Neu im Kino/Filmkritik: „Noch einmal, June“, lass uns unser Leben leben

Seit ihrem Schlaganfall vor fünf Jahren lebt June Wilton (Noni Hazlehurst) in einem noblen Pflegeheim. Körperlich hat sie sich gut erholt. Aber sie erinnert sich an nichts. Zufällig kehrt ihr Gedächtnis zurück. Ihr Arzt warnt sie, dass dieser Zustand nur kurze Zeit anhalten wird. Jede Aufregung könnte sie wieder in ihren dementen Zustand zurückversetzen.

June denkt nicht daran, sich an die Anweisung des Arztes zu halten. Sofort und ohne Erlaubnis verlässt sie das Heim. Sie will ihre Kinder besuchen. Und da weiter machen, wo sie vor fünf Jahren aufhörte.

Seitdem hat sich allerdings einiges verändert. Das Haus ist verkauft. Ihre Tochter Ginny (Claudia Karvan) steckt in finanziellen Schwierigkeiten. Ihr Sohn Devon (Stephen Curry hat das Studium aufgegeben. Er leitet jetzt auch nicht, wie von June geplant, ein Architekturbüro. Stattdessen ist er jetzt, ohne erkennbare Ambitionen, in einem Copyshop angestellt. Und die von ihr aufgebaute Tapetenwerkstatt „Wilton Handcraftetd Wallpaper“ wird von einem Manager geleitet, der nicht auf liebevolle Handarbeit, sondern auf billige Massenproduktion setzt. Die früheren Angestellten haben gekündigt. Keine dieser Veränderungen gefällt June und sie tut jetzt genau das, was sie schon vorher als Geschäftsfrau und Mutter getan hat. Sie beginnt die Dinge nach ihrem eigenen Gusto zu ändern, während Ginny und Devon eher an einigen glücklichen, erinnerungsgesättigten Stunden mit ihrer Mutter interessiert sind.

In seinem Spielfilmdebüt „Noch einmal, June“ erzählt JJ Winlove nach seinem Drehbuch diese Familiengeschichte, in der sich June, Ginny und Devon wieder aneinander annähern. Das geschieht natürlich über einige Umwege und June hat auch ein Geheimnis, das ihre Kinder erst langsam enthüllen. Es hat, soviel kann gesagt werden, etwas mit einer handgefertigten Kommode zu tun, die von ihren Kindern verkauft wurde und die June unbedingt wieder haben will.

Noch einmal, June“ ist eine grundsympathische, warmherzige Feelgood-Komödie, die genau das liefert, was sie verspricht. Nämlich herzerwärmende Unterhaltung, die einen sanft darauf anspricht, über das eigene Leben, Ziele und die Beziehung zu den Eltern nachzudenken.

Noch einmal, June (June again, Australien 2020)

Regie: JJ Winlove

Drehbuch: JJ Winlove

mit Noni Hazlehurst, Claudia Karvan, Stephen Curry, Nash Edgerton

Länge: 98 Minuten

FSK: ab 6 Jahre

Hinweise

Moviepilot über „Noch einmal, June“

Metacritic über „Noch einmal, June“

Rotten Tomatoes über „Noch einmal, June“

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