
Am 5. November startet im Kino die Verfilmung von Jörg Maurers zweitem Kommissar-Jennerwein-Kriminalroman. Bis dahin ist noch genug Zeit, um „Hochsaison“ zu lesen. Insgesamt veröffentlichte Maurer seit 2009 sechzehn Romane mit dem Ermittler. 2013 erhielt er den Radio-Bremen-Krimipreis. 2012 und 2013 den MIMI Krimi-Publikumspreis des Deutschen Buchhandels. Die Romane sind millionenfach verkaufte Bestseller.
Und jetzt verfilmte Hannu Salonen „Hochsaison“ mit Maximilian Brückner als Kommissar Jennerwein in der TV-üblichen Länge von ungefähr neunzig Minuten. Aber, möglicherweise angestachelt vom Erfolg der Eberhofer-Krimikomödien, spendierte RTL ihrer Produkten einen Kinostart. Die Filmkritik zu der sich ziemlich von der Buchvorlage entfernenden Verfilmung gibt es zum Kinostart. Jetzt gibt es die Buchkritik.
Während dem von sechsundzwanzigtausend Sportfans besuchtem Neujahrsspringen in einem Kurort in Bayern im Werdenfelser Land verletzt sich der Springer der dänischen Nationalmannschaft schwer. Weil der Unfall etwas seltsam war und ein Zeuge einen Schuss gehört haben will, beginnt Kommissar Hubertus Jennerwein zu ermitteln. Zuerst, nur wenige Buchseiten, Schnee. Schnell werden die ergebnislosen Ermittlungen eingestellt. Als drei Monate später in einem Gipfelbuch ein Bekennerschreiben entdeckt wird, werden sie wieder aufgenommen.
Während Jennerwein zwischen Lokalpolitikern, die ihren Ort als Austragungsort für Olympische Spiele ins Gespräch bringen wollen, Einheimischen und auswärtigen, teils prominenten Besuchern den Täter sucht, weiß der Leser schon von der ersten Seite an mehr.
Denn Jörg Maurer beginnt seinen Alpenkrimi mit einem Brief des in dem Moment noch zukünftigen Täters, der gegenüber der Polizei nebulös viele Verbrechen ankündigt und sie in seinen Bekennerschreiben mit vielen falschen Spuren an der Nase herumführt.
Ausgehend von dieser durchaus vielversprechenden Idee zeigt Maurer dann wenig Interesse an einer stringenten Entwicklung des Falls. Die Geschichte entwickelt sich, zwischen verschiedenen Handlungssträngen wechselnd, äußerst konfus und sprunghaft. Immer wieder poppen neue Figuren überraschend auf. Vieles, wie beispielsweise die Hintergründe zu dem Anschlag auf den Skispringer werden nebenbei und noch bevor Kommissar Jennerwein überhaupt etwas ahnt, verraten. Spannung will sich so nicht einstellen.
Den versprochenen Humor entdeckte ich ebenfalls nicht. Die gut lesbare Geschichte ist bestenfalls humoristisch gefärbt.
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Jörg Maurer: Hochsaison
Fischer Taschenbuch Verlag, 2010
400 Seiten
14 Euro
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Die Verfilmung
Kommisar Jennerwein – Hochsaison (Deutschland 2026)
Regie: Hannu Salonen
Drehbuch: Maximilian Brückner, Linus Herbig-Matten, Dinah Marte Golch
mit Florian Brückner, Sarah Thonig, Frederic Linkemann, Eva-Maria Reichert, Helmfried von Lüttichau, Florian Thongsap Welsch, Cornelius Obonya
Länge: 96 Minuten
FSK: ab 12 Jahre
Kinostart: 5. November 2026
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Hinweise
Fischer Verlag über Jörg Maurer
Wikipedia über Jörg Maurer und „Kommissar Jennerwein: Hochsaison“