TV-Tipp für den 11. Juni: LeseHorizonte: Südafrika

Juni 11, 2009

Arte, 22.40

LeseHorizonte: Südafrika (F 2009, R.: Virginie Linhart

Drehbuch: Virginie Linhart

Die erste Folge einer neuen Literatursendung stellt das literarische Leben in Südafrika und die bekannten Autoren André Brink, Nadine Gordimer und Breyten Breytenbach vor.

Die nächsten Folgen porträtieren das literarische Leben in Ägypten, Haiti und Quebec.

Wiederholungen

Dienstag, 16. Juni, 01.45 Uhr (Taggenau!)

Donnerstag, 18. Juni, 05.00 Uhr (Taggenau!)

Hinweis

Arte zur Reihe


TV-Tipp für den 10. Juni: Schande

Juni 9, 2009

WDR, 22.10

Schande (D 1999, R.: Claudia Prietzel)

Drehbuch: Burkhard Driest

Spannendes Drama über das Tabu-Thema Kindesmissbrauch mit Hansa Czypionka, Oliver Stritzel, Imogen Kogge, Stephanie Charlotta

Hinweise

Wikipedia über Burkhard Driest

Die Welt: Zum 70. Geburtstag von Burkhard Driest (28. April 2009)

Alligatorpapiere: Befragung von Burkhard Driest

Drehbuch „Schande“ von Burkhard Driest (mit einigen weiteren Informationen und Kritiken zum Film)


TV-Tipp für den 9. Juni: 21 Liebesbriefe

Juni 9, 2009

3sat, 20.15

21 Liebesbriefe (D 2004, R.: Nina Grosse)

Drehbuch: Friedrich Ani, Nina Grosse

Kellnerin Franziska Luginsland ist schwer verliebt in ihre Brieffreundschaft Fabian Stiller. Allerdings wird er vor ihrem ersten Date erschossen. Franziska, anstatt zur Polizei zu gehen, sucht auf eigene Faust den Mörder.

Katja Flint hatte die Idee, Friedrich Ani und Nina Grosse schrieben dann das Drehbuch: eine Mischung aus Krimi und Romanze. Das ganze ist sehr nett, aber auch nicht weiter aufregend und die Amateurdetektivin Luginsland agiert nicht immer sonderlich intelligent.

21 Liebesbriefe ist ein stiller, ja beinahe bedächtiger Krimi mit humoristischen Untertönen, lakonischen Dialogen, poetischen Schlenkern und einer Prise Absurdität…So entpuppt sich der Krimi am Ende als berührendes, aber unsentimentales Frauenporträt.“ (Jürgen Bräunlein, Berliner Zeitung, 11. Oktober 2004)

Not amused war das „Lexikon des internationalen Films“: „Missglückte Symbiose aus unverständlichem Liebesfilm und miserablem Krimi, garniert mit Münchner Lokalkolorit.“ Aber die Quote war gut genug für zwei Fortsetzungen.

Mit Katja Flint, Harald Schrott, Günter Maria Halmer

Wiederholung: Mittwoch, 10. Juni, 11.30 Uhr

Hinweise

Homepage von Friedrich Ani

Meine Besprechung von Friedrich Anis „Wer lebt, stirbt“ (2007)

Meine Besprechung von Friedrich Anis „Der verschwundene Gast“ (2008)


TV-Tipp für den 8. Juni: Out of Time

Juni 8, 2009

ZDF, 22.15

Out of time (USA 003, R.: Carl Franklin)

Drehbuch: David Collard

Matt Whitlock schiebt als Polizeichef von Banyan Key eine ruhige Kugel in dem Sunshine State Florida. Seine verheiratete Geliebte Ann verzuckert seinen Alltag. Als sie unheilbar an Krebs erkrankt und ihn als Begünstigten in ihre Lebensversicherung einsetzt, will er ihr helfen. Er gibt ihr die seinem Polizeisafe gebunkerte halbe Million Dollar Drogengeld. Wenige Stunden später sind sie und ihr Mann tot. Sie wurden ermordet und anschließend verbrannt. Whitlocks Ex Alex leitet die Ermittlungen. Alle Beweise deuten auf den unbekannten Geliebten als Mörder. Matt Whitlock muss daher das Komplott aufdecken, bevor er als Mörder verhaftet wird.

Für Genre-Junkies ist der wunderschön entspannte Florida-Noir-Thriller „Out of Time – Sein Gegner ist die Zeit“ ein Festschmaus.

Collard schrieb ein wendungsreiches, kunstvoll die Balance zwischen Tradition und Innovation haltendes, Drehbuch. Franklin setzte es punktgenau um. Das Ensemble, angeführt von dem immer guten Denzel Washington, spielte genussvoll auf. Gerade die vielen Nebendarsteller, wie der Pathologe (als Sidekick des Helden ist er natürlich sehr wichtig), die Untergebenen von Alex und Matt, die DEA-Agenten, der Hotelchef und die ältere Zeugin, hatten prächtige Auftritte. Die Stuntmen durften vor allem bei einem Kampf auf Leben und Tod an einem Balkongitter im siebten Stock eines Hotels ihr Können zeigen. Die Aufnahmen Florida, besonders der Sonnenuntergängen, sind traumhaft und die Musik von Graeme Revell gibt allem einen entspannt-südamerikanischen Touch.

Mit Denzel Washington, Eva Mendes, Salma Latham, Dean Cain, John Billingsley

Wiederholung: Mittwoch, 10. Juni, 00.20 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Homepage zum Film

Film-Zeit über „Out of Time“


TV-Tipp für den 7. Juni: Europawahl

Juni 6, 2009

Phoenix, 17.00

ARD/ZDF, 17.45

Europawahl

Nach dem Schließen der Wahlurnen („Don’t forget…to vote!“ Frank Zappa) geht’s ans Auszählen. Im TV gibt’s die aktuellen Hochrechnungen und die ersten Reaktionen der Wahlgewinner.


Neue TV-Krimi-Buch-Tipps online

Juni 5, 2009

Bei den Alligatorpapieren sind meine neuen TV-Krimi-Buch-Tipps (wie immer wunderschön gelayoutet von Alligator-Alfred) online. Und auf was dürfen sich die Freunde des verfilmten Wortes freuen? Nun:

Mit nur einer TV-Premiere wirft der Sommer seine Schatten voraus. Aber dafür scheint die Alan-Hunter-Verfilmung „George Gently – Der Unbestechliche“ (mit „Profi“ Martin Shaw in der Hauptrolle) wirklich etwas für die Freunde des härteren britischen Krimis zu sein.
In die Kategorie „sehenswerte Wiederholungen“ fallen Steven Soderberghs Elmore-Leonard-Verfilmung „Out of sight“, Carol Reeds Graham-Greene-Verfilmung „Der dritte Mann“, Yves Boissets Jean-Vautrin-Verfilmung „Dog Day – Ein Mann rennt um sein Leben“ (mit Lee Marvin), Roberto Faenzas Hugh-Fleetwood-Verfilmung „Copkiller“ (mit Harvey Keitel), Alfred Hitchcocks Victor-Canning-Verfilmung „Familiengrab“, Sydney Pollacks James-Grady-Verfilmung „Die drei Tage des Condor“, John Schlesingers Robert-Lindsey-Verfilmung „Der Falke und der Schneemann“, Don Siegels Glendon-Swarthout-Verfilmung „Der letzte Scharfschütze“ und seine Clive-Egleton-Verfilmung „Die schwarze Windmühle“, Martin Scorseses Nicholas-Pileggi-Verfilmung „Casino“, Henri Verneuils Félicien-Marceau-Verfilmung „Der Körper meines Feindes“, Michael Ciminos Robert-Daley-Verdilmung „Im Jahr des Drachen“ und Oliver Stones John-Ridley-Verfilmung „U-Turn – Kein Weg zurück“.


TV-Tipp für den 6. Juni: Out of Sight

Juni 5, 2009

Vox, 20.15

Out of Sight (USA 1998, R.: Steven Soderbergh)

Drehbuch: Scott Frank

LV: Elmore Leonard: Out of sight, 1996 (Zuckerschnute, Out of sight)

Auf der Flucht verbringt Jack Foley im Kofferraum einige Zeit mit Debputy U. S. Marshal Karen Sisco. Zwischen ihnen funkt es gewaltig. Als Jack in Detroit seinen letzten Coup plant, erscheint auch Karen auf der Bildfläche.

Hochgelobte und uneingeschränkt empfehlenswerte Leonard-Verfilmung mit George Clooney, Jennifer Lopez, Ving Rhames, Don Cheadle, Dennis Farina, Luis Guzman

Von Elmore Leonards Homepage: “Out of Sight, like Get Shorty, was a totally happy film experience for Elmore. The Get Shorty production team and writer: Danny DeVitos Jersey Films and screenwriter Scott Frank, once again collaborated on an Elmore Leonard project. Jersey signed Steven Soderbergh to direct and he cast George Clooney and Jennifer Lopez in the lead roles. (…) Clooney and Lopez added considerable sizzle to Out of Sight. Steve Zahn is hilarious as a stoner car thief; Ving Rhames, Don Cheadle and Isaiah Washington are all deadly and cool. Albert Brooks was a pleasant surprise. He makes the most out of the Ripley character. It was Scott Frank who took Ripley, off-stage in the book, and made him a key character. After Scott finished his screenplay, Elmore disagreed with the Ripley move and the ´happy´ movie ending, but admitted he was right after seeing the finished film. Out of Sight has a great look thanks to Steven Soderberghís masterful direction and Scott Frank’s savvy script. The film was a critical success but a box office so-so because of an unfortunate summer release date.”

Wiederholung: Sonntag, 7. Juni, 00.35 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Homepage von Elmore Leonard

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Up in Honey’s Room“ (2007)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Gangsterbraut“ (The hot Kid, 2005)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Callgirls“ (Mr. Paradise, 2004)

Mein Porträt „Man nennt ihn Dutch – Elmore Leonard zum Achtzigsten“


TV-Tipp für den 5. Juni: An einem Tag wie jeder andere

Juni 5, 2009

WDR, 23.15

An einem Tag wie jeder andere (USA 1955, R.: William Wyler)

Drehbuch: Joseph Hayes

LV: Joseph Hayes: The desperate hours, 1954 (Roman), 1956 (Bühnenstück) (An einem Tag wie jeder andere)

Auf der Flucht dringen Gangster bei der Familie Cornell ein und nehmen sie als Geisel. Ein Psychoduell zwischen Geiseln und Geiselnehmern beginnt. Und die Polizei taucht auch auf.

Kurz nachdem Hayes Stück seine Broadway-Premiere erlebt hatte (mit Paul Newmann in der im Film von Bogart gespielten Rolle des Gangster Glenn Griffin), wurde es bereits von Hollywood in einer entschärften Version verfilmt. Bogarts vorletzter Film kann nie seine Herkunft vom Theater verleugnen. „Der Film entpuppte sich als ebenso langatmiges wie reaktionäres Pamphlet für Recht und Ordnung.“ (Clifford McCarty: Humphrey Bogart und seine Filme)

Mit Humphrey Bogart, Fredric March, Arthur Kennedy


Eingestiegen im falschen „Shuttle“

Juni 4, 2009

Man muss wirklich kein Genie sein, um zu wissen, dass die beiden Studentinnen, als sie mitten in einer verregneten Nacht auf dem Flughafen in den Airport-Shuttle steigen, den Fehler ihres Lebens begehen. Denn zuerst unterbietet der Fahrer einen Kollegen, dann besteht er, trotz zahlreicher freier Plätze, auf einer Höchstzahl von drei Passagieren und der schon im Bus sitzende Mann, Typ ängstlicher Buchhalter, ist auch nicht ganz koscher. Aber die eine Studentin kann den Fahrer überzeugen, die beiden Jungs, die sie auf dem Flughafen kennen gelernt haben, mitzunehmen. Als sie durch verlassene Ghettostraßen fahren, platzt ein Reifen. Beim Wechseln verliert der eine Junge seine Finger und der Fahrer eröffnet ihnen, dass er sie nicht in die Stadt bringen werde.

In der folgenden Stunde entspinnt sich in dem Kleinbus ein gnadenloser Kampf zwischen dem Fahrer und seinen Passagieren. In der letzten halben Stunde nimmt die Geschichte in einer Lagerhalle dann einige überraschende Wendungen und ein Ende, das einerseits schockierend, aber andererseits auch ziemlich unplausibel und pseudo-sozialkritisch ist.

Edward Andersons Regiedebüt „Shuttle“ ist einer dieser kleinen Thriller, die auf einem sehr begrenzten Raum (die meiste Zeit in einem Kleinbus) innerhalb weniger Stunden spielen und sich vor allem auf die Dynamik zwischen einer Handvoll Personen verlassen. Dank des geringen Budgets und dem Verzicht auf bekannte Namen muss Anderson auch kein Hollywood-Ende präsentieren.

Allerdings gibt es, gerade weil „Shuttle mit über hundert Minuten einfach zu lang geraten ist, zu viele ärgerliche Plotlöcher und zu viele Wendungen sind zu vorhersehbar. Handys funktionieren nicht in einer amerikanischen Großstadt. Diese ist in der Nacht sowieso einsamer als eine Geisterstadt. Die Geisel flüchten nicht, wenn sie die Gelegenheit haben. Sie wehren sich nicht entschieden genug gegen den Entführer. Und, selbstverständlich hat der Entführer mehr Leben als eine Katze.

Shuttle

Shuttle (Shuttle, USA 2008)

Regie: Edward Anderson

Drehbuch: Edward Anderson

Mit Tony Curran (Busfahrer), Peyton List (Mel), Cameron Goodman (Jules), Cullen Douglas (Andy), Dave Power (Matt), James Snyder (Seth)

DVD

Koch-Media, 2009

Länge: 102 Minuten

Bildformat: 2.35:1 (16:9)

Tonformat: Deutsch, Englisch

Untertitel: Deutsch

Bonusmaterial: Trailer (deutsch, englisch), wahrscheinlich Wendecover

FSK: ab 18 Jahre

Hinweise

Homepage zum Film

Filmthreat: Interview mit Edward Anderson (5. März 2008)

ESplatter: Interview mit Edward Anderson (13. März 2009)

Bloody Good Horror: Interview mit Edward Anderson (8. April 2009)


TV-Tipp für den 4. Juni: Cannonball

Juni 4, 2009

HR, 00.05

Cannonball (USA 1976, R.: Paul Bartel)

Drehbuch: Paul Bartel, Don Simpson

Ein perfekter Mitternachtsfilm: Bei einem jährlichen illegalen Autorennen quer durch die USA werden die Fahrer von der Polizei verfolgt und gleichzeitig kämpfen sie selbst mit harten Bandagen gegeneinander.

„Primitiver, menschenverachtender Nervenkitzel, schlampig und spannungslos inszeniert.“ (Lexikon des internationalen Films; wahrscheinlich die zeitgenössische Meinung)

Die Story ist natürlich nur der Aufhänger für Autostunts und Kloppereien. Etliche Gaststars, die damals noch am Anfang ihrer Karriere standen, verzieren die Actionkomödie.

Der 1996 verstorbene Drehbuchautor Don Simpson wurde später zusammen mit Jerry Bruckheimer der Blockbuster-Produzent der achtziger und neunziger Jahre. „Flashdance“, Top Gun“, „Beverly Hills Cop“, „Bad Boys“ und „The Rock“ waren einige ihrer Hits.

Kameramann Tak Fujimoto drehte später unter anderem fast alle Filme von Jonathan Demme (“Das Schweigen der Lämmer”) und „The sixth sense“.

Mit David Carradine, Bill McKinney, Veronica Hamel, Robert Carradine, Carl Gottlieb (Drehbuch „Der weiße Hai“), James Keach, John Herzfeld (Regisseur „Kill Bobby Z“, „15 Minuten“), Allan Arkush (Regisseur, Produzent „Crossing Jordan“ und „Heroes“), Paul Bartel, Roger Corman, Joe Dante (Regisseur „Gremlins“), Jonathan Kaplan (Regisseur „Angeklagt“, Produzent „ER“ und „Without a trace“), Martin Scorsese, Don Simpson, Sylvester Stallone

Hinweise

DVD Drive in: Besprechung von „Cannonball“

Wikipedia über den Cannonball Run


TV-Tipp für den 3. Juni: Dirty Harry

Juni 3, 2009

Weil Clint Eastwood am 31. Mai seinen letzten Geburtstag feierte, zeigt Kabel 1 heute zwei Filme mit Clint Eastwood. Um 20.15 Uhr gibt es „Million Dollar Baby“ (USA 2004) und anschließend

Kabel 1, 22.45

Dirty Harry (USA 1971, R.: Don Siegel)

Drehbuch: Harry Julian Fink, Rita M. Fink, Dean Reisner, John Milius (ohne Credit)

LV: Harry Julian Fink, Rita M. Fink: Dead Right (Story)

Buch zum Film: Phillip Rock: Dirty Harry, 1971 (Dirty Harry)

In San Francisco knallt Scorpio wahllos Menschen ab. Dirty Harry Calahan nimmt die Fährte auf.

Klassiker des harten Polizeifilms und Blaupause für unzählige Kopien.

„Ein Plädoyer für mehr und härtere Polizeigewalt ist Siegels Film nur an der Oberfläche. Der Kreislauf der Gewalt bringt zwangsläufig solche Charaktere wie Dirty Harry hervor. Er ist auf seine Weise ein Produkt seiner Umwelt und einer, dem, um seine Integrität zu bewahren, nichts anderes übrig bleibt, als zu handeln wie ein Outlaw mit dem Stern des Gesetztes…Es ist ein Film über einen rechten Charakter, nicht aber ein rechter Film“ (Georg Seesslen: Copland)

Mit Clint Eastwood, Harry Guardino, John Mitchum, John Vernon, Andy Robinson


TV-Tipp für den 2. Juni: Kamikaze 1989

Juni 2, 2009

NDR, 23.00

Kamikaze 1989 (D 1982, R.: Wolf Gremm)

Drehbuch: Robert Katz, Wolf Gremm

LV: Per Wahlöö: Mord pa 31: a vaningen, 1964 (Mord im 31. Stock)

Was verbirgt sich in dem 31. Stock eines Verlagshochhauses? Kommissar Jansen ermittelt.

Von der damaligen Kritik wurde der Film lauwarm aufgenommen. Nur Fassbinders Darstellung wurde allgemein gelobt. Und er ist in seinem letzten Filmauftritt auch das Zentrum des Films. Um ihn scharen sich etliche Leute aus seinem Clan und weitere bekannte Schauspieler. Und Wolf Gremm vermischte munter alle Stile zu einem postmodernen Deutschland, in dem Intellektuelle nichts mehr zählen.

Aus heutiger Sicht ist „Kamikaze 1989“ einer der wenigen gelungenen bundesdeutschen S-F-Filme und, ungewollt, ein Abgesang auf eine Ära. Wahrscheinlich der beste Film von Wolf Gremm.

„Der letzte Auftritt von Fassbinder als Schauspieler…was Gremms durchdachten und rätselhaften Hybriden noch interessanter macht…stellt der Film eine Übung in einer Mischung von Stilen und genreübergreifender Charakterisierung dar.“ (Phil Hardy: Die Science Fiction Filmenzyklopädie)

Mit Reiner Werner Fassbinder, Günther Kaufmann, Boy Gobert, Arnold Marquis, Richy Müller, Nicole Heesters, Brigitte Mira, Franco Nero, Frank Ripploh, Hans Wyprächtiger

Hinweise

Krimi-Couch über Per Wahlöö

Wikipedia über Per Wahlöö

Die Zeit: Filmbesprechung von Hans-Christoph Blumenberg (16. Juli 1982)


TV-Tipp für den 1. Juni: Der Sträfling und die Witwe

Mai 31, 2009

3sat, 23.20

Der Sträfling und die Witwe (F/I 1971, R.: Pierre Granier-Deferre)

Drehbuch: Pierr Granier-Deferre, Pascal Jardin

LV: Georges Simenon: La Veuve Couderc, 1940 (Die Witwe Couderc)

1934 auf einem abgelegenen Hof spielende Liebesgeschichte zwischen einem entflohenen Sträfling und einer Witwe.

Krimidrama mit Alain Delon und Simone Signoret


TV-Tipp für den 31. Mai: Tatort: Der Mann auf dem Hochsitz

Mai 30, 2009

Heute gibt’s nach „Bienzle und der Biedermann“ (20.15 Uhr), „Eine Million Mäuse“ (23.30 Uhr) und „Peggy hat Angst“ (01.00 Uhr) den Abschluss einer „Tatort“-Nacht als Tagestipp:

SWR, 02.30

Tatort: Der Mann auf dem Hochsitz (D 1978, R.: Ulrich Neureuther)

Drehbuch: Richard Hey

LV: Richard Hey: Feuer unter den Füßen, 1984

Wurde ein Jäger auf seinem Hochsitz von einem Italiener angeschossen? Kommissarin Buchmüller ermittelt.

Nicole Heesters gebührt der Verdienst, die erste „Tatort“-Kommissarin (und die erste deutsche TV-Kommissarin) gewesen zu sein. Insofern ist sie das Vorbild für alle weiteren Kommissarinnen.

„Nicole Heesters verleiht ihrer Figur eine Art weltäufige Eleganz, sie erscheint klar, kühl und ohne Falsch. Gefühle kommen bei der Grand Dame des Verbrechns nur wohldosiert zum Tragen. Sie besteht auf einer klaren Trennung zwischen Beruf und Privatleben. (…) Im Subtext von ‚Der Mann auf dem Hochsitz’ geht es um das Scheitern von traditonellen Rollenvorgaben. (…) Das vielschichtige Gesellschaftsporträt von Autor Richard Hey gibt einen gelungenen Rahmen für den ersten Auftritt der Kommissarin ab.“ (Sabine Holtgreve: Supergirls – Die Geschichte der TATORT-Kommissarinnen, in Eike Wenzel, Hrsg.: Ermittlungen in Sachen TATORT, 2000)

Richard Hey verarbeitete später sein Drehbuch zum Roman „Feuer unter den Füßen“, der sich (so meine Erinnerung) zu stark auf die teilweise lange zurückreichenden Beziehungen der einzelnen Akteure konzentriert, um als Krimi noch zu überzeugen.

Mit Nicole Heesters, Peter Nassauer, Jörg Fallheier, Stephan Orlac, Klaus Höhne (Gastauftritt als Kommissar Konrad)

Hinweise

Tatort-Fundus

Lexikon der deutschen Krimiautoren über Richard Hey

Wikipedia über Richard Hey


TV-Tipp für den 30. Mai: Die Nacht für Uwe Friedrichsen

Mai 30, 2009

Dank überragender Planung der Programmmacher gibt es wieder ein leicht verspätetes Geburtstagsgeschenk. Uwe Friedrichsen erblickte am 27. Mai 1934 in Hamburg das Licht der Welt und der NDR spendiert ihm „Die Nacht für Uwe Friedrichsen“ mit drei gut abgehangenen Krimis:

NDR, 23.15

Schwarz Rot Gold: Made in Germany (D 1993, R.: Theo Mezger)

Drehbuch: Dieter Meichsner

Zaluskowski glaubt, dass ein in der Öffentlichkeit stehender Konzernboss gegen die Ausfuhrbestimmungen verstößt. Denn seine Bauteile können zu Handgranaten umgebaut werden.

Zwischen 1982 und 1995 entstanden 18 TV-Spielfilme mit Uwe Friedrichsen als Zollfahnder Zaluskowski. Drehbuchautor Dieter Meichsner, der alle Drehbücher nach wahren Fällen schrieb, gelang es, das dröge Thema Wirtschaftskriminalität in spannende Krimis zu verpacken. Bis jetzt fand er keinen Nachfolger.

Vor allem in den Achtzigern war „Schwarz Rot Gold“ eine der Serien, in denen Qualität und Quote stimmten: „gehört zum Besten, was in den achtziger Jahren an deutscher Krimiunterhaltung geboten wurde“ (Martin Compart: Crime TV).

In den vergangenen Jahren verstaubten die Folgen dann in den Programmarchiven. Aber Dank der DVD-Veröffentlichung der ersten sechs Folgen (mit einem ausgesucht hässlichem Cover, bei dem die jedes Cover verschandelnde FSK-Flatsche auch nichts mehr retten kann) zeigt der NDR am Samstag, den 13. Juni, um 23.15 Uhr die erste „Schwarz Rot Gold“-Folge „Unser Land“ (R.: Dieter Wedel).

Mit Uwe Friedrichsen, Siegfried W. Kernen, George Meyer-Goll, Edgar Bessen,    Rolf Becker, Hans Häckermann

NDR, 00.45

Die Männer vom K3: Halali für einen Jagdfreund (D 1992, R.: Dietrich Haugk)

Drehbuch: Harald Vock

Friedrichsen spielt einen Immobilienhai, dessen Haus von einem Unbekannten zerstört wird. Er beginnt, mit dem Gewehr in der Hand, den Täter zu jagen. Die Männer vom K3 suchen ebenfalls den Täter.

Eine weitere realistische Krimiserie, die von Harald Vock erfunden wurde und eine Fortsetzung des damals noch bekannten „Sonderdezernat K1“ (schon lange nicht mehr gezeigt) war.

Martin Compart zu den „Männern vom K3“: „für deutsche Verhältnisse überdurchschnittlich (…) Sympathisch ist auch der Siebziger-Jahre-Touch. Die Serie hechelt keinem Zeitgeist hinterher und negiert nicht die Bedeutung des sozialen Umfelds. Wenn Vock gut ist, gehört er zu den besten Krimi-Autoren des deutschen Fernsehens.“

Mit Harald Dietl, Hartmut Reck, Wolfgang Müller, Alexander Pelz, Uwe Friedrichsen, Rolf Hoppe, Claus Wilcke, Winfried Glatzeder, Karl Lieffen

NDR, 02.35

Schwarz Rot Gold: Schmutziges Gold (D 1991, R.: Theo Mezger)

Drehbuch: Dieter Meichsner

Ein Rentner wird beim Schmuggeln von Goldbarren erwischt. Er führt Zaluskowski zu einem Antiquitätenhändler.

Mit Uwe Friedrichsen, Edgar Bessen, Siegfried Kernen, Hannelore Elsner

Hinweise

Wikipedia über Uwe Friedrichsen

Die Krimihomepage über „Schwarz Rot Gold“

Wikipedia über „Schwarz Rot Gold“

Homepage von Dieter Meichsner

Lexikon der deutschen Krimiautoren über Dieter Meichsner

Die Krimihomepage über „Die Männer vom K3“

Wikipedia über „Die Männer vom K3“

Lexikon der deutschen Krimiautoren über Harald Vock

Amazon: FSK-Flatschen (Vergleichen Sie die deutschen mit den britischen Covers!)


TV-Tipp für den 29. Mai: Serpico

Mai 29, 2009

Das Vierte, 20.15

Serpico (USA 1973, R.: Sidney Lumet)

Drehbuch: Waldo Salt, Norman Wexler

LV: Peter Maas: Serpico, 1971

Serpico ist ein junger, idealistischer Polizist, der auch gegen die Korruption im System vorgehen will. Seine Kollegen und Vorgesetzten findet das nicht gut.

Grandioser, auf Tatsachen beruhender, vor Ort gedrehter, pessimistischer Cop-Thriller mit Al Pacino

„Die Karriere von Frank Serpico…erlaubt Lumet einen breiten, aber detaillierten Angriff auf die in der Stadt ausgebreitete Korruption und die frustrierenden Mechanismen der Bürokratie bei ihrer Selbstverteidigung, während die emotionalen Kräfte seines Films, dieses Mal, denen des Helden treffend angepasst sind.“ (Richard Combs in Monthly Film Bulletin)


TV-Tipp für den 28. Mai: Mitternacht im Garten von Gut und Böse

Mai 28, 2009

Arte, 21.00

Mitternacht im Garten von Gut und Böse (USA 1997, R.: Clint Eastwood)

Drehbuch: John Lee Hancock

LV: John Berendt: Midnight at the Garden of Good and Evil, 1994 (Mitternacht im Garten der Lüste)

Der New Yorker Reporter John Kelso soll in Savannah, Georgia, nur über die traditionelle Weihnachtsfeier eines vermögenden Antiquitätenhändlers berichten. Aber dann geschieht ein Mord und Savannah hat einen ausgewachsenen Skandal.

Bei der Verfilmung des, an der Kinokasse ziemlich untergegangenen, True-Crime-Bestsellers von John Berendt beschränkte Clint Eastwood sich auf die Regie. Er inszenierte ein langes, nicht sonderlich spannendes, in einer Gerichtsverhandlung mündendes  Opus über die Doppelmoral im Süden der USA.

„Eastwoods Faszination für gepflegte Langsamkeit [verlangt] dem Zuschauer einiges an Geduld ab. Wer sie aufbringt, wird entlohnt mit dem exotischen Sittengemälde einer bizarren Gesellschaft der obersten Tausend.“ (Angie Dullinger, AZ)

Mit John Cusack, Kevin Spacey, Jude Law, Alison Eastwood, Lady Chablis (als sie selbst)

Wiederholungen

Freitag, 5. Juni, 00.25 Uhr (Taggenau!)

Freitag, 5. Juni, 14.45 Uhr

Hinweise

Booknotes: Interview mit John Berendt (28. August 1997)


TV-Tipp für den 27. Mai: Tatort: Brüder

Mai 27, 2009

WDR, 23.40

Tatort: Brüder (D 1997, R.: Hartmut Griesmayr)

Drehbuch: Wolfgang Brenner

Kommissar Flemmings Zwillingsbruder, ein Anwalt, der jetzt Spitzenkandidat einer konservativen Partei ist, gerät in Mordverdacht. Denn in seinem Auto wurde im Wahlkampf eine von ihm schwangere Studentin erschossen.

Letzter Flemming-Tatort, mit Flemming-Darsteller Martin Lüttge in einer Doppelrolle. – Bestenfalls, wie alle Flemming-Tatorte, solala.

Mit Martin Lüttge, Roswitha Schreiner, Ulrich Gebauer, Diana Körner, Hans-Christoph Blumenberg

Hinweise

Schmalenbach (Homepage von Wolfgang Brenner, letzte Aktualisierung circa 2000)

Lexikon deutschen Krimiautoren über Wolfgang Brenner

Krimi-Couch über Wolfgang Brenner

Meine Besprechung von Wolfgang Brenners „Bollinger und die Friseuse“ (2007)


TV-Tipp für den 26. Mai: The Score

Mai 25, 2009

Kabel 1, 20.15

The Score (USA/D 2001, R.: Frank Oz)

Drehbuch: Kario Salem, Lem Dobbs, Scott Marshall Smith (nach einer Geschichte von Daniel E. Taylor und Kario Salem)

Hehler Max überredet den immer allein arbeitenden Profieinbrecher Nick Wells zu einem Einbruch ins ausgezeichnet gesicherte Zolllager von Montreal. Dort ist für einige Tage ein wertvolles Königszepter. Die Pläne erhält Nick dank eines Insiders. Dummerweise will der Insider bei dem Coup nicht nur helfende Hand sein.

Drei Schauspielgiganten in einem amüsanten Caper. Was will man mehr an einem lauschigen Frühlingsabend?

The Score” ist der letzte Film von Marlon Brando. Nach mehreren, sehr höflich formuliert, schlechten Werken, gelang ihm mit dem elegant, altmodischen “The Score” ein würdevoller Abschied.

Mit Robert De Niro, Edward Norton, Marlon Brando, Angela Bassett, Gary Farmer, Paul Soles


Neue TV-Krimi-Buch-Tipps online

Mai 22, 2009

Bei den Alligatorpapieren (Gute Besserung, Alfred!) gibt’s, mit vielen schönen Bildern, die TV-Krimi-Buch-Tipps für die kommenden zwei Wochen. Hier die ersten Zeilen:

In den kommenden beiden Wochen dürfen Henning-Mankell-Fans sich auf die britische Version mit Kenneth Branagh als Kommissar Wallander freuen. Außerdem gibt es eine neue Folge von „Der Kommissar und das Meer“, etliche Håkan-Nesser-Verfilmungen und Inspector Barnaby ermittelt emsig.
Die sehenswerten Filme sind Martin Enlens Robert-Hültner-Verfilmung „Tatort: Vorstadtballade“, Wim Wenders Joe-Gores-Verfilmung „Hammett“, seine Patricia-Highsmith-Verfilmung „Der amerikanische Freund“, Jean-Luc Godards Debüt „Außer Atem“, Clint Eastwoods John-Berendt-Verfilmung „Mitternacht im Garten von Gut und Böse“, Sidney Lumets Peter-Maas-Verfilmung „Serpico“, Jean Negulescos Eric-Ambler-Verfilmung „Die Maske des Dimitrios“, Alfred Hitchcocks Victor-Canning-Verfilmung „Familiengrab“, Ulrich Neureuthers Richard-Hey-Verfilmung „Tatort: Der Mann auf dem Hochsitz“ (erster Auftritt der ersten deutschen TV-Kommissarin), Jonathan Demmes Thomas-Harris-Verfilmung „Das Schweigen der Lämmer“, Claude Chabrols Jean-Marie-Fitère-Verfilmung „Violette Nozière“, Lee Tamahoris Pete-Dexter-Verfilmung „Nach eigenen Regeln“ und Don Siegels „Dirty Harry“.
In der Klassikerabteilung gibt es Marcel Carnés „Hafen im Nebel“ und Lt. Columbo hat noch eine Frage.