TV-Tipp für den 21. Mai: Das Netz der 1000 Augen

Mai 21, 2012

Arte, 20.15

Das Netz der 1000 Augen (Le Secret, F/I 1974, R.: Robert Enrico)

Drehbuch: Robert Enrico, Pascal Jardin (Dialoge)

LV: Francis Ryck: Le Compagnon indésirable, 1973 (Flieh nicht mit Fremden)

Musik: Ennio Morricone (Wer sonst?)

David flüchtet aus einer Irrenanstalt und findet Unterschlupf bei einem Schriftsteller-Ehepaar. Er sagt ihnen, dass er, weil er etwas Wichtiges weiß, verfolgt und aus dem Weg geschafft werden soll. Das Ehepaar beschließt, ihm zu helfen. Aber wird David wirklich verfolgt?

Extrem selten gezeigter französischer Paranoia-Thriller, der extrem spannend unterhält.

Obwohl es bis auf die Szenen am Anfang und am Ende des Films keinerlei Gewalt, Verfolgungsjagden oder sonstige der üblicherweise spannungssteigernden Elemente zu sehen gibt, versteht es Enrico geschickt, eine konstante Atmosphäre der Bedrohung zu schaffen.“ (TV Spielfilm: Das große Filmlexikon)

Von Francis Ryck wurden in den Siebzigern und Achtzigern etliche Krimis erfolgreich verfilmt.

Im Anschluss läuft, um 21.55 Uhr, eine spielfilmlange Doku über den Hauptdarsteller „Jean-Louis Trintignant“ (Frankreich 2012, R.: Serge Korber).

mit Jean-Louis Trintignant, Marlène Jobert, Philippe Noiret

Hinweise

Arte über „Das Netz der 1000 Augen“

AlloCine über „Das Netz der 1000 Augen“

Wikipedia über Francis Ryck (deutsch, englisch, französisch)

Blog über Francis Ryck (französisch)

Meine Besprechung von Robert Enricos „Die Abenteurer“


TV-Tipp für den 20. Mai: Stoppt die Todesfahrt der U-Bahn 123

Mai 20, 2012

Tele 5, 22.40

Stoppt die Todesfahrt der U-Bahn 123 (USA 1974, R.: Joseph Sargent)

Drehbuch: Peter Stone

LV: John Godey: The taking of Pelham One Two Three, 1973 (Abfahrt Pelhalm 1 Uhr 23)

Immer noch hochspannender Thriller über die Entführung einer New Yorker U-Bahn.

Das okaye, aber blasse Remake kann man sich schenken. Den Roman sollte man lesen.

Mit Walter Matthau, Robert Shaw, Martin Balsam, Hector Elizondo, Earl Hindman, James Broderick, Dick O’Neill, Lee Wallace

Wiederholung: Dienstag, 22. Mai, 02.30 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Kriminalakte über das Remake

Meine Besprechung von John Godeys “Abfahrt Pelham 1 Uhr 23” (The taking of Pelham One Two Three, 1973)


TV-Tipp für den 19. Mai: Donnie Brasco

Mai 19, 2012

Sixx, 21.45

Donnie Brasco (USA 1997, R.: Mike Newell)

Drehbuch: Paul Attanasio

LV: Joseph D. Pistone, Richard Woodley: Donnie Brasco: My Undercover Life in the Mafia, 1990

FBI-Agent Joe Pistone arbeitete von 1975 bis 1981 als Undercover-Agent in New York gegen den Bonanno Clan. Dabei befreundete er sich mit dem Kleingangster Lefty Ruggiero.

Intensives Porträt über Mafiosi am unteren Ende der Futterleiter, den persönlichen Folgen gefährlicher Einsätze, über Beziehungen, Freundschaft und Verrat.

Mit Al Pacino, Johnny Depp, Michael Madsen, James Russo, Anne Heche

Wiederholung: 20. Mai, 01.10 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Wikipedia über „Donny Brasco“ (deutsch, englisch)

Weekly Script: Drehbuch „Donnie Brasco“ von Paul Attanasio (Fassung vom 27. Juli 1992)


Neu im Kino/Filmkritik: Was ist „Die Kunst zu lieben“?

Mai 18, 2012

Liebe oder Freundschaft? Oder beides“ steht auf dem Plakat und wenn ein französischer Film versucht, diese Frage zu beantworten, dann erwartet man doch einige überraschende Einsichten in einem kurzweiligen, vielleicht sogar frivolen Werk. Gut, das sind jetzt Klischees und Vorurteile über die französische Lebensart, die dennoch in Filmen ziemlich oft und gern zelebriert werden.

Emmanuel Mouret („Tapetenwechsel“, „Küss mich bitte!“) hat sich in seinem neuesten Film „Die Kunst zu lieben“ dafür entschieden, zunächst vollkommen unverbunden und mit verschiedenen Charakteren einen Kurzfilm an den nächsten zu reihen. In jedem Film geht es im heutigen Paris des Bildungsbürgertums um Fragen von Liebe und Freundschaft, von Begehren und amourösen Abenteuern. Mal mehr, mal weniger in der Fantasie der Charaktere und der Zuschauer. Aber vor allem wird viel geredet. Fast wie in einem Film von Eric Rohmer.

Weil es Kurzfilme sind, sind die Einsichten dann auch eher banal und plakativ. Erst mit der Zeit tauchen einige Charaktere, die immer theaterhaft-künstlich in ebenso künstlichen Räumen spielen, öfters auf und diese Kurzfilme hängen dann auch etwas mehr miteinander zusammen. Trotzdem überwiegt immer das episodenhafte und man wird nie das Gefühl los, dass die Reihenfolge der einzelnen Geschichten weitgehend austauschbar ist.

Die Kunst zu lieben“ ist eine Sammlung von Notizen und Gedanken zu Liebe und Freundschaft, die nur eine zunehmend enttäuschende Kurzfilmrolle ist.

Die Kunst zu lieben (L’art d’aimer, Frankreich 2011)

Regie: Emmanuel Mouret

Drehbuch: Emmanuel Mouret

mit François Cluzet, Frédérique Bel, Julie Depardieu, Emmanuel Mouret, Laurent Stocker, Gaspard Ulliel, Pascale Arbillot, Ariane Ascaride, Judith Godrèche, Louis-Do de Lencquesaing, Philippe Magnan, Stanislas Merhar, Élodie Navarre

Länge: 85 Minuten

FSK: ab 0 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Die Kunst zu lieben“

AlloCine über „Die Kunst zu lieben“

Wikipedia über „Die Kunst zu lieben“ (französisch, englisch)


TV-Tipp für den 18. Mai: Die Bourne Identität

Mai 18, 2012

RTL II, 20.15

Die Bourne Identität (USA 2002, R.: Doug Liman)

Drehbuch: Tony Gilroy, William Blake Herron

LV: Robert Ludlum: The Bourne Identity, 1980 (Der Borowski-Betrug, Die Bourne-Identität)

CIA-Agent und Killer Jason Bourne hat sein Gedächtnis verloren. Schlimme Sache. Aber schlimmer ist, dass seine ehemaligen Arbeitgeber ihn umbringen wollen.

Die eher werkferne, kommerziell erfolgreiche Verfilmung des ersten Borowski-Buches. Für die Verfilmung des damals über zwanzig Jahre alten Buches wurde nur das Skelett der Handlung übernommen, der Rest aktualisiert und ein unterhaltsamer Action-Thriller gedreht, der sogar angenehm altmodisch ist. Nur Matt Damon wirkt einfach fünf Jahre zu jung für den eiskalten Profikiller. Aber das Problem hatte er in den spannenden Fortsetzungen nicht mehr.

Mit Matt Damon, Franka Potente, Chris Cooper, Clive Owen, Brian Cox, Walton Goggins

Wiederholung: Samstag, 19. Mai, 00.50 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Wikipedia über Robert Ludlum (deutsch, englisch)

Robert-Ludlum-Fanseite

Kirjasto über Robert Ludlum


Neu im Kino/Filmkritik: Bescheuerte Idee, herziger Film: „Lachsfischen im Jemen“ mit Ewan McGregor, Emily Blunt, Amr Waked und Kristin Scott Thomas

Mai 17, 2012

Es gibt einen terroristischen Anschlag und einige Tote, aber „Lachsfischen im Jemen“ ist kein Krimi und auch kein Thriller, sondern eine Romantic Comedy mit einem ordentlich Schuss politischer Satire. Vor allem Kristin Scott Thomas darf hier als absolut ich- und problemzentrierte Pressesprecherin des englischen Premierministers brillieren („Sie ist verbal aggressiv und im Grunde einfach unangenehm. Sie besitzt keinerlei ausgleichende, versöhnliche Qualitäten“, sagt Kristin Scott Thomas, der die Rolle sichtbar gefiel.) und sie würde, wenn sie öfters im Bild wäre, Ewan McGregor locker den Film stehlen. Denn Ewan McGregor spielt den im Fischereiministerium angestellten Wissenschaftler und internationalen Lachsexperten Dr. Alfred Jones, dessen höchstes Glück im Angeln besteht. Nicht das gefährliche Hochseeangeln, sondern das Angeln in ruhig vor sich hin plätschernden englischen Bächen und, seltener, Flüssen.

Als Harriet Chetwode-Talbot (Emily Blunt) ihm vorschlägt, dass er auf Wunsch von Scheich Muhammed ibn Zaidi bani Tihama (Amr Waked) im Jemen das Fischen von Lachs ermöglichen soll, hält er es, aus streng wissenschaftlicher Sicht, für eine vollkommen hirnverbrannte Idee und erklärt Mrs. Chetwode-Talbot mit einer schnell hingekritzelten Skizze, dass der an kalte Gewässer gewöhnte nordeuropäische Lachs niemals im heißen Jemen überleben kann. Für sie ist die Skizze allerdings eine Machbarkeitsstudie. Denn der Scheich hat genug Geld, um es in dieses Projekt zu stecken.

Mit sanfter Gewalt, wozu der nimmermüde Optimismus von Miss Chetwode-Talbot, das gewinnende Charisma des Scheichs und, vor allem, die Pressesprecherin Patricia Maxwell, die das Projekt fördert, weil sie eine positiven Schlagzeile aus dem arabischen Raum will und dies in der Verwaltung mit dem nötigen Druck rücksichtslos durchsetzt, wird Dr. Alfred Jones zuerst in das Projekt gedrängt und dann, als er es schließlich durchführen will, wegen der geänderten politischen Großwetterlage, aus seinem Job gedrängt. Aber das geschieht erst viel später.

Lasse Hallström („Gilbert Grape“, „Gottes Werk und Teufels Beitrag“, „Chocolat“) erzählt diese Geschichte nach einem Drehbuch von Simon Beaufoy („Ganz oder gar nicht“, „Slumdog Millionär“, „127 Hours“) als herzige RomCom, die nie überbordend schmalzig wird, einige herrliche politische Spitzen hat und gut unterhält.

Das „Lachsfischen im Jemen“ wird die Welt nicht verändern, aber es ist ein schönes, kurzweiliges Feelgood-Movie, das, gut besetzt, bestes englisches Unterhaltungskino der gehobenen Klasse ist.

 

Lachsfischen im Jemen (Salmon Fishing in the Yemen, Großbritannien 2011)

Regie: Lasse Hallström

Drehbuch: Simon Beaufoy

LV: Paul Torday: Salmon Fishing in the Yemen, 2006 (Lachsfischen im Jemen)

mit Ewan McGregor, Emily Blunt, Kristin Scott Thomas, Amr Waked, Catherine Steadman, Tom Mison, Rachael Stirling, Tom Beard

Länge: 112 Minuten

Hinweise

Englische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Lachsfischen im Jemen“

Rotten Tomatoes über „Lachsfischen im Jemen“

Wikipedia über „Lachsfischen im Jemen“



TV-Tipp für den 17. Mai: Sherlock: Ein Skandal in Belgravia

Mai 17, 2012

ARD, 20.15

Sherlock: Ein Skandal in Belgravia (GB 2011, R.: Paul McGuigan)

Drehbuch: Steven Moffat

Erfinder: Mark Gattiss, Steven Moffat

LV: Charakter und die Geschichten von Sir Arthur Conan Doyle

Sherlock Holmes soll wichtige Informationen von Irene Adlers (die einzige Frau, die Holmes jemals liebte) Smartphone sicher stellen.

Furioser Auftakt der zweiten, wieder aus drei spielfilmlangen Episoden bestehenden Staffel von „Sherlock“, in der Sherlock Holmes (Benedict Cumberbatch, Grandios!) und Dr. John Watson (Martin Freeman, Grandios!) in der Gegenwart ermitteln. Dieses Mal haben die beiden Serienerfinder Mark Gattiss und Moffat für ihre Geschichten sogar originale Holmes-Geschichten als Vorlage genommen. Jedenfalls teilweise.

Am Pfingstsonntag, den 27. Mai, läuft um 21.45 Uhr „Die Hunde von Baskerville“ und am Pfingstmontag, den 28. Mai, läuft ebenfalls um 21.45 Uhr „Der Reichenbachfall“. Damit wäre dann die grandiose zweite Staffel von „Sherlock“ gezeigt und das warten auf die nächsten Fälle von Sherlock Holmes und Dr. Watson beginnt.

mit Benedict Cumberbatch, Martin Freeman, Una Stubbs, Rupert Graves, Mark Gattiss, Lara Pulver

Wiederholung: Samstag, 19. Mai, 01.20 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Homepage von Sir Arthur Conan Doyle (Erben)

Krimi-Couch über Sir Arthur Conan Doyle

Kirjasto über Sir Arthur Conan Doyle

Wikipedia über Sir Arthur Conan Doyle (deutsch, englisch)

Sherlockian.net (Einstiegsseite mit vielen Links)

Facebook-Seite der deutschen Sherlock-Holmes-Gesellschaft

Thrilling Detective über Sherlock Holmes

Meine Besprechung von Arthur Conan Doyles “Sherlock Holmes Geschichten”, “Sherlock Holmes Kriminalgeschichten” und “The Adventures of Sherlock Holmes” (und hier eine Auflistung der in diesen Werken enthaltenen Geschichten)

Meine Besprechung von Anthony Horowitzs „Das Geheimnis des weißen Bandes“ (The House of Silk, 2011)

Meine Besprechung von Ian Edginton (Autor)/Davide Fabbris (Zeichner): Victorian Undead: Sherlock Holmes vs. Zombies! (Victorian Undead: Sherlock Holmes vs. Zombies, 2010)

Meine Besprechung von Ian Edginton (Autor)/Horacio Domingues/Davide Fabbris (Zeichner) „Victorian Undead: Sherlock Holmes vs. Dracula“ (Victorian Undead: Sherlock Holmes vs. Jekyll/Hyde; Victorian Undead: Sherlock Holmes vs. Dracula, 2010/2011)

Meine Besprechung von „Sherlock: Ein Fall von Pink“ (A Study in Pink)

Meine Besprechung von „Sherlock: Eine Legende kehrt zurück“ (Sherlock, GB 2010)

Meine Besprechung von Guy Ritchies „Sherlock Holmes: Spiel im Schatten“ (Sherlock Holmes: A Game of Shadows, USA 2011)

Sherlock Holmes in der Kriminalakte

Wegen Spoiler erst nach dem Film ansehen:


DVD-Kritik: In Stephen-King-Land mit der TV-Serie „Haven“

Mai 16, 2012

FBI-Agentin Audrey Parker wird von ihrem Chef in die idyllische, am Meer gelegene Maine-Kleinstadt Haven geschickt. Dort entdeckt sie ein Bild von einem fast dreißig Jahre zurückliegendem Vorfall mit dem „Colorado Kid“. Auf dem Bild ist eine Frau zu sehen, die ihr wie eine Zwillingsschwester gleicht. Die Waise Audrey will herausfinden, wer diese Frau ist. Außerdem glaubt sie, dass sie aus einem bestimmten Grund nach Haven geschickt wurde.

Am Ende der ersten Staffel steht sie einer Frau gegenüber, die behauptet, die echte FBI-Agentin Audrey Parker zu sein und unsere etwa dreißigjährige Heldin erfährt, dass sie Lucy Ripley, die Frau auf dem „Colorado Kid“-Zeitungsfoto ist und die letzten Jahre verschwunden war. Aber anscheinend kann sich niemand, der damals bei dem Ereignis dabei war, daran erinnern. Die beiden „Haven“-Journalisten, die anscheinend jedes Dorfgeheimnis kennen, schweigen eisern. Und das ist nicht das einzige Geheimnis, das Haven vor Fremden verbirgt.

Denn Haven ist keine normale Kleinstadt. In ihr haben viele Leute Probleme, die sich bei ihnen in übernatürlichen Fähigkeiten manifestieren.

Zusammen mit dem Kleinstadtpolizisten Nathan Wournos, der keine Schmerzen empfindet, und Duke Crocker, einem Schmuggler und Restaurantbesitzer mit einer Easy-Going-Lebenseinstellung, bis er erfährt, dass er von einer Person mit einer Tätowierung ermordet wird, versucht Audrey das Geheimnis ihre Vergangenheit zu ergründen und den Menschen in „Haven“ zu helfen.

Denn „die Probleme“ sind wieder zurück in Haven.

Haven“ ist eine Syfy-Serie, die sehr lose auf dem Kurzroman „The Colorado Kid“ von Stephen King basiert. Eigentlich haben die Macher von Kings Buch nur die beiden hinterfotzigen Kleinstadtjournalisten und die Stimmung des Ortes übernommen. Die von King erzählte Geschichte des Colorado Kids, einer Leiche, die in den frühen achtziger Jahren aus immer noch ungeklärten Gründen und physikalisch nicht nachvollziehbaren Wegen nach Moose-Lookit Island, Maine, kam, diente den Serienerfindern Sam Ernst und Jim Dunn nur als Startpunkt für ihre grandiose Serie. Denn in den ersten beiden „Haven“-Staffeln verraten sie, außer einigen sehr kryptischen Andeutungen, nichts über das „Colorado Kid“ und die damaligen Ereignisse. Das ist Insider-Wissen für die Leser des Romans; – falls Sam Ernst und Jim Dunn sich am Ende überhaupt auf diese Geschichte beziehen. Stattdessen haben sie in den bisherigen „Haven“-Folgen ihre eigene Mythologie von Haven und den Problemen entworfen. Eine Mythologie, die tief im Werk von Stephen King verwurzelt ist.

So wird „Haven“ schnell zu der archetypischen Stephen-King-Stadt, voller Stephen-King-Charaktere und Anspielungen und Querverweise auf sein Werk. Und, wie bei einem Stephen-King-Roman, ist man schnell von der liebevoll-heimelig-vertrauten Stimmung der Stadt und ihren Bewohnern, mit denen man gerne einige Stunden verbring, gefangen.

Vor allem weil man die Stadt und ihre Bewohner immer besser kennen lernt und schnell von ihren seltsamen, aber sympathischen Bewohnern verführt wird. Auch wenn sie, in der letzten Folge der zweiten Staffel, Weihnachten im Sommer feiern, nur Audrey auf ein traditionelles Weihnachtsfest besteht und immer mehr Bewohner spurlos aus Haven verschwinden.

Die DVDs platzen vor Bonusmaterial. Für beide Staffeln wurden mehrere hochinteressante Featurettes und Making-ofs produziert, die vor allem einen Blick hinter die Kulissen werfen. Auf der DVD-Box mit der zweiten Staffel gibt es auch das nicht so informative „Haven“-Panel von der New York Comic Con 2011. Und dann gibt es noch, verteilt auf beide Staffeln, 22 Audiokommentare; also, statistisch gesehen, zu fast jeder Folge ein Audiokommentar.

Haven (Haven, USA 2010 [Staffel 1]/2011 [Staffel 2])

Erfinder: Sam Ernst, Jim Dunn

LV: Stephen King: The Colorado Kid, 2005 (Colorado Kid)

mit Emily Rose (Audrey Parker), Lucas Bryant (Nathan Wuornos), Eric Balfour (Duke Crocker), Richard Donat (Vince Teagues), John Dunsworth (Dave Teagues), Nicholas Campbell (Chief of Police Wuornos), Stephen McHattie (Reverend Ed Driscoll), Vinessa Antoine (Evidence ‚Evi‘ Ryan), Mary-Colin Chisholm (Eleanor Carr), Glen Lefchak (Stan the Cop), Michelle Monteith (Julia Carr)

Haven – Staffel 1

DVD

Entertainment One

Bild: 16:9

Ton: Deutsch, Englisch, Französisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel: Deutsch, Englisch, Französisch

Bonusmaterial: Making-of Featurettes (Welcome to Haven, VFX of Heaven, Mythology of Haven), Behind-the-Scenes Video Blogs (What is Haven to You?, Let the Good Times Roll…, Locaction, Location, Location, Emily Rose Q & A, Stephen King References in Spira, SCI FI Wire Interview with Emily Rose), Cast Interviews (Emily Rose, Lucas Bryant, Eric Balfour), Season Two Sneak Peek: Inside the Writers‘ Room, Audiokommentare von Schauspielern und Produzenten (so das halbe Team) (Willkommen in Haven), Adam Kane (Willkommen in Haven), Sam Ernst (Executive Producer) und Jim Dunn (Executive Producer) (Schmetterlinge), Sam Ernst (Executive Producer), Jim Dunn (Executive Producer) und Jose Molina (Co-Executive Producer) (Einklang), Sam Ernst (Executive Producer/Writer) und Jose Molina (Co-Executive Producer (Verdorben), Schauspielern und Produzenten (Eine Frage des Alters), Sam Ernst (Executive Producer) und Jim Dunn (Executive Producer) (Eine Frage des Alters), Jim Dunn (Executive Producer/Writer) (Jäger und Gejagte), Sam Ernst (Executive Producer/Writer) und Jim Dunn (Executive Producer) (Tödlicher Schatten), Schauspielern und Produzenten (SOS), Charles Ardai (Consulting Producer/Writer) (So nah und doch so fern), Schauspielern und Produzenten (Zerrissen)

FSK: ab 16 Jahre

Länge: 535 Minuten (4 DVDs)

Die Probleme sind zurück in „Haven“

Willkommen in Haven (Welcome to Haven)

Regie: Adam Kane

Drehbuch: Sam Ernst, Jim Dunn

Schmetterlinge (Butterfly)

Regie: Tim Southam

Drehbuch: Ann Hamilton

Einklang (Harmony)

Regie: Rachel Talalay

Drehbuch: Matt McGuiness

Verdorben (Consumed)

Regie: Rachel Talalay

Drehbuch: Ann Hamilton

Eine Frage des Alters (Ball and Chain)

Regie: Tim Southam

Drehbuch: Nikki Toscano

Jäger und Gejagte (Fur)

Regie: Keith Samples

Drehbuch: Jim Dunn

Die Zeichnung (Sketchy)

Regie: T. W. Peacocke

Drehbuch: Matt McGuiness

Tödlicher Schatten (Ain’t no Sunshine)

Regie: Ken Girotti

Drehbuch: Sam Ernst

Das Chamäleon (As you were)

Regie: Rob Lieberman

Drehbuch: Jose Molina

Der Feuerteufel (The hand you dealt)

Regie: Rick Rosenthal

Drehbuch: Jim Dunn

SOS (The Trial of Audrey Parker)

Regie: Lee Rose

Drehbuch: Sam Ernst, Jose Molina (nach einer Geschichte von Charles Ardai)

So nah und doch so fern (Resurfacing)

Regie: Mike Rohl

Drehbuch: Charles Ardai

Zerrissen (Spiral)

Regie: Fred Gerber

Drehbuch: Sam Ernst, Jim Dunn

Haven – Staffel 2

DVD

Entertainment One

Bild: 16:9

Ton: Deutsch (DD 2.0), Englisch (DD 5.1)

Untertitel: Deutsch, Französisch

Bonusmaterial: Hinter den Kulissen: Drehbuch; Produktions-Design; Kostüme; Locations; Produktions-Meeting; Regie, Kamera & Schauspieler, Interview mit Gast-Star Adam Copeland (WWE-Superstar „Edge“), Frage und Antwort: das Haven-Team auf der New York Comic Con 2011, Audiokommentare von Sam Ernst und Jim Dunn (Die doppelte Audrey), Emily Rose und Lloyd Segan (Déjà-vu), Lilla und Nora Zuckerman (Déjà-vu), Lilla und Nora Zuckerman (Abgeriegelt), Jonathan Abrahams und Brian Millikin (Die Wendigo-Schwestern), Shawn Piller und Brian Millikin (Enthüllungen), Lloyd Segan und Adam Copeland (Enthüllungen), Sam Ernst und Jim Dunn (Offene Rechnungen), Emily Rose, Lucas Bryant und Eric Balfour (Offene Rechnungen)

Länge: 526 Minuten & 94 Minuten Bonus (4 DVDs)

FSK: ab 16 Jahre

Die Probleme bleiben in „Haven“

Die doppelte Audrey (A Tale of two Audreys)

Regie: T. W. Peacocke

Drehbuch: Sam Ernst, Jim Dunn

Das Puzzle (Fear & Loathing)

Regie: Rob Lieberman

Drehbuch: Gabrielle Stanton

Mensch gegen Maschine (Love Machine)

Regie: T. W. Peacocke

Drehbuch: Matt McGuiness, Nora Zuckerman, Lilla Zuckerman (nach einer Geschichte von Matt McGuiness)

Unter Strom (Sparks and Recreation)

Regie: Lynne Stopkewich

Drehbuch: Jonathan Abrahams (Nora Zuckerman, Annmarie Morais, Story Editor)

Zurück zu den Wurzeln (Roots)

Regie: Tim Southam

Drehbuch: Jim Dunn

Déjà-vu (Audrey Parker’s Day Off)

Regie: Fred Gerber

Drehbuch: Nora Zuckerman, Lilla Zuckerman

Blut und Wasser (The Tides that bind)

Regie: Paolo Barzman

Drehbuch: Gabrille Stanton

Die Kopie (Friend or Faux)

Regie: Stephen Reynolds

Drehbuch: Sam Ernst

Abgeriegelt (Lockdown)

Regie: Jason Priestley

Drehbuch: Nora Zuckerman, Lilla Zuckerman

Die Wendigo-Schwestern (Who, What, Where, Wendigo?)

Regie: Lee Rose

Drehbuch: Jonathan Abrahams

Enthüllungen (Business as Usual)

Regie: Shawn Piller

Drehbuch: Matt McGuiness, Gabrielle Stanton

Offene Rechnungen (Sins of the Fathers)

Regie: Lee Rose

Drehbuch: Sam Ernst, Jim Dunn

Stille Nacht (Silent Night)

Regie: Shawn Piller

Drehbuch: Brian Millikin

Hinweise

Syfy-Homepage zur Serie

Wikipedia über „Haven“ (deutsch, englisch)

Homepage von Stephen King

Mein Porträt zu Stephen Kings Geburtstag

Meine Besprechung von Stephen Kings/Richard Bachmans „Qual“ (Blaze, 2007)

Meine Besprechung von Stephen Kings „Nachgelassene Dinge“ (The things they left behind) in Ed McBains „Die hohe Kunst des Mordens“ (Transgressions, 2005)

Meine Besprechung von Stephen Kings „Colorado Kid“ (The Colorado Kid, 2005)

Stephen King in der Kriminalakte und in seinem Trailer-Park


TV-Tipp für den 16. Mai: Alles über meine Mutter

Mai 16, 2012

Arte, 20.15

Alles über meine Mutter (Spanien/Frankreich 1999, R.: Pedro Almodóvar)

Drehbuch: Pedro Almodóvar

Die alleinerziehende Manuela sucht in Barcelona den Vater ihres verunglückten 17-jährigen Sohnes. Dieser ist ein Transvestit.

Das Melodrama erhielt den Oscar als bester fremdsprachiger Film. Eine gute Wahl.

Anschließend läuft die gut einstündige Doku „Es war einmal…“ über die Dreharbeiten.

mit Cecilia Roth, Marisa Paredes, Penélope Cruz

Hinweise

Arte über die Pedro-Almodóvar-Reihe

Wikipedia über „Alles über meine Mutter“ (deutsch, englisch)


DVD-Kritik: Die „Special Forces“ retten Diane Kruger

Mai 15, 2012

Den Film würde ich gerne im Kino sehen. Nicht weil „Special Forces“ so gut ist. Der französische Thriller erzählt, wie eine französische Eliteeinheit eine Journalistin aus den Händen eines Taliban-Führers befreit und mit ihr aus Pakistan, wo sie versteckt wurde, über den verschneiten Khaiberpass zur sicheren Militärbasis flüchtet. Das ist eine klassische Geschichte, die von den Machern straff und mit der richtigen Mischung aus Action und Drama erzählt wird. Denn selbstverständlich sind die Special Forces tapfere Männer, die sich auch die Zeit nehmen, einige Einheimische vor ihren mordgierigen Verfolgern zu schützen. Erstaunlich ist in diesen Momenten, wie freiwillig sie sich der Gefahr stellen und, ohne zu zögern und Wehklagen, in den teilweise sicheren Tod gehen.

In diesen Momenten wird „Special Forces“ zu einem Hohelied auf diese staatlichen, im geheimen arbeitenden Mörder. Dass sich der Film nicht groß um kritische Distanz bemüht, ist, wenn von einer Rettungsmission erzählt wird und der Film keine Satire ist, ein integraler Teil der Geschichte. Auch die Journalistin, die vor ihrer Entführung kritische Artikel über die Spezialeinheiten schrieb, ändert während des langen Marsches ihre Einstellung.

Auf dieser Ebene ist „Special Forces“ einfach gutes, verdammt unterhaltsames Handwerk, das kurzweilig eine Geschichte über Tapferkeit und den Überlebenswillen von mehreren Menschen in einer extremen Situation erzählt. Dabei ist für sie letztendlich die Natur ein viel schlimmerer Gegner als ihre Verfolger.

So weit, so konventionell und auch befriedigend für die Freunde eines guten Abenteuerfilms.

Aber die grandiosen Landschaftsaufnahmen schreien förmlich nach einer großen Leinwand. Der Film wurde in Frankreich, Dschibuti und Tadschikistan gedreht und Kameramann David Jankowski fing die verschneiten Berge und die trockenen Wüsten und Gebirgslandschaften bildschirmfüllend ein.

Im Gegensatz zu „Act of Valor“ (Kinostart: 24. Mai 2012), bei dem echte Special-Forces-Soldaten die Hauptrollen in einer ähnlichen Geschichte übernahmen und kläglich scheiterten (das Drehbuch ist nicht ganz unschuldig), ist „Special Forces“ der deutlich bessere Film. Er regt auch zum Nachdenken darüber an, was für Männer das sind. Denn sie sterben während dieser Mission wie die Fliegen – und empfinden das als Teil ihres Jobs.

Das Bonusmaterial ist mit einem neunzigminütigen „Making of“ auf den ersten Blick sehr üppig geraten. Auf den zweiten Blick ist es, wenn man (wie ich) Französisch nicht sehr gut versteht, ausgesprochen dünn geraten. Denn es wurde auf eine deutsche Tonspur und sogar auf Untertitel verzichtet. Dafür gibt es ein dickes „Pfui!“.

Special Forces (Forces spéciales, Frankreich 2011)

Regie: Stéphane Rybojad

Drehbuch: Michael Cooper, Stéphane Rybojad

mit Diane Kruger, Djimon Hounsou, Benoît Magimel, Denis Menochet, Raphaël Personnaz, Alain Figlarz, Alain Alivon, Mehdi Nebbou, Raz Degan, Tchéky Karyo


DVD

Universum Film

Bild: 2,35:1 (16:9 anamorph)

Ton: Deutsch, Französisch/Englisch (DD 5.1)

Untertitel: Deutsch

Bonusmaterial: Making of, Trailer, Wendecover

Länge: 105 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Französische Homepage zum Film

Wikipedia über „Special Forces“ (englisch, französisch)

 


TV-Tipp für den 15. Mai: The Limits of Control – Der geheimnisvolle Killer

Mai 15, 2012

RBB, 22.45

The Limits of Control – Der geheimnisvolle Killer (USA/Spanien 2009, R.: Jim Jarmusch)

Drehbuch: Jim Jarmusch

In Spanien soll ein schweigsamer Mann einen Auftrag ausführen. Auf seiner Reise trifft er mehrere Personen, die ihm weitere Hinweise über seinen Auftrag verraten.

„The Limits of Control“ ist sicher nicht der beste Film von Jim Jarmusch und definitiv ist er keine Wiederholung von seinem vorherigen Film „Broken Flowers“, aber nachdem die TV-Premiere  zu einer unmöglichen Zeit war (dafür von mir mit einem ausführlichen Gespräch verschönert), läuft der “Actionfilm ohne Action” (Jarmusch) jetzt zu einer besseren Zeit.

mit Isaach De Bankolé, Alex Descas, Jean-François Stévenin, Paz de la Huerta, Tilda Swinton, John Hurt, Gael García Bernal, Bill Murray

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „The Limits of Control“

Rotten Tomatoes über „The Limits of Control“

Wikipedia über „The Limits of Control“ (deutsch, englisch)

Spiegel: Interview mit Jim Jarmusch zu “The Limits of Control”

Wikipedia über Jim Jarmusch (deutsch, englisch)

The Jim Jarmusch Resource Page

Senses of Cinema über Jim Jarmusch

Jim Jarmusch in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 14. Mai: Volver – Zurückkehren

Mai 13, 2012

Arte, 20.15

Volver – Zurückkehren (Spanien 2006, R.: Pedro Almodovar)

Drehbuch: Pedro Almodovar

Eigentlich kann man einen Almodovar-Film nicht in wenigen Worten nacherzählen – und das ist gut so. Jedenfalls geht es hier um Frauen aus drei Generationen einer Familie, es gibt einen ermordeten Stiefvater (er hatte es verdient) und eine tote Mutter, deren Geist zurückkehrt.

Die Hommage an die pragmatische Lebensweisheit der Frauen überzeugt durch die souveräne Kombination widersprüchlicher Elemente, wobei vor allem der gelassene Umgang mit dem Tod angenehm überrascht.“ (Lexikon des internationalen Films)

Und danach gibt es „Das Gesetz der Begierde“, mit Antonio Banderas.

mit Penélope Cruz, Carmen Maura, Lola Duenas, Blanca Portillo, Chus Lampreave

Wiederholung: Donnerstag, 17. Mai, 00.45 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Arte über die Pedro-Almodovar-Reihe

Wikipedia über „Volver“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 13. Mai: Der Schatz der Sierra Madre

Mai 13, 2012

Arte, 20.15

Der Schatz der Sierra Madre (USA 1948, R.: John Huston)

Drehbuch: John Huston

LV: B. Traven: Der Schatz der Sierra Madre, 1927

Drei Männer suchen in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts in Mexiko Gold. Aber das Gold bringt ihnen kein Glück.

Der Malteser-Falke“ war die erste Zusammenarbeit von John Huston und Humphrey Bogart. Es entstand ein Klassiker. Auch ihre nächste Zusammenarbeit, „Der Schatz der Sierra Madre“, ist ein Klassiker. Auch wenn er „wahrscheinlich der am meisten überschätzte Film Bogarts“ (Hans C. Blumenberg) ist und „So beliebt dieser Film auch heute ist, so sicher er Bestandteil des Bogart-Kults ist, so wenig lassen sich seine Mängel übersehen.“ (Clifford McCarty: Humphrey Bogart und seine Filme). Denn die Botschaft des Films wird schon am Anfang des Films von Walter Huston verkündet und in den folgenden beiden Stunden bestätigt.

Danach drehten Humphrey Bogart und John Huston die Klassiker „Hafen der Laster“/“Key Largo“ und „The African Queen“.

mit Humphrey Bogart, Walter Huston, Tim Holt, Bruce Bennett, Barton MacLane

Wiederholung: Montag, 14. Mai, 14.10 Uhr

Hinweise

Wikipedia über „Der Schatz der Sierra Madre“ (deutsch, englisch)

Turner Classic Movies über „Der Schatz der Sierra Madre“

Drehbuch „The Treasure of the Sierra Madre“ von Robert Rossen (1. Januar 1947)


TV-Tipp für den 12. Mai: Killshot – Gnadenlose Jagd

Mai 12, 2012

ARD, 23.35

Killshot – Gnadenlose Jagd (USA 2008, R.: John Madden)

Drehbuch: Hossein Amini

LV: Elmore Leonard: Killshot, 1989 (Beruf: Killer; Killshot)

Carmen und Wayne Colson beobachten den indianischstämmigen Auftragskiller Armand bei einem Verbrechen. Sie werden in des Zeugenschutzprogramm des FBI gesteckt. Aber Armand sucht sie weiter.

Ein interessanter Torso, der den Ton von Elmore Leonard ziemlich gut trifft und der nach dem Dreh so heftig umgeschnitten wurde, dass unklar ist, ob die Fehler des Films schon in der ersten Fassung vorhanden waren oder erst später hinzu kamen. Jedenfalls würde ich von diesem Film gerne einen Director’s Cut sehen.

mit Mickey Rourke, Diane Lane, Thomas Jane, Joseph Gordon-Levitt, Hal Holbrook, Rosario Dawson

Hinweise

Homepage von Elmore Leonard

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Dschibuti“ (Djibouti, 2010)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Djibouti“ (2010)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Road Dogs“ (Road Dogs, 2009)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Up in Honey’s Room“ (2007)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Gangsterbraut“ (The hot Kid, 2005)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Callgirls“ (Mr. Paradise, 2004)

Mein Porträt „Man nennt ihn Dutch – Elmore Leonard zum Achtzigsten“ erschien im „Krimijahrbuch 2006“

Meine Besprechung der Elmore-Leonard-Verfilmung „Sie nannten ihn Stick“ (Stick, USA 1983)

Meine Besprechung der Elmore-Leonard-Verfilmung „Killshot“ (Killshot, USA 2008)

Elmore Leonard in der Kriminalakte

Meine Besprechung der James-Sallis-Verfilmung „Drive“ (nach einem Drehbuch von Hossein Amini)


„Prey Alone“ von den „Lockout“-Machern Saint & Mather

Mai 11, 2012

Durch den Kurzfilm „Prey Alone“ wurde Luc Besson auf das Team Saint & Mather (aka Stephen St. Leger und James Mather) aufmerksam und er vertraute ihnen dann auch den gestern in den Kinos gestarteten Science-Fiction-Thriller „Lockout“ (eine ziemlich schamlose „Die Klapperschlange“-Kopie) an.

Nun, wer sich „Prey Alone“ ansieht, versteht sofort, warum Luc Besson sich mit Saint & Mather treffen wollte. Mit wenig Geld schufen sie einen optisch ziemlich beeindruckenden Film. Die Story ist spannend und die Pointe ist auch gelungen.


TV-Tipp für den 11. Mai: The Walking Dead: Gute alte Zeit/Gefangene der Toten

Mai 11, 2012

RTL II, 23.00

The Walking Dead: Gute alte Zeit/Gefangene der Toten (USA 2010, R.: Frank Darabont, Michelle MacLaren)

Drehbuch/Erfinder: Frank Darabont

LV: Comicserie von Robert Kirkman

Endlich läuft die grandiose Zombie-TV-Serie über eine Gruppe Überlebender in einer von Zombies beherrschten Welt auch im Free-TV. Und, weil RTL II die aus sechs Folgen bestehende erste Staffel von „The Walking Dead“ an drei aufeinanderfolgenden Abenden in Doppelfolgen ausstrahlt, wird sie auch definitiv nicht wegen schlechter Quoten abgesetzt werden.

Alles weitere zur Serie gibt es hier.

mit Andrew Lincoln (Rick Grimes), Jon Bernthal (Shane Walsh), Sarah Wayne Callies (Lori Grimes), Laurie Holden (Andrea), Jeffrey DeMunn (Dale Horvath), Steven Yeun (Glenn), Chandler Riggs (Carl Grimes), IronE Singleton (T-Dog), Norman Reedus (Daryl Dixon), Melissa Suzanne McBride (Carol Peletier), Michael Rooker (Merle Dixon)

Wiederholung, direkt im Anschluss: Samstag, 12. Mai, 01.10 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Offizielle „The Walking Dead“-Seite

Wikipedia über „The Walking Dead“ (deutsch, englisch)

AMC-Blog zu „The Walking Dead“

„The Walking Dead“-Fanseite

„The Walking Dead“-Wiki

Spiegel Online: Interview mit Charlie Adlard (21. Oktober 2011)

Kriminalakte: Meine Gesamtbesprechung der ersten zehn „The Walking Dead“-Bände

 Meine Besprechung von Robert Kirkman/Charlie Adlard/Cliff Rathburns „The Walking Dead 11: Jäger und Gejagte“ (The Walking Dead Vol. 11: Fear the hunters)

Meine Besprechung von Robert Kirkman/Charlie Adlard/Cliff Rathburns „The Walking Dead 12: Schöne neue Welt“ (The Walking Dead Vol. 12: Life among them)

Meine Besprechung von Robert Kirkman/Charlie Adlard/Cliff Rathburns „The Walking Dead 13: Kein Zurück“ (The Walking Dead Vol. 13: Too far gone, 2011)

Meine Besprechung von Robert Kirkman/Charlie Adlard/Cliff Rathburns „The Walking Dead 14: In der Falle“ (The Walking Dead Vol. 14: No way out, 2011)

Meine Besprechung von Robert Kirkman/Tony Moore/Charlie Adlard/Cliff Rathburns „The Walking Dead – Die Cover, Volume 1“ (The Walking Dead: The Covers, Vol. 1, 2010)

Meine Besprechung der TV-Serie „The Walking Dead – Staffel 1“ (USA 2010)

Kriminalakte: das Comic-Con-Panel zur TV-Serie

“The Walking Dead” in der Kriminalakte 


Neu im Kino/FIlmkritik: „Die Klapperschlange 3“, besser bekannt als „Lockout“

Mai 10, 2012

Wer in einen Film aus der Fabrik von Luc Besson geht, weiß, was er für sein Geld bekommt. Auch „Lockout“ ist, wie das Plakat verrät, „Von den Machern von ‚Transporter’“ und da steht Action, verbunden mit einem gut abgehangenem Plot, im Mittelpunkt.

In dem Science-Fiction-Thriller „Lockout“ werden die besonders schlimmen Schwerverbrecher in ein sich im Orbit befindendes und entsprechend ausbruchsicheres Gefängnis gesteckt. Die Tochter des Präsidenten will herausfinden, ob sie dort gut behandelt werden. Bei einem Gespräch mit einem Häftling kann dieser sich eine Pistole schnappen und schon startet die lustige Knastrevolte. Während die Häftlinge mit den Verhandlungen beginnen, wird Snow als Ein-Mann-Rettungsmission für die Präsidententochter losgeschickt. Er wurde gerade als Landesverräter (zu Unrecht) zu einer unglaublich langen Haftstrafe verurteilt. Wenn er die Präsidententochter rettet, winkt ihm die Freiheit.

Diese Geschichte ist natürlich schamlos von John Carpenters „Die Klapperschlange“ und seinem wesentlich schlechteren Remake „Flucht aus L. A.“, das auch Fortsetzung genannt wurde, geklaut. Die „Lockout“-Macher verlegten Carpenters Geschichte in den Weltraum, nahmen den Humor und die subkulturellen Anspielungen raus, und sie lassen eine Armada von durchgeknallten Schwerverbrechern auftreten, die auch in der „Con Air“ hätten mitfliegen können, Entsprechend unbekümmert wird in der Raumstation gemordet und geschossen. Guy Pearce spielt Snow, mit etlichen Einzeilern, auch als eine deutliche Hommage an Snake Plissken, der in Carpenters Filmen als stoischer Held wider Willen die USA retten musste.

Das Ergebnis ist; – nun, genau das was man bei den von Luc Besson produzierten Filmen erwartet: ein krachiges B-Picture, das für neunzig kurzweilige Minuten sorgt. Jedenfalls wenn man auf diese Art von Filmen steht und mit seiner Old-School-Attitüde gehört es sogar zu den besseren Actionfilmen der Besson-Schmiede.

Lockout (Lockout, Frankreich 2012)

Regie: Stephen St. Leger, James Mather (Saint & Mather)

Drehbuch: Luc Besson, Stephen St. Leger, James Mather (nach einer Idee von Luc Besson)

mit Guy Pearce, Maggie Grace, Vincent Regan, Joseph Gilgun, Lennie James, Peter Stormare, Jacky Ido, Tim Plester, Mark Tankersley, Anne-Solenne Hatte, Peter Hudson

Länge: 95 Minuten

Hinweise

Englische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Lockout“

Rotten Tomatoes über „Lockout“

Wikipedia über „Lockout“ (deutsch, englisch)

Ach, die Flucht aus New York…

 

 

 


TV-Tipp für den 10. Mai: An einem Freitag in Las Vegas

Mai 10, 2012

Das Vierte, 20.15

An einem Freitag in Las Vegas (F/I/D 1968, R.: Antonio Isasi-Isasmendi)

Drehbuch: Antonio Isasi-Isasmendi, Jo Eisinger, Luis Cameron, Jorge Illa

LV: André Lay: Les hommes de Las Vegas, 1969

Eine Bande überfällt bei Las Vegas einen Geldtransporters. Wie so oft, beginnen für die Verbrecher jetzt die wirklichen und auch tödlichen Probleme.

Ein solides Caper-Movie mit vielen bekannten Schauspielern: Gary Lockwood, Elke Sommer, Lee J. Cobb, Jack Palance, Jean Servais, Roger Hanin

Hinweise

Film Maniax über „An einem Freitag in Las Vegas“ (mit vielen Filmbildern)

DVD Talk über „An einem Freitag in Las Vegas“

AV Club über „An einem Freitag in Las Vegas“

Turner Classic Movies über „An einem Freitag in Las Vegas“


TV-Tipp für den 9. Mai: Zerrissene Umarmungen

Mai 9, 2012

Arte, 20.15

Zerrissene Umarmungen (Spanien 2009, R.: Pedro Almodovar)

Drehbuch: Pedro Almodovar

Die Erinnerungen eines erblindeten Drehbuchautoren an eine nicht fertig gestellte Komödie, seine große Liebe und einen für sie tödlichen Autounfall dienen Almodovar als Ausgangspunkt für einen Film im Film im Film – und wir Zuschauer sind nie verwirrt, sondern verzaubert, wenn flugs und zitatreich die Zeitebenen und Genres gewechselt werden.

Für das „Lexikon des internationalen Films“ gehört „Zerrissene Umarmungen“ „zum Anrührendsten und Schönsten, was das europäische Kino aktuell zu bieten hat“.

mit Penélope Cruz, Lluís Homar, Blanca Portillo, José Luis Gómez, Rubén Ochandiano, Tamar Novas

Wiederholung: Freitag, 11. Mai, 01.00 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Film-Zeit über „Zerrissene Umarmungen“

Rotten Tomatoes über „Zerrissene Umarmungen“

Wikipedia über „Zerrissene Umarmungen“ (deutsch, englisch)

Noir of the Week über „Zerrisse Umarmungen“


TV-Tipp für den 8. Mai: Bank Job

Mai 8, 2012

ZDFneo, 20.15

Bank Job (GB 2008, R.: Roger Donaldson)

Drehbuch: Dick Clement, Ian La Frenais

Dick Clement und Ian La Frenais sind zwei alte Hasen im britischen Filmgeschäft. Sie schrieben unter anderem die Drehbücher zu „Commitments“, „Wasser – Der Film“, etlichen Lovejoy-Folgen (in Deutschland nie gezeigt) und zu „Die alles zur Sau machen“ (Villain).

Mit ihrem Edgar-nominierten Film „Bank Job“ kehrten sie wieder in die frühe Siebziger und dem von ihnen mit „Villain“ mitbegründeten britischen Gangsterfilm zurück. Dieses Mal lassen sie sich von einem wahren Bankraub inspirieren. Am 11. September 1971 raubten einige Kleingauner aus der Lloyd’s Bank 500.000 Pfund (was heute sechs Millionen Euro wären). Die Zeitungen füllten ihre Spalten mit Sensationsberichten über den „Walkie-Talkie-Einbruch“. Vier Tage lang. Dann untersagte die Regierung aus Gründen der nationalen Sicherheit weitere Berichte, vier Räuber wurden verhaftet, ihren Namen wurden nie bekannt, das Strafmaß ist unbekannt, große Teile der Beute verschwunden und die Akten darüber sind bis 2054 unter Verschluss. Das Team Clement/La Frenais hat jetzt mit „Bank Job“ eine Geschichte erfunden, die die Wahrheit sein könnte.

Und Roger Donaldson hat im Retro-Look einen angenehm altmodischen Ganovenfilm über den großen Coup, gewürzt mit einer Prise Polit-Thriller, gedreht.

Und nach dem „Bank Job“ gibt es, um 22.00 Uhr, „Go Fast“.

Mit Jason Statham, Saffron Burrows, Stephen Campbell Moore, Daniel Mays, James Faulkner, Alki David

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Bank Job“

Wikipedia über „The Bank Job“ (Englisch, mit Informationen zu den wahren Hintergründen)

Mirror über die wahren Hintergründe: Bank job that opened the door on a royal sex scandal (16. Februar 2008 )

Telegraph schreibt über die wahren Hintergründe und redet mit Dick Clement: Revisiting the riddle of Baker Street (15. Februar 2008 )

Noir of the Week über „The Bank Job“