steif fand, hängt hier, wieder einmal, in der Rolle seines Lebens als tiefenentspannter Franz Eberhofer ab. Am Ende löst er zwar den Fall, aber er ist ein richtiger niederbayerischer Slacker, der immer noch bei seinen Eltern wohnt und niemals sein vertrautes Revier verlassen will. In Niederkaltenkirchen hat er ja alles, was er braucht.

Simon Schwarz (als Rudi Birkenberger), Lisa Maria Potthoff (als Susi), Enzi Fuchs (als schnäppchenjagende und kochende Oma Eberhofer), Eisi Gulp (als dauerkiffender Papa Eberhofer), Gerhard Wittmann (als Franz Eberhofers Bruder Leopold), Sigi Zimmerschied (als Dienststellenleiter Moratschek), Stephan Zinner (als Metzger Simmerl), Daniel Christensen (als Flötzinger), Max Schmidt (als Wirt Wolfi) und Thomas Kügel (als mordverdächtiger Bürgermeister) sind wieder dabei.

Wieder wird die Romangeschichte nur als Inspiration für den Film genommen, der vor allem um das Leben und die Probleme seiner Protagonisten kreist, die alle mehr oder weniger mit ihrem Leben zufrieden sind. Ambitionen, an denen sie scheitern könnten, haben sie nicht.

Im Roman ist der Mordfall noch unwichtiger als im Film. Sogar die Zeilen, in denen Rita Falk darüber schreibt, was Eberhofer von seiner Oma gekocht bekommt, nehmen im Buch mehr Platz ein. Im Mittelpunkt steht dieses Mal Eberhofers reichlich unbeholfenes Werben um seine Susi, die er heiraten will, und die von ihm widerwillig absolvierten Hochzeitsvorbereitungen. Der Eberhofer ist halt kein Romantiker. Seine Susi schon eher. Das ist bestenfalls mäßig unterhaltsam. Es passt aber in einen „Provinzkrimi“ (Buchcover). Das ist ein anderes Wort für „Regiokrimi“ und wie eigentlich alle Regiokrimis richten sie sich nicht an beinharte Krimifans, sondern an Nicht-Krimileser, die vor allem ihre Heimat (oder den Urlaubsort) wieder erkennen wollen.

Der größte Unterschied zwischen dem Buch und dem Film ist der Humor. Im biederen Buch ist es ein schnurriger, niemand weh tuender Tonfall, der mich niemals zum Lachen reizte. Der Filmhumor ist dagegen gemeiner, bösartiger, schwärzer, lakonischer und auch antiautoritärer. Da gibt es dann etliche Lacher. Auch weil einiges doch sehr absurd und skurril ist.

Sauerkrautkoma“ ist besser als der Roman und wem die vorherigen Eberhofer-Filme gefallen haben, wird auch dieser bayerische Provinzkrimi gefallen.

Sauerkrautkoma (Deutschland 2018)

Regie: Ed Herzog

Drehbuch: Stefan Betz, Ed Herzog

LV: Rita Falk: Sauerkrautkoma, 2012

mit Sebastian Bezzel, Simon Schwarz, Lisa Maria Potthoff, Enzi Fuchs, Eisi Gulp, Gerhard Wittmann, Nora Waldstätten, Gedeon Burkhard, Sigi Zimmerschied, Daniel Christensen, Stephan Zinner, Max Schmidt, Ferdinand Hofer, Thomas Kügel, Ulrike Beimpold, Phillipp Franck, Michael Ostrowski, Goran Navojec

Länge: 97 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Die Vorlage

(für den Kinostart im Filmcover)

Rita Falk: Sauerkrautkoma

dtv, 2018

272 Seiten

9, 95 Euro

Originalausgabe

dtv, 2012

Taschenbuchausgabe

dtv, 2014

Hinweise

Homepage zum Film

Filmportal über „Sauerkrautkoma“

Moviepilot über „Sauerkrautkoma“

Wikipedia über „Sauerkrautkoma“

Homepage von Franz Eberhofer

dtv über Rita Falk

Meine Besprechung von Rita Falks „Dampfnudelblues – Ein Provinzkrimi“ (2011)


TV-Tipp für den 5. Dezember: Keine zweite Chance – Teil 1

Dezember 5, 2017

Sat.1, 20.15

Keine zweite Chance – Teil 1 (Deutschland 2017)

Regie: Alexander Dierbach

Drehbuch: Hannah Hollinger

LV: Harlan Coben: No second Chance, 2003 (Keine zweite Chance)

Nachdem sie angeschossen wurde, erwacht Dr. Nora Schwarz (im Roman Marc Seidman) aus dem Koma: ihr Mann ist tot, ihre einjährige Tochter verschwunden. Als sie eine Lösegeldforderung erhält, schöpft sie neue Hoffnung. Aber die Lösegeldübergabe geht schief und Kommissar Leyen fragt sich, ob nicht Nora hinter der Entführung steckt.

Tja, das klingt doch nach einer waschechten Coben-Geschichte, die hier als Zweiteiler verfilmt wurde. Ob gelungen, wissen wir nach dem zweiten Teil, der am kommenden Dienstag, den 12. Dezember, ebenfalls um 20.15 Uhr, gezeigt wird.

Dierbach inszenierte „Tannbach“ und mehrere „Helen Dorn“-Krimis. Hollinger schrieb das Buch zu „Brandnächte“ (lief vor einigen Tagen im ZDF und ist in der Mediathek) und mehrere Bücher für Filme von Matti Geschonneck.

mit Petra Schmidt-Schaller, Murathan Muslu, Sebastian Bezzel, Josefine Preuß, Hanns Zischler, André Szymanski

Hinweise

Sat.1 über „Keine zweite Chance“

Homepage von Harlan Coben

Mein Gespräch mit Harlan Coben über Myron Bolitar und seine Arbeit

Meine Besprechung von Harlan Coben „Der Insider“ (Fade away, 1996)

Meine Besprechung von Harlan Cobens „Abgeblockt“ (One false move, 1998)

Meine Besprechung von Harlan Cobens „Kein böser Traum“ (Just one look, 2004)

Meine Besprechung von Harlan Cobens „Kein Friede den Toten“ (The Innocent, 2005)

Meine Besprechung von Harlan Cobens „Das Grab im Wald“ (The Woods, 2007)

Meine Besprechung von Harlan Cobens „Sie sehen dich“ (Hold tight, 2008)

Meine Besprechung von Harlan Cobens „Von meinem Blut“ (Long Lost, 2009)

Meine Besprechung von Harlan Cobens „In seinen Händen“ (Caught, 2010)

Meine Besprechung von Harlan Cobens “Sein letzter Wille” (Live Wire, 2011)

Meine Besprechung von Harlan Cobens „Nur zu deinem Schutz“ (Shelter, 2011)

Meine Besprechung von Harlan Cobens „Ich finde dich“ (Six Years, 2013)

Meine Kurzbesprechung der Harlan-Coben-Verfilmung „Kein Sterbenswort“ (F 2006)

Harlan Coben in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 28. Oktober: Dampfnudelblues. Ein Eberhoferkrimi

Oktober 28, 2017

BR, 20.15

Dampfnudelblues. Ein Eberhoferkrimi (Deutschland 2013)

Regie: Ed Herzog

Drehbuch: Christian Zübert

LV: Rita Falk: Dampfnudelblues – Ein Provinzkrimi, 2011

Polizeihauptmeister Franz Eberhofer schiebt in Niederkaltenkirchen eine extrem ruhige Kugel. Da wird an die Hauswand des Realschuldirektors Höpfl mit roter Farbe „Stirb, du Sau!“ geschrieben, Höpfl verschwindet spurlos, taucht wieder auf und wird kurz darauf von einem Zug überfahren. Jetzt ist der kriminalistische Ehrgeiz von Eberhofer geweckt.

Witzig-lakonischer Heimatkrimi, der mir deutlich besser als der Roman gefallen hat.

Inzwischen sind drei weitere Eberhofer-Krimis entstanden, die in Bayern erfolgreich in den Kinos liefen.

mit Sebastian Bezzel, Simon Schwarz, Ilse Neubauer, Eisi Gulp, Gerhard Wittmann, Chi Le, Lisa Maria Pottoff, Nadeshda Brennicke, Nina Proll

Wiederholung: Sonntag, 29. Oktober, 00.55 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Homepage von Franz Eberhofer

Homepage zum Film

Filmportal über „Dampfnudelblues“

Moviepilot über „Dampfnudelblues“

Wikipedia über „Dampfnudelblues“

Meine Besprechung von Rita Falks „Dampfnudelblues – Ein Provinzkrimi“ (2011)


Verfilmte Bücher: „Dampfnudelblues“ ist „Dampfnudelblues“

Dezember 5, 2013

Achtung: es wird gespoilert.

Falk - Dampfnudelblues

Die Bücher von Rita Falk mit dem bei seinen Eltern lebendem Provinzpolizisten Franz Eberhofer verkaufen sich wie geschnitten Brot. Da ist eine Verfilmung nicht wirklich überraschend und die kam vor einigen Monaten in Bayern in die Kinos. Immerhin spielen die Eberhofer-Geschichten in Bayern in dem erfundenem Dorf Niederkaltenkirchen. Mit einer halben Million Zuschauer war „Dampfnudelblues“ auch ein echter Hit. Am Donnerstag, den 5. Dezember läuft er jetzt um 20.15 Uhr (Wiederholung um 00.20 Uhr) deutschlandweit im TV.

Aber wie ist die Vorlage für den Film „Dampfnudelblues“?

Dampfnudelblues“ ist der zweite Eberhofer-Roman. Er hat ein heimeliges Cover (das mir signalisiert „kein Buch für mich“) und er wird als „Provinzkrimi“ beworben. Nun, „Provinzkrimi“ spricht mich noch weniger als „Regiokrimi“ oder „Regionalkrimi“ an und wenn ich die letzten „Provinzkrimis“, die ich gelesen habe, Revue passieren lasse, fallen mir einige Gemeinsamkeiten auf: sie spielen nicht in der Großstadt (gut, das ist jetzt nicht besonders überraschend), sie sind sprachlich nicht bemerkenswert (höflich formuliert) und der Krimianteil, also die zielgerichtete Aufklärung des Verbrechens oder das Verbrechen als wichtigster Bestandteil der Geschichte, ist ein vernachlässigbarer Nebenaspekt. Das Verbrechen, ein Mord oder gleich eine ganze Mordserie, kann man, wie einen vernachlässigbaren Subplot, aus der Geschichte entfernen, ohne dass sich etwas ändern würde. Es sind Geschichten für Menschen, die keine Kriminalromane lesen.

Außerdem haben sie eine oft zweifelhafte Moral (dazu später mehr) und können, wie Uta-Maria Heim vor kurzem schön ausführte, als „fantastische Geschichten“ gelesen werden. Denn das Bild, das sie von der Provinz zeichnen, hat mit der Wirklichkeit nichts zu tun. Damit stehen sie dann in der Tradition des deutschen Heimatfilms, der ein von Sehnsucht und Verklärung gezeichnetes Bild von Heimat zeichnet. Nach dem Zweiten Weltkrieg war diese Flucht aus der Wirklichkeit verständlich. Aber heute?

Dampfnudelblues“ steht als „Provinzkrimi“ knietief in dieser Tradition.

Dabei beginnt es sportlich: An die Hauswand von Realschuldirektor Höpfls Anwesen wurde mit roter Farbe „Stirb, du Sau!“ geschrieben. Franz Eberhofer stürzt sich – weil sonst nichts los ist – in den Fall. Kurz darauf ist Höpfl verschwunden, taucht pudelmunter wieder auf und wird von einem Zug überfahren. Eberhofer vermutet, auch ohne einen Beweis zu haben, dass Höpfl ermordet wurde. Die folgenden Ermittlungen gestalten sich äußerst zäh, weil einfach nichts für den Fall entscheidendes passiert. Denn obwohl Höpfl allgemein verhasst war und er damit unzählige Verdächtige hat, kommt er keinen Schritt voran. Noch nicht einmal ein Schrittchen. Die Schmiererei wird aufgeklärt, indem der Täter sich stellt – und ihm nichts passiert. Naja: jugendlicher Unfug eben und der Geschädigte ist tot.

Den Mörder überführt Eberhofer mit einer dreisten Lüge und bei dem Motiv kommen wir auf die „zweifelhafte Moral“ zurück.

Vielleicht hat Rita Falk einfach nach einem Opfer und einem Mordmotiv gesucht, das möglichst weit von der Realität des Eberhoferschen Familienlebens (mit einer ständig kochenden, schnäppchenjagenden Oma und einem kiffendem, „Beatles“-hörendem Vater [der Kiffer-Gag ist natürlich dreist aus dem Münsteraner-“Tatort“ geklaut]) und dem Dorfleben entfernt sind. Aber das ändert nichts daran, dass der „Dampfnudelblues“ bei der Auflösung zutiefst reaktionär wird. Denn Höpfl ist nicht nur ein allgemein verhasster Single, sondern auch Homosexuell. Er frönt seine sexuelle Neigung, gut versteckt hinter einer Geheimtür, in seinem ausgebauten Keller oder indem er sich nach Mitternacht von einem Taxi zu bestimmten Orten fahren lässt. Höpfls Freund ist ein deutlich jüngerer, drogenabhängiger Stricher, der auch in der Gerichtsmedizin landet. Der Mörder ist der Vater des Strichers, der noch vor seiner Geburt in die Fremdenlegion flüchtete und erst jetzt zurückkehrte, was aber beides kein Problem ist. Und nach seiner Verhaftung wird in kumpelhafter Vertrautheit beschlossen, die Sache nicht an die große Glocke zu hängen. Man besorgt dem Mörder auch gleich einen guten Anwalt.

Das hat dann einen, höflich formuliert, sehr unangenehmen Beigeschmack. Vor allem weil das alles im witzig gemeintem Tonfall des verschwörerischen Einverständnisses mit dem Mörder und des gesunden Volksempfindens gegen die abartigen sexuellen Neigungen, denen man nur im Dunkeln nachgeht, daherkommt.

Da fallen dann die faden Witze über das neue Mitglied der örtlichen Fußballmannschaft, ein Schwarzer!, und die Verballhornung des Namens von Eberhofers Nichte nicht mehr auf: „Sie heißt Uschi, nach ihrer Großmutter. Weil das aber der Name von meiner verstorbenen Mama ist, nenn ich sie lieber Sushi. Sushi passt ganz einwandfrei, weil es sich hierbei auch um ein kleines, asiatisches Röllchen handelt.“

Luschtig ist was anderes.

Rita Falk: Dampfnudelblues – Ein Provinzkrimi

dtv, 2012

256 Seiten

8,95 Euro

Der Roman erschien 2011 als „dtv premium“-Buch.

Die Verfilmung

Dampfnudelblues (D 2013)

Regie: Ed Herzog

Drehbuch: Christian Zübert

mit Sebastian Bezzel, Simon Schwarz, Ilse Neubauer, Eisi Gulp, Gerhard Wittmann, Chi Le, Lisa Maria Pottoff, Nadeshda Brennicke, Nina Proll

Länge: 87 Minuten

Hinweise

Homepage von Franz Eberhofer

Homepage zum Film


Einige Gespräche von der Frankfurter Buchmesse

Oktober 11, 2013

Der HR stellte etliche Gespräche, die er auf der Frankfurter Buchmesse führte (wahrscheinlich gibt es demnächst noch weitere), online:

Ein Gespräch mit Rita Falk und Sebastian Bezzel (Hauptdarsteller) und Kerstin Schmidbauer (Produzentin) zur Rita-Falk-Verfilmung „Dampfnudelblues“

Ein Gespräch mit Gregor Weber über seinen Krimi „Keine Vergebung“

Ein Gespräch mit der Redakteurin Esther Schapira (HR) zu Marc Bauders Film „Master of the Universe“ (in dem ein Ex-Investmentbanker von seiner Arbeit erzählt; Kinostart ist am 7. November):

Und es gibt einen (den?) Buchmesse-Krimi „Codename: Swindle“, geschrieben von Eva Lirot, Ralf Kramp und Hughes Schlueter.


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