TV-Tipp für den 20. August: An einem Freitag um halb zwölf

August 20, 2009

HR, 23.45

An einem Freitag um halb zwölf (D 1960, R.: Alvin Rakoff)

Drehbuch: Frank Harvey

LV: James Hadley Chase: The world in my pocket, 1959 (An einem Freitag um halb zwölf)

Der Geldtransporter mit den Lohngeldern ist nicht zu knacken. Also plant Frank Morgan gleich den Diebstahl des Transporters.

Selten gezeigtes, aber sehenswertes Caper-Movie. „Herkömmlich, aber so spannend wie möglich inszenierter Kriminalfilm.“ (Lexikon des internationalen Films)

While this effective film may ostensibly be a thriller about the robbery of an armored vehicle, considerable black comedy ensnares the action in many places.” (All Movie Guide)

Mit Nadja Tiller, Rod Steiger, Peter van Eyck, Jean Servais, Ian Bannen, Marisa Merlini

Hinweise

Wikipedia über James Hadley Chase

Mordlust über James Hadley Chase

Kirjasto über James Hadley Chase

Crimetime über James Hadley Chase


TV-Tipp für den 19. August: Die barfüßige Gräfin

August 19, 2009

RBB, 22.35

Die barfüßige Gräfin (USA 1954, R.: Joseph L. Mankiewicz)

Drehbuch: Joseph L. Mankiewicz

Anhand des in einer langen Rückblende erzählten rasanten Aufstiegs einer spanischen Nachtclubtänzerin zu einem Hollywoodstar, die ihr Privatleben nicht in den Griff bekommt, rechnet Mankiewicz mit der Traumfabrik ab – und mystifiziert sie gleich wieder.

Eine Seifenoper mit internationalem Rahmen.“ (Time Magazine)

Mankiewicz‘ Dialoge funkeln wie kostbarer Burgunder.“ (Hollywood Reporter)

Sein Drehbuch war für einen Oscar und den Preis der Writers Guild of America nominiert.

mit Humphrey Bogart, Ava Gardner, Edmond O’Brien, Marius Goring

Hinweise

Wikipedia über Joseph L. Mankiewicz (deutsch, englisch)

Senses of Cinema über Joseph L. Mankiewicz


TV-Tipp für den 18. August: Ein mörderischer Sommer

August 18, 2009

Arte, 21.00

Ein mörderischer Sommer (F 1983, R.: Jean Becker)

Drehbuch: Sébastien Japrisot

LV: Sébastien Japrisot: L’Été meurtrier, 1977 (Blutiger Sommer)

Isabelle Adjani macht eine Bauernfamilie in der Haute-Provence kirre. Natürlich nicht ohne – mörderische – Hintergedanken.

Spannender, erotischer, französischer Psychothriller.

Melodram, Psycho-Thriller, Groschenheft-Tragödie – der Film ist all das und all das nicht schlecht; vor allem aber hat es der Zuschauer hier mit einem filmisch raffniert umgesetzten erzählerischen Puzzle zu tun, dessen unzählgen Schlenkern und Wendungen zu folgen großen Spaß macht.“ (Robert Fischer, epd Film 5/1984)

Andere Kritiker gingen erheblich ungnädiger mit dem mit vier Césars ausgezeichneten Publikumserfolg (jedenfalls in Frankreich) um. Aber keiner vergaß, auf die Hauptdarstellerin hinzuweisen.

Mit Isabelle Adjani, Alain Souchon, Michel Galabru

Wiederholungen

Samstag, 22. August, 00.05 Uhr (Taggenau!)

Dienstag, 25. August, 00.15 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Arte über „Ein mörderischer Sommer“

Wikipedia über Sébastien Japrisot (deutsch, englisch, französisch)

Krimi-Couch über Sébastien Japrisot


TV-Tipp für den 17. August: Der zweite Atem

August 16, 2009

Arte, 21.00

Der zweite Atem (F 1966, R.: Jean-Pierre Melville)

Drehbuch: Jean-Pierre Melville

LV: José Giovanni: Un règlement de comptes, 1958 (später “Le deuxième souffle”, deutsch “Der zweite Atem”)

Der gerade aus dem Knast ausgebrochene Gu beteiligt sich an einem ausgeklügelten Raub. Aber danach laufen die Dinge, vor allem wegen falsch verstandener Ehrbegriffe, aus dem Ruder.

Ein weiteres Meisterwerk von Jean-Pierre Melville.

Der beste Gangsterfilm der letzten Jahre entstand nicht in Hollywood, sondern in den Straßen von Paris.” (Sigrid Schmitt, Süddeutsche Zeitung)

Le deuxième souffle ist Melvilles La règle du jeu. Hatte Renoir in seiner Satire eine Gesellschaft, die nur nach bestimmten Spielregeln funktionieren kann, als hohl entlarvt, weil sie sich auch dann noch an diese Regeln klammert, wenn sie sinnlos geworden sind, so führt Melville in seinem nach einem Roman von José Giovanni entstandenen Film diese Konventionen zu ihrer letzten Konsequenz. Der Mikrokosmos der Gangster, wie Renoirs Adlige und Diener Signifikat für die Gesamtgesellschaft, ist determiniert von Regeln, die notwendig zu Untergang und Tod führen.” (Hans Gerhold in Peter W. Jansen/Wolfram Schütte, Hrsg.: Jean-Pierre Melville)

Damals war es eine beliebte Übung der deutschen Verleiher, bei Melville-Filmen beherzt zur Schere zu greifen. Auch “Der zweite Atem” blieb davon nicht verschont. Über eine halbe Stunde wurde für den deutschen Kinostart 1968 aus dem Film entfernt. Bei Arte läuft natürlich, als teilweise (?) nachsynchronisierte Deutschlandpremiere, die ungekürzte Version.

mit Lino Ventura, Paul Meurisse, Raymond Pellegrin, Christine Fabrega, Michel Constantin, Marcel Bozzufi

Wiederholungen

Mittwoch, 26. August, 14.55 Uhr (VPS 15.15)

Freitag, 4. September, 14.45 Uhr

Hinweise

Arte über „Der zweite Atem“

Wikipedia über Jean-Pierre Melville (deutsch, englisch, französisch)

Senses of Cinema (Adrian Danks) über Jean-Pierre Melville (September 2002)

Guardian: Peter Lennon über Jean-Pierre Melville (27. Juni 2003)


TV-Tipp für den 16. August: Mathilde – Eine große Liebe

August 16, 2009

Tele 5, 20.15

Mathilde – Eine große Liebe (F/USA 2004, R.: Jean-Pierre Jeunet)

Drehbuch: Jean-Pierre Jeunet, Guillaume Laurant, Guillaume Laurant

LV: Sébastien Japrisot: Un long dimanche de fiancailles, 1991 (Die Mimosen von Hosssegor, Mathilde – Eine große Liebe)

Erster Weltkrieg und die ersten Nachkriegsjahre: Mathilde Donnay glaubt nicht, dass ihr Geliebter im Krieg gestorben ist. Obwohl alle ihr davon abraten, sucht sie ihn.

Mathilde – Eine große Liebe“ ist, wie der Titel verrät, eine Liebesgeschichte, inszeniert von dem Macher von „Die fabelhafte Welt der Amelie“. Aber die Vorlage stammt von einem renommierten Krimiautor.

Der Film, erhielt neben anderen Preisen, zahlreiche Cesars und, für das Drehbuch, den Edgar-Allan-Poe-Preis.

Mit Audrey Tautou, Gaspar Ulliel, Jean-Pierre Becker, Tchéky Karyo, André Dussollier, Denis Lavant, Jodie Foster (Nebenrolle)

Wiederholung: Montag, 17. August, 02.20 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Wikipedia über Sébastien Japrisot (deutsch, englisch, französisch)

Krimi-Couch über Sébastien Japrisot

Film-Zeit über „Mathilde – Eine große Liebe“


TV-Tipp für den 15. August: Kaltblütig

August 15, 2009

Kabel 1, 02.30

Kaltblütig (USA 1967, R.: Richard Brooks)

Drehbuch: Richard Brooks

LV: Truman Capote: In cold blood, 1965 (Kaltblütig)

Semidokumentarischer Film über den sinnlosen Mord an einer Familie in Holcomb, Kansas, im November 1959.

Richard Brooks kongeniale Verfilmung von Capotes True-Crime-Klassiker über einen Mord, der die USA erschütterte.

Mit Robert Blake, Scott Wilson, John Forsythe, Paul Stewart

Hinweise

Wikipedia über „Kaltblütig (deutsch, englisch)



Aktuelle TV-Krimi-Buch-Tipps online

August 14, 2009

Alligator-Alfred hat mal wieder keine Gefahren gescheut und in den gesetzlosen Weiten des Internets viele bunte Bilder gefunden und so meine TV-Krimi-Buch-Tipps aufgehübscht:

Der absolute Höhepunkt der kommenden beiden, sehr französischen Wochen ist die TV-Premiere der ungekürzten Version von Jean-Pierre Melvilles „Der zweite Atem“. Denn vor vierzig Jahren wurde für den deutschen Kinostart eine halbe Stunde aus dem Film geschnitten.
„Der zweite Atem“ basiert auf einem Roman von José Giovanni und Lino Ventura spielt mit. Wer von den Beiden nicht genug bekommen kann, hat nochmal die Gelegenheit „Die Abenteurer“ und „Der Kommissar und sein Lockvogel“ anzusehen.
Außerdem sehenswert sind Richard Brooks Truman-Capote-Verfilmung „Kaltblütig“, Jean-Pierre Jeunets Sébastien-Japrisot-Verfilmung „Mathilde – Eine große Liebe“, Jean Beckers Sébastien-Japrisot-Verfilmung „Ein mörderischer Sommer“, Jean-Jacques Beneixs Delacorta-Verfilmung „Diva“, Claude Berris Alain-Page-Verfilmung „Am Rande der Nacht“, Alvin Rakoffs unterschätzte James-Hadley-Chase-Verfilmung „An einem Freitag um halb zwölf“ und Claude Chabrols Patricia-Highsmith-Verfilmung „Der Schrei der Eule“. Von Alfred Hitchcock gibt es „Die 39 Stufen“, Eine Dame verschwindet“, „Psycho“, „Familiengrab“ und „Verdacht“. Außerdem laufen die beiden James-Cagney-Gangsterfilmklassiker „Die wilden Zwanziger“ und „Der öffentliche Feind“ wieder.
Einen Blick lohnen auch die beiden TV-Premieren „Freedomland – Das Gesicht der Wahrheit“ (nach dem Roman und Drehbuch von Richard Price) und „The Good German – In den Ruinen von Berlin“ (Steven Soderbergh verfilmte den Roman von Joseph Kanon).


Neu im Kino: Hunger

August 14, 2009

Hunger (Hunger, GB/Irland 2008)

Regie: Enda Walsh, Steve McQueen

Ein mit Preisen überschütteter Spielfilm über den Hungerstreik von Bobby Sands und weiterer IRA-Kämpfer 1981 im nordirischen Maze Prison. Sie wollten als politische Gefangene anerkannt werden.

Bei uns läuft der Film in einigen Kinos (in Berlin in einem) quasi als Werbemaßnahme für die am 20. August erscheinende DVD.

mit Michael Fassbender, Stuart Graham, Liam Cunningham

Hinweise

Englische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Hunger“

Wikipedia über Bobby Sands (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 14. August: Blood Work

August 14, 2009

RTL II, 22.55

Blood Work (USA 2002, R.: Clint Eastwood)

Drehbuch: Brian Helgeland

LV: Michael Connelly: Bloodwork, 1997 (Das zweite Herz)

FBI-Mann Terry McCaleb sucht auf Bitten von Graciella nach dem Mörder ihrer Schwester. Immerhin hat er jetzt ihr Herz.

Ausgezeichnete Adaption des dicken Buches von Michael Connelly, bei dem einige für einen Film sehr sinnvolle Änderungen vorgenommen wurden.

I am very happy with it. I think it is a solid cop story and I think it captured the character and spirit of the book.” (Michael Connelly, auf seiner Homepage)

Mit Clint Eastwood, Jeff Daniels, Wanda De Jesus, Anjelica Huston

Wiederholung: Sonntag, 16. August, 00.05 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Homepage von Michael Connelly

Meine Besprechung von Michael Connellys „The Lincoln Lawyer“ (2005, deutscher Titel: Der Mandant)

Meine Besprechung von Michael Connellys „Vergessene Stimmen“ (The Closers, 2005)

Meine Besprechung von Michael Connellys “L. A. Crime Report” (Crime Beat, 2004)

Meine Besprechung von Michael Connellys “Kalter Tod” (The Overlook, 2007)

Meine Besprechung von Michael Connellys “Echo Park” (Echo Park, 2006)

Michael Connelly in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 13. August: No Wave

August 13, 2009

Arte, 22.30

No Wave (D 2009, R.: Christoph Dreher)

Drehbuch: Christoph Dreher

Knapp einstündige Doku mit dem eindeutigen Untertitel „Underground 80: Berlin – New York“. Dabei sind unter anderem Jim Jarmusch, Lydia Lunch, Blixa Bargeld und Nick Cave. Gemeinsam erinnern sie sich an die frühen Achtziger.

Dreher erhielt für „Lost in Music“ einen Grimme-Preis und als Mitglied von „Die Haut“ hat er damals auch kräftig mitgemischt. Er sagt zur Doku:

Dieser Film taucht ein in eine Übergangszeit, eine Ära der Veränderung. Alles war in Bewegung, nichts sicher – und gerade deshalb schien alles möglich. Die 70er klangen noch nach, die 80er hatten noch nicht richtig begonnen. Wir bewegen uns zwischen den Perioden der reinen Abkehr vom Etablierten und des politisch bewegten Aktionismus . Die Zeit und Szene, die dieser Film beleuchtet, hat eine hohe Relevanz für alle Bereiche der Kultur und des Lebens bis zum heutigen Tage. Der Begriff des Underground bekam einen neuen Klang in dieser Zeit. Es war eine Zeit der radikalen Herausforderungen und kompromisslosen Selbstversuche – in jeglicher Hinsicht. Im Mittelpunkt stand das Machen, ohne Wenn und Aber. Und die, die damals schufen und überlebten, sind bis heute kreativ und vielleicht einflussreicher denn je.

Wiederholungen

Dienstag, 1. September, 01.10 Uhr (Taggenau!)

Mittwoch, 2.September, 05.00 Uhr (Taggenau!)

Hinweis

Arte über die Doku


TV-Tipp für den 12. August: Auf der Flucht

August 12, 2009

RBB, 22.50

Auf der Flucht (USA 1993, R.: Andrew Davis)

Drehbuch: Stuart Twohy, Jeb Stuart

LV: TV-Serie von Roy Huggins

Dr. Richard Kimble wird verdächtigt, seine Frau ermordet zu haben. Er flüchtet. US Marshal Sam Gerard verfolgt ihn.

Die Kinoversion der erfolgreichen TV-Serie von Roy Huggins. Dr. Richard Kimble, gespielt von David Jansen, war vier Jahre in 120 Folgen auf der Flucht und die Welt schaute gebannt zu. Harrison Ford beweist in zwei spannenden Kinostunden seine Unschuld.

Die Inszenierung setzt, perfekt und effizient, auf Thrill und Action. Was sie über gleichartige Produkte hinaushebt, ist ihre gelungene Bemühung um Atmosphäre und Lokalkolorit, der Verzicht auf den üblichen Waffenfetischismus und auf das gewohnte Eskalieren spektakulärer Gewalttätigkeit sowie das gepflegte Handwerk bis hin zu den Kleinigkeiten.“ (Fischer Film Almanach 1994)

Der Film war ein Kassenknüller und erhielt für einen Thriller ungewöhnlich viele Preise und Nominierungen. Das Drehbuch war für einen Edgar nominiert. Tommy Lee Jones erhielt einen Oscar als bester Nebendarsteller.

Fünf Jahre später spielte Tommy Lee Jones in „Auf der Jagd“ (U. S. Marshals) wieder den unerbittlichen Jäger Sam Gerard.

mit Harrison Ford, Tommy Lee Jones, Sela Ward, Joe Pantoliano, Julianne Moore, Jeroen Krabbé

Hinweise

Wikipedia über „The Fugitive“ (TV-Serie und die Folgen)

Thrilling Detective über Roy Huggins

Harrison-Ford-Fanseite


TV-Tipp für den 11. August: Diva

August 11, 2009

Arte, 21.00

Diva (F 1981, R.: Jean-Jacques Beineix)

Drehbuch: Jean-Jacques Beineix, Jean van Hamme

LV: Delacorta: Diva, 1979 (Diva)

Postbote Jules gerät in Teufels Küche nachdem er heimlich das Konzert einer Operndiva mitschneidet und an ein Tonband mit dem Geständnis eines Callgirls gerät. Denn einige Menschen sind bereit ihn umzubringen, um an die Bänder zu gelangen.

Beinix bildgewaltiger, zitatenreicher Debütfilm war in den USA ein Überraschungserfolg und wurde danach auch in Europa zu einem Kultfilm.

„Diva ist ein aufregendes Werk, eine Mischung aus Märchen, Romanze und Thriller: Oper, Pop und schräge Typen in einem höchst stilisierten Kriminalfilm.“ (Zurhorst: Lexikon des Kriminalfilms)

Mit Frédéric Andrei, Wilhelmenia Wiggins Fernandez, Richard Bohringer

Wiederholungen

Mittwoch, 12. August, 15.15 Uhr (VPS 15.14)

Dienstag, 18. August, 15.15 Uhr

Hinweise

Homepage von Daniel Odier (aka Delacorta)

Wikipedia über Daniel Odier (deutsch, englisch, französisch)


TV-Tipp für den 10. August: Legenden: Alfred Hitchcock; Die 39 Stufen

August 10, 2009

In den kommenden Tagen laufen, anlässlich des Geburtstages von Alfred Hitchcock auch einige selten gezeigte Hitchcock-Filme im Fernsehen. Los geht’s heute mit:

ARD, 21.00

Legenden: Alfred Hitchcock (D 2009, R.: Michael Strauven)

Drehbuch: Michael Strauven

45-minütige Doku über den am 13. August 1899 geborenen “Master of Suspense”.

Wiederholung: Dienstag, 11. August, 03.50 Uhr (Taggenau!)


MDR, 22.55

Die 39 Stufen (GB 1935, R.: Alfred Hitchcock)

Drehbuch: Charles Bennett, Alma Reville, Ian Hay

LV: John Buchan: The Thirty-Nine Steps, 1915 (Die neundundreißig Stufen)

Richard Hannay wird verdächtigt einen Spion umgebracht zu haben. Die Suche nach dem Mörder führt ihn durch halb England zu einem mordlüsternem Spionagering.

Schon seit Jahren nicht mehr gezeigter Hitchcock-Klassiker. Der “Anlass” ist der 110. Geburtstag des Meisters der Suspense am 13. August. Wenn das als Anlass genommen wird, einige auch selten gezeigte Hitchcock-Filme zu zeigen, ist es mir sehr recht.

Was mir bei The 39 Steps gefiel, waren die jähen Umschwünge und das rapide Springen von einer Situation in die nächste. (…) Sollte ich The 39 Steps noch einmal drehen, dann würde ich wieder nach diesem Rezept vorgehen. Aber das kostet wirklich eine Menge Arbeit. Man muss einen Einfall auf den anderen folgen lassen, und das unheimlich schnell.” (Alfred Hitchcock zu Peter Bogdanovich)

Mit Madeleine Carroll, Robert Donat, Lucie Mannheim, Godfrey Tearle, Peggy Ashcroft, John Laurie

Wiederholung: BR, Sonntag, 16. August, 23.30 Uhr


TV-Tipp für den 9. August: Der Marshal

August 9, 2009

Arte, 20.15

Der Marshal (USA 1969, R.: Henry Hathaway)

Drehbuch: Marguerite Roberts

LV: Charles Portis: True Grit, 1968 (deutsche Titel wahrscheinlich „Die mutige Mattie“ und „Der Marshal und die mutige Mattie“)

Arkansas, 1880: Die 14-jährige Mattie will den Mörder ihres Vaters zur Strecke bringen. Weil sie das allein nicht schafft, überzeugt sie den einäugigen, dem Alkohol verfallenen Marshal Rooster Cogburn dazu, ihr zu helfen.

Der Western-Klassiker mit einem humoristischen Einschlag ist eine gelungene Abhandlung zum Thema Tapferkeit.

Ansonsten hat Joe Hembus alles gesagt: „Das glorreiche Denkmal von Hollywoods Western-Tradition, ein enorm junges, frisches, allumfassendes Werk von drei fetten alten Männern, dem Produzenten Hal B. Wallis, im Western-Geschäft seit 1922, dem Regisseur Henry Hathaway, der seine Karriere 1933 mit Zane-Grey-Verfilmungen begann, und Star John Wayne, der 1930 in The Big Trail debütierte. Die Summe dieser Erfahrungen wird mit einem Elan mobilisiert, den man sonst nur bei Debütfilmen sieht, zugleich mit dem gelassenen Humor, der weiß, dass man nur noch gewinnen kann.“ (Joe Hembus: Das Western-Lexikon)

John Wayne erhielt für diese Rolle seinen einzigen Oscar, einen Golden Globe und einen Laurel Award.

mit John Wayne, Kim Darby, Glen Campbell, Robert Duvall, Jeff Corey, Dennis Hopper, Strother Martin

Wiederholungen

Donnerstag, 20. August, 15.15 Uhr

Dienstag, 25. August, 15.10 Uhr (VPS 15.15 Uhr)

Hinweise

Wikipedia über Charles Portis, den Roman und die Verfilmung

Nicht-Offizielle Charles-Portis-Seite


TV-Tipp für den 8. August: Die Akte

August 7, 2009

Nach dem gemütlichen Getränk im Biergarten und hitzigen Diskussionen, etwas zur Entspannung


MDR, 00.20

Die Akte (USA 1993, R.: Alan J. Pakula)

Drehbuch: Alan J. Pakula

LV: John Grisham: The pelican brief, 1992 (Die Akte)

Politthriller über eine Jurastudentin (Julia Roberts), die einen Umweltskandal, der auch den Präsidenten belastet, aufdeckt.

Der starbesetzte Film war eine der ersten Grisham-Verfilmungen: handwerklich perfekt, grandiose Besetzung vor und hinter der Kamera, unpersönlich, mit Justiz-Grundierung und überlang. Pakula, dem wir immerhin die Klassiker „Klute“, „Zeuge einer Verschwörung“ und „Die Unbestechlichen“ verdanken, meinte, das Buch sei so aufregend wie eine Achterbahnfahrt. Das kann man von dem Film nicht behaupten.

Mit Julia Roberts, Denzel Washington, Sam Shepard, Robert Culp, John Lithgow, Stanley Tucci

Hinweise

Homepage von John Grisham

John-Grisham-Fanseite

John Grisham bei Charlie Rose (28. Januar 2009 – eine gute Stunde)


TV-Tipp für den 7. August: The Deep End – Trügerische Stille

August 7, 2009

RTL II, 00.15

The Deep End – Trügerische Stille (USA 2001, R.: Scott McGehee, David Siegel)

Drehbuch: Scott McGehee, David Siegel

LV: Elisabeth Sanxay Holding: The blank Wall, 1947 (Deep End – Trügerische Stille)

Mutter Margaret beseitigt die Leiche des ermordeten Liebhabers ihres Sohnes. Als kurz darauf ein Erpresser auftaucht, beginnt Margaret mit allen Mitteln ihre Familie zu schützen.

Und wieder einmal rechtfertigt der Schutz der eigenen Familie alles. „Ein brillant gefilmter und atmosphärisch stimmig inszenierter Thriller nach einem Noir-Roman aus den 40er Jahren. Aber vor allem eine Galavorstellung der Schauspielerin Tilda Swinton“ (tip)

Die erste Verfilmung von „The blank Wall“ war 1949 als „The reckless Moment“ von Max Ophüls mit James Mason und Joan Bennett.

Aber wer war Elisabeth Sanxay Holding? Raymond Chandler sagte über die 1955 gestorbene Krimi-Autorin in einem 1950 an seinen britischen Verleger geschriebenen Brief: “For my money she’s the top suspense writer of them all. She doesn’t pour it on and make you feel irritated. Her characters are wonderful; and she has a sort of inner calm which I find very attractive.”

Mit Tilda Swinton, Goran Visnjic, Jonathan Tucker, Josh Lucas


Neu im Kino: Public Enemies, Tropa de Elite

August 6, 2009

Nach mehreren Wochen Flaute im Bereich Kriminalfilme im Kino gibt’s jetzt einige neue Krimis.

Public Enemies (Public Enemies, USA 2009)

Regie: Michael Mann

Drehbuch: Ronan Bennett, Ann Biderman, Michael Mann

LV: Bryan Burrough: Public Enemies, 2004

Melvin Purvis jagt John Dillinger.

Die Version von Michael Mann.

Muss ich noch mehr sagen?

Mit Johnny Depp, Christian Bale, Marion Cotillard, Giovanni Ribisi, Billy Crudup, Stephen Dorff, James Russo, Rory Cochrane, Diana Krall

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Public Enemies“

Vanity Fair: Bryan Burrough beim Dreh von „Public Enemies“ (9. Juni 2008)

Vanity Fair: Bryan Burrough sieht Johnny Depp sterben (4. Juni 2008)

Vanity Fair: Bryan Burrough über die geplante Verfilmung von „Public Enemies“ (7. März 2008)

Vanity Fair: Bryan Burrough über den Drehstart von „Public Enemies“ (6. März 2008)

Public Enemies“ in der Kriminalakte

Tropa de Elite (Tropa de Elite, Brasilien/Deutschland 2007)

Regie: José Padilha

Drehbuch: Bráulio Mantovani, José Padilha, Rodrigo Pimentel

Puh, das hat lange gedauert. 2008 gewann „Tropa de Elite“ den Goldenen Bären – und seitdem hörte man von diesem Kinohit (in Brasilien war er 2007 der erfolgreichste brasilianische Kinofilm) nichts mehr. Auch der jetzige Kinostart (hier in Berlin läuft er in sechs Kinos, einmal mit Untertitel, einmal mit englischen Untertiteln) ist überschaubar.

Tropa de Elite“ erzählt von der Arbeit einer Spezialeinheit der Polizei gegen Drogenkriminalität in Rio de Janeiro.

Der provozierende Film wurde von den Kritikern sehr kontrovers aufgenommen. Aber er lässt niemand gleichgültig und das ist schon viel mehr, als über die meisten Filme gesagt werden kann. Denn: „In der Komfortzone des politischen Kinos besetzt dieser Film eine Nische: Er verstört nachhaltig, ohne Lösungen anzubieten. Das muss man aushalten können.“ (Ulrike Mattern, epd Film 8/2009)

mit Wagner Moura, André Ramiro, Caio Junqueira

Hinweise

Brasilianische Homepage zum Film

Film-Zeit über „Tropa de Elite“

Auch schön ist der neue Almodovar „Zerrissene Umarmungen“ mit Penélope Cruz. Aber der ist höchstens kriminell gut.

Und in den kommenden Wochen können wir uns auf Kathryn Bigelows Kriegsfilm „Tödliches Kommando – The Hurt Locker“, Steve McQueens „Hunger“ (beide basieren auf wahren Geschichten) und Quentin Tarantinos „Inglourious Basterds“ freuen.

Die „Abfahrt der U-Bahn 123“ ist inzwischen auf den 24. September verlegt. Naja, auch in Berlin fahren die Züge nicht immer wie angekündigt ab und der Kunde darf warten, warten und, öhm, warten.


TV-Tipp für den 6. August: Blade Runner – Der Final Cut

August 6, 2009

ARD, 22.45

Blade Runner – Der Final Cut (USA 1982, R.: Ridley Scott)

Drehbuch: Hampton Fancher, David Peoples

LV: Philip K. Dick: Do Androids dream of Electric Sheep?; Blade Runner, 1968 (Träumen Roboter von elektrischen Schafen; Blade Runner)

LA, 2019: Rick Deckard soll vier Replikanten finden.

Damals kam er bei der Kritik solala an und im Kino lief er auch nicht so toll. Aber seitdem entwickelte „Blade Runner“ sich zu einem der stilbildenden Science-Fiction-Filme und Lieblingsobjekte von Wissenschaftlern für Interpretationen.

Der Final Cut“ ist die von Ridley Scott ursprünglich geplante Version, die sich nur in Details von früheren Versionen (Off-Sprecher, Ende, einige Effekte und minimal andere Schnittfolgen) unterscheidet.

Eine zeitgenössische Kritik: „’Blade Runner‘ ist ein Film des Dekors (…) Technische Phantasie und die Story, soweit sie erkennbar wird, liegen weit über dem Standard heutiger Science-fiction-Filme. Dennoch ist auch ‚Blade Runner‘ ein eher unerfreulicher Film: Er kokettiert nicht nur mit der Gewalt, er schlachtet sie genussvoll aus, menschliche Werte behauptet er nur zu retten, tatsächlich aber versenkt er sie in einem Meer von Zynismus.“ (Fischer Film Almanach 1983)

Ähnlich Ronald M. Hahn/Volker Jansen in „Lexikon des Science Fiction Films“ (1983): „Mehr jedoch als die zum großen Teil unbekannten Schauspieler sind die Trickspezialisten die wahren Stars dieses Films.“

Heute wird’s anders gesehen: „Der Film, der auf der Handlungsebene einem eher einfachen und klar strukturierten Muster folgt (…), eröffnet bei genauerer Betrachtung vielschichtige Bedeutungsebenen, die vor allem zahlreiche Reflexionen über die neuzeitliche Realitätsauffassung und den damit verbundenen Humanitätsbegriff zulassen.“ (Fabienne Will in Thomas Koebner, Hrsg.: Filmgenres Science Fiction, 2003)

Twenty-five years after its first release Blade Runner is still the benchmark film in tech noir or future noir – a bleak fusion of sci-fi and noir.“ (Alexander Ballinger, Danny Graydon: The Rough Guide to Film Noir, 2007)

Mit Harrison Ford, Rutger Hauer, Sean Young, Edward James Olmos, M. Emmet Walsh, Daryl Hannah, Joanna Cassidy,

Hinweise

Homepage zum Film

Wikipedia über „Blade Runner“ (deutsch, englisch)

Schnittberichte: Vergleich Director’s Cut – Final Cut

Homepage von Philip K. Dick


TV-Tipp für den 5. August: Leben und Sterben für Kabul/Bomben für den Frieden

August 4, 2009

Arte, 22.35

Leben und Sterben für Kabul (D 2008, R.: Hubert Seipel)

Drehbuch: Hubert Seipel

45-minütige Doku über unserer Soldaten in Afghanistan.

Wiederholung: Donnerstag, 13. August, 10.00 Uhr

Arte, 23.20

Bomben für den Frieden (D 2009, R.: Marcel Kolvenbach)

Drehbuch: Marcel Kolvenbach

Halbstündige Rekonstruktion des US-amerikanischen Bombenangriffs vom 22. August 2008 auf das Dorf Azizabad, bei dem fast hundert Zivilisten starben.

Wiederholung: Donnerstag, 13. August, 10.45 Uhr (anschließend „Pakistan im Griff der Taliban“)

Hinweis

Arte über die Dokus


TV-Tipp für den 4. August: Frantic

August 3, 2009

BR, 21.45

Frantic (USA/F 1988, R.: Roman Polanski)

Drehbuch: Roman Polanski, Gérard Brach

Richard Walker will mit seiner Frau einige romantische Tage in Paris verbringen. Aber dann verschwindet sie plötzlich, die Polizisten kümmern sich nicht um die angebliche Entführung und Walker gerät auf der Suche nach seiner Frau in Teufels Küche.

Polanski auf den Spuren von Alfred Hitchcock. Unterhaltsam, wenn auch etwas blutleer.

‚Frantic‘ ist Modell und Archetyp des Thrillers. Jede Handlungssequenz ist dem Kinogänger wohlvertraut. Auf dieser Ebene bietet der Film absolut keine Überraschungen, läuft fast zu reibungslos, um wirkliches Interesse zu erregen. (…) Was ‚Frantic‘ interessant macht, ist der ausschließlich subjektive Blickwinkel, der die Erzählstruktur beherrscht: derjenige Walkers nämlich, des Fremden in feindseliger Umgebung.“ (Fischer Film Almanach 1989)

mit Harrison Ford, Emmanuelle Seigner, Betty Buckley, Alexandra Stewart

HInweise

Wikipedia über „Frantic“ (deutsch, englisch)

Die Zeit: Michael Althen über „Frantic“ (26. August 1988)