Neu im Kino/Filmkritik: Über Kristen Stewarts Spielfilmdebüt „The Chronology of Water“

März 8, 2026

In ihrem ungewöhnlichem Spielfilmdebüt „The Chronology of Water“ erzählt Kristen Stewart die Geschichte von Lidia Yuknavitch, einer 1963 geborenen Schwimmerin, die später Schriftstellerin wurde. In einem ihrer Bücher, dem titelgebenden „The Chronology of Water“, verarbeitet sie ihr Leben. Es geht um ihre Drogensucht, ihre Sexualität, ihre Leidenschaft für das Schwimmen (mit der Option auf eine Teilnahme bei den Olympischen Spielen als Mitglied des Schwimmteams), ihre Anfänge als Schriftstellerin, unter anderem mit Ken Kesey als Universitätslehrer, und die schwierige Beziehung zu ihrem sie missbrauchenden, gewalttätigen Vater und ihrer Familie.

Kristen Stewart entdeckte das Buch 2017 und war schon nach den ersten Seiten fasziniert von der Erzählung. Sie wollte die Autorin kennen lernen und das Buch verfilmen.

Nach mehreren Kurzfilmen ist „The Chronology of Water“ ihr Spielfilmdebüt. Sie inszenierte es mit einem überschaubarem Budget, einer prominenten Besetzung und dem eindeutigen Willen, kein gewöhnliches Biopic zu inszenieren. Stewart, die auch das Drehbuch schrieb, erzählt assoziativ; auch wenn sie letztendlich weitgehend chronologisch erzählt. Sie lässt alles weg, was die Geschichte eindeutig zeitlich und örtlich verorten könnte. Sie verzichtet auf alles, was zu einer simplen Ursache-Wirkung-Erklärung führen könnte. Sie zeigt einfach nur Ereignisse und Impressionen von Ereignissen und Gefühlen. Es sind nicht immer sofort eindeutig zuordenbare Bilder und Töne.

Stilistisch orientiert Stewart sich vor allem anfangs stark an den Filmen von Jean-Luc Godard aus den sechziger Jahren. Später wird „The Chronology of Water“ zunehmend zu einer Meditation.

Immer bleibt es ein experimenteller Film, der sich nur an ein überschaubares Publikum richtet. Sehenswert ist er trotzdem.

The Chronology of Water (The Chronology of Water, USA/Frankreich/Lettland/Spanien/Großbritannien 2025)

Regie: Kristen Stewart

Drehbuch: Kristen Stewart

LV: Lidia Yuknavitch: The Chronology of Water, 2011 (In Wasser geschrieben)

mit Imogen Poots, Thora Birch, Susannah Flood, Michael Epp, Jim Belushi, Earl Cave, Esmé Creed-Miles, Tom Sturridge, Charlie Carrick, Kim Gordon

Länge: 133 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Moviepilot über „The Chronology of Water“

Metacritic über „The Chronology of Water“

Rotten Tomatoes über „The Chronology of Water“

Wikipedia über „The Chronology of Water“ (deutsch, englisch)