Carmen und Wayne Colson beobachten den indianischstämmigen Auftragskiller Armand bei einem Verbrechen. Sie werden in des Zeugenschutzprogramm des FBI gesteckt. Aber Armand sucht sie weiter.
Ein interessanter Torso, der den Ton von Elmore Leonard ziemlich gut trifft und der nach dem Dreh so heftig umgeschnitten wurde, dass unklar ist, ob die Fehler des Films schon in der ersten Fassung vorhanden waren oder erst später hinzu kamen. Jedenfalls würde ich von diesem Film gerne einen Director’s Cut sehen.
mit Mickey Rourke, Diane Lane, Thomas Jane, Joseph Gordon-Levitt, Hal Holbrook, Rosario Dawson
Durch den Kurzfilm „Prey Alone“ wurde Luc Besson auf das Team Saint & Mather (aka Stephen St. Leger und James Mather) aufmerksam und er vertraute ihnen dann auch den gestern in den Kinos gestarteten Science-Fiction-Thriller „Lockout“ (eine ziemlich schamlose „Die Klapperschlange“-Kopie) an.
Nun, wer sich „Prey Alone“ ansieht, versteht sofort, warum Luc Besson sich mit Saint & Mather treffen wollte. Mit wenig Geld schufen sie einen optisch ziemlich beeindruckenden Film. Die Story ist spannend und die Pointe ist auch gelungen.
The Walking Dead: Gute alte Zeit/Gefangene der Toten (USA 2010, R.: Frank Darabont, Michelle MacLaren)
Drehbuch/Erfinder: Frank Darabont
LV: Comicserie von Robert Kirkman
Endlich läuft die grandiose Zombie-TV-Serie über eine Gruppe Überlebender in einer von Zombies beherrschten Welt auch im Free-TV. Und, weil RTL II die aus sechs Folgen bestehende erste Staffel von „The Walking Dead“ an drei aufeinanderfolgenden Abenden in Doppelfolgen ausstrahlt, wird sie auch definitiv nicht wegen schlechter Quoten abgesetzt werden.
mit Andrew Lincoln (Rick Grimes), Jon Bernthal (Shane Walsh), Sarah Wayne Callies (Lori Grimes), Laurie Holden (Andrea), Jeffrey DeMunn (Dale Horvath), Steven Yeun (Glenn), Chandler Riggs (Carl Grimes), IronE Singleton (T-Dog), Norman Reedus (Daryl Dixon), Melissa Suzanne McBride (Carol Peletier), Michael Rooker (Merle Dixon)
Wiederholung, direkt im Anschluss: Samstag, 12. Mai, 01.10 Uhr (Taggenau!)
Wer in einen Film aus der Fabrik von Luc Besson geht, weiß, was er für sein Geld bekommt. Auch „Lockout“ ist, wie das Plakat verrät, „Von den Machern von ‚Transporter’“ und da steht Action, verbunden mit einem gut abgehangenem Plot, im Mittelpunkt.
In dem Science-Fiction-Thriller „Lockout“ werden die besonders schlimmen Schwerverbrecher in ein sich im Orbit befindendes und entsprechend ausbruchsicheres Gefängnis gesteckt. Die Tochter des Präsidenten will herausfinden, ob sie dort gut behandelt werden. Bei einem Gespräch mit einem Häftling kann dieser sich eine Pistole schnappen und schon startet die lustige Knastrevolte. Während die Häftlinge mit den Verhandlungen beginnen, wird Snow als Ein-Mann-Rettungsmission für die Präsidententochter losgeschickt. Er wurde gerade als Landesverräter (zu Unrecht) zu einer unglaublich langen Haftstrafe verurteilt. Wenn er die Präsidententochter rettet, winkt ihm die Freiheit.
Diese Geschichte ist natürlich schamlos von John Carpenters „Die Klapperschlange“ und seinem wesentlich schlechteren Remake „Flucht aus L. A.“, das auch Fortsetzung genannt wurde, geklaut. Die „Lockout“-Macher verlegten Carpenters Geschichte in den Weltraum, nahmen den Humor und die subkulturellen Anspielungen raus, und sie lassen eine Armada von durchgeknallten Schwerverbrechern auftreten, die auch in der „Con Air“ hätten mitfliegen können, Entsprechend unbekümmert wird in der Raumstation gemordet und geschossen. Guy Pearce spielt Snow, mit etlichen Einzeilern, auch als eine deutliche Hommage an Snake Plissken, der in Carpenters Filmen als stoischer Held wider Willen die USA retten musste.
Das Ergebnis ist; – nun, genau das was man bei den von Luc Besson produzierten Filmen erwartet: ein krachiges B-Picture, das für neunzig kurzweilige Minuten sorgt. Jedenfalls wenn man auf diese Art von Filmen steht und mit seiner Old-School-Attitüde gehört es sogar zu den besseren Actionfilmen der Besson-Schmiede.
Lockout (Lockout, Frankreich 2012)
Regie: Stephen St. Leger, James Mather (Saint & Mather)
Drehbuch: Luc Besson, Stephen St. Leger, James Mather (nach einer Idee von Luc Besson)
mit Guy Pearce, Maggie Grace, Vincent Regan, Joseph Gilgun, Lennie James, Peter Stormare, Jacky Ido, Tim Plester, Mark Tankersley, Anne-Solenne Hatte, Peter Hudson
Zerrissene Umarmungen (Spanien 2009, R.: Pedro Almodovar)
Drehbuch: Pedro Almodovar
Die Erinnerungen eines erblindeten Drehbuchautoren an eine nicht fertig gestellte Komödie, seine große Liebe und einen für sie tödlichen Autounfall dienen Almodovar als Ausgangspunkt für einen Film im Film im Film – und wir Zuschauer sind nie verwirrt, sondern verzaubert, wenn flugs und zitatreich die Zeitebenen und Genres gewechselt werden.
Für das „Lexikon des internationalen Films“ gehört „Zerrissene Umarmungen“ „zum Anrührendsten und Schönsten, was das europäische Kino aktuell zu bieten hat“.
mit Penélope Cruz, Lluís Homar, Blanca Portillo, José Luis Gómez, Rubén Ochandiano, Tamar Novas
Wiederholung: Freitag, 11. Mai, 01.00 Uhr (Taggenau!)
Dick Clement und Ian La Frenais sind zwei alte Hasen im britischen Filmgeschäft. Sie schrieben unter anderem die Drehbücher zu „Commitments“, „Wasser – Der Film“, etlichen Lovejoy-Folgen (in Deutschland nie gezeigt) und zu „Die alles zur Sau machen“ (Villain).
Mit ihrem Edgar-nominierten Film „Bank Job“ kehrten sie wieder in die frühe Siebziger und dem von ihnen mit „Villain“ mitbegründeten britischen Gangsterfilm zurück. Dieses Mal lassen sie sich von einem wahren Bankraub inspirieren. Am 11. September 1971 raubten einige Kleingauner aus der Lloyd’s Bank 500.000 Pfund (was heute sechs Millionen Euro wären). Die Zeitungen füllten ihre Spalten mit Sensationsberichten über den „Walkie-Talkie-Einbruch“. Vier Tage lang. Dann untersagte die Regierung aus Gründen der nationalen Sicherheit weitere Berichte, vier Räuber wurden verhaftet, ihren Namen wurden nie bekannt, das Strafmaß ist unbekannt, große Teile der Beute verschwunden und die Akten darüber sind bis 2054 unter Verschluss. Das Team Clement/La Frenais hat jetzt mit „Bank Job“ eine Geschichte erfunden, die die Wahrheit sein könnte.
Und Roger Donaldson hat im Retro-Look einen angenehm altmodischen Ganovenfilm über den großen Coup, gewürzt mit einer Prise Polit-Thriller, gedreht.
Und nach dem „Bank Job“ gibt es, um 22.00 Uhr, „Go Fast“.
Mit Jason Statham, Saffron Burrows, Stephen Campbell Moore, Daniel Mays, James Faulkner, Alki David
Die Story ist einfach und altbekannt: ein Polizist jagt einen ihm geistesverwandten Dieb.
Der Film ist sogar ein Remake. Michael Mann nahm einfach sein altes Drehbuch für „Showdown in L. A.“ (L. A. Takedown, 1989) und machte aus einem anderthalbstündigem TV-Piloten einen dreistündigen Kinofilm. Dank des größeren Budgets und guter Schauspieler (eine aus heutiger Sicht sehr beeindruckende Liste von Mann-Vertrauten, Stars und damals noch unbekannteren Namen) entstand ein Klassiker.
Berater bei dem Film waren Chuck Adamson (vor seinem Tod: Polizist und Autor für „Miami Vice“ und „Crime Story“), Dennis Farina (heute: Ex-Polizist und Schauspieler) und Andy McNab (heute: Ex-SAS und Schriftsteller).
mit Al Pacino, Robert De Niro, Val Kilmer, Jon Voight, Tom Sizemore, Amy Brenneman, Ashley Judd, Mykelti Williamson, Wes Studi, Diane Venora, Ted Levine, Dennis Haysbert, William Fichtner, Natalie Portman, Tom Noonan, Danny Trejo, Henry Rollins, Jeremy Piven, Xander Berkeley, Marty Ferrero, Rick Avery, Bud Curt (ungenannt, als Restaurantmanager Solenko)
Daybreakers (Australien/USA 2009, R.: Michael Spierig, Peter Spierig)
Drehbuch: Michael Spierig, Peter Spierig
2019: Vampire beherrschen die Welt. Weil es aber nicht mehr genug Menschenblut gibt, forscht Vampir Edward Dalton für Bromley an einem Blutersatz. Als er auf einige Menschen, die im Untergrund leben, trifft, muss er sich zwischen den Menschen und den Vampiren entscheiden.
„Daybreakers“ ist ein feiner Film, der trotz Ethan Hawke, Willem Dafoe und Sam Neill und der guten Einspielergebnissen in anderen Ländern bei uns keinen Kinostart erhielt. Das führt zu der traurigen Erkenntnis, dass Vampirfilme derzeit wohl nur als Biss-Filme genug kommerzielles Appeal für eine Kinoauswertung haben. Eine in sich glaubwürdige Dystopie, die detailreich eine Welt zeichnet, in der durchaus kultivierte Blutsauger die Macht übernommen haben, gehört nicht dazu.
mit Ethan Hawke, Willem Dafoe, Sam Neill, Claudia Karvan, Michael Dorman, Isabel Lucas
Dar Urteil – Jeder ist käuflich (USA 2003, R.: Gary Fleder)
Drehbuch: Brian Koppelman, David Levien, Rick Cleveland, Matthew Chapman
LV: John Grisham: The runaway jury, 1996 (Das Urteil)
Die Witwe eines bei einem Amoklauf erschossenen Geschäftsmannes verklagt die Waffenhersteller. Die Angeklagten engagieren Rankin Fitch, ihnen die passenden Geschworenen herauszusuchen. Aber der Geschworene Nick Easter spielt sein eigenes Spiel.
Der erste gemeinsame Film der seit Jahrzehnten befreundeten Stars Gene Hackman und Dustin Hoffman ist ein spannender Verschwörungsthriller über die Käuflichkeit des us-amerikanischen Justizsystems. Während des Drehs bemerkten die Macher, dass sie zwar einen Hackman/Hoffman-Film drehten, aber keine Hackman/Hoffman-Szene hatten. Also wurde die Toiletten-Szene geschrieben.
Das Drehbuch zu dieser gelungenen Grisham-Verfilmung war 2004 für den Edgar Allan Poe-Preis als bestes Drehbuch nominiert.
Mit John Cusack, Gene Hackman, Dustin Hoffman, Rachel Weisz, Bruce Davison, Jennifer Beals
Wiederholung: Sonntag, 6. Mai, 02.15 Uhr (Taggenau!)
LV: Philip K. Dick: The Minority Report, 1956 (erstmals erschienen in Fantastic Universe, Januar 1956, Der Minderheiten-Bericht, Kurzgeschichte)
Schöne neue Welt: 2054 werden in Washington, D. C., Verbrecher bereits vor der Tat, aufgrund der Prognose von Precogs, verhaftet. Ein perfektes System, bis die Precogs sagen, dass der Polizist John Anderton bald einen Mann, den er überhaupt nicht kennt, umbringen wird. Anderton glaubt nicht an die Prognose. Er flüchtet und versucht herauszufinden, warum er zum Mörder werden soll.
Guter, etwas zu lang geratener Science-Fiction-Thriller, der für den Bram-Stoker-, Nebula- und Hugo-Preis nominiert war und den Saturn-Preis erhielt.
mit Tom Cruise, Colin Farrell, Samantha Morton, Max von Sydow, Lois Smith, Peter Stormare
Wiederholung: Samstag, 5. Mai, 01.00 Uhr (Taggenau!)
Gerade als der 27-jährige Adam Lerner (Joseph Gordon-Levitt) glaubt, dass sein Leben richtig beginnt, erfährt er, dass er Krebs hat. Er kann es nicht fassen. Denn er ist der fleischgewordene Biedermann. Selbstverständlich ist er Nichtraucher und beim Joggen bleibt er brav an einer roten Ampel stehen. Auch wenn weit und breit kein Auto zu sehen ist. Aber Krebs kann jeden treffen. Sein Kumpel Kyle (Seth Rogen), der auf den ersten Blick sein vergnügungssüchtiger Antagonist ist, dessen Leben aus Saufen, Sex und pubertären Witzen besteht, tröstet ihn, dass eine Heilungschance von „50/50“ doch gar nicht so schlecht sei und auch später wird er immer mehr, ohne ein Wort darüber zu verlieren, zu seinem treuen Begleiter. Er ist ein echter Freund und Seth Rogen spielt ihn angenehm zurückhaltend.
Auch Adams dominante Mutter (Anjelica Huston) offenbart vor allem am Filmende neue Seiten. Adams Leidensgefährten, die er während der Chemotherapie kennen lernt (Philip Baker Hall, Matt Frewer), sind doppelt so alt, aber geteiltes Leid ist vielleicht nicht halbes Leid, aber die Haschkekse machen es etwas erträglicher. Und dann ist da noch Adams Therapeutin (Anna Kendrick), die noch in der Ausbildung steckt, sichtlich von ihrem gleichaltrigen Patienten überfordert ist und wie sich die Beziehung zwischen ihr und Adam entwickelt, können wir uns, vor allem nachdem Adam sich von seiner Freundin trennt, denken.
Drehbuchautor Will Reiser, der selbst Krebs hatte, und Regisseur Jonathan Levine („All the Boys love Mandy Lane“) gehen das ernste Thema mit einer ordentlichen Portion Humor und entsprechend unsentimental an. „50/50 – Freunde fürs (Über)leben“ umschifft so gekonnt die offensichtlichen Fallen der Geschichte, die leicht zu einer tränenreichen Schmonzette hätte werden können. Aber über die Krankheit, wie sie behandelt wird und was sie für einen bedeutet, erfährt man auch ziemlich wenig, weil in dem Film der Krebs schnell zur austauschbaren Probe für den Protagonisten, die ihn zum Mann machen soll, wird. Mit einer 50/50-Chance ist die Probe allerdings gar nicht so schwer. In dem letzte Woche im Kino angelaufenen französischen Spielfilm „Das Leben gehört uns“ müssen die jungen Eltern von dem keine zwei Jahre altem Adam erfahren, dass ihr Kind Krebs und keine reelle Überlebenschance hat. Und während Valérie Donzelli in ihrer kraftvollen Ode an das Leben spürbar macht, wie die Krebsbehandlung und das Leben in Krankenhäusern plötzlich das gesamte Leben der jungen Eltern bestimmt, schrecken Reiser und Levine genau davor zurück.
„50/50“ ist halt nur gut gespieltes und gut gemachtes Independent-Kino über einen jungen Mann, der erwachsen wird und eine neue Freundin findet.
Vielleicht sollten wir Europäer ein Remake von „50/50“ machen…
50/50 – Freunde fürs (Über)leben (50/50, USA 2011)
Regie: Jonathan Levine
Drehbuch: Will Reiser
mit Joseph Gordon-Levitt, Seth Rogen, Anna Kendrick, Bryce Dallas Howard, Anjelica Huston, Matt Frewer, Philip Baker Hall
Mit „The Cold Light of Day“ gibt Mabrouk El Mechri sein Hollywood-Debüt.
Das ist ungefähr das erfreulichste, was über den neuen Film des Regisseurs von „JCVD“ gesagt werden kann. Während er in „JCVD“ mit Jean-Claude van Damme nur einen Star hatte, der sich selbst spielte und Mabrouk El Mechri so aus einem eher durchschnittlichen Banküberfall-Thriller eine intelligent-böse Meditation über das Startum und die Verbindungen von Schein und Sein machte, hat er in „The Cold Light of Day“ mit Bruce Willis, Sigourney Weaver und Henry Cavill (früher Charles Brandon in „Die Tudors“ , demnächst Superman/Clark Kent in „Man of Steel“) gleich mehrere bekannte Namen an Bord.
Dafür wurde dann auf ein intelligentes Drehbuch verzichtet. Um nicht falsch verstanden zu werden: verglichen mit infantilen Gurken wie „Battleship“ oder „Mission: Impossible – Phantom Protokoll“ hat „The Cold Light of Day“ ein fein ziseliertes Drehbuch. Aber verglichen mit Agententhrillern wie den „Bourne“-Filmen oder den actionlastigen Politthrillern der siebziger Jahre oder auch Arthur Penns Gene-Hackman-Matt-Dillon-Pappa-ist-Geheimagent-Vehikel „Target“ ist „The Cold Light of Day“ ein liebloses Malen nach Zahlen, in dem Will Shaw (Henry Cavill) beim Spanienurlaub feststellen muss, dass sein Vater (Bruce Willis) CIA-Agent ist, in irgendeiner sehr tiefen Scheiße steckt, bei der es um einen Koffer geht, den alle haben wollen (Zum Glück kein USB-Stick) und kaum beginnt sein Vater ihm die Sache zu erklären, wird er aus dem Hinterhalt erschossen. Wills Restfamilie wurde inzwischen entführt und er muss jetzt das tun, was ein Mann in dieser Situation eben tun muss. Dass er dabei als Normalo verdammt sportlich ist und über ein beachtliches Improvisationstalent verfügt – geschenkt. Das ist in diesen Filmen eben so. Dass Carrack (Sigourney Weaver im schießwütigen Bad-Ass-Modus) als Bösewicht Probleme gerne auch mit wüsten Ballereien auf offenen Plätzen erledigt – ebenso.
Immerhin hat sie ihren Spaß dabei. Dass das eine idiotische Art ist, mit Personalproblemen umzugehen; – geschenkt.
Aber auch dann hat „The Cold Light of Day“ mit krassen Logiklöchern und Absurditäten zu kämpfen, die einem den Spaß an diesem touristischen Action-Thriller vergällen, der von der ersten bis zur letzten Minute wie die Kopie von vielen anderen, ungleich besseren Filmen wirkt.
Der groß angekündigte Auftritt von Bruce Willis beschränkt sich auf die ersten Minuten des Films. Danach wird er aus dem Hinterhalt erschossen und, das mag jetzt etwas schockierend sein, er ist wirklich tot. Ja, er taucht im Finale nicht als rettender Engel auf. Insofern ist „The Cold Light of Day“ ein weiterer Film in Bruce Willis‘ umfangreicher Filmographie, in dem er sich mit einer kleinen Rolle begnügt, um etwas auszuprobieren oder, was hier wahrscheinlich der Fall war, um mit Mabrouk El Mechri zusammen zu arbeiten.
The Cold Light of Day (The Cold Light of Day, USA 2011)
Regie: Mabrouk El Mechri
Drehbuch: Scott Wiper, John Petro
mit Henry Cavill, Verónica Echegui, Bruce Willis, Sigourney Weaver, Joseph Mawle, Caroline Goodall, Roschdy Zem, Colm Meaney
Nachtschicht: Ich habe Angst (D 2008, R.: Lars Becker)
Drehbuch: Lars Becker
Auch in ihrer fünften Nacht gibt es für den Hamburger Kriminaldauerdienst viel zu tun. Bei einer Razzia entwischt ihnen der Kopf der Fälscherbande. Eine Lehrerin meldet sich anonym beim KDD und zeigt eine Kindesmisshandlung an. Ein Mann wird erstochen.
Zufälle über Zufälle – aber von Lars Becker schlüssig, pointiert und gewohnt unterhaltsam als Porträt einer Nacht zusammengefügt.
Mit Armin Rohde, Minh-Khai Phan-Thi, Ken Duken, Barbara Auer, Pierre Semmler, Ulrike Krumbiegel, Matthias Brandt
LV: John Reese: The Looters, 1968 (später wegen des Films “Charley Varrick”)
Zufällig klaut Charley Varrick bei einem Überfall auf eine Provinzbank eine dreiviertel Million Dollar. Dummerweise gehört das Geld der Mafia – und die versteht keinen Spaß.
Herrlich amoralischer Gangsterfilm, bei dem ein Einzelner einen scheinbar hoffnungslosen Kampf gegen eine große, skrupellose Organisation aufnimmt.
„In diesem besten von Siegels späten Filmen wird nicht nur mit dem Genre gespielt, bis ein Westernmuster in einem Mafiafilm aufscheint, sondern sein Drehbuch ist auch derart ausgefeilt, dass es seine Wahrheit erst im letzten Moment offenbart.“ (Kevin Gough-Yates, in Frank Arnold/Michael Esser [Hrsg.]: Dirty Harry – Don Siegel und seine Filme)
John Reese schrieb in erster Linie Western.
Mit Walter Matthau, Joe Don Baker, John Vernon, Felicia Farr, Don Siegel (als Tischtennisspieler)
Der Sohn des britischen Geheimagenten Tarrant wird entführt. Tarrants Vorgesetzten scheinen kein Interesse an einer Befreiung zu haben. Also kämpft Tarrant allein um das Leben seines Sohnes.
Ein Spätwerk von Don Siegel: ein harter, eiskalter Agententhriller, der seine Story konzentriert und ohne Mätzchen geradlinig erzählt.
„‘The black Windmill’ ist kein bedeutendes Werk in Siegel Karriere, aber etwas, das es heute kaum noch gibt: ein mit Konzentration und Originalität erzählter Genrefilm.“ (Marcus Stiglegger in Frank Arnold/Michael Esser, Hrsg.: Dirty Harry – Don Siegel und seine Filme, 2003)
Mit Michael Caine, Donald Pleasence, John Vernon, Delphine Seyrig
Inglourious Basterds (USA/D 2009, R.: Quentin Tarantino [Regie „Nation’s Pride“: Eli Roth])
Drehbuch: Quentin Tarantino (deutsche Dialoge: Tom Tykwer; französische Dialoge: Nicholas Richard)
Frankreich, 1944: Aldo Raine und seine Spezialeinheit sind zum Nazi-Skalpieren nach Europa gekommen. Die Jüdin Shosanna will den SS-Mann Hans Landa (Oscar für Christoph Waltz), der ihre Familie umbrachte, töten. In Paris, in einem Kino, treffen sie sich.
Ein feiner Kriegsfilm, den man unbedingt in der Originalfassung, in der meisterlich zwischen den verschiedenen Sprachen gewechselt wird, ansehen sollte. Außerdem wird auch im Original die meiste Zeit deutsch gesprochen.
RTL wird aber wahrscheinlich die deutsche Synchronisation bringen.
mit Brad Pitt, Mélanie Laurent, Eli Roth, Christoph Waltz, Michael Fassbender, Diane Kruger, Daniel Brühl, Til Schweiger, Gedeon Burkhard, Jacky Ido, B. J. Novak, Omar Doom, August Diehl, Sylvester Groth, Martin Wuttke, Mike Myers, Julie Dreyfus, Mike Myers, Rod Taylor, Sönke Möhring, Ken Duken, Christian Berkel, Ludger Pistor, Jana Pallaske, Bo Svenson, Enzo G. Castellari (als er selbst), Samuel L. Jackson (Erzähler in der Originalversion)
Die Tochter des US-Präsidenten wird entführt. Spezialagent Robert Scott soll sie finden – und der Befehlsempfänger deckt ein Komplott auf.
Wenn David Mamet einen Polit-Thriller schreibt und inszeniert, dann sind einerseits die üblichen Genrestandards enthalten und andererseits, dank guter Schauspieler und Dialoge, auch viel mehr.
Außerdem waren bei den Vorbereitungen und dem Dreh zahlreiche Polizei- und Militärspezialisten dabei. Der bekannteste (und wichtigste) dürfte Eric L. Haney sein, dessen „Inside Delta Force“ auch die Grundidee für die von David Mamet und Shawn Ryan (The Shield) erfundene grandiose Serie „The Unit“ lieferte.
mit Val Kilmer, Derek Luke, William H. Macy, Ed O’Neill, Kristen Bell, Tia Texada, Mark Pellegrino
Im Unionsverlag erschien jetzt die Taschenbuchausgabe von Luigi Bartolinis „Fahrraddiebe“ (übersetzt von Hellmut Ludwig, 224 Seiten, 10,95 Euro) und, was soll ich sagen, ich liebe diese alten Romane, in denen sich die Autoren ewig Zeit ließen, bis die Handlung beginnt. Schon im zweiten Absatz steht „Hierher bin ich heute gekommen, auf die Piazza del Monte, um zu versuchen, mein schönes neues Fahrrad wiederzufinden, das mir gestern gestohlen wurde.“
Meine Bitte, den Film mal vor Mitternacht zu zeigen, wurde erhört
WDR, 23.55
Monsieur Klein (F/I 1976, R.: Joseph Losey)
Drehbuch: Franco Solinas, Fernando Morandi, Joseph Losey
Paris 1942: Robert Klein verdient als Kunsthändler gut an der Not der Juden. Eines Tages liegt vor seiner Haustür ein an ihn adressiertes Exemplar der „Les informations juives“. Klein will herausfinden, warum er die Zeitung zugeschickt bekommen hat. Er erfährt von einem gleichnamigen Juden, der sich anscheinend seiner Identität bemächtigen will.
Kafkaesker Alptraum ohne die Hoffnung auf ein Happy End, von Losey karg und sehr stilbewusst inszeniert. Delons zurückhaltendes Spiel passt perfekt zur Rolle des emotionslosen Mitläufers, der nur an sich denkt und dabei zielsicher ins Verderben läuft.
Delon war für einen Cesar als bester Schauspieler nominiert, Losey erhielt einen für die Regie und der Film gewann den Cesar für bester Film.
mit Alain Delon, Jeanne Moreau, Michel Lonsdale, Juliet Bertot, Suzanne Flon, Jean Bouise
Noch nicht „Oscar“, aber man bemüht sich, die Verleihung des Deutschen Filmpreises (Lola heißt unser Oscar) möglichst prächtig zu gestalten. Erwartet werden 1800 Gäste, 600 Flaschen Schampus stehen bereit, Michael Bully Herbig, Christoph Maria Herbst, Josef Hader, Volker Schlöndorff, Roland Emmerich und Florian David Fitz werden die Gewinner verkünden. Was soll da noch schief gehen?