TV-Tipp für den 23. November: Miami Vice

November 23, 2008

RTL, 20.15

Miami Vice (USA 2006, R.: Michael Mann)

Drehbuch: Michael Mann

Die Polizisten Crockett und Tubbs jagen einen mächtigen Drogenhändler.

Optisch überzeugendes, inhaltlich schwaches Remake der erfolgreichen von Michael Mann und Anthony Yerkovich erfundenen bahnbrechenden TV-Serie. Denn in dem Spielfilm zeigt Mann nichts, was er nicht schon besser in der Serie gezeigt hat. Der Film ist nur ein optisch (also Mode, Musik und Technik) auf den aktuellen Stand gebrachtes Best-of der ersten Staffel von „Miami Vice“.

Mit Colin Farrell, Jamie Foxx, Gong Li, Naomie Harris, Ciarán Hinds, Justin Theroux

Wiederholung: Montag, 24. November, 01.15 Uhr (Taggenau! – und wahrscheinlich ungekürzt, denn der Film ist FSK-16)

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Film-Zeit über „Miami Vice“

Spielfilm.de: Interview mit Michael Mann zum Film

Confessions of a film critic: Interview mit Michael Mann zum Film

Drehbuch „Miami Vice“ von Michael Mann (First Draft, 22. September 2004)

Meine Besprechung der ersten Staffel von „Miami Vice“


TV-Tipp für den 22. November: Achternbuschs Bayern – zum 70. Geburtstag

November 22, 2008

Heute gibt es wieder einen Themenabend: “Achternbuschs Bayern – zum 70. Geburtstag“. Damit ehrt der Bayerische Rundfunk eines ihrer Urgesteine.

In der legendären Hanser-Filmreihe wird Achternbusch so vorgestellt: „Herbert Achternbusch, 1938 in München geboren, gehört nicht erst seit seinem Christus-Film Das Gespenst (1982), dem ersten Zensurfall des Neuen deutschen Films, zu den eigenwilligsten deutschen (bayerischen) Autorenfilmern. (…) Sein anarchisches, komisches, bajuwarisches und anstößiges Kino wurde zum dichtesten Zeugnis eines autobiographisch-poetischen Autorenfilms in Deutschland. Seine Vorbilder Groucho Marx, Karl Valentin, Jerry Lewis, John Ford und Yazujiro Ozu hat er, bis zur Kenntlichkeit einer eigenen kinematographischen Sprache, sich anverwandelt.“

Herzlichen Glückwunsch, Herbert Achternbusch!

Und Sie, liebe Zuschauer: Nehmen Sie die Filme auf! Sie laufen fast nie im Fernsehen.

BR, 21.45

Achternbusch (D 2008, R.: Andreas Niessner)

Drehbuch: Andreas Niessner

Spielfilmlange Doku über den Schriftsteller, Autorenfilmer und Maler Herbert Achternbusch.

Mit Herbert Achternbusch, Sepp Bierbichler, Margarethe von Trotta, Gabi Geist

BR, 23.15

Das Andechser Gefühl (D 1974, R.: Herbert Achternbusch)

Drehbuch: Herbert Achternbusch

Ein Jung-Lehrer, der seinen Beruf und die Welt hasst, tagträumt sich in eine Beziehung mit einer Schauspielerin – bis diese leibhaftig vor ihm steht.

Sein Debütfilm

„Herbert Achternbuschs Erstling hat seine Ecken und Kanten und wirkt wie ein unbehauener Stein, erhält aber gerade dadurch – und seine klobigen Holzschnittsätze – seine eigene Dimension, die eines mit groteskem, bitterem Humor durchsetzten bayrischen Moritatenstücks.“ (Zoom-Filmberater)

Mit Herbert Achternbusch, Margarethe von Trotta, Barbara Gass, Heinz Braun, Walter Sedlmayer, Reinhard Hauff

BR, 00.15

Servus Bayern (D 1977, R.: Herbert Achternbusch)

Drehbuch: Herbert Achternbusch

Ein Schriftsteller und Wilderer plant seine Flucht aus dem verhassten Bayern.

„’Servus Bayern’ ist auch Kritik am gängigen ‚sensiblen’ Dichterbild der Siebziger Jahre und einem aufs Neue, Interessante, ja Neurotische fixierten Kulturbetrieb.“ (Helmut Schödel in Peter W. Jansen/Wolfram Schütte: Achternbusch – Hanser Reihe Film Band 32, 1984)

Mit Annamirl Bierbichler, Herbert Achternbusch, Sepp Bierbichler, Heinz Braun, Barbara Gass, Gerda Achternbusch

BR, 01.20

I Know the Way to the Hofbräuhaus (D 1991, R.: Herbert Achternbusch)

Drehbuch: Herbert Achternbusch

Hick trifft im Hofgarten auf etliche Typen, die ihm auf dem Weg zum Hofbräuhaus das letzte Geleit geben.

„Die wahren deutschen Komödien entstehen halt ohne ‚Manta’-Etats und nimmersatte TV-Stars im Fastfood-Look“ (Fischer Film Almanach 1992)

Mit Bettina Hauenschild, Barbara de Koy, Veronika von Quast, Herbert Achternbusch

Hinweise

BR über Herbert Achternbusch und den Abend

Wikipedia über Herbert Achternbusch

Tagesspiegel: Interview mit Herbert Achternbusch (Juni 2008)

Süddeutsche Zeitung zum 70. von Herbert Achternbusch

Die Welt: Hans-Günter Pflaum über Herbert Achternbusch (17. November 2008)

Weitere Filme von Herbert Achternbusch

ARD: Montag, 24. November, 01.55 Uhr (Taggenau!)

Picasso in München (D/A 1997)

3sat, Dienstag, 25. November, 22.55 Uhr

Das letzte Loch (D 1981)


TV-Krimi-Buch-Tipps online

November 21, 2008

Ah, ich liebe die alten Buchcovers und Filmplakate, die Alfred immer für meine TV-Krimi-Buch-Tipps ausgräbt. Die neueste Folge für die Tage bis zum 6. Dezember gibt es hier:

In den kommenden beiden Wochen leistet James Bond nicht nur im Kino Überstunden und von Alfred Hitchcock gibt es auch (wieder) einige Werke zu bestaunen. Außerdem wird die „Heißer Verdacht“-Reihe fortgesetzt. Als TV-Premiere flimmert die Friedrich-Ani-Verfilmung „Todsünde“ (nach seinem Roman „Idylle der Hyänen) über den Bildschirm. Und Lars Beckers „Rette deine Haut!“ wird, wenn auch mitten in der Nacht, endlich wieder gezeigt. Nach Mitternacht läuft ebenfalls Robert Altmans Edward-Anderson-Verfilmung „Diebe wie wir“, Clint Eastwoods Andrew-Klavan-Verfilmung „Ein wahres Verbrechen“ und Karel Reisz Robert-Stone „Dreckige Hunde“ erleiden das gleiche Schicksal. Etwas früher gibt’s die von Edgar Wallace miterfundene Geschichte von „King Kong und die weiße Frau“.


TV-Tipp für den 21. November: Projekt: Peacemaker

November 21, 2008

Pro 7, 20.15

Projekt: Peacemaker (USA 1997, R.: Mimi Leder)

Drehbuch: Michael Schiffer

LV: Leslie Cockburn, Andrew Cockburn: One Point Safe (Artikel)

US-Colonel Thomas Devoe und Nuklearspezialistin Dr. Julia Kelly suchen mehrere verschwundene russische Atomsprengköpfe. Einer davon gelangt in die Hände eines serbischen Terroristen, der die Bombe in New York zünden will.

Interessant ist an „Projekt: Peacemaker“ nicht die Geschichte, sondern die kleinen Verschiebungen und Brüche innerhalb eines Genrefilms. Denn nach dem Ende des Kalten Krieges existieren die alten Fronten und Regeln nicht mehr. Neue Regeln gibt es noch nicht. Das ausführlich geschilderte Motiv des Terroristen ist sehr nachvollziehbar. Er möchte seine Familie rächen.

„Projekt: Peacemaker“ versucht innerhalb einer Genregeschichte die neue Realität nach dem Ende des Kalten Krieges für die Geheimdienste und die internationale Politik zu fassen. Dabei ist der Film genauso unsicher wie die Geheimdienste. Der alte Gegner Kommunismus ist verschwunden. Ein neuer ist noch nicht gefunden. An dieser Schnittstelle erzählt „Projekt: Peacemaker“ seine Geschichte.

Mit George Clooney, Nicole Kidman, Armin Müller-Stahl, Alexander Baluyev

Wiederholung: Samstag, 22. November, 00.25 Uhr (Taggenau!)


Neu im Kino: Der Mann, der niemals lebte; Max Payne

November 20, 2008

Der Mann, der niemals lebte (USA 2008, R.: Ridley Scott)

Drehbuch: William Monahan

LV: David Ignatius: Body of lies, 2007 (Der Mann, der niemals lebte)

CIA-Geheimagent Roger Ferris soll sich in eine Terrororganisation einschleusen. Er muss dabei seinem Vorgesetzten und dem jordanischen Geheimdienst vertrauen. Doch kann er das?

Prominent besetzter Politthriller, dessen Geschichte sich über die halbe Welt erstreckt und in erster Linie eine gut gespielte Zeitdiagnose ist.  David Ignatius ist jedenfalls zufrieden mit der Verfilmung.

Mit Leonardo DiCaprio, Russell Crowe, Mark Strong, Chase Edmunds

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Der Mann, der niemals lebte“

The Washington Post über ihren Mitarbeiter David Ignatius

Harper’s Magazine: Sechs Fragen an David Ignatius über seinen Roman „Body of lies“

Hollywood Hills: Interview mit David Ignatius über die Verfilmung (Teil 1, Teil 2)

Max Payne (USA 2008, R.: John Moore

Drehbuch: Beau Thorne

LV: Computerspiel von Sam Lake

Ein Bulle auf Rachefeldzug. Der Grund: irgendein Bösewicht hat seine Familie und seinen Partner umgebracht. Das Ergebnis: viele Tote, viele kaputte Gebäude, viel Action.

Die Optik ist schönstes Neo-Noir irgendwo zwischen den üblichen Verdächtigen „Blade Runner“, „Matrix“ und „Sin City“. Die Story ist dagegen mau. Und die Präsentation des gesamten Werkes hält nicht nur nach dem Konsens der Kritiker, sondern auch nach der Meinung vertrauenswürdiger Menschen mit einem guten schlechten Geschmack, wie Jörg Buttgereit, dieses Niveau: „Maximale Langeweile“ (tip 24/2008)

Mit Mark Wahlberg, Mila Kunis, Beau Bridges, Chris ‚Lucacris’ Bridges, Chris O’Donnell, Olga Kurylenko, Nelly Furtado

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Max Payne“

Drehbuch “Max Payne” (Vierte Fassung, 24. August 2007) von Beau Michael Thorne


TV-Tipp für den 20. November: Die Geduldeten

November 20, 2008

WDR, 23.15

Die Geduldeten (D 2008, R.: Natascha Breuers, Ralf Jesse)

Drehbuch: Natascha Breuers, Ralf Jesse

Spielfilmlange Doku über unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge in Deutschland und deren unsichere Situation. Denn sie können jeden Tag abgeschoben werden.

P. S.: Heute ist der Internationale Tag der Kinderrechte.

P. P. S.: Warum läuft die TV-Premiere des Films so spät auf einem Regionalsender (Jaja, seitdem alle dritten Programme deutschlandweit empfangen werden können, ist das nicht mehr so stichhaltig. Aber die Quoten.)? Warum nicht um 20.15 Uhr? Denn der Tatort „Lastrumer Mischung“ (WDR) und Donna Leons „Beweise, dass es böse ist“ (ARD) wurden in den vergangenen Jahren wirklich oft genug gezeigt.

P. P. P. S.: Zukunft Kino Marketing GmbH (das ist die von der Filmwirtschaft mit der nervigen Kampagne „Filmbefreier“ beauftragte Firma) hat kürzlich eine repräsentative Studie veröffentlicht. Danach wünschen 62 Prozent der Befragten, dass in den Kinos mehr Dokumentarfilme gezeigt werden. (Keine Ahnung, wo das Teil im Netz zu finden ist.)

Das könnte doch ein Argument für die Programmgestalter sein, mehr Dokus zu für Berufstätige normalen Zeiten auszustrahlen.

Hinweis

WDR zur Doku


TV-Tipp für den 19. November: Das Gelübde

November 19, 2008

ARD, 20.15

Das Gelübde (D 2007, R.: Dominik Graf)

Drehbuch: Markus Busch, Dominik Graf

LV: Kai Meyer: Das Gelübde, 1998

Dülmen, 1818: der frisch bekehrte Clemens Brentano protokolliert die Visionen der stigmatisierten Nonne Anna Katharina Emmerick und fragt sich, ob es den Teufel wirklich gibt.

Ein Historiendrama, das unter den Händen von Dominik Graf nicht schlecht sein kann.

Mit Misel Maticevic, Tanja Schleiff, Anke Sevenich, Maren Eggert, Johann von Bülow

Wiederholungen

Donnerstag, 20. November, ARD, 10.30 Uhr

Donnerstag, 20. November, 3sat, 22.25 Uhr (im Rahmen des 3sat-Zuschauerpreises)

Hinweis

Homepage von Kai Meyer


TV-Tipp für den 18. November: Hexen von heute

November 18, 2008

ARD, 02.20

Hexen von heute (I/F 1967, R.: Luchino Visconti, Mauro Bolognini, Pier Paolo Pasolini, Franco Rossi, Vittorio De Sica)

Drehbuch: Giuseppe Patroni Grifft, Bernardino Zapponi, Age & Scarpelli, Pier Paolo Pasolini, Franco Rossi, Luigi Mani, Cesare Zavattini, Fabio Carpi, Enzo Muzzi

Wie die lange Liste von Regisseuren und Drehbuchautoren vermuten lässt, handelt es sich bei „Hexen von heute“ um einen Episodenfilm. Die Verbindung zwischen allen fünf Episoden ist Hauptdarstellerin Silvana Mangano. Ihren Durchbruch hatte sie in „Bitterer Reis“. Weil in den Sechzigern ihre Karriere stagnierte (höflich formuliert), engagierte ihr Mann Dino de Laurentis fünf Regisseure. Sie sollten die Wandlungsfähigkeit seiner Gemahlin zeigen.

Wie viele (War überhaupt einmal einer erfolgreich?) dieser Episodenfilme war auch „Hexen von heute“ ein Flop bei den Kritikern und dem Publikum. „Der ganze Film – und auch die Episode mit Clint – war letzten Endes eher belanglos und wurde kein Erfolg. Die Geschichten wirken etwas lieblos, so als ob sie eben mal zwischendurch gedreht worden seien.“ (Richard Schickel: Clint Eastwood – Eine Biographie; stellvertretend für den Tenor der Presse)

Aber Fans von Visconti, Pasolini und Eastwood, um nur die heute noch allgemein bekannten Namen zu nennen, dürfen sich dieses selten gezeigte Werk bei einer seiner raren Ausstrahlungen nicht entgehen lassen.

Mit Silvana Mangano, Annie Girardot, Massimo Girotti, Helmut Berger, Alberto Sordi, Totó, Clint Eastwood

Hinweis

YouTube: der zweite Teil der Episode mit Clint Eastwood

YouTube: Weitere Ausschnitte aus „Hexen von heute“ (Le streghe)


TV-Tipp für den 17. November: Eco-Crimes

November 17, 2008

Arte, 20.15

Eco-Crimes: Piratenfischer (D 2008, R.: Heinz Greuling, Thomas Weidenbach)

Drehbuch: Heinz Greuling, Thomas Weidenbach

Dreiteilige Reihe über Umweltverbrechen. Allerdings nicht das nächtliche Entsorgen des eigenen Autos im städtischen Wald, sondern als großes Geschäft. Im ersten Teil geht’s um die illegale Jagd nach dem Schwarzen Seehecht. Im zweiten Teil (morgen) um den illegalen Handel mit Produkten, die immer noch FCKW enthalten. Im dritten Teil (übermorgen) um den illegalen Handel mit dem Fell des in Indien vom Aussterben bedrohten Tigers.

Wiederholung: Montag, 24. November, 12.00 Uhr

Hinweis

Arte über „Piratenfischer“,Auf der Spur der Ozonkiller“ und „Tibet-Connection“ (etwas versteckt im normalen Programm; daher auf den Tag, und nicht auf die Sendung, verlinkt)


TV-Tipp für den 16. November: ttt- titel thesen temperamente

November 16, 2008

ARD, 23.05 (VPS 23.00)

ttt – titel thesen temperamente

Unter anderem wird ein Gespräch mit John le Carré über sein neues Buch „Marionetten“ (A most wanted man, 2008), den islamistischen Terrorismus und den Antiterrorkampf des Westens gezeigt.

Ich lese gerade „Marionetten“ und nach mehreren le-Carré-Romanen, die mehr Pflicht als Kür waren (eigentlich alles seit dem „Schneider von Panama“), bin ich bis jetzt (ungefähr Seite 120) wirklich begeistert.

Hinweis

ARD-Seite zu „ttt – titel thesen temperamente“ (dort müsste die Sendung auch in der Mediathek zu finden sein)


TV-Tipp für den 15. November: Die lange Filmnacht: Wim Wenders

November 15, 2008

Bei Arte gibt’s Themenabende. Beim RBB eine lange Filmnacht:

RBB, 23.05

Shooting Palermo (D 2008, R.: Hella Wenders)

Die Doku wird wohl in einigen Monaten auf der DVD des neuen Wim-Wenders-Films „Palermo Shooting“ als „Making of“ zu finden sein. Davor, und das ist der Anlass für die Filmnacht, startet der Spielfilm, mit dem Sänger der „Toten Hosen“ in der Hauptrolle, am 20. November im Kino.

Mit Wim Wenders, Campino, Lou Reed, Dennis Hopper, Milla Jovovich

RBB, 23.50

Der amerikanische Freund (D/F 1976, R.: Wim Wenders)

Drehbuch: Wim Wenders

LV: Patricia Highsmith: Ripley´s Game, 1974 (Ripley´s Game oder Regel ohne Ausnahme, Ripley´s Game oder Ein amerikanischer Freund)

Restaurator Jonathan hat Leukämie. Ripley bietet ihm einen gut bezahlten Mordauftrag an. Jonathan nimmt an und sein Leben gerät aus den Fugen.

Die freie Verfilmung des dritten Ripley-Romans ist eine der besten Highsmith-Verfilmungen. Wenders zu den Veränderungen: „Ich möchte, dass meine Filme von der Zeit handeln, in der sie entstehen, von den Städten, den Landschaften, den Gegenständen, von allen, die mitarbeiten, von mir. Diesen Spielraum hat mir Ripley´s Game gelassen. Weil er in der Arbeitsweise der Highsmith auch schon enthalten ist. Deshalb glaube ich, dass ich dem Buch doch nahe geblieben bin, so sehr ich mich auch davon entfernt habe. Es gibt nicht ´die Verfilmung´. Es gibt zwei grundverschiedene Sachen: Bücher und Filme. In ihnen kann eine gleiche ´Einstellung´ zu den Dingen vorhanden sein, aber nicht die gleichen Dinge.“

Stellvertretend für die vielen euphorischen Kritiken Hans C. Blumenberg: „Wenders zeigt den urbanen Alptraum, wie man ihn noch nie in einem europäischen Film gesehen hat: halb als uraltes, verkommenes Abbruchviertel, halb als futuristische Schreckenslandschaft…Die große Faszination dieses Films hat direkt mit seiner Vielschichtigkeit zu tun. Man kann ihn als pessimistischen Kommentar zur nachrevolutionären Bewußtseinskrise der späten siebziger Jahre verstehen, aber auch als brillanten Kriminalfilm, man kann ihn als urbanen Alptraum von der Zerstörung der Städte bewundern, aber man kann ihn auch als poetische Ballade einer Freundschaft lieben. Sein Reichtum, der nicht ohne Gefahren ist, erlaubt bei jedem Sehen neue Abenteuer, neue Entdeckungen.“ Außerdem entwarf er eine Gleichung: „Hitchcock + Ray + Scorsese = Wenders“ (die Gültigkeit dieser Gleichung für andere Wenders-Filme darf bezweifelt werden.)

Mit Bruno Ganz, Dennis Hopper, Lisa Kreuzer, Gérard Blain, Nicholas Ray, Samuel Fuller, Peter Lilienthal, Daniel Schmid, Lou Castel

RBB, 01.50

Hammett (USA 1982, R.: Wim Wenders)

Drehbuch: Ross Thomas, Dennis O´Flaherty, Thomas Pope

LV: Joe Gores: Hammett, 1975 (Dashiell Hammetts letzter Fall, Hammett)

Dashiell Hammett will sein Geld als Schriftsteller verdienen. Da wird er von seinem Ex-Kollegen Jimmy um Hilfe bei der Suche nach einer chinesischen Prostituierten gebeten. Kurz darauf befindet sich Hammett in einem mörderischen Komplott, bei dem sein Leben keinen Cent mehr wert ist.

Joe Gores mischte in seinem sehr gelungen Buch Hammetts Biographie mit historischen Gegebenheiten und Fiktion.

Die Produktion des Filmes für Francis Ford Coppolas Zoetrope Studios war für Wenders eine ernüchternde Erfahrung: mehrere verschiedene Drehbücher (u. a. schrieb Joe Gores die erste Fassung), ein exzessiver Nachdreh anderthalb Jahre nach dem ersten Dreh, in Farbe statt in Schwarzweiß, mit einem fremden Team und Auseinandersetzungen mit dem Produzenten über die Konzeption des Films. So hatte sich der in Deutschland hochgelobte Regisseur seine Ankunft in Hollywood nicht vorgestellt.

„Hammett ist vor allem ein Film der Zitate, der ironischen Verweise. Er ist eine Erinnerung an den Film Noir, dessen Atmosphäre er evoziert, aber auch ironisiert. Die Kulissen sehen immer ein wenig wie Kulissen aus, das Tempo ist enorm gedrosselt, fast ritualisiert. Alle ästhetischen Mittel der Vorgänger aus den 40er Jahren sind benutzt: die extreme Dunkelheit, die scharfen Kontraste, die Lichtstreifen, die Kameraposition aus der Vogelperspektive.“ (Stefan Kolditz in Wim Wenders, Hanser Verlag Reihe Film Band 44).

Hammett ist – so ein heute immer noch gültiges Urteil der damaligen Kritik – Wenders bester und unpersönlichster Film.

Mit Frederic Forrest, Peter Boyle, Marilu Henner, Elisha Cook, R. G. Armstrong, Samuel Fuller, Ross Thomas (einer der Männer im Sitzungszimmer)

Hinweis

Meine Besprechung von Joe Gores „Hammett“ (Hammett, 1975)

RBB, 03.20

In weiter Ferne, so nah (D 1993, R.: Wim Wenders)

Drehbuch: Wim Wenders, Richard Reitinger, Ulrich Zieger

Die natürlich in Berlin gedrehte Fortsetzung von „Der Himmel über Berlin“. „Entstanden ist ein filmisches Wolkengebilde, das aus weiter Ferne fasziniert und sich in Nichts auflöst, wenn man zu nah rangeht.“ (Fischer Film Almanach 1994)

Mit Otto Sander, Peter Falk, Bruno Ganz, Solveig Dommartin, Horst Buchholz, Nastassja Kinski, Heinz Rühmann, Rüdiger Vogler, Lou Reed, Willem Dafoe, Michael Gorbatschow, Hanns Zischler, Yella Rottländer (die Alice aus „Alice in den Städten“); Udo Samel

Hinweis

Homepage von Wim Wenders


TV-Tipp für den 14. November: Eine Leiche zum Dessert

November 14, 2008

Das Vierte, 20.15

Eine Leiche zum Dessert (USA 1976, R.: Robert Moore)

Drehbuch: Neil Simon

Ein Millionär lädt die berühmtesten Detektive der Welt ein. Er behauptet, sie könnten einen Mord nicht aufklären, der um Mitternacht stattfinden wird. Die Detektive sehen das anders.

Neil Simon zieht in seiner Krimikomödie die Images der bekanntesten, literarischen Detektive der Welt (hier: Miss Marple, Hercule Poirot, Sam Spade, Nick Charles aka Der dünne Mann mit Gattin Nora, Charlie Chan) und die Prinzipien des Whodunits durch den Kakao. Ein köstlicher Spaß – nicht nur für Genre-Fans.

Verkörpert werden die Meisterdetektive und Tatverdächtige u. a. von Truman Capote, Peter Falk, Alec Guiness, David Niven, Peter Sellers

Wiederholung: Samstag, 15. November, 16.05 Uhr

Hinweise

Thrilling Detective über „Murder by Death“ (Eine Leiche zum Dessert)

Turner Classic Movies über „Murder by Death“

Wikipedia über Neil Simon


TV-Tipp für den 13. November: Sag niemals nie

November 13, 2008

HR, 20.15

Sag niemals nie (USA 1983, R.: Irvin Kershner)

Drehbuch: Lorenzo Semple jr.

LV: Ian Fleming: Thunderball, 1961 (Feuerball)

James Bond bei seiner Lieblinsbeschäftigung: Welt retten. Aktuelle Einsatzorte: Bahamas, Südfrankreich und Nordafrika.

Nach einer langen Pause (und bei einer anderen Produktionsfirma) spielte Sean Connery wieder Bond; Klaus Maria Brandauer den Bösewicht, Kim Basinger das ´love interest´ der beiden Männer. Außerdem sind Barbara Carrera, Max von Sydow, Edward Fox, Bernie Casey und Rowan Atkinson dabei.

„Sag niemals nie“ konnte entstehen, weil Ian Fleming zusammen mit Kevin McClory und Jack Whittingham für einen Film die Geschichte „Longitude 78 West“ entwarf. Fleming verarbeitete sie später in dem Bond-Roman „Feuerball“. McClory, der bei „Feuerball“ Co-Produzent war, hatte die Rechte für weitere Verfilmungen dieser Geschichte. Die Auflage war, dass er sich möglichst eng an das gemeinsam entworfene Story-Gerüst halten müsse. Die juristischen Streitigkeiten und der Konkurrenzkampf zwischen dem Ur-Bond Connery und dessen Nachfolger Roger Moore waren ein gefundenes Fressen für die damalige Presse. Denn „Octopussy“ (mit Moore) startete fast zeitgleich in den Kinos. An der Kinokasse war der Moore-Bond etwas erfolgreicher, bei der Kritik war es – zu Recht – umgekehrt.


Straßenfeger, die Zweite

November 12, 2008

strassenfeger-2

Für uns Jüngere ist es unvorstellbar. Aber im Januar 1962 stand an sechs Abenden das gesellschaftliche Leben still, weil im Fernsehen eine Kriminalserie lief, die sich nur um die Frage drehte, wer das Fotomodell Fay Collins mit einem Halstuch erwürgte. Nach der Tatwaffe hieß die dritte Francis-Durbridge-Verfilmung dann auch „Das Halstuch“ und, wie die beiden vorherigen Durbridge-Verfilmungen „Der Andere“ und „Es ist soweit“, spielten die Deutschen einfach ein bereits im britischen Fernsehen ausgestrahltes Programm nach. Doch während in England die Durbridge-Verfilmungen nur beliebt waren, wurden sie hier zu Straßenfegern. Die letzte Folge von „Das Halstuch“ hatte eine Sehbeteilung von neunzig Prozent. Davon kann die deutsche Mannschaft sogar beim Spiel um den dritten WM-Platz nur träumen.

Im Gegensatz zu seinem legendären Ruf ist „Das Halstuch“ allerdings sehr schlecht gealtert. Denn es ist, wie „Der Andere“, ein abgefilmtes Theaterstück und die wenigen Außenaufnahmen könnten überall gedreht worden sein. Die Bildqualität ist, wahrscheinlich aufgrund einer falschen Lagerung, trotz der Restaurierung bescheiden und hat eher den Standard eines Stummfilms oder frühen Tonfilms. Die Story ist Durbridge-typisch mit einem Cliffhanger am Ende jeder Folge, vielen Verdächtigen, auf eine altmodische Art spannend (wenig Thrill, eher entspannend und nett anzusehen) und letztendlich nicht sehr logisch.

Sehr interessant ist die auf der DVD verewigte Abendschau-Diskussion über „Das Halstuch“. Nach der Ausstrahlung wurden zwei Morde mit einem Halstuch begangen. Die Deutsche Kriminologische Gesellschaft wandte sich gegen die Ausstrahlung von solchen Krimis und Dr. Gustav Nass, Vizepräsident der Deutschen Kriminologischen Gesellschaft, nahm an der Diskussion teil. Dort wurden Argumente ausgetauscht, die heute bei Diskussionen über den schädlichen Einfluss von Computerspielen vorgetragen werden. Außerdem konnten Zuschauer direkt in der Sendung anrufen und die Diskutanten mehrmals mitten im Satz unterbrechen werden. Heute unvorstellbar.

Nach „Das Halstuch“, in dem die Morde niemals gezeigt wurden (jeder Edgar-Wallace-Film ist expliziter; amerikanische Serien sowieso), kamen die TV-Verantwortlichen mit den beiden nächsten Durbridge-Filmen „Tim Frazer“ und „Tim Frazer: Der Fall Salinger“ den Sittenwächtern entgegen.

Erst in der sechsten Durbridge-Verfilmung „Die Schlüssel“ gab es wieder mehrere Morde (natürlich nicht vor laufender Kamera) und mit Benno Hoffmann auch einen vierschrötigen Ganoven unter gesitteten Gentlemen. Weil sich inzwischen die Sehgewohnheiten geändert hatten, wurde „Die Schlüssel“ nicht mehr als Sechs-, sondern als Dreiteiler ausgestrahlt. An der kammerspielartigen Inszenierung änderte sich dagegen nichts. Aber immerhin wurde die Erzählung von Norman Stansdale über die Entstehung einer für die Geschichte wichtigen Fotografie mit einer Rückblende illustriert.

In dem Dreiteiler erschießt der Ex-Soldat Philip Martin sich nach seinem Wehrdienst in einem Hotelzimmer. In den Tagen vor seinem Tod soll er pausenlos in einem Gedichtband gelesen haben. Philips Bruder Eric Martin glaubt nicht an den Selbstmord. Er will herausfinden, warum Philip ermordet wurde. Dabei hat er zuerst nur drei Spuren: den Gedichtband, einen Schlüssel, den jeder haben will, und ein Porträtbild von einem angeblich in Deutschland verstorbenen Kameraden mit seiner Frau.

Wie auch die vorherigen Durbridge-Verfilmungen bietet „Die Schlüssel“ ein Wiedersehen mit vielen altbekannten Stars und Albert Lieven darf in einem Durbridge endlich einmal auf der Seite der Guten mitspielen. Das extra für die DVD produzierte vierzigminütige Interview mit Reinhard Glemnitz bietet einen hübschen Rückblick auf die damalige Zeit, seine Rolle als Stammschauspieler in der von Herbert Reinecker erfundenen Krimiserie „Der Kommissar“ (1969 – 1976) und seine Arbeit als Synchronsprecher.

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Straßenfeger 02: Das Halstuch/Die Schlüssel

Studio Hamburg

Sprache/Ton: Deutsch (2.0 Mono)

Bild: 4:3, SW

Bonusmaterial: Kurzdokumentation Straßenfeger – Das Phänomen, Abendschau-Diskussion „Das Halstuch“

TV Juwelen – Die Straßenfeger im neuen Glanz, Interview mit Darsteller Reinhard Glemnitz

Freigegeben ab 12 Jahre

Enthält

Das Halstuch (Deutschland 1961, 224 Minuten)

Regie: Hans Quest

Drehbuch: Francis Durbridge (Übersetzung: Marianne de Barde)

Mit Heinz Drache, Albert Lieven, Margot Trooger, Dieter Borsche, Horst Tappert, Hellmut Lange, Eva Pflug

Die Schlüssel (Deutschland 1964, 234 Minuten)

Regie: Paul May

Drehbuch: Francis Durbridge (Übersetzung: Marianne de Barde)

Mit Harald Leipnitz, Albert Lieven, Peter Thom, Hans Quest, Dagmar Altrichter, Benno Hoffmann, Reinhard Glemnitz

Hinweise

Meine Besprechung von „Straßenfeger 01: Der Andere/Es ist soweit“

Meine Besprechung von „Die Kette“ (die letzte offizielle Durbridge-Verfilmung)


TV-Tipp für den 12. November: Casino

November 12, 2008

SWR, 23.00

Casino (USA 1995, R.: Martin Scorsese)

Drehbuch: Martin Scorsese, Nicholas Pileggi

LV: Nicholas Pileggi: Casino: Love and Honor in Las Vegas, 1995 (Casino)

Biopic über die Mafia in Las Vegas in den Siebzigern

Kurz gesagt: ein Meisterwerk und Pflichttermin für Krimifans.

„Die einander ergänzenden Elemente von ‚Casino’, die genaue, materialistische Dokumentation, das Shakespeare-Drama von Macht und Fall, der Genrefilm und die Strindbergsche Seelenpein von Mann und Frau, zwischen denen eine unsichtbare Mauer steht, laufen alle auf die Feststellung hinaus, die Robert De Niro schon am Anfang getroffen hat: dass niemand gegen die Bank gewinnen kann. Das ist nicht nur konkrete Beschreibung einer ökonomisch-kriminellen Situation und soziale Metapher auf das Wesen des Kapitalismus, sondern auch ein philosophisches Gleichnis.“ (Georg Seeßlen: Martin Scorsese)

Mit Robert De Niro, Sharon Stone, Joe Pesci, James Woods, Kevin Pollak, L. Q. Jones

Hinweise

You Tube: Casino after filmung

You Tube: Charlie Rose redet mit Martin Scorsese und Produzentin Barbara de Fina über „Casino“

You Tube: Charlie Rose redet mit Nicholas Pileggi über „Casino“

„Casino“ in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 11. November: Mathilde – Eine große Liebe

November 11, 2008

ZDF, 00.20

Mathilde – Eine große Liebe (F/USA 2004, R.: Jean-Pierre Jeunet)

Drehbuch: Jean-Pierre Jeunet, Guillaume Laurant, Guillaume Laurant

LV: Sébastien Japrisot: Un long dimanche de fiancailles, 1991 (Die Mimosen von Hosssegor, Mathilde – Eine große Liebe)

Erster Weltkrieg und die ersten Nachkriegsjahre: Mathilde Donnay glaubt nicht, dass ihr Geliebter im Krieg gestorben ist. Obwohl alle ihr davon abraten, sucht sie ihn.

„Mathilde – Eine große Liebe“ ist, wie der Titel verrät, eine Liebesgeschichte, inszeniert von dem Macher von „Die fabelhafte Welt der Amelie“. Aber die Vorlage stammt von einem renommierten Krimiautor und der Sendetermin für diese TV-Premiere eines hochgelobten Kinofilms ist eine Frechheit.

Der Film, erhielt neben anderen Preisen, zahlreiche Cesars und, für das Drehbuch, den Edgar-Allan-Poe-Preis.

Mit Audrey Tautou, Gaspar Ulliel, Jean-Pierre Becker, Tchéky Karyo, André Dussollier, Denis Lavant, Jodie Foster (Nebenrolle)

Hinweise

Homepage zum Film

Film-Zeit über „Mathilde – Eine große Liebe“

Wikipedia über Sébastien Japrisot (deutsch (wenig), englisch (mehr), französisch (viel))

The Independent: Nachruf auf Sébastien Japrisot


TV-Tipp für den 10. November: A History of Violence

November 10, 2008

ZDF, 22.15

A History of Violence (USA/Can 2005, R.: David Cronenberg)

Drehbuch: Josh Olson

LV: John Wagner/Vince Locke: A History of Violence, 1997 (Graphic Novel)

Tom Stall ist ein gewöhnlicher Schnellrestaurantbesitzer irgendwo in Indiana, bis er eines Tages zwei Killer, die sein Restaurant ausrauben wollen, im Affekt tötet. Danach ist er der Held des Tages und zwei Mafiosi aus Philadelphia tauchen auf. Sie behaupten, Tom von früher zu kennen. Damals war er ein Mafiakiller und der Philly-Mob hat noch eine Rechnung mit ihm offen.

Ein neues Meisterwerk von Cronenberg, das im TV wahrscheinlich in einer leicht gekürzten Fassung läuft.

Das Drehbuch von Josh Olson war für den Edgar-Allan-Poe-Preis als bestes Drehbuch nominiert. „Syriana“ erhielt die Trophäe.

Mit Viggor Mortensen, Maria Bello, Ed Harris, William Hurt

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film (nur noch DVD-Werbung)

Amerikanische Homepage zum Film (ist die Originalversion der deutschen Seite, aber nur noch über einen kleinen Umweg zu erreichen)

Deutsche Homepage zum Film (umfangreicher, unter anderem beantwortet Cronenberg Fragen)

Film-Zeit über “A History of Violence”

Wikipedia über John Wagner

Nachtrag: Schnittberichte zeigt die vom ZDF geschnittenen 17 Sekunden


TV-Tipp für den 9. November: John le Carré – Ein Meister des Verrats

November 9, 2008

Pünktlich zur Veröffentlichung von John le Carrés neuestem Roman „Marionetten“ (A most wanted man) präsentiert Arte den Themenabend „John le Carré – Ein Meister des Verrats“:

Arte, 20.40

Der Spion, der aus der Kälte kam (GB 1965, R.: Martin Ritt)

Drehbuch: Paul Dehn, Guy Trosper

LV: John le Carré: The spy who came in from the cold, 1963 (Der Spion, der aus der Kälte kam)

Der britische Geheimdienstler Leamas wechselt zum Schein die Seiten – und gerät in Teufels Küche.

Realistischer, kritischer, kalter Agententhriller über die Suche nach Doppelagenten und Überläufern. Mit le Carrés Buch (ein Welterfolg) und der gelungenen Verfilmung wandelte sich das heroische Bild des Spions zu eines sehr gewöhnlichem. Denn überall sind Spione „eine schmutzige Prozession von hohlen Narren und Verrätern. Ja, auch von Schwulen, Sadisten und Trinkern, von Leuten, die Räuber und Gendarm spielen, im ihrem erbärmlichen Leben etwas Reiz zu geben.“ (John le Carré: Der Spion, der aus der Kälte kam).

Mit Richard Burton, Oskar Werner, Claire Bloom, Peter van Eyck, Rupert Davies, Sam Wanamaker, Cyril Cusack, Bernard Lee

Wiederholung: Montag, 10. November, 15.00 Uhr

Arte, 22.35 (VPS 22.30)

König der Spione – John le Carré (D 2008, R.: André Schäfer, Werner Köhne)

Drehbuch: André Schäfer, Werner Köhne

Spielfilmlanges Dokuporträt über John le Carré.

Wiederholungen

Mittwoch, 12. November, 00.50 Uhr (VPS 00.45, Taggenau!)

Montag, 17. November, 09.55 Uhr

Hinweise

Homepage von John le Carré

John le Carré über „A most wanted man“ (Marionetten)

New York Times: Alan Furst feiert „A most wanted man“ (Marionetten) ab (11. Oktober 2008)

Meine Besprechung von John le Carrés „Geheime Melodie“ (The Mission Song, 2006)


TV-Tipp für den 8. November: Heißer Verdacht I

November 8, 2008

Tele 5, 20.15 (Teil 1)

Tele 5, 22.30 (Teil 2)

Heißer Verdacht I (GB 1991, R.: Christopher Menaul)

Drehbuch: Lynda La Plante

DCI Jane Tennison soll in Soho den Mörder einer Prostituierten finden. Erschwert wird ihre erste Leitung bei einem Mordfall durch chauvinistische Kollegen und Vorgesetzte.

Ursprünglich war „Heißer Verdacht“ nur als Zweiteiler von jeweils 100 Minuten geplant. Aber der große Erfolg bei Publikum und Kritik führte zu sechs weiteren, ebenso erfolgreichen Folgen. Denn die Filme zeichnen ein realistisches Bild der Polizeiarbeit, sind spannende Thriller mit exzellenten Drehbüchern und außergewöhnlichen Leistungen der Schauspieler (wobei natürlich Helen Mirren im Zentrum der Aufmerksamkeit steht) und sie sind treffende Beschreibungen der englischen Gesellschaft und ihrer Probleme in den Neunzigern. Halt alles das, was deutschen Krimis oft fehlt.

„Heißer Verdacht“ wurde für zahlreiche Preise nominiert und erhielt unter anderem den Edgar-Allan-Poe-Preis für das beste Drehbuch.

Tele 5 zeigt an den kommenden Samstagen die ersten sechs „Heißer Verdacht“-Folgen.

Mit Helen Mirren, Tom Bell, John Benfield, John Bowe, Zoë Wanamaker, Bryan Pringle, Tom Wilkinson

Wiederholung des 1. Teils: Sonntag, 9. November, 02.40 Uhr (Taggenau!)

Wiederholung des 2. Teils: Montag, 10. November, 02.15 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Homepage von Lynda La Plante

BBC-Interview mit Lynda La Plante (2002)

Guardian: Harriet Lane porträtiert Lynda La Plante (26. September 2004)

The Independent: Danuta Kean porträtiert Landa La Plante (23. September 2007)

Telegraph: Judith Woods porträtiert Lynda La Plante (Oktober 2008)

LA Times: Lynn Smith über Lynda La Plante und den Einfluss von „Prime Suspect“ (Heißer Verdacht) auf Polizeiserien (20. September 2008)


TV-Krimi-Buch-Tipps online

November 7, 2008

Wow, sieht das gut aus! Deshalb gibt es in der Kriminalakte (gemäß den Grundsätzen einer ordentlichen Aktenführung) nur die wichtigen Schlagworte:

Während Daniel Craig im Kino 007 spielt, treten die anderen Bonds im heimatlichen Wohnzimmer auf. Auch Bienzle, Brunetti, Jack Ryan, Van Veeteren und Wallander dürfen böse Jungs jagen. DCI Tennison in den ersten beiden „Heißer Verdacht“-Folgen tut’s ebenfalls. Außerdem sehenswert sind Oliver Hirschbiegels Mario-Giordano-Verfilmung „Das Experiment“, Michael Hodges Ted-Lewis-Verfilmung „Get Carter“, Elio Petris Leonardo-Sciascia-Verfilmung „Zwei Sarge auf Bestellung“, Martin Ritts John-le-Carré-Verfilmung „Der Spion, der aus der Kälte kam“ (und anschließend die Doku „König der Spione – John le Carré“), David Cronenbergs John-Wagner/Vince-Locke-Verfilmung „A History of Violence“, die Orson-Welles-Filme „Citizen Kane“ und „Im Zeichen des Bösen“ (nach einem Roman von Whit Masterson), Jean-Pierre Jeunets Sébastien-Japrisot-Verfilmung „Mathilde – Eine große Liebe“, Martin Scorseses Nicholas-Pileggi-Verfilmung „Casino“, die RBB-Wim-Wenders-Nacht mit „Der amerikanische Freund“ (nach Patricia Highsmith), „Hammett“ (nach Joe Gores) und einem hier nicht erwähntem Überraschungsfilm und Dominik Grafs Kai-Meyer-Verfilmung „Das Gelübde“ (jaja, der zweite Nicht-Krimi in diesen Tipps).