TV-Tipp für den 2. August: The Good Liar – Das alte Böse

August 1, 2022

ARD, 22.50

The good Liar – Das alte Böse (The good Liar, USA 2019)

Regie: Bill Condon

Drehbuch: Jeffrey Hatcher

LV: Nicholas Searle: The good Liar, 2016 (Das alte Böse)

Heiratsschwindler Roy Courtnay (Ian McKellen) hat ein neues Opfer: die vermögende Witwe Betty McLeish (Helen Mirren). Die ist allerdings nicht so naiv, wie sie tut.

TV-Premiere. Der Thriller ist, und das meine ich lobend, betuliches Schauspielerkino, das sich vor allem auf Mirren und McKellen blind verlassen kann und verlässt.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Helen Mirren, Ian McKellen, Russell Tovey, Jim Carter, Mark Lewis Jones, Laurie Davidson, Phil Dunster, Lucian Msamati, Aleksandar Jovanovic

Wiederholung: Mittwoch, 3. August, 02.15 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Moviepilot über „The good Liar“

Metacritic über „The good Liar“

Rotten Tomatoe über „The good Liar“

Wikipedia über „The good Liar“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Bill Condons „Inside Wikileaks – Die fünfte Gewalt“ (Inside Wikileaks, USA 2013)

Meine Besprechung von Bill Condons „Mr. Holmes“ (Mr. Holmes, Großbritannien 2015)

Meine Besprechung von Bill Condons „Die Schöne und das Biest“ (Beauty and the Beast, USA 2016)

Meine Besprechung von Bill Condons „The good Liar – Das alte Böse“ (The good Liar, USA 2019)


Neu im Kino/Filmkritik: „The good Liar – Das alte Böse“ ist quicklebendig

November 29, 2019

Schon in den ersten Minuten sät Bill Condon in „The good Liar – Das alte Böse“ die Saat des Zweifel. Betty McLeish (Helen Mirren) und Roy Courtnay (Ian McKellen) erstellen, jeder für sich, rauchend und Alkohol trinkend, bei einer Online-Agentur ein Dating-Profil. Selbstverständlich sagen sie da nicht immer die Wahrheit. Als sie sich kurz darauf in London in einem noblen Café zu ihrem ersten Date treffen, gestehen sie sich einige der getätigten Schwindeleien. Aber was verbergen McLeish und Courtnay noch? Bei Courtnay wissen wir schnell, dass er ein Berufsgauner ist, dessen Leben aus Trickbetrügereien besteht. Skrupel kennt er nicht. McLeish soll sein nächstes Opfer sein.

Ian McKellen spielt diesen ebenso skrupellosen, wie charmanten, langsam in die Jahre kommenden Trickbetrüger mit sichtlicher Freude. Courtnays einzige Sorge ist, dass er wieder ein Opfer aus einem früheren Betrug trifft und dieses Opfer sich von ihm nicht bequatschen lässt. Aber da gibt es zur Not die U-Bahn.

Was McLeish verbirgt, ist lange, sehr lange, unklar. Klar ist allerdings, dass McLeish nicht die vertrauensselige, leicht tütelige, begüterte alte Dame ist, als die sie auftritt. Das zeigt Helen Mirren mit kleinsten Gesten und minimal irritierenden Gesichtsausdrücken. Außerdem kennen wir sie seit „RED“ und „Fast & Furious“ als Dame, die ohne erkennbare Skrupel ihren Willen durchsetzt. Auch als Alma Reville in „Hitchcock“ hatte sie es faustdick hinter den Ohren. So eine Frau ist nicht das Opfer eines Heiratsschwindlers.

Dieses Duell zwischen Helen Mirren und Ian McKellen steht im Zentrum von „The good Liar – Das alte Böse“. Bill Condon inszenierte das Katz-und-Maus-Spiel zwischen den beiden alten Herrschaften als betuliches Schauspielerkino, das sich vor allem auf Mirren und McKellen blind verlassen kann und verlässt.

Ihr Spiel ist so unterhaltsam und Condons Regie so souverän unauffällig, dass man gerne über die unglaubwürdigeren Momente der Geschichte hinwegsieht. Diese häufen sich in der zweiten Hälfte, wenn wir mehr über Betty McLeish und ihre Vergangenheit erfahren.

Und, soviel kann verraten werden, es hat einen Grund, weshalb die Geschichte 2009 spielt.

The good Liar – Das alte Böse (The good Liar, USA 2019)

Regie: Bill Condon

Drehbuch: Jeffrey Hatcher

LV: Nicholas Searle: The good Liar, 2016 (Das alte Böse)

mit Helen Mirren, Ian McKellen, Russell Tovey, Jim Carter, Mark Lewis Jones, Laurie Davidson, Phil Dunster, Lucian Msamati, Aleksandar Jovanovic

Länge: 110 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „The good Liar“

Metacritic über „The good Liar“

Rotten Tomatoe über „The good Liar“

Wikipedia über „The good Liar“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Bill Condons „Inside Wikileaks – Die fünfte Gewalt“ (Inside Wikileaks, USA 2013)

Meine Besprechung von Bill Condons „Mr. Holmes“ (Mr. Holmes, Großbritannien 2015)

Meine Besprechung von Bill Condons „Die Schöne und das Biest“ (Beauty and the Beast, USA 2016)


Neu im Kino/Filmkritik: Werner Herzog und die „Königin der Wüste“

September 3, 2015

Auf dem Papier sieht „Königin der Wüste“ mehr als vielversprechend aus. Die Besetzung mit Nicole Kidman, James Franco und Robert Pattinson ist gut. Das Thema – ein Biopic über Gertrude Bell, eine Frau, die vor hundert Jahren allein durch die Wüste reiste und gute Kontakte zu den Beduinen und ihren Stammesführern hatte – ebenso. Und dass Werner Herzog, der inzwischen in den USA kultisch verehrte globetrottende deutsche Regisseur, dessen Filme mit Klaus Kinski (wie „Aguirre, der Zorn Gottes“ oder „Fitzcarraldo“) schon jetzt Klassiker sind, Regie führt, steigert die Erwartung. Auch das Drehbuch ist, wie gewohnt, von ihm. „Königin der Wüste“ kann nur ein außergewöhnlicher Film werden.
Und dann quält man sich durch eine vollkommen austauschbare Wüstenschmonzette, an der nichts, aber auch absolut nichts interessant ist. Auch wenn nicht Werner Herzog, von dem man mehr als pure Konfektion erwartet (und der bislang jedem seiner Filme seinen persönlichen Stempel aufdrückte), sondern irgendein austauschbarer Gebrauchsregisseur, der weiß, wo er die Kamera hinstellen muss, um ein schönes Bild zu bekommen (als ob es in einem Herzog-Film jemals um ein konventionell-schönes Bild gegangen wäre) und die Stars ordentlich ausgeleuchtet sind, den Film inszeniert hätte. Den Hauptdarstellern – Nicole Kidman, die immer aussieht als käme sie gerade aus dem Schminkstudio und deren makellosem Gesicht Alter, Sonne und Trockenheit über die Jahrzehnte nichts anhaben können, James Franco, Robert Pattinson und Damian Lewis als ihre ebenso gutaussehenden Liebhaber – kann man das Desaster nicht anlasten. Sie mühen sich redlich. Aber es hilft nichts, wenn das Drehbuch nur darauf angelegt ist, aus einer spannende Figur eine vollkommen langweilige Person zu machen. Dabei hätte man so viel über Gertrude Bell (1868 – 1926) erzählen können. Sie kam aus einer vermögenden Industriellenfamilie, studierte in Oxford (als das für Frauen ein No Go war), bereiste ab 1893 allein die Welt (als das für Frauen ein No Go war), war im Nahen Osten bei den Beduinen anerkannt (als das unmöglich erschien), wurde dadurch 1915 zu einer Beraterin im Arab British Burea, die mehr Ahnung von den Strukturen des Nahen Ostens hatte als die Männer vom Geheimdienst und vom Militär und die bei der Aufteilung des arabischen Reiches eine Schlüsselposition hatte. Sie war gebildet, neugierig und abenteuerlustig – und es erstaunt, wie man aus so einem Leben einen so langweiligen Film machen kann, bei dem man zunehmend das Interesse an Gertrude Bell verliert, während Herzog wie ein fliebenbeinzählender Chronist von ihrer ersten Begegnung mit der fremden Welt des Orients bis zu ihrer Beratertätigkeit während des Ersten Weltkriegs strikt chronologisch dem Lauf der Jahre, die zu Jahrzehnten werden, erzählt was halt so nacheinander auf ihren Reisen durch die Wüste geschah.
Am Ende bleibt nur die Frage, was Werner Herzog bei der „Königin der Wüste“ geritten hat? Wollte er wirklich seinen austauschbaren Hollywood-Orientfilm abliefern, der weniger Seele als eine Auftragsproduktion verströmt und der nur als Bewerbungsfilm für den nächsten Inga-Lindström-Film taugt? Sogar Jean-Jacques Annauds Orient-Kitsch „Black Gold“ war besser.

Königin der Wüste - Plakat

Königin der Wüste (Queen of the Desert, USA/Marokko 2015)
Regie: Werner Herzog
Drehbuch: Werner Herzog
mit Nicole Kidman, James Franco, Robert Pattinson, Damian Lewis, Jay Abdo, Holly Earl, David Calder, Jenny Agutter, Mark Lewis Jones
Länge: 129 Minuten
FSK: ab 0 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Königin der Wüste“

Moviepilot über „Königin der Wüste“

Metacritic über „Königin der Wüste“

Rotten Tomatoes über „Königin der Wüste“

Wikipedia über „Königin der Wüste“ (deutsch, englisch)

Werner Herzog in der Kriminalakte

Ein englisches Gespräch mit Werner Herzog vom 14. September 2010

Bei BBC Hardtalk am 20. Januar 2015

Ein neueres, deutsches Gespräch mit ihm

 


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