TV-Tipp für den 13. Februar: Kehraus

Februar 12, 2021

BR, 22.00

Kehraus (Deutschland 1983)

Regie: Hanns Christian Müller

Drehbuch: Hanns Christian Müller, Gerhard Polt, Carlo Fedier

Gabelstaplerfahrer Ferdinand Weitel will mehrere vollkommen unsinnige und hoffnungslov überteuerte Versicherungen, die er abgeschlossen hat, rückgängig machen. Bei seinem Besuch in der Versicherung und der Suche nach einem Verantwortlichen platzt er in die dortige Faschingsfeier.

Gerhard Polts Spielfilmdebüt ist „eine bundesdeutsche Komödie, die diesen Namen wirklich verdient (…) eine bitterböse Paraphrase auf mehrere bundesrepublikanische Einrichtungen und Typen.“ (Fischer Film Almanach 1984)

Kinostart war der 11. November, auch bekannt als Auftakt der närrischen Jahreszeit.

mit Gerhard Polt, Gisela Schneeberger, Nikolaus Paryla, Dieter Hildebrandt, Jochen Busse, Hans Gündther Martens, Karl Obermayr, Bruno Jonas

Wiederholung: Dienstag, 16. Februar, 3sat, 24.15 Uhr

Hinweise

Filmportal über „Kehraus“

Wikipedia über „Kehraus“


Neu im Kino/Filmkritik: „Wir sind die Neuen“ im Culture Clash

Juli 17, 2014

Nachdem Anne wegen Eigenbedarf (die Tochter der Vermieterin studiert) aus ihrer Wohnung fliegt, hat sie eine Idee: Zurück in die Vergangenheit! Sie will wieder mit ihren alten WG-Genossen aus Studientagen zusammenziehen. Macho Eddi und Softie Johannes sind nach kurzem Zögern dabei und als sie in ihre alte WG einziehen, erleben die drei Sixty-Somethings ihr blaues Wunder. Die drei über ihnen wohnenden Studierenden sind wahre Spießer, die nur an ihren Studienabschluss, Ehe und Karriere denken. Sie sind jetzt schon angepasster als Anne, Eddie und Johannes es jemals sein werden.
In seinem neuen Film „Wir sind die Neuen“ zelebriert Ralf Westhoff (Shoppen, Der letzte schöne Herbsttag) das Aufeinandertreffen der Generationen mit Gisela Schneeberger, Heiner Lauterbach und Michael Wittenborn als den junggebliebenen Alten und Claudia Eisinger, Karoline Schuch und Patrick Güldenberg als den erschreckend alten Jungen, die sich zunächst mit herrlich gemeinen Sätzen bekämpfen, ehe die Fassade der Jungen bröckelt. Wobei auch bei den Alten in ihrer Zweckgemeinschaft nicht alles in Ordnung ist. Aber sie nehmen ihr Schicksal in die Hand, feiern, haben Lust auf Neues und sie haben auch die besseren Pointen gegenüber den blassen Jungen, die schon bei den kleinsten Problemen überfordert sind.
Dass die Komödie dabei die Ästhetik eines TV-Films hat, kann man da verzeihen.

Wir sind die Neuen - Plakat

Wir sind die Neuen (Deutschland 2014)
Regie: Ralf Westhoff
Drehbuch: Ralf Westhoff
mit Gisela Schneeberger, Heiner Lauterbach, Michael Wittenborn, Claudia Eisinger, Karoline Schuch, Patrick Güldenberg, Julia Koschitz, Gustav Peter Wöhler
Länge: 92 Minuten
FSK: ab 0 Jahre

Hinweise
Homepage zum Film
Film-Zeit über „Wir sind die Neuen“
Moviepilot über „Wir sind die Neuen“


Neu im Kino/Filmkritik: Gerhart Polt ruft „…und Äktschn!“

Februar 6, 2014

Muss nicht sein. Wirklich.

Denn Gerhart Polts neue Komödie ist erschreckend unwitzig und altbacken. Polt spielt den hochverschuldeten Hobbyfilmer Hans A. Pospiech, der ein von seiner Bank ausgelobtes Preisgeld erhalten will. Dafür dreht er einen Film über Adolf Hitler, in dem er ihn als Menschen zeigen will – und wir bekommen einen Einblick in ein bayerisches Dorfbiotop, Probleme beim Dreh, die alltägliche Hitler-Verehrung und den schwunghaften Handel mit Nazi-Devotalien. Letzteres gab es schon wesentlich gelungener 1992 in „Schtonk!“, Helmut Dietls Satire über die Veröffentlichung der Hitler-Tagebücher im Magazin „Stern“.

Der restliche Film ist ein einziger Kladderadatsch, mit einigen wenigen treffenden und bitterbösen Beobachtungen des Provinzlebens, der deutschen Vergangenheit und ihrer Bewältigung, viel Leerlauf und dem Gefühl, dass hier ein allererster Rohschnitt eines 25 Jahre alten Films, bei dem Vorne und Hinten nichts stimmt, gezeigt wird.

Einfach nur enttäuschend.

Vor allem weil wir hier nicht über den Debütfilm irgendeines austauschbaren, ambitioniertem Nachwuchshumoristen, der sich für furchtbar witzig hält, sondern über das neue Werk von Gerhard Polt reden, der als bitterböser und genau beobachtender Kabarettist seit Jahrzehnten bekannt ist, der mit „Fast wia im richtigen Leben“ (ab 1979 im TV) und den Kinofilmen „Kehraus“ (1983), „Man spricht Deutsch“ (1988) und „Herr Ober!“ (1991; schon schwächer) herrliche Vermessungen des deutschen Wesens lieferte. Diese Werke sollte man sich mal wieder ansehen.

Und Äktschn - Plakat

…und Äktschn! (Österreich/Deutschland 2013)

Regie: Frederick Baker

Drehbuch: Gerhard Polt, Frederick Baker

mit Gerhart Polt, Gisela Schneeberger, Maximilian Brückner, Robert Meyer, Nikolaus Paryla, Michael Ostrowski, Olaf Krätke, Victor Giacobbo

Länge: 99 Minuten

FSK: ab 6 Jahre

Hinweise

Homepage zum Film

Film-Zeit über „…und Äktschn!“

Moviepilot über „…und Äktschn!“

Wikipedia über „…und Äktschn!“

Zur Versöhnung: ein Blick in die Vergangenheit


%d Bloggern gefällt das: