„The Scumbag“ hat einen „Kokainfinger“ und die „Deadly Class“ wartet immer noch auf ihre Abschlussprüfung

September 7, 2022

Natürlich wird es Superheldengeschichten auch noch in zehn, zwanzig, dreißig Jahren geben und wahrscheinlich werden Batman, Superman und die X-Men weiterhin Bösewichter jagen. Im Comic in jedem Fall. Im Kino und TV müssen wir mal sehen.

Neben diesen letztendlich heldenhaften Superhelden gibt es zunehmend Serien mit Superhelden, die bis auf ihre Superheldenfähigkeit nichts Superheldenhaftes haben. Deadpool dürfte einem hier spontan einfallen.

Auch Rick Remender hat jetzt einen Superhelden erfunden, der vor seinem Superheldentum eindeutig zu den Männern gehörte, vor denen uns unsere Eltern immer gewarnt haben. Danach immer noch.

Dieser Ernie Ray Clementine ist ein Relikt aus einer anderen Zeit. Er ist mental ein Späthippie; de facto ein abgehalfteter, prolliger, entsprechend nerviger Drogensüchtiger, der von einem Kampf zwischen einem Kobold und einer Medusa nicht weiter irritiert ist. Schließlich sieht er als Junkie ständig seltsame Dinge, die es nur in seiner Fantasie gibt. Die Spritze, die zwischen den beiden Kämpfenden liegt, sieht er sofort und er macht das, was jeder Junkie in dem Moment tun würde: er schnappt sich die Spritze und spritzt sich, ohne auch nur eine Zehntelsekunde darüber nachzudenken, den Inhalt in seine Venen – und er wird Teil eines großen Konflikts zwischen Gut und Böse.

Mit dem Serum „Formula Maxima“ in sich, kann er, wie ihm Mutter Erde, die Kommandantin der Zentralbehörde, erklärt, zum Retter des Universums werden. Denn: „Die Welt steht vor dem Zusammenbruch, Mr. Clementine. Externe Polarisierung, Klimawandel, Rassismus, Faschismus… Scorpionus wird nicht ruhen, bis die Welt ihrer idealisierten Version vom Amerika der 1950er entspricht.“

An der Rettung der Welt hat Clementine allerdings zunächst kein Interesse. Viel lieber würde er seine Superkräfte für seine eigenen niederen Triebe und Ziele ausnutzen. Dummerweise verleiht im die Formula Maxima nur dann Superkräfte, wenn er bei seinen Handlungen noble Absichten hat. Dass er dabei immer noch ein drogensüchtiger Hippie ist, sorgt für einige nette Sprüche, Situationen und einen Gegner, der ihm das Gutsein leicht macht Schließlich stehen die fünfziger Jahre für alles, was ein ehrbarer Hippie verabscheut.

Dieser Gegner und die Bedingung für die Wirksamkeit des ihm Superkräfte verleihendem Serums macht Clementine schnell zu einem gewöhnlichem Superhelden, der sich rüpelhaft benimmt und, wenigstens im ersten „The Scumbag“-Sammelband noch lernen muss, bevor er sich in die Schlacht stürzt, seine Absichten zu Prüfen.

Für Fans von Superhelden-Geschichten ist „Deadly Class“-Erfinder Rick Remender ein bekannter Name. Er schrieb bereits Geschichten für Venom, Captain America und die Avengers

Bei „The Scumbag“, und das macht die Serie zu einem interessantem Experiment in stilistischer Vielfalt, arbeitet er für jedes Heft mit einem anderen Zeichner zusammen. In dem jetzt erschienenem Sammelband „Kokainfinger“ sind die ersten fünf von inzwischen vierzehn Heften enthalten. Gezeichnet wurden sie von Lewis Larosa, Andrew Robinson, Eric Powell, Roland Boschi und Wes Craig.

Rick Remenders „Deadly Class“ geht langsam in die Endrunde. Das erste Heft erschien im Januar 2014. Seit 2019 erscheinen die Sammelbände bei Cross Cult. Dort erschien unlängst auch der zehnte Band, in dem die Geschichte von Marcus Lopez und seinen Klassenkameraden weitererzählt wird. Sie alle waren am King’s Dominion Atelier of the Deadly Arts, einer von Master Lin geleiteten Schule in San Francisco, die ihre Schüler zu perfekten Killern ausbildet. Dieses Mal lief die Ausbildung, dank Marcus, etwas aus dem Ruder. Das wurde in den ersten neun „Deadly Class“-Sammelbänden, die zwischn 1987 und 1989 spielen, mit einer ordentlichen Portion brutaler Morde und popkultureller Anspielungen erzählt.

Der zehnte „Deadly Class“-Sammelband von Autor Rick Remender, Zeichner Wes Craig und Kolorist Lee Loughridge bereitet in erster Linie das Finale vor, das die Hefte 49 bis 56 und damit die nächsten beiden Sammelbände umfasst.

Eine eigenständige Geschichte ist in diesem Sammelband nicht erkennbar. Es sind 1991, 1997, 1999 und 2001 spielende Episoden, in denen Marcus slackerhaft abhängt und ein Leben ohne das King’s Dominion Atelier führen möchte. Aber er weiß, dass die Schule ihn und die anderen Abweichler jagt. Und sie sich einem letztem Kampf stellen müssen.

Der wird, wie gesagt, in den nächsten beiden Sammelbänden erzählt. Der elfte „Deadly Class“-Sammelband „Ein Abschied von Herzen – Teil 1“ ist für Anfang Dezember angekündigt.

Rick Remender/Lewil Larosa/Andrew Robinson/Eric Powell/Roland Boschi/Wes Craig/Moreno Dinisio: The Scumbag – Kokainfinger

(übersetzt von Katrin Aust)

Panini, 2022

156 Seiten

18 Euro

(Leseempfehlung des Verlags: ab 18 Jahre)

Originalausgabe

The Scumbag # 1 – 5

Image, 2021

Rick Remender/Wes Craig/Lee Loughridge: Deadly Class: Rettet eure Generation (Band 10)

(übersetzt von Silvano Loureiro Pinto)

Cross Cult, 2022

152 Seiten

16,80 Euro

Originalausgabe

Deadly Class 10: Save your generation

Image Comics, 2021

enthält

Deadly Class # 45 – 48

Hinweise

Homepage von Rick Remender

Wikipedia über Rick Remender und „Deadly Class“ (Comic) (TV-Serie: deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Rick Remenders „Punisher 4: Frankencastle 2“ (FrankenCastle # 17 – 19, 2010)

Meine Besprechung von Rick Remender/Wes Craig/Lee Loughridges „Deadly Class: 1987 – Die Akademie der tödlichen Künste (Band 1)“ (Deadly Class Volume 1: Reagan Youth, 2014)

Meine Besprechung von Rick Remender/Wes Craig/Lee Loughridges „Deadly Class: 1988 – Kinder ohne Heimat (Band 2)“ (Deadly Class Volume 2: Kids of the Black Hole, 2015)

Meine Besprechung von Rick Remender/Wes Craig/Lee Loughridges „Deadly Class: 1988 – Die Schlangengrube (Band 3)“ (Deadly Class Volume 3: The Snake Pit, 2019)

Meine Besprechung von Rick Remender/Wes Craig/Jordan Boyds „Deadly Class: 1988 – Stirb für mich (Band 4)“ (Deadly Class Volume 4: Die for me, 2020)

Meine Besprechung von Rick Remder/Wes Craig/Jordan Boyds „Deadly Class: 1988 – Karussell (Band 5)“ (Deadly Class Volume 5: Carousel, 2017)

Meine Besprechung von Rick Remender/Wes Craig/Jordan Boyds „Deadly Class: 1988 – Nicht das Ende (Band 6)“ (Deadly Class Volume 6: This is not the end, 2017)

Meine Besprechung von Rick Remender/Wes Craig/Jordan Boyds „Deadly Class: Blutige Liebe – 1988 (Band 7)“ (Deadly Class – Volume 7: Love like blood (# 32 – 35), 2018)

Meine Besprechung von Rick Remender/Wes Craig/Jordan Boyds „Deadly Class: Kein Zurück – 1988 (Band 8)“ (Deadly Class – Volume 8: Never go back ( # 36 – 39), 2019)

Meine Besprechung von Rick Remender/Wes Craig/Jordan Boyds „Deadly Class: Knochenmaschine – 1989 (Band 9)“ (Deadly Class – Volume 9: Bone Machine (# 40 – 44), 2020)

Meine Besprechung von Rick Remender/Tony Moore/Jerome Opeñas „Fear Agent – Band 1“ (Fear Agent: Final Edition, Volume 1, 2018)

Meine Besprechung von Rick Remender/Tony Moore/Jerome Opeñas „Fear Agent – Band 2“ (Fear Agent: Final Edition, Volume 2, 2018)

Meine Besprechung von Rick Remender/Tony Moore/Mike Hawthornes „Fear Agent – Band 3“ (Fear Agent: Final Edition, Volume 3, 2018)


„Year Zero“, das erste Jahr der Zombie-Apokalypse, global betrachtet

September 7, 2022

Die meisten Zombie-Geschichten verfolgen die Erlebnisse einer Person oder, eher, einer Gruppe, die sich gegen Zombies wehrt. Das kann zu einer erfolgreichen und langlebigen Serie wie „The Walking Dead“ führen.

George A. Romero, der Erfinder des modernen Zombies, erzählte in seinen Zombie-Filmen in jedem Film die Geschichte einer anderen Gruppe Menschen, die gegen Zombies und gegeneinander kämpft. Mit zwei zugedrückten Hühneraugen kann behauptet werden, dass so über die Jahrzehnte so etwas wie die Geschichte der lebenden Toten und ihrer Eroberung der USA entstand.

Eine globale Perspektive gibt es in Max Brooks‘ Zombie-Roman „World War Z“ (World War Z – An Oral History of the Zombie War, 2006). Das lesenswerte Buch ist ein sich aus zahlreichen Augenzeugenberichten zusammensetzender Bericht über eine Zombie-Apokalypse. Für die Verfilmung wurde dann ein Protagonist erfunden, der durch die Welt reiste.

Benjamin Percy wählte für „Year Zero“ einen ähnlichen Ansatz. In den beiden „Year Zero“-Comic- Sammelbänden erzählt er mehrere voneinander unabhängige, in verschiedenen Ländern spielende Geschichten über Menschen und Zombies. Der erste Sammelband besteht aus fünf, der zweite aus vier Geschichten. Dabei erzählt Percy nicht eine Geschichte pro Heft, sondern in jedem Heft parallel einige Seiten aus jeder Geschichte.

Im ersten Band spielen die Geschichten in einer Polarforschungsstation, wo die Katastrophe durch eine Entdeckung im Eis beginnt, Mexico City, Tokio, Kabul und Burnsville, Minnesota.

Im zweiten Band spielen die Geschichten auf einem Schiff vor der Küste Norwegens und in Kolumbien, Ruanda, und Phoenix, Arizona.

Im Mittelpunkt der Geschichten stehen im ersten Sammelband eine Polarforscherin, ein Straßenkind, ein Auftragskiller,eine afghanische Militärhelferin und ein Prepper.

Im zweiten Band sind es ein Kapitänin, ein in seiner abgelegen liegenden Villa lebender Kartellboss, ein Arzt und eine Schwangere, die in eine Shopping Mall geflüchtet ist.

Die einzige Verbindung zwischen diesen Kurzgeschichten ist, dass sie in einer Welt spielen, in der es Zombies gibt. Das erfindet das Genre nicht neu, unterhält aber kurzweilig.

Benjamin Percy/Ramon Rosanas/Lee Loughridge: Year Zero – Band 1

(übersetzt von Frank Neubauer)

Cross Cult, 2021

144 Seiten

22 Euro

Originalausgabe

Year Zero, Volume 1

AWA Upshot, 2020

Benjamin Percy/Juan José Ryp/Frank Martin: Year Zero – Band 2

(übersetzt von Frank Neubauer)

Cross Cult, 2022

144 Seiten

22 Euro

Originalausgabe

Year Zero, Volume 2

AWA Upshot, 2021

Hinweise

Homepage von Benjamin Percy

Wikipedia über Benjamin Percy


Die „Deadly Class“ feiert das Semesterende

April 17, 2020

Eine normale Schule ist das King’s Dominion nicht. Erstens weil es eine Eliteschule ist, in der vor allem Kinder aus sehr vermögenden Familien aufgenommen werden. Und, weil man als Bildungseinrichtung seine soziale Verantwortung kennt, einige Habenichtse, die kein Schulgeld bezahlen müssen. Zweitens weil auf dem Stundenplan nicht nur die üblichen Fächer, sondern auch eine Ausbildung zum Profikiller steht.

Einer der Habenichtse der ‚Kings Akademie der tödlichen Künste‘ ist Marcus Lopez Arguello. Er lebte zuletzt in San Francisco auf der Straße und er will aus familiären Gründen Ronald Reagan töten. Am Anfang des dritten „Deadly Class“-Sammelbandes steht er mit dem Kopf seines Klassenkameraden Chico in der Hand vor Chicos Vater, dem Boss eines mexikanischen Kartells. Der ist vom Tod seines Kindes nicht begeistert und er möchte ihn blutig rächen.

Zusammen mit seinen Schulkameraden versuchen sie lebend aus dieser Situation herauszukommen.

Der vierte „Deadly Class“-Sammelband beginnt mit der Abschlussprüfung für das erste Semester. Die Schüler müssen nur eine Aufgabe lösen, ähm, überleben. Denn der Schuldirektor Meister Liln will, dass die ‚Ratten‘, also Schüler, die gegen Schul- und Killerregeln verstießen, getötet werden. Die Jagd ist eröffnet und Marcus, der in den vergangenen Monaten genug Verfehlungen angesammelt hat, um ganz oben auf der Liste zu stehen, rennt um sein Leben. Dabei fragt er sich, wem von seinen Freunden er noch vertrauen kann und welcher seiner Klassenkameraden ihn als erstes umbringen will.

Diese darwinistische Auslese ist zwar ziemlich idiotisch, sorgt aber auf den nächsten Seiten für viel Action, Mord & Totschlag und Blutvergießen. Bis zum Ende ist ungewiss, wer überlebt und wer wie stirbt.

In der Comicserie „Deadly Class“ verknüpfen Autor Rick Remender und Zeichner Wes Craig eine knallharte Kriminalgeschichte mit dem von Lieben, Trieben und Schulproblemen dominierten Coming-of-Age-Schuldrama und garnieren es, weil die Geschichte in den Achtzigern spielt, mit einer ordentlichen Portion Nostalgie. Der Lohn sind euphorische Kritiken, treue Leser und eine auf den Comics basierende TV-Serie. Die TV-Serie wurde nach einer Ministaffel eingestellt. Die Comicserie erscheint immer noch.

Für den Einstieg eignet sich dabei der vierte „Deadly Class“-Sammelband „Stirb für mich!“ sehr gut. Schließlich wird eine blutige Menschenjagd mit wechselnden Koalitionen erzählt. Um das zu Verstehen, muss man nicht unbedingt die ersten Bände, die teilweise sehr in Richtung nostalgisch gefärbte Coming-of-Age-Erzählung gehen, kennen.

Rick Remender/Wes Craig/Lee Loughridge: Deadly Class: 1988 – Die Schlangengrube (Band 3)

(übersetzt von Michael Schuster)

Cross Cult, 2019

128 Seiten

16,80 Euro

Originalausgabe

Deadly Class Volume 3: The Snake Pit

Image Comics, 2019

Rick Remender/Wes Craig/Jordan Boyd: Deadly Class: 1988 – Stirb für mich (Band 4)

(übersetzt von Michael Schuster)

Cross Cult, 2020

136 Seiten

16,80 Euro

Originalausgabe

Deadly Class Volume 4: Die for me

Image Comics, 2020

Hinweise

Homepage von Rick Remender

Wikipedia über „Deadly Class“ (Comic) (TV-Serie: deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Rick Remenders „Punisher 4: Frankencastle 2“ (FrankenCastle # 17 – 19, 2010)

Meine Besprechung von Rick Remender/Wes Craig/Lee Louhridges „Deadly Class: 1987 – Die Akademie der tödlichen Künste (Band 1)“ (Deadly Class Volume 1: Reagan Youth, 2014)

Meine Besprechung von Rick Remender/Wes Craig/Lee Louhridges „Deadly Class: 1988 – Kinder ohne Heimat (Band 2)“ (Deadly Class Volume 2: Kids of the Black Hole, 2015)


Fast normaler Schulunterricht in der „Deadly Class“

Juni 24, 2019

Schule ist, wie wir vor allem aus US-Highschoolfilmen wissen, die Hölle. Bei uns gibt es ja nur Paukerfilme, „Fack ju Göhte“ und die eigenen, gar nicht so schlimmen Erfahrungen. Jedenfalls im Vergleich zu dem, was an US-Schulen passiert.

Für Marcus Lopez ist eine Schule allerdings in mehrfacher Hinsicht ein Fortschritt. Er muss dann nicht mehr in San Francisco auf der Straße leben, er erhält Bildung, ein Dach über dem Kopf und, in dieser Schule, sogar eine Zusatzausbildung als Profikiller. Denn selbstverständlich muss auch die Kunst des Tötens gelehrt werden. An der elitären, im Geheimen existierenden Kings-Dominion-Schule der Tödlichen Künste, in der meistens schon die Eltern und Großeltern der jetzigen Schüler das Assassinen-Handwerk lernten, steht auch die Kunst des Tötens auf dem Lehrplan.

Gerade diese Ausbildung gefällt Marcus besonders gut. Denn er will Ronald Reagan töten. Der hat nämlich dafür gesorgt, dass alle psychiatrischen Anstalten kein Geld mehr erhalten. Also entließen die Anstalten ihre Patienten und eine der Entlassenen tötete Marcus‘ Eltern.

Bevor Marcus den Präsidenten der USA töten kann, muss er sich mit den normalen Schulproblemen herumschlagen: strenge Lehrer und schnöselige Schulkameraden und -kameradinnen. Diese Blicken, auch wenn Marcus nicht direkt von der Straße gekommen wäre, auf den Neuling herab. Davon abgesehen zerfallen sie in verschiedene Cliquen, die auch von den 80er-Jahre-Subkulturen beeinflusst sind. Sie sind die Söhne und Töchter von CIA-Agenten, Arischen Brüdern, Rednecks, Drogenbossen, South-Central-LA-Gangstern und Yakuza-Killern.

Die Coming-of-AgeProbleme zwischen Krach mit diesen verschiedenen Cliquen, Freundschaften, erster Liebe und ersten (?) Drogenerfahrungen nehmen dann auch in „Deadly Class“ einen großen Raum ein.

Rick Remender erfand vor sechs Jahren die Serie „Deadly Class“, die viele Reminiszenzen an achtziger Jahre (seine Schulzeit) enthält und von eigenen Erinnerungen inspiriert ist. Obwohl er damals in Phoenix Skatepunk hörte und San Francisco ganz weit weg war. Zeichner Wes Craig und Kolorist Lee Loughridge setzen die Geschichte in bunten Hardboiled-Noir-Bildern um, die gekonnt die Brücke zwischen Gegenwart und Vergangenheit schlagen.

Über die spannende Handlung kann ich allerdings wenig schreiben, weil der zweite Band an den ersten anknüpft.

Der dritte „Deadly Class“-Band „Die Schlangengrube“ ist für Mitte August angekündigt. Und weil die Serie in den USA seit Januar 2014 veröffentlicht wird und seitdem fast jeden Monat ein weiteres „Deadly Class“-Comicheft erscheint, ist für Nachschub gesorgt.

Inzwischen wurde aus dem Comic eine Syfy-Serie, die bei uns auf verschiedenen Streaming-Plattformen gezeigt wird. Nach dem stylischen Trailer sieht die Serie mehr nach den achtziger Jahren aus, als die achtziger Jahre jemals aussahen:

Rick Remender/Wes Craig/Lee Loughridge: Deadly Class: 1987 – Die Akademie der tödlichen Künste (Band 1)

(neu übersetzt von Michael Schuster)

Cross Cult, 2019

176 Seiten

16, 80 Euro

Originalausgabe

Deadly Class Volume 1: Reagan Youth

Image Comics, 2014

enthält

Deadly Class # 1 – 6

Rick Remender/Wes Craig/Lee Loughridge: Deadly Class: 1988 – Kinder ohne Heimat (Band 2)

(neu übersetzt von Michael Schuster)

Cross Cult, 2019

176 Seiten

16,80 Euro

Originalausgabe

Deadly Class Volume 2: Kids of the Black Hole

Image Comics, 2015

enthält

Deadly Class # 7 – 11

Die deutschen Erstausgaben erschienen bei Panini Comics und wurden von Marc-Oliver Frisch übersetzt.

Hinweise

Homepage von Rick Remender

Wikipedia über „Deadly Class“ (Comic) (TV-Serie: deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Rick Remenders „Punisher 4: Frankencastle 2“ (FrankenCastle # 17 – 19, 2010)