LV: Henri-Pierre Roché: Jules et Jim, 1953 (Jules und Jim)
1912 lernen sich der französische Literat Jim und sein deutscher Kollege Jules kennen. Beide verlieben sich in die lebenslustige Cathérine – und erleben die reine Liebe zu dritt.
„Jules und Jim“ ist wahrscheinlich Truffauts bekanntester Film. Jedenfalls ist sein Kultfilm ein zeitloser Film über die scheinbar unmögliche reiner Liebe in einer Dreierbeziehung.
„Es wird kaum ein Wort darüber verloren, dass ‚Jules und Jim’ alles andere als den bürgerlichen Moralvorstellungen huldigt, sondern sie im Gegenteil auch noch lustvoll verhöhnt. (…) Obwohl so traurige Ereignisse wie Ehebruch, Selbstmord und Tod erzählt werden, handelt ‚Jules und Jim’ eigentlich von nichts anderem als vom Glück. Truffaut hängt die ganze Filmdauer der Frage nach, wie das richtige Leben aussehen müsse, was man tun müsse, um wirklich glücklich zu sein.“ (Willi Winkler: Die Filme von Francois Truffaut)
Der Film basiert auf einem autobiographischen Roman von Henri-Pierre Roché (1879 – 1959). Zehn Jahre später verfilmte Truffaut seinen Roman „Zwei Mädchen aus Wales und die Liebe zum Kontinent“. In ihm variieren Roché und Truffaut die Geschichte von „Jules und Jim“: ein Mann steht zwischen zwei Frauen.
Anschließend läuft die spielfilmlange Doku „Francois Truffaut – Eine Autobiographie“ (Frankreich 2004, R.: Anne Andreu).
Mehr Bonusmaterials gibt es auf der nicht mehr erhältlichen Concorde-Veröffentlichung (die damals anscheinend nur in einer Box erschien) und, selbstverständlich, auf der Criterion-Veröffentlichung (allerdings nur wenn der DVD-Player auch US-DVDs abspielt).
Die innere Sicherheit (D 2000, R.: Christian Petzold)
Drehbuch: Christian Petzold, Harun Farocki
Die 15-jährige Jeanne ist mit ihren Eltern ständig auf der Flucht. Denn diese sind gesuchte, ehemalige RAF-Terroristen. Jetzt müssen sie wegen Geldproblemen zurück nach Deutschland. Die alten Freunde sollen ihnen aus der finanziellen Misere helfen. Und Jeanne ist erstmals wirklich verliebt.
Mit dem genau beobachteten, die deutsche Wirklichkeit sezierenden Drama über vergangene Schuld, das Erwachsenwerden und Verpflichtungen hatte Christian Petzold seinen Durchbruch bei den Kritikern und dem Publikum (über 100.000 Zuschauer). Stellvertretend für die zahlreichen euphorischen Besprechungen: „bester deutscher Film des Jahres“ (Michael Althen, SZ, 31. Januar 2001)
Mit Julia Hummer, Barbara Auer, Richy Müller, Günther Maria Halmer
Als Francois Truffaut überraschend am 21. Oktober 1984 starb, war er als Regisseur so bekannt, dass der Verleih mit dem „neuen Truffaut“ werben konnte und die Leute ins Kino gingen. Er war einer der großen französischen Regisseure, einer der Begründer der Nouvelle Vague, der seitdem konstant alle ein, selten zwei Jahre einen neuen Film inszenierte, der auch beim Publikum und den Kritikern ankam. Claude Chabrol drehte einen Krimi nach dem nächsten. Jean-Luc Godard, ein Freund aus den Anfangstagen der Nouvelle Vague, hatte sich damals vollkommen ins experimentelle Kino, mit einem sehr überschaubarem Publikum, zurückgezogen. Die anderen Begründer der Nouvelle Vague drehten auch eher für ein Nischen- oder Filmkunstpublikum; – falls ihre Filme überhaupt in den deutschen Kinos liefen.
Heute ist der am 6. Februar 1932 in Paris geborene Regisseur, abgesehen von seinem legendären Interviewbuch „Mr. Hitchcock, wie haben Sie das gemacht?“ und seiner Rolle als Wissenschaftler in Steven Spielbergs „Unheimliche Begegnung der dritten Art“, fast vergessen. Zu selten laufen seine Filme im Fernsehen (obwohl Arte jetzt einige seiner Filme zeigt) und zu chaotisch ist die Veröffentlichungspolitik seiner Filme auf DVD: einige Filme gibt es nicht auf DVD, andere sind bei verschiedenen Firmen erschienen und teils nicht mehr erhältlich. Arthaus veröffentlichte jetzt ungefähr die Hälfte seiner Spielfilme, die einen großen und ziemlich umfassenden Einblick in sein Schaffen ermöglichen, auf zwei, verschieden zusammengestellten Boxen. Die meisten Filme sind auch einzeln erhältlich.
Truffaut begann, zusammen mit Claude Chabrol, Jean-Luc Godard, Eric Rohmer und Jacques Rivette, als Filmkritiker bei der „Cahiers du Cinema“ und drehte drei Kurzfilme. Mit seinem Regiedebüt, dem autobiographisch gefärbten Drama „Sie küssten und sie schlugen ihn“, wurde er 1959 gleich bekannt. Jean-Pierre Léaud, der jugendliche Darsteller von Antoine Doinel, dem Helden des Films, wurde auch bekannt und in den folgenden Doinel-Filmen wurde die Biographie des Filmcharakters immer ununterscheidbarer von Truffauts Biographie und von Léauds Leben. Insofern war die Rolle für Léaud Segen und Fluch zugleich und auch heute, über dreißig Jahre nach dem letzten Doinel-Film, ist Léaud für Filmliebhaber immer noch Antoine Doinel.
Truffauts war ein Fan der amerikanische Kriminalromane, die in der Schwarzen Serie erschienen. Schon sein zweiter Spielfilm „Schießen Sie auf den Pianisten“ (1960) war eine David-Goodis-Verfilmung, die sich allerdings mehr an der Nouvelle Vague und ihrer Verspieltheit, als am US-amerikanischen Film Noir orientierte.
Mit seinem dritten Spielfilm, dem Klassiker „Jules und Jim“ (1961), inszenierte er dann seinen ersten Liebesfilm (wobei natürlich alle seine Filme Liebesfilme sind), ein anfangs leichtes Drama über zwei Männer, die eine unabhängige Frau lieben.
In den folgenden Jahren pendelte er, mit einigen Einzelwerken, wie dem Science-Fiction-Film „Fahrenheit 451“ (1966), und zutiefst persönlichen Werken, wie „Das grüne Zimmer“ (1978), zwischen weiteren Doinel-Filmen, Noirs und Liebesdramen. Sein letzter Film „Auf Liebe und Tod“ (1983) fasste, ungewollt, sein Schaffen zusammen. Es ist eine locker erzählte, in Schwarz-Weiß gedrehte Hommage an den Film Noir und eine Liebeserklärung an die Frauen. Vor allem natürlich an seine Partnerin, die Hauptdarstellerin Fanny Ardant.
In der Dokumentation „Godard trifft Truffaut“ werden seine Jahre bei der Filmzeitschrift „Cahiers du Cinema“, seine ersten Jahre als Regisseur, seine Freundschaft zu Jean-Luc Godard und der endgültige Bruch der Freundschaft nach Truffauts Film „Die amerikanische Nacht“ (1973), ein starbesetzter Spielfilm über die Dreharbeiten für einen Spielfilm. Doch schon davor hatten sich ihre Wege getrennt. Jean-Luc Godard wurde nach „1968“ in seinen Filmen zunehmend politischer und löste sich immer mehr von den Erzählkonventionen. Truffaut dagegen drehte unpolitische und persönliche Filme, wie die Antoine-Doinel-Filme „Geraubte Küsse“ (1968) und „Tisch und Bett“ (1970), die historischen Filme „Der Wolfsjunge“ (1969) und „Zwei Mädchen aus Wales und die Liebe zum Kontinent“ (1971) und die überdrehte Krimi-Farce „Ein schönes Mädchen wie ich“ (1972). Das war oft gar nicht so weit vom klassischen Hollywood-Starkino und dem von ihnen in den fünfziger Jahren attackiertem französischen Film entfernt.
Emmanuel Laurent verrät in seiner spielfilmlangen Doku „Godard trifft Truffaut“ wenig über die Freundschaft der beiden Regisseure, die wahrscheinlich auch gar nicht so tief war, wie der Filmtitel suggeriert, sondern einfach nur das Zusammentreffen von zwei Filmbegeisterten, die zuerst gemeinsam Artikel schrieben und später, als Teil der Nouvelle Vague, sich manchmal gegenseitig halfen und natürlich die Werke der anderen in den Himmel lobten. Diese Freundschaft bleibt in dem Film, auch weil er keine psychologischen Erklärungen gibt und es von Truffaut und Godard keine Statements dazu gibt, immer eher eine Behauptung. Aber man erfährt einiges über die Ursprünge der Nouvelle Vague und ihre ersten Filme.
In den kommenden Tagen werfen wir einen genaueren Blick auf seine Spielfilme.
Bonusmaterial, das es meistens nicht auf den Einzel-DVDs gibt: Episodenfilm „Liebe mit zwanzig“ (Regie: Shintarô Ishihara, Marcel Ophüls, Renzo Rossellini und Andrzej Wajda, mit dem Doinel-Film „Antoine und Colette“), „Arbeit mit François Truffaut“ (1986, Regie: Rainer Gansera), Einführungen des Truffaut-Biografen Serge Toubiana, „Die Unverschämten“ 1957, Regie: Francois Truffaut, Kurzfilm), Probeaufnahmen von Jean-Pierre Léaud, Patrick Auffay und Richard Kanayan zu „Sie küssten und sie schlugen ihn“, Jean-Pierre Léaud bei der Cannes-Premiere von „Sie küssten und sie schlugen ihn“, Ausschnitt aus der Fernsehsendung „Cinéastes de notre temps: François Truffaut, dix ans, dix films“ (1970), Truffaut spricht über die ersten drei Teile des Zyklus, Ausschnitt aus der Fernsehsendung „Midi Magazine“ (1970), Aufnahmen von den Dreharbeiten zu „Tisch und Bett“, Ausschnitt aus der Fernsehsendung „Approches du cinéma: François Truffaut ou la Nouvelle Vague“ (1972), Ausschnitt aus der Fernsehsendung „Cinescope“ (1980), Ausschnitt aus der Fernsehsendung „Champ contrechamp“ (1981), Unterstützungsspot für Henri Langlois von François Truffaut und Jean-Luc Godard, Originaltrailer, 24-seitiges Booklet
enthält: Auf Liebe und Tod, Die Frau nebenan, Geraubte Küsse, Jules und Jim, Die letzte Metro, Liebe auf der Flucht, Schießen Sie auf den Pianisten, Ein schönes Mädchen wie ich, Sie küssten und sie schlugen ihn, Die süße Haut, Tisch und Bett, Zwei Mädchen aus Wales und die Liebe zum Kontinent
Arthaus/Studiocanal
Bild: verschieden
Sprachen/Ton: Deutsch, Französisch (Mono DD)
Untertitel: Deutsch
Bonusmaterial (anscheinend identisch mit den Einzel-DVDs): Kurzfilme „Antoine und Colette“ und „Die Unverschämten“, Einführungen des Truffaut-Biografen Serge Toubiana, Probeaufnahmen der Jungdarsteller zu „Sie küssten und sie schlugen ihn“, Kameratest mit Marie Dubois und Charles Aznavour zu „Schießen Sie auf den Pianisten“, Unterstützungsspot für Henri Langlois von François Truffaut und Jean-Luc Godard zu „Geraubte Küsse“, Unveröffentlichte Szene zu „Die letzte Metro“, Trailer, Wendecover
Tisch und Bett (Domicile conjugal, Frankreich 1970)
Drehbuch: Francois Truffaut, Claude de Givray, Bernard Revon
Antoine Doinel ist verheiratet und stolzer Vater. Aber das hält ihn nicht davon ab, sich nach anderen Frauen umzusehen.
mit Jean-Pierre Léaud, Claude Jade, Barbara Laage, Hiroko Berghauer
Wiederholungen
Dienstag, 21. Februar, 14.40 Uhr
Freitag, 2. März, 15.00 Uhr
–
Arte, 21.50
Liebe auf der Flucht (L’amour en fuite, Frankreich 1979)
Drehbuch: Francois Truffaut, Marie-France Pisier, Jean Aurel, Suzanne Schiffman
Doinel lässt sich scheiden und er trifft seine erste Liebe wieder.
In dem letzten Antoine-Doinel-Film umzingelt Truffaut seinen Helden so sehr mit Szenen und Bildern aus den vorherigen Doinel-Filmen, teilweise in einem anderen Zusammenhang, dass es kaum noch eine Geschichte gibt.
mit Jean-Pierre Léaud, Claude Jade, Marie-France Pisier
Die britische Crime Writers’ Association verleiht den diesjährigen Diamond Dagger Award an den 73-jährigen Politthriller-Autor Frederick Forsyth. Seine ersten Romane waren „Der Schakal“, „Die Akte Odessa“ und „Die Hunde des Krieges“.
Der CWA-Vorsitzende Peter James sagt: „Frederick Forsyth is a hugely deserving recipient and The Day of the Jackal remains one of the greatest thrillers of our times. He has set a new standard of research-based authenticity with his writing, which has had a major influence both on my work and on many of my contemporaries in the crime and thriller field. We are very thrilled that he has accepted this award.”
Die Nominierungen für den diesjährigen Agatha Award der Malice Domestic für den besten traditionellen Kriminalroman (vulgo Cozy und damit aus meiner Sicht nicht Hardboiled genug) sind draußen:
Best Novel
• The Real Macaw, von Donna Andrews (Minotaur)
• The Diva Haunts the House, von Krista Davis (Berkley)
• Wicked Autumn, von G.M. Malliet (Minotaur)
• Three Day Town, von Margaret Maron (Grand Central Publishing)
• A Trick of the Light, von Louise Penny (Minotaur)
–
Best First Novel
• Dire Threads, von Janet Bolin (Berkley)
• Choke, von Kaye George (Mainly Murder Press)
• Learning to Swim, von Sara J. Henry (Broadway)
• Who Do, Voodoo?, von Rochelle Staab (Berkley)
• Tempest in the Tea Leaves, von Kari Lee Townsend (Berkley)
–
Best Non-fiction
• Books, Crooks and Counselors: How to Write Accurately About Criminal Law and Courtroom Procedure, von Leslie Budewitz (Linden Publishing)
• Agatha Christie: Murder in the Making: More Stories and Secrets from Her Notebooks, von John Curran (Harper)
• On Conan Doyle: Or, The Whole Art of Storytelling, von Michael Dirda (Princeton University Press)
• Wilkie Collins, Vera Caspary and the Evolution of the Casebook Novel, von A.B. Emrys (McFarland)
• The Sookie Stackhouse Companion, von Charlaine Harris (Ace)
–
Best Short Story
• “Disarming” von Dana Cameron (Ellery Queen Mystery Magazine)
• “Dead Eye Gravy” von Krista Davis (aus „Fish Tales: The Guppy Anthology“, herausgegeben von Ramona DeFelice Long; Wildside Press)
• “Palace von the Lake” von Daryl Wood Gerber (aus „Fish Tales: The Guppy Anthology“)
• “Truth and Consequences” von Barb Goffman (aus „Mystery Times Ten“, herausgegeben von MaryChris Bradley; Buddhapuss Ink)
• “The Itinerary” von Roberta Isleib (aus „Mystery Writers of America Presents The Rich and the Dead“, herausgegeben von Nelson DeMille; Grand Central Publishing)
Drehbuch: Nick Schenk (nach einer Geschichte von Dave Johannson und Nick Schenk)
Das Leben des verbitterten, rassistischen Korea-Veteranen Walt Kowalski gerät aus den gewohnten Bahnen, als er einen Hmong-Nachbarjungen gegen eine Straßengang verteidigt (sie hatten den Fehler begangen ihren Streit auf Kowalskis Rasen austragen zu wollen). Kowalski wird zum Helden der asiatischen Gemeinschaft und die Straßengang will die erlittene Schmach vergelten.
Der bislang letzte Leinwandauftritt von Clint Eastwood. Danach drehte er noch einige weitere Filme. Zuletzt das ziemlich missglückte Biopic „J. Edgar“ über den FBI-Chef J. Edgar Hoover. Denn Eastwood zaudert nicht lange, wenn ihm das Buch gefällt. Oft verfilmt er sogar die erste Fassung (in Hollywood bekannt als die Fassung, mit der die Gespräche beginnen, die aber vor dem Dreh noch mehrmals überarbeitet werden muss). Auch bei „Gran Torino“ änderte Eastwood nichts am Drehbuch.
Gedreht wird auch schnell. „Million Dollar Baby“ war vor der geplanten Drehzeit fertig (und die war mit 39 Tagen auch nicht gerade üppig) und kostete deutlich weniger, als zuerst von den Produzenten zuerst gesagt wurde (normalerweise dürfte es umgekehrt sein; Oh, und auch die zuerst genannten Kosten waren gar nicht so hoch.). Bei „Gran Torino“ waren 35 Drehtage angesetzt. Nach 33 Tagen war der Film im Kasten.
Tja, und, wie schon bei „Million Dollar Baby“ und „Erbarmungslos“ war die Kritik begeistert und wurde nicht müde, über „Gran Torino“ als Alterswerk das ein gutes Vermächtnis wäre, zu fabulieren. Dabei erzählt der Film doch einfach nur eine gute Geschichte.
Trotzdem hat „Gran Torino“ den Dagger als „best big-screen crime thriller story“, den César als bester ausländischer Film und die ganzen anderen Preise verdient.
Mit Clint Eastwood, Christopher Carley, Bee Vang, Ahney Her, Brian Haley, Geraldine Hughes, Dreama Walker, Brian Howe
Um 23.25 Uhr zeigt Arte dann die Verleihung des „Teddy Award“, des schwul-lesbischen Berlinale-Filmpreises, und ab 01.40 Uhr gibt es beim RBB noch etwas Berlinale für Nachteulen.
„Der Mann mit der Narbe“ ist eine echte Entdeckung. Denn der unbekannte Noir hat eigentlich alles, was das Herz des Noir-Fans begehrt: eine düstere, kafkaeske Geschichte, eine noir-typisch expressionistische Kamera von John Alton und mit Paul Henreid („Casablanca“, „Geheimaktion Crossbow“, „Exorzist II“) und Joan Bennett („Die Frau im Fenster“/“Gefährliche Begegnung“, „Straße der Versuchung“, „Affäre Macomber“, „Wir sind keine Engel“) auch zwei bekannte Namen.
Henreid spielt John Muller, einen Ganoven, der sofort nachdem er aus der Haft entlassen wird, seinen nächsten Coup plant: einen Überfall auf ein Casino. Der Überfall geht schief und er muss, gejagt von dem äußerst rachsüchtigem Casino-Besitzer, flüchten. Muller taucht unter in das von ihm verhasste bürgerliche Leben, bis er zufällig erfährt, dass er, bis auf eine Narbe im Gesicht, wie der Zwillingsbruder von Dr. Bartok aussieht. Muller beschließt, zu Dr. Bartok zu werden.
Dieses Doppelgänger-Motiv und der anschließende Identitätstausch wird schön ausgearbeitet. Das geht sogar so weit, dass Niemand den Tod von Dr. Bartok bemerkt und alle sofort Muller als Bartok akzeptieren, obwohl sie, bis auf das Aussehen zwei gänzlich gegensätzlicher Charaktere sind.
Dass der Plan von Muller dann doch nicht aufgeht, ist natürlich auch Noir-typisch. Denn in einem Noir entgeht niemand seinem Schicksal. Egal, wie sehr er sich auch anstrengt.
Allerdings krankt „Der Mann mit der Narbe“ an einigen ziemlich großen Plotlöchern. Das eine hat mit dem Ende zu tun: denn Dr. Bartok hatte auch Probleme mit Verbrechern. Muller hätte das bei seinen Recherchen über Bartok eigentlich herausbekommen müssen. Auch dass Bartok verheiratet ist. So haben wir immerhin die witzige Szene, in der Muller seine Frau erkennen muss, obwohl er keine Ahnung hat, wie sie aussieht.
Das größte Loch im Plot ist allerdings die Narbe von Bartok: wir sollen glauben, dass Muller, der Bartok beobachtete, sich nicht merkte, auf welcher Wange die Narbe ist und er sich dann die falsche Wange aufschlitzt.
Das nimmt dem Film einiges von seiner Kraft. Aber das Erzähltempo stimmt, die Geschichte ist, auch für einen Noir, sehr düster und hoffnungslos und die Kamera von John Alton, der etliche Noirs drehte (zu seinen Filmen gehören: „Geheimagent T“, „Schritte in der Nacht“, „Tödliche Grenze“, „Der Richter bin ich“, „Geheimring 99“, „Elmer Gantry“, und, obwohl nicht genannt, „Der Gefangene von Alcatraz“), ist sehr einfallsreich. Es vergeht kaum eine Minute ohne eine ungewöhnliche Perspektive, eine interessante Szenenauflösung und ein expressionistisches Bild, das man sich am liebsten als Plakat an die Zimmerwand heften würde. Auf optischer Ebene ist „Der Mann mit der Narbe“ ein kleines Film-Noir-Lexikon.
Das macht, trotz Story-Schwächen, den „Mann mit der Narbe“ zu einer kleinen Noir-Perle, die in der schön ausgestatteten „Film Noir Collection“ (es gibt eine Bildergalerie und ein informatives Booklet) veröffentlicht wurde und eindeutig zu den besseren Filmen der in jeder Hinsicht überzeugenden Collection gehört.
Andere Meinungen
„Kolportagehafter Krimi.“ (Lexikon des internationalen Films)
„An extraordinarily bleak film. Alton’s touches of genius include camera tracks round a table of Muller and his cronies; the tension-filled casino hold-up, and the archetypically noir image of Muller silently awaiting his fate in his squalid hotel room, intermittently lit by a flashing neon sign.“ (Alexander Ballinger/Danny Graydon: The Rough Guide to Film Noir)
„In the world of noir, fate plays a pivotal role, and that is never clearer than in the surprisingly good noir film The Scar (AKA Hollow Triumph).“ (Guy Savage, Noir of the Week)
„Quickly paced, the dense narrative and an almost documentary-like cinematography make Hollow Triumph although not a major, but certainly an unjustly overlooked, film noir. Best of all is the film’s Macbethian-ending, reminiscent of Quai des brumes (Marcel Carne, 1939).“ (Martin S., Film Talk)
Der Mann mit der Narbe (Hollow Triumph, USA 1948)
Regie: Steve Sekely
Drehbuch: Daniel Fuchs
LV: Murray Forbes: Hollow Triumph, 1946
mit Paul Henreid, Joan Bennett, Eduard Franz, Leslie Brooks, John Qualen, Mabel Paige, Herbert Rudley, Charles Arnt, George Chandler, Jack Webb (der Erfinder von „Dragnet“/“Polizeibericht Los Angeles“)
alternativer Titel in England „The Scar“
–
DVD
Koch Media (Film Noir Collection 8)
Bild: 1.37:1 (4:3)
Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 2.0)
Untertitel: –
Bonusmaterial: 12-seitiges Booklet von Thomas Willmann, Bildergalerie
Tatort: Platt gemacht (D 2009, R.: Buddy Giovinazzo)
Drehbuch: Stefan Cantz, Jan Hinter
In Köln wird ein Obdachloser mit Frostschutzmittel vergiftet. Die Kommissare Ballauf und Schenk ermitteln im Milieu.
Sehr unterhaltsamer Kölner-Tatort, der erfrischend undidaktisch (Wir reden vom Kölner Tatort) daherkommt und Udo Kier als Penner ist auch die halbe Miete.
Bei pulp master sind jüngst Buddy Giovinazzos neuester Roman “Piss in den Wind” und die Wiederveröffentlichung von “Cracktown” erschienen. Das sind wirklich gute Nachrichten für die Noir-Fans.
mit Klaus J. Behrendt, Dietmar Bär, Joe Bausch, Udo Kier, Christian M. Goebel, Michael Schenk, Catherine Flemming, Peter Millowitsch
Im Gegensatz zu Martin Scorsese, der erst jetzt mit „Hugo Cabret“ seinen ersten Kinderfilm drehte, hat Steven Spielberg in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder Filme gedreht, die sich explizit auch an ein jüngeres Publikum richteten. „E. T.“, „Hook“ (Hat den jemand gesehen?) und, zuletzt „Die Abenteuer von Tim und Struppi“ wären zu nennen. Auch „Gefährten“ ist ein Kinderfilm für die schon etwas älteren Kinder mit einigen unpassenden Kriegsszenen, die eher an Spielbergs „Der Soldat James Ryan“ erinnern.
Im Mittelpunkt seines neuesten Films steht das Pferd Joey. Bei einer Pferdeauktion wird der Hengst von Ted Narracott (Peter Mullan) ersteigert. Seine Frau (Emily Watson, hauptsächlich still leidend und überaus verständnisvoll) ist entsetzt über den hoffnungslos überteuerten Kauf eines für die Landarbeit vollkommen untaugliches Pferdes, das sie in den Ruin stürzen kann. Ihr Sohn Albert (Jeremy Irvine in seinem Spielfilmdebüt), der von Pferden ungefähr soviel Ahnung hat wie ich (nämlich keine), will Joey erziehen und bis zum Beginn des ersten Weltkriegs gelingt ihm das auch prächtig. Dann, nachdem der Film schon ungefähr eine Stunde läuft, erlebt Joey auf dem Kontinent zwischen den Fronten viele Abenteuer, die strikt chronologisch erzählt werden und zwischen Kriegsgräuel und Kitschmelodram pendeln. Spielberg hatte hier wahrscheinlich eine modernisierte Variante von Anthony Manns Western-Klassiker „Winchester 73“, über ein Gewehr, das mehrmals seinen Besitzer wechselt, im Sinn. Aber bestenfalls ist eine im Krieg spielende Variante von „Lassie“ herausgekommen, in dem anstelle eines Hundes ein Pferd versucht wieder nach Hause zu kommen.
Auch Albert hat sich freiwillig verpflichtet und er erlebt die Schrecken des Ersten Weltkriegs als Kanonenfutter in den Gräben des Stellungskrieges.
Dagegen trifft Joey überall auf Pferdeliebhaber und die Absurdität der Geschichte, in der ein Pferd wichtiger als einige Kompanien toter, sterbender oder schwer verletzter Soldaten sind, erreicht ihren Höhepunkt, als Joey sich zwischen den Fronten im Stacheldraht verfängt, extra für die Befreiung des Pferdes eine Kampfpause eingelegt wird und, als der deutsche und der englische Soldat mit ihrer Befreiungsaktion nicht weiterkommen, fliegen ihnen die Bolzenschneider zum Durchschneiden des Drahtes gleich im Dutzend zu. Dass daneben vielleicht noch einige Kameraden im Matsch verrecken, interessiert die Macher nicht. In diesen Momenten will man nicht glauben, dass Spielberg auch „Schindlers Liste“ inszenierte.
Doch schon vor dem Krieg gibt es Szenen von so überirdischer Absurdität, dass man ziemlich fassungslos das Geschehen beobachtet. Denn Joey ist nicht einfach nur ein Pferd, sondern überall das beste Pferd, das sogar einen steinigen Acker in ein fruchtbares Felder verwandeln kann, indem es die Steine unterpflügt und mit dem Pflug einfach in der Mitte zerschneidet. Das ist dann doch etwas zu viel kreative Freiheit.
Und, im Gegensatz zu Martin Scorsese, der nie in Kitsch-Verdacht gerät, hat Steven Spielberg immer auch einen Hang zum süßlichen Kitsch und dem glorifizieren von Familienwerten, die er in „Gefährten“ hemmungslos austobt. Ohne den Hauch einer ironischen Brechung liefert er, so sehr auch einzelne Szenen in sich funktionieren und gelungen sind, letztendlich, abgesehen von den nicht in den Film passenden Kriegsszenen, ziemlich ungenießbaren und überlangen Over-the-Top-Disney-Kitsch, garniert mit fotogenen Sonnenuntergängen, ab.
Gerade im direkten Vergleich zu „Hugo Cabret“ ist „Gefährten“ ein erschreckend schlechter Film.
LV: Michael Morpurgo: War Horse, 1982 (Schicksalsgefährten; Roman und Theaterstück [2007])
mit Peter Mullan, Emily Watson, David Thewlis, Niels Arestrup, Tom Hiddleston, Jeremy Irvine, Benedict Cumberbatch, Toby Kebbell, Celine Buckens, Rainer Bock, David Kross, Eddie Marsan, Hinnerk Schönemann
The Good German – In den Ruinen von Berlin (USA 2006, R.: Steven Soderbergh)
Drehbuch: Paul Attanasio
LV: Joseph Kanon: The Good German, 2001 (In den Ruinen von Berlin)
Als der in Schwarzmarktgeschäfte verwickelte Fahrer des US-JOurnalisten Jake Geismar umgebracht wird und die Alliierten den Mord nicht aufklären wollen, beginnt er auf eigene Faust den Mörder zu suchen.
Soderbergh verfilmte den Roman im Noir-Stil der vierziger Jahre. “The Good German” unterscheidet sich dann auch nicht von einem damaligen Hollywood-Film. Nur wer braucht das heute?
Mit George Clooney, Tobey Maguire, Cate Blanchett, Beau Bridges
Sherlock Holmes auf allen Kanälen: im Kino mit einem Remmidemmi-Film, im Fernsehen mit einer grandiosen BBC-Serie, die im heutigen London spielt, in Comics im Kampf gegen Dracula, Dr. Jekyll und Mr. Hyde, und jetzt auch im Buch. Der enorm produktive Krimiautor Anthony Horowitz durfte, mit Erlaubnis des „Sir Arthur Conan Doyle Literary Estate“ den Sherlock-Holmes-Roman „Das Geheimnis des weißen Bandes“ schreiben und die Erben haben natürlich aufgepasst, dass Horowitz auch eine nahe am Original stehende Interpretation des Meisterdetektivs ablieferte. Also nichts mit IPhones, übernatürlichen Erscheinungen, postmodern-literarischen Anspielungen und ausufernden Kämpfen, sondern klassische Detektivarbeit, eine Wiederbegegnung mit vielen alten Bekannten (von Mrs. Hudson, Inspector Lestrade und Mycroft Holmes über die Baker-Street-Irregulären, eine Bande von Straßenjungs, die Holmes helfen, bis zu Professor Moriarty sind alle in dieser Geschichte dabei), die von Sherlock Holmes‘ Freund, Dr. John Watson, brav, Jahrzehnte später, aufgeschrieben wurde und dann, weil die Enthüllung des Geheimnisses des weißen Bandes für die damalige Zeit zu ungeheuerlich war, für hundert Jahre in einem Safe deponiert wurde.
Der Fall selbst beginnt für Sherlock Holmes und Dr. John Watson im November 1890, als der Kunsthändler Edmund Carstairs die Baker Street 221 B betritt. Er glaubt, dass Keelan O’Donaghue ihn von Boston nach London verfolgt hat und sich jetzt bei ihm für den Tod seines Bruders und ihrer Verbrecherbande rächen will. Diese hatte bei einem Zugüberfall vier wertvolle Gemälde, die Carstairs gehörten, zerstört und einen Mitarbeiter von Carstairs ermordet. Zusammen mit dem Käufer der Gemälde hatte Carstairs ein Kopfgeld auf die Verbrecher ausgesetzt, die auch kurz darauf in einem Feuergefecht starben. Nur die Leiche von Keelan O’Donaghue wurde nicht gefunden.
Kurz nach dem Gespräch bei Holmes wird bei Carstairs‘ eingebrochen und sein Safe ausgeräumt. Mit Hilfe der Baker-Street-Irregulären findet Sherlock Holmes O’Donaghue in einem Hotel. Allerdings wurde er vor dem Eintreffen von Holmes und Watson bereits ermordet und der Straßenjunge Ross, der den Mörder wahrscheinlich gesehen hat, schweigt.
Als Ross umgebracht wird, wird für Holmes der Fall persönlich. Denn er fühlt sich sich für den Tod des Jungen mitverantwortlich. Und selbstverständlich ignoriert er die Warnung von seinem Bruder Mycroft, der ungefähr jedes Regierungsgeheimnis kennt und der, nachdem er sich nach dem House of Silk erkundigte, in Whitehall bei einem engen Mitarbeiter des Premierministers eine Audienz hatte. Mycroft rät Holmes, sich nicht weiter um den Mord an dem Straßenjungen zu kümmern und keine weiteren Nachforschungen über das House of Silk, das etwas mit den Verbrechen zu tun hat, anzustellen.
„Das Geheimnis des weißen Bandes“ lebt natürlich zu einem großen Teil von unseren Erinnerungen an Sherlock Holmes. Deshalb treten auch, bis auf Irene Adler, alle bekannten und inzwischen für den Sherlock-Holmes-Kosmos kanonisierten Charaktere, auch wenn sie in den Geschichten von Sir Arthur Conan Doyle gar nicht so viele Auftritte hatten, auf. So ist der Auftritt von Professor Moriarty, dem Meisterverbrecher und Gegner von Sherlock Holmes, für diese Geschichte eine vernachlässigbare Episode, aber für die Holmes-Welt natürlich sehr wichtig. Die beiläufig eingestreuten Hinweise von dem Erzähler John Watson auf andere Fälle von Sherlock Holmes, erfreuen das Herz des Fans. Und das viktorianische London wird wieder lebendig.
Diese Erinnerungen verwebt Anthony Horowitz geschickt mit zwei Fällen, nämlich dem Einbruch bei den Carstairs‘ und dem Tod des Straßenjungen Ross, die zunächst nichts miteinander zu tun haben und am Ende doch miteinander zusammen hängen. Das ist eine unterhaltsame Lektüre, die mich wieder daran erinnert, dass ich mir die Sherlock-Holmes-Geschichten von Sir Arthur Conan Doyle noch einmal und im Original durchlesen will.
TATORT: Bienzle und das Narrenspiel (D 1994, R.: Hartmut Griesmayr)
Drehbuch: Felix Huby
LV: Felix Huby: Bienzle und das Narrenspiel, 1988
Bienzle möchte seiner Hannelore die Ravensburger Fastnacht zeigen. Als ein Mord geschieht und der nach Bienzles Meinung unschuldige Behle inhaftiert wird, muss er den wahren Täter suchen.
Der dritte Bienzle-Tatort ist ein, mit viel Lokalkolorit gewürzter, spannender Fall. Ein großer Teil der Dreharbeiten fand in Ravensburg während der Fastnachts-Tage statt.
Unverständlich, dass dieser Fastnachtskrimi zuletzt vor fünf Jahren im TV lief.
Mit Dietz Werner Steck, Rita Russek, Robert Atzorn, Ulrich Matschoss
Profigangster Trojan, gerade aus dem Knast entlassen, plant gleich seinen nächsten Coup: einen Überfall auf einen Geldtransporter.
Ein guter Hardboiled-Gangsterfilm, der eindeutig vom französischen Kriminalfilm (Melville!) und den harten amerikanischen Krimis beeinflusst ist. So ist der Einfluss von Richard Starks Parker und seinen Epigonen Nolan (von Max Allan Collins) und Wyatt (von Garry Disher) unübersehbar.
Ein erfrischend undeutscher Kriminalfilm, den sich auch Genrejunkies ohne Fremdschäm-Anfälle ansehen können.
mit Mišel Matičević, Karoline Eichhorn, Uwe Bohm, Rainer Bock, Hanns Zischler, Petr Kurth, David Scheller
Nachdem ich von HD auf SD umgeschaltet habe, läuft die fast zweieinhalbstündige Dokumentation von Jamie Benning über „Jäger des verlorenen Schatzes“ auch bei mir und der erste Eindruck ist sehr überzeugend.
Voilà, hier sind die Nominierungen für den diesjährigen Barry-Award, wie ihn die Herausgeber des Deadly Pleasures Mystery Magazine verkündet haben:
Best Novel
• The Keeper of Lost Causes (aka Mercy) (Erbarmen), von Jussi Adler-Olsen (Dutton)
• The Accident (Weil ich euch liebte), von Linwood Barclay (Bantam)
• The Hurt Machine, von Reed Farrel Coleman (Tyrus)
• Iron House (Das eiserne Haus, erscheint am 12. März), von John Hart (Minotaur)
• Hell Is Empty, von Craig Johnson (Viking)
• The Troubled Man, von Henning Mankell (Knopf)
–
Best First Novel
• Learning to Swim, von Sara Henry (Crown)
• The Devotion of Suspect X, von Keigo Higashino (Minotaur)
• The Boy in the Suitcase, von Lene Kaaberbøl und Agnete Friis (Soho Crime)
• Turn of Mind, von Alice LaPlante (Atlantic Monthly)
• The Informationist, von Taylor Stevens (Crown)
• Before I Go to Sleep, von S.J. Watson (Harper)
–
Best British Novel
• Now You See Me, von S.J. Bolton (Bantam Press)
• Hell’s Bells, (aka The Infernals), von John Connolly (Hodder & Stoughton)
• Bad Signs, von R.J. Ellory (Orion)
• The House at Sea’s End, von Elly Griffiths (Quercus)
• Outrage, von Arnaldur Indriðason (Harvill Secker)
• Dead Man’s Grip, von Peter James (Macmillan)
–
Best Paperback Original
• The Silenced, von Brett Battles (Dell)
• The Hangman’s Daughter, von Oliver Pötzsch (Mariner Books)
• A Double Death on the Black Isle, von A.D. Scott (Atria)
• Death of the Mantis, von Michael Stanley (Harper Perennial)
• Fun and Games (Der Bewacher), von Duane Swierczynski (Mulholland)
• Two for Sorrow, von Nicola Upson (Harper Perennial)
–
Best Thriller
• Carver, von Tom Cain (Bantam Press)
• Coup D’Etat, von Ben Coes (St. Martin’s)
• Spycatcher (aka Spartan), von Matthew Dunn (Morrow)
• Ballistic, von Mark Greaney (Berkley)
• House Divided, von Mike Lawson (Atlantic Monthly)
• The Informant, von Thomas Perry (Houghton Mifflin)
–
Best Short Story
• “Thicker Than Blood,” von Doug Allyn (Alfred Hitchcock Mystery Magazine [AHMM], September 2011)
• “The Gun Also Rises, von Jeffrey Cohen (AHMM, January-February 2011)
• “Whiz Bang,” von Mike Cooper (Ellery Queen Mystery Magazine [EQMM], September/Oktober 2011)
• “Facts Exhibiting Wantonness,” von Trina Corey (EQMM, November 2011)
• “Last Laugh in Floogle Park,” von James Powell (EQMM, Juli 2011)
• “Purge,” von Eric Rutter (AHMM, December 2011)
–
Die Preisverleihung ist am 4. Oktober 2012, während der Eröffnungsveranstaltung der diesjährigen Bouchercon in Cleveland, Ohio, in der Rock & Roll Hall of Fame.
Drehbuch: Francois Truffaut, Claude de Givray, Bernard Revon
Nachdem Antoine Doinel unehrenhaft aus der Armee entlassen wurde, umwirbt er seine Freundin Christine und versucht sich in verschiedenen Berufen. Er ist Portier, Detektiv, Schuhverkäufer und immer ein Träumer und Frauenliebhaber.
In seinem Debütfilm „Sie küssten und sie schlugen ihn“ erzählte Truffaut von den Jugendjahren Antoine Doinels. In „Antoine und Colette“ von seiner ersten Liebe. In „Geraubte Küsse“ von der Suche nach seiner ersten Frau. In „Tisch und Bett“ von seinen ersten Ehejahren. Und in „Liebe auf der Flucht“ von seiner Scheidung.
Alle Doinel-Filme leben von Jean-Pierre Léauds Darstellung, den wiederkehrenden Gaststars, die so die über zwei Jahrzehnte erzählte fiktiven Biographie glaubwürdig machten.
mit Jean-Pierre Léaud, Claude Jade, Michel Lonsdale, Delphine Seyring
Bei Studiocanal/Arthaus erschien die DVD mit dem Antoine-Doinel-Kurzfilm „Antoine und Colette“ aus dem Jahr 1962. In dem Film, der zu dem Gruppenfilm „Liebe mit Zwanzig“ gehört (das war damals eine beliebte, künstlerisch meistens enttäuschende Idee, bei der mehrere Kurzfilme von bekannten Regisseuren zu einem Film zusammengefügt und dann als Kinofilm ausgewertet wurden), erzählt Truffaut von Antoine Doinels erster Liebe, die er 1979 in dem letzten Antoine-Doinel-Film „Liebe auf der Flucht“ wieder trifft.
Zu beiden Filmen gibt es kurze Einführungen von Truffaut-Biograf Serge Toubiana. Der Unterstützungsspot von Francois Truffaut und Jean-Luc Godard für Henri Langlois, den für viele Regisseure der Nouvelle Vague wichtigen Leiter der Cinémathèque, der während der Dreharbeiten für „Geraubte Küsse“ entlassen wurde, ist ebenfalls vorhanden.