R. i. P. Brian Garfield

Januar 5, 2019

R. i. P. Brian Garfield (26. Januar 1939, New York City, New York – 29. Dezember 2018, Pasadena, Kalifornien)

Brian Garfield ist vor allem für seinen Roman „Ein Mann sieht rot“ (Death Wish, 1972) bekannt. Der Thriller wurde einmal mit Charles Bronson (die sehr erfolgreiche, einflussreiche, umstrittene und auch ‚gute‘ Verfilmung von 1974), einmal mit Bruce Willis (die grottige Verfilmung von 2018) als Vigilant verfilmt.

Garfield schrieb, teils unter verschiedenen Pseudonymen, hauptsächlich zwischen 1960 und 1990, zahlreiche weitere Western und Thriller. Für „Hopscotch“ erhielt er den Edgar. In die Verfilmung „Agenten-Poker“ war er als Produzent und Drehbuchautor involviert. Dabei wurde aus dem Thriller eine Komödie mit Walther Matthau in der Hauptrolle. Die weiteren Verfilmungen seiner Romane sind unbekannter.

Weil er mit der Perzeption und der Aussage des Films „Ein Mann sieht rot“, dass gegen Gewalt nur Gewalt hilft und dass normale Bürger Selbstjustiz üben sollen, nicht einverstanden war, schrieb er zu „Death Wish“ die Fortsetzung „Death Sentence“. In dem Thriller schildert er die Folgen von Selbstjustiz für den Täter und sein Umfeld. James Wans gleichnamige Verfilmung zeigt das ebenfalls. In mehreren Romane erzählt er, wie die Protagonisten sich mit nicht gewalttätigen Mitteln gegen Gewalt wehren.

Nachrufe erschienen in Mysterious Press, The Rap Sheet, The Hollywood Reporter, Variety und der Washington Post.

In deutschen Medien habe ich keinen Nachruf gefunden.

Hier ein sehr schönes, im August 2013 geführtes Gespräch mit ihm (nur Ton):


R. i. P. Stan Lee

November 12, 2018

R. i. P. Stan Lee (geb. 28. Dezember 1922 als Stanley Martin Lieber in New York – gest. 12. November 2018 in Los Angeles, Kalifornien)

Er spielte in mehr Blockbuster mit als jeder andere Schauspieler (behaupte ich mal bis zum Beweis des Gegenteils) und er schuf, mit einigen talentierten Zeichnern und Autoren, Marvel Comics mit unzähligen oft schon seit Jahrzehnten bekannten und beliebten Superhelden.


R. i. P. Horst Bosetzky (-ky)

September 18, 2018

Horst Bosetzky (1. Februar 1938, Berlin – 16. September 2018, Berlin)

Seine ersten Kriminalromane veröffentlichte er ab 1971 als -ky. Er wollte seine bürgerliche Karriere als Hochschulprofessor nicht gefährden. Die Krimis waren Bestseller. Er begründete den einflussreichen Soziokrimi. Einige seiner Bücher wurden auch verfilmt. Der enorm produktive Autor war von 1991 bis 2001 Sprecher des Syndikats. Von 2000 bis 2014 war er Vorsitzender des Landesverband Berlin des Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller (VS) und manchmal hatte ich in den letzten Jahren den Eindruck, dass jede zweite Lesung in seiner Heimatstadt eine Bosetzky-Lesung war.

Mit ihm starb einer der wichtigen deutschen Krimiautoren; – das muss man, auch wenn man kein Fan von ihm ist, uneingeschränkt sagen.

Hinweise

Homepage von Horst Bosetzky

Lexikon der deutschen Kriminal-Autoren über Horst Bosetzky

Wikipedia über Horst Bosetzky


R. i. P. Philip Kerr

März 24, 2018

R. i. P. Philip Kerr (22. Febraur 1956 – 23. März 2018)

Eben erfahren: Philip Kerr ist mit 62 Jahren viel zu jung verstorben.

Bekannt wurde er als Erfinder von Bernie Gunther, einem Polizisten, der in Berlin während der Nazi-Zeitund danach ermittelte. Später schrieb er mehrere Einzelwerke, die alle das Prädikat „Pageturner“ (positiv gemeint) verdienen, Kinderbücher und drei Romane mit Scott Manson, die in der Welt des Fußballs spielen. Lesenswert sind alle seine Bücher.

Hier gibt es einen kleinen Überblick über die ersten Beileidsbekundungen. Weitere, auch ausführliche Nachrufe werden folgen. Auch hier.

Hinweise
Homepage von Philip Kerr
Krimi-Couch über Philip Kerr
Wikipedia über Philip Kerr (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Philip Kerrs „Der Wintertransfer“ (January Window, 2014)

Meine Besprechung von Philip Kerrs „Die Hand Gottes“ (Hand of God, 2015)

 

 

 


R. i. P. Tom Petty

Oktober 3, 2017

R. i. P. Tom Petty (20. Oktober 1950 in Gainesville, Florida – 2. Oktober 2017 in Santa Monica, Kalifornien)

Seit den Siebzigern einer der großen amerikanischen Songwriter.

Hier seine Super Bowl Halftime Show von 2008. Mit seinen großen Hits

Hier sein letztes Konzert am 25. September 2017 im Hollywood Bowl (nur Sound in Bootleg-Qualität)

Vor zehn Jahren spielten Tom Petty & The Heartbreakers in Pettys Geburtsort Gainesville, Florida – und das Konzert gibt es in guter Bild- und Tonqualität

Ein ausführliches Gespräch mit Tom Petty (von 2014)

Mehr über in bei Wikipedia (deutsch, englisch), AllMusic und auf seiner Homepage.


R. i. P. George A. Romero

Juli 16, 2017

R. i. P. George A. Romero (4. Februar 1940 – 16. Juli 2017)

Eben via The Hollywood Reporter erfahren: George A. Romero ist tot. Er hatte Lungenkrebs. Er starb im Schlaf.

Mit seinem Spielfilmdebüt „The Night of the Living Dead“ (Die Nacht der lebenden Toten; Die lebenden Toten) erfand er 1968 das Genre des Zombie-Horrorfilms und seitdem wissen wir, wie Zombies sich bewegen.

Danach drehte er auch einige andere Filme, wie „The Crazies“ (Crazies, 1973) und „The Dark Half“ (Stark – The Dark Half; Stephen Kings Stark, 1993). Sie alle standen und stehen im Schatten seiner Zombie-Filme. Denn er kehrte immer wieder zu ihnen zurück und er benutzte seine Filme für ätzende Gesellschaftskritik. Das unterscheidet seine Filme von denen seiner zahlreichen Nachahmer, die sich in ihren Zombiefilmen die Gesellschaftskritik sparten und sich nur auf die „Kotztüten-Szenen“ konzentrierten.

Romeros letzter Spielfilm war 2009 „Survival of the Dead“.

 

Demnächst werden die Nachrufe explodieren.

Wikipedia (deutsch, englisch) dient gut als erster Überblick.

 

Außerdem

Senses of Cinema über George A. Romero (von Brian Wilson, November 2006)

tip: Jörg Buttgereit unterhält sich mit George A. Romero (5. Mai 2010)

Shock till you drop interviewt George A. Romero (12. Mai 2010)

Homepage of the Dead (eine lebendige Fanseite)

Dead Source (noch eine Fanseite; schon etwas untot)

Internet Archive: “The Night of the Living Dead” (Yep, der komplette Film mit dem alles begann)

Meine Besprechung von Georg Seeßlens „George A. Romero und seine Filme“(2010)

Meine Besprechung von George A. Romero/Alex Maleevs „Empire of the Dead – Erster Akt“ (Empire of the Dead – Act One, 2014)

Meine Besprechung von George A. Romero/Dalibor Talajics „Empire of the Dead – Zweiter Akt“ (Empire of the Dead: Act Two, 2014/2015)

Meine Besprechung von George A. Romero/Andrea Muttis „Empire of the Dead – Dritter Akt“ (Empire of the Dead – Act Three # 1 – 5, 2015)

George A. Romero in der Kriminalakte

 


R. i. P. David Bowie

Januar 11, 2016

R. i. P. David Bowie (8. Januar 1947 in Brixton, London – 10. Januar 2016 in New York City)
Am Freitag veröffentlichte David Bowie seine neue CD „Blackstar“. Am Montag bestätigte sein Sohn Duncan Jones, seinen Tod und damit die Meldung auf Bowies Facebook-Seite: „David Bowie died peacefully today surrounded by his family after a courageous 18 month battle with cancer.“ Auch wenn es von Bowie so geplant war, beherrschte er die vergangenen Tage (die neue CD), heute (die Todesnachricht und die ersten Nachrufe) und die kommenden Tagen die Medien.
Was soll ich da noch originäres sagen? Außer vielleicht, dass ich ihn, wie viele andere Bowie-Fans, durch „Let’s Dance“, „China Girl“, „Modern Love“ und „Cat People“ und den Videos dazu kennen lernte und zu einem Fan wurde, weil er, wie ich beim Anhören und Kaufen seiner älteren Werke (Hey, ich habe sogar die französische Version von „Heroes“!) bemerkte, sich nicht wiederholte. Seine LPs/CDs, die er nach „Let’s Dance“ veröffentlichte, waren, nun, durchwachsen bis unhörbar („Earthling“), aber immer überraschend. Auch seine Rockband „Tin Machine“ gefiel mir. In den letzten Jahren, so ab „Hours“, verlegte er sich dann auf das Pflegen seiner Legende, was zu durchgehend gelungenen, aber auch überraschungsfreien CDs führte.
In den Achtzigern trat Bowie auch öfter als Filmschauspieler auf. Sein erste legendäre Filmrolle war 1976 die Hauptrolle in dem Science-Fiction-Klassiker „Der Mann, der vom Himmel fiel“. Danach kamen „Begierde“ (The Hunger), „Furyo – Merry Christmas Mr. Lawrence“, „Kopfüber in die Nacht“ (eine Nebenrolle), „Absolute Beginners“, „Die Reise ins Labyrinth“ (beide Male war er auch am Soundtrack beteiligt) und „Die letzte Versuchung Christi“. 1992 trat er in „Twin Peaks – Der Film“ auf. Danach beendete er im wesentlichen seine Filmkarriere, in der er eine viel bessere Figur als andere Sänger machte.
Weitere Informationen über ihn gibt es auf seiner Homepage, bei Allmusic und Wikipedia (deutsch, englisch).


R. i. P. Paul Bley

Januar 6, 2016

R. i. P. Paul Bley (10. November 1932 – 3. Januar 2016)

Einer der großen und großartigen Free-Jazz-Pianisten ist gestorben.

Aber seine Musik bleibt:

Weitere Informationen über den Kanadier gibt es auf seiner Homepage, bei Wikipedia (deutsch, englisch) und AllMusic.


R. i. P. William McIlvanney

Dezember 7, 2015

R. i. P. William McIlvanney (25. November 1936 – 5. Dezember 2015)

Eben via Mail vom Kunstmann Verlag (seinem deutschen Verlag) erfahren: William McIlvanney starb in seinem Haus am Samstag nach einer kurzen Krankheit.
Er schrieb die hochgelobte Laidlaw-Trilogie („Laidlaw“ [1977], „Die Suche nach Tony Veitch“ [1983], „Fremde Treue“ [1991]). Mit diesen Kriminalromanen war der nicht sonderlich produktive Autor (gemessen an seinen wenigen, aber glänzend geschriebenen Romane) der Erfinder des Tartan Noir (so der Pressesprech). Jedenfalls war er für etliche Autoren ein Vorbild. Ian Rankin machte nie ein Geheimnis aus seiner Bewunderung für McIlvanney.
In einem ausführlichen Nachruf des „Guardian“ werden auch einige Schriftstellerkollegen von McIlvanney zitiert. Neben dem schon erwähnten Ian Rankin schrieb Val McDermid: „I’ve just heard the heartbreaking news that Willie McIlvanney has died. He showed so many of us Scottish writers what was possible.”
Weitere ausführliche Nachrufe gibt es im Guardian (ausführlicher Nachruf; Kevin McKenna über McIlvanney), BBC, Telegraph, The Herald (Scotland), Daily Mail, The Scotsman, The Bookseller, The Spectator, Stuttgarter Zeitung, Detectives beyond Borders und The Rap Sheet.


TV-Tipp für den 15. Juli: Kamikaze 1989

Juli 15, 2015

Wegen des Todes von Wolf Gremm (26. Februar 1942 – 14. Juli 2014) ändert der RBB sein Programm.

In den letzten Jahrzehnten drehte Gremm, der seit 1977 mit der Filmproduzentin Regina Ziegler verheiratet war, einen vernachlässigbaren TV-Film nach dem nächsten. Dabei waren seine ersten Spielfilme gar nicht so schlecht. Sein erster Film „Ich dachte, ich wäre tot“ (1973), gleichzeitig der erste von Regina Ziegler produzierte Film, erhielt den Bundesfilmpreis. Danach folgten „Tod oder Freiheit“ (1977, eine freie Schiller-Verfilmung), „Fabian“ (1979, eine Erich-Kästner-Verfilmung), „Nach Mitternacht“ (eine Irmgard-Keun-Verfilmung und das Filmdebüt von Désirée Nosbusch) und „Kamikaze 1989“, sein wahrscheinlich immer noch bekanntester Film.

Zu „Nach Mitternacht“ schrieb der Fischer Film Almanach: „Wolf Gremm gehört zu den Regisseuren, die eine funktionierende Filmkultur dringend braucht. Nur bei uns sieht man das nicht so: Da kennt man nur die Künstler und den Dreck. In Hollywood wäre ein Mann wie Gremm hochgeehrt; man würde keine Kunstwerke von ihm verlangen, keine genialen Würfe, aber Fleiß, Hartnäckigkeit, sauberes Handwerk. Und genau das bietet er.“

Vor „Kamikaze 1989“ läuft bereits um 22.15 Uhr sein letzter Film „Ich liebe das Leben trotzdem“, in dem er seinen Tod durch Krebs dokumentierte.

RBB, 23.30

Kamikaze 1989 (Deutschland 1982, Regie: Wolf Gremm)

Drehbuch: Robert Katz, Wolf Gremm

LV: Per Wahlöö: Mord pa 31: a vaningen, 1964 (Mord im 31. Stock)

Was verbirgt sich in dem 31. Stock eines Verlagshochhauses? Kommissar Jansen ermittelt.

Von der damaligen Kritik wurde der Film lauwarm aufgenommen. Nur Fassbinders Darstellung wurde allgemein gelobt. Und er ist in seinem letzten Filmauftritt auch das Zentrum des Films. Um ihn scharen sich etliche Leute aus seinem Clan und weitere bekannte Schauspieler. Und Wolf Gremm vermischte munter alle Stile zu einem postmodernen Deutschland, in dem Intellektuelle nichts mehr zählen.

Aus heutiger Sicht ist „Kamikaze 1989“ einer der wenigen gelungenen bundesdeutschen S-F-Filme und, ungewollt, ein Abgesang auf eine Ära. Wahrscheinlich der beste Film von Wolf Gremm.

„Der letzte Auftritt von Fassbinder als Schauspieler…was Gremms durchdachten und rätselhaften Hybriden noch interessanter macht…stellt der Film eine Übung in einer Mischung von Stilen und genreübergreifender Charakterisierung dar.“ (Phil Hardy: Die Science Fiction Filmenzyklopädie)

Mit Reiner Werner Fassbinder, Günther Kaufmann, Boy Gobert, Arnold Marquis, Richy Müller, Nicole Heesters, Brigitte Mira, Franco Nero, Frank Ripploh, Hans Wyprächtiger

Hinweise

Krimi-Couch über Per Wahlöö

Wikipedia über Per Wahlöö

Die Zeit: Filmbesprechung von Hans-Christoph Blumenberg (16. Juli 1982)

Rotten Tomatoes über „Kamikaze 1989“

Moviepilot über „Kamikaze 1989“

Meine Besprechung von Annekatrin Hendels „Fassbinder“ (Deutschland 2015)

Filmportal über Wolf Gremm

Wikipedia über Wolf Gremm

 

 


R. i. P. James Garner

Juli 20, 2014

R. i. P. James Garner (7. April 1928, Norman, Oklahoma – 19. Juli 2014, Los Angeles, Kalifornien)

Wie Variety meldet, starb James Garner gestern.
Am bekanntesten ist Garner als Privatdetektiv Jim Rockford, eine enorm populäre und stilbildende 70er-Jahre-Krimiserie des produktiven Stephen J. Cannell. In den Neunzigern gab es auch acht spielfilmlange Episoden, die allerdings – jedenfalls bei uns – nicht so populär wie die TV-Serie „Detektiv Rockford – Anruf genügt“ (The Rockford Files), die von 1974 bis 1980 lief, sind.
Bekannt wurde Garner als Bret Maverick in der gleichnamigen Western-TV-Serie (1957 – 1962). Danach trat er in einigen auch heute noch bekannten Spielfilmen wie „Gesprengte Ketten“, „Getrennte Betten“, „Duell in Diablo“, „Grand Prix“, „Die fünf Geächteten“, die Raymond-Chandler-Verfilmung „Die Dritte im Hinterhalt“ (sozusagen sein Rockford-Bewerbungsfilm) und natürlich den immer wieder gern gesehenen Western-Komödien „Auch ein Sheriff braucht mal Hilfe“ und „Latigo“ auf.
Seine letzten großen Kinoauftritte waren 1998 in Robert Bentons traditionsbewusstem Neo-Noir „Im Zwielicht“ und 2000 in Clint Eastwoods Weltraumabenteuer „Space Cowboys“.

Der erste TV-Fall für Jim Rockford:

 


R. i. P.: Jay Lake

Juni 2, 2014

R. i. P. Jay Lake (6. Juni 1964 – 1. Juni 2014)

Eben via Tor erfahren: der Science-Fiction-Autor Jay Lake ist tot. Der am 6. Juni 1964 geborene Gewinner des John W. Campbell Awards und mehrfach für den Hugo und World Fantasy Award nominierte Autor hatte Krebs und schrieb auch darüber in seinem Blog.

Tor schreibt:

We are extremely saddened to report that Jay Lake has passed away at the age of 49, after a long battle with colon cancer. Lake was born in Taiwan on June 6, 1964, and was raised there and in Nigeria. He graduated from the University of Texas in 1986. He began writing early in life, and he published over 300 short stories and nine novels, with more forthcoming. Lake set his tales in a variety of different universes, and his most recent series, taking place in the world of Green, saw the release of its latest installment, Kalimpura, in 2013. Lake was also working on novels set in the Sunspin Universe, the first of which is called Calamity of So Long a Life—stories set in this universe have previously appeared in Clarkesworld Magazine, Subterranean Online, and elsewhere.

Among Lake’s numerous honors were a quarterly first prize in the Writers of the Future contest in 2003 and the John W. Campbell Award for Best New Writer in Science Fiction in 2004. 

Den vollständigen Nachruf gibt es hier.

Hier geht es zur Homepage von Jay Lake.

Wikipedia über Jay Lake.

In Deutschland erscheinen seine Romane bei Bastei Lübbe. Im April erschien dort sein Fantasy-Roman „Der stumme Gott“ (Endurance, 2011)

Lake - Der stumme Gott

 


R. i. P.: Lou Reed

Oktober 27, 2013

 

Lou Reed (2. März 1942 – 27. Oktober 2013)

Eben via Variety erfahren: Lou Reed ist tot.

Bekannt wurde der Gitarrist und Songwriter mit „The Velvet Underground“. Über die Band wird gesagt, sie habe wenige Fans, aber alle wurden danach Musiker. Nun, das stimmt nicht, weil ich zwar ein „Velvet Underground“-Fan, aber kein Musiker bin. Danach nahm er den Klassiker „Transformer“ auf. Spätere Alben waren immer wieder – auch weil Lou Reed eine beachtliche Drogenkarriere hinlegte – zwiespältige Angelegenheiten. „New York“ und „Songs for Drella“ (mit „Velvet Unterground“-Mitmusiker John Cale) sind ebenfalls Klassiker. Sowieso sind die Lou-Reed-Alben, in denen er sich auf die traditionelle Rockband-Besetzung mit Schlagzeug-Bass-Gitarre konzentrierte, seine guten bis grandiosen Alben. In den letzten Jahren verirrte er sich zunehmend in weniger spannende Kunst- und Theaterprojekte, wie „The Raven“ und „Lulu“, mit Metallica als Backing Band.

Demnächst wird es etliche Nachrufe geben. Bis dahin kann man sich auf seiner Facebook-Seite, Wikipedia (deutsch, englisch) und AllMusic über sein Werk informieren.


R. i. P. Elmore Leonard

August 20, 2013

Eben via Variety erfahren:

Elmore Leonard ist gestorben.

Der am 11. Oktober 1925 geborene Krimiautor hatte letzten Monat einen Herzanfall und war auf dem Weg der Genesung. Er starb um 7.15 Uhr zu Hause im Kreis seiner Familie.

Demnächst wird es etliche Nachrufe geben.

Davon abgesehen bleibt uns sein umfangreiches Werk.

Weitere Informationen über Elmore Leonard in der Kriminalakte (allein die Menge der von mir über ihn geschriebenen Beiträge zeigt, wie sehr ich ihn bewunderte) und auf seiner Homepage.


R. i. P. Richard Matheson

Juni 26, 2013

R. i. P. Richard Matheson (2. Februar 1926, Allendale, New Jersey/USA – 23. Juni 2013, Calabasas, Kalifornien/ USA)

Richard Matheson war ein Pulp-Autor (Horror, Krimi und Science-Fiction), der auch in Hollywood als Lieferant von Geschichten – Romane und Kurzgeschichten – und Drehbuchautor seine Spuren hinterließ. Sein bekanntestes Werk ist der Science-Fiction-Roman „I am Legend“ (1954, einmal verfilmt mit Vincent Price, einmal mit Charlton Heston, einmal mit Will Smith). Ähnlich bekannt ist der ebenfalls verfilmte „The Shrinking Man“ (1956). Aber auch bei Roger Cormans Edgar-Allan-Poe-Verfilmung „Der grauenvolle Mr. X“, Steven Spielbergs „Duell“, Terence Youngs „Kalter Schweiß“ und zahlreichen Episoden der „Unglaubliche Geschichten“ (The Twilight Zone) steht sein Name im Vorspann.

Zuletzt wurde 2011 seine Kurzgeschichte „Steel“ als „Real Steel“ verfilmt.

Dieses Jahr verlieh die Academy of Science Fiction, Fantasy & Horror Films ihm den Lifetime Achievement Award. Bereits 1991 verlieh ihm die Horror Writers Association den Bram Stoker Award für sein Lebenswerk. Seit 2011 ist er in der Fangoria Hall of Fame.

Stephen King sagte über ihn: „The author who influenced me the most as a writer was Richard Matheson.“

Ray Bradbury sagte: „One of those who have moved imaginative fiction from the sidelines into the literary mainstream.“

Nachrufe gibt es in der FAZ (Dietmar Dath), Süddeutsche Zeitung, NPR (mit Videos), The TelegraphThe Guardian (Kurzmeldung), The Guardian (Nachruf), Tor, Hollywood Reporter, Variety, Shock till you drop, L. A. Times, Huffington Post und New York Daily News.

Weitere Informationen über Richard Matheson gibt es bei Wikipedia (deutsch, englisch) und hier sind alle Kriminalakte-Matheson-Texte versammelt.

Und für sein Drehbuch für „The Night Stalker“ erhielt er den Edgar. Den Film könnt ihr euch hier ansehen (weitere Infos zum Film)

Hinweise auf besondere Matheson-Texte in der Kriminalakte

Kriminalakte: Ein episch langes Interview mit Richard Matheson

Meine Besprechung der Richard-Matheson-Verfilmung „Real Steel” (Real Steel, USA 2011)

Meine Besprechung der Richard-Matheson-Verfilmung “Tanz der Totenköpfe” (The Legend of Hell House, GB 1973)

Meine Besprechung der Comic-Version der Richard-Matheson-Kurzgeschichte „Duell“


R. i. P.: James Gandolfini, Vince Flynn

Juni 21, 2013

 

Was für ein trauriger Tag

R. i. P. James Gandolfini (18. September 1961, Westwood, New Jersey/USA – 19. Juni 2013, Rom, Italien)

Als ich in der Nacht bei Collider die Todesnachricht las, war ich erstaunt: James Gandolfini war erst 51 Jahre alt, als er am 19. Juni in Rom an einem Herzinfarkt starb. Bekannt wurde er als Mafiosi Tony Soprano in der TV-Serie „The Sopranos“ (in den USA ein Erfolg, hier im Free-TV ein Flop). Einer seiner letzten Filmauftritte war als seelisch gebrochener Killer in der George-V.-Higgins-Verfilmung „Killing them softly“. Grandios – und einer der Gründe, sich den Noir anzusehen.

Nachrufe gibt es ziemlich überall: Süddeutsche Zeitung, Faz, SpiegelOnline, Die Zeit, taz, Rolling Stone (deutsch), NZZ, Variety, New York Daily News und New York Times

Weitere Informationen über ihn bei Wikipedia (deutsch, englisch)

R. i. P. Vince Flynn (6. April 1966, St. Paul, Minnesota/USA – 19. Juni 2013, St. Paul, Minnesota/USA)

Wie bei dem kürzlich verstorbenen Iain Banks kam der Tod von Vince Flynn nicht wirklich überraschend. Bereits vor zwei Jahren sagte er, dass er Prostatakrebs habe. Am 19. Juni ist er mit 47 Jahren gestorben.

Bekannt ist er in der Krimiszene für seine Polit-Thriller mit CIA-Agent Mitch Rapp.

Eine Hollywood-Verfilmung ist schon seit längerem geplant. Zuletzt mit Bruce Willis als Mitch Rapp.

Nachrufe gibt es auf englischsprachigen Seiten, wie The Rap Sheet, Huffington Post, Variety, Washington Times, Washington Post und Publisher’s Weekly.

Mehr Informationen auf seiner Homepage, auf seinem YouTube-Kanal und bei Wikipedia (deutsch, englisch). Die deutschen Ausgaben seiner Romane erscheinen bei Heyne.


R. i. P. Iain Banks

Juni 10, 2013

R. i. P. Iain Banks (16. Februar 1954 in Dunfermline, Fife, Schottland, – 9. Juni 2013)

 

So ganz überraschend kommt der Tod von Iain Menzies Banks, der als Iain Banks Thriller und als Iain M. Banks Science-Fiction-Romane veröffentlichte, nicht. Am 3. April 2013 schrieb er auf seiner Homepage, dass er Gallenblasenkrebs im fortgeschrittenen Stadium habe und bald sterben werde. Davor heiratete er noch seine Lebensgefährtin Adele Hartley und schrieb seinen letzten Roman „The Quarry“ (erscheint am 20. Juni) fertig.

Sein erster Roman „Die Wespenfabrik“ (The Wasp Factory) erschien 1984 (deutsche Ausgabe 1991) und war ein Bestseller. Seitdem waren in England die Bücher des enorm produktiven Schotten ständig auf den Bestsellerlisten. Die „New York Times“ nannte ihn „den bedeutendsten Science-Fiction-Autor“ der Gegenwart. Die „Times“ zählte ihn 2008 zu den „größten britischen Schriftsteller seit 1945“. Seine Romane waren für den Hugo, den Arthur-C.-Clarke-Award und viele andere Preise nominiert und einige, wie den Kurt-Laßwitz-Preis, der deutsche Science-Fiction-Preis, für „Die Wespenfabrik“, erhielt er. 

In Deutschland wurde er weitgehend als Science-Fiction-Autor ignoriert. Denn sein Stammverlag Heyne veröffentlichte auch seine Nicht-Science-Fiction-Romane in der Science-Fiction-Reihe und Goldmann veröffentlichte in den Neunzigern nur drei seiner Mainstream-Romane („Straße der Krähen“ [The Crow Road, 1992], „Verschworen“ [Complicity, 1993], „Die Auserwählte“ [Whit, 1995]), die mich allerdings zu einem Banks-Fan machten. Mit seinen Science-Fiction-Romanen, vor allem dem Kultur-Zyklus, wurde ich dagegen nie so richtig warm; was aber auch an den Übersetzungen gelegen haben kann.

Weitere Informationen über Iain Banks gibt es auf seiner Homepage, Wikipedia (deutsch, englisch) und Banksophilia: Friends of Iain Banks (für 

Nachrufe gibt es bei Spiegel Online, Los Angeles Times, The TelegraphBBC, Daily Mail, The Guardian (Nachruf, Statements von Freunden, u. a. Ian Rankin) und Tor.


R. i. P. Jess Franco

April 3, 2013

R. i. P. Jess Franco (geboren als Jesús Franco Manera, am 12. Mai 1930 in Madrid, gestorben am 2. April 2013 in Malaga)

Das ist zu gut, um es euch vorzuenthalten:

Screenshot Berliner Zeitung Jess Franco Todesmeldung

Denn, auch wenn in der dpa-Meldung (die wahrscheinlich dumm gekürzt oder blind von Wikipedia übernommen wurde), steht, dass Jess Franco beim Publikum wenig Anerkennung fand, ist das natürlich Unfug. Denn Jess Franco war ein klassischer Publikumsregisseur, der mit Horror, Sex und Gewalt, unter diversen Pseudonymen) versuchte ein möglichst großes Publikum zu erreichen und in den sechziger und siebziger Jahren gehörten Titel wie „Necromonicum – Geträumte Sünden“, „Vampyros Lesbos“ und „Mondo Cannibale“ mit ihrem Versprechen auf Sex und Gewalt zu den Klassikern des Bahnhofskinos. Später raunte man sich die Titel zu und hätte die verbotenen Filme gerne gesehen. Nicht weil man glaubte, ein Meisterwerk der Filmkunst entdecken zu können, sondern weil sie nicht erhältlich waren.

Einige Connaisseure des Horrorfilms begannen schon früh ein Loblied auf einige seiner surrealistischen Filme voller Sex und Gewalt anzustimmen. Denn unter seinen 199 Filmen (aktueller Stand bei der IMDB) war auch viel Schrott, der vor allem in den vergangenen Jahren niemals Deutschland erreichte, und die etablierte Filmkritik konnte mit ihm wenig anfangen. Hier mal einige Zitate, wild herausgegriffen aus dem „Lexikon des Horrorfilms“ (im „Lexikon des internationalen Films“ dürfte der Daumen ebenfalls chronisch nach unten zeigen) zu einigen Jess-Franco-Trash-Klassikern:

Jack the Ripper – Der Dirnenmörder von London (Deutschland 1976, mit Klaus Kinski): „Jess Franco…verlässt sich hier ganz auf den Londoner Nebel, in dem Dramaturgie und Spannung beinahe spurlos verschwinden. Dazu gibt es billigen Sex..und übel chargierende Darsteller.“ (Filmdienst) „In nur wenigen Tagen hastig zusammengeschustert, dient dieser Film zu nichts anderem als zu beweisen, dass sich im Laufe der Jahre nichts an der Talentlosigkeit von Herrn Franco geändert hat.“ (Philippe Setbon: Klaus Kinski – Sein Leben, seine Filme)

Marquis de Sade: Justine (Deutschland/Italien/Frankreich 1968, mit Klaus Kinski): „Franco ist offen gesagt, ein sehr schlechter Regisseur und ‚Justine’…ist dementsprechend kein bisschen besser als seine bisherigen Filme.“ (Philippe Setbon: Klaus Kinski – Sein Leben, seine Filme)

Mondo Cannibale – 3. Teil: Die blonde Göttin der Kannibalen (Frankreich/Spanien 1979): „Leider wurden die nötigen Kotztüten nicht mitgeliefert.“ (Ronald M. Hahn/Volker Jansen: Lexikon des Horrorfilms)

Nachts, wenn Dracula erwacht (Deutschland/Spanien/Italien 1969, mit Christopher Lee und Klaus Kinski): „Identische Sequenzen werden dutzendfach wiederholt, und die Spezialeffekte der am Ende erfolgenden Verbrennung des Grafen (steht das überhaupt so im Roman?) sind so schrecklich amateurhaft, dass man nur noch lachen kann.“ (John McCarthy, Cinefantastique) „Bei Francos Dracula-Version handelt es sich vielleicht um die schönste Verfilmung des Stoker-Romans überhaupt.“ (Rolf Thissen/Leo Phelix: Pioniere und Prominente des modernen Sexfilms)

Die Nacht der offenen Särge (Portugal/Spanien/Liechtenstein 1972): „Wie hat Jess Franco es geschafft, für dieses handwerklich völlig indiskutable Dummstück gleich drei Produktionsfirmen zu gewinnen?“ (Ronald M. Hahn/Volker Jansen: Lexikon des Horrorfilms)

Necromonicon – Geträumte Sünden (Deutschland 1967): „Was Jess Franco auch anpackt – immer kriegt er eins auf die Rübe! In diesem Fall gleich von allen, die dem Film bei der Uraufführung beiwohnten.“ (Ronald M. Hahn/Volker Jansen: Lexikon des Horrorfilms) „’Necronomicon’…ist ein ungewöhnlicher aber witzloser Hybride aus Horror-, Sexploitation- und Neue Welle-Film. Soweit ich mich erinnern kann, besteht er aus einem Mischmasch aus Sadismus, Erotizismus und Übernatürlichem.“ (Gary Arnold, The Washington Post)

Vampyros Lesbos – Die Erbin des Dracula (Deutschland/Spanien 1970): „Mit jedem einzelnen Meter…stürzt (der Film) den unglücklichen Betrachter in die verzweifelte Situation des Alex aus ‚Uhrwerk Orange‘. Der wird im Rahmen der ‚Ludovico-Therapie‘ gezwungen, sich bis zum Erbrechen furchtbarste Filmschnipsel anzugucken, wobei er dem Einfluss einer Droge ausgesetzt ist, die entsetzliche Übelkeit verursacht. ‚Vampiros Lesbos‘ kann freilich auf solch eine Droge getrost verzichten – die Übelkeit stellt sich hier von ganz allein ein.“ (Rolf Giesen: Kino, wie es keiner mag)

Genug gemeckert. Immerhin fanden sich später auch einige positivere Stimmen.

Zu „Vampyros Lesbos“, dem – allein schon wegen des Titels – Kultfilm, bei dem die Filmmusik von Sigi Schwab und Manfred Hübler in den Neunzigern dank einer CD-Veröffentlichung zu neuen Ehren (auch in der Disco) kam, schreibt Harald Keller in „Schräg, schrill, scharf und schundig – Tausend Filme zwischen Trash und Kult“ (2000): „Jess Franco zeigt sich inspiriert und setzt bekannte Motive der Vampirliteratur als mal schwülen, mal duftigen Wachtraum in Szene.“

Und zu „Necronomicon“ steht in James Marriott und Kim Newmans „Horror“ (2006): „Willkürlich bis zum Verrücktwerden in seiner Imagination und seiner Technik, mit all den Wortspielen der Figuren, Hoch- und Alltagskultur, Trash und Experimentalkino vermischend, verleiht die flickenhafte Uneinheitlichkeit, die daher rührt, dass es kein Drehbuch gab (Franco notierte jede Nacht Drehbuchideen und gab diese am nächsten Morgan an die Schauspieler weiter), ‚Necromonicom‘ eine halluzinatorische, psychedelische Qualität.“

Am besten nähert man sich einem Jess-Franco-Film (wobei man vielleicht seinen bekanntesten Werken den Vorzug geben sollte) wie einem Drogentrip: zurücklehnen und nicht nach dem Sinn fragen. Das geht bei „Vampyros Lesbos“ auch im nicht-untertitelten O-Ton:

Nachrufe gibt es bei Spiegel Online, taz, Variety, Empire Online, Huffington Post und Fangoria

 

 

 


R. i. P. Damiano Damiani

März 11, 2013

R. i. P. Damiano Damiani (geb. 23. Juli 1922, Pasiano di Pordenone, Friaul-Julisch Venetien, Italien – gest. 7. März 2013, Rom, Italien)

Er war einer der Großen des italienischen Politthriller, der in den sechziger und siebziger Jahren seine Hochphase hatte und sich mit der Korruption in Italien, den schmutzigen Geschäften der Politik und dem Einfluss der Mafia auf die Gesellschaft und die Politik auseinandersetzte. „Der Tag der Eule/Don Mariano weiß von nichts“ (Il giorno della civetta, 1968, nach einem Roman von Leonardo Sciascia), „Der Clan, der seine Feinde lebendig einmauert“ (Confessione di un Commissario di Polizia al Procuratore Della Republica, 1970), „Das Verfahren ist eingestellt: Vergessen Sie’s!/Die Untersuchung ist abgeschlossen: Vergessen Sie alles“ (L’istruttoria è chiusa: dimentichi, 1971),Warum musste Staatsanwalt Traini sterben?/Der Terror führt Regie“ (Perche si Uccide un Magistrato?“, 1974), „Ich habe Angst“ (Io ho Paura, 1977), „Goodbye & Amen“ (Goodbye e Amen, 1978), „Ein Mann auf den Knien“ (Un uomo in ginocchio, 1979), „Die tödliche Warnung“ (L’Avvertimento, 1980; deutsche Erstaufführung 1987 im ZDF) und „New York Connection“ (Pizza Connection, 1984; von den Berliner Filmfestspielen direkt auf Video) hießen die Filme, die heute zu großen Teilen Klassikerstatus genießen.

Auch sein viel zu unbekannter Bibelfilm „Die Untersuchung“ (L’inchiesta, 1986; bei uns ebenfalls direct to video) könnte man locker in diese Reihe stellen, wenn die titelgebende Untersuchung nicht der Tod und die Wiederauferstehung von Jesus Christus wäre und der Film wenige Tage nach seinem Tod spielt.

Damiano drehte auch Italo-Western, wie „Töte Amigo“ (Quien sabe?, 1966) und „Nobody ist der Größte“ (Un genio, due compari, un pollo, 1975).

Sein Werk krönte er 1984 mit der TV-Serie „Allein gegen die Mafia“ (La Piovra), in der der Kampf eines Polizisten auf Sizilien gegen die Mafia erzählt wird. Die Serie war ein weltweiter Erfolg. In Italien erreichte die Serie fünfzehn bis siebzehn Millionen Zuschauer.

Racheengel“ (L’Angelo con la Pistola, 1991), eine durchwachsene Rachegeschichte, in der eine junge Frau und ein Polizist Mafia-Mitglieder umbringen, bei uns wieder direct to video, war sein letzter Spielfilm, der auch in Deutschland gezeigt wurde. Dennoch drehte er in Italien noch einige weitere Filme.

 

Nachrufe gibt es im Tagesspiegel, Der Welt (Gerhard Midding), Standard, Examiner und vielen italienischen Zeitungen.


R. i. P. Michael Winner

Januar 22, 2013

Michael Winner (30. Oktober 1935, London, England – 21. Januar 2013, London, England)

Ein Kritikerliebling war Michael Winner nie, aber das Publikum liebte ihn. Vor allem in den siebziger Jahren, als er mit Charles Bronson „Chatos Land“ (1972), „Kalter Hauch“ (The Mechanic, 1972), „Ein Mann geht über Leichen“ (The Stone Killer, 1971) und „Ein Mann sieht rot“ (Death Wish, 1974) drehte. Erst acht Jahre später, als seine Filmkarriere ins Stocken geriet, folgten mit „Der Mann ohne Gnade – Death Wish II“ (1982) und „Death Wish III – Die Rächer von New York“ (1985) direkte Fortsetzungen des Selbstjustiz-Klassikers, der damals für Kontroversen sorgte, inzwischen ein Klassiker ist und die Blaupause für unzählige ähnlich gelagerte Filme war.

Marlon Brando (Das Loch in der Tür [The Nightcomers, 1971]), Burt Lancaster (Lawman, 1971; Scorpio, der Killer, 1973), Alain Delon (Scorpio, der Killer, 1973), Robert Mitchum, James Stewart und Edward Fox (Tote schlafen besser [The Big Sleep, 1978); eine missglückte Raymond-Chandler-Verfilmung), James Coburn, Eli Wallach und Sophia Loren (Firepower, 1979) und Faye Dunaway (Die verruchte Lady [The Wicked Lady, 1983) spielten ebenfalls in seinen Filmen mit.

Sein letzter Film war 1998 „Parting Shots“, der bei uns nur noch eine Videopremiere erlebte.

Einer seiner letzten Filme war, mit Peter Ustinov als Hercule Poirot, die Agatha-Christie-Verfilmung „Rendezvous mit einer Leiche“ (Appointment with Death, 1988), die so ziemlich das Gegenteil eines typischen Michael-Winner-Films ist. Denn er stand immer für Action, Thrill und eine gehörige Portion Sensationsgier, die die Leute ins Kino bringen sollten.

In den letzten Jahren war Winner in England vor allem als Restaurantkritiker für die „Sunday Times“ und Lebemann bekannt.

Michael Winner starb nach langer Krankheit am Montag in seiner Wohnung in Kensington. Seine Frau Geraldine, die er vor zwei Jahren, nachdem sie schon fünfzig Jahre zusammen waren, sagte: „Michael was a wonderful man, brilliant, funny and generous. A light has gone out in my life.“

 

Nachrufe erschienen bei Spiegel Online, Telegraph, Guardian, Independent, Huffington Post, Daily Mail Online,  und der Los Angeles Times.