TV-Tipp für den 22. Juni: Der Rote Kakadu (+ Buchkritik: Augenblick # 95: „Der Film fließt zurück ins Meer des Lebens“ – Ein Gespräch mit Dominik Graf)

NDR, 22.45

Der Rote Kakadu (Deutschland 2006)

Regie: Dominik Graf

Drehbuch: Michael Klier, Karin Åström, Günter Schütter (Bearbeitung)

DDR, Frühjahr 1961, wenige Monate vor dem Bau der Mauer (was damals niemand ahnte): In Dresden stolpert der zwanzigjährige Bühnenmaler Siggi (Max Riemelt) in unbekannte Welten zwischen Theater, dem Tanzlokal „Roter Kakadu“ (wo Jazz und westliche Rockmusik gespielt werden) und neuen, freiheitsliebenden Freunden. Das sorgt schnell für Ärger…mit der Staatsmacht.

Lebendiger Blick auf die DDR in den frühen sechziger Jahren und auf jugendliches Revoluzzertum.

mit Max Riemelt, Jessica Schwarz, Ronald Zehrfeld, Ingeborg Westphal, Devid Striesow, Kathrin Angerer, Tanja Schleif, Volker Michalowski, Klaus Manchen, Heiko Senst, Nadja Petri

Die aktuell grafliche Lektüre

Am 12. Februar 2025 unterhielt sich Lisa Gotto (Professur für Theorie des Films, Universität Wien) mit Dominik Graf über sein Leben und Werk als Regisseur. Jetzt liegt die Niederschrift des Interviews, mit fast achtzig das Gespräch illustrierenden Bildern und vielen für Orientierung sorgenden Zwischenüberschriften, als 95. Heft der „Augenblick“-Buchreihe vor – und es lohnt sich für alle, die (mal wieder) in das Denken und Werk von Dominik Graf eintauchen wollen, die einen konzentrierte und selbstkritischen Einblick in Grafs Werk wollen und die mehr über die letzten fünfzig Jahre Geschichte des deutschen Films im Kino und Fernsehen erfahren wollen. Denn Dominik Graf gehört zu den wenigen Regisseuren, die öffentlich immer wieder über ihr Werk nachdenken, ein filmisches Programm haben und auch Ansprüche an sich, Kollegen und Produzenten stellen. Vor allem arbeitet Graf für das Fernsehen, oft in Serien und Reihen, wie „Der Fahnder“ (die legendären Anfänge, die auch in dem Interview ausführlich beleuchtet werden), „Tatort“ und „Polizeiruf 110“. Meistens inszeniert er Kriminalfilme, Unterkategorie Polizeifilm. Er arbeitet also nahe am Publikum, aber immer mit einem Anspruch an sich und die Geschichte und einem unverwechselbarem Stil.

In dem Interview spricht er über das alles.

Danach will man wieder einen der im Buch erwähnten Filme sehen. Beispielsweise, um zwei nicht von Graf inszenierte Filme, die er auch niemals inszeniert hätte, aber im Gespräch lobend erwähnt und die heute definitiv so nicht wieder inszeniert würden, zu nennen, „Im Himmel ist die Hölle los“ oder Bockmayers „Geierwally“.

Augenblick – Konstanzer Hefte zur Medienwissenschaft 95 (herausgegeben von Lisa Gotto): „Der Film fließt zurück ins Meer des Lebens“ – Ein Gespräch mit Dominik Graf

Schüren Verlag, 2026

138 Seiten

12,90 Euro (Einzelheft)

Hinweise

Filmportal über „Der Rote Kakadu“

Wikipedia über „Der Rote Kakadu“ und Dominik Graf 

Meine Besprechung von Dominik Grafs „Schläft ein Lied in allen Dingen“ (2009)

Meine Besprechung der von Dominik Graf inszenierten TV-Serie  „Im Angesicht des Verbrechens“ (2010)

Meine Besprechung von Johannes F. Sieverts Interviewbuch „Dominik Graf – Im Angesicht des Verbrechens: Fernseharbeit am Beispiel einer Serie“ (2010)

Meine Besprechung von Chris Wahl/Jesko Jockenhövel/Marco Abel/Michael Wedel (Hrsg.) “Im Angesicht des Fernsehens – Der Filmemacher Dominik Graf” (2012)

Meine Besprechung von Dominik Grafs “Die geliebten Schwestern” (Deutschland/Österreich 2014)

Meine Besprechung von Dominik Grafs Erich-Kästner-Verfilmung „Fabian oder Der Gang vor die Hunde“ (Deutschland 2021)

Meine Besprechung von Domink Graf/Felix von Boehms (Co-Regie) „Jeder schreibt für sich allein“ (Deutschland 2023)

Dominik Graf in der Kriminalakte

 

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