Cover der Woche

Oktober 6, 2009

Freeling - Tsching bumm


TV-Tipp für den 6. Oktober: west.art – Bücher

Oktober 6, 2009

WDR, 22.30

west.art – Bücher

Künftig wird auch Christine Westermann („Zimmer frei!“) im Fernsehen Bücher empfehlen. Heute stehen unter anderem „Der Brenner und der liebe Gott“ (Wolf Haas), „Verbrechen“ (Ferdinand von Schirach) und „Marilyn & Co.“ (Truman Capote) auf ihrer Liste. „west.art – Bücher“ soll einmal im Monat laufen.

Hinweis

WDR über „west.art – Bücher“


Hammett-Preis 2009 verliehen

Oktober 5, 2009

Am Sonntagabend hat die North American Branch der International Association of Crime Writers den diesjährigen Hammett-Prize für den besten 2008 erschienenen Kriminalroman (genauer „literary excellence in the field of crime-writing„) an

George Pelecanos: The Turnaround

verliehen.

Nominiert waren

Leading Lady, von Heywood Gould

The Finder, von Colin Harrison

City of the Sun, von David Levien

South by South Bronx, von Abraham Rodriguez

(via The Rap Sheet)


Handys im Film

Oktober 5, 2009

Das ist die eine Version eines modernen Problems:

Das ist die andere Version eines modernen Problems:

Und wenn man endlich eine Verbindung hat:

Deshalb:


TV-Tipp für den 5. Oktober: Boston Legal

Oktober 5, 2009

Vox, 22.55

Boston Legal: Die Neue und das Biest (USA 2007, R.: Bill D’Elia)

Drehbuch/Erfinder David E. Kelley

Nach einer fast zweijährigen Pause geht’s heute mit der vierten Staffel von „Boston Legal“ auf einem doch ziemlich schlechten Sendeplatz weiter. Denn ich dachte, dass „Boston Legal“ eine gute Quote hatte.


Es gibt einige neue Gesichter, aber sonst bleibt in dieser sehr seriösen Kanzlei Crane, Poole & Schmidt alles beim alten.


Mit James Spader (Alan Shore), John Larroquette (Carl Sack), Christian Clemenson (Jerry Espenson), Gary Anthony Williams (Clarence/Clarice Bell), Tara Summers (Katie Lloyd), Saffron Burrows (Lorraine Weller), Candice Bergen (Shirley Schmidt), William Shatner (Denny Crane)

Wiederholung: Mittwoch, 7. Oktober, 01.25 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Vox über „Boston Legal“

Wikipedia über „Boston Legal“ (deutsch, englisch)

Serienjunkies über „Boston Legal“

Englische „Boston Legal“-Fanseite


TV-Tipp für den 4. Oktober: Das Geheimnis der Frau in Weiß

Oktober 4, 2009

BR, 00.15

Das Geheimnis der Frau in Weiß (USA 1948, R.: Peter Godfrey)

Drehbuch: Stephen Morehouse Avery

LV: Wilkie Collins: The woman in white, 1860 (Die weiße Frau; Die Frau in Weiß)

England, um 1850: Ein Erbschleicher will mit allen Mitteln an das Vermögen einer jungen Gutsbesitzerin.

Gelungene Verfilmung des viktorianischen Kriminalromans mit einem alles beherrschenden Sidney Greenstreet als Schurken. Und Max Steiner schrieb die Musik.

Mit Sidney Greenstreet, Alexis Smith, Eleanor Parker, Gig Young, Agnes Moorehead, John Abbott, John Emery, Curt Bois

Hinweise

Wikipedia über Wilkie Collins (deutsch, englisch)

Kirjasto über Wilkie Collins

Deutsche Wilkie-Collins-Fanseite

Englische Wilkie-Collins-Seite

Noch eine englische Wilkie-Collins-Seite

E-Texts of Works: Werke von Wilkie Collins (auch „The Woman in white“)

Projekt Gutenberg: Werke von Wilkie Collins (auch „The Woman in white“)


TV-Tipp für den 3. Oktober: Es geschah am hellichten Tag

Oktober 3, 2009

Zum Todestag von Heinz Rühmann (3. Oktober 1994)


ZDF, 15.25

Es geschah am hellichten Tag (D 1958, R.: Ladislao Vajda)

Drehbuch: Friedrich Dürrenmatt, Hans Jacoby, Ladislao Vajda

LV: Friedrich Dürrenmatt: Das Versprechen – Requiem auf den Kriminalroman, 1957

Kommissar Matthäi sucht den Mörder eines neunjährigen Mädchens.

Allseits bekannter Krimiklassiker mit Heinz Rühmann, Gert Fröbe und Siegfried Lowitz. Auch das Ausland war von dem Film begeistert: „Unter der hervorragenden Regie von Ladislao Vajda wird die Handlung pausenlos in einem unbarmherzigen und beklemmenden Tempo gesteigert und ist getragen von einem Dialog, der vor Gescheitheit blitzt und nur gelegentlich durch die, dem Dichter eigene, Melancholie gebremst wird.“ (Aufbau, New York, 1960)

Dürrenmatt war mit dem Ende des Filmes unzufrieden. Sein „Buch zum Film“ hat daher ein pessimistisches Ende

Hinweise

Wikipedia über „Es geschah am hellichten Tag“ und Heinz Rühmann


Kleinkram

Oktober 2, 2009

Schnittberichte vergleicht die Kinoversion von „The Big Sleep“ (yep, die Raymond-Chandler-Verfilmung „Tote schlafen fest“ mit Humphrey Bogart und Lauren Bacall) mit einer früheren Version. Filmhistorisch sehr interessant.

–

Die Nordsee-Zeitung hat sich mit den Drehbuchautoren Benedikt Röskau und Syliva Leuker unterhalten. Der aktuelle Anlass waren ihre Filme „Faktor 8“ und „Über den Tod hinaus“. Aber es wird auch über andere Dinge gesprochen.

Röskau: Authentizität ist uns enorm wichtig. Das erwarten die Leute in erzählerischen Medien. Selbst ein Film wie „Wickie und die starken Männer“ muss eine gewisse Authentizität haben. Man sieht dann eben nicht den Wikinger, sondern den eigenen Chef in diesem oder jenem grobschlächtigen Kerl. Bei „Faktor 8“ war mir zum Beispiel wichtig, dass nicht amerikanisiert wurde und das Geschehen in einem Airbus spielt. Man spürt einfach, dass das ein deutsches Flugzeug ist.

–

Der Independent hat mit Philip Kerr über seine derzeitige Lektüre, sein Schreibzimmer und Vorbilder gesprochen.

–

Financial Times mit Ian Banks (der sich bei uns als SF- und Thriller-Autor nie so richig durchsetzen konnte.). Unter anderem über sein Tagespensum:

In theory, yes; I start at 9am and finish at 5pm, five days a week, for two or three winter months. In practice, a lot gets done between 4am and 8am. Then I go back to bed.

–

Bei Random House erzählt James Ellroy einiges über sein neues Buch „Blood’s a rover“:

Truth be told, it’s markedly less complex than The Cold Six Thousand and slightly more complex than American Tabloid. The historical period–1968-1972–is less iconic than the periods covered in the first two books; thus, I had greater latitude to fictionalize. Again, this is a novel of outward revolution and revolution of the soul. There is greater dialectic in this novel than in my previous twelve novels combined. How did I keep the storyline straight? I wrote a 397-page outline, that laid out the action, down to the most minute detail. Meticulousness, diligence, profoundly rigorous work habits all contributed to the greatness of this novel.

–

Die Oktober-Ausgabe von The Big Thrill (dem Magazin der International Thriller Writers) ist online. Es gibt unter anderem Porträts und Interviews mit Cindy Gerard, Mark Nykanen, Alex Kava, Dave Zeltserman, Tom Piccirilli, Jason Pinter, John Lutz (Yeah, er schreibt immer noch.),  und Jeffery Deaver.

–

Via Krimileser Bernd (der die Bücher auch alle gelesen hat) gibt es die Nominierungen für den diesjährigen Hammett-Preis:

– Leading Lady von Heywood Gould

– The Finder von Colin Harrison

– City of the Sun von David Levien

– The Turnaround von George Pelecanos

– South by South Bronx von Abraham Rodriguez

Verliehen wird der Preis am Wochenende von der International Association of Crime Writers/North American Branch.

–

Comics am Bildschirm lesen ist zwar blöd, aber bei Tim Hamiltons Adaption von Ray Bradburys Klassiker „Fahrenheit 451“ machen wir eine Ausnahme: Teil 1, Teil 2 – und den dritten Teil gibt es am Dienstag bei Tor (die den Oktober zum Steampunk-Month erklärt haben).

–

Wegen der Vollständigkeit: Leonardo DiCaprio spielt vielleicht Travis McGee.


TV-Tipp für den 2. Oktober: Krieg der Sterne

Oktober 2, 2009

Pro7, 20.15

Krieg der Sterne – Special Edition (USA 1977/1997, R.: George Lucas)

Drehbuch: George Lucas

Darth Vader entführt Prinzessin Leia. Der Jüngling Luke Skywalker macht sich auf den Weg, sie aus den Fängen des Bösewichts zu retten.

Heute wird die vor über zehn Jahren von George Lucas himself digital aufgepeppte Version seines Klassikers gezeigt. Naja, immerhin besser als nichts.

Die zeitgenössische Kritik war nicht amüsiert („Ramschladen“ [Der Spiegel], „ein Verbrechen“ [Film und Fernsehen], „Star Wars offenbart sich als ein Film, der den Zuschauer in seinen Ängsten gefangenhalten will, um ihm eine affirmative Haltung zur Macht zu erleichtern.“ [SF-Baustelle], „Star Wars gehört zu jenen zahllosen Filmen, die das Publikum unmündig halten wollen.“ [Science Fiction Times]).

Variety meinte: „An der Kinokasse dürfte der Film, der potentiell alle Altersgruppen anspricht, zauberhafte Ergebnisse erzielen.“

Das Werk wurde ein Blockbuster.

„Im nachhinein ist es einfach, die Schwachstellen in Krieg der Sterne zu finden: Er ist mehr naiv als unschuldig erzählt; er arbeitet nicht mit Andeutungen, sondern mit geklauten Ideen. (…) Kurz gesagt, ist Krieg der Sterne eine durchdacht hergestellte Märchengeschichte, die sorgfältig aus Stücken seiner Hauptinspiration Rocket Ship (Flash Gordon, 1936) und zahlreichen anderen Filmen und Serien zusammengefügt ist, die trotz ihrer herrlichen Verrücktheiten mit einigen Ausnahmen (für die Flash Gordon das beste Beispiel ist) ihre bizarren Plots in eine Moral packten, die weitaus enger gefasst war als die in alten Märchengeschichten. (…) Krieg der Sterne ist ein erheiternder Film.“ (Phil Hardy, Hrsg.: Die Science Fiction Filmenzyklopädie)

Nicht erstaunlich ist, dass „Krieg der Sterne“ 1978 einen Hugo gewann. Erstaunlich ist aber die Drehbuchnominierung der Writers Guild of America. Nicht, dass das Buch nominiert wurde, sondern dass es in der Kategorie „Best Comedy Written Directly for the Screen“ nominiert wurde.

Obwohl – witzig ist der „Krieg der Sterne“ schon. Irgendwie.

Anschließend läuft „Star Wars – Ein Blick in die Zukunft“ (USA 2005)

Mit Mark Hamill, Harrison Ford, Carrie Fisher, Peter Cushing, Alec Guiness, Anthony Daniels, Kenny Baker, David Prowse, Peter Mayhew, Phil Brown

Hinweise

Homepage zu „Star Wars“ (Lucasfilm)

Wikipedia über „Krieg der Sterne“ (deutsch, englisch)

Deutsche „Krieg der Sterne“-Fanseite

Simply Scripts: Drehbuch „Star Wars“ von George Lucas (Links zu den verschiedenen Versionen. Die ersten Fassungen unterscheiden sich sehr von dem verfilmten Drehbuch.)


Neu im Kino/Filmkritik: Verblendung

Oktober 1, 2009

Seit gut vier Jahrzehnten erhält Henrik Vanger jedes Jahr zu seinem Geburtstag in einem austauschbaren, billigen Bilderahmen eine gepresste Blume. Das Geschenk erinnert ihn immer wieder an seine Lieblingsnichte Harriet Vanger. Sie verschwand am 22. September 1966 spurlos von der Insel, auf der das Anwesen der Vanger-Familie ist. Der inzwischen 82-jährige Firmenmogul Henrik Vanger glaubt, dass Harriet von einem Familienmitglied ermordet wurde.

Jetzt beauftragt er den Enthüllungsjournalisten Mikael Blomkvist mit Recherchen in diesem Fall. Blomkvist, der gerade wegen schlampiger Recherchen zu einer Haftstrafe verurteilt wurde, nimmt den Auftrag an. Aber seine Recherchen machen erst richtige Fortschritte, als er beginnt mit der Hackerin Lisbeth Salander zusammen zu arbeiten. Über eine in Harriet Vangers Tagebuch enthaltene verschlüsselte Liste kommen sie auf die Spur eines Serienkillers, der seit 1949 Frauen bestialisch ermordet und ein Mitglied der Familie Vanger ist.

Der Roman

Seit vier Jahren verkauft sich der gut siebenhundertseitige Roman von Stieg Larsson, zuerst in seiner Heimat, dann in Europa und inzwischen auch in den USA, wie geschnitten Brot und Kritiker feiern „Verblendung“ und die beiden Folgeromane „Verdammnis“ und „Vergebung“ ab. Larsson selbst hatte allerdings nichts von diesem Erfolg, weil er bereits vor der Publikation von „Verblendung“ überraschend starb und so aus der von ihm auf zehn Romane angelegten „Millennium“-Serie (so heißt die Zeitung für die Blomkvist arbeitet) mit dem Journalisten Mikael Blomkvist und seiner deutliche jüngeren Gehilfin Lisbeth Salander zur „Millennium“-Trilogie schrumpfte.

Dabei ist der Erfolg von „Verblendung“ rätselhaft. Der Roman liefert reichlich Anlass für Kritik. Larsson ist nämlich ein unglaublich weitschweifiger Erzähler, der anscheinend seine gesamten Notizen und Hintergrundgeschichten zu den Charakteren in den Roman einfügen musste.

So dauert es hundert Seiten, bis sich Henrik Vanger und Mikael Blomkvist zum ersten Mal begegnen und Vanger sein Anliegen vorbringt. Zur Tarnung soll Blomkvist die Geschichte der Familie Vanger aufschreiben. Das ermöglicht Larsson, ausführlich in vergangenen Jahrhunderten und vor allem den Verstrickungen der Vangers mit den Nazis herumzuwühlen. Für die Frage, wer Harriet Vanger ermordet hat, bringt das nichts. Auch bis Blomkvist und Salander sich zum ersten Mal begegnen, vergeht viel Lesezeit. Bis dahin haben wir so ungefähr alles über sie erfahren: wie sie ihren jetzigen Job bekommen hat, was ihr Chef von ihr hält, wie ihr Verhältnis zu ihrer Mutter ist, wie sie lebt, wie sie von der einen Pflegefamilie zur nächsten geschickt wurde, wie sie mit ihrem ersten richtigen Vormund zurecht kam und wie sie sich mit ihrem neuen Vormund (einem sexistischen Schwein) arrangiert. Das alles ist reines Hintergrundmaterial, das die Handlung nicht voranbringt, in der Häufung fast nichts über den Charakter Salander verrät und auch die spätere Handlung nicht beeinflusst. Andere Charaktere, wie der über viele Seiten eingeführte Chef von Salander und ihr neuer Vormund verschwinden irgendwann einfach aus der Geschichte.

Nachdem die Mordermittlungen ungefähr in der Buchmitte endlich an Dynamik gewinnen, sind sie schnell abgeschlossen. Auf Seite 511 ist der Mörder enttarnt und auf Seite 541 tot.

Die restlichen 150 Seiten füllt Larsson vor allem mit dem Kampf von Blomkvist gegen den Industriellen Hans-Erik Wennerström um seine Rehabilitierung. Das ist aber eine vollkommen andere Geschichte, die vor allem nach der Enttarnung eines Serienkillers, nur mäßig interessant ist.

Wenn „Verblendung“ kein Roman, sondern eine TV-Serie wie „Lost“, „Prison Break“ (vor allem in der ersten Staffel) oder „24“ wäre, würde ich sagen, dass die Autoren im Lauf der Staffel bemerkten, dass einige Charaktere die Geschichte doch nicht voranbringen und deshalb fallengelassen wurden und sie am Ende bemerkten, dass sie für die restlichen Folgen, weil sie in ihrer Dusseligkeit den Bösewicht umgebracht hatten, noch schnell eine neue Geschichte erfinden mussten.

Der Film

Für die Verfilmung machten die Drehbuchautoren Nikolaj Arcel und Rasmus Heisterberg dann die Arbeit, die Stieg Larsson hätte tun müssen. Sie entfernten etliche überflüssige Subplots (wie die Erstellung der Vanger-Familienchronik, den Kampf um das Überleben der Zeitschrift „Millennium“ und die Suche nach dem Maulwurf in der Redaktion), im Nichts endende Expositionen (wie die seitenlange Einführung von Salanders Chef, Salanders Biographie und wie ein alter Freund Blomkvist die ersten Informationen über Wennerströms krumme Geschäfte gibt) und einige unwichtige Charaktere.

Sie konzentrierten sich auf die Suche nach Harriet Vangers Mörder. Sie verdichteten. Sie dramatisierten. Zum Beispiel ist die erste Kontaktaufnahme von Blomkvist und Salander im Film anders als im Buch. Im Buch empfiehlt der Anwalt der Familie Vanger Blomkvist Lisbeth Salander als Rechercheurin. Im Film nimmt sie per E-Mail Kontakt zu Blomkvist auf und sagt ihm, was die kryptischen Buchstaben und Zahlen in Harriet Vangers Tagebuch bedeuten. So ist Salander im Film von Anfang an stärker als im Roman an einem erfolgreichen Abschluss der Recherche interessiert. Auch die Recherchen von Blomkvist verlaufen im Film etwas anders und glaubwürdiger als im Buch.

Arcel und Heisterberg erzählen konzentriert eine Geschichte, mit einigen Abschweifungen. Niels Arden Oplev inszenierte sie fast schon schmucklos-spartanisch. Denn es gibt keine kostspieligen Szenen. Er verzichtete auf modische Spielereien, wie die derzeit angesagte Wackelkamera und Sekundenschnitte. Er lässt sich Zeit, beobachtet seine, bei uns bis auf Peter Haber (Kommissar Beck), unbekannten Schauspieler und löst Szenen meisten klassisch in Schuss/Gegenschuss auf. Nur die an aktuelle US-Krimiserien erinnernden Montagen, bei den Recherchen von Blomkvist/Salander erinnern an aktuelle Trends.

„Verblendung“ ist ein guter Krimi, der trotz seiner Länge von 150 Minuten kurzweilig unterhält. Im Kino wirkt er allerdings auch immer wie ein TV-Zweiteiler, der irrtümlich im Kino gezeigt wird. Denn der auch im Film ausführlich geschilderte Subplot von Lisbeth Salanders Kampf gegen ihren neuen Betreuer und der sehr lange Epilog gehorchen den Gesetzen eines TV-Zweiteilers. Im ersten Teil werden die beiden gleichberechtigten Protagonisten Blomkvist und Salander vorgestellt. Am Ende des ersten Teils begegnen sie sich erstmals (also nach ungefähr 75 Filmminuten) und im zweiten Teil jagen sie gemeinsam den Serienmörder.

Obwohl ich sonst nie Punkte vergebe, würde ich „Verblendung“ ohne zu zögern als Kinofilm 8/10 und als TV-Zweiteiler 10/10 Punkten geben. Dem Roman…deutlich weniger.

Die zweite Larsson-Verfilmung „Verdammnis“ ist für Februar 2010 angekündigt und „Vergebung“ ist für Sommer 2010 geplant. Michael Nyqvist und Noomi Rapace haben wieder die Hauptrolle. Aber die Drehbuchautoren und der Regisseur wechselten.

Verblendung (Män som hatar kvinnor, Schweden/Deutschland/Dänemark 2009)

Regie: Niels Arden Oplev

Drehbuch: Nikolaj Arcel, Rasmus Heisterberg

LV: Stieg Larsson: Män son hatar kvinnor, 2005 (Verblendung)

mit Michael Nyqvist (Mikael Blomkvist), Noomi Rapace (Lisbeth Salander), Lena Endre (Erika Berger), Peter Haber (Martin Vanger), Sven-Bertil Taube (Henrik Vanger), Peter Andersson (Nils Bjurman), Ingvar Hirdwall (Dirch Frode), Marika Lagercrantz (Cecilia Vanger), Björn Granath (Gustav Morell)

–

Larsson - Verblendung Movie-Tie-In

Stieg Larsson: Verblendung

(übersetzt von Wibke Kuhn)

Heyne, 2009 (Movie-Tie-In)

704 Seiten

9,95 Euro

–

Originalausgabe

Män son hatar kvinnor

Norsteds Förlag, Stockholm 2005

–

Deutsche Erstausgabe

Heyne, 2006

–

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Facebook-Seite zum Film

YouTube-Seite zum Film

Film-Zeit über „Verblendung“

Homepage von Stieg Larsson

Heyne über Stieg Larsson

Krimi-Couch über Stieg Larsson

Wikiepedia über Stieg Larsson (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 1. Oktober: Harald Schmidt

Oktober 1, 2009

ARD, 22.45

Harald Schmidt

Was wird er in seiner ersten Sendung nach der Wahl zum Wahlergebnis sagen?

Und wer die Sendung verpasst, kann sie sich hier ansehen.


Edgar-Preisträger 2008: John Hart – Der dunkle Fluss

September 30, 2009

Hart - Der dunkle Fluss

Bereits John Harts Debüt „Der König der Lügen“ wurde in den USA mit Lob überschüttet und für zahlreiche renommierte Preise nominiert. Unter anderem für einen Edgar als „Bestes Debüt“. Sein zweiter Roman „Der dunkle Fluss“ erhielt dann, angesichts der starken Konkurrenz etwas rätselhaft, den Edgar als „Bester Roman“.

Denn als Kriminalroman funktioniert „Der dunkle Fluss“ kaum. Die Geschichte von dem des Mordes angeklagten und vor Gericht freigesprochenen Sohn Adam Chase, der nach Jahren in der Fremde in seine alte Heimat zurückkehrt, dort gleich in etliche Verbrechen, den dorfinternen Konflikt um den geplanten Bau eines Kraftwerks und alte Familiengeschichten verwickelt wird, ist nicht neu.

Das wäre nicht weiter schlimm, wenn John Hart dem Genrefan einige überraschende Wendungen präsentieren würde. Aber die Geschichte entwickelt sich sehr vorhersehbar. Denn selbstverständlich hält die Gemeinde ihn immer noch für den Mörder. Immerhin war seine Stiefmutter die Hauptzeugin der Anklage und er wurde von den Geschworenen nur mangels Beweisen freigesprochen. Weil mit seiner Ankunft die Verbrechensrate explosionsartig steigt, ist für die Einheimischen klar, dass er für diese Überfälle und Morde verantwortlich ist. Auch für den ermittelnden Polizisten ist er der Hauptverdächtige. Chase will seine Unschuld beweisen und beginnt auf eigene Faust den Mörder seines Jugendfreundes zu suchen.

Diese Mördersuche ist für John Hart allerdings nur der dürftige rote Faden, um sich ausführlich episch geschilderter Südstaatenatmosphäre und den Gefühlen seines Erzählers Chase zu widmen. Denn die Familie Chase, alter Südstaatenadel, erinnert dabei an das Personal eines Tennessee-Williams-Stücks. Entsprechend viel kann über sie erzäht werden.

Die Handlung bewegt sich dagegen höchstens im Schneckentempo voran zu der, angesichts der wenigen Verdächtigen, gar nicht so überraschenden Enttarnung des Mörders.

Als Kriminalroman ist „Der dunkle Fluss“ uninteressant und nicht Edgar-würdig.

Aber als Symptom für den Trend zu „literarischen Kriminalromanen“ ist er paradigmatisch. Es gibt eine Kriminalgeschichte, die ein Pulp-Autor mit mehr Wendungen auf 150 Seiten erzählt hätte. Zusätzlich gibt es ein Drama über eine reiche, dysfunktionale Familie und eine Coming-of-Age-Geschichte. Immerhin erfährt Chase erst jetzt, was in seiner ach so heilen Familie alles im Argen liegt.

Menschen, die sonst keine Krimis lesen dürfen sich freuen, dass die Familiengeschichte dank der Krimibeigabe spannender als gewohnt ist und ohne schmutzige Worte auskommt.

Krimifans dagegen können „Der dunkle Fluss“, trotz des Edgars, ignorieren. Sie verpassen nichts.

John Hart: Der dunkle Fluss

(übersetzt von Rainer Schmidt)

Bertelsmann, 2009

384 Seiten

19,95 Euro

–

Originalausgabe

Down River

Thomas Dunne Books, 2007

–

Hinweise

Homepage von John Hart

Meine Besprechung von „Der König der Lügen“ (The King of Lies, 2006)


TV-Tipp für den 30. September: Der Tod kennt keine Wiederkehr

September 30, 2009

Das Vierte, 22.00

Der Tod kennt keine Wiederkehr (USA 1973, R.: Robert Altman)

Drehbuch: Leigh Brackett

LV: Raymond Chandler: The long goodbye, 1953 (Der lange Abschied)

Philip Marlowe hilft seinen Freund Terry Lennox aus der Klemme. Er soll seine Frau umgebracht haben.

Bitterböse Abrechnung mit dem amerikanischen Traum und einem Marlowe (Elliot Gould), der als Relikt durch die Story gestossen wird. – Eine der besten Chandler-Verfilmungen!

Leigh Brackett (1915 – 1978, Schriftstellerin, außerdem schrieb sie die Drehbücher zu „Tote schlafen fest“, „Rio Bravo“, „El Dorado“, „Krieg der Sterne: Das Imperium schlägt zurück“) sagte zu ihrer und Altmans Vorstellung von der Figur Marlowe: „Ich sehe Marlowe so, wie Chandler ihn sah, als Verlierer. Aber ein wirklicher Verlierer, nicht der falsche Gewinner, den Chandler aus ihm machte. Ein Verlierer auf der ganzen Linie….Goulds Marlowe ist ein Mann von simpler Redlichkeit, Ehrlichkeit, Vertrauen und vollständiger Integrität. Alles, was wir machten, war, ihn von den Attributen eines falschen Helden zu befreien. Chandler Marlowe wusste immer mehr als die Polizei. Er konnte zu Brei geschlagen werden, aber er kam immer irgendwie ungeschoren davon. Nur aufgrund bloßer Kraft der Persönlichkeit, professioneller Sachkenntnis und Frechheit war er im Vorteil. Wir meinten ´Solch ein Mann besitzt keinen Vorteil. Er wird rumgestoßen. Die Leute nehmen ihn nicht ernst. Sie wissen nicht, was mit ihm los ist, und es kümmert sie auch nicht´. Also wurde aus dem harten Typ Marlowe ein Gefoppter.“ (Take One)

Pflaum dazu: „Altmann hat Marlowe so gründlich demystifiziert, dass dem Zuschauer in jedem Moment bewußt ist: dieser Mann übernimmt sich, und es ist allein eine Frage der Zeit, bis sich das rächt. Der Held Raymond Chandlers ist nie gefährdeter, nie sterblicher gewesen als in The long goodbye; Altman hat dem Roman auf seine Weise die realistische Dimension zurückgegeben, die er, unter anderen Vorzeichen, einmal hatte“ (Hans Günther Pflaum in Robert Altmann, Hanser Reihe Film 25)

Mit Elliott Gould, Nina van Pallandt, Sterling Hayden, Mark Rydell, Henry Gibson, David Carradine (Cameo), Arnold Schwarzenegger (eigentlich auch ein Cameo-Auftritt)

Hinweise

Thrilling Detective über Raymond Chandler und Philip Marlowe

Wikipedia über Raymond Chandler (deutsch, englisch)


Neue TV-Krimi-Buch-Tipps online

September 29, 2009

Alligator-Alfred (frisch erholt, gebräunt und wohlernährt von seinem Urlaub) hat sich die neuen TV-Krimi-Buch-Tipps geschnappt, gnadenlos aufgebretzelt und online gestellt. Ich bin sprachlos und liefere hier nur die ersten Zeilen:

Die filmischen Höhepunkte der kommenden Tage sind Billy Wilders „Das Privatleben des Sherlock Holmes“, Joseph Sargents John-Godey-Verfilmung „Stoppt die Todesfahrt der U-Bahn 123“ (pünktlich zum Kinostart läuft mal wieder das Original), Shane Blacks Brett-Halliday-Verfilmung „Kiss Kiss Bang Bang“, Robert Altmans Raymond-Chandler-Verfilmung „Der Tod kennt keine Wiederkehr“, Ladislao Vajdas Friedrich-Dürrenmatt-Verfilmung „Es geschah am hellichten Tag“, Jules Dassins Eric-Ambler-Verfilmung „Topkapi“ und Martyn Friends fast unbekannte Jim-Lusby-Verfilmung „Die Spur des Verräters“.
Außerdem läuft die schon lange nicht mehr gezeigte, auf einem wahren Fall basierende Politsatire „Der Fall Lucona“.


Cover der Woche

September 29, 2009

Gardner - Perry Mason solves the Case of the Cautious Coquette


TV-Tipp des Tages: Kiss Kiss Bang Bang

September 29, 2009

Tele 5, 22.30

Kiss Kiss Bang Bang (USA 2005, R.: Shane Black)

Drehbuch: Shane Black

LV: Brett Halliday: Bodies are where you find them, 1941

Zuerst stolpert Einbrecher Harry Lockhart auf seiner Flucht vor der Polizei in einen Vorsprechtermin und erhält prompt eine Filmrolle. Als er über eine Hollywood-Party stolpert, trifft er seine Jugendliebe Harmony Faith Lane und, als er zwecks Rollenstudium, mit einem knallharten PI Gay Perry (schwul) durch die Straßen Hollywoods schlendert, stolpern sie alle in einen undurchsichtigen Komplott, der direkt aus einem Film der Schwarzen Serie stammen könnte.

Köstliche Liebeserklärung an die Pulps, der natürlich nur lose auf dem Mike-Shayne-Roman basiert, aber dafür ausführlich Chandler zitiert (Zwischentitel, Voice-Over,…).

“first significant neo-noir of the twenty-first century” (Alexander Ballinger/Danny Graydon: The Rough Guide to Film Noir, 2007)

mit Robert Downey Jr., Val Kilmer, Michelle Monaghan, Corbin Bernsen, Rockmond Dunbar

Wiederholung: Mittwoch, 30. September, 02.10 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Kiss Kiss Bang Bang“

Spike: Interview mit Shane Black (17. Oktober 2005)

Drehbuch „Kiss, Kiss, Bang, Bang“ von Shane Black (Fassung vom 21. November 2003)


Brenner, back in action

September 28, 2009

Haas - Der Brenner und der liebe GottHaas - Brenner-Box

Der Herr Simon sitzt in einem Tankstellenshop und brütet vor seinem Kaffee. Still, introvertiert und lange. Als er schließlich zu seinem Auto zurückkehrt, ist sein Passagier, die zweijährige Helena, verschwunden und knappe 200 Seiten später hat es einige Tote gegeben und der Brenner einen weiteren Fall aufgeklärt.

Seinen siebten Fall.

Nach einer mehrjährigen Pause.

Die ersten sechs Brenner-Fälle erschienen innerhalb weniger Jahre zwischen 1996 und 2003. Am Ende von „Das ewige Leben“ ließ Wolf Haas sogar den Erzähler der Brenner-Romane sterben, weil er, so Haas in einem Interview, mit dem Brenner fertig war. Doch nach einer sechsjährigen Pause, in der er andere Romane veröffentlichte, hatte er wieder Lust auf seinen Privatdetektiv gehabt und schrieb „Der Brenner und der liebe Gott“.

Und die neue Geschichte, quasi die Ösi-Variante von „Transporter 2“, hat es in sich. Denn Brenner arbeitet inzwischen als Fahrer für die Familie Kressdorf. Sie ist eine Ärztin, die mit Abtreibungen ihr Geld verdient. Ihr Mann ein bekannter Bauunternehmer, der gerade ein großes Bauprojekt plant, in das – immerhin sind wir in einem Krimi – auch hochrangige (und entsprechend korrupte) Politiker involviert sind. Und der Eigentümer des Hauses, in dem die Abtreibungsklinik residiert, führt einen Kleinkrieg gegen die Ärztin. Denn er ist ein fanatischer Abtreibungsgegner.

Brenner hat also, nachdem er nach dem ersten Viertel des Buches von dem introvertierten Chauffeur Herr Simon wieder zu dem introvertierten Privatdetektiv Brenner wird, eine reichhaltige Auswahl an Verdächtigen. Weil er immer noch etwas langsam, aber sehr hartnäckig ist, gibt es am Ende mehrere Tote und einen handfesten Skandal, der mit österreichischer Lässigkeit unter den Teppich gekehrt wird.

Das klingt jetzt nach dem typischen Chaos der früheren Brenner-Romane, bei denen die Geschichte kaum nacherzählt werden kann. Denn diese war oft sehr dünn und sollte besser nicht zu genau auf Logik und Wahrscheinlichkeit überprüft werden. Wegen der Sprache und den Abschweifungen mit einem Hang zur Alltagsphilosophie waren die Romane dennoch eine gute Unterhaltung für einen langen Abend.

In „Der Brenner und der liebe Gott“ ist die Geschichte dagegen ein ziemlich geradliniger Privatdetektiv-Krimi, der in dem typischen Haas-Sound erzählt wird. Weil die Geschichte dieses Mal sogar nachvollziehbar und in sich schlüssig ist, ist der siebte Auftritt von Simon Brenner auch der bislang beste Brenner-Krimi von Wolf Haas.

Aber auch der beste Brenner-Roman ist nur halb so gut wie die Verfilmungen der Brenner-Romane „Komm, süßer Tod“, „Silentium!“ und „Der Knochenmann“ des Teams Murnberger/Hader/Haas mit dem grandiosen Josef Hader in der Hauptrolle.

Wolf Haas: Der Brenner und der liebe Gott

Hoffmann und Campe, 2009

224 Seiten

18,99 Euro

–

Wolf Haas: Die 6 Brenner-Romane (im Schuber)

Hoffman und Campe, 2006

48 Euro

–

Die Ermittlungen von Brenner

Auferstehung der Toten (Rowohlt, 1996)

Der Knochenmann (Rowohlt, 1997)

Komm, süßer Tod (Rowohlt, 1998)

Silentium! (Rowohlt, 1999)

Wie die Tiere (Rowohlt, 2001)

Das ewige Leben (Hoffmann und Campe, 2003)

Der Brenner und der liebe Gott (Hoffmann und Campe, 2009)

–

Die Verfilmungen

Komm, süßer Tod (Aus 2000)

Regie: Wolfgang Murnberger

Drehbuch: Wolfgang Murnberger, Wolf Haas, Josef Hader

mit Josef Hader, Simon Schwarz, Barbara Rudnik, Michael Schönborn, Bern Michael Lade, Nina Proll, Wolf Haas

Silentium! (Aus 2004)

Regie: Wolfgang Murnberger

Drehbuch: Wolfgang Murnberger, Wolf Haas, Josef Hader

mit Josef Hader, Simon Schwarz, Joachim Król, Maria Köstlinger, Udo Samel, Jürgen Tarrach, Rosie Alvarez, Johannes Silberschneider, Karl Fischer, Christoph Schlingensief, Herbert Fux, Wolf Haas

Der Knochenmann (Aus 2009)

Regie: Wolfgang Murnberger

Drehbuch: Wolfgang Murnberger, Wolf Haas, Josef Hader

mit Josef Hader, Simon Schwarz, Josef Bierbichler, Stipe Erceg, Birgit Minichmayr, Christoph Luser, Dokra Gryllus

Das ewige Leben (Aus 2011 – geplant)

Regie: Wolfgang Murnberger

Drehbuch: Wolfgang Murnberger, Wolf Haas, Josef Hader

–

Hinweise

Lexikon der deutschen Krimiautoren über Wolf Haas

Krimi-Couch über Wolf Haas

Wikipedia über Wolf Haas

Planet Interview: Interview mit Wolf Haas (zum Film „Silentium!“ und den Brenner-Romanen, 12. Februar 2005)

Vienna: Interview mit Wolf Haas (28. August 2009)

Kriminalakte über „Komm, süßer Tod“ und „Der Knochenmann“


TV-Tipp für den 28. September: Burn Notice

September 28, 2009

Vox, 22.05

Burn Notice: Kaltgestellt (USA 2007, R.: Jace Alexander)

Drehbuch/Erfinder: Matt Nix

„Covert intelligence involves a lot of waiting around. Know what it’s like being a spy? Like sitting in your dentist’s reception area twenty-four hours a day. You read magazines, sip coffee, and every so often, someone tries to kill you.“ (die ersten Worte von Michael Westen in „Kaltgestellt“)

Nachdem in den letzten Jahren das Krimifernsehen fast nur aus „CSI“- und „Law & Order“-Klonen bestand, ist die ironische PI/Agentenserie „Burn Notice“ eine höchst willkommene Abwechslung. Denn in ihr werden keine Morde aufgeklärt.

US-Geheimagent Westen muss, nachdem er verbrannt ist, in Miami bleiben. Wenn er die Stadt verlässt, wird er von seinen früheren Bossen umgebracht. Weil sie auch seine Bankkonten gesperrt haben, muss er sich mit verschiedenen Jobs, die seinen Fähigkeiten entsprechen, über Wasser halten. Seine einzigen Freunde sind seine Ex-Freundin und IRA-Terroristin Fiona („A spy is just a criminal with a government paycheck.“), der Ex-Agent und Schürzenjäger Sam („You know spies. Bunch of bitchy little girls.“) und seine kettenrauchende Mutter, die ihrem Sohn einige sehr schlecht bezahlte Aufträge verschafft und auch sonst gerne seine Hilfe in Anspruch nimmt.

„Michael Westen is Jim Rockford and MacGyver filtered through Carl Hiaasen.“ (LA Weekly)

Matt Nix erhielt für diese Folge den Edgar.

Mit Jeffrey Donovan (Michael Westen), Gabrielle Anwar (Fiona Glenanne), Bruce Campbell (Sam Axe), Sharon Gless (Madeline Westen)

Hinweise

USA Network über „Burn Notice“

Vox über „Burn Notice“

Wikipedia über „Burn Notice“ (deutsch, englisch)

Thrilling Detective über Michael Westen

Kriminalakte über „Burn Notice“

Bonus


Deutscher Fernsehpreis 2009 verliehen

September 27, 2009

Jetzt isser verliehen. Die Nominierungsliste war ja nicht so toll, aber immerhin:

– „Mogadischu“ ist bester Film

– „Der Lehrer“ ist beste Serie (hm, acht halbstündige Episode, die vor der Ausstrahlung zwei Jahre im Archiv lagerten; aber bei der Konkurrenz war es für die Jury wohl die Wahl des kleinsten Übels. Ich sage nur „Lasko“.)

– Josef Hader ist bester Schauspieler

– Senta Berger ist beste Schauspielerin

– ZDF-Wahlforum ist die beste Informationssendung/Moderation (Hab nur einige Minuten von dem Dreistünder gesehen und war nicht begeistert. Soll die Diskussionsrunde mit von der Leyen, Gabriel, Niebel, Özdemir, Pau und Söder wirklich das Beste gewesen sein, was die Sender zur Bundestagswahl auf die Beine stellen konnten? Ich hoffe nicht.)

Alle Preisträger hier.


TV-Tipp für den 27. September: Die verfilmten Kriminalromane

September 26, 2009

ZDF, 22.15

Fred Vargas: Es geht noch ein Zug von der Gare du Nord (F/D 2009, R.: Josée Dayan)

Drehbuch: Emmanuel Carrère

LV: Fred Vargas: L’homme aux cercles bleus, 1991 (Es geht noch ein Zug von der Gare du Nord)

In Paris hinterlässt ein Unbekannter Kreidekreise mit bedrohlichen Botschaften an einen Victor. Kommissar Adamsberg ahnt schlimmes.

mit Jean-Hugues Anglade, Jacques Spiesser, Charlotte Rampling, Jean-Pierre Léaud

–

Tele 5, 22.15

Stoppt die Todesfahrt der U-Bahn 123 (USA 1974, R.: Joseph Sargent)

Drehbuch: Peter Stone

LV: John Godey: The taking of Pelham One Two Three, 1973 (Abfahrt Pelhalm 1 Uhr 23)

Spannender Thriller über die Entführung einer New Yorker U-Bahn.

Mit Walter Matthau, Robert Shaw, Martin Balsam, Hector Elizondo, Earl Hindman, James Broderick, Dick O’Neill, Lee Wallace

Hinweise

Kriminalakte über das Remake

Meine Besprechung von John Godeys “Abfahrt Pelham 1 Uhr 23” (The taking of Pelham One Two Three, 1973)