TV-Tipp für den 3. August: Der Kommissar und sein Lockvogel

August 2, 2009

Arte, 21.00

Der Kommissar und sein Lockvogel (F/I 1969, R.: José Giovanni)

Drehbuch: José Giovanni

LV: Joseph Harrington: The last known Address, 1965

Kommissar Leonetti soll in wenigen Tagen einen seit fünf Jahren verschwundenen Zeugen finden.

Ein selten gezeigter Klassiker des Polizeifilms. Giovanni zeigt ohne gefällige Lösungen die zermürbende Arbeit eines Polizisten. Besonders das Ende ist in seiner bitteren Konsequenz grandios.

Mich reizte die Idee, einen Bullen zu zeigen, der zu Fuß durch die Stadt marschiert, der weder einen schnellen Schlitten fährt, noch dieses ganze Theater wahrnimmt, das man im Kino immer sieht. Aus diesem Grund habe ich diesen Film gemacht, als Gegensatz zu allem, was existiert. Das war übrigens auch schon im Buch von Harrington, der früher selbst Polizist war.“ (José Giovanni)

Mit Lino Ventura, Marlène Jobert, Michel Constantin

Auch bekannt als „Tödliche Frist“ und „Letzter bekannter Wohnsitz“ (unter dem Titel war der Film im Kino angekündigt)

Wiederholungen

Samstag, 15. August, 01.00 Uhr (Taggenau!)

Freitag, 21. August, 00.35 (Taggenau!)

Hinweise

Arte über „Der Kommissar und sein Lockvogel“ und über Lino Ventura

Schnitt über „Der Kommissar und sein Lockvogel“

Wikipedia über José Giovanni (deutsch, französich)


TV-Tipp für den 2. August: Fröhlich lesen

August 1, 2009

MDR, 23.30

Fröhlich lesen

Der Untertitel ist solala: „Fiktion oder Wirklichkeit – was ist spannender?“

Aber die Gäste bei Susanne Fröhlich sind wirklich top: Der eine ist Michael Tsokos, Leiter des Instituts für Rechtsmedizin der Charité (Berlin). In „Dem Tod auf der der Spur“ (Ullstein) schildert zwölf Fälle er aus der Rechtsmedizin. Der andere ist Sebastian Fitzek. Sein letzter Thriller „Splitter“ wurde in einem übervollen Hörsaal hier in Berlin vorgestellt.

Auch wenn die beiden Berliner die titelgebende Frage nicht beantworten, erwarten uns in jedem Fall 45 unterhaltsame Minuten.

Hinweis

MDR über die Sendung


TV-Tipp für den 1. August: Rockpalast – Pinkpop-Festival

Juli 31, 2009

WDR, 00.05

Rockpalast

Gezeigt wird heute die erste Ladung von Konzertmitschnitten vom diesjährigen Pinkpop-Festival. Bis kurz nach 5 Uhr spielen:

00.05 Uhr PLACEBO

01.03 Uhr THE KILLERS

01.33 Uhr ANOUK

02.00 Uhr VOLBEAT

02.53 Uhr CHRIS CORNELL

03.53 Uhr JAMES MORRISSON

04.07 Uhr MADNESS

Die zweite, deutlich kleinere Lieferung (nur 90 Minuten) gibt es morgen Nacht ab 00.30 Uhr mit

00.30 Uhr SNOW PATROL

00.52 Uhr THE SCRIPT

01.24 Uhr THE TING TINGS

01.40 Uhr AMY McDONALD

Hinweis

Rockpalast-Seite


Neue TV-Krimi-Buch-Tipps online

Juli 31, 2009

Bei den Alligatorpapieren sind die wie immer von Alligator-Alfred wunderschön gelayouteten TV-Krimi-Buch-Tipps für die ersten Augusttage online. Hier das Intro:

Hallo liebe Krimifreunde,
zu zwei Wochen unterhaltsamen Mord- und Totschlags mit Miss Marple, Kommissar Wallander Kommissar Bienzle und dem Wolf, aber ohne James Bond. Die kriminalfilmischen Höhepunkte sind José Giovannis Joseph-Harrington-Verfilmung „Der Kommissar und sein Lockvogel“, Robert Enricos José-Giovanni-Verfilmung „Die Abenteurer“ (beide mit Lino Ventura), Jean-Jacques Beneixs Delacorta-Verfilmung „Diva“, David Mackenzies Peter-Jinks-Verfilmung „Hallam Foe – Aus dem Leben eines Außenseiters“ (zu einer normalen Uhrzeit, aber auf einem sehr verstecken Spartensender), Robert Altmans Raymond-Chandler-Verfilmung „Der Tod kennt keine Wiederkehr“, Scott McGehee und David Siegels Elizabeth-Sanxay-Holdings-Verfilmung „The Deep End – Trügerische Stille“, Michael Hodges Ted-Lewis-Verfilmung „Get Carter“, Delmer Daves David-Goodis-Verfilmung „Das unbekannte Gesicht“, Clint Eastwoods Michael-Connelly-Verfilmung „Blood Work“ und für die Hitchcock-Fans gibt es, anläßlich seines 110. Geburtstages, eine 45-minütige Doku und seine lange nicht mehr gezeigte John-Buchan-Verfilmung „Die 39 Stufen“.


TV-Tipp für den 31. Juli: Maschinenpistolen

Juli 30, 2009

ARD, 02.50

Maschinenpistolen (USA 1949, R.: Raoul Walsh)

Drehbuch: Ivan Goff, Ben Roberts

Der Gangsterfilmklassiker „White Heat“ führte den psychopathischen Gangster ein: James Cagney als neurotisch-brutaler Gangsterboss am Rockzipfel seiner Mutter. Grandios.

Auch das Ende: Cagney jagt sich und etliche Gas-Tanks in die Luft und brüllt: „Made it, Ma! Top of the world!“

Mit James Cagney, Virginia Mayo, Edmund O’Brien, Margaret Wycherly

Auch bekannt als „Sprung in den Tod“

HInweise

Wikipedia über „White Heat“ (deutsch, englisch)

New York Times: Bosley Crowther über „White Heat“ (3. September 1949)

Slant Magazine: Eric Henderson über „White Heat“ (4. Februar 2005)

Filmzentrale: Erik Pfeiffer über „Sprung in den Tod“


TV-Tipp für den 30. Juli: LeseHorizonte – Haiti

Juli 30, 2009

Arte, 22.40 (VPS 22.45)

LeseHorizonte: Haiti (F 2009, R.: Anne Lescot)

Drehbuch: Anne Lescot

Natürlich kann man auf Haiti Bücher lesen. Aber welche? Der TV-Moderator Patrick Poivre d’Arvor besucht die einheimischen Autoren Gary Victor, René Depestre, Lyonel Trouillot und Yanick Lahens und bummelt mit ihnen über die Insel.

Wiederholungen

Donnerstag, 6. August, 5.00 Uhr (Taggenau!)

Montag, 17. August, 5.00 Uhr (Taggenau!)

Hinweis

Arte über die Doku


TV-Tipp für den 29. Juli: Columbo: Bluthochzeit

Juli 28, 2009

SRTL, 22.05

Columbo: Bluthochzeit (USA 1992, R.: Alan J. Levi)

Drehbuch: Robert Van Scoyck

LV: Ed McBain: So Long As You Both Shall Live, 1976 (So lang ihr zwei noch lebt)

Ein persönlicher Fall für Columbo: Ein Irrer hat die Braut seines Neffen gekidnappt.

Ein Columbo, der sich nicht an die Columbo-Formel hält. Aber wer hätte das bei einer Ed McBain-Story erwartet?

Mit Peter Falk, Joanna Going, Daniel Davis

Hinweise

Mehr über Ed McBains Columbo-Filme

Homepage von Ed McBain

Meine Besprechung des von Ed McBain herausgegebenen Buches „Die hohe Kunst des Mordens“ (Transgressions)


TV-Tipp für den 28. Juli: Scarface

Juli 27, 2009

Arte, 23.00

Scarface – Toni, das Narbengesicht (USA 1983, R.: Brian de Palma)

Drehbuch: Oliver Stone

LV: Armitage Trail: Scarface, 1930 (Scarface)

Buch zum Film: Paul Monette: Scarface, 1983 (Scarface – Der Mann mit der Narbe)

De Palma aktualisierte „Scarface“, die Geschichte vom Aufstieg und Fall eines Gangsters, und schuf ein packendes Sittengemälde des Verbrechens in Florida in den frühen Achtzigern.

Damals wurde die Sprache („Fuck“) und die Brutalität kritisiert. Heute wäre es die grauenhafte, altmodische Disco-Musik von Giorgio Moroder. Ansonsten ist „Scarface“ in der ungekürzten Fassung inzwischen einer der Klassiker des Gangsterfilms.

Angekündigt ist eine FSK-18-Fassung und eine Laufzeit von knapp 150 Minuten. Daher könnte, Arte-untypisch, eine gekürzte Fassung von „Scarface“ laufen, aber nachdem zuletzt der Film zuletzt öfters ungekürzt oder fast ungekürzt lief, könnte auch die Kinoversion laufen. Und nur auf die Kinoversion bezieht sich der heutige TV-Tipp!

Mit Al Pacino, Michelle Pfeiffer, Mary Elizabeth Mastrantonio, Robert Loggia, F. Murray Abraham

Hinweise

Wikipedia über „Scarface“ (deutsch, englisch)

Movie Addiction über „Scarface“

New York Times: Vincent Canby: Besprechung von „Scarface“ (9. Dezember 1983)

Roger Ebert über „Scarface“ (9. Dezember 1983, 28. September 2003)

Angel Fire: Brian-de-Palma-Fanseite über „Scarface“

Schnittberichte: Vergleich der FSK-16-Fassung (ein trauriger Torso) mit der Kinoversion

Nachtrag 30. Juli 2009: Arte hat wohl doch die FSK-16-Version gezeigt.


TV-Tipp für den 27. Juli: Das Verhör

Juli 27, 2009

Arte, 21.00

Das Verhör (F 1981, R.: Claude Miller)

Drehbuch: Claude Miller, Jean Herman, Michel Audiard

LV: John Wainwright: Brainwash, 1979 (Gehirnwäsche)

Neujahrsnacht: ein Polizist nimmt einen Verdächtigen in die Zange. Er glaubt, der Notar habe zwei Mädchen vergewaltigt und ermordet.

In den richtigen Händen genügen zwei Schauspieler und ein gutes Drehbuch für atemlose Hochspannung. – Endlich ist das Original wieder einmal im Fernsehen zu sehen. Das ziemlich in die Hose gegangene Remake „Under Suspicion – Mörderisches Spiel“ wird ja regelmäßig gezeigt.

Mit Lino Ventura, Romy Schneider, Michel Serrault, Guy Marchand

Wiederholungen

Donnerstag, 30. Juli, 03.00 Uhr (Taggenau!)

Donnerstag, 30. Juli, 15.15 Uhr

Hinweise

Arte über „Das Verhör“

Wikipedia über „Das Verhör“

Wikipedia über John Wainwright

Fantastic Fiction über John Wainwright


TV-Tipp für den 26. Juli: Die wilden Zwanziger

Juli 26, 2009

ARD, 02.20

Die wilden Zwanziger (USA 1939, R.: Raoul Walsh)

Drehbuch: Jerry Wald, Richard Macaulay, Robert Rossen

LV: Mark Hellinger: The world moves on (Originalstory)

Sie waren Kriegskameraden. Sie wurden Schnapsschmuggler. Sie verdienten viel Geld – und wurden zu Feinden.

Schmissiger Gangsterfilm mit James Cagney, Humphrey Bogart, Priscilla Lane, Gladys George und Jeffrey Lynn.

Als Inspiration dienten, neben einer Originalstory von Mark Hellinger, die Schlagzeilen der Tageszeitungen der zwanziger Jahre. „Die wilden Zwanziger“ ist immer noch wichtig als die umfassende optische Vorlage für zahllose Gangsterkrimis.

The film that has almost everything – Bogart, Cagney and every plot point, stock character and cliché of the 1930s – it is like a compilation album of the genre’s greatest hits.“ (Lloyd Hughes: The Rough Guide to Gangster Movies)

Auch „Die goldenen Zwanziger“

Hinweise

Wikipedia über „The roaring twenties“ (deutsch, englisch)

EFilmCritic: MP Bartley über „The roaring twenties

Movie Morlocks: Moira Finnie über „Mark Hellinger: The adventure of one in eight million“ (Also: Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4)


TV-Tipp für den 25. Juli: Der öffentliche Feind

Juli 25, 2009

ARD, 04.05

Der öffentliche Feind (USA 1931, R.: William A. Wellman)

Drehbuch: Harvey Thew

Kleiner Gauner wird zu einem Polizistenmörder.

Einer der unumstrittenen Klassiker des Gangsterfilms. Damals wurde „The public enemy“, ebenso wie der vergleichbare „Little Caesar“, als Glorifizierung des Verbrechens kritisiert.

James Cagney begründete mit dieser Rolle seinen Ruhm; besonders mit dieser Szene: Cagney zerdrückt eine Grapefruit in Mae Clarkes Gesicht.

Mit James Cagney, Edward Woods, Jean Harlow

Hinweise

Wikipedia über „The public enemy“ (deutsch, englisch)

Filmsite über „The public enemy“

Senses of Cinema über „The public enemy“

DVD Verdict über „The public enemy“

National Examiner: Pamela Miller über „The public enemy“

Big Hollywood: Robert J. Avrech über Mae Clarke und ihre Szene in „Der öffentliche Feind“


TV-Tipp für den 24. Juli: Wem gehört die Stadt?

Juli 24, 2009

3sat, 01.05

Wem gehört die Stadt? (USA 1936, R.: William Keighley)

Drehbuch: Seton I. Miller (nach einem Originalstoff von Martin Mooney und Seton I. Miller)

Polizist Johnny Blake schleicht sich in ein Gangsterbande ein. Er will so an die Hintermänner der New Yorker Unterwelt gelangen. Doch der Gangster Bugs Fenner misstraut ihm.

Spannender Gangsterfilm, bei dem der Undercover-Einsatz von Robinson natürlich nur der Vorwand ist, um ausführlich das schändliche Treiben der Gangster zu zeigen. Bogart überzeugte die Kritiker als Gangster und wurde, wie in zahlreichen weiteren Gangsterfilmen, kurz vor Schluss von dem Star des Films umgebracht.

mit Edward G. Robinson, Joan Blondell, Humphrey Bogart

auch bekannt als „Wer regiert die Stadt?“

Hinweise

Wikipedia über „Wem gehört die Stadt?“

Modern Times über Edward G. Robinson


TV-Tipp für den 23. Juli: Stadt in Angst

Juli 23, 2009

ARD, 00.30

Stadt in Angst (USA 1954, R.: John Sturges)

Drehbuch: Millard Kaufman, Don McGuire

LV: Howard Breslin: Bad Day at Hondo (Kurzgeschichte)

Nevada, 1945: ein einarmiger Fremder taucht in dem Kaff Black Rock auf. Er will einem japanischen Farmer eine Auszeichnung für seinen gefallenen Sohn überbringen. Die Einheimischen wollen ihn sofort wieder loswerden. Aber er bleibt.

Ein Krimi? Ein Western? Jedenfalls ein von vielen geliebter kleiner Film, der zeigt, wie wenig die Tugenden des Wilden Westens in die Moderne passen. “Diese Helden des Westens berufen sich freilich im Grunde ganz zu Recht auf ihre Traditionen. Sie haben sich seit 80 Jahren nicht geändert; es macht keinen Unterschied, ob sie ihre Rollen in Bad Day at Black Rock spielen, oder in The Ox Bow Incident, dessen Autor ja nichts anderes im Sinn hatte, als auf den Faschisten im Mann des modernen Westens hinzuweisen.” (Joe Hembus: Das Western-Lexikon)

Stadt in Angst” war, neben anderen Preisen für drei Oscars nominiert: Hauptrolle, Regie und Drehbuch.

mit Spencer Tracy, Robert Ryan, Anne Francis, Dean Jagger, Walter Brennan, Ernest Borgnine, Lee Marvin

Hinweise

Wikipedia über „Stadt in Angst“ (deutsch, englisch)

Drehbuch „Bad Day at Black Rock“ (Shooting Draft) von Millard Kaufmann und Don McGuire


TV-Tipp für den 22. Juli: Nachts unterwegs

Juli 22, 2009

3sat, 00.50

Nachts unterwegs (USA 1940, R.: Raoul Walsh)

Drehbuch: Jerry Wald, Richard Macaulay

LV: A. I. Bezzerides: Long Haul, 1938

Montage: Don Siegel, Robert Burks

Mehr unterhaltsames Roadmovie und Melodrama als Krimi über zwei Brüder, die sich als LKW-Fahrer selbstständig machen wollen und plötzlich eine Mordanklage an der Backe haben.

Als Clips gibt es den Trailer und eine zehnminütige informative Doku von 2003 über den Film.

Mit George Raft, Humphrey Bogart, Ida Lupino, Ann Sheridan

Hinweise

Noir of the Week über „They drive by night“

Mordlust über „Nachts unterwegs“

Slant über „They drive by night“

Movie Classics über „They drive by night“


Neue TV-Krimi-Buch-Tipps online

Juli 20, 2009

Urlaubsbedingt etwas verspätet, aber dafür natürlich heißersehnt und, wie immer, schön bunt. Vollständig und ungekürzt nur bei den Alligatorpapieren. Die kurze Fassung (und schon einige Hinweise auf demnächst kommende TV-Tipps) gibt es hier:

Fans des guten alten Hollywood-Gangsterfilms werden in den kommenden Tagen gut bedient. Ich sage nur „Chicago – Engel mit schmutzigen Gesichtern“, „Nachts unterwegs“, „Wem gehört die Stadt?“, „Der öffentliche Feind“, „Die wilden Zwanziger“, „Asphalt-Dschungel“, „Rififi“ (es capert auch), „Vogelfrei“ (und westernd) und „Maschinenpistolen“. Schwarzweiß geht’s weiter mit Stanley Kubricks Humphrey-Cobb-Verfilmung „Wege zum Ruhm“ (Jim Thompson schrieb das Drehbuch), Herman Schumlins Lillian-Hellman-Verfilmung „Die Wacht am Rhein“ (Dashiell Hammett schrieb das Drebhuch), Robert Aldrichs Mickey-Spillane-Verfilmung „Rattennest“ und Carol Reeds Graham-Greene-Verfilmung „Der dritte Mann“. Farbig wird’s mit einigen Lino-Ventura-Filmen, wie José Giovannis John-Carrick-Verfilmung „Im Dreck verreckt“ und Claude Millers John-Wainwright-Verfilmung „Das Verhör“.
Außerdem sind Sidney Lumets Peter-Maas-Verfilmung „Serpico“, Clint Eastwoods Andrew-Klavan-Verfilmung „Ein wahres Verbrechen“ (Hey, es ist ein Eastwood-Film) und Franklin J. Schaffners Henri-Charrière-Verfilmung „Papillon“ (wer’s zur besten Sendezeit verpasst hat), Brian de Palmas Armitage-Trail-Verfilmung „Scarface“ und natürlich alle Columbo-Filme immer wieder sehenswert.
Absolut nicht sehenswert sind dagegen Mikael Häfströms James-Siegel-Verfilmung „Entgleist“ (wegen der idiotischen Story) und George Pan Cosmatos‘ Paula-Gosling-Verfilmung „Die City-Cobra“ (abgesehen von allen ideologischen Fragen wegen der massiven Kürzungen in den Action-Szenen).


TV-Tipp für den 21. Juli: Agenten der Nacht

Juli 20, 2009

3sat, 01.00

Agenten der Nacht (USA 1942, R.: Vincent Sherman)

Drehbuch: Leonard Spigelgass, Edwin Gilbert (nach einer Originalgeschichte von Leonard Q. Rosten [Leo Rosten] und Leonard Spigelgass)

I recognize the face, but I don’t know where to put it.“ (Donahue als er ein Bild von Hitler sieht.)

Gangster Gloves Donahue ist stinkig. Irgendjemand hat seinen Bäcker umgebracht. Auf der Suche nach seinem Mörder findet er eine Bande von Nazis, die die USA erobern wollen.

All through the night“ erlebte seine deutsche Premiere erst 1989 im TV. Es ist eine Mischung aus Gangsterfilm (mit einem Gangster, der irgendwie unter der Fuchtel seiner Mutter steht), Spionagethriller, lässiger Komödie und Propagandafilm. Dabei ist es nicht ohne Ironie, wenn der Gangster zum Kämpfer für das freie Amerika wird. Ein ziemlich schräger Bogart-Film, der natürlich glänzend unterhält.

a super-duper action picture — mostly duper, when you stop to think.“ (New York Times, 24. Januar 1942)

It is lightweight stuff, with fast-paced, Damon Runyon-style banter.“ (DVD Verdict)

mit Humphrey Bogart, Conrad Veidt, Kaaren Verne, Jane Darwell, Peter Lorre, Jackie Gleason

P. S.: Schöner Trailer!


TV-Tipp für den 20. Juli: Die Reise zum Mond

Juli 20, 2009

Wer etwas über die echte Mondlandung erfahren will, wird derzeit auf allen Kanälen reichlich bedient, aber das hier ist ein wirkliches Schmankerl und wird deshalb auf dem Kultursender unseres Vertrauens präsentiert:


Arte, 23.55

Die Reise zum Mond (F 1902, R.: Georges Méliès)

Drehbuch: Georges Méliès

LV (Inspiration): Jules Verne: De la terre à la lune, 1865 (Von der Erde zum Mond/Die Reise zum Mond); H. G. Wells: The First Men in the Moon, 1901 (Die ersten Menschen im Mond)

Professor Barbenfoullis will den Mond erkunden. Nach dem Okay des Astronomischen Clubs baut er eine Rakete, fliegt zum Mond und erlebt dort einige Abenteuer.

Das erste Epos der Science-Fiction und das Meisterwerk des Kinos bis zu diesem Zeitpunkt. Schon die epische Länge von 21 Minuten in einer Zeit, da ein Film selten länger als ein oder zwei Minuten dauerte, hätte es zu einem Meisterstück gemacht, selbst dann, wenn man den phantastischen Inhalt nicht berücksichtigen würde.“ (Phil Hardy, Hrsg.: Die Science Fiction Filmenzyklopädie, 1998)

Es ist leicht, über Méliès Tanzhallenschilderung der Weltraumfahrt zu lachen, aber ‚Die Reise zum Mond‘ unterscheidet sich nur wenig von den aufgemotzten Produkten der heutigen SF-Film-Macher.“ (John Baxter: Science Fiction in the Cinema, zitiert nach Ronald M. Hahn/Volker Jansen: Lexikon des Science Fiction Films, 1997)

Aber „Die Reise zum Mond“ ist kürzer als „Transformers: Die Rache“.

Méliès war auch für die Ausstattung zuständig, fertigte Kostüme an und spielte die Hauptrolle. Oh, und vermarktet hat er der enorm produktive Theatermann Méliès seine Werke auch noch selbst.

Der Film kann zwar an verschiedenen Orten im Internet kostenlos angesehen werde, aber bei Arte dürfte die vollständigste und optisch perfekteste Version laufen.

Wiederholungen

Sonntag, 26. Juli, 15.45 Uhr

Sonntag 2. August, 09.50 Uhr

Freitag 7. August, 11.45 Uhr

Hinweise

Arte zu „Die Reise zum Mond“

Wikipedia über Georges Mèliès

Wikipedia über „Die Reise zum Mond“(deutsch, englisch)

Internet Archive: „Die Reise zum Mond“ (11.48 Minuten, Englisch overdubbed)


TV-Tipp für den 19. Juli: Chicago – Engel mit schmutzigen Gesichtern

Juli 19, 2009

3sat, 00.30

Chicago – Engel mit schmutzigen Gesichtern (USA 1938, R.: Michael Curtiz)

Drehbuch: John Wexley, Warren Duff (nach einem Stoff von Rowland Brown)

Zwei Jugendfreunde treffen sich nach Jahren wieder: der eine wurde Priester, der andere Gangster. Und beide versuchen die Jugendlichen für ihre Ziele zu gewinnen. Erst auf dem elektrischen Stuhl entscheidet sich der Kampf.

Ein weiterer der damals beliebten Gangsterfilme. „Das von Regisseur Curtiz temporeich inszenierte Gangster-Melodram wurde sehr aufwendig produziert, was zum damaligen Zeitpunkt bedeutete, dass Bogart nur einen kleinen Part übernehmen durfte.“ (Clifford McCarty: Humphrey Bogart und seine Filme)

Cagney, Curtiz und Brown (für das Drehbuch) waren jeweils für einen Oscar nominiert. Cagney erhielt – als Trost – den Preis des New York Film Critics Circle.

mit James Cagney, Pat O’Brien, Humphrey Bogart, Ann Sheridan, George Bancroft


TV-Tipp für den 18. Juli: Wege zum Ruhm

Juli 17, 2009

Das Vierte, 18.30

Wege zum Ruhm (USA 1957, R.: Stanley Kubrik)

Drehbuch: Jim Thompson, Stanley Kubrik, Calder Willingham

LV: Humphrey Cobb: Paths of glory, 1935 (Wege zum Ruhm)

Erster Weltkrieg: Colonel Dax muss einen aussichtslosen Sturm auf einen unbedeutenden Hügel durchführen. Nachdem der Angriff scheitert, lässt Dax‘ Vorgesetzter drei Soldaten auswählen und will sie wegen „Feigheit vor dem Feind“ erschießen lassen. Colonel Dax versucht in einer Verhandlung deren Leben zu retten.

Krasser Antikriegsfilm mit Kirk Douglas und Ralph Meeker.

In Frankreich wurde der Film erst 1975 gezeigt. Bis dahin hatte kein Verleiher den Mut gehabt „Wege zum Ruhm“ zu präsentieren.

Die Intensität von Paths of Glory ist eine spezifische filmische Intensität: Sie resultiert aus dem Umgang mit der Kamera, dem genauen Timing, dem Blick für Details. (…) Paths of Glory ist eine Studie über die Macht. Kubrik zeigt eine Welt, in der die Mächtigen die Untergebenen zu Schachfiguren degradieren, in der aber auch jeder, der in der Hierarchie weiter oben steht, mit dem Wissen leben muss, selbst nur eine Schachfigur zu sein.“ (Christoph Haas in Andreas Kilb, Rainer Rother u. a.: Stanley Kubrik, film: 8, 1999)

Hinweise

Wikipedia über „Wege zum Ruhm“ (Paths of Glory)

Arte zum Film


Neu im Kino (und Hörbuch): Killshot

Juli 16, 2009

Killshot (Killshot, USA 2008)

Regie: John Madden

Drehbuch: Hossein Amini

LV: Elmore Leonard: Killshot, 1989 (Beruf: Killer; Killshot)

Nachdem „Killshot“ lange im Weinstein-Giftschrank eingesperrt war (der Hauptdreh war im Januar 2006 erledigt, dann gab’s Nachdrehs und endlose Umschnitte) und in den USA vor wenigen Wochen nur auf DVD erschien, habe ich mit einem deutschen Kinostart schon nicht mehr gerechnet.

Die Story ist typischer Leonard: Profikiller Armand „Blackbird“ Degas hinterlässt niemals Zeugen. Als er bei einem Verbrechen von einem Ehepaar beobachtet wird, hilft ihnen auch das Zeugenschutzprogramm der Polizei nicht weiter.

Die Kritiken sind durchwachsen, aber noch auf der positiven Seite. Denn irgendwo scheint in der Produktion ein guter Film verloren gegangen zu sein.

Elmore Leonard hat vor über zwei eine frühere Version von „Killshot“ gesehen und war begeistert:

I was thrilled to see my story adapted the way it was. John captured my characters and their tone, and I think has a winner in Killshot. Fans of my work will see and hear my book on the screen. (…) The secret to a good adaptation is you start with a good screenwriter, a guy who knows how to write, a guy who respects and understands the work. The combination of screenwriter Hossein Amini, and director John Madden was great, for Killshot because they both got my sound, and that’s what my writing is all about.

Vor wenigen Tagen erschien bei Bertz + Fischer das von Rider Strong gelesene Hörbuch. In knapp acht Stunden liest er den gesamten Roman im Original ohne große Effekthaschereien vor. „Killshot“. Das macht es auch für mich (der kein großer Freund von Hörbüchern ist) zu einem sehr anhörbarem Werk. Denn dass mir die Story, klassischer Leonard, der sich auf wenige Charaktere und einen Western-Showdown konzentriert, gefällt, ist klar.

mit Thomas Jane, Diane Lane, Mickey Rourke, Hal Holbrook, Joseph Gordon-Levitt

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film (derzeit nur DVD-Info und Trailer)

Film-Zeit über „Killshot“

Homepage von Elmore Leonard

Meine Besprechung von „Up in Honey’s Room“ (2007)

Meine Besprechung von „Gangsterbraut“ (The hot Kid, 2005)

Meine Besprechung von „Callgirls“ (Mr. Paradise, 2004)

Mein Porträt „Man nennt ihn Dutch – Elmore Leonard zum Achtzigsten“ erschien im „Krimijahrbuch 2006“

Leonard - Killshot - Hörbuch

Das Hörbuch

Elmore Leonard: Killshot

(gelesen von Rider Strong)

Bertz + Fischer Audiobooks, 2009

7:47 Stunden

19,90 Euro