TV-Tipp für den 4. September: Wag the Dog

September 4, 2009

3sat, 22.25

Wag the dog – Wenn der Schwanz mit dem Hund wedelt (USA 1997, R.: Barry Levinson)

Drehbuch: Hilary Henkin, David Mamet

LV: Larry Beinhart: American Hero, 1991 (American Hero)

Ein Medienberater rät dem Stab des Präsidenten, einen Krieg in Albanien zu inszenieren, um von einer Sexaffäre des Präsidenten abzulenken. Nach einem überzeugenden Anfang gerät das Ablenkungsmanöver außer Kontrolle.

Köstliche Medien- und Politsatire, die von Beinharts langatmigem Buch nur die Idee („Wir fälschen einen Krieg. Merkt doch keiner.“) übernimmt und durch die damaligen politischen Ereignisse (Clinton-Lewinsky-Affäre, Jugoslawien) eine nicht geplante tagespolitische Brisanz erhielt.

Mit einer bestens aufgelegten Riege von Schauspielern: Dustin Hoffman, Robert De Niro, Anne Heche, Denis Leary, Willie Nelson, Kirsten Dunst, William H. Macy, Woody Harrelson

Hinweise

Drehbuch „Wag the Dog“ von David Mamet

Homepage von Larry Beinhart

Huffington Post: Kolumne von Larry Beinhart

Meine Besprechung von Larry Beinharts „Crime – Kriminalromane und Thriller schreiben“


TV-Tipp für den 3. September: Babel

September 3, 2009

ARD, 23.02

Babel (USA 2006, R.: Alejandro González Iñárritu)

Drehbuch: Guillermo Arriaga (nach einer Idee von Guillermo Arriaga und Alejandro González Iñárritu)

Weil um 20.15 Uhr mal wieder irgendein Mist gezeigt werden muss, bleibt für einen mit Preisen überhäuften Film wie „Babel“, der heute seine TV-Premiere vor einem ausgesuchten Publikum erlebt, mal wieder nur ein beschissener Sendeplatz.

Für’s Protokoll: „Babel“ gewann, nach der IMDB, 28 Filmpreise und war für 75 weitere Preise nominiert. Er war, unter anderem, für den Oscar und BAFTA als bester Film des Jahres nominiert und erhielt in dieser Kategorie einen Golden Globe. In Cannes gewann er drei Preise (unter anderem für die Regie) und Arriagas Drehbuch hat es auf ungefähr jede wichtige Preisliste geschafft.

In ihrem dritten gemeinsamen Spielfilm (nach „Amores Perros“ und „21 Gramm“) verschränken Iñárritu und Arriaga wieder mehrere Geschichten miteinander. Dieses Mal erzählen sie die Geschichte eines amerikanischen Touristenpärchens in Marokko, deren Haushälterin in San Diego und einer Teenagerin in Tokio. Auch wenn die Verbindung zwischen den Geschichten etwas gewollt ist (ich sage nur Gewehr) und der Film mit 135 Minuten Laufzeit ziemlich lang ist, hat er mir im Kino gut gefallen.

Mit Brad Pitt, Cate Blanchett, Rinko Kikuchi, Elle Fanning, Gael García Bernal, Adriana Barraza

Hinweise

Film-Zeit über „Babel“

Wikipedia über „Babel“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 2. September: Get Smart: Mini-Max gegen KAOS

September 2, 2009

Kabel 1, 22.05

Get Smart: Mini Max gegen KAOS (USA 1967, R.: Earl Bellamy)

Drehbuch: Leonard Stern

Erfinder: Mel Brooks, Buck Henry

An den kommenden Mittwochabenden zeigt Kabel 1 jeweils drei Folgen der Serie, über die Martin Compart in „Crime TV“ schreibt: „Echten Kultstatus hat die von Mel Brooks und Buck Henry erfundene Geheimagenten-Parodie um den Volltrottel Smart, der mit Hilfe der hübschen Agentin 99 im Auftrag von C.O.N.T.R.O.L. Gegen die Organisation K.A.O.S. kämpft. Einige der Floskeln von Smart („missed it by that much“) sind in die amerikanische Umgangssprache eingegangen. Auf dem Höhepunkt der Agentenwelle schlug die Serie wie eine Bombe ein.“ Denn natürlich ist Maxwell Smart das komplette Gegenteil von James Bond. Jedenfalls irgendwie.

Denn Peter W. Jansen in „Woody Allen/Mel Brooks“ meint: die Serie sei „eine Übersatire auf die schon satirisch gemeinten James-Bond-Thriller“.

Anscheinend will Kabel 1 nur diese Folgen zeigen (aber wenn die Quote stimmt…):

2. September, 22.15 Uhr: Mini Max gegen KAOS I-III (A Man Called Smart I-III)

9. September, 21.55 Uhr: Das Wachsfigurenkabinett des Dr. Duvall I+II (House of Max I+II); Im Banne des Peitschers (I Am Curiously Yellow)

16. September 21.55 Uhr: Das kleine schwarze Buch I+II (The Little Black Book I+II), Hippie-Hippie (The Groovy Guru)

23. September 21.45 Uhr: Ziemlich heiß in Casablanca (Casablanca)

Mit Don Adams (Maxwell Smart, Agent 86), Barbara Feldon (Sue Hilton, Agentin 99), Edward Platt (Thaddeus, der Chef), Dave Ketchum (Agent 13), Stacy Keach (Carlson)

Auch bekannt als „Mini Max – oder die unglaublichen Abenteuer des Maxwell Smart“ und „Supermax, der Meisterspion“

Hinweise

Wikipedia über „Get Smart“ (deutsch, englisch)

„Get Smart“-Fanseite

Noch eine „Get Smart“-Fanseite

Und noch eine „Get Smart“-Fanseite

The Museum of Broadcast Communication: „Get Smart“


TV-Tipp für den 1. September: 24: Redemption

September 1, 2009

Kabel 1, 20.15

24: Redemption (USA 2008, R.: Jon Cassar)

Drehbuch: Howard Gordon

Für die „24“-Fans ist „24: Redemption“ nur die spielfilmlange Überbrückung zwischen der sechsten und der siebten Staffeln, die uns erzählt, was zwischen den Tagen geschah.

Für normale Zuschauer ist es ein spannender Abenteuerfilm mit einigen seltsamen Szenen in Washington, während der Held in einem afrikanischen Bürgerkriegsland für das Leben von einigen Kindern kämpft und für deren Leben immer wieder Entscheidungen fällen muss, die ihn überhaupt nicht gefallen. Denn am Ende der Folge ist die Flucht von Jack Bauer vor der amerikanischen Justiz vorbei.

Das ist jetzt kein so großer Spoiler. Denn unmittelbar nach „24: Redemption“ zeigt Kabel 1 ab 22.00 Uhr die ersten beiden Folgen des siebten Tages von „24“. Jack Bauer muss sich in Washington, D. C., vor einem Untersuchungsausschuss für seine Taten verantworten. Da geschieht ein Anschlag. Jacks Wissen wird wieder einmal gebraucht und sein Gegner ist sein alter Freund Tony Almeida.

Kabel 1 zeigt den siebten Tag von Jack Bauer immer dienstags in Doppelfolgen.

mit Kiefer Sutherland, Cherry Jones, Bob Gunton, Colm Feore, Powers Boothe, Robert Carlyle, Jon Voight, Peter MacNicol, Gil Bellows, Hakeem Kae-Kazim

Hinweise

Kabel 1 über „24“

Fox über „24“ (schön umfangreich)

24 – eine deutsche Fanseite

Meine Ankündigung/Besprechung des sechsten „24“-Tages

Meine Besprechung von Michael Goldmans „24: Staffel 1 – 6 – Wettlauf gegen die Zeit“


Der unbestechliche George Gently auf DVD/im TV

August 31, 2009

Auf den ersten Blick fragt man sich, warum man die Fälle eines alten Bullen, der 1964 in einem Küstenkaff ermittelt, ansehen soll. Nostalgie in allen Ehren, aber einige neue TV-Krimis wollen auch gesehen werden und die Serie kann nicht mit dem Etikett „Klassiker“ aufwarten. Denn der BBC strahlte sie erstmals 2007 aus.

Auf den zweiten Blick wird die Sache schon viel interessanter. Die Vorlage für die TV-Serie (in England wurden aufgrund des Erfolges bereits weitere Folgen gedreht) sind die Romane des produktiven, 2005 verstorbenen Alan Hunter. Zwischen 1955 und 1999 veröffentlichte er fast jedes Jahr einen Krimi mit Chief Superintendent George Gently als Ermittler. Einige wurden auch ins Deutsche übersetzt und sind erhältlich in den Antiquariaten ihres Vertrauens.

Hunter admired the writer Georges Simenon, and the character of Gently was sometimes likened to that of Inspector Maigret. Like the French detective, Gently solves his cases through a combination of reason, deduction and a world-weary understanding of his fellow man. But in fact, the character bore uncanny similarities to the author himself, who also smoked a pipe and had the same sort of pithy turn of phrase. (Nachruf im Telegraph, 11. März 2005)

Für die BBC-Filme übernahm Martin Shaw die Hauptrolle. Bei uns ist er immer noch nur als Bodie von den „Profis“ bekannt. Aber im Gegensatz zu seinem „Profis“-Partner Lewis Collins, ist Martin Shaw auf der Insel ein immer noch bekannter und geachteter Schauspieler mit zahlreichen Theater- und TV-Engagements, die bei uns nicht gezeigt wurden.

Und wenn dann die Fälle angesehen werden, wird es wirklich interessant. Denn die ersten drei spielfilmlangen Fälle für Inspector George Gently haben alles das, was die meisten „Tatorte“ nicht haben: glaubwürdige Charaktere, gut entwickelte Plots und ein stimmiges Zeit- und Lokalkolorit. Letzteres ist der Verdienst der Ausstatter. Die Wohnungen und das Polizeiquartier sehen richtig alt aus. Die Autos erfreuen das Herz des Nostalgikers. Die Landschaft und auch die Häuser haben sich in der englischen Provinz in den vergangenen Jahrzehnten (natürlich haben die Locaction Scouts in Irland eifrig nach den richtigen Orten gesucht) kaum geändert. Die Krimiplots konzentrieren sich auf eine überschaubare Zahl von Verdächtigen und ihre Beziehungen zueinander.

In „Kalte Rache“ erfährt Gently, dass in Northumberland ein junger Motorradfahrer, der auch Drogenhändler war, ermordet wurde und Gangsterboss Joe Webster dorthin gefahren ist. Gently folgt ihm. Denn er will Webster für den Mord an seiner Frau zur Strecke bringen. Dort trifft er den jungen, ehrgeizigen und auch heißblütigen John Bacchus, der den legendären Ermittler George Gently bewundert. Gemeinsam versuchen sie den Fall zu lösen.

Schnell entwickelt sich zwischen beiden eine nicht unproblematische Vater-Sohn-Beziehung, die von Martin Shaw und Lee Ingleby vorzüglich und mit schönstem britischen Understatement ausgespielt wird. Hier erzählt ein Blick mehr als tausend Worte. Und auch diese sind gut ausgewählt.

Am Ende von „Kalte Rache“ beschließt Gently in Northumberland zu bleiben und Bacchus zu einem guten Polizisten, also einem ‚Gently 2‘, zu erziehen.


In „Der Verbrannte“ müssen sie herausfinden, warum auf einem Feld ein Mann erschossen und verbrannt wurde. Die Ermittlungen führen sie zu einem benachbarten Militärstützpunkt und zur IRA.

Diese Folge war für zwei Irish Film and Television Awards (IFTA) nominiert: als Best Single Drama/Drama Serial und John Kavanagh als bester Nebendarsteller.

In „Die Schuld der Väter“ wird ein Deutscher, der als Kriegsgefangener auf einem Hof arbeitete, ermordet. Gently und Bacchus stöbern in der Vergangenheit und den Familienangelegenheiten des Ermordeten herum. Denn er wurde von seinem Sohn und seiner Stieftochter begleitet.

Gerade diese Folge sollte im Original gesehen werden. Denn während der Ermittlungen unterhalten sich die Deutschen auch in ihrer, für Gently unverständlichen, Muttersprache. In der deutschen Version sprechen sie dann französisch; – was natürlich die Stimmung der Geschichte vollkommen zerstört. Weil in dieser Folge die Bewohner des abgelegenen Hofes, auf dem der deutsche Kriegsgefangene arbeitete, einen fast unverständlichen Dialekt sprechen, fallen auch die fehlenden Untertitel schmerzlich auf.

Davon (und natürlich vom fehlendem Bonusmaterial) abgesehen sind die ersten drei George-Gently-Filme beste Krimiunterhaltung, die auf jeglichen neumodischen Schnickschnack, wie ausufernde Schilderungen aus dem Privatleben, platte Kabbeleien zwischen den Ermittlern, Wackelkamera und Sekundenschnitte, verzichtet. Denn im Mittelpunkt der ersten drei spielfilmlangen Fälle steht immer der konzentriert erzählte und ziemlich verwickelte Fall.

Bitte mehr davon!

George Gently - Staffel 1

George Gently – Der Unbestechliche (1. Staffel)

Edel Entertainment

Laufzeit: 270 Minuten

Bildformat: 16:9 PAL

Sprache: Deutsch/Englisch (Dolby Digital 2.0)

Untertitel: –

Bonusmaterial: Bildergalerie (und ein Haufen Trailer, die wie eine schlechte VHS-Kopie aussehen)

FSK: ab 12 Jahre

klärt diese Fälle auf

Kalte Rache (George Gently, GB 2007)

Regie: Euros Lyn

Drehbuch: Peter Flannery

LV: Alan Hunter: Gently Go Man, 1961

Mit Martin Shaw, Lee Ingleby, Phil Davis, Richard Armitage

Der Verbrannte (The burning man, GB 2008)

Regie: Ciarán Donnelly

Drehbuch: Peter Flannery

LV: Alan Hunter: Gently where the road goes, 1962

Mit Martin Shaw, Lee Ingleby, Tony Rohr, John Kavanagh

Die Schuld der Väter (Bomber’s Moon, GB 2008)

Regie: Ciarán Donnelly

Drehbuch: Mick Ford

LV: Alan Hunter: Bomber’s Moon, 1994

Mit Martin Shaw, Lee Ingleby, Tony Rohr, Christian Oliver, Wolf Kahler

Hinweise

Fantastic Fiction: Bibliographie Alan Hunter

BBC über George Gently (Pressematerial zu „George Gently“)

ZDF über George Gently

Telegraph: Interview mit Martin Shaw und Lee Ingleby zu „George Gently“ (5. Juli 2008)



TV-Tipp für den 31. August: David Murray – I am a Jazzman

August 31, 2009

Arte, 22.35

David Murray – I am a Jazzmann (F 2008, R.: Jacques Goldstein)

Drehbuch: Jacques Goldstein

Einstündige Doku über den Saxophonisten, der anscheinend im Wochentakt eine hörenswerte CD nach der nächsten aufnimmt.

Wiederholung: Sonntag, 6. September, 06.05 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Arte über die Doku

Wikipedia über David Murray (deutsch, englisch)

My Space: Seite von David Murray

David-Murray-Fanseite (letztes Update Juni 2008)

Village Voice: The David Murray Guide (Tom Hull empfiehlt einige CDs aus über 90 Einspielungen als Leader, 30. Mai 2006)

JazzTimes über David Murray


„Long Weekend“ an einem paradiesischen Strand

August 30, 2009

Peter (Jim Caviezel) und Carla (Claudia Karvan) wollen ein romantisches Wochenende an einer abgeschiedenen Bucht verbringen. Es ist vor allem ein Versuch, ihre kriselnde Beziehung wieder zu kitten. Aber schon auf der Fahrt zum Strand zeigt Regisseur Jamie Blanks, wie Peter ein Tier überfahrt und eine Zigarette achtlos wegwirft. Damit ist, auch für Nicht-Genre-Junkies, klar, dass die beiden in der Einöde nicht nur Beziehungsstress haben, sondern auch gegen die Natur kämpfen müssen.

Trotzdem fällt „Long Weekend“, ein Remake des gleichnamigen australischen Semi-Ökohorrorklassikers von Colin Eggleston, für das Everett De Roche ebenfalls das Drehbuch schrieb, nicht einfach in die Subkategorie der Die-Natur-rächt-sich-am-Menschen-Horrorfilme. Denn die eher zahme und diffuse Bedrohung von außen (gut verstärkt durch die beunruhigende Musik von Jamie Blanks) kann auch immer als ein Sinnbild für die Beziehung von Peter und Carla gesehen werden. Sie bewegen sich im Kreis. Sie fahren, als sie auf der Hinfahrt den Strand suchen, immer wieder am gleichen Baum vorbei. Am nächsten Tag bewegt der Baum sich auf rätselhafte Weise. Sowieso scheinen in Bäume geritzte Pfeile, die Peter und Carla immer wieder im Kreis herumführen, im australischen Busch ein ganz schlechter Wegweiser zu sein. Sie können über bestimmte Dinge nicht sprechen. Sie misstrauen sich – obwohl sie einmal glücklich miteinander waren. Sie sehen die schönen Seiten der Natur (Jamie Blanks hat Bilder vom Wilsons-Promontory National Park aufgenommen, die nach einer großen Leinwand verlangen.). Aber sie verstehen die Natur nicht. Sie will vor allem wieder zurück in die Zivilisation. Er ist der junge Flegel, der den ersten Tag – quasi als Freizeitbeschäftigung – mit dem sinnlosen Fällen eines Baumes beginnt. Aber er hört mittendrin mit dem Fällen auf. Später schießt er ebenso grundlos auf Fische und Vögel und, sobald die Wellen es zulassen, will er eine Runde surfen.

Diese Story ist für einen Spielfilm einfach zu statisch und vorhersehbar. Die Attacken der Natur gegen den Menschen sind zu selten. Meistens ist es eine eher diffuse Bedrohung, die verschieden interpretiert werden kann. Auch zwischen Peter und Carla geschieht zu wenig. Denn für uns Zuschauer ist bereits in den ersten Minuten offensichtlich, dass diese Beziehung zu Ende ist. Nur sie wissen es noch nicht und ihre Versuche, die Beziehung zu kitten, sind höchstens halbherzig.

Deshalb wirkt das Zwei-Personen-Stück „Long Weekend“ wie ein auf Spielfilmlänge gedehnter Kurzfilm.

Als Bonusmaterial gibt es eine geschnittene Szene (ein Robert-de-Niro-ähnlicher Monolog von Jim Caviezel), den deutschen und den amerikanischen Trailer, ein vierzigminütiges Produktionstagebuch (mit einem sehr informativem Audiokommentar von Jamie Blanks) und einen uninteressantem Audiokommentar von Jamie Blanks, Everett De Roche, Jim Caviezel und Claudia Karvan. Denn außer gegenseitigem Lob gibt es fast nichts zu hören.

Long Weekend

Long Weekend (Long Weekend, Australien 2008)

Regie: Jamie Blanks

Drehbuch: Everett De Roche

mit Jim Caviezel, Claudia Karvan

DVD

Sunfilm

Laufzeit: 84 Minuten

Bild: 16:9 (1:2,35)

Sprachen: Deutsch, Englisch (5.1)

Untertitel: Deutsch

Bonusmaterial: Production Diary, Outtake, Audiokommentar, deutscher und englischer Trailer, Wendecover

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Bluray-Disc: Interview mit Jamie Blanks zu „Long Weekend“ (Achtung: es wird auch über das Ende des Films diskutiert)

Bereits gesehen: Interview mit Jamie Blanks zu „Long Weekend“ und seinen anderen Filmen


TV-Tipp für den 30. August: Der nächtliche Lauscher

August 30, 2009

ARD, 00.35

Der nächtliche Lauscher (USA 2006, R.: Patrick Stettner)

Drehbuch: Armistead Maupin, Terry Anderson, Patrick Stettner

LV: Armistead Maupin: The Night Listener, 2000 (Der nächtliche Lauscher)

Radiotalker Gabriel Noone steckt in einer Midlife-Crisis. Da erhält er die Aufzeichnungen eines aidskranken 14-jährigen, der behauptet von seinen Eltern missbraucht worden zu sein. Noone will dem Jungen helfen.

Gut besetztes Psychodrama, das bei uns nur auf DVD veröffentlicht wurde und seine TV-Premiere zu nachmitternächtlicher Stunde erlebt.

Stellvertretend für die vielen durchwachsenen bis negativen Kritiken: “Unausgewogene Mischung aus Drama und Suspense-Thriller, die die psychologischen Befindlichkeiten der Personen nicht erschließt.” (Lexikon des internationalen Films)

mit Robin Williams, Toni Collette, Joe Morton, Bobby Cannavale, Rory Culkin, Sandra Oh

auch bekannt als “The Night Listener” (DVD-Titel)

Wiederholung: Montag, 31. August, 21.15 Uhr

Hinweise

Homepage von Armistead Maupin

Interview mit Armistead Maupin zu den wahren Ereignissen, die “The Night Listener” inspirierten und der Verfilmung


TV-Tipp für den 29. August: Without a trace – Spurlos verschwunden: Nacht der Wahrheit

August 29, 2009

Kabel 1, 23.05

Without a trace – Spurlos verschwunden: Nacht der Wahrheit (USA 2005, R.: Jeannot Szwarc)

Drehbuch: Hank Steinberg

Ein Junge verschwindet. Jack Malone und sein Team suchen ihn.

So weit, so vertraut. Aber in der achten Episode der vierten Staffel von „Without a trace“ hat Serienerfinder Hank Steinberg sich etwas Neues einfallen gelassen: er erzählt die Episode aus Sicht der Eltern. Und plötzlich sieht alles, was wir seit vielen Episoden kennen, ganz anders aus. Köstlich!

Eine neue Folge gibt es bereits um 20.15 Uhr.

Mit Anthony LaPaglia, Poppy Montgomery, Marianne Jean-Baptiste, Enrique Murciano, Eric Close, Roselyn Sanchez, Andrea Bowen, Benjamin Bryan, Matt Craven, Nikolas Jade Fortune, David Goldman, Laurie Metcalf

Hinweise

CBS über „Without a trace“

Kabel 1 über „Without a trace“

Fernsehserien über „Without a trace“

Serienjunkies über „Without a trace“

Wikipedia über „Without a trace“ (deutsch, englisch)


Neue TV-Krimi-Buch-Tipps online

August 28, 2009

Es ist wieder soweit. Bei den Alligatoren sind die neuen TV-Krimi-Buch-Tipps mit vielen schönen Bildern online:

Inzwischen habe ich die Spartensender von ARD und ZDF aufgenommen. Denn sie zeigen einige Filme, die sonst nur zu sehr publikumsunfreundlichen Zeiten gezeigt werden, zu normalen Uhrzeiten.
Die kriminalfilmischen Höhepunkte der kommenden beiden Wochen sind Charles Vidors „Gilda“, Richard Irvings Richard-Levinson/William-Link-Verfilmung „Columbo: Mord nach Rezept“, Michael Ciminos Robert-Daley-Verfilmung „Im Jahr des Drachen“, Francis Ford Coppolas „Cotton Club“ (William Kennedy ist einer der Drehbuchautoren), Robert Enricos José-Giovanni-Verfilmung „Die Abenteurer“, Jean-Pierre Melvilles José-Giovanni-Verfilmung „Der zweite Atem“ (beide mit Lino Ventura), Barry Levinsons Larry-Beinhart-Verfilmung „Wag the dog“, John Frankenheimers Thomas-E.-Gaddis-Verfilmung „Der Gefangene von Alcatraz“, Budd Boettichers Elmore-Leonard-Verfilmung „Um Kopf und Kragen“, Jean-Jacques Beineixs Delacorta-Verfilmung „Diva“, Marc Rothemunds Fred-Breinerdorfer-Verfilmung „Sophie Scholl – Die letzten Tage“, Bertrand Taverniers Georges-Simenon-Verfilmung „Der Uhrmacher von St. Paul“, Dominik Grafs Uwe-Erichsen-Verfilmung „Die Katze“ und seine Günter-Schütter-Drehbuchverfilmung „Tatort: Frau Bu lacht“, Stephen Frears Jim-Thompson-Verfilmung „The Grifters“ (nach einem Drehbuch von Donald Westlake) und William Friedkins Gerald-Petievich-Verfilmung „Leben und Sterben in L. A.“.
Als TV-Premiere gibt’s die Armistead-Maupin-Verfilmung „Der nächtliche Lauscher“. Und Otto Premingers fast unbekannte, seit ich-weiß-nicht-wann-nicht -mehr-gezeigte Graham-Greene-Verfilmung „Der menschliche Faktor“ (nach einem Drehbuch von Tom Stoppard) ist sicher einen Blick wert.


TV-Tipp für den 28. August: The Good German

August 28, 2009

ZDF, 22.30

The Good German – In den Ruinen von Berlin (USA 2006, R.: Steven Soderbergh)

Drehbuch: Paul Attanasio

LV: Joseph Kanon: The Good German, 2001 (In den Ruinen von Berlin)

Als der in Schwarzmarktgeschäfte verwickelte Fahrer des US-JOurnalisten Jake Geismar umgebracht wird und die Alliierten den Mord nicht aufklären wollen, beginnt er auf eigene Faust den Mörder zu suchen.

Soderbergh verfilmte den Roman im Noir-Stil der vierziger Jahre. “The Good German” unterscheidet sich dann auch nicht von einem damaligen Hollywood-Film. Nur wer braucht das heute?

Mit George Clooney, Tobey Maguire, Cate Blanchett, Beau Bridges

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Film-Zeit über „The Good German“

Wikipedia über Joseph Kanon (deutsch, englisch)


Neu im Kino: Horsemen

August 27, 2009

Horsemen (Horsemen, USA 2009)

Regie: Jonas Åkerlund

Drehbuch: Dave Callaham

Und wieder einmal jagt ein Bulle mit derangiertem Privatleben einen Serienkiller.

Tja nun, für seinen zweiten Spielfilm nach dem genialen „Spun“ hätte Åkerlund sich doch etwas Spannenderes aussuchen können als den hunderttausendsten Serienkillerthriller.

In den USA wurde diese Michael-Bay-Produktion in einigen Kinos gezeigt und dann direkt auf DVD veröffentlicht.

If nothing else, Horsemen (which is alternately known as The Horsemen in some circles) proves that production company Platinum Dunes is capable of more than just screwing up remakes of classic horror films-they’re equally adept at ruining original (and I use the term loosely…) ideas as well. (…)

this tepid chiller from director Jonas Akerlund starts out well enough, but then quickly derails on a one-way trip to Crapsville. To be fair to Akerlund, this isn’t entirely his fault-he’s been saddled with a script that’s so damn stupid I found myself wondering if the whole film was an elaborate prank about twenty minutes in. By the end-which features a twist so dumb and so obvious that I’m amazed no one demanded a re-write-I came to realize the joke was on me. Akerlund and company had just made me waste ninety minutes of my life. (The Horror Geek Mike Bracken, 26. Juli 2009)

mit Dennis Quaid, Ziyi Zhang, Eric Balfour, Peter Stormare

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Film-Zeit über „Horesemen“


TV-Tipp für den 27. August: Space Cowboys

August 27, 2009

Vox, 20.15

Space Cowboys (USA 2000, R.: Clint Eastwood)

Drehbuch: Ken Kaufman, Howard Klausner

Wenn 1958 nicht ein Affe ins All geschossen worden wäre, wären Frank Corvin und sein Team die ersten Lebewesen im All gewesen. Jetzt droht ein russischer Satellit (ausgestattet mit geklauter Ami-Technik) abzustürzen und nur Corvin und seine Jungs kennen noch die alte Technik. Sie sollen nun die jungen Spunde beraten, aber das hindert Corvin und die anderen nicht daran, mit allen Mitteln zu versuchen, endlich ihren Jugendtraum vom Weltraumflug zu verwirklichen.

Köstlich entspannte Komödie von Clint Eastwood mit einer All-star-Besetzung,

mit Clint Eastwood, Tommy Lee Jones, James Garner, Donald Sutherland, James Cromwell, Marcia Gay Harden, William Devane, Courtney B. Vance, Rade Serbedzija, Jay Leno (als er selbst)

Wiederholung: Freitag, 28. August, 00.35 Uhr (Taggenau!)


TV-Tipp für den 26. August: Ware Mensch

August 26, 2009

Phoenix, 21.15

Ware Mensch – Illegaler Eizellenhandel in Rumänien (D 2009, R.: Susanne Glass)

Drehbuch: Susanne Glass

Halbstündige TV-Doku, die auf einem ÖR-Spartensender ihre Premiere erlebt. Phoenix schreibt über die Doku:

Weibliche Eizellen sind weltweit Mangelware. Die Lieferantinnen dieses ‚Humanrohstoffs’ sind oft blutjung, ungebildet und arm. Das nutzen skrupellose Eizellenhändler vor allem in Osteuropa aus. (…)

Korrespondentin Susanne Glass gelang es, in dieses illegale Netzwerk einzudringen. Sie drehte mit versteckter Kamera zum Teil Minderjährige, die von dubiosen Krankenschwestern angesprochen wurden. Und sie traf eine Frau, deren Gesundheit durch die illegalen Eizellenspenden zerstört wurde.

Klingt doch nach dem Plot für einen guten Krimi.

Wiederholungen

Donnerstag, 27. August, 11.30 Uhr

Donnerstag, 27. August, 19.30 Uhr


TV-Tipp für den 25. August: Lolita

August 25, 2009

SWR, 00.10

Lolita (GB/USA 1962, R.: Stanley Kubrick)

Drehbuch: Vladimir Nabokov

LV: Vladimir Nabokov: Lolita (1955/1958, Lolita)

Professor Humbert Humbert verliebt sich in die pubertierende Tochter seiner Vermieterin Charlotte Haze.

Film und Buch gehören heute zu den Klassikern in ihrem Genre.

Nabokovs Roman wurde 1955 zuerst auf Englisch in Frankreich veröffentlicht. Die US-amerikanische Erstausgabe erschien 1958 und wurde sofort ein Bestseller.

Mit James Mason, Sue Lyon, Peter Sellers, Shelley Winters

Hinweise

Wikipedia über „Lolita“ (deutsch, englisch)


Die Cameos von Alfred Hitchcock

August 24, 2009

TV-Tipp für den 24. August: Verdacht

August 24, 2009

MDR, 23.10

Verdacht (USA 1941, Regie: Alfred Hitchcock)

Drehbuch: Samson Raphaelson, Joan Harrison, Alma Reville

LV: Francis Iles (Pseudonym von Anthony Berkeley): Before the fact, 1932 (Vor der Tat)

Hals über Kopf verknallt sich die schüchterne, vermögende Lina McLaidlaw in den Playboy Johnny Aysgarth. Nach ihrer Heirat erfährt sie, dass ihr Mann ein Spieler ist und dringend Geld braucht. Deshalb glaubt sie, dass er sie umbringen will.

Klassiker, der zuletzt vor über sechs Jahren im TV zu sehen war.

Zur Einordnung: Das ist der Hitchcock, in dem Grant mit einem Glas Milch auf einem Tablett eine Treppe hochgeht.

Durchaus spannend, aber auch humorvoll, ist ‚Verdacht‘ eine Kriminalgeschichte ohne ein Verbrechen.” (Meinolf Zurhorst: Lexikon des Kriminalfilms)

mit Joan Fontaine, Cary Grant, Sir Cedric Hardwicke, Nigel Bruce

Hinweise

Classic Crime Fiction über Francis Iles

Wikipedia über Francis Iles (deutsch, englisch)

Times: The 50 Greatest Crime Writers: No. 25. Francis Iles (17. April 2008)


TV-Tipp für den 23. August: Tatort: Reifezeugnis

August 22, 2009

3sat, 21.40

Tatort: Reifezeugnis (D 1977, R.: Wolfgang Petersen)

Drehbuch: Herbert Lichtenfeld

Gymnisiastin Sina hat ein Verhältnis mit ihrem Lehrer Fichte. Als ein Klassenkamerad davon erfährt, erpresst er sie. Sie erschlägt ihn und Kommissar Finke hat einen neuen Fall.

Die Kommissar-Finke-Tatorte von Herbert Lichtenfeld und Wolfgang Petersen erstellten in der ersten Hälfte der Siebziger eine Ethnographie der norddeutschen Provinz. Sie gehören zu den zeitlosen Tatorten, die den legendären Ruf der Reihe begründeten und auch heute noch besser als die meisten aktuellen Tatorte sind. Ihre sechste und letzte Zusammenarbeit (Lichtenfeld schrieb noch einen weiteren Finke-Tatort) ist ein spannender Psychothriller, der sich in erster Linie für die Motive von Tätern und Opfern interessiert.

Der Klassiker „Reifezeugnis“ „stellt die Lüge eines gesicherten, konfliktfreien Lebens einmal nicht durch gesellschaftliche Verhältnisse, sondern durch die Größe einer Emotion in Frage, für die im antiautoritären Lebensentwurf nicht so leicht ein Platz zu finden ist. (…)

Über sieben Jahre hinweg entwickelte die Finke-Reihe, die Lichtenfeld und Petersen als junges Team begonnen hatten, eine erstaunliche inhaltliche, aber auch formale Kontinuität. Einen nicht geringen Anteil daran hat die Musik von Nils Sustrate (…) Vor allem aber natürlich Klaus Schwarzkopf, dessen zurückhaltendes, stilles und äußerst präzises Spiel die Grundlage bietet, auf der sich die Geschichten entfalten können und damit auch die beeindruckende Star-Galerie, die darin agiert.“ (Wolfgang Struck: Kommissar Finke und die Ethnographie der Provinz, in Eike Wenzel, Hrsg.: Tatort, 2000)

Nastassja Kinski wurde mit ihrer ersten Hauptrolle als Mörderin zum Star. Danach drehte sie „Tess“, „Cat People“, „One from the heart“ und „Paris,Texas“.

mit Klaus Schwarzkopf, Rüdiger Kirchstein, Nastassja Kinski, Christian Quadflieg, Judy Winter, Marcus Boysen

Hinweise

Wikipedia über „Reifezeugnis“

Tatort-Fundus über die Finke-Tatorte


TV-Tipps für den 22. August: Todesmelodie

August 22, 2009

RBB, 23.35

Todesmelodie (I 1971, R.: Sergio Leone)

Drehbuch: Luciano Vincenzoni, Sergio Donati, Sergio Leone

Mexiko, 1913: Zwei Verbrecher, einer davon ist ein Sprengstoffexperte, werden während des Bürgerkriegs zu Helden wider Willen und jagen einiges in die Luft.

Der weitgehend unbeachtete (und ungeliebte) Mittelteil von Leones Amerika-Trilogie, die mit „Spiel mir das Lied vom Tod“ begann und mit „Es war einmal in Amerika“ endete, bietet in erster Linie rauhe Unterhaltung mit einem starken Schuss Comedy.

mit Rod Steiger, James Coburn, Romolo Valli, Maria Monti, Rick Battaglia

Hinweise

Wikipedia über „Todesmelodie“ (deutsch, englisch)

Die Zeit: Wolf Donnei spricht mit Sergio Leone über „Todesmelodie“ (10. März 1972)

Senses of Cinema über „Todesmelodie“ (Duck, you Sucker!; A fistful of Dynamite; Once upon a Time…the Revolution)


TV-Tipp für den 21. August: Scoop – Der Knüller

August 21, 2009

ZDF, 22.45

Scoop – Der Knüller (GB/USA 2006, R.: Woody Allen)

Drehbuch: Woody Allen

Auf Wunsch eines frisch verstorbenen Star-Reporters ermitteln ein Magier (Allen gewohnt panisch) und eine junge Journalistin (Johansson ungewohnt tapsig) in einem Mordfall.

Nach dem hochgelobten Krimi „Matchpoint“ gab es mit „Scoop“ wieder einen typischen Allen-Film bei dem die in seiner damaligen Heimat Großbritannien spielende Krimigeschichte nur der Aufhänger für Witze ist. Danach drehte er in England noch den Krimi „Cassandras Traum“ und ging dann nach Spanien.

Für seinen neuesten Film „Whatever Works“ (deutscher Kinostart voraussichtlich am 3. Dezember) kehrte er wieder zurück in seine alte Heimat New York.

mit Scarlett Johansson, Woody Allen, Hugh Jackman, Ian McShane, Anthony Head

Wiederholung: Sonntag, 23. August, 03.45 Uhr (Taggenau!)

Hinweis

Französische Homepage zum Film

Film-Zeit über „Scoop – Der Knüller“