TV-Tipp für den 10. September: Code 7500

September 9, 2021

Arte, 20.15

Code 7500 (Deutschland 2019)

Regie: Patrick Vollrath

Drehbuch: Patrick Vollrath, Senad Halilbasic

TV-Premiere. Hochspannender Thriller über eine Flugzeugentführung. Der Clou des Films ist, dass Patrick Vollrath die Geschichte ausschließlich im Cockpit des Passagierflugzeugs spielen lässt.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Joseph Gordon-Levitt, Omid Memar, Aylin Tezel, Murathan Muslu, Carlo Kitzlinger

auch bekannt als „7500“ (Kinotitel)

Hinweise

Filmportal über „7500“

Moviepilot über „7500“

Rotten Tomatoes über „7500“

Wikipedia über „7500“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Patrick Vollraths „7500“ (Deutschland 2019)


Neu im Kino/Filmkritik: „Pelikanblut – Aus Liebe zu meiner Tochter“ geh ich durch die Hölle

September 26, 2020

Wiebke betreibt einen Pferdehof, auf dem sie für die Reiterstaffel der Polizei Pferde trainiert. Bei ihr lebt ihre nette Tochter. Und wenn sie wie ein Cowboy über ihre Ranch geht, wirkt sie glücklich. Zu ihrem Glück fehlt nur noch, nein, kein Mann, sondern ein zweites Kind, das wieder eine Auslandsadoption sein soll.

Katrin Gebbe („Tore tanzt“) lädt die ersten Bilder in ihrem neuen Film „Pelikanblut – Aus Liebe zu meiner Tochter “ mit einem so hohen Kitschfaktor auf, dass alle Inga-Lindström/Rosamunde-Pilcher-Filme dagegen blass wirken. Aber Wiebke wird von Nina Hoss gespielt, die in so einem banalen Sonntagabendkitschfilm niemals mitspielen würde. Später ändern sich in „Pelikanblut“ die Farben und der Kamerastil. Aus der Schnulze geht es in Richtung eines Horrorfilms und eines düsteren Psychodramas, in dem die Protagonistin sich mit ihrem Tunnelblick konsequent Richtung Verderben bewegt. Die Bilder sind eine offensichtliche und äußerst plakative Illustration von Wiebkes seelischem Zustand. Sie zeigen, wie sie sich fühlt und wie sie die Welt wahrnimmt.

Als Wiebke aus Bulgarien die Nachricht erhält, dass sie die fünfjährige Raya adoptieren kann, ist sie glücklich. Vor allem, weil Raya sich bei ihrer ersten Begegnung als ein überaus liebenswertes Kind präsentiert.

Das ändert sich, als Raya in Deutschland ihr wahres Gesicht zeigt. Raya ist ein vollkommen gefühlloser Mensch. Gefühle und menschliche Reaktionen imitiere sie nur. Gleichzeitig verdränge sie, so erklärt ein Kinderpsychologe Wiebke, ein schweres Trauma. Wiebke möchte Raya helfen. Aber Ray ist ein tobendes, schreiendes und intrigantes Kraftbündel, das Wiebke, ihre erste Adoptivtochter, die neunjährige Nikolina, und ihre Umgebung mal mehr, mal weniger subtil terrorisiert.

Aber Wiebke will Raya nicht weggeben. Im Gegensatz zu Rayas vorherigen Eltern will sie Raya behalten und, wie ihre Pferde, erziehen. Dabei entfernt sie sich immer mehr von ihrem bisherigen Leben.

Dieser Wahn und der damit verbundene Tunnelblick wird von Nina Hoss gut gespielt und stilistisch, wie gesagt, von der Regie unterstützt. Die anfänglichen Pilcher-Bilder werden düsterer. Die Farben bleichen immer mehr aus. Die Kamera wird unruhiger und rückt näher an die Figuren. Es scheint keinen Ausweg mehr zu geben.

Allerdings wird auch immer unklarer, warum Wiebke sich so sehr für Raya engagiert und sie dabei jede Grenze überschreitet. Grenzen, die sie bei ihren geliebten Pferden mühelos einhalten kann.

Damit kommen wir zum dritten Akt und einer Wendung, bei der ich mich fragte, ob Gebbe das wirklich ernst meint. Plötzlich verlässt sie zugunsten eines Eso-Trips das Feld rationaler Erklärungen, die bis dahin den Film bestimmten. Da zweifelt dann nicht nur ihr neuer Freund, der überaus nette, alleinerziehende und zur Polizeireiterstaffel gehörende Benedikt, an ihrem Verstand.

Pelikanblut – Aus Liebe zu meiner Tochter (Deutschland 2019)

Regie: Katrin Gebbe

Drehbuch: Katrin Gebbe

mit Nina Hoss, Adelina-Constance Ocleppo, Murathan Muslu, Yana Marinova, Katerina Liposvksa

Länge: 127 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Homepage zum Film

Filmportal über „Pelikanblut“

Moviepilot über „Pelikanblut“

Metacritic über „Pelikanblut“

Rotten Tomatoes über „Pelikanblut“

Wikipedia über „Pelikanblut“


Neu im Kino/Filmkritik: „7500“, dieses Flugzeug wurde entführt

Dezember 27, 2019

Als Pilot Michael Lutzmann (Carlo Kitzlinger) und sein ebenso erfahrener Co-Pilot Tobias Ellis (Joseph Gordon-Levitt) im Cockpit des Airbus A 319 vor dem Start routiniert die Checkliste durchgehen und etwas privat plaudern, erwarten sie einen einen langweiligen Routineflug von Berlin nach Paris.

Kurz nach dem Start übernehmen Entführer das Kommando in der Passagierkabine. Sie wollen unbedingt in das Cockpit. Nach vorherigen Entführungen ist es inzwischen gut gesichert. Nur der Pilot kann die Tür öffnen und genau das soll er unter keinen Umständen tun.

Durch eine Verkettung unglücklicher Umstände gelingt es einem der Terroristen in das Cockpit einzudringen. Bei dem Kampf wird Pilot Lutzmann schwer verletzt. Co-Pilot Ellis kann Kenan (Murathan Muslu) überwältigen und ihn auf einem Klappsitz fesseln.

Die anderen Terroristen versuchen weiterhin, Ellis zum Öffnen der Tür zu bewegen und so die Gewalt über die Maschine zu erlangen. Dabei schrecken sie auch nicht vor tödlicher Gewalt gegen die Passagiere und Stewardessen zurück. Eine der Stewardessen ist Ellis‘ Freundin und die Mutter ihres Sohnes. Ellis versucht das Schlimmste zu verhindern ohne das Leben der Passagiere zu gefährden oder Gewalt anzuwenden.

Mit seinem Spielfilmdebüt „7500“ sendet Patrick Vollrath, dessen Kurzfilm „Alles wird gut“ 2016 für den Kurzfilmoscar nominiert war, unübersehbar sein Bewerbungsschreiben nach Hollywood. Dafür verpflichtete er mit Joseph Gordon-Levitt einen US-Star als Hauptdarsteller, drehte größtenteils auf Englisch und erzählt eine Thrillergeschichte. Diese spielt als Quasi-Zwei-Personenstück in Echtzeit im engen Cockpit eines Passagierflugzeugs. Nur am Filmanfang, wenn Überwachungskameras das Einchecken der Entführer dokumentieren, und am Filmende verlässt die Kamera für wenige Minuten, eher Sekunden, das Cockpit.

Vollrath gelingt es in diesem engen Raum eine beträchtliche Spannung zu erzeugen.

Das ist nicht in jeder Minute perfekt. Das gilt für allem für die Gespräche zwischen Ellis und den Terroristen, ihrem Motiv und ihrem Plan. Manchmal ist es auch etwas unlogisch. Aber insgesamt ist „7500“ ein spannender B-Thriller, der sich nicht vor vergleichbaren US-Thrillern verstecken muss. Im Gegenteil!

P. S.: Unnützes Wissen: 7500 ist in der internationalen Luftfahrt der Notfallcode für eine Flugzeugentführung.

7500 (Deutschland 2019)

Regie: Patrick Vollrath

Drehbuch: Patrick Vollrath, Senad Halilbasic

mit Joseph Gordon-Levitt, Omid Memar, Aylin Tezel, Murathan Muslu, Carlo Kitzlinger

Länge: 92 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Filmportal über „7500“

Moviepilot über „7500“

Rotten Tomatoes über „7500“

Wikipedia über „7500“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 5. Dezember: Keine zweite Chance – Teil 1

Dezember 5, 2017

Sat.1, 20.15

Keine zweite Chance – Teil 1 (Deutschland 2017)

Regie: Alexander Dierbach

Drehbuch: Hannah Hollinger

LV: Harlan Coben: No second Chance, 2003 (Keine zweite Chance)

Nachdem sie angeschossen wurde, erwacht Dr. Nora Schwarz (im Roman Marc Seidman) aus dem Koma: ihr Mann ist tot, ihre einjährige Tochter verschwunden. Als sie eine Lösegeldforderung erhält, schöpft sie neue Hoffnung. Aber die Lösegeldübergabe geht schief und Kommissar Leyen fragt sich, ob nicht Nora hinter der Entführung steckt.

Tja, das klingt doch nach einer waschechten Coben-Geschichte, die hier als Zweiteiler verfilmt wurde. Ob gelungen, wissen wir nach dem zweiten Teil, der am kommenden Dienstag, den 12. Dezember, ebenfalls um 20.15 Uhr, gezeigt wird.

Dierbach inszenierte „Tannbach“ und mehrere „Helen Dorn“-Krimis. Hollinger schrieb das Buch zu „Brandnächte“ (lief vor einigen Tagen im ZDF und ist in der Mediathek) und mehrere Bücher für Filme von Matti Geschonneck.

mit Petra Schmidt-Schaller, Murathan Muslu, Sebastian Bezzel, Josefine Preuß, Hanns Zischler, André Szymanski

Hinweise

Sat.1 über „Keine zweite Chance“

Homepage von Harlan Coben

Mein Gespräch mit Harlan Coben über Myron Bolitar und seine Arbeit

Meine Besprechung von Harlan Coben „Der Insider“ (Fade away, 1996)

Meine Besprechung von Harlan Cobens „Abgeblockt“ (One false move, 1998)

Meine Besprechung von Harlan Cobens „Kein böser Traum“ (Just one look, 2004)

Meine Besprechung von Harlan Cobens „Kein Friede den Toten“ (The Innocent, 2005)

Meine Besprechung von Harlan Cobens „Das Grab im Wald“ (The Woods, 2007)

Meine Besprechung von Harlan Cobens „Sie sehen dich“ (Hold tight, 2008)

Meine Besprechung von Harlan Cobens „Von meinem Blut“ (Long Lost, 2009)

Meine Besprechung von Harlan Cobens „In seinen Händen“ (Caught, 2010)

Meine Besprechung von Harlan Cobens “Sein letzter Wille” (Live Wire, 2011)

Meine Besprechung von Harlan Cobens „Nur zu deinem Schutz“ (Shelter, 2011)

Meine Besprechung von Harlan Cobens „Ich finde dich“ (Six Years, 2013)

Meine Kurzbesprechung der Harlan-Coben-Verfilmung „Kein Sterbenswort“ (F 2006)

Harlan Coben in der Kriminalakte


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