Frohes neues Jahr!

Januar 1, 2026


Neu im Kino/Filmkritik: Heftig, blutig und sehr personalintensiv diese „Therapie für Wikinger“

Dezember 29, 2025

Manfred (Mads Mikkelsen) war schon immer etwas seltsam. Jetzt, 15 Jahre nachdem sein Bruder Anker (Nikolaj Lie Kaas) für den heftig aus dem Ruder gelaufenen Diebstahl von 41,2 Millionen Kronen inhaftiert wurde und Manfred die Beute versteckte, hält Manfred sich für John Lennon. Sicher, einige Kleinigkeiten, wie musikalische Fähigkeiten, Frisur, Brille, stimmen nicht, aber Manfred will nur mit John angesprochen werden. Sonst stürzt er sich aus dem nächsten Fenster, egal wie tief er dann fällt, oder er lässt sich aus dem fahrenden Auto fallen. Egal wie schnell es fährt und wie stark die Straße befahren ist. Und selbstverständlich erinnert sich John nicht daran, was Manfred getan hat und wo Manfred die Beute auf dem Grundstück der Eltern versteckte.

Anker hofft mit einen Besuch in ihrem im Wald gelegenem Elternhaus, das inzwischen einem Ehepaar gehört, das es zu einem Airbnb machte, etwas gegen Manfreds Dissoziative Persönlichkeitsstörung unternehmen zu können – und an die Beute zu kommen. Ein Arzt unterstützt ihn dabei. Er hat sogar eine noch bessere Idee: er will herausfinden, was passiert, wenn man mehrere Menschen mit einer Dissoziativen Persönlichkeitsstörung zusammen bringt und sie in ihrer Sicht der Welt bestätigt. In diesem Fall müssten die Beatles wieder vereinigt werden. Die entsprechenden persönlichkeitsgestörten Menschen sind schnell gefunden. Sie werden von Anker und dem Arzt aus verschiedenen Kliniken geholt. Ein Glückstreffer ist ein Patient, der zwischen zwei Beatles-Musikern und vielen weiteren, teils vollkommen gegensätzlichen Identitäten wechselt. Diese abrupten Persönlichkeitswechsel sorgen für weitere Lacher in Anders Thomas Jensens neuer Komödie. Zu Jensens früheren Filmen gehören „Blinkende Lichter“, „Dänische Delikatessen“, „Men & Chicken“ und „Helden der Wahrscheinlichkeit“. Außerdem schrieb er zahlreiche von anderen Regisseuren verfilmte Drehbücher.

Therapie für Wikinger“ ist, wie Jensens vorherige von ihm inszenierte Filme, keine Komödie für sensible Feingeister. Das beginnt schon mit der als Trickfilm präsentierten Einleitung (die am Filmende fortgeführt wird) über einen Wikingerhäuptling, der, nachdem sein Sohn einen Arm verliert, den anderen Stammesmitgliedern ebenfalls einen Arm abhackt. Denn, so denkt er, wenn alle gleich sind, wird niemand mehr wegen eines fehlenden Arms angestarrt. Bei dem abgehacktem Arm bleibt es nicht.

Nach dieser Einstimmung ist der Ton für den Film gesetzt. Keine der von Anders Thomas Jensen für seinen neuen Film „Therapie für Wikinger“ erfundenen Figuren hat einen besonders großen Respekt vor der eigenen und der körperlichen Unversehrtheit anderer Menschen. Die unterschiedlichen Ansichten und Ziele der durchgehend etwas dummen, manisch auf ihr Ziel fixierten Figuren prallen ungehemmt aufeinander. Schnell entwickelt sich eine aus Screwball-Komödien bekannte Dynamik von weiteren, immer absurderen, aber gleichzeitig auch vollkommen vernünftigen und folgerichtigen Aktionen und Reaktionen.

Daraus macht Jensen eine schwarzhumorige Geschichte mit brutalem Humor, Klamauk und musikalischen Experimenten zwischen Abba, Beatles und, aufgrund des fehlenden musikalischen Könnens der Film-‚Beatles‘, experimentellen Klängen.

Auch die Botschaft überdehnt Jensen so sehr, dass sie von einer begrüßenswerten Ansicht in nackte Idiotie und Wahnsinn umschlägt – und so auch zum Nachdenken darüber anregen kann.

Insgesamt ist diese „Therapie für Wikinger“ eine ziemlich unterhaltsame Angelegenheit. Wenn man den richtigen Humor dafür hat.

Therapie für Wikinger (Den sidste viking, Dänemark 2025)

Regie: Thomas Anders Jensen

Drehbuch: Thomas Anders Jensen

mit Mads Mikkelsen, Nikolaj Lie Kaas, Sofie Gråbøl, Søren Malling, Bodil Jørgensen, Lars Brygmann, Kardo Razzazi, Nicolas Bro, Peter Düring, Lars Ranthe, Anette Støvelbæk, Rikke Louise Andersson

Internationaler Titel: The Last Viking

Länge: 116 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Moviepilot über „Therapie für Wikinger“

Metacritic über „Therapie für Wikinger“

Rotten Tomatoes über „Therapie für Wikinger“

Wikipedia über „Therapie für Wikinger“ (dänisch, deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Anders Thomas Jensens „Men & Chicken“ (Mænd & høns, Dänemark/Deutschland 2014)

Anders Thomas Jensen in Berlin


24. Dezember

Dezember 24, 2025


Impressionen aus Berlin: Anders Thomas Jensen präsentiert seine „Therapie für Wikinger“

Dezember 17, 2025

Am Mittwoch, den 17. Dezember, stellte Anders Thomas Jensen seinen neuen Film, die sehenswerte Schwarze Komödie „Therapie für Wikinger“, im Delphi Lux vor – und blickte mir in die Augen.

Die Besprechung gibt es zum Filmstart am 25. Dezember. Hier schon einmal der Trailer:


Impressionen aus Berlin: Jake Lamar stellt „Viper’s Dream“ vor

Oktober 22, 2025

Diese Woche stellte Jake Lamar in Berlin in der Buchhandlung InterKontinental seinen neuen Kriminalroman „Viper’s Dream“ vor. In dem grandiosen Noir-Jazz-Gangsterroman muss Clyde ‚Viper‘ Morton 1961 innerhalb der nächsten drei Stunden seine Heimatstadt New York verlassen. Der Schwarze hat gerade einen Menschen ermordet. Es ist der erste Mord, den er bereut. Im Cathouse der Baroness Pannonica de Koenigswarter, einer Rothschild-Erbin und über Jahrzehnte wichtige Jazz-Mentorin, plant er, umgeben von bekannten Jazzmusikern, seine Flucht. Da stellt sie ihm die Frage, die sie in ihrem Leben,

hunderten von Jazzmusikern stellte: „Wenn du drei Wünsche frei hättest, die sofort in Erfüllung gingen, welche wären das?“

In dem Moment beginnt Clyde Morton über sein Leben nachzudenken – und Jake Lamar schreibt auf, wie Morton 1936 von Alabama nach New York kommt, in Harlem Musiker werden will und ein Verbrecher wird. Mr. O nimmt ihn in seine Organisation auf. Viper wird zum gut verdienenden Drogenhändler.

Viper’s Dream“ ist eine fulminante, sehr dicht und schnörkellos geschriebene Biographie eines Gangsters, die unmittelbar mit dem Wandel des Verbrechens und der Jazzmusik von den dreißiger bis zu den sechziger Jahren in New York und den USA verknüpft ist. Der Krimi erhielt letztes Jahr den CWA Historical Dagger Award. Dieses Jahr war er von den Mystery Writers of Japan als bester ins Japanische übersetzter Kriminalroman nominiert.

Letztes Jahr erschien, ebenfalls in der Edition Nautilus, als erste Übersetzung eines seiner Romane ins Deutsche, „Das schwarze Chamäleon“. Über den mit dem Deutsche Krimipreis ausgezeichneten Roman schreibt Krimiautor Robert Brack, der den Roman übersetzte, im Nachwort: „ein perfekt konstruierter klassischer Whodunnit, außerdem ein satirischer Campus- und vielschichtiger amerikanischer Gesellschaftsroman, der schon 2001 komplexe Fragen von Race, Gender und Identity Politics mit beeindruckender erzählerischer Virtuosität behandelte.“

Während der Lesung sprach der in der Bronx aufgewachsene, seit 1993 in Paris lebende Autor auch über seine anderen Romane, wie seine Bücher entstehen, von ihm bewunderte Kollegen und Romane und den Jazz.

Jake Lamar: Viper’s Dream

(übersetzt von Robert Brack)

Edition Nautilus, 2025

208 Seiten

20 Euro

Originalausgabe

Viper’s Dream

No Exit Press, London 2023

außerdem erhältlich

Jake Lamar: Das schwarze Chamäleon

(übersetzt von Robert Brack)

Edition Nautilus, 2024

328 Seiten

22 Euro

Originalausgabe

If 6 were 9

Crown Publishers, New York 2001

Hinweise

Homepage von Jake Lamar

Edition Nautilus über Jake Lamar

Wikipedia über Jake Lamar (französisch, englisch)

 


Impressionen aus Berlin: Ereignisse kündigen sich an

Juli 29, 2025

2001 war „Der Schuh des Manitu“ nach „Harry Potter und der Stein der Weisen“ der erfolgreichste Film in den deutsche Kinos. Mit deutlich über 11 Millionen Besuchern und einem Umsatz von 65 Millionen Euro ist er der erfolgreichste deutsche Film nach 1968 an der deutschen Kinokasse.

Am 14. August läuft die schon jetzt am Kino großplakatig beworbene Fortsetzung „Das Kanu des Manitu“ an. Ob es wieder so ein Erfolg wird?

Jedenfalls fand ich den Trailer überraschend witzig:


Impressionen aus Berlin: im Regen

Juli 16, 2025

nach fünf Minuten war es vorbei


Impressionen aus Berlin: Reichstag, angestrahlt verhüllt

Juni 21, 2025

Kurz vor dem Abschluss der Kunstaktion habe auch ich es auf den zertretenen Rasen vor dem Reichstag geschafft und mir angesehen, wie Christo und Jeanne-Claudes legendäre Verhüllung des Gebäudes als Lichtinstallation aussieht.

Nun, ungefähr so ernüchternd, wie kolportiert wurde: einige Strahler beleuchten den Bundestag. Erahnbar ist eine kleine Präsentation, die vom Entwurf über die Verhüllung bis zum Fallen der Gewebebahnen den Ablauf der Kunstaktion nachstellt. Da graue Gewebebahnen sich kaum von einem Gemäuer unterscheiden, sieht es immer so aus, als würde einfach nur ein Gebäude angestrahlt und manchmal bewegt sich etwas, das zeigen soll, wie sich Stoffbahnen im Wind bewegen. Aber es könnte auch irgendetwas anderes sein.

Das hat nichts mit den prächtigen, quietschbunden Installationen des „Festival of Lights“ zu tun.


Anna Mai serviert ein „Broilerkomplott“

Mai 26, 2025

Die Aktion von Antonia Hansen, angehende Anwältin, und ihren aktivistischen WG-Freunden in der Tiefgarage der Investitionsbank Brandenburg war bestenfalls halb durchgeplant. Und danach, als sie beobachten, wie ein Killer den Fahrer von Beate Scherer tötet und die Leiche im Kofferraum ihres Autos versteckt, improvisieren sie. Vor allem verfolgen sie das Auto aus Potsdam in die brandenburgische Einöde, wo sich noch nicht einmal Fuchs und Hase Gute Nacht sagen. Aber erstaunlich viele Verbrecher treffen im Sonnenhof aufeinander. Dort plant Scherer, als Erweiterung ihres Broilerimperiums, die größte Geflügelmast in Ostbrandenburg.

In dem Dorf streiten die Einheimischen sich wegen der neuen Hühnerfabrik. Die Fronten, auch in Familien, verlaufen zwischen erwarteten finanziellen Einnahmen und erwartbaren Umweltschäden. Eine neugierige Polizistin, die gerne Kriminalpolizistin wäre, schnüffelt in ihrer Freizeit in dem Fall herum. Und auf einem Hof steht ein geklauter Scherer-Tiefkühllaster mit wertvollem Inhalt.

Anna Mais Krimidebüt „Broilerkomplott“ spielt zwar in der Provinz, aber ein typischer Regiokrimi mit skurillen Typen und lustigem Humor ist ihr Krimi nicht. Eher schon orientiert sie sich an US-amerikanischen Hardboiled-Gangsterkrimis, in denen in der Provinz wegen einer Unmenge Geld oder Drogen plötzlich die Hölle los ist und Menschen sich auf möglichst groteske Art umbringen und beim Beseitigen von Leichen an alles denken; – außer einem Anruf bei der Polizei.

Im Gegensatz zu diesen schwarzhumorigen und oft sehr zynischen Gangsterkrimis hat Anna Mai deutlich mehr Respekt vor dem Leben und der körperlichen Unversehrtheit ihrer lebensnah gezeichneten, ziemlich normalen Figuren. Und das ist gut so. Denn Brandenburg ist nicht das US-amerikanische Hinterland.

Souverän wechselt Mai zwischen den verschiedenen Handlungssträngen und treibt so die Geschichte spannend voran.

Zusätzlich gibt es eine homöopathische Dosis Umweltpolitik, weil Toni und ihre WG-Freunde radikale Tierschützer sind und sie mit ihrer Aktion am Buchanfang auf das Leid von Hühnern (aka Broiler) in der Massentierhaltung hinweisen wollen.

Broilerkomplott“ ist eine flotte Sommerlektüre von angenehmer Länge. Also eigentlich der idelae Kriminalroman für einen Nachmittag an einem stillen Gewässer in Brandenburg oder anderswo. Gerne mit veganen Broilern im Anschluss.

Anna Mai: Broilerkomplott

ariadne/Argument Verlag, 2025

272 Seiten

15 Euro

Hinweise

Ariadne über das Buch

Homepage von Anna Mai


Einige Bilder, einige Lesetipps

Mai 23, 2025

Weil es wohl noch einige Tage dauert, bis ich (abgesehen von einer Ausnahme) diese wunderbaren Werke der grafischen Literatur bespreche, gibt es schon heute einige Bilder von den Büchern und den kreativen Köpfen hinter den Büchern.

In „Die letzte Einstellung“ erzählt Isabel Kreitz die Geschichte des fiktiven Autors Heinz Hoffmann, der in Nazi-Deutschland in die innere Emigration geht. Als die UFA 1944 einen Ghostwriter für einen vom NS-Propagandaministerium geplanten ‚Durchhaltefilm‘ sucht, nimmt er zähneknirschend die Arbeit an.

Kreitz zeichnet die in Babelsberg und in der kriegsfernen Provinz aus dem Ruder laufenden Dreharbeiten für diesen kriegswichtigen Film akribisch nach und sie fragt, wie man als Künstler in einer Diktatur überlebt.

Wer will, kann und sollte sich anschließend Dominik Grafs Dokumentarfilm „Jeder schreibt für sich allein“ (Deutschland 2023, ausgehend von Anatol Regniers Sachbuch) über Autoren während der NS-Zeit ansehen.

Isabel Kreitz: Die letzte Einstellung

Reprodukt, 2025

312 Seiten

29 Euro

 

Schweigen“ heißt das neue Werk von Birgit Weyhe. In ihrer dokumentarischen Graphic Novel geht es um das Schweigen während und nach einer Diktatur. Sie erzählt darüber anhand von zwei Frauen – Ellen Marx und Elisabeth Käsemann – und, bei Marx, ihrem Leben während der Nazi-Diktatur und, bei Marx und Käsemann, ihrem Leben in den siebziger Jahren in Argentinien während der grausamen Militärdiktatur.

Ebenfalls empfehlenswert ist ihr vorheriger, hier bereits abgefeierter Comic „Rude Girl“. In dem Buch erzählt sie die Geschichte der Afroamerikanerin Priscilla Layne und unterhält sich, während des Schreibens, mit ihr über kulturelle Aneignung und ihre Zeichnungen, die sich durch diesen Austausch verändern.

Rude Girl“ war als erster Comic in der Kategorie Sachbuch für den Preis der Leipziger Buchmesse 2023 nominiert. Es stand auf der Shortlist für den Hamburger Literaturpreis als Buch des Jahres. Und Weyhe erhielt 2022 den wichtigen Max-und-Moritz-Preis als beste deutschsprachige Künstlerin.

Birgit Weyhe: Schweigen

avant-verlag, 2025

368 Seiten

39 Euro

Birgit Weyhe: Rude Girl

avant-verlag, 2022

312 Seiten

26 Euro

Genug Vergangenheit. Springen wir in die Zukunft. In „Metropolia: Berlin 2099“ erzählen Fred Duval (Szenario) und Ingo Römling (Bild – und im Bild) von der Suche des Privatermittlers Sasha nach einer Killerin, die sich irgendwo in Europas größter Metropole befindet. Sie soll einen genialen, für den Konzern Metropolia arbeitenden Ingenieur ermordet haben.

Seine einzige Spur ist ein Schuh, den sie auf ihrer Flucht verlor.

Der spannende Cyberpunk-Comic erinnert an Science-Fiction-Noirs wie „Blade Runner“, „The Matrix“ und, immerhin spielt ein großer Teil der Geschichte in einem riesigen, renovierungsbedürftigem Hochhaus, an „Dredd“, gekreuzt mit etwas gut abgehangenem Berlin-Feeling. Das Ergebnis ist ein überaus eigenständiges Werk, das die Tradition achtet und weiterentwickelt. Schließlich haben sich in den letzten Jahrzehnte auch die Technik und unsere Visionen einer zukünftigen Stadt weiterentwickelt

Fred Duval/Ingo Römling: Metropolia: Berlin 2099

Splitter, 2025

56 Seiten

18 Euro


Frohe Ostern!

April 20, 2025


Leipziger Buchmesse 2025: viele nette Menschen und noch mehr Bücher

März 31, 2025

296.000 Besuchern kamen dieses Jahr zur Leipziger Buchmesse. Das waren 13.000 Besucher mehr als 2024. Entsprechend begeistert sind die Veranstalter. 2040 Aussteller aus 45 Ländern und das diesjährige Gastland Norwegen präsentierten Bücher und manchmal auch andere Dinge. Vom Donnerstag, den 27. März, bis zum Sonntag, den 30. März, gab es mit 2800 Lesungen und Diskussionen an 330 Leseorten ein ziemlich volles Programm auf dem Messegelände und in Leipzig.

Schon Tage vorher wurde der Vorverkauf von Eintrittskarten für den Samstag eingeschränkt.

Auch am Freitag, meinem Messetag, ist es gut voll. Vor allem in der Comic- und Mangahalle ist zwischen den Cosplayern (viele, sehr viele, wirklich sehr viele) und den nicht verkleideten Manga-Fans kein Durchkommen. In den anderen Hallen geht es dagegen deutlich ruhiger zu und in all dem Gedränge bleibt Zeit für Gespräche mit alten und neuen Bekannten, die ich hoffentlich alle spätestens nächstes Jahr wieder sehen werde.

Sebastian Fitzek signiert laut Ankündigung (ich habe nicht neben ihm gestanden und die Zeit gestoppt) mehrere Stunden Bücher.

Bei den anderen Autoren sind die Signierstunden laut Ankündigung kürzer. Mein Eindruck ist allerdings, dass sie auch außerhalb der Signierstunde gerne Bücher signieren oder spontan Bilder hineinmalen.

Und es werden überall wie verrückt Bücher gekauft. Die Verleger freuts, weil sie die Heimfahrt mit deutlich weniger Gepäck antreten können.

Das Wetter ist tagsüber fantastisch. Nachdem ich schon eine verschneite Messe erlebte und es letztes Jahr so kalt nieselte, dass schon ein kurzes Luftschnappen eine Zitterpartie war, ist es dieses Jahr so warm und sonnig, dass ein guter Teil des Messetrubels nach Außen verlagert wird.

Nachdem meine letzte Bücher-Jahresbestenliste rein männlich war, will ich dieses Mal wieder mehr Romane von Frauen drin haben. Die druckfrischen Debüts von Anna Mai und Malin Thunberg Schunke – die ich beide zufällig traf – sind dabei heiße Anwärterinnen für einen solchen Platz.

Anna Mai mit ihrem Roman „Broilerkomplott“ (Ariadne/Argument Verlag) und ihrer Verlegerin Else Laudan (in diesem Fall von rechts nach links)

Malin Thunberg Schunke mit ihrem Roman „Ein höheres Ziel“ (Polar Verlag), ausgezeichnet als bestes Debüt von der Schwedischen Krimi Akademie

Mit dem Feierabend-Gongschlag geht es dann in Richtung Sonnenuntergang:


Vorgelesen, mit Erklärungen: Volker Kaminski liest aus seiner Endzeitnovelle „Die letzte Prüfung“

Januar 21, 2025

In der Zukunft ist die nördliche Halbkugel vereist. Der gelobte Ort heißt Tripolis, aber der Weg zu diesem Paradies ist gefährlich und die Stadt darf erst nach der Absolvierung mehrerer Prüfungen betreten werden Der jüngste Prüfling des erfahrenen Prüfers Ted ist Falt, ein immer wieder gegen die Regeln verstoßender junger Mann mit großen Ambitionen.

Volker Kaminski schrieb diese gelungene Mischung aus Dystopie und Abenteuergeschichte vor über dreißig Jahren. Die Endzeitnovelle erschien 1994 im Verlag Klaus Wagenbach als „Die letzte Prüfung“. Für die 2024 bei PalmArtPress erschienene Neuausgabe überarbeitete Kaminski den ursprünglichen Text seines ersten Romans leicht.

Volker Kaminski lebt in Berlin. Er studierte Germanistik und Philosophie in Freiburg und Berlin. Er schreibt Kolumnen, Kurzgeschichten und Romane, u. a. zuletzt „Herzhand“, „RUA 17“ und „Die letzte Prüfung“. Er erhielt unter anderem ein Alfred Döblin-Stipendium und ein Stipendium der Kunststiftung Baden-Württemberg.

Die Lesung wurde am 17. Januar 2025 im „Morgenstern – Antiquariat und Café“ (Berlin/Steglitz) aufgenommen.

Aufnahme: Axel Bussmer

Volker Kaminski: Die letzte Prüfung

PalmArtPress, 2024

116 Seiten

20 Euro

Hinweise

Homepage von Volker Kaminski

PalmArtPress über „Die letzte Prüfung“

Wikipedia über Volker Kaminski

Homepage von Morgenstern – Antiquariat und Café

Meine Besprechung von Volker Kaminskis Science-Fiction-Romanen „RUA 17“ (2023) und „Die letzte Prüfung“ (2024)


1. 1. 2025

Januar 1, 2025

Berlin, vor und nach Mitternacht, nüchtern betrachtet.


Frohes Fest!

Dezember 24, 2024


Impressionen aus Berlin

November 20, 2024

Ohne Worte.


Impressionen aus Berlin: „35 Jahre Mauerfall“ – das Fest der Freiheit

November 9, 2024

Vor 35 Jahren fiel in Berlin eine Mauer.

Heute wird dieser Mauerfall in der deutschen Hauptstadt mit einem „Fest der Freiheit“ auf dem Mauerstreifen gefeiert, wie hier am Reichstag und dem Brandenburger Tor.


Impressionen aus Berlin: Im Center am Potsdamer Platz, besser bekannt als Sony Center

Oktober 30, 2024

Es war einmal ein Kino im Sony Center in dem Filme in der Originalversion gezeigt wurden. Das im Untergeschoss gelegene wunderschönes Multiplex-Kino am Potsdamer Platz lief gut. Als der Mietvertrag neu verhandelt werden musste, verlangte der Vermieter eine zu hohe Miete. Am 31. Dezember 2019 schloss das Kino.

Jetzt wird immer noch umgebaut. Geplant sind – Überraschung! – Büroräume. Ob das zu einer Belebung des Platzes führt, bezweifle ich. Denn das Multiplex, das IMAX (ebenfalls geschlossen), die Deutsche Kinemathek (schließt Ende Oktober) und das Kino Arsenal (schließt am 15. Dezember und zieht in den Wedding ins silent green Kulturquartier) brachten zuverlässig Publikum zum Potsdamer Platz und in das Center am Potsdamer Platz. Das ist seit dem Auslaufen einer Kooperation über die Namensrechte Ende März 2023 der aktuelle Name des Sony Centers. Demnächst soll der unbekannte Name durch einen anderen Namen ersetzt werden soll.

Das Bild vom Eingang des Kinos, der im Moment umfassend umgebaut wird, schoss ich aus der Deutschen Kinemathek. Die zieht die Tage in das nahe gelegene E-Werk. Das ehemalige Umspannwerk fungiert als Zwischennutzung. In einigen Jahren soll dann in einen neuen Standort umgezogen werden.


Impressionen aus Berlin: Abendstimmung am Alexanderplatz

Oktober 16, 2024


Impressionen aus Berlin: Abendstimmung am Bundestag

Oktober 2, 2024

Links erahnbar im Bild der Reichstag und der Platz der Republik, rechts das Paul-Löbe-Haus und in der Mitte die Paul-Löbe-Allee.