Über Maurizio de Giovannis neuen Roman „Zwölf Rosen in Neapel“

Bevor er zuschlägt, schickt der Mörder jeden Tag eine Rose zu seinem nächsten Opfer. Nach der zwölften Rose kommt er vorbei und tötet sein Opfer mit einem gezielten Schuss aus einer Luger P08 ins Genick. Der ermittelnde Staatsanwalt De Carolis steht vor einem Rätsel. Was ist die Verbindung zwischen den Opfern und was bedeuten die zwölf Rosen? fragt er sich.

Zur gleichen Zeit lebt die geschiedene 42-jährige Mina Settembre wieder bei ihrer im Rollstuhl sitzenden und munter keifenden Mutter. Sie kommt aus wohlhabenden Verhältnissen und arbeitet jetzt als schlecht bezahlte Sozialarbeiterin in einer Beratungsstelle im Spanischen Viertel, dem Armenviertel der Stadt. Sie hat, wie uns alle paar Seiten wortreich erklärt wird, unglaublich große, wundervoll geformte Brüste.

Heimlich verliebt ist sie in Domenico ‚Mimmo‘ Gammardella. Der im Nebenbüro praktizierende, gutaussehende, etwas schüchterne Frauenarzt erinnert sie an ihren Lieblingsschauspieler Robert Redford; – auch das wird uns alle paar Seiten mit Hinweisen auf Redford-Filme gesagt. Er hat allerdings keine Augen für sie, ihre Na, Sie wissen schon, oder die zahlreichen in ihn schulmädchenhaft verliebten Patientinnen und die ebenso in ihn verknallten männlichen Patienten, die sich als Frauen ausgeben.

Näher kommen Mina und Domenico sich über Ofelia Ramirez und ihre elfjährige Tochter Flor. Das Mädchen glaubt, dass ihr Vater Alfonso Caputo ihre Mutter umbringen will. Mina will das verhindern. Domenico soll ihr dabei helfen.

Dieser Plot – also die Rettung der beiden Frauen aus den Klauen des gewalttätigen Mannes, der auch ein Verbrecher mit guten Verbindungen ist – nimmt den größten Teil des dünnen Romans ein. Erst am Ende treffen Mina und der Serienmörder aufeinander. Bis dahin hat Mina keine Ahnung, dass sie in Lebensgefahr schwebt.

Weil Maurizio de Giovanni einen angenehmen Schreibstil hat, liest man die leicht humoristisch gefärbte, rundum harmlose Geschichte flott weg.

Maurizio de Giovanni: Zwölf Rosen in Neapel – Der erste Fall für Mina Settembre

(übersetzt von Susanne Van Volxem und Olaf Matthias Roth)

Kampa, 2021

288 Seiten

17,90 Euro

Originalausgabe

Dodici rose a Settembre

Sellerio Editore, Palermo, 2019

Hinweise

Wikipedia über Maurizo de Giovanni (deutsch, englisch, italienisch)

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