TV-Tipp für den 2. November: Die Sünderin

November 1, 2026

Arte, 20.15

Die Sünderin (Deutschland 1951)

Regie: Willi Forst

Drehbuch: Gerhard Menzel

Kurz nachdem Marina ihren Mann Alexander mit Veronal vergiftet hat, beginnt sie zu erzählen, wie sie zur Prostituierten wurde und sich in den trunksüchtigen Maler verliebt, wie er, verursacht durch einen Gehirntumor, sein Augenlicht verliert und sterben will.

Ein Skandalfilm und enormer Publikumserfolg. Aufgeregt werde sich damals weniger über die sekundenlange Nacktaufnahme von Hildegard Knef, sondern vor allem über die im Film breit angesprochenen Themen Sterbehilfe, Suizid, Inzest, Wilde Ehe und Prostitution. Das empörte 1951 die katholische Kirche (die evangelische Kirche war weniger empört) und die gottesfürchtige Bevölkerung. Es gab Aufrufe, den Film nicht zu zeigen oder ihn sich nicht anzusehen, Flugblätter, Schweigemärsche, mit Stinkbomben und Niespulver gestörte Kinovorstellungen, Vorführungen unter Polizeischutz und Aufführungsverbote.

„der größte Skandalfall des deutschen Nachkriegsfilms (…) „der interessanteste schlechte deutsche Film aus einer Zeit, da es fast nur schlechte deutsche Filme gab. (….) er hat die Faszination aller heillos chaotischen und wüst verkitschten Filme.“ (Christa Bandmann/Joe Hembus: Klassiker des deutschen Tonfilms, 1980)

Der damals, nach langen Verhandlungen, ab 18 Jahre freigegebene Film (heute FSK 12) ist ein aus Rückblenden bestehender Stummfilm, über den ein, von wenigen Dialogen unterbrochener, Monolog Marinas gelegt wurde.

Anschließend, um 21.40 Uhr, zeigt Arte die 55-minütige Doku „Hildegard Knef: So oder so ist das Leben” (Deutschland 2025, Regie: André Schäfer).

mit Hildegard Knef, Gustav Fröhlich, Robert Meyn, Aenne Bruck, Jochen-Wolfgang Meyn, Andreas Wolf

Hinweise

Arte über den Film (auch in der Mediathek)

Filmportal über „Die Sünderin“

Wikipedia über „Die Sünderin“ (deutsch, englisch)