Franco-Action mit „Largo Winch“

Dezember 9, 2009

„Largo Winch“ lief, wie bereits sein vorheriger Film „Anthony Zimmer – Fluchtpunkt Nizza“, auf dem Fantasy Filmfest und wie „Anthony Zimmer“ lief „Largo Winch“ erfolgreich in den französischen Kinos. Gute zwei Millionen Kinobesucher sprechen eine deutliche Sprache. Und wie „Anthony Zimmer“ wird auch „Largo Winch“ bei uns nur auf DVD veröffentlicht. Das ist Schade, denn der neueste Streich von Regisseur Jérôme Salle muss sich vor deutlich höher budgetierten Hollywood-Produktionen nicht verstecken. Die zahlreichen breitformatigen Landschaftsaufnahmen und atemberaubenden Action-Szenen verlangen nach einer großen Leinwand.

Dass dagegen die Geschichte vor allem den ausgetretenen Pfaden einer Entwicklungsgeschichte mit einem fast unverletzbarem Helden folgt, ist verschmerzbar. Denn Salle präsentiert sie locker-flockig, mit einem leicht amüsierten Unterton. Er beansprucht für seine Comic-Verfilmung nicht mehr Realismus als Hollywood für eine Marvel-Superheldengeschichte.

Als Largo Winch noch ein Kind war, wurde er von dem schwerreichen Konzernmogul Nerio Winch adoptiert, vor der Welt versteckt und für seine Aufgabe körperlich und geistig ausgebildet. Largo ist jetzt eine Mischung aus James Bond (ohne Staatsknete) und Jason Bourne (mit Gedächtnis). Er reist um die Welt, geht keiner Schlägerei aus dem Weg und bemüht sich möglichst wenig Kontakt zu seinem Adoptivvater zu haben. Da erreicht ihn während eines Ausbruchs aus einem südamerikanischen Gefängnis die Nachricht, dass Nerio Winch ermordet wurde. Er kehrt zurück in die Zivilisation der Hochfinanz und beansprucht sein Erbe: die Führung des Winch-Konzerns. Die Vertrauten des Verstorbenen sind von dem plötzlich auftauchenden und ihnen vollkommen unbekannten Erben überhaupt nicht begeistert. Sie fordern von ihm Beweise für die Rechtmäßigkeit seines Anspruchs.

Largo Winch beginnt um sein Erbe zu kämpfen. Denn nur wenn er die Nachfolge von Nerio Winch antritt, kann er seinen Mörder finden.

„Largo Winch – Tödliches Erbe“, wie der vollständige Titel lautet, knüpft gelungen an die eskapistischen Abenteuerfilme der Sechziger, wie „Abenteuer in Rio“ (L’homme de Rio, 1964) mit Jean-Paul Belmondo, an. Das ist, auch in der Inszenierung, in erster Linie gut gemachte Unterhaltung die mit einem lockeren Fausthieb die Bedenkenträger Logik und Realismus schlägt, ohne in Hollywood-Gigantonomie zu verfallen.

Jérôme Salle arbeitet bereits am zweiten „Largo Winch“-Spielfilm.

Außerdem arbeitet Hollywood an einem Remake von „Anthony Zimmer“, das „The Tourist“ heißen soll und, so die letzten Meldungen, die Hauptrollen sollen von Johnny Depp und Angelina Jolie gespielt werden.

Largo Winch – Tödliches Erbe (Largo Winch, F 2008)

Regie: Jérôme Salle

Drehbuch: Jérôme Salle, Julien Rappenau

LV: Philippe Francq, Jean van Hamme: L’Héritier , 1990 (Der Erbe), Le Group W, 1991 (Gruppe W), O.P.A, 1992 (Der Coup), Business Blues, 1993 (Business Blues, alles Comics)

mit Tomer Sisley, Kristin Scott Thomas, Miki Mannojlovic, Mélanie Thierry, Gilbert Melki, Karel Roden,

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DVD

Sunfilm, 2009

Laufzeit: 104 Minuten

Bild: 16:9 (1:2,35)

Ton: Deutsch, Englisch, Französisch (Dolby Digital 5.1; Deutsch auch DTS)

Untertitel: Deutsch

Bonusmaterial (angekündigt): Intervies mit Philippe Franq, Cast und Crew, Making of, Largos Stunts, Das Training, Storyboard-/Film-Vergleich, Trailer

FSK: ab 16 Jahre

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Hinweise

Französische Homepage zum Film

Facebook-Seite zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Wikipedia über „Largo Winch“ (deutsch, französisch)


TV-Tipp für den 9. Dezember: Die erste Vorstellung

Dezember 9, 2009

Zum 80. Geburtstag von John Cassavetes (9. Dezember 1929 – 3. Februar 1989)


Arte, 23.25

Die erste Vorstellung (USA 1977, R.: John Cassavetes)

Drehbuch: John Cassavetes

Drama über eine Schauspielerin, die vor der Premiere ihres neuen Theaterstücks in einer Sinnkrise steckt. Denn sie ist nicht mehr die Jüngste.

„‚Opening Night‘ ist zweifellos ein Film, den Cassavetes irgendwann einmal drehen musste, ein Film der souveränen Selbstvergewisserung, was freilich auch seine Grenzen bezeichnen mag. Die Konstruktion ist von äußerster Raffinesse, die Konstruktion eines Intellektuellen.“ (Peter W. Jansen in John Cassavetes, Hanser Reihe Film 29, 1983)

Gena Rowlands erhielt für ihre Leistung den Silbernen Bären und war für einen Golden Globe nominiert. „Die erste Vorstellung“, für alle die immer sagen, dass früher alles besser war, erlebte anschließend seine Deutschlandpremiere im Fernsehen. In den USA startete der Film mit einer (!) Kopie. Heute ist der Film ein Klassiker des Independent Cinema.

mit Gena Rowlands, Ben Gazzara, John Cassavetes, Joan Blondell, Peter Falk (ungenannt), Peter Bogdanovich (ungenannt), Seymour Cassel (ungenannt)

Wiederholung: Freitag, 11. Dezember, 14.45 Uhr

Hinweise

Arte über die John-Cassavetes-Filmreihe

Wikipedia über John Cassavetes (deutsch, englisch)

The John Cassavetes Pages (Fanseite)

Noch eine John-Cassavetes-Fanseite

Filmtext: Urs Richter über John Cassavetes


TV-Tipp für den 8. Dezember: Tatort: Und dahinter liegt New York

Dezember 8, 2009

BR, 21.45

Tatort: Und dahinter liegt New York (D 2001, Friedemann Fromm)

Drehbuch: Friedrich Ani

Wer erschoss den Polizisten Reck? Batic und Leitmayr ermitteln in Münchens nicht so gut gestellten Kreisen.

Toller Krimi mit fesselnder Story, guter Besetzung und authentischer Atmosphäre.

Bei der Erstausstrahlung gab es eine groteske Diskussion über den Titel: Dürfen wir nach dem Anschlag vom 11. September noch die Worte New York im Titel haben? Oder sollen wir sie durch die Welt ersetzten?

Mit Udo Wachtveitl, Miroslav Nemec, Michael Fitz, Barbara Rudnik

Hinweise

Meine Besprechung von Friedrich Anis „Wer lebt, stirbt“ (2007)

Meine Besprechung von Friedrich Anis „Der verschwundene Gast“ (2008)


TV-Tipp für den 7. Dezember: Operation: Kingdom

Dezember 7, 2009

ZDF, 22.15

Operation: Kingdom (USA 2007, R.: Peter Berg)

Drehbuch: Matthew Michael Carnahan

In Riad verüben Terroristen einen Anschlag auf eine amerikanische Wohnanlage. Es sterben über hundert Menschen. FBI-Agent Ronald Fleury stellt ein Team von Spezialisten zusammen, um der dortigen Polizei bei der Sicherung des Tatortes zu helfen. Schnell geraten sie zwischen die Fronten.

Guter Politthriller, bei dem die Charaktere im Mittelpunkt stehen und man, angesichts der vielen Subplots, öfters den Eindruck hat, die Geschichte wäre besser als TV-Mehrteiler erzählt worden. Handfeste Action gibt es eigentlich nur am Ende.

Außerdem hat er eine tolle Titelsequenz und einen doofen deutschen (oder denglischen) Titel.

mit Jamie Foxx, Chris Cooper, Jennifer Garner, Jason Bateman, Ashraf Barhoum, Ali Suliman, Jeremy Piven, Richard Jenkins, Danny Huston

Wiederholung: Mittwoch, 9. Dezember, 00.40 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Operation: Kingdom“

Wikipedia über „Operation: Kingdom“ (deutsch, englisch)

Drehbuch „The Kingdom“ von Matthew Michael Carnahan

Rope of Silicon: Interview mit Matthew Michael Carnahan über „The Kingdom“ und „Lions for Lambs“ (24. September 2007)


TV-Tipp für den 6. Dezember: Der Unverdächtige

Dezember 6, 2009

BR, 23.50

Der Unverdächtige (USA 1947, R.: Michael Curtiz)

Drehbuch: Bess Meredyth, Ranald MacDougall

LV: Charlotte Armstrong: The Unsusptected, 1946

Moderator Grandison erzählt jede Woche im Radio seinem begeisterten Hörern von unaufgeklärten Verbrechen. Polizist Howard, glaubt dass Grandison ein Verbrecher ist.

“Spannender, effektvoller Krimi aus der ‚Schwarzen Serie‘.” (Lexikon des internationalen Films)

“Die Plotschwächen überspielt Curtiz mühelos durch Stil.” (Paul Werner: Film noir und Neo-Noir)

mit Claude Rains, Joan Caulfield, Michael North

Hinweise

Wikipedia über „The Unsuspected“

TCM über „The Unsuspected“

Noir of the Week über „The Unsuspected“


TV-Tipp für den 5. Dezember: Romeo is bleeding

Dezember 5, 2009

WDR, 23.45

Romeo is bleeding (USA 1993, R.: Peter Medak)

Drehbuch: Hilary Henkin

Der korrupte Cop Grimaldi soll eine Berufskillerin, die sich mit der Mafia angelegt hat, beschützen. Er verliebt sich in sie und, auch weil sie ihr eigenes Spiel spielt, gerät er zwischen alle Fronten.

„Ein Film noir wie aus der Schreibmaschine von Cornell Woolrich“, steht vollkommen zutreffend im Fischer Film Almanach (1995).

mit Gary Oldman, Lena Olin, Annabella Sciorra, Juliette Lewis, Roy Scheider, Will Patton, David Proval, James Cromwell, Ron Perlman, Dennis Farina (Cameo)

Hinweise

Wikipedia über „Romeo is bleeding“ (deutsch, englisch)

Noir of the Week: Guy Savage über „Romeo is bleeding“


Neue TV-Krimi-Buch-Tipps online

Dezember 4, 2009

Die letzten vorweihnachtlichen TV-Krimi-Buch-Tipps sind, wie immer von Alligator-Alfred schön bebildert, online bei den Alligatorpapieren:

In den turbulenten Vorweihnachtstagen gibt es auch die Gelegenheit für einige ent(?)spannende Stunden vor dem Fernseher. Für uns Krimifans bieten sich da vor allem Michael Curtiz‘ selten gezeigte Charlotte-Armstrong-Verfilmung „Der Unverdächtige“, Friedemann Fromms Friedrich-Ani-Verfilmung „Und dahinter liegt New York“, René Clements Day-Keene-Verfilmung „Wie Raubkatzen“ (läuft immer noch in der Wiederholungsschleife), Howard Hawks‘ Ernest-Hemingway-Verfilmung „Haben und Nichthaben“, Otto Premingers Graham-Greene-Verfilmung „Der menschliche Faktor“ (nach einem Drehbuch von Tom Stoppard), Philip Noyces Graham-Greene-Verfilmung „Der stille Amerikaner“, Atom Egoyans Rupert-Holmes-Verfilmung „Wahre Lügen“, Yves Boissets Jean-Vautrin-Verfilmung „Dog Day – Ein Mann rennt um sein Leben“ (mit Lee Marvin), Robert Harmons Robert-B.-Parker-Verfilmung „Jesse Stone – Eiskalt“, Don Siegels Clive-Egleton-Verfilmung „Die schwarze Windmühle“, Barry Sonnenfelds Elmore-Leonard-Verfilmung „Schnappt Shorty“, Dominik Grafs „Eine Stadt wird erpresst“, Richard Brooks‘ Evan-Hunter-Verfilmung „Die Saat der Gewalt“ und „Django“ zeigt eine Methode, sich im Vorweihnachtrouble Respekt zu verschaffen. Wilsberg mit „Oh du tödliche…“ eine andere. Als TV-Premiere gibt es für die zahlreichen Henning-Mankell-Fans „Die Rache des Tanzlehers


TV-Tipp für den 4. Dezember: Die Vorleser

Dezember 4, 2009

ZDF, 22.30

Die Vorleser

Heute begrüßen Amelie Fried und Ijoma Mangold in ihrem 30-minütigem Literaturtalk den Regisseur Volker Schlöndorff. Er ist vor allem für seine Literaturverfilmungen bekannt: Der junge Törless, Die verlorene Ehre der Katharina Blum, Die Blechtrommel, Die Fälschung, Tod eines Handlungsreisenden, Die Geschichte der Dienerin, Homo Faber, Der Unhold, Palmetto (okay, den kennt fast niemand, aber das ist seine James-Hadley-Chase-Verfilmung), Der neunte Tag. Außerdem veröffentlichte er kürzlich seine Biographie.

Es könnte also interessant werden.

Hinweise

ZDF über „Die Vorleser“ (mit Livestream)

Homepage von Volker Schlöndorff

Wikipedia über Volker Schlöndorff (deutsch, englisch)

Süddeutsche Zeitung: Willi Winkler redet mit Volker Schlöndorff (10. September 2007)


TV-Tipp für den 3. Dezember: Mein 89

Dezember 3, 2009

RBB, 23.20

Mein 89 (D 2009, R.: Josephine Frydetzki, Ester Amrami, Konrad Kästner, Banu Kepenek, Jöns Jonsson, Stepan Altrichter)

Buch: Josephine Frydetzki, Momme Peters, Ester Amrami, Konrad Kästner, Banu Kepenek, Jöns Jönsson, Olaf Held, Stepan Altrichter

Gezeigt werden sechs Kurzfilme von Studenten der Hochschule für Film und Fernsehen Konrad Wolf, in denen sie erzählen, wie sie den Fall der Mauer erlebten. Lassen wir uns überraschen.

Hinweise

RBB über die Kurzfilme

Homepage der HFF Konrad Wolf


TV-Tipp für den 2. Dezember: Demolition Man

Dezember 2, 2009

SWR, 23.00

Demolition Man (USA 1993, R.: Marco Brambilla)

Drehbuch: Daniel Waters, Robert Reneau, Peter M. Lenkov

In der Gegenwart bekriegen sich der Polizist Spartan und der Serienkiller Phoenix mit erheblichen Kollateralschäden. Deshalb werden sie beide in einen Tiefschlaf versetzt. Als sie in einer Zukunft, in der alles sauber, ordentlich, gesittet und gewaltfrei ist, aufwachen, setzten sie, zum Entsetzen der tugendhaften Bürger, ihren Zweikampf fort.

Vergnüglicher SF-Film mit etwas Satire und viel Action.

Der Film war für einen Saturn Award als bester Film von der Academy of Science Fiction, Fantasy and Horror Films nominiert.

Mit Sylvester Stallone, Wesley Snipes, Sandra Bullock, Nigel Hawthorne, Benjamin Bratt, Denis Leary

Hinweise

Wikipedia über „Demolition Man“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 1. Dezember: Nachtschicht: Blutige Stadt

Dezember 1, 2009

ZDFneo, 21.00

Nachtschicht: Blutige Stadt (D 2009, R.: Lars Becker)

Drehbuch: Lars Becker

In ihrem sechsten Einsatz jagt das Team des KDD (Kriminaldauerdienst, oder die Nachtschicht der Hamburger Polizei) einen Killer, der sich „Q“ nennt und als erstes einen türkischen Reiseunternehmer hinrichtet. Die Spur führt zum Revierleiter Neumann.

„Nachtschicht“ ist eine der wenigen Serien, für die sich die TV-Gebühren lohnen.

Mit Armin Rohde, Barbara Auer, Minh-Khai Phan-Thi, Uwe Kockisch, Maja Maranow, Sibel Kekilli, Pierre Semmler, Simon Schwarz


TV-Tipp für den 30. November: Ghost Dog – Der Weg des Samurai

November 30, 2009

Arte, 21.00

Ghost Dog – Der Weg des Samurai (USA 1999, R.: Jim Jarmusch)

Drehbuch: Jim Jarmusch

Poetisch-meditativer, mit Hip-Hop-Klängen unterlegter Gangsterfilm über einen nach dem Kodex der Samurai lebendem Killer, der auf die Abschussliste seiner Auftraggeber gerät. Jarmusch ist dabei gänzlich desinteressiert an der Story, aber sehr interessiert an dem Spiel mit Stimmungen, Symbolen, Zeichen und Motiven.

„Durch ‚Ghost Dog‘ hindurch blicken wir wie durch ein Vergrößerungsglas in die Filmgeschichte. (…) Mit ‚Ghost Dog‘ variiert Jarmusch einmal mehr sein Lieblingsthema, die Differenz der Kulturen und die wunderbaren, auch komischen Momente, die durch den Zusammenstoß verschiedener Mentalitäten entstehen können. Besonders bizarr sieht seine filmische Synthese von HipHop und italienischer Vorstadt-Mafia aus.“ (Nils Meyer in Rolf Aurich/Stefan Reinecke, Hrsg.: Jim Jarmusch, 2001 – ein empfehlenswertes Buch)

mit Forest Whitaker, John Tormey, Cliff Gorman, Henry Silva, Isaach de Bankolé, Gary Farmer, The RZA (Cameo; er schrieb auch die Musik)

Wiederholung: Freitag, 4. Dezember, 00.40 Uhr (VPS 00.34, Taggenau!)

Hinweise

Wikipedia über „Ghost Dog“ (deutsch, englisch)

Arte über „Ghost Dog“

Senses of Cinema: Marco Lanzagorta über „Ghost Dog“ (September 2002)

The Jim Jarmusch Resource Page



TV-Tipp für den 29. November: Monsieur Klein

November 29, 2009

Arte, 20.15

Monsieur Klein (F/I 1976, R.: Joseph Losey)

Drehbuch: Franco Solinas, Fernando Morandi, Joseph Losey

Paris 1942: Robert Klein verdient als Kunsthändler gut an der Not der Juden. Eines Tages liegt vor seiner Haustür ein an ihn adressiertes Exemplar der „Les informations juives“. Klein will herausfinden, warum er die Zeitung zugeschickt bekommen hat. Er erfährt von einem gleichnamigen Juden, der sich anscheinend seiner Identität bemächtigen will.

Kafkaesker Alptraum ohne die Hoffnung auf ein Happy End, von Losey karg und sehr stilbewusst inszeniert. Delons zurückhaltendes Spiel passt perfekt zur Rolle des emotionslosen Mitläufers, der nur an sich denkt und dabei zielsicher ins Verderben läuft.

Delon war für einen Cesar als bester Schauspieler nominiert, Losey erhielt einen für die Regie und der Film gewann den Cesar für bester Film.

mit Alain Delon, Jeanne Moreau, Michel Lonsdale, Juliet Bertot, Suzanne Flon, Jean Bouise

Wiederholung: Montag, 30. November, 14.45 Uhr

Hinweise

Wikipedia über „Monsieur Klein“ (deutsch, englisch, französisch)


TV-Tipp für den 28. November: Der Obrist und die Tänzerin

November 28, 2009

WDR, 23.45

Der Obrist und die Tänzerin (USA/E 2002, R.: John Malkovich)

Drehbuch: Nicholas Shakespeare

LV: Nicholas Shakespeare: The Dancer upstairs, 1995 (Der Obrist und die Tänzerin)

Irgendwo in den Anden: Polizist Augustin soll eine Gruppe von Terroristen bekämpfen und gerät zwischen die Fronten.

Malkovichs Regiedebüt ist ein, trotz gewisser Schwächen, beeindruckender Politthriller.

„Die Verfilmung von Nicholas Shakespeares gleichnamigem Roman ist eine politisch und psychologisch spannende Auseinandersetzung mit Gewalt und Gegengewalt, Terror und Gegenterror. In jedem Moment spürt man die Spirale der Hoffnungslosigkeit, auch die Ursachen des Übels werden nicht verschwiegen. Javier Bardem brilliert als zwischen Staatsloyalität und Liebe zerrissener Mann.“ (Margret Köhler, Film-Jahrbuch 2004)

Mit Javier Bardem, Laura Morante


TV-Tipp für den 27. November: Layer Cake

November 27, 2009

Pro 7, 22.30

Layer Cake (GB 2004, R.: Matthew Vaughn)

Drehbuch: J.J. Connolly

LV: J.J. Connolly: Layer Cake, 2000 (Layer Cake: Willkommen im Club)

Ein Drogenhändler der besseren Art will aussteigen. Sein Boss hat vorher noch zwei Aufträge für ihn: er soll eine Junkie-Tochter aufspüren und eine riesige Menge Ecstasy aufkaufen. Das ist beides nicht so einfach.

Allgemein abgefeierter Gangsterthriller, der leider nie in die deutschen Kinos kam. Eine euphorische Stimme: „Aktionsreicher, beinharter Thriller in bester britischer Tradition. Hervorragend gespielt, fotografiert und inszeniert, bis ins kleinste Detail präzise entwickelt.“ (Lexikon des internationalen Films)

Mit Daniel Craig, Tom Hardy, Jamie Foreman, Sally Hawkins, Burn Gorman, Sienna Miller

Wiederholung: Sonntag, 29. November, 00.00 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Homepage zum Film

BBC-Interview mit Matthew Vaughn

Wikipedia über „Layer Cake“ (deutsch, englisch)


Neu im Kino: Die Tür

November 26, 2009

Die Tür (D 2009)

Regie: Anno Saul

Buch: Jan Berger

LV: Akif Pirinçci: Die Damalstür, 2001 (Neuveröffentlichung als „Die Tür“)

Fünf Jahre nach dem Unfalltod seiner Tochter erhält die David die Möglichkeit in die Vergangenheit zu reisen und das Unglück ungeschehen zu machen. Aber sein zweites Ich ist noch am Leben und David fragt sich, wie er mit dem fünf Jahre jüngeren Doppelgänger umgehen soll.

Sanfter Mystery-Thriller, der auf ein geteiltes, aber eher wohlwollendes Echo stößt. Denn es wäre wohl mehr möglich gewesen.

„erstaunlich souveräne Versuch eines deutschen ‚Mystery Thrillers’“ (Birgit Roschy, epd Film 11/2009)

„unlogisches Krimidrama“ (ts, Widescreen Vision 12/2009)

Saul und Berger arbeiteten bereits bei „Kebab Connection“ zusammen.

mit Mads Mikkelsen, Jessica Schwarz, Thomas Thieme, Heike Makatsch

Hinweise

Homepage zum Film

Film-Zeit über „Die Tür“

Krimi-Couch über Akif Pirinçci

Wikipedia über Akif Pirinçci


TV-Tipp für den 26. November: Tatort: Eine unscheinbare Frau

November 26, 2009

WDR, 20.15

Tatort: Eine unscheinbare Frau (D 2001, R.: Martin Gies)

Drehbuch: Johann Greve

Margit Bredes ist eine unscheinbare Frau, die klaglos jede Demütigung akzeptiert. Aber heute ist einer der Tage an denen alles schief geht. Als dann auch noch der Gemüsehändler zudringlich wird, reicht es ihr endgültig. Sie wehrt sich und erschießt ihn mit seiner Pistole. Als nächstes geht sie zu ihrem Exgeliebten. Dieses Mal hat sie eine Waffe dabei.

„Eine unscheinbare Frau“ ist die gelungene Studie einer Frau, die nach endlosen Demütigungen die Initiative ergreift. Da bleibt für die Kommissare Lürsen und Stedefreund nur noch ein Platz auf der Zuschauertribüne.

mit Sabine Postel, Oliver Mommsen, Bettina Kupfer, Henry Hübchen


TV-Tipp für den 25. November: Wilde Zeiten in Shanghai

November 25, 2009

Arte, 21.00

Wilde Zeiten in Shanghai (F 2008, R.: Anne Riegel, Olivier Horn)

Drehbuch: Anne Riegel, Olivier Horn

Spielfilmlange Doku über Shanghai in den dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts als Korruption und Verbrechen die Stadt beherrschten.

Wiederholungen

Dienstag, 1. Dezember, 01.30 Uhr (Taggenau!)

Freitag, 11. Dezember, 03.00 Uhr (Taggenau!)

Hinweis

Arte über die Doku


TV-Tipp für den 24. November: Brown’s Requiem

November 23, 2009

Das Vierte, 22.10

Brown´s Requiem (USA 1998, R.: Jason Freeland)

Drehbuch: Jason Freeland

LV: James Ellroy: Brown´s Requiem, 1981 (Browns Grabgesang)

Ein Detektiv beschattet eine 17-jährige und gerät an einen korrupten Tycoon.

In Deutschland lief dieser gelungene Noir-Thriller unter Ausschluss der Öffentlichkeit. „Die konzentrierte Adaption von James Ellroys Romandebüt kommt dem düsteren Geist der Vorlage sehr nahe: Ein kleines Requiem für den Film Noir, Verbeugung vor den Klassikern, schnörkellos und schön räudig ins Los Angeles der 90er Jahre transferiert.“ (Robert Weixlbaumer, Tip 14/2000)

Mit Michael Rooker, Tobin Bell, Selma Balir, Jack Conley

Hinweis

James Ellroy in der Kriminalakte

„Brown’s Requiem“ kostenlos bei Videoload


TV-Tipp für den 23. November: Der Rammbock

November 23, 2009

Tele 5, 00.10

Der Rammbock (F/Can 1983, R.: José Giovanni)

Drehbuch: José Giovanni

LV: José Giovanni: Le ruffian, 1969 (Der Rammbock)

Nach einem Überfall auf eine kanadische Goldmine kann Aldo mit einer größeren Menge Gold fliehen. Auf seiner Flucht verliert er das Gold in einem Wasserfall. Zusammen mit einigen Freunden versucht Aldo jetzt den Schatz zu bergen.

Hübscher Abenteuerfilm mit Top-Besetzung

Mit Lino Ventura, Claudia Cardinale, Bernard Giraudeau

Wiederholung: Dienstag, 24. November, 05.55 Uhr (Taggenau!)