Kleinkram – mit den besten Thrillern des Jahres (so die ITW) und dem Ned Kelly Award

September 6, 2011

Aargh, das hatte ich vollkommen verdrängt: die Autorenvereinigung International Thriller Writers (ITW) hat bereits im Juli ihre Thriller Awards verliehen. Die glücklichen Gewinner sind:

Best Hard Cover Novel:
BAD BLOOD, John Sandford

Best Paperback Original Novel:
THE COLD ROOM, J.T. Ellison

Best First Novel:
STILL MISSING, Chevy Stevens

Best Short Story:
THE GODS FOR VENGEANCE CRY, Richard Helms

Also receiving special recognition during the ThrillerFest VI Awards Banquet:

R.L. Stine, ThrillerMaster
in recognition of his legendary career and outstanding contributions to the thriller genre

Joe McGinniss, True Thriller Award

Karin Slaughter, Silver Bullet Award

Die Longlist gibt es hier. Und hier gibt es einige Berichte vom ThrillerFest.

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In dem ITW-Magazin „The Big Thrill“ gibt es in der aktuellen Ausgabe Interviews mit und Vorstellungen der neuen Bücher von Kathy Reichs, Raymond Benson (der hat mal James-Bond-Bücher geschrieben), Jamie Freviletti, Lawrence Block (ein altes Buch, aber neu unter seinem Namen), Simon Wood, Dave Zeltserman,  Laurie R. King,Paul Levine (der für „JAG“ etliche Drehbücher schrieb), Rick Mofina und Harry Dolan.

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Declan Burke hat sich mit Val McDermid unterhalten.

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Der Ned Kelly Award 2011 der Crime Writers‘ Associaton of Australia ging an

Best Fiction: The Diggers Rest Hotel, by Geoffrey McGeachin (Penguin)

Best First Fiction: Prime Cut, by Alan Carter (Fremantle Press)

True Crime: Abandoned: The Sad Death of Dianne Brimble, by Geesche Jacobson (Allen & Unwin)

S.D. Harvey Short Story: “Hemisphere Travel Guides: Las Vegas for Vegans,” by A.S. Patric

(via The Rap Sheet)

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Die neueste Ausgabe des Literaturkritik ist online. Der Schwerpunkt ist „Zehn Jahre 11. September“. Aber es gibt auch einige Krimibesprechungen, unter anderem über die neuen Bücher von Jean-Patrick Manchette (Der Mann mit der roten Kugel) und Walter Mosley (Manhattan Karma).

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Weil im Verlag Antje Kunstmann jetzt David Simons bereits vor zwanzig Jahren in den USA erschienenes. mit dem Edgar ausgezeichnetes Sachbuch „Homicide – Ein Jahr auf mörderischen Straßen“ (er begleitete in Baltimore ein Jahr die Mordermittler) erschien, kann man, als vorbereitende Lektüre, wieder Pieke Biermanns Lobgesang auf das Buch lesen.

Das Buch inspirierte die Krimiserie „Homicide“. Simon war danach auch für „The Wire“ und „Treme“ verantwortlich.

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Zum Abschluss noch einige  TV-Serien-Tipps:

Wochentäglich zeigt Arte um 17.00 Uhr die kultige englische Krimiserie „Simon Templar“ (mit Roger Moore) und JEDERZEIT ONLINE. Wer also die gestrige Auftaktfolge verpasst, hat nichts verpasst, weil er ja in die Mediathek gehen kann.

Montags zeigt ZDFneo um 22.35 Uhr die englische Krimiserie „Luther„. Die BBC hat gerade die dritte Staffel bestellt. Da sieht’s allerdings mit dem Nachsehen der ersten Folge dumm aus.

Mittwochs zeigt RTL II um 22.00 Uhr die Mysteriekrimiserie „Haven“, die sehr lose auf dem Buch „The Colorado Kid“ von Stephen King basiert.

Mittwochs zeigt ZDFneo die zweite Staffel von „Mad Men„, die ich gar nicht so toll finde.

Freitags gibt es bei Kabel 1 endlich neue Folgen von „Castle“ (doch dazu später mehr)

 


Cover der Woche

September 6, 2011


TV-Tipp für den 6. September: Der Chef

September 6, 2011

RBB, 22.45

Der Chef (Fr/I 1972, R.: Jean-Pierre Melville)

Drehbuch: Jean-Pierre Melville

Polizist Coleman jagt den Nachtclubbesitzer Simon, mit dem er befreundet ist und der Überfälle begeht. Zwischen den beiden Männern steht Simons Freund Cathy.

Nach „Der eiskalte Engel“ und „Vier im roten Kreis“ war „Der Chef“ die dritte Zusammenarbeit von Alain Delon und Jean-Pierre Melville und zum ersten Mal spielte Delon einen Polizisten. Aber weil es Melville in „Der Chef“ auch um die Austauschbarkeit von Gangstern und Polizisten ging, unterschied Delons Rolle sich kaum von seinen vorherigen Rollen als Gangster. Denn Melville räumt Coleman und Simon etwa gleich viel Leinwandzeit ein.

„Melvilles letzter Film (…) ist ein würdiger Abschluss im Werk eines seines Metiers und seiner Liebe zum Kino sicheren Ultra-Professionellen, der die düstersten und unheimlichsten, aber auch ästhetisch vollkommendsten und menschlichsten Filme schuf, die in Frankreich je gedreht worden sind.“ (Hans Gerhold: Un Flic in „Jean-Pierre Melville, Hanser Reihe Film 27, 1982)

„‘Un Flic’ ist vermutlich der kälteste Film Melvilles, und Alain Delon gelingt als Chef-Fahnder Edouard Coleman der Pariser Kriminalpolizei eine brillante Charakterstudie über die Einsamkeit und Isolation des professionellen Menschenjägers.“ (Wolfgang Schweiger: Der Polizeifilm, 1989)

Mit Alain Delon, Catherine Deneuve, Richard Crenna, Riccardo Cucciolla, Michel Conrad

Hinweise

Wikipedia über Jean-Pierre Melville (deutsch, englisch, französisch)

Senses of Cinema (Adrian Danks) über Jean-Pierre Melville (September 2002)

Guardian: Peter Lennon über Jean-Pierre Melville (27. Juni 2003)

Jean-Pierre Melville in der Kriminalakte


Dennis Lehane schickt Patrick Kenzie und Angie Gennaro auf die „Moonlight Mile“

September 5, 2011

Nach elf Jahren legt Dennis Lehane wieder einen Krimi mit den Privatdetektiven Patrick Kenzie und Anie Gennaro vor. Aber in den vergangenen Jahren änderte sich einiges. Die beiden haben geheiratet und eine vierjährige Tochter. Angie studiert und steht kurz vor ihrer Soziologie-Abschlussprüfung. Patrick bemüht sich um eine Festanstellung in einer großen Detektei, deren Kundschaft aus sehr reichen Kunden besteht. Patricks Gerechtigkeitssinn und sein renitentes Verhalten sind da natürlich ein großes Problem. Und Patrick fragt sich inzwischen immer öfter, ob ihm der Job immer noch gefällt.

Da bittet ihn Beatrice McCready ihre inzwischen sechzehnjährige Nichte Amanda zu suchen. Patrick und Angie hatten, wie wir aus dem auch grandios verfilmten „Gone Baby Gone – Kein Kinderspiel“ wissen, Amanda bereits vor zwölf Jahren gesucht, gefunden und zurück zu ihrer Mutter gebracht.

Schon damals fragte Patrick sich, ob er die richtige Entscheidung getroffen hatte, indem er Amanda aus einer funktionierenden, Amanda liebenden Familie herausriss und zurück zu ihrer Mutter, einer Alkoholikerin, brachten. Jetzt wird er mit den Konsequenzen seiner Entscheidung konfrontiert. Und er begegnet der fast erwachsenen Amanda, die in verschiedene Verbrechen verwickelt ist und von der Russenmafia gesucht wird.

Und genau diese Frage, ob Patrick sich damals richtig entschied, hat wahrscheinlich auch Dennis Lehane angetrieben, nach über zehn Jahren, in denen er mit Einzelwerken, wie „Mystic River“, „Shutter Island“ und „Im Aufruhr jener Tage“, sehr erfolgreich verschiedene Genrevarianten ausprobierte, wieder eine Geschichte mit den beiden, bei Krimifans beliebten Privatdetektiven zu schreiben, die eine interessante Weiterentwicklung von Robert B. Parkers Privatdetektiv Spenser sind. „Moonlight Mile“ liest sich dann, vor allem auf den ersten Seiten, mit Patrick als Spenser, Bubba als Hawk und Angie als Susan Silverman als Spenser-Pastiche. Dazu tragen auch die vielen Gespräche über Patricks Arbeitsethos, über seine damalige Entscheidung, ob er sie jetzt, mit einem eigenen Kind, wieder so treffen würde, über das Verhältnis von Eltern zu ihren Kindern und umgekehrt, bei. Auch der wenig überraschende Plot, in dem die einzelnen Charaktere sich endlos Geschichten erzählen, erinnert an Parkers Spenser-Romane. Aber während Spenser sich mit Susan über sein Machotum unterhält, unterhalten Patrick und Angie sich bevorzugt über die Erziehung ihrer Tochter.

Das liest sich dann oft wie ein Erziehungsratgeber, angereichert mit etwas elterlichem Stolz auf die eigenen Kinder, dem ein Krimiplot beigegeben wurde, der den Helden eher auf die Zuschauerbank verbannt. Auch am Ende.

Die wichtigsten Erkenntnisse am Ende von „Moonlight Mile“ dürften sein, dass Patrick Kenzie und Anie Gennaro älter, ruhiger und vernünftiger geworden sind und dass die Abstiegsängste des Mittelstandes jetzt auch im Privatdetektivroman angekommen sind.

Um nicht falsch verstanden zu werden: „Moonlight Mile“ ist ein flott zu lesender, schnörkellos geschriebener Krimi und eine willkommenes Wiedersehen mit Patrick Kenzie und Angie Gennaro. Ich hätte mir (immerhin habe ich keine Kinder) nur eine bessere Geschichte dafür gewünscht.

Dennis Lehane: Moonlight Mile

(übersetzt von Andrea Fischer)

Ullstein, 2011

384 Seiten

9,99 Euro

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Originalausgabe

Moonlight Mile

William Morrow and Company, 2010

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Die Fälle von Patrick Kenzie und Angela Gennaro

Streng vertraulich (A Drink before the War, 1994)

Absender unbekannt (Darkness, take my Hand, 1996)

In tiefer Trauer (Sacred, 1997)

Gone Baby Gone – Kein Kinderspiel (Gone, Baby, Gone, 1998)

Regenzauber (Prayers for Rain, 1999)

Moonlight Mile (Moonlight Mile, 2010)

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Hinweise

Homepage von Dennis Lehane

Thrilling Detective über Patrick Kenzie und Angela Gennaro

ShotsMag spricht mit Dennis Lehane über „Moonlight Mile“

Meine Besprechung von Dennis Lehanes „Coronado“ (Coronado, 2006)

Dennis Lehane in der Kriminalakte

 


TV-Tipp für den 5. September: Die Millionen eines Gehetzten

September 5, 2011

Arte, 20.15

Die Millionen eines Gehetzten (F/I 1962, R.: Jean-Pierre Melville)

Drehbuch: Jean-Pierre Melville

LV: Georges Simenon: L’aîné des Ferchaux, 1945 (Der ältere Bruder)

Der labile Boxer Michel Maudet wird der Sekretär des siebzigjährigen Multimillionärs Dieudonné Ferchaux, der sich wegen einer alten Affäre nach New York absetzen will. Als sie dort ankommen, erfahren sie, dass die Affäre aufgeflogen und Ferchaux nach Frankreich ausgeliefert werden soll. Gemeinsam flüchten sie nach Louisiana – und dort verändert sich die Beziehung zwischen den beiden Männern.

Selten gezeigter und daher fast unbekannter Melville-Klassiker.

„‚L’aîné des Ferchaux‘ ist Melvilles Haltepunkt, eine behutsame Kontemplation über sein Handwerk und eine sentimental journey durch die USA in dem Sinne, dass er keinen Reisebericht von Sehenswürdigkeiten und journalistischen Verallgemeinerungen über eine Nation dreht, sondern die Reise seiner Protagonisten zu einer filmisch höchst persönlichen Version und Vision Amerikas gestaltet. (…)

Die Reise ohne Ziel erlaubt weitgehende Freiheit von vorgegebenen Erzählstrukturen, Digressionen von der Handlungslinie.“ (Hans Gerhold in Jean-Pierre Melville, Hanser Reihe Film Band 27, 1981)

mit Jean-Paul Belmondo, Charles Vanel, Michèle Mercier, Stefania Sandrelli, Malvina Silberberg, Todd Martin

Wiederholungen

Mittwoch, 7. September, 14.45 Uhr

Dienstag, 13. September, 14.30 Uhr

Freitag, 23. September, 14.30 Uhr

Hinweise

Arte über „Die Millionen eines Gehetzten“

Wikipedia über „Die Millionen eines Gehetzten“ (englisch, französisch)

Maigret.de über Georges Simenons Roman „Der ältere Bruder“

Wikipedia über Jean-Pierre Melville (deutsch, englisch, französisch)

Senses of Cinema (Adrian Danks) über Jean-Pierre Melville (September 2002)

Guardian: Peter Lennon über Jean-Pierre Melville (27. Juni 2003)

Jean-Pierre Melville in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 4. September: 21 Gramm

September 4, 2011

Arte, 20.15

21 Gramm (USA 2003, R.: Alejandro González Iñárritu)

Drehbuch: Guillermo Arriaga

Ein Autounfall verbindet drei verschiedene Geschichten.

Wie bereits in ihrem Debüt „Amores Perros – Was ist Liebe?“ verbinden Iñárritu und Arriaga mehrere kleine Geschichten miteinander und erzählen sie nicht chronologisch. Weil man die meiste Zeit mit dem Zusammensetzen der mit hektischer Handkamera gefilmten Geschichten beschäftigt ist, fällt nicht auf, dass sie doch sehr banal sind.

„Und doch bleibt am Ende nur der Eindruck einer virtuosen Stilübung, weil die kolportagehafte Story zu dünn ist für ihre inszenatorische Aufquirlung.“ (Rainer Gansera, SZ, 6. September 2003)

Mit Sean Penn, Naomi Watts, Danny Huston, Benicio Del Toro, Charlotte Gainsbourg

Wiederholung: Dienstag, 6. September, 00.55 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Film-Zeit über „21 Gramm“

Wikipedia über „21 Gramm“ (deutsch, englisch)

Verlieren wir wirklich „21 Gramm“, wenn wir sterben?

Meine Besprechung von Alejandro González Iñárritus „Biutiful“

Unionsverlag über Guillermo Arriaga


TV-Tipp für den 3. September: Gesetz der Straße – Brooklyn’s Finest

September 3, 2011

ARD, 22.30

Gesetz der Straße – Brooklyn’s Finest (USA 2009, Regie: Antoine Fuqua)

Drehbuch: Michael C. Martin

Hochkarätig besetzter Ensemblefilm über drei Polizisten, die versuchen in Brooklyn ihren Weg zu gehen: der eine wartet nur noch auf seine Pensionierung, der andere will einen Undercover-Einsatz beenden und muss dafür einen Freund verraten, der dritte will Geld für seine Familie besorgen und geht dafür über Leichen.

Die Geschichten mögen etwas zu sehr die bekannten Cop-Film-Klischees bedienen, aber insgesamt ist „Brooklyn’s Finest“ ein sehenswerter, vor Ort gedrehter Cop-Film und damit auch eine Bestandsaufnahme der Gesellschaft.

mit Richard Gere, Don Cheadle, Ethan Hawke, Wesley Snipes, Vincent D’Onofrio, Will Patton, Lili Taylor, Ellen Barkin, Brían F. O’Byrne, Michael K. Williams, Lili Taylor

Hinweis

Meine ausführliche Besprechung des Films, mit weiterführenden Links


Kurzkritik: Victor Gischler gründet das „Deadpool Corps“

September 2, 2011

Allzuviel Story gibt es in dem neuen „Deadpool“-Comic von Krimiautor Victor Gischler nicht. Eigentlich sammelt Deadpool, der Söldner mit der großen Klappe, nur die Deadpool-Inkarnationen Lady Deadpool, Kid Deadpool (der im Xavier-Institut für Problemkinder ein echtes Problemkind ist), Headpool (den wir noch aus Deadpools Rettungsaktion im Wilden Land kennen [siehe „Kopfsprung“ und „Nächster Halt: Zombieville“] und den es in unserer Dimension, auf eine einsame Insel, auf der ein verrückter Wissenschaftler und seine wunderschöne Tochter leben, verschlagen hat) und Dogpool („Laut Akte kein guter Hund. Bellt gern die ganze Nacht und zerkaut Schuhe.“) in verschiedenenDimensionen ein, um gemeinsam mit ihnen das Multiverse zu retten.

Aber wenn Victor Gischler das erzählt, dann ist das ein höchst vergnüglicher Ritt durch andere Comic-Welten (General America, früher bekannt als Captain America, und die X-Men kriegen ihr Fett weg), bekannten Story-Versatzstücken, wie der herzzerreißenden Geschichte von Dogpool, der für wissenschafliche Experimente und als Zirkusattraktion missbraucht wird, und die uns bekannte Welt. Vor allem wenn der großmäulige Deadpool mal wieder das Geschehen sarkastisch kommentiert und dabei nicht mit popkulturellen Anspielungen spart, gibt es etliche gemeine Witze und Einzeiler. So nennt er General America als „Patriotenmarketingang“ und schickt ihn mit einem „Schlaf gut, Schildbürger“ ins Reich der Träume. „Deadpool Corps“ ist, wie auch die anderen „Deadpool“-Geschichten von Victor Gischler, eine sehr witzige Angelegenheit.

Und dabei ist „Deadpool Corps“ nur das Vorspiel für die kommenden Abenteuer dieser bunten Chaostruppe. Aber was für eines.


Victor Gischler (Autor)/Rob Liefeld/Whilce Portacio/Philip Bond/Paco Medina/Kyle Baker (Zeichner): Deadpool Corps (Deadpool Sonderband 2)

(übersetzt von Michael Strittmatter)

Panini/Marvel Comics 2011

120 Seiten

14,95 Euro

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Originalausgabe

Prelude to Deadpool Corps, Vol. 1 – 5

Marvel, März 2010

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Hinweise

Homepage von Victor Gischler

Meine Besprechung von Victor Gischler (Autor)/Bong Dazo (Zeichner): Deadpool – Der Söldner mit der großen Klappe: Kopfsprung (Band 1 von 2) (Deadpool: Merc with a Mouth 1 – 6: Headtrip, 2009/2010)

Meine Besprechung von Victor Gischler (Autor)/Bong Dazo (Zeichner)/Kyle Baker (Zeichner): Deadpool – Der Söldner mit der großen Klappe (Band 2 von 2) (Deadpool: Merc with a Mouth 7: Are you there? It’s me, Deadpool; Deadpool: Marc with a Mouth 8 – 15: Next Stop: Zombieville, 2010)

Meine Besprechung von Daniel Way (Autor)/ Shawn Crystal (Zeichner)/Paco Medina (Zeichner): Deadpool 1 (Deadpool 13/14: Wave of Mutilation; Deadpool 15: Want you to want me, Part 1: The complete idiot’s guide to metaphers, 2009)

Meine Besprechung von Duane Swierczynski (Autor)/Jason Pearson (Zeichner): Deadpool: Weiber, Wummen & Wade Wilson! (Sonderband 1) (Deadpool: Wade Wilson’s War, Vol. 1 – 4, 2010)

Meine Besprechung von Victor Gischler (Autor)/Goran Parlov (Zeichner): The Punisher: Willkommen im Bayou (Punisher (Vol. 7) 71 – 74: Welcome to the Bayou; Punisher (Vol. 7) 75: Dolls/Gateway/Ghouls/Father’s Day/Smalest Bit of This, 2009)

Meine Besprechung von Victor Gischler (Autor)/Duane Swierczynski (Autor)/Laurence Campbell (Zeichner): The Punisher: Abgrund des Bösen (Duane Swierczynski (Autor)/Michel Lacombe (Zeichner): Naturgewalt (Punisher: Force of Nature, April 2008; Victor Gischler (Autor)/Jefte Palo (Zeichner): Alles gespeichert (Punisher: Little Black Book, August 2008; Mike Benson (Autor)/Laurence Campbell (Zeichner): Der Gejagte (Punisher MAX Annual 1: The Haunted, November 2007; Jonathan Maberry (Autor)/Laurence Campbell (Zeichner): Requisiten (Punisher: Naked Kill, August 2009)

 


TV-Tipp für den 2. September: Tatort: Wer zweimal stirbt

September 1, 2011

ARD, 21.45

Tatort: Wer zweimal stirbt (D 1991, R.: Ilse Hofmann)

Drehbuch: Thomas Wesskamp, Stefan Cantz

In ihrem zweiten Einsatz müssen die Kommissare Batic und Leitmayr sich mit einem Unternehmer herumschlagen, den sie für den Boss eines Drogenrings halten. Nachdem ihr Kronzeuge erschossen wird, nimmt der Zwillingsbruder des Ermordeten (Heiner Lauterbach in einer Doppelrolle) dessen Platz ein.

Nostalgia rules!

mit Miroslav Nemec, Udo Wachtveitl, Heiner Lauterbach, Cathrin Vaessen, Holger Mahlich, Saskia Vester, Diego Wallraff

Hinweis

Tatort-Fundus über die Kommissare Batic und Leitmayr


Neu im Kino/Filmkritik: Des Angestellten Traum: „Kill the Boss“

September 1, 2011

Nick (Jason Bateman), Dale (Charlie Day) und Kurt (Jason Sudeikis) sind drei Freunde – und sie haben, vor allem nachdem der supernette Chef von Kurt bei einem Autounfall stirbt (Donald Sutherland in einem viel zu kurzem Auftritt), alle furchtbare Chefs. Kurts neuer Chef (Colin Farrell) ist ein debiler Volltrottel, der den Betrieb nur möglichst schnell herunterwirtschaften will (Warum er ihn nicht gewinnbringend verkauft oder einen Geschäftsführer einstellt, weiß nur die Drehbuchgöttin.). Dr. Julia Harris (Jennifer Aniston) ist eine notgeile Zahnärztin, die nur ihren Assistenten Dale vor dessen Hochzeit flachlegen will (Warum -, ach fragen Sie die Drehbuchgöttin.). Und Nick hat einen macht- und kontrollbesessenen Chef, der es genießt, seine Untergebenen, vor allem natürlich Nick, der für den Aufstieg ins Management alles gibt, zu quälen. Kevin Spacey läuft hier mal wieder zu großer Form auf.

Sowieso scheinen alle Schauspieler, wie schon bei den grottigen Elmore-Leonard-‚Verfilmungen‘ „Be Cool“ und „The Big Bounce“, bei den Dreharbeiten ihren Spaß gehabt zu haben.

Aber es hilft nichts. Denn die drei Freunde, die in einer Bierlaune zu der Einsicht kommen, dass ihr Leben ohne ihre Chefs besser sei und sie der Menschheit einen Gefallen täten, wenn sie sie umbrächten, sind dann doch einfach zu blöde. Und es macht einfach nur begrenzt Spaß, einem Trio von Volldeppen zuzusehen.

Dass dann ihre Mordpläne einerseits voll in die Hose gehen (und damit auch ungefähr große Teile des Humors in „Kill the Boss“ treffen), andererseits am Ende ihre Wünsche doch in Erfüllung gehen, überrascht wirklich nur Menschen, die noch nie eine Komödie gesehen haben. Dagegen überrascht schon eher, wie harmlos die Komödie ist. Denn natürlich hätten die Filmemacher eine richtig gemeine Schwarze Komödie oder eine wüste Satire auf den derzeitigen Kapitalismus machen können.

Aber die Macher beschränken sich auf’s blödeln. In den USA gab’s dann auch prompt ein R-Rating; was dazu führt, dass in den USA unter 17-jährige den Film nur in Begleitung eines Erwachsenen sehen dürfen. Sie können dann sehen, wie Jennifer Aniston, nackt bis auf ihren Arztkittel, der ihren Busen immer züchtig bedeckt, ihren Angestellten bedrängt. Sie können dann hören, wie öfters das schlimme F-Wort ausgesprochen wird. Besonders wenn die drei Möchtegern-Mörder sich von ihrem Killer aus dem Ghetto (Jamie Foxx) beraten lassen. Der möchte nämlich gerne mit seinem Vornamen „Motherfucker“ angesprochen werden.

Wenn Sie das witzig finden, werden Sie „Kill the Boss“ wahrscheinlich für die Komödie des Jahres halten.

Und, vielleicht weil Regisseur Seth Gordon und die Autoren Michael Markowitz, John Francis Daley und Jonathan Goldstein vom Fernsehen kommen, wirkt nicht nur die gesamte Ästhetik wie eine TV-Komödie. Es gibt lange, nachts spielende Szenen, in denen unsere drei Helden im Auto sitzen und reden und reden und reden. Das kann kostengünstig in einer Garage oder auf dem Studio-Hinterhof gedreht werden. Aber Kino lebt von Bildern und nicht von Dialogen. Auch die Story taugt höchstens für eine TV-Folge.

„Kill the Boss“ ist, obwohl ich während des Films öfters lachte, ein Zeugnis der vertanenen Möglichkeiten. Nicks Chef hätte wahrscheinlich noch nicht einmal „er hat sich bemüht“ ins Zeugnis geschrieben.

Kill the Boss (Horrible Bosses, USA 2011)

Regie: Seth Gordon

Drehbuch: Michael Markowitz, John Francis Daley, Jonathan Goldstein

mit Jason Bateman, Charlie Day, Jason Sudeikis, Jennifer Aniston, Colin Farrell, Kevin Spacey, Donald Sutherland, Jamie Foxx

Länge: 98 Minuten

FSK: ? (aber ich habe „ab 16 Jahre“ und „ohne Altersbeschränkung“ gefunden)

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Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Kill the Boss“

Wikipedia über „Kill the Boss“ (deutsch, englisch)

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Die Begründung der Österreicher für ihre Freigabe

Neben der positiven Darstellung von Kokain, der Verharmlosung von kriminellen Verhaltensweisen und einer rassistischen Andeutung ist vor allem die im Film verwendete Sprache der Grund für eine Altersbeschränkung. Dales sexbesessene Chefin lässt kein anzügliches Wort aus, und auch die anderen finden eine Vielzahl von Umschreibungen für den Genitalbereich oder fluchen aufs heftigste. Dies alles mag zur starken Überzeichnung der Handlung der Komödie ein sinnvolles Stilmittel sein, aus Sicht des Jugendschutzes empfiehlt die Kommission aber eine Freigabe ab 14 Jahren.

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Die fürchterlichen Chefs

Nachtrag (13. September 2011): Die Begründung der FSK für ihre Ab-16-Jahre-Freigabe:

Auf thematischer und bildlicher Ebene enthält die überdrehte Komödie keine Elemente, die Jugendliche ab 16 Jahren emotional beeinträchtigen könnte. Die Mordpläne sind eindeutig als humoristische, nicht auf die Realität zu übertragende Grundidee gekennzeichnet. Eine moralische Desorientierung kann hier ausgeschlossen werden. Auch die stark sexualisierte, stellenweise diffamierende und frauenfeindliche Sprache ist in diesem Kontext für ab 16-Jährige als persiflierendes Stilmittel erkennbar. Für Jugendliche hat dieser Sprachgebrauch keine Vorbildfunktion, da sie sich zu den agierenden Protagonisten distanzierend verhalten können.

 


KrimiZeit-Bestenliste September 2011

September 1, 2011

Früher geht’s nicht, aber wenn der Donnerstag auch der Monatserste ist, dann erscheint die KrimiZeit-Bestenliste auch am ersten Tag des Monats. Hier also die KrimiZeit-Bestenliste für den September:

1 (3) Didier Daeninckx: Tod auf Bewährung

2 (9) Walter Mosley: Manhattan Karma

3 (1) Mechtild Borrmann: Wer das Schweigen bricht

4 (6) Olen Steinhauer: Last Exit

5 (-) Dominique Manotti: Einschlägig bekannt

6 (-) Norbert Horst: Splitter im Auge

7 (2) Jan Costin Wagner: Das Licht in einem dunklen Haus

8 (-) Petros Markaris: Faule Kredite

9 (-) Massimo Carlotto: Banditenliebe

10 (-) C.J. Box: Blutschnee

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In ( ) ist die Platzierung vom Vormonat.

–

Die Hälfte neue Bücher und, wenig überraschend, Norbert Horst ist auch dabei. Ich hab „Splitter im Auge“ nach fünfzig Seite genervt weggelegt und hätte ich die ersten Seiten nicht in der U-Bahn gelesen, hätte ich das Buch noch früher weggelegt.

 


TV-Tipp für den 1. September: Fritz the Cat

September 1, 2011

Arte, 23.35

Fritz the Cat (USA 1972, Regie: Ralph Bakshi)

Drehbuch: Ralph Bakshi

LV: Charakter von Robert Crumb

Zeichentrickfilmklassiker über einen sex- und drogensüchtigen Kater im New York der sechziger Jahre.

Das ist nichts für kleine Kinder. In den USA war „Fritz the Cat“ der erste Trickfilm, der ein X-Rating erhielt. Der Film war trotzdem ein Kassenerfolg.

Wiederholung: Sonntag, 4. September, 01.10 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Wikipedia über „Fritz the Cat“ (deutsch, englisch), Ralph Bakshi (deutsch, englisch) und Robert Crumb (deutsch, englisch)

Turner Classic Movies über „Fritz the Cat“

Homepage von Robert Crumb

 

 


Kleinkram

August 31, 2011

Also, dann mal wieder etwas aufräumen:

Bei Tor gab’s eine Noir Week. Hier der Überblick. Für Krimifans wohl besonders interessant sind:

– The Big Rewatch of „The Big Sleep“

– Heart of Darkness: Tragedy and „The Killer inside me“

– Marlowe never sleeps

– Akira Kurosawa’s „Stray Dog“

– Noir comes to Main Street: „Shadow of a Doubt“

– „Chinatown“: Noir meets the Family Drama

– Genre in the Mainstream: The Noir of Jonathan Lethem’s „Gun, with Occasional Music“

– Five Classic Films stepped into Noir

– Noir Films Perfected: „The Third Man“

– From Chandler to Gibson: How Noir led to Cyberpunk

– Bright Lights, Big City: John D. MacDonald’s Las Vegas

– At Strange Angles: An Appreciation of „Dark City“

– But She’s only a Dream: „Laura“

– „Twin Peaks“: White Knight in a Dark Wood

– „Solyent Green“ and the Square Jaw of Law

– Favourite Noir Actors

– „Criminal“: Noir Comics, better with Age

– Remember Me: „Kiss me Deadly“

– „Death and the Compass“: Kabbalah meets Noir

– Writing Dystopian Noir Fiction

Hm, das war jetzt doch eigentlich alles…

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BBC- und Guardian-Filmkritiker Mark Kermode fordert Blockbuster, die nicht unsere Intelligenz beleidigen. Denn weil jeder Blockbuster (also Filme wie „Transformers III“, „Piraten der Karibik“, „Pearl Harbor“) garantiert ihr Geld einspielen, sollten sie nicht totaler Müll sein:

They could make better movies if they wanted, and the opulent ripples of buoyant hard currency would still continue to lap at their fattening suntanned bodies. If they fail to entertain, engage and amaze you, then it is because they can’t be bothered to do better. And if you accept that, then you are every bit as stupid as they think you are.

This is no time to be nice to big-budget movies. This is the time for them to start paying their way, both financially and artistically.

Als Beispiel für einen Blockbuster mit Hirn nennt er „Inception“.

Der Text im Guardian ist ein ziemlich langer Ausschnitt aus Kermodes neuem Buch „The Good, The Bad and The Multiplex – What’s wrong with modern movies?“.

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Empire verrät, wie man in zehn Schritten ein Experte für Gangsterfilme wird.

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Wer nicht lesen will, muss hören: ein Interview mit Regisseur und Drehbuchautor JohnSayles über seinen neuen Film „Amigo“.


TV-Tipp für den 31. August: Vorname Carmen

August 31, 2011

ZDFkultur, 22.20

Vorname Carmen (Frankreich/Schweiz 1983, R.: Jean-Luc Godard)

Drehbuch: Anne-Marie Miéville

Im Rahmen des bereits um 20.15 Uhr beginnenden „Carmen“-Themenabends wird auch, endlich wieder, Jean-Luc Godards sehr zugängliche (verglichen mit seinen anderen Spätwerken) Interpretation der Geschichte von Carmen gezeigt. Godard verlegte die Geschichte in die Gegenwart und er spielte in dem Film auch die Rolle des Regisseurs und Onkels von Carmen, der nie um einen bissigen Kommentar verlegen ist.

mit Maruschka Detmers, Jacques Bonnaffé, Myriem Roussel, Hippolite Girardot, Jean-Luc Godard

Hinweise

Wikipedia über Jean-Luc Godard (deutsch, englisch, französisch)

IMDB über Jean-Luc Godard

Kriminalakte gratuliert Jean-Luc Godard zum Geburtstag


Cover der Woche

August 30, 2011


TV-Tipp für den 30. August: My Blueberry Nights

August 30, 2011

Arte, 20.15

My Blueberry Nights (China/USA 2007, R.: Wong Kar-wai)

Drehbuch: Wong Kar-wai, Lawrence Block (nach einer Geschichte von Wong Kar-wai)

Elizabeth hat Liebeskummer. In einem kleinen New Yorker Café schüttet sie dem Kellner ihr Herz aus. Der verliebt sich in sie, aber sie macht sich auf eine Reise durch die USA. Auf ihrem Selbstfindungstrip begegnet sie anderen einsamen Seelen.

Lawrence Block war zwar irgendwie am Drehbuch beteiligt, aber letztendlich ist es ein Wong-Kar-wai-Film geworden.

Mit Norah Jones, Jude Law, Rachel Weisz, David Strathairn, Natalie Portman

Wiederholung: Mittwoch, 31. August, 14.45 Uhr

Hinweise

Homepage von Lawrence Block

Unbedingt kaufen müssen Sie das von mir herausgegebene Buch „Lawrence Block – Werkschau eines New Yorker Autors“ (KrimiKritik 5, Nordpark-Verlag)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks “Telling Lies for Fun and Profit – A Manual for Fiction Writers” (1994)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks “Spider, spin me a web – A Handbook for Fiction Writers” (1995)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks: “All the flowers are dying” (2005)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks “Lucky at Cards” (2007)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks „Abzocker“ (Grifter’s Game, 2004; frühere Ausgaben: Mona, 1961; Sweet slow death, 1986)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks “Verluste” (Everybody dies, 1998)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks „Killing Castro“ (Originalausgabe unter dem Pseudonym Duncan Lee als „Fidel Castro Assassinated“, 1961)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks „Falsches Herz“ (The Girl with the long green Heart, 1965)

Lawrence Block in der Kriminalakte

Wikipedia über „My Blueberry Nights“ (deutsch, englisch)

Deutsche Homepage zum Film

Französische Homepage zum Film (nicht so umfangreich)

Film-Zeit über „My Blueberry Nights“


Ivo Ritzer sucht das „Fernsehen wider die Tabus“

August 29, 2011

Lange Zeit war das Fernsehen das ungeliebte Schmuddelkind. Dumme Unterhaltung für die Massen, und vom Feuilleton genau deshalb weitgehend ignoriert. Das hat sich in den vergangenen Jahren mit Serien wie den „Sopranos“, „The Wire“, „Sex and the City“, „24“ und den „Desperate Housewives“, geändert. Fernsehen ist jetzt, wenn man den Kulturkritikern glauben will, der moderne Gesellschaftsroman und mit ihren Grenzüberschreitungen (Sex! Gewalt! Sprache!! Amoralische Helden.) auch subversiv. Es ist Unterhaltung für gebildete Menschen, während gleichzeitig das Kino immer mehr zum lärmend-infantilen Kindergarten verkommt.

Doch ist das US-Fernsehen, auf den sich der Diskurs über die Qualität des Fernsehens konzentriert und, was angesichts der Marktmacht und weltweiten Verbreitung auch nachvollziehbar ist, wirklich so tabubrechend, wie es sich gerne gibt?

In dem reichhaltig bebilderten Essay „Fernsehen wider die Tabus – Sex, Gewalt, Zensur und die neuen US-Serien“ geht Ivo Ritzer dieser Frage, gerüstet mit dem kulturwissenschaftlichen Analyseapparat, nach.

Außerdem erklärt er den rechtlichen Rahmen, in dem in den USA Serien produziert und im Fernsehen verwertet werden. Kurz gesagt gibt es ein frei empfangbares Fernsehen, in dem bestimmte Jugendschutzrichtlinien gelten (die sich vor allem an nackter Haut [ich sage nur Nipplegate] und obszöner Sprache [„Fuck“ geht gar nicht. Aber „Frack“ geht] orientieren) und dem Bezahlfernsehen, das sich nicht darum kümmern muss. Allerdings wurden einige Serien, die zuerst im Bezahlfernsehen und später im freien Fernsehen gezeigt wurden, für die Zweitverwertung bearbeitet. So wurde bei „Sex and the City“ jedes „fucking“ durch ein „freaking“ ersetzt und damit natürlich auch die gesamte Tonlage der Serie verändert.

Ebenso wurde auf DVD, einer weiteren Verwertungsmöglichkeit, dann die „unzensierte“ Fassung genommen. Wobei „Zensur“ hier locker gebraucht wird, denn natürlich waren die Folgen nicht zensiert, sondern die Produzenten hatten beschlossen, eine harmlosere Fassung zu zeigen. Das zeigte sich in den vergangenen Jahren besonders deutlich bei Spielfilmen, die für die Kinoauswertung in den USA für die PG-13-Freigabe um profane Sprache, nackte Haut und auch Gewaltdarstellungen erleichtert werden, die anschließend auf der unzensierten DVD, manchmal auch als „Director’s Cut“ beworben, finden und im schlimmsten Fall nur im Zeigen eines nackten Busens (was uns Deutsche nicht weiter aufregt) und eines Schimpfwortes besteht (siehe „Zwölf Runden“, „Stirb langsam 4.0“ oder John Waters‘ „A Dirty Shame“, der beim Erstellen der harmlosen Version sichtlich seinen Spaß hatte).

Das relativiert den tabubrechenden Gestus der von den Feuilleton-Kritikern so hochgelobten Serien, die in den USA auch beachtliche Quoten erreichen und in Deutschland fast alle mehr oder weniger grandios gefloppt sind, erheblich, ohne deren erzählerischen, schauspielerischen und inszenatorischen Qualitäten zu mindern.

Über Ritzer Schlußpointe, dass in Wirklichkeit Serien wie „Human Target“ (das mir gefiel) und „Hawaii 5-0“ (das ich für grottenschlecht halte) subversiv seien, muss ich noch einmal nachdenken:

„Es ginge demnach weder darum, im Sinne einer nostalgischen Altlinken mit dem Pathos der Transgression vermeintlich Tabuisiertes zu attackieren noch im Sinne einer reaktionären Neurechten in der Rückkehr zu vormodernen Tabus den eigentlichen Tabubruch zu lokalisieren. Vielmehr wäre die Ohnmacht gegenüber der (Simulations-)Macht zu akzeptieren und zum Schein an ihrem Spiel zu partizipieren. Genau dadurch könnte sie zu überlisten sein: im Durchschauen der Systemlogik, das keine Utopie als Horizont mehr reklamiert.

In diesem Sinne wären eher ‚harmlose‘, das heißt jugendfreie und ‚unterkomplexe‘, pseudo-narrative Network-Serien wie ‚Hawaii Five-0 (2010f.; CBS), ‚Human Target‘ (2010f,; Fox) oder ‚Nikita‘ (2010f; CWT) progressiv; in ihrer narzisstischen Fetischisierung der Oberfläche.“

Insgesamt ist „Fernsehen wider die Tabus“ eine gelungene Zusammenfassung des derzeitigen Standes des US-Fernsehens und er liefert auch eine gute Interpretationsfolie.

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Ivo Ritzer: Fernsehen wider die Tabus – Sex, Gewalt, Zensur und die neuen US-Serien (Kultur & Kritik 3)

Bertz + Fischer, 2011

136 Seiten

9,90 Euro

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Hinweise

Seite von Ivo Ritzer

Jungle World: Ivo Ritzer über „Tabus schauen“ (ein gekürzter Auszug aus „Fernsehen wider die Tabus“)

 

 


TV-Tipp für den 29. August: Dreileben

August 29, 2011

ARD, 20.15

Dreileben: Etwas Besseres als den Tod (D 2011, R.: Christian Petzold)

Drehbuch: Christian Petzold

Wiederholung: Mittwoch, 31. August, Eins Festival, 20.15 Uhr

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ADR, 21.45

Dreileben: Komm mir nicht nach (D 2011, R.: Dominik Graf)

Drehbuch: Markus Busch, Dominik Graf

Wiederholung: Donnerstag, 1. September, Eins Festival, 20.15 Uhr

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ARD, 23.30

Dreileben: Eine Minute Dunkel (D 2011, R.: Christoph Hochhäusler)

Drehbuch: Christoph Hochhäusler

Wiederholung: Freitag, 2. September, Eins Festival, 20.15 Uhr und 23.30 Uhr

Dominik Graf (59), Christian Petzold (50) und Christoph Hochhäusler (39) stritten sich über ihre filmischen Vorstellung und beschlossen, einfach anhand dreier eigener Filme, die sich aufeinander beziehen sollten, ihre verschiedenen Sichtweisen zu demonstrieren. Das klingt jetzt so richtig verkopft. Dabei dürfte es für uns Zuschauer ein richtiges Vergnügen sein. Denn nachdem die drei Regisseure die Prämisse formuliert hatten (ein Frauenmörder soll nach Dreileben, einem Ort im Thüringer Wald, geflüchtet sein), drehte jeder seinen eigenen Film, der mal mehr, mal weniger ein Krimi ist.

Das Fernsehen nennt diese konzentrierte Ausstrahlung von drei Neunzigminütern an einem Abend sicher „Ereignis“ und das ist es auch. Aber gleichzeitig werden die Filme etwas lieblos an einem Montagabend im Sommer weggesendet. Denn eigentlich hätte man doch mal den sonntäglichen „Tatort“ für etwas anderes ausfallen lassen können.

Hinweise

ARD über „Dreileben“

Spiegel Online über „Dreileben“ (zur TV-Ausstrahlung, und, etwas unbegeistert, auf der Berlinale)

Der Tagesspiegel über „Dreileben“

FAZ über „Dreileben“ (Überschrift: „Drei Regisseure retten das deutsche Fernsehen“ – Geht’s nicht auch eine Nummer kleiner?)

epd Film über „Dreileben“

Cargo: Ein Bericht von den „Dreileben“-Dreharbeiten

Meine Besprechung von Dominik Grafs „Schläft ein Lied in allen Dingen“

Meine Besprechung der von Dominig Graf inszenierten TV-Serie  „Im Angesicht des Verbrechens“

Meine Besprechung von Johannes F. Sieverts Interviewbuch „Dominik Graf – Im Angesicht des Verbrechens: Fernseharbeit am Beispiel einer Serie“

Dominik Graf in der Kriminalakte

 

 


TV-Tipp für den 28. August: King Kong und die weiße Frau

August 28, 2011

BR, 23.45

King Kong und die weiße Frau (USA 1933, R.: Ernest B. Schoedsack, Merian C. Cooper)

Drehbuch: James Ashmore Creelman, Ruth Rose

Story/Originalentwurf: Edgar Wallace, Merian C. Cooper

Auf einer Südseeinsel entdeckt eine Filmcrew einen riesigen Affen und bringt ihn nach New York.

Auch heute noch beeindruckender Klassiker des Monsterfilms.

Mit Fay Wray, Robert Armstrong, Bruce Cabot, Frank Reicher, Sam Hardy

Hinweise

Wikipedia über „King Kong“ (deutsch, englisch)

Filmsite über “King Kong”

The Stop Button über “King Kong”

Senses of Cinema über “King Kong”


Kleinkram

August 27, 2011

Bei Spinetingler schreibt der Nerd of Noir über die Ken-Bruen-Verfilmung „Blitz“ mit Jason Statham in der Hauptrolle.

Vern hat den Film ebenfalls gesehen und beiden hat er gefallen.

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Bei Mulholland Books hat Brian Lindenmuth eine Liste der zehn besten Noirs der letzten zehn Jahre (oder so) zusammengestellt. Daniel Woodrell und Rick DeMarinis sind dabei.

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Bei CrimeMag schreibt Roland Osswald, anläßlich der deutschen Veröffentlichung von Jim-Thompson-Debüt „Jetzt und auf Erden“, über Jim Thompson und das Buch.

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Dort gibt es auch ein Interview mit Thriller-Autor Jeremy Robinson.

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Mal sehen, wann es dieses Q&A über „Scarface“ (das Remake) auch auf YouTube gibt. Bis dahin kann man es Crimespree Magazine ansehen.

Hier die Infos:

On Tuesday, August 23, 2011 at 8:15pm PT/11:15pm ET, Universal Studios Home Entertainment reunites the cast and filmmakers of the iconic underworld epic, SCARFACE in a special Q&A live from Los Angeles via Livestream. Stars Al Pacino, Steven Bauer, Robert Loggia, F. Murray Abraham and producer Martin Bregman will come together to celebrate the upcoming Blu-ray launch and legacy of the film that redefined the gangster genre forever and became a cultural touchstone for an entire generation.

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Bei IndieWire hat man sich Gedanken über das derzeitige Action-Kino gemacht: Chaos Cinema.

Sehenswert!

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Und hier gibt es eine kleine Sammlung von Filmenden, die so vom Studio gewünscht waren.

Mich hat bei der Sammlung überrascht, wie viele alte Filme aufgenommen wurden.

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In der taz denkt Thomas Groh über Science-Fiction-Filme als Stimmungsbarometer nach.

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Der Science-Fiction-Preis „Hugo“ ist verliehen. Die glücklichen Gewinner sind:

Best Fan Artist

Presented by Stu Shiffman

  • Winner: Brad W. Foster
  • Randall Munroe
  • Maurine Starkey
  • Steve Stiles
  • Taral Wayne

Best Fanzine
Presented by David Cake

  • Winner: The Drink Tank, edited by Christopher J. Garcia and James Bacon
  • Banana Wings, edited by Claire Brialey and Mark Plummer
  • Challenger, edited by Guy H. Lillian III
  • File 770, edited by Mike Glyer
  • StarShipSofa, edited by Tony C. Smith

Best Fan Writer
Presented by John Coxon

  • Winner: Claire Brialey
  • James Bacon
  • Christopher J. Garcia
  • James Nicoll
  • Steven H. Silver

Best Semiprozine
Presented by David G. Hartwell

  • Winner: Clarkesworld, edited by Neil Clarke, Cheryl Morgan, Sean Wallace; podcast directed by Kate Baker
  • Interzone, edited by Andy Cox
  • Lightspeed, edited by John Joseph Adams
  • Locus, edited by Liza Groen Trombi and Kirsten Gong-Wong
  • Weird Tales, edited by Ann VanderMeer and Stephen H. Segal

Best Professional Artist
Presented by Boris Vallejo

  • Winner: Shaun Tan
  • Daniel Dos Santos
  • Bob Eggleton
  • Stephan Martiniere
  • John Picacio

Best Editor, Short Form
Presented by Ellen Datlow

  • Winner: Sheila Williams
  • John Joseph Adams
  • Stanley Schmidt
  • Jonathan Strahan
  • Gordon Van Gelder

Best Editor, Long Form
Presented by Ellen Asher

  • Winner: Lou Anders
  • Ginjer Buchanan
  • Moshe Feder
  • Liz Gorinsky
  • Nick Mamatas
  • Beth Meacham
  • Juliet Ulman

Best Dramatic Presentation, Short Form
Presented by George R. R. Martin

  • Winner: Doctor Who: “The Pandorica Opens/The Big Bang,” written by Steven Moffat; directed by Toby Haynes (BBC Wales)
  • Doctor Who: “A Christmas Carol,” written by Steven Moffat; directed by Toby Haynes (BBC Wales)
  • Doctor Who: “Vincent and the Doctor,” written by Richard Curtis; directed by Jonny Campbell (BBC Wales)
  • Fuck Me, Ray Bradbury, written by Rachel Bloom; directed by Paul Briganti
  • The Lost Thing, written by Shaun Tan; directed by Andrew Ruhemann and Shaun Tan (Passion Pictures)

Best Dramatic Presentation, Long Form
Presented by Bill Willingham

  • Winner: Inception, written and directed by Christopher Nolan (Warner)
  • Harry Potter and the Deathly Hallows: Part 1, screenplay by Steve Kloves; directed by David Yates (Warner)
  • How to Train Your Dragon, screenplay by William Davies, Dean DeBlois & Chris Sanders; directed by Dean DeBlois & Chris Sanders (DreamWorks)
  • Scott Pilgrim vs. the World, screenplay by Michael Bacall & Edgar Wright; directed by Edgar Wright (Universal)
  • Toy Story 3, screenplay by Michael Arndt; story by John Lasseter, Andrew Stanton & Lee Unkrich; directed by Lee Unkrich (Pixar/Disney)

Best Graphic Story
Presented by Trixe Pixie: Alexander James Adams, Betsy Tinney, S. J. Tucker

  • Winner: Girl Genius, Volume 10: Agatha Heterodyne and the Guardian Muse, written by Phil and Kaja Foglio; art by Phil Foglio; colors by Cheyenne Wright (Airship Entertainment)
  • Fables: Witches, written by Bill Willingham; illustrated by Mark Buckingham (Vertigo)
  • Grandville Mon Amour, by Bryan Talbot (Dark Horse)
  • Schlock Mercenary: Massively Parallel, written and illustrated by Howard Tayler; colors by Howard Tayler and Travis Walton (Hypernode)
  • The Unwritten, Volume 2: Inside Man, written by Mike Carey; illustrated by Peter Gross (Vertigo)

Best Related Book
Presented by Farah Mendlesohn

  • Winner: Chicks Dig Time Lords: A Celebration of Doctor Who by the Women Who Love It, edited by Lynne M. Thomas and Tara O’Shea (Mad Norwegian)
  • Bearings: Reviews 1997-2001, by Gary K. Wolfe (Beccon)
  • The Business of Science Fiction: Two Insiders Discuss Writing and Publishing, by Mike Resnick and Barry N. Malzberg (McFarland)
  • Robert A. Heinlein: In Dialogue with His Century, Volume 1: (1907–1948): Learning Curve, by William H. Patterson, Jr. (Tor)
  • Writing Excuses, Season 4, by Brandon Sanderson, Jordan Sanderson, Howard Tayler, Dan Wells

Best Short Story
Presented by David D. Levine

  • Winner: “For Want of a Nail” by Mary Robinette Kowal (Asimov’s, September 2010)
  • “Amaryllis” by Carrie Vaughn (Lightspeed, June 2010)
  • “Ponies” by Kij Johnson (Tor.com, November 17, 2010)
  • “The Things” by Peter Watts (Clarkesworld, January 2010)

Best Novelette
Presented by Nancy Kress

  • Winner: “The Emperor of Mars” by Allen M. Steele (Asimov’s, June 2010)
  • “Eight Miles” by Sean McMullen (Analog, September 2010)
  • “The Jaguar House, in Shadow” by Aliette de Bodard (Asimov’s, July 2010)
  • “Plus or Minus” by James Patrick Kelly (Asimov’s, December 2010)
  • “That Leviathan, Whom Thou Hast Made” by Eric James Stone (Analog, September 2010)

Best Novella
Presented by Robert Silverberg

  • Winner: “The Lifecycle of Software Objects” by Ted Chiang (Subterranean)
  • “The Lady Who Plucked Red Flowers beneath the Queen’s Window” by Rachel Swirsky (Subterranean Magazine, Summer 2010)
  • “The Maiden Flight of McCauley’s Bellerophon” by Elizabeth Hand (Stories: All New Tales, William Morrow)
  • “The Sultan of the Clouds” by Geoffrey A. Landis (Asimov’s, September 2010)
  • “Troika” by Alastair Reynolds (Godlike Machines, Science Fiction Book Club)

Best Novel
Presented by TimPowers

  • Winner: Blackout/All Clear by Connie Willis (Ballantine Spectra)
  • Cryoburn by Lois McMaster Bujold (Baen)
  • The Dervish House by Ian McDonald (Gollancz; Pyr)
  • Feed by Mira Grant (Orbit)
  • The Hundred Thousand Kingdoms by N.K. Jemisin (Orbit)

The John W. Campbell Award for Best New Writer
Presented by Stanley Schimdt and Seana McGuire

Award for the best new professional science fiction or fantasy writer of 2009 or 2010, sponsored by Dell Magazines (not a Hugo Award).

  • Winner: Lev Grossman
  • Saladin Ahmed
  • Lauren Beukes
  • Larry Correia
  • Dan Wells