Während wir noch über die Vor- und Nachteile von Künstlicher Intelligenz reden, sind in „Cyberpunk Romance“ die Big-Tech-Firmen bereits etwas weiter. Mittels eines Ports am Kopf können Menschen sich mit einem Computer, dem gesamten Wissen der Menschheit und all ihren Erinnerungen verbinden. Oh, und sie beherrschen alle Sprachen. Milo (Jannik Schümann) probiert mit seinen Freunden von einer Anarcho-Hackergruppe die Möglichkeiten dieser neuen Technik aus. Sie manipulieren sie und kämpfen gegen die bösen Konzerne. Milos Freundin Mona (Naemi Florez) lehnt einen solchen Port an.
Als Milo in ein neurotechnisches Koma fällt und seine Freunde aus Angst vor der Polizei keinen Notarzt rufen, lässt Mona sich einen solchen Port legen. Sie will Milo retten, indem sie in seinen Kopf eindringt und die Ursache für das Koma beseitigt. Davor muss sie ihren eigenen Kopf für die neue Anwendung einrichten und erlebt dabei einige Überraschungen.
Joscha Doumas SF-Film spielt in der schon seit Jahrzehnten im Cyberpunk etablierten Welt, die heute immer mehr wie eine nur noch leicht überspitzten Beschreibung der Gegenwart wirkt. Entsprechend drängend sind die damit verbundenen und auch im Film angesprochenen Fragen nach Freiheit und Überwachung, nach Wahrheit und Lüge und Manipulation und nach der Echtheit von Gefühlen und Erinnerungen. Leider werden sie in „Cyberpunkt Romance“ arg oberflächlich und spannungsfrei behandelt. Daran ändern die gelungenen Sets und die Schauspieler nichts.
Im Film ist Big Tech nur ein Hintergrundrauschen. Obwohl es im Lauf der Geschichte eine Entdeckung gibt, die aus Monas Rettungsversuch eine kapitalismuskritische Geschichte machen könnte, bleibt die Firma, die die Ports herstellt, anonym. Es ist, als ob man über Hassbotschaften bei X (ex-Twitter) redet, dabei nicht auf die Interessen des Unternehmens und seines Chefs eingeht, sondern nur über individuelles Nutzungsverhalten redet. Es gibt also keinen Aufruf zur Enteignung oder zur stärkeren Kontrolle des Konzerns, sondern nur den Hinweis, man solle X nicht nutzen oder dort nur mit Freunden über Katzenbilder diskutieren. Das ist nicht falsch, greift aber zu kurz.

Cyberpunk Romance (Österreich/Deutschland 2026
Regie: Joscha Douma
Drehbuch: Belo Schwarz (Pseudonym von Joscha Douma)
mit Naemi Florez, Jannik Schümann, Thomas Mraz, Paula Hans, Eleonore Weisgerber, Anna Wagner
Länge: 99 Minuten
FSK: ab 12 Jahre
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Hinweise
Filmportal über „Cyberpunk Romance“
Veröffentlicht von AxelB