Neu im Kino/Filmkritik: Die queere Zombiekomödie “Queens of the Dead”

Oktober 30, 2026

In einem Lagerhaus in Brooklyn will DJ Dre die große Party, von der die ganze Stadt sprechen wird, veranstalten. Aber kurz vor dem Beginn sagt der bestenfalls szenebekannte Hauptact ab. Ein Ersatz muss organisiert werden. Lust, Liebe und Künstler:innenegos knallen aufeinander. Hetero-Influencer wollen die angekündigte Drag-Show ansehen. Und dann tauchen auch noch Zombies auf.

“Queen of the Dead” ist das Spielfilmdebüt von Tina Romero. Ihr Filmdebüt hatte sie als Kind in George A. Romeros “Der Affe im Menschen” (Monkey Shines, 1988). Sie spielte ein spielendes Kind. Später studierte sie Film am Wellesley College und der NYU Tisch Graduate School of Film. Sie ist Vizepräsidentin der GARF Foundation, die das Werk ihres Vaters George A. Romero würdigt. Er beeinflusste auch unverkennbar ihr mit einem überschaubarem Budget inszeniertes Spielfilmdebüt.

Das Budget ist allerdings nicht das größte Problem von “Queens of the Dead”. Auch nicht, dass die Schauspieler keine zukünftigen Oscar-Kandidaten sind, sondern, auch rollenbedingt, zum Overacting tendieren. Beides akzeptiert man, wenn der Rest zumindest interessant ist.

Leider macht Tina Romero aus wenig noch weniger. Fast der gesamte Film spielt in der zur Partylocation umfunktionierten Lagerhalle. In ihr stehen die wenige Menschen, die zu der großen Party gekommen sind, verlorener als nötig herum. Als müssten die strengsten Corona-Regeln eingehalten werden. Auf die Angriffe der Zombies reagieren sie meistens vollkommen bescheuert. Die Angriffe sind rar und schnell vorbei. Die Witze erschöpfen sich weitgehend in einer Umkehr der Geschlechterrollen und Spott über die bekannten Klischees über Homosexuelle und Transvestiten. Das war vor vierzig Jahren, zehn Jahre nach der “Rocky Horror Picture Show”, vielleicht noch neu, ist aber heute, fast dreißig Jahre nach der „Bullyparade“, älter als die Tageszeitung vom letzten Halloween.

“Queens of the Dead” ist da einfach nur der nächste, verzichtbare, mit einem Minibudget gedrehte Zombiefilm. Dieses Mal in der queerbunten Version.

Aus US-amerikanscher Perspektive ist das vielleicht anders. Dort kann die 80er-Jahre-Zombiekomödie „Queens of the Dead“ als Selbstvergewisserung und Schlachtruf der LGBTQ+-Community gegen die sie offensiv bekämpfende Regierung und die reaktionäre Stimmung gesehen werden.

Queens of the Dead (Queens of the Dead, USA 2025)

Regie: Tina Romero

Drehbuch: Tina Romero, Erin Judge

mit Jaquel Spivey, Katy O’Brian, Nina West, Tomas Matos, Margaret Cho, Jack Haven, Quincy Dunn-Baker, Cheyenne Jackson, Tom Savini

Länge: 101 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

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Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Moviepilot über „Queens of the Dead“

Metacritic über „Queens of the Dead“

Rotten Tomatoes über „Queens of the Dead“

Wikipedia über „Queens of the Dead“


Neu im Kino/Filmkritik: „Mean Girls – Der Girls Club“ singt und tanzt

Januar 30, 2024

Nach einigen Tagen „Warum soll ich die Couch für das Bett verlassen? Ich will schlafen. Ich habe keinen Hunger. Aus dem Weg, das WC ist besetzt!!!“ und übelkeitsbedingt ignorierten Fantasy Filmfest White Nights bin ich jetzt in der richtigen Stimmung für die „Mean Girls – Der Girls Club“.

„Mean Girls – Der Girls Club“ ist die Verfilmung des Musicals „Mean Girls“. Dieses ist die Bühnenversion des 2004 entstandenen Spielfilms „Girls Club – Vorsicht bissig!“ (Mean Girls). Und Tina Fey, die das Drehbuch für den ursprünglichen Film und das 2017 entstandene Musical schrieb, schrieb jetzt das Drehbuch für den aktuellen Film.

Die sechzehnjährige Cady Heron ist neu an der North Shore High School. Davor lebte sie in Afrika. Ihre Mutter, einer Umweltwissenschaftlerin, unterrichtete sie. Jetzt muss Cady sich an die Zivilisation gewöhnen (das geht problemlos) und durch die alltägliche Hölle einer US-amerikanischen Schule navigieren. Dazu gehört auch die Wahl der richtigen Clique. Also ob sie zu den von Regina angefühten, nur auf den äußeren Schein bedachten „Plastics“ oder zu den Außenseitern Janis und Damian gehören will.

Es geht darum, wie Cady sich einlebt, wie sie bei den „Plastics“ aufgenommen wird, sich mit ihnen, uh, zerstreitet und in Aaron Samuels, Reginas Ex, verliebt. Daraus ergibt sich eine Ansammlung von auch aus anderen High-School-Filmen bekannten Standard-Situationen. Die Hackordnung an der Schule wird beschrieben und als gegeben hingenommen als Basis für harmlose Scherze.

Die Gesangseinlagen und ihre die Story und die Gefühle der Figuren illustrierende Inszenierung gefallen.

Die im Trailer prominent gezeigten bekannten Schauspieler, wie Jon Hamm und Tina Fey, haben im Film nur Nebenrollen, die kaum mehr als etwas größere Cameos sind. Das überrascht jetzt nicht wirklich bei einem Musical für Teenager, das nicht als Musical beworben wird.

„Mean Girls – Der Girls Club“ ist durchaus spaßige, insgesamt harmlose Musical-Unterhaltung für pubertierende Mädchen, die immer an der schönen Oberfläche verharrt.

Für mich ist, wenn wir bei Musicals bleiben, die am 8. Februar startende Musical-Version von „Die Farbe Lila“ interessanter.

Mean Girls – Der Girls Club (Mean Girls, USA 2024)

Regie: Samantha Jayne, Arturo Perez Jr.

Drehbuch: Tina Fey (basierend auf ihrem Musical, basierend auf ihrem Spielfilm)

mit Angourie Rice, Auliʻi Cravalho, Reneé Rapp, Jaquel Spivey, Avantika, Bebe Wood, Christopher Briney, Jenna Fischer, Busy Philipps, Ashley Park, Jon Hamm, Tina Fey, Tim Meadows

Länge: 113 Minuten

FSK: ab 6 Jahre

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Hinweise

Moviepilot über „Mean Girls – Der Girls Club“

Metacritic über „Mean Girls – Der Girls Club“

Rotten Tomatoes über „Mean Girls – Der Girls Club“

Wikipedia über „Mean Girls – Der Girls Club“ (deutsch, englisch)