Hörenswert

September 19, 2009

Im SWR2-Forum gibt es ein hörenswertes Gespräch zwischen

Carl Bergengruen (Fernsehspiel-Chef des SWR Baden-Baden)

Fred Breinersdorfer (Drehbuchautor und Anwalt, Berlin) und

Hans Leyendecker (Süddeutsche Zeitung)

über den Fall Heinze und die ÖR-Fernsehlandschaft. Hübsch, wie Bergengruen eine heile Welt zeichnet, während Breinersdorfer und Leyendecker die Fahne des kritischen Journalismus hochhalten und sehr plastisch ein mafiös-korruptes System charakterisieren.


RetteDeineFreiheit

September 17, 2009

Lobenswerte Initiative, guter Kurzfilm, informative Seite von Alexander Lehmann:


Der kriminelle Buchherbst – Teil 8: Random Murders, Part Two

September 16, 2009

Goldmann

Oktober

Tom Bale: Amok (Debüt: In Sussex bringt sich ein Mann nach einem Amoklauf um. Eine Zeugin glaubt, einen zweiten Mann gesehen zu haben. Gemeinsam mit einem Journalisten sucht sie ihn.)

November

Truman Capote: Kaltblütig (Taschenbuch-Ausgabe der neuen „Kein & Aber“-Übersetzung)

Gianrico Carofiglio: Das Gesetz der Ehre (Taschenbuch-Ausgabe)

Patricia Cornwell: Totenbuch (Taschenbuch-Ausgabe eines Kay-Scarpetta-Krimis)

Deborah Crombie: Von fremder Hand/Der Rache kaltes Schwert (zwei Fälle für Superintendent Duncan Kincaid und Sergeant Gemma James)

Ruth Downie: Tod einer Sklavin (Medicus Russo ermittelt im Römische Reich; „SPQR meets CSI“ meint der Verlag)

Misha Glenny: McMafia – Die grenzenlose Welt des organisierten Verbrechens (Taschenbuch-Ausgabe des Sachbuchs aus dem Spiegel-Verlag)

Andrew Pyper: Die Stunde des Sandmanns (Journalist Patrick Rush sucht einen Serienkiller, der sich „Sandmann“ nennt. Einen ersten Hinweis auf seine Identität erhält er von einer Frau aus seinem Schreibkurs.)

Martin Cruz Smith: Stalins Geist (Taschenbuch-Ausgabe des sechsten Auftritts von Arkadi Renko)

Kim Wozencraft: Gehetzt (Zwei unschuldig im Knast sitzende Frauen flüchten aus dem Knast und die Verfolgungsjagd beginnt.)

Dezember

Stuart Archer Cohen: Der siebzehnte Engel (Taschenbuch-Ausgabe)

Janet Evanovich: Kalt erwischt (Taschenbuch-Ausgabe eines Stephanie-Plum-Krimis)

Nicci French: Bis zum bitteren Ende (Taschenbuch-Ausgabe)

Elizabeth George: Am Ende war die Tat (Taschenbuch-Ausgabe)

Caroline Graham: Ein böses Ende/Blutige Anfänger (Inspector Barnaby ermittelt)

John Twelve Hawks: Dark River – Das Duell der Traveler (Taschenbuch-Ausgabe des zweiten Traveler-Bandes)

Franco Limardi: Die dunkle Spur des Todes (Ein Ex-Soldat will bei einem Raubüberfall das große Geld machen. Aber der schöne Plan löst sich – siehe Titel – schnell in Luft auf. – Klingt nach einer Noir-Story für mich.)

Maria Masella: Wer sich ein Bildnis macht (In Genua sucht Commissario Mariani einen Serienmörder. Dabei scheint es eine Verbindung zu seiner Frau zu geben.)

Rainer Würth: Krötenwanderung (Kommissar Kolb sucht den Mörder des Leiters des Bauamtes.)

Januar

Brett Battles: Todesjagd (zweiter Auftritt des Cleaners Jonathan Quinn)

Sharon Bolton: Todesopfer (Taschenbuch-Ausgabe)

Colin Cotterill: Dr. Siri und seine Toten (Taschenbuch-Ausgabe)

Robert Ellis: Leichengift (Detective Lena Gamble soll den Mörder einer jungen, nicht identifizierten weiblichen Leiche finden. Die Medien verfolgen ihre Ermittlungen akribisch.)

Jonathan Kellerman: Jamey – Das Kind, das zuviel wusste/Exit (zwei Fälle für Alex Delaware)

Ian Rankin: Der Tod ist erst der Anfang (22 noch nicht übersetzte Kurzkrimis von Ian Rankin, acht mit Rebus)

John Sandford: Mordlust (Taschenbuch-Ausgabe)

Andreas Ulrich: Das Engelsgesicht (anscheinend eine Neuausgabe zum Kinostart der Verfilmung)

Lisa Unger: Der Fluch der Wahrheit (Taschenbuch-Ausgabe)

Februar

Jefferson Bass: Todesstarre (Ein Forensik-Thriller: Wer hat einen Physiker, der die Atombombe mitentwickelte, radioaktiv vergiftet? Bill Brockton ermittelt.)

Caroline Graham: Treu bis in den Tod/Ein sicheres Versteck (Inspector Barnaby fängt die bösen Buben)

Rainer Gross: Grafeneck (Neuausgabe eines beim Pendragon-Verlag erschienenen und mit dem Glauser ausgezeichneten Debüts)

James Patterson: Höllentrip (Catherine will während eines Segeltörns die gestörte Beziehung zu ihren drei Kindern wieder kitten. Als sie nach einem Unfall auf einer einsamen Insel stranden, müssen sie um ihr überleben kämpfen. Denn irgendjemand will, dass sie die Insel nicht wieder verlassen.)

Linus Reichlin: Die Sehnsucht der Atome (Taschenbuch-Ausgabe, Deutscher Krimi Preis 2009)

Tom Rob Smith: Kind 44 (Taschenbuch-Ausgabe des vielfach nominierten und ausgezeichneten Debüts.)

Andreas Winkelmann: Hänschen klein (heißt es nach „Tief im Wald und unter der Erde“. Eine Mutter will sich den Traum einer Familie erfüllen. Dummerweise ist der von ihr erwählte Anwalt Schneider von ihrem Anliegen überhaupt nicht begeistert.)

März

Harlan Coben: Keine zweite Chance/Kein böser Traum (zweimal Spannung von einem Meister)

Deborah Crombie: Alles wird gut (der zweite Fall von Superintendent Duncan Kincaid und Inspector Gemma James in aufwändiger Neuausstattung)

Thea Dorn: Mädchenmörder (Taschenbuch-Ausgabe)

Birgit Lautenbach/Johann Ebend: Engelstrompeten (der dritte Hiddensee-Krimi für die Inselpolizisten Kästner und Pieplow. Dieses Mal suchen sie den Mörder der alten Wanda.)

Chuck Palahniuk: Fratze (Deutsche Erstausgabe des Frühwerks von „Fight Club“-Palahniuk)

Ian Rankin: Ein Rest von Schuld (Taschenbuch-Ausgabe eines Rebus-Krimis)

Sarah Rayne: Todeskammer (Psychothriller: Georgina Grey wühlt in der Familiengeschichte herum. Gute sechshundert Seiten.)

Dan Waddell: Das Erbe des Blutes (Bei ihren aktuellen Mordermittlungen führt die Spur DCI Foster und Jenkins zurück in die Vergangenheit. Denn die Lösung hängt irgendwie mit dem Kensington Killer und seinen 1879 verübten Taten zusammen.)

April

Stefan Aust: Der Baader-Meinhof-Komplex (Taschenbuch-Ausgabe der aktualisierten Ausgabe)

Rennie Airth: Orte der Finsternis (Surrey, Sommer 1932: ein Ex-Scotland-Yard-Inspector sucht den Mörder eines Mädchens. Er glaubt an einen Serienmörder.)

Maxime Chattam: Die Gaia-Hypothese (Thriller über geheimnisvolle Experimente auf abgelegenen Inseln, Laboren in den Pyrenäen und Serienkillern. Naja, Chattam hat 500 Seiten, um das alles miteinander zu verknüpfen.)

J. F. Englert: Kaltschnäuzig – Ein Fall für den Schnüffler (Wuff!)

Joy Fielding: Die Katze (Taschenbuch-Ausgabe)

Nicola Förg: Kuhhandel („Taschenbuch“-Ausgabe eines Emons-Krimis)

Jonathan Kellerman: Knochensplitter (ein Alex-Delaware-Krimi)

Michael Koglin: Bluttaufe (Thriller über einen Serienmörder, der in Norddeutschland Ted Bundy nachahmt.)

Peter Temple: Shooting Star (Taschenbuch-Ausgabe)

Hinweis

Der kriminelle Buchherbst – Teil 1: Ein Halleluja für Hollywood (Alexander Verlag, Belleville, Bertz + Fischer, Henschel)

Der kriminelle Buchherbst – Teil 2: Zurück in die Provinz (Emons, Gmeiner)

Der kriminelle Buchherbst – Teil 3: Regionale Küche, teils mit ausländischem Einschlag (Edition Nautilus, Grafit, Pendragon)

Der kriminelle Buchherbst – Teil 4: Gemischte Küche, hauptsächlich aus fremden Gefilden (Edition Phantasia, Liebeskind, Rotbuch, Tropen, Unionsverlag)

Der kriminelle Buchherbst – Teil 5: Nochmal gemischte Küche (Fischer Verlag)

Der kriminelle Buchherbst – Teil 6: Hauptsächlich regional, aber mit südamerikanischem Einschlag (Edition Köln, Matthes & Seitz, Verbrecher Verlag)

Der kriminelle Buchherbst – Teil 7: Random Murders, Part One (Blanvalet)


Kurz gemeldet: Dan Brown, Bruen/Coleman, Heavy Metal Pulp

September 16, 2009

Der neue Dan Brown „The Lost Symbol“ ist draußen. Oline Cogdill schreibt über Dan Brown, seine vorherigen Bestseller, die Verfilmungen und den bereits jetzt erreichten Bestsellerstatus von „The Lost Symbol“.

Sarah Weinman schreibt ebenfalls über das Buch.

Die deutsche Übersetzung erscheint am 14. Oktober bei Bastei-Lübbe.

Ken Bruen und Reed Farrel Coleman haben die Filmrechte ihres gemeinsamen Krimis „Tower“ nach Hollywood verkauft. Mal abwarten, wie’s weitergeht.

(via BSC) Tor macht jetzt auch „Heavy Metal Pulp“.

Der erste Band der neuen Reihe, „Pleasure Model“ von Christopher Rowley, erscheint erst im Februar 2010, aber der Trailer dafür sieht ziemlich geil aus:


Gedankensplitter und Fundstücke

September 14, 2009

Im TV-Programm entdeckt:

Montag, 21. September, ZDF, 20.15 Uhr

Mein Mann, seine Geliebte und ich (D 2009)

Story: Nach 25 glücklichen Ehejahren entdeckt Rike, dass ihr Mann sie betrügt. Sie stellt ihren Mann nicht zur Rede, sondern sie will die Nebenbuhlerin kennenlernen – und findet sie ganz sympathisch.

Mittwoch, 23. September, ARD, 20.15 Uhr

Die Freundin der Tochter (D 2009)

Story: Nach einer langjährigen glücklichen Ehe entdeckt Hannah, dass ihr Mann sie betrügt. Sie stellt ihren Mann nicht zur Rede, sondern sie nähert sich unter falschem Namen der Freundin ihres Mannes (einer Studienfreundin ihrer Tochter) – und findet sie ganz sympathisch.

Mein erster Verdacht war, dass Doris Heinze ( Ja, genau die Doris) nicht nur für „Die Freundin der Tochter“, sondern auch für „Mein Mann, seine Geliebte und ich“ das Drehbuch schrieb.

Aber das ist von Laila Stieler, die auch für „Die Polizistin“, „Willenbrock“ und „Wolke 9“ (alles Andreas-Dresen-Filme) die Bücher schrieb.

Also scheint die Story, die ich vor allem in „Die Freundin der Tochter“ für ziemlich gekünstelt halte (ohne den Film gesehen zu haben), irgendwie in der Luft zu liegen.

Oder gab’s vor einiger Zeit einen Hollywood-Film mit dieser Story?

Die Demo „Freiheit statt Angst“ war erfolgreich; dieser Polizeieinsatz nicht:

(und hier würde ich gerne auf das You-Tube-Video verlinken, aber inzwischen muss man sich meistens anmelden. Deshalb einmal zum „SpiegelOnline“-Artikel und zur rbb-Reportage)

Die Berliner Polizei erklärt das Gesehene in einer Pressemitteilung so:

Trotz wiederholter Aufforderungen, den Ort zu verlassen, störte insbesondere ein 37-Jähriger weiter. Die Beamten erteilten ihm schließlich einen Platzverweis. Nachdem auch dieser wiederholt ausgesprochen worden war und der Mann keine Anstalten machte, dem nachzukommen, nahmen ihn die Polizisten fest. Hierbei griff ein Unbekannter in das Geschehen ein und versuchte, den Festgenommenen zu befreien, was die Beamten mittels einfacher körperlicher Gewalt verhinderten. Der Unbekannte entfernte sich anschließend vom Tatort. Der 37-Jährige erlitt bei seiner Festnahme Verletzungen im Gesicht und kam zur Behandlung in ein Krankenhaus.

Die Vorgehensweise der an der Festnahme beteiligten Beamten einer Einsatzhundertschaft, die auch in einer im Internet verbreiteten Videosequenz erkennbar ist, hat die Polizei veranlasst, ein Strafverfahren wegen Körperverletzung im Amt einzuleiten. Das Ermittlungsverfahren wird durch das zuständige Fachdezernat beim Landeskriminalamt mit Vorrang geführt.

Äh? Sehen wir die gleichen Bilder? Ein wiederholter Platzverweis wird ausgesprochen? Der Mann im blauen T-Shirt macht keine Anstalten sich zu entfernen?

Im Titel-Magazin gibt es ein lesenswertes Interview mit Filip Kolek vom Comicverlag „Cross Cult“ (u. a. „Sin City“, „M“, „Sleeper““, „Whiteout“ und „Star Treck“).

Ebenfalls im Verhörzimmer sind:

John Banville (aka Benjamin Black)

Brent Ghelfi (Volk’s Game, Volk’s Shadow – sind beide auf Deutsch bei Heyne Hardcore erschienen)

Steven M. Thomas (noch nichts übersetzt, aber er wird ziemlich abgefeiert und er beschreibt seinen neuen Roman „Criminal Paradise“ als „Ross MacDonald meets John MacDonald with some Elmore Leonard thrown in“ und das klingt verdammt interessant.)

Val MacDermid

Und nun die obligatorischen Bruen-News: in der Verfilmung seines Krimis „Blitz“ spielt er eine  kleine Rolle als Priester. Bei Crimespree Cinema gibt es ein Bild von Bruen in Priesterkluft mit Hauptdarsteller Jason Statham und Regisseur Elliott Lester.


Kleinkram: My PDF Scripts, „Whiteout“, Hans-Christian Schmid, Walter Hill, James Patterson

September 12, 2009

Mit „My PDF Scripts“ gibt es eine neue Seite mit vielen, vielen Drehbüchern und zusätzlichen Informationen.

Erster Eindruck: Sehr gut!

„Whiteout“ ist in den USA angelaufen; keine Ahnung, wann der Film in Deutschland anläuft. Denn die Kritiken sind verheerend. Bei Metacritic 33/100. Bei Rotten Tomatoes 6/100.

Bei „Comics worth reading“/“DVDs worth watching“ gibt es ein kurzes Interview mit Steve Lieber, dem Zeichner von „Whiteout“:

Since I haven’t seen a final cut, that’s hard to say definitively, but I adore the look of the movie. The environments that Graham “Grace” Walker created are incredible. His envisioning of Amundsen-Scott South Pole station and the Russian base have to be seen to be believed. And what I’ve seen of the relationship between Carrie and the Doc has been perfect. Everything about them I tried to draw in the graphic novel was up there on the screen.

Bei Collider gibt es Videointerviews mit den „Whiteout“-Schauspielern Kate Beckinsale, Alex O’Loughlin und Gabriel Macht.

Und hier gibt’s auch einige Worte von „Whiteout“-Autor Greg Rucka zum Film (nach dem Auftritt von Kate Beckinsale auf dem roten Premierenteppich):

Like I said, they made a movie out of something I wrote. How can I not be?

Dort gibt’s noch weitere Roter-Teppich-Gespräche mit weiteren am Film Beteiligten.

Bei „Galore“ gibt es ein Interview mit Hans-Christian Schmid über seinen neuen Film „Sturm“.

„Hollywood Interview“ redet mit Walter Hill:

Somebody once asked me why I never did horror films, just action, and what was the difference? I said horror movies terrorize women, and action movies terrorize guys. For some reason, several people found that definition objectionable. (chuckling) I thought it was brutally accurate… I didn’t answer that too well, did I?

James Patterson wird bis 2012 siebzehn (!)  neue Bücher veröffentlichen.


Neu im Kino: Sturm

September 10, 2009

Sturm (Storm, D/Dk/Nl 2009)

Regie: Hans-Christian Schmid

Drehbuch: Bernd Lange, Hans-Christian Schmid

Den Haag, Internationaler Gerichtshof: Als die Anklage gegen einen serbischen Kriegsverbrecher auf der Kippe steht, beginnt Anklägerin Hannah Maynard eigenmächtig in Bosnien-Herzegowina und Berlin nach Zeugen zu suchen.

Hochgelobter Politthriller und Gerichtsdrama, der den Pessimus der 70er-Jahre-Politthriller zeitgemäß erneuert (und den Berlin-Bonus hat).

Hans-Christian Schmid ist ein radikal humanitärer Regisseur. Dass es ihm um Zwänge und Erfahrungen geht, hat er schon mit Filmen wie ‚Requiem‘ und ‚Lichter‘ kundgetan. ‚Storm‘ ist nun ein Film, der ein wenig zu viel will. Aber in welcher Hinsicht er zu viel will – das spricht schon wieder für ihn.“ (Anke Westphal, Berliner Zeitung, 9. Februar 2009)

mit Kerry Fox, Anamaria Marinca, Stephen Dillane, Rolf Lassgård

Hinweise

Homepage zum Film

Film-Zeit über „Sturm“


Veranstaltungshinweis für Kurzentschlossene

September 9, 2009

Gute Veranstaltung (jaja, hab’s irgendwie mitorganisiert und daher stehe ich in der Begeisterungspflicht. Aber der Film ist wirklich gut und die Diskussion; – naja, da liegt’s an euch. Außerdem ist die Sache gut mit der U-Bahn erreichbar. Denn die S-Bahn hat Probleme mit ihren Schrauben.):

„Jung, weiblich, türkisch, chancenlos – Kann das Gleichbehandlungsgesetz helfen?“, Blockaden, Chancen, Perspektiven

Film und Podiumsdiskussion

am Donnerstag, den 10. September 2009

in der Alten Feuerwache (Axel-Springer-Straße 40/41, 10969 Berlin)

um 18.00 Uhr: „Damla = Tropfen, Derya = Ozean“ (Film von Elisabeth Pricken, mit anschließendem Gespräch mit der Regisseurin)

um 19.00 Uhr: Podiumsdiskussion

mit

– Wolfgang Wieland, Mitglied des deutschen Bundestages

– Monika Herrmann, Stadträtin für Jugend in Kreuzberg

– Prof. Dr. Jutta Allmendinger, Direktorin des Wissenschaftszentrums Berlin (angefragt)

– Nuran Yigit, Antidiskriminierungs-Netzwerk Berlin

– Alexander Klose, Lehrbeauftragter der Freien Universität Berlin

Moderation: Dr. Susanna Kahlefeld (LAG Migration Bündnis 90/Die Grünen Berlin)


Fast 20 % der ausländischen Schülerinnen und Schüler verlassen die Schule ohne Abschluss. Mehr als 35 % der ausländischen Jugendlichen verfügen über keine abgeschlossene Ausbildung. Die Arbeitslosenquote von Ausländerinnen und Ausländern liegt mit mehr als 20% doppelt so hoch wie die der Gesamtbevölkerung. Faulheit? „Bildungsferne“?

Wohl kaum! Stattdessen ein deutliches Indiz für fehlende Chancengleichheit in einem Land, das sich mit Gleichbehandlung noch immer schwer tut. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen starke, emotional getragene Vorbehalte gegenüber Ausländer/innen und Migrant/innen in weiten Teilen der Gesellschaft, die sich nicht selten in Benachteiligungen niederschlagen. Hinzu kommen strukturelle Diskriminierungen beim Zugang zu Bildung und Beruf. So hat ca. nur 1 % der fast 750.000 Lehrerinnen und Lehrer selbst einen Migrationshintergrund.

Das nicht zuletzt auf Initiative von Bündnis 90/Die Grünen vor 3 Jahren beschossene Allge-meine Gleichbehandlungsgesetz (AGG), bietet Opfern von Diskriminierungen erstmals die Möglichkeit, sich gegen Benachteiligungen gerichtlich zur Wehr zu setzen.

Wir wollen diskutieren, welche Möglichkeiten und Perspektiven das AGG im Kampf für eine Antidiskriminierungs-Kultur enthält, welche Verbesserungen notwendig sind und wie bestehende Blockaden auch mit anderen Mitteln aufgelöst werden können.

Vor der Diskussion zeigen wir den 2009 entstandenen Film „Damla = Tropfen, Derya = Ozean“ der Regisseurin Elisabeth Pricken.

Der in Neukölln gedrehte Film dokumentiert den steinigen Alltag junger Frauen mit Migrationshintergrund. In der Öffentlichkeit vornehmlich als „Risikogruppe“ wahrgenommen, kämpfen sie sich ihren Weg durch den Bildungsdschungel – ganz unter dem Motto:

Du hast keine Chance, aber nutze sie! Der Film von Elizabeth Pricken enstand in Zusammenarbeit mit S.U.S.I. und der Beratungsstelle für Frauen „Uğrak“ in Neukölln.

Der Eintritt ist frei.



Veranstalterinnen: LAG Migration und LAG Demokratische Rechte von Bündnis 90/Die Grünen (Berlin)


Kleinkram: Bürgerrechte wählen – Überwachung abwählen, Elkins über Verfilmungen, „Whiteout“

September 9, 2009

„Bürgerrechte wählen – Überwachung abwählen“ heißt eine sehr informative vom AK Vorrat gemachte Seite, die sehr detailliert die einzelnen Überwachungsgesetze, welche Parteien zugestimmt haben und die entsprechenden Forderungen der Parteien auflistet.

Hier ist die Originalseite. Im Moment hakt sie noch öfters. Aber hier kann sie auch studiert werden.

Einen sehr launischen launigen Text hat Aaron J. Elkins für „My Book, The Movie“ über seine Idealbesetzung für eine Verfilmung eines seiner Gideon-Oliver-Krimis geschrieben. Denn seine Bücher wurden bereits verfilmt:

Actually, my books have been made into movies–five big-production TV movies–back a few years. I think the reason so few people remember them is the same reason people supposedly forget the real pain of childbirth or dental procedures: they are too wretched to bear remembering. (…)

In my case, they changed the protagonist from white to black; they moved him from the University of Washington to Columbia University; they converted him from a physical anthropologist to a cultural anthropologist; they changed him from a joyfully married man to a widower, but gave him a nineteen-year-old daughter to compensate; and they awarded him a black belt in kick-boxing or karate–I forget which.

Other than that, of course, they stuck quite closely to my character.

They took a few interesting liberties with the tenor of my stories too. Those of you who have read my books would know that there are certain kinds of things, ugly things, I’m highly unlikely to write about, e.g., animal mutilation, satanic cults, child pornography, torture, etc. I figure if people want to read about them, all they need to do is open the newspaper. Mystery fiction, as I see it, is a way of getting away from those awful things. Well, every one of those topics turned up in the first half-hour of the first show. After that, I don’t know; I quit watching. It wasn’t my kind of show. (…)

Am I bitter about it all? No way. I knew ahead of time how it would work, and I just left it to them; anything else would have been pointless and frustrating. They paid good money, and they paid on time. (What they paid me for is hard to understand, since they used so little of it, but I was happy to take it.) And most important, they couldn’t really hurt the books. TV is TV and books are books, and readers know the difference.

Bei Shock till you drop gibt es ein Featurette zur Greg-Rucka/Steve-Lieber-Verfilmung „Whiteout“ mit Kate Beckinsale, Gabriel Macht und Alex O’Loughlin.

In den USA startet die langerwartete Verfilmung am 11. September.


Die Dagger-Nominierungen 2009 – Teil 2

September 8, 2009

Sodele, jetzt ist die zweite Lieferung von Shortlists der CWA für die diesjährigen Daggers draußen. Die Gewinner werden am 21. Oktober bekannt gegeben. Dieses Jahr werden sie auch für Kriminalfilme verliehen.
Nominiert sind:
CWA GOLD DAGGER 2009 – for the best crime novel of the year
When Will There Be Good News? by Kate Atkinson (Black Swan)
In the Dark by Mark Billingham (Little, Brown)
Hit and Run by Lawrence Block (Orion)
A Whispered Name by William Brodrick (Little, Brown)
The Coroner by M R Hall (Pan Macmilan)
Dark Times In The City by Gene Kerrigan (Harvill Secker)

CWA JOHN CREASEY (NEW BLOOD) DAGGER 2009 – for first books by previously unpublished writers, awarded in memory of CWA founder John Creasey

Sweetsmoke by David Fuller (Abacus)
Bad Catholics by James Green (Luath Press)
No Way To Say Goodbye by Rod Madocks (Five Leaves)
Old City Hall by Robert Rotenberg (John Murray)
Echoes from The Dead by Johan Theorin (Doubleday)
The Blood Detective by Dan Waddell (Penguin)

THE CWA IAN FLEMING STEEL DAGGER 2009 – for the year’s best thriller
The Brass Verdict by Michael Connelly (Orion)
Dark Places by Gillian Flynn (Weidenfeld & Nicolson)
The Last Child by John Hart (John Murray)
Calumet City by Charlie Newton (Bantam)
Moscow Rules by Daniel Silva (Michael Joseph)
The Tourist by Olen Steinhauer (HarperCollins)
The Interrogator by Andrew Williams (John Murray)

ITV3 Bestseller Dagger
Dick Francis
Alexander McCall Smith
Nicci French
Harlan Coben
Martina Cole

THE FILM DAGGER 2009 – for the best big-screen crime thriller story
„Gran Torino“ (Warner Bros)
„Quantum of Solace“ (Sony)
„Changeling“ (Der fremde Sohn) (Universal)
„Public Enemies“ (Universal)
„State of Play“ (Universal)

The TV DAGGER 2009 – for the best small-screen crime thriller drama
„Wallander“ Left Bank Pictures (BBC ONE)
„Red Riding“ Channel 4 Films (CHANNEL 4)
„Spooks“ Kudos (BBC ONE)
„Place of Execution“ Coastal Productions (ITV1)
„Ashes to Ashes“ Kudos (BBC ONE)

THE INTERNATIONAL TV DAGGER – for the best TV crime thriller drama from around the world

„The Wire“ HBO (BBC TWO)
„Dexter“ Clyde Phillips Production (FX)
„Wallander“ (Swedish) Yellow Bird Films (BBC FOUR)
„The Mentalist“ Warner Bros (FIVE)

THE BEST ACTRESS DAGGER
Juliet Stevenson for „Place of Execution“ Coastal Productions (ITV1)
Keeley Hawes for „Ashes to Ashes“ Kudos (BBC ONE)
Hermione Norris for „Spooks“ Kudos (BBC ONE)
Emilia Fox for „Silent Witness“ BBC (BBC ONE)

THE BEST ACTOR DAGGER
Dominic West for „The Wire“ HBO (BBC TWO)
Kenneth Branagh for „Wallander“ Left Bank Pictures (BBC ONE)
Tom Hardy for „The Take“ Company (SKY1)
Philip Glenister for „Ashes to Ashes“ Kudos (BBC ONE)
Paddy Considine for „Red Riding“ Channel 4 Films (CHANNEL 4)

Einen herzlichen Glückwunsch an alle Nominierten!

Was soll ich sagen? Mark Billingham, Lawrence Block (nachdem die CWA ihn schon für sein Lebenswerk geehrt hat), Michael Connelly, Harlan Coben; bei den Filmen zweimal Clint Eastwood, ein okayer Michael-Mann, ein okayes Remake einer britischen Serie (aber nur weil ich die Serie kenne) und ein gruseliger Bond-Film (aber weil’s ein britischer Preis ist; – jedenfalls würde ich den Preis Clint Eastwood für „Der fremde Sohn“ geben); die David-Peace-Verfilmung „Red Riding“ würde ich verdammt gerne sehen; „Ashes to Ashes“ (Remember „Life on Mars“?) könnte mir gefallen und „The Wire“, „Dexter“ und „The Mentalist“ sind natürlich eine ebenfalls sehr gute Wahl.


Kurzmeldungen: einmal Bruen, einmal Heinze und das ÖR-Fernsehen

September 5, 2009

Lange (Eine Woche? Zwei?) hier nichts mehr von Ken Bruen gehört? Geflucht, dass ich „Jack Taylor fliegt raus“ noch nicht gebührend abgefeiert habe? Kommt noch.

Bis dahin eine wichtige Nachricht aus der Welt der geplanten Bruen-Verfilmungen:

In England wird es eine TV-Serie mit Jack Taylor geben. Zunächst sind 13 Filme geplant und ab November wird in Galway gedreht.

Damit wären Ort und Wetter schon einmal bruenisch.

Und Jack Taylor wird gespielt von – Tata! – Dominic West. West spielte in der Cop-Serie „The Wire“ Det. James McNulty.

Eine halbe Erklärung, warum „The Wire“ nicht im deutschen TV gezeigt wird gibt es heute in der Süddeutschen Zeitung. Ein namentlich nicht genannter Autor (Hey, SZ, Autorennamen sind wichtig!) schreibt über die Misere des deutschen Fernsehens (vor allem des Öffentlich-Rechtlichen):

Innovatives Fernsehen kommt heute aus den USA und Großbritannien: Der Skandal um die NDR-Redakteurin Doris Heinze erzählt viel über Kartelle, die sich in erster Linie selbst mit Aufträgen und das deutsche TV dafür mit den immer gleichen öden Formaten versorgen. Ein neuer Helmut Dietl entsteht so nicht.


Kurzmeldungen: The Big Thrill im September, Zapp über Doris Heinze, Wolfgang Kohlhaase über „Whisky mit Wodka“, Script Collector, Maigret und Simenon, 24h Berlin und Pieke Biermann

September 4, 2009

Die September-Ausgabe von The Big Thrill ist online. Dieses Mal sind unter anderem diese Russell Atwood, Heather Graham, William Kent Krueger, Lisa Black, William Bernhardt, Clive Cussler & Grant Blackwood, Joe R. Lansdale (mit seinem neuen Hap-Collins/Leonard-Pine-Roman „Vanilla Ride“), F. Paul Wilson (mit dem neuen Repairman-Jack-Thriller „Ground Zero“), Norb Vonnegut (Yep, verwandt mit Kurt Vonnegut), Kathy Reichs (der neue Temperance-Brennan-Roman „206 Bones“), Dan Fesperman (Sein „The Prisoner of Guantanamo“ erhielt zahlreiche Preise, aber keinen deutschen Verlag) und Laura Caldwell im Porträt oder im Verhör.

Im NDR-Medienmagazin „Zapp“ gibt es einen zehnminütigen Bericht über Doris Heinze.

Drehbuchautor Wolfgang Kohlhaase redet bei „Stichwort Drehbuch“ über seinen neuen, gerade im Kino angelaufenen Film „Whisky mit Wodka“. Andreas Dresen verfilmte das Buch. Henry Hübchen, Corinna Harfouch, Sylvester Groth und Peter Kurth spielen mit.

eine echte Perle“ meint epd-Film und vergibt die Höchstwertung.

Die erste Zusammenarbeit von Andreas Dresen und Wolfgang Kohlhaase war „Sommer vorm Balkon“.

Mit dem Script Collector gibt es eine neue Anlaufstation für Menschen, die Drehbücher lesen wollen. Aktuell hat er „The Haunting in Connecticut“, „Year One“, „Fast and Furious“, „Sweeney Todd“, „The Dark Knight“ und die anderen Batman-Filme, „The International“, „Public Enemies“ und viele Hitchcock-Drehbücher online gestellt.

Ist zwar nicht alles brandneu, aber ein Blick lohnt sich.

Diogenes hat für die Maigret- (wenn sie in der Schweiz wohnen) und Simenon-Fans (heute ist sein 20. Todestag) unwiderstehliche Angebote:

Im Oktober erscheinen die drei letzten Bände der Maigret-Gesamtausgabe in 75 Bänden.

Beantworten Sie auf franceguide.com drei Fragen zu Kommissar Maigret und gewinnen Sie die Gesamtausgabe in 75 Bänden. In Zusammenarbeit mit dem französischen Verkehrsbüro Atout France (Teilnahme nur in der Schweiz möglich).

Oder schicken Sie uns ein Foto von sich und Ihrer Maigret-Gesamtausgabe, und Sie erhalten als Geschenk den hochwertigen Bildband Sein Leben in Bildern. Schicken Sie eine Mail an werbung@diogenes.ch oder per Post: Diogenes AG, Sprecherstrasse 8, CH-8032 Zürich.

(der Link zu Franceguide funktioniert im Moment nicht)

Überall wird ja schon darauf hingewiesen: Am Samstag zeigen der RBB (ab 05.30 Uhr) und Arte (ab 06.00 Uhr) das Projekt „24h Berlin“. Über 24 Stunden wird ein Tag im Leben der Hauptstadt dokumentiert (Ist das nicht eine alte Idee von Alfred Hitchcock?)

Pieke Biermann hat auch mitgemacht:

Zum “längsten Fernsehfilm aller Zeiten” gibt es auch ein Buch, dh zwei: eins mit Fotos und eins mit Texten (Steidl Verlag, Göttingen). Zu letzterem habe ich die ”Nachtstreife in Wedding” mit Äi-Dschäi und Schumi vom Abschnitt 36 beigesteuert.

Gefeiert wird das Ganze auch live ua zwischen 11 und 24 Uhr mit Lesungen und Gesprächen moderiert von Patricia Klobusicky.

Um unsere Nachtstreife geht’s ab ca. 17:30 im Foyer von C/O Berlin (Oranienburger Str. 34-35 = das alte Postfuhramt)


Die Nominierungen für den Deutschen Fernsehpreis 2009

September 3, 2009

Jetzt sind Nominierungen für den Deutschen Fernsehpreis draußen und die Liste ist – tja, nun, man muss halt mit dem vorhandenen Material arbeiten.

Eine Zumutung.“ schreibt Peer Schader absolut zutreffend im FAZ-Fernsehblog.

Also im Bereich „Beste Serie“ haben wir „Franzi“ (noch nie gehört), „Der Lehrer“ (schon gehört, aber nicht gesehen; soll auch nicht so toll sein) und „Lasko – Die Faust Gottes“ (gesehen; fand’s sogar vorm Einschlafen ganz unterhaltsam, aber: BESTE SERIE?).

Vom Rest kenne ich auch vieles nicht, „Die Patin“ habe ich nach wenigen Minuten gelangweilt ausgeschaltet, aber „Mogadischu“ gebe ich jeden Preis. Axel Prahl hat auch jeden Preis verdient (Aber warum ausgerecht für seine Rolle in „Die Patin“?).  Josef Hader wäre wahrscheinlich sogar grandios, wenn er neunzig Minuten nur auf ein Bierglas starren würde (daher nominiert Bester Schauspieler, aber nicht für den Brenner).

Und wo bleibt das Positive?

Hm, wie wär’s damit?

Die ARD wehrt sich gegen den Vorwurf, dass in der Affäre um die gefeuerte Fernsehspielchefin des Norddeutschen Rundfunks (NDR), Doris Heinze, interne Kontrollmechanismen versagt hätten. Heinze sei „mit hoher krimineller Energie vorgegangen“, sagte der ARD-Vorsitzende Peter Boudgoust. (…)

„Man muss realistisch davon ausgehen, dass solche Fälle immer wieder auftreten“, sagte Boudgoust mit Blick auf den Drehbuchskandal. Anlass für eine Verschärfung der internen Kontrollen sehe er aber nicht.

Also auf zum nächsten Skandal nach Marienhof, Emig, diversen Nebenjobs von Moderatoren.

Oder doch mal bei Transparency International nachfragen.


Ankündigung: Stalking – Wenn Liebe zum Verbrechen wird

September 3, 2009

Als einer der Organisatoren bin ich natürlich begeistert von dem Podium, aber auch als Nicht-Organisator würde ich sagen: Hingehen!

Wohin?

Stalking Plakat254

Stalking – Wenn Liebe zum Verbrechen wird

Stalking ist das willentliche, obsessive und unnormal lange Nachstellen, Bedrohen und Belästigen einer anderen Person. JedeR kann davon betroffen sein.

Die ersten Gesetzte gegen StalkerInnen gab es in den Neunzigern in den USA und in England. In Deutschland hat Bündnis 90/Die Grünen lange ein entsprechendes Gesetz gefordert. Mit dem Gewaltschutzgesetz vom Dezember 2001 und dem Einfügen eines entsprechenden Straftatbestandes in das Strafgesetzbuch, wurde diese Forderung erfüllt.

In Berlin wurde 2002 die Möglichkeit einer Wegweisung in das Polizeigesetz (ASOG) aufgenommen. Was ist seitdem geschehen? Werden die Opfer besser geschützt? Hat Stalking abgenommen?

Während der etwa zweistündigen Podiumsdiskussion wollen wir erfahren, was Stalking von anderen Formens des Verfolgens unterscheidet, was gegen TäterInnen unternommen und wie Opfern geholfen werden kann, wie die Zusammenarbeit zwischen Opfern, Opferberatung, AnwältInnen und Polizei aussieht und was der Gesetzgeber auf Bundes- und Landesebene noch unternehmen kann, um den Betroffenen zu helfen.


Diskussion mit

Bettina Geißel (Anwältin)

Opens external link in new windowMartina Linke (KHK, LKA Präv 2)

Opens external link in new windowSusanne Schumacher (Stalking Opferhilfe Berlin e.V.)

Opens external link in new windowAnja Kofbinger (Mitglied des Abgeordnetenhauses und frauenpolitische Sprecherin für Bündnis 90/Die Grünen; Direktkandidatin für den Bundestag in Neukölln)

Opens external link in new windowModeration: Dirk Behrendt (Mitglied des Abgeordnetenhauses und rechtspolitischer Sprecher für Bündnis 90/Die Grünen, Richter)


am Montag, den 14. September

um 19.00 Uhr

im „Opens external link in new windowMax & Moritz“ (Oranienstraße 162, Nähe U-Bahn Moritzplatz)


Eine gemeinsame Veranstaltung der LAGen Demokratische Rechte und Opens external link in new windowFrauen- und Geschlechterpolitik


Weiterführende Informationen

Wikipedia über Stalking (Opens external link in new windowdeutsch, Opens external link in new windowenglisch)

Opens external link in new windowFamilienministerium (BMFSFJ): „Stalking: Grenzenlose Belästigung“ (Broschüre)

Opens external link in new window§ 238 StGB (Nachstellung), eingefügt durch das Gesetz zur Strafbarkeit beharrlicher Nachstellungen (40. StrÄndG) vom 22.3.2007 (BGBl. I S. 354) m.W.v. 31.3.2007

Opens external link in new windowBundestag: Beschlussempfehlung und Bericht zu den Gesetzentwürfen von Bundesrat (einstimmig abgelehnt) und Bundesregierung (in geänderter Fassung angenommen, gegen Stimmen von Grünen/FDP/Linken – So vom Bundestag beschlossen am 30.11.2006 beschlossen)

Opens external link in new windowGrüne Bundestagsfraktion: So nicht! (30.11.2006)

Opens external link in new windowPE Irmingard Schewe-Gerigk, 30.11.2006: Strafrecht allein reicht nicht aus

Opens external link in new windowGrüner Entschließungsantrag zum Stalkinggesetz (29.11.2006)

Opens external link in new windowSachverständigenanhörung im Rechtsausschuss 18.10.2006

Opens external link in new windowZusammenfassende hib-Meldung zur Anhörung

Opens external link in new windowDie Grüne Abgeordnetenhausfraktion hatte 2005 gefordert, dass sich Berlin im Bundesrat für eine gesetzliche Verankerung strafrechtlicher Vorschriften gegen Stalking einsetzt.

Opens external link in new windowDies wurde vom Abgeordnetenhaus entsprechend beschlossen und getan.

Opens external link in new windowStellungnahme des Deutschen Juristinnenbund von 2006 zum Stalkinggesetz

Opens external link in new windowBIG – Berliner Interventionszentrale bei häuslicher Gewalt


Der kriminelle Buchherbst – Teil 7: Random Murders, Part 1

September 2, 2009

Blanvalet

Oktober

Jeffery Deaver: Ein einfacher Mord (im Aktionspreis; Deaver veröffentlichte den Krimi ursprünglich als William Jefferies)

November

Steve Berry: Der Pandora-Effekt (Mystery-Thriller: Ex-Agent Cotton Malone sucht, um eine Gegenmittel gegen B-Waffen zu finden, das Grab von Alexander.)

Sandra Brown: Eisnacht (Taschenbuch-Ausgabe)

Jordan Dane: Assassin (Christian Delacorte soll auf Wunsch einer Mörderin seinen Vater, einen in Brasilien entführen Unterweltboss, befreien.)

Michael McBride: Reiter der Apokalypse (Auftakt einer Mystery-Trilogie)

Stephan M. Rother: Die letzte Offenbarung (Mystery-Thriller: Restaurator Amadeo Fanelli legt sich wegen den geheimen Aufzeichnungen des Apostels Johannes mit dem Vatikan an.)

Patrick Woodrow: Kalter Sog (Taschenbuch-Ausgabe. „Als hätte Clive Cussler das Drehbuch zu einem Alfred-Hitchcock-Film geschrieben.“ verspricht der Verlag)

Dezember

Dale Brown: Überschall (High-Tech-Thriller)

Robin Cook: Schock (Taschenbuch-Ausgabe eines Medizin-Thrillers)

Jeffery Deaver: Die Menschenleserin (Taschenbuch-Ausgabe)

Rob Grant/Doug Naylor: Roter Zwerg (ist SF, aber die Abteilung „Per Anhalter durch die Galaxis“ und basiert auf der BBC-Sitcom „Red Dwarf“)

Lucretia Grindle: Namenstag (Taschenbuch-Ausgabe eines in Florenz spielenden Psychothrillers)

Helena Reich: Engelsfall (Kommissar David Andel ermittelt in Prag)

Januar

Cindy Gerard: Wer den Tod begrüßt/Wer das Feuer sucht (Doppelband der unterhaltsamen Thriller mit der in Florida residierenden Bodguard-Agentur E. D. E. N..)

Laura Griffin: Der sanfte Kuss des Todes (Eine Phantomzeichnerin der Polizei muss gegen einen Serienkiller kämpfen.)

Martin Langfield: Maleficus (Mystery-Thriller: dieses Mal ist es Sir Isaac Newtons Formel für das Geheime Feuer, die eine Katastrophe verhindern kann.)

Chloe Palov: Die Saat des Feuers (Mystery-Thriller: Fundamentalistische Christen und Juden wollen, mit Hilfe der Bundeslade, die Ungläubigen aus dem Heiligen Land vertreiben. Nur zwei Menschen können sie aufhalten.)

Karin Slaughter: Verstummt (Taschenbuch-Ausgabe)

Vanda Symon: Der ungeschminkte Tod (Neuseeland-Thriller: Als die junge Polizistin Sam Shepard eine Zirkus überprüft, stößt sie auf die Spur zu einem Serienkiller. Der New Zealand Listener meint „Spannende Unterhaltung“.)

Februar

Clive Cussler/Dirk Cussler: Der Fluch des Khan (Taschenbuch-Ausgabe eines Dirk-Pitt-Thrillers)

Patrick Graham: Die Brut des Bösen (Eine FBI-Profilerin sucht ein elfjähriges Mädchen, das die letzte Hoffnung für die Menschheit gegen ein Virus ist.)

Colin Greenland: Sternendieb (Auftakt einer SF-Trilogie, die mit dem Arthur-C.-Clarke-Award und dem BSFA-Award ausgezeichnet wurde)

Mike Lawson: Hardliner (ist der dritte Thriller mit Joe DeMarco. Dieses Mal muss er einen Senator stoppen, der muslimische Attentate für seine Zwecke ausnutzen will.)

J. D. Robb: Das Herz des Mörders (Lieutenant Eve Dallas jagt einen Mörder, der Serienkiller kopiert.)

März

Katherine Howell: Ein grausames Versprechen (ein in Sydney spielender Lady-Thriller über einen Serienkiller, der eine Sanitäterin und eine Polizistin in Lebensgefahr bringt)

Tara Moss: Fetisch-Mörder/Freiwild (ein Doppelband mit einem Model als Ermittlerin)

James Rollins: Der Judas-Code (Taschenbuch-Ausgabe eines Sigma-Force-Thirllers)

Lisa Scott: Fatal (Ist der Adoptivsohn von Journalistin Ellen Gleeson vor der Adoption entführt worden? Oder hat er einen vermissten Zwillingsbruder? Gleeson recherchiert.)

April

Clive Cussler/Jack Du Brul: Seuchenschiff (Auf einem Kreuzfahrschiff entdeckt die Crew der „Oregon“ hunderte von Leichen. Sie wollen herausfinden, warum die Menschen sterben mussten und stoßen auf eine Verschwörung.)

Linda Fairstein: Tödliches Vermächtnis (Ein neuer Fall für Alex Cooper.)

Phillip Gwynne: Vor dem Regen (Der Krimi aus Australien ist das Krimidebüt eines preisgekrönten Jugendbuchautors.)

Iris Johansen: Riskante Träume (Daniel will die von Terroristen entführte Zilah befreien. Auf ihrer anschließenden Flucht kommen sie sich näher.)

James Patterson: Die 6. Geisel (Taschenbuch-Ausgabe des sechsten Auftritts von Lieutenant Lindsay Boxer und dem Women’s Murder Club)

Hinweis

Der kriminelle Buchherbst – Teil 1: Ein Halleluja für Hollywood (Alexander Verlag, Belleville, Bertz + Fischer, Henschel)

Der kriminelle Buchherbst – Teil 2: Zurück in die Provinz (Emons, Gmeiner)

Der kriminelle Buchherbst – Teil 3: Regionale Küche, teils mit ausländischem Einschlag (Edition Nautilus, Grafit, Pendragon)

Der kriminelle Buchherbst – Teil 4: Gemischte Küche, hauptsächlich aus fremden Gefilden (Edition Phantasia, Liebeskind, Rotbuch, Tropen, Unionsverlag)

Der kriminelle Buchherbst – Teil 5: Nochmal gemischte Küche (Fischer Verlag)

Der kriminelle Buchherbst – Teil 6: Hauptsächlich regional, aber mit südamerikanischem Einschlag (Edition Köln, Matthes & Seitz, Verbrecher Verlag)


Kurzmeldungen: Quentin Tarantino, Mehmet Murat Somer, Buddy Giovinazzo, Shutter Island

August 29, 2009

Quentin Tarantino unterhält sich mit Charlie Rose eine Stunde über seinen neuen Film „Inglourious Basterds“.

Mehmet Murat Somer (aktuell „Der Kuss-Mord – Ein Hop-Cika-Yaya-Thriller“) beantwortet bei Crime Always Pay einige Fragen.

Buddy Giovinazzos neuer Film „Life is hot in cracktown“ (eine Verfilmung seines Romandebüts „Cracktown“)  ist in den USA auf DVD erschienen. Schnittberichte vergleicht die Kinofassung mit den Director’s Cut – und sagt, dass über eine deutsche Veröffentlichung noch nichts bekannt ist.

Variety erklärt, warum die Dennis-Lehane-Verfilmung „Shutter Island“ von Martin Scorsese mit Leonardo Di Caprio in der Hauptrolle erst 2010 in die Kinos kommt:

It’s Hollywood bookkeeping gone nuts: A studio can increase its profits by not releasing a film.


KrimiWelt-Bestenliste September 2009

August 29, 2009

Veränderung ist das große Wort der KrimiWelt-Bestenliste für den Wahlmonat September. Sieben Bücher flogen raus. Im August waren es nur sechs. Die aktuelle Zehnerliste sieht so aus:

1 (7) James Sallis: Dunkle Schuld

2 (4) Richard Stark: Das Geld war schmutzig

3 (2) Reggie Nadelson: Kalter Verrat

4 (-) Ken Bruen: Jack Taylor fliegt raus

5 (-) Wolf Haas: Der Brenner und der liebe Gott

6 (-) David Ignatius: Das Netzwerk

7 (-) Friedrich Ani: Totsein verjährt nicht

7 (-) Warren Ellis: Gott schütze Amerika

8 (-) Tana French: Totengleich

9 (-) Andrew Brown: Schlaf ein, mein Kind

In ( ) ist die Platzierung vom Vormonat.

Ignatius und French sind beide deutlich über der 600-Seiten-Marke und damit für meinen Geschmack abschreckend dick. Der neue Brenner-Roman von Wolf Haas gefällt mir bis jetzt ganz gut und Warren Ellis liegt noch ungelesen bei mir herum. Aber der dürfte mir auch gefallen.

Richard Starks letzter Parker-Roman „Das Geld war schmutzig“ hat mir natürlich gefallen. Mit „Dunkle Schuld“ beginnt James Sallis seine Turner-Trilogie mit einem den Genrekonventionen noch rudimentär folgendem Krimi. In den nächsten beiden Turner-Bänden interessiert ihn die Aufklärung der Fälle immer weniger. Demnächst gibt es eine Turner-Gesamtbesprechung. Und dass Ken Bruens grandioser Auftakt seiner mit dem Shamus ausgezeichneten Jack-Taylor-Reihe endlich übersetzt wurde, freut mich natürlich. Allerdings dürfte sein schwarzer Humor und seine düstere Weltsicht, wie bei James Sallis, nicht für jeden etwas sein.


Kurzmeldungen: Tannöd, Die Tür, Videoüberwachung, Killer Covers, Whiteout

August 28, 2009

Einige Bilder aus der im November startenden Verfilmung von Andrea Maria Schenkels Debütroman „Tannöd“.

Und einige Bilder aus der ebenfalls im November startenden Verfilmung von Akif Pirinccis Mystery-Thriller „Die Damalstür“ als „Die Tür“.

Überwachungskameras bringen nix. Hier der Daily-Telegraph-Bericht.

Bei Killer Covers beantwortet Hard-Case-Crime-Macher Charles Ardai einige Fragen zu HCC.

Collider hat „7 Movie Clips from Kate Beckinsale’s WHITEOUT„. Gemeint ist natürlich die im Schnee spielende Greg-Rucka-Verfilmung.


Neue TV-Krimi-Buch-Tipps online

August 28, 2009

Es ist wieder soweit. Bei den Alligatoren sind die neuen TV-Krimi-Buch-Tipps mit vielen schönen Bildern online:

Inzwischen habe ich die Spartensender von ARD und ZDF aufgenommen. Denn sie zeigen einige Filme, die sonst nur zu sehr publikumsunfreundlichen Zeiten gezeigt werden, zu normalen Uhrzeiten.
Die kriminalfilmischen Höhepunkte der kommenden beiden Wochen sind Charles Vidors „Gilda“, Richard Irvings Richard-Levinson/William-Link-Verfilmung „Columbo: Mord nach Rezept“, Michael Ciminos Robert-Daley-Verfilmung „Im Jahr des Drachen“, Francis Ford Coppolas „Cotton Club“ (William Kennedy ist einer der Drehbuchautoren), Robert Enricos José-Giovanni-Verfilmung „Die Abenteurer“, Jean-Pierre Melvilles José-Giovanni-Verfilmung „Der zweite Atem“ (beide mit Lino Ventura), Barry Levinsons Larry-Beinhart-Verfilmung „Wag the dog“, John Frankenheimers Thomas-E.-Gaddis-Verfilmung „Der Gefangene von Alcatraz“, Budd Boettichers Elmore-Leonard-Verfilmung „Um Kopf und Kragen“, Jean-Jacques Beineixs Delacorta-Verfilmung „Diva“, Marc Rothemunds Fred-Breinerdorfer-Verfilmung „Sophie Scholl – Die letzten Tage“, Bertrand Taverniers Georges-Simenon-Verfilmung „Der Uhrmacher von St. Paul“, Dominik Grafs Uwe-Erichsen-Verfilmung „Die Katze“ und seine Günter-Schütter-Drehbuchverfilmung „Tatort: Frau Bu lacht“, Stephen Frears Jim-Thompson-Verfilmung „The Grifters“ (nach einem Drehbuch von Donald Westlake) und William Friedkins Gerald-Petievich-Verfilmung „Leben und Sterben in L. A.“.
Als TV-Premiere gibt’s die Armistead-Maupin-Verfilmung „Der nächtliche Lauscher“. Und Otto Premingers fast unbekannte, seit ich-weiß-nicht-wann-nicht -mehr-gezeigte Graham-Greene-Verfilmung „Der menschliche Faktor“ (nach einem Drehbuch von Tom Stoppard) ist sicher einen Blick wert.


Die besten Kriminalreportagen 2008

August 28, 2009

Nach meiner Besprechung von „Ein Mord genügt“ fiel mir wieder ein, dass dieser Post überfällig ist. Ich las mich, einige werden sich erinnern, vor einem Jahr für einen Sammelband mit den besten Kriminalreportagen des Jahres 2008 durch Unmengen von Kriminalreportagen. Im letzten Moment machte dann der Verlag einen Rückzieher (Zweimal dürft Ihr raten warum.) und alles wanderte in mein Privatarchiv.

Aber weil viele der Reportagen immer noch lesenswert sind, auch online gelesen werden können und wir vieles so unglaublich schnell vergessen, präsentiere ich euch heute die Liste der Reportagen, die ich gerne in dem Sammelband veröffentlicht hätte:

Außerdem waren in der engeren Auswahl:

Also dann: Viel Spaß beim Lesen!

Und vielleicht gibt es nächstes Jahr einen Sammelband mit den besten Kriminalreportagen des Jahres 2009.